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, ." Reichs: und Staatsanzeiger Nr. 147 vom 27. Juni 1930.
- «* .- K Erste Beilage
j1.!1:isacr Tcxxdcnz [mbcn dicse Ztimmcn dcr Wclwfjcntlkkacit zu (Nennen geben Molch, da?; TMTWIKUD mä) Exchcbmrg dicse?» Ziclcö „seine wahren :)lbsiMen“ enthüllen nnd sic!") „in stiller cigcnklichen Gestalx“ zeigc'n Werde. (Lackzcü) Es ist sehr leicht, hierauf Eine Antwort zu gcben. Dix“ Ziele der deutschen Politik ergeben sicb aus der Gesamtlage Dcutschlauds und der Gesamt- lage der internationalen Verhältnisse für jkden vernünftigen Be- urteiler ganz Von selbst. Sie liegen so offen zutage, daß es Weder möglich noch nötig ist, sie irgcndwie zu verschleiern. So sehr die Befreiung des dcuxsäwn Gebiete:? von der Besetzung uusere nächste und drinäendste ?lufgabc war, so ist die deutsche Außenpolitik doch niemals in dem Sinns ausschließlich auf die Lösung dieser einen Aufgabe eingestellt gewesen, daß sie darum andere Ziele ("[ck nur Vorübexgehend aus den Augcn verloren oder gar preis- gogévcn hätte. Das Zick dcr Rheinlandräumung War cin Teil einer :'lußenpolitif, die von Vornhercin auf eine breitcre Grund- lage gcstx'llt' War, eine Grundlage, zu der Deutschland sich stets offen bkkannt nnd die es auch in dcnjcnigen Perioden nicht ver- lassen hat, wo die Räumungsfrage und in Verbindung damit dann die :)Tcparatioxtsfrage im Vordergrund aUcr unserer diplo- maxischn VU'lxattdlnngcn standcn.
Disse Grnndlagc ist in der chicrunchrklärung des jcßigen Kabinths ckan neue in einer knrzen Formel zusammengefaßt MWM. Wir wcxden lllkskke Anstrengnngcn Weiter darauf zu richten haben, die Volle politischc Freiheit und Gleichbcrcchtigung fiir Tcmscbland miri) auf den Gebieten zu crrcichcn, Wo wir sie hcxxtc WQ nicht als Mcdorgowonnen bezeichnen können. Wir Wchyn 11115 mit allen „(kräften für eine Evolution dex Dinge ein- ssxxcm, dic dcn Natürlichon und nnch'zichtlmren dcutschcn Lebens- intorxs'scn (“Zoniigo verschafft. Bci alledem Werden wir uns stets vox“ “Lingen Halten, daf; wir das höchste Interesse an der Sicherung des:, Micdons habsn, in dessen Zckmßc wir unseren inneren und äUßcx'cn *!*Zicderanfban vollcndkn köUncn.
Dont» dio ci11;clncn Mitko! nnd chc fiir die Verfolgung dicscr scibstvcrsxäxrdlickxn Ziele angcbcn zn Wollen, wäre unan- IWWÜÜ nnd unau§fijhrba1x Wir Werden die IFL-Iglichkciten und „Kräfte, iiber die wir wcrfiigcn, in jcdor Situation niichtérn abzu- sckQZM Und cinznscvcn [MONT. In dem Willen anfrichtiger Zu- famchnarbcit mit allen ondorcn Staaten Werdcn wir unsere auswärtiqu Bezianngen iiberall da auszubauen und zu Vor- ticfcn suchen, wo wir fiir unsere :)lnffassnng Verständnis und Wo wir den Wilson zur Bewährung Vol'lsr (chgcnscitigkcit finden. (Fahr richtig!) Die cncrgischstc Vsrtkctnng unserer eigcnkn Jntorcssen wird uns nicht daran hindern, Vorurteilslos'und auf- richtig M die Lösnng derjenigen wichtigen Fragen [)c'ranzutrctcn, dic jeßt 1110171“ als je iibcr das cinzclnc Land Hinaus dnrch die ollgemeincn J'ntcrcsscn der Völker anfchorfen Werden.
WM:: dicse Grundsätze die Kontinuität Unserer Außenpolitik
Vcrbjirgen, so ist es mxdkrcrscits doch selbstVLrsländlich, daß diese *,)lnßmxpolitik mit der Erledigung der Rhei11lc111dfruge in eine none Phase cingotrßtcn ift. Tic Entwickknng dcr intsrjmtioxmlcn Vcr'H-Ziltnissc wird jms künftig ganz natürlich an neue Probleme heranführon, Jede Vorherige Festlagung Von Einzelheiten Ver- biexct sick) gegeniiber diescr kiinstigwtx Entwicklung von selbst. Das Fost-lxa-[xcn an unserer grnnD-säleichcn Linie und die loyale BWB- acytxmq Ocrjcnigon Vorcindawmgen, die Wik in dcr Hinter uns lisg-cmdcn Erpoclzc abgeschlossen haben, läßt uns nicht nur, son- VOL'L'. gibt Uns dic BWW:ngsfrcihsit, dic nothndig ist, um Unsere künftich Ansgalwn mit ?lussicht anf Erfolg in Angriff 311 Usbmcn. _ T:»Wci kdmwn wir *da-mit WÖULU, Das; die T'Uxck).f1"1[)rmtg der RijnmUUg VM" aslcxn 11111'91'2 Vozichnngcn zu den Bcsaßmtgs- mäcHtcn selbst wesomtlick) entlasten wird, weil nun Endlich das sch25cxstc Ömenris sckWin-dct, das der gcdcihlicOOU Märnn-g UND Cxxlwikkl'nUg Visser Bozichnßsn im Woge stmrd. T€1ttschlm1d hat bei dcr Vcrrrctmxg scim'r MäU111111kng-orßcrUUg neben dem selbst- VCTsTÜUDZiksWU Win nationalen Interesse stets (mch auf diesen intorm.7:2w:m[sn GcsicHthxmkt [)ingcwicsca nnd Hat [WWW, daß LMC morUmlc 11th fr11chtbarc GLstUÜUUJ dor chichungcn nicht ÖOUWÜL' sci zwisckxn Ztamtcn, die durch eine Barriere, wia die Be- &»:ng sic darstellte, WMinandcr getrennt Waren. Nun fällt die V:":rrisre. (***)emd: Weil wir "darin 11ichk sin Geschenk, sOUÖLUL die cmvkickze Volkzéowmvg eins:? Aktes dcr Gerechtigkeit !schén, hoffen Wik, das; das _qnte Früchte tragcn wird. Dazu wird schon Die Tatsache beitragen, daß dEr [ancndc dipwmatisché Vcrkchr von allsn dsn Rcibxmgcn, Zwischenfällen nnd *)]ZcinungZVLrsck)icden- [)sitcn [Wfrcit wird, die sich ans dsr Vsscßnng nur allzu häufig Orgcbcn Hach. Noch in léßtor Stunde ist es jU, wis Zhnsn Oe- kamxx, FU sincr Höchst pcinlicHEn Tifferz Wogen dsr Véhandlnng O_incr Reibe VM FlngMaßUnlagsn im [WsLHTLU Gobist gckommcn. LFU “Haldex“! EF,]LZCHT. Vééhianrn kölMéU, daß die ngiérnngon dor _Bc']WUWZ11LU1)1ck Öl? 1tritttgen Hallsn anf ?[lserch !)Uben Ver- ZéctgcrU (MM, ohmc Mf WMW uuf V?xf'chintcrcssen und Exxtpfindxmgsn dcr Vevöl'kcrung gcgri'mdotcn Vorschlägc fiir sine ÜKLOLT'L,NCJL[1MJ Dcr Zach LMZUZLHLU. Solche DiUgL liégon mm, IUZ [)Offé ick) Mf )(]s Vcstimmtcsto, („'in für allemal hinter uns.
Lcéxex [?ogt das, Was 211 BM [Eßten Jabren im Vchg dcr bcanUt-en Schßsr Vsrsimbarxmgén Vom Herbst 1928 Als „Liqui- daUM Oos Krisch“ bkzoickmet Woan ist, howto Wch nicht Volk- stW-ct vor M'Z. Téc Zaaxfrags ist noch nicht gelöst. Entsprcckxu-d dsncscb-framzöskckzen Vcrcknbarxmg, die gekethlick) dsr ]. Haagsr Komfsrcnz gstwffcn WUrde, simd, wie Sie wissen, in Pakis Tckogationén Deutschlands und Frattkreichs [)erits im Novoméßgr Dorégsn Jahres zasamm-sxxgstretyn, um eine Lösung diEF-er Angolegsnheit zu fitrdßn. “Yi: dsr Ratifikation des Young- PTans werdén dis Verhandeg-Zn mit besondersr Zntensixät ge- fijbrt. Wenn M OQff-cntlichksét Véeéfach den EinDrUck gchabt hat, Baß dEr Gang der Verhandlnngén rcchk ]" Tsppend sei, so darf doch U€chx Überskhen “werds", daß mit der GNMderge außer- ordentléck) umfgtxgrejckyc Und Wrwickésts Eénzc-„lfragen zu regcln Find. Es würde nich? dM Gspflogsnßsjtcn entésprschén UWH LZUEM x“."xnstégsx1 Fortgamg OLT Verhan'D-“Qm-xéx'. Uécht Bienen, Wenn ich [“ET im Lénzssnen auf den axxgenbNckliMn Z'T-IN-Ö der Dinge ('ZU- xsöen wollte. All dééss Monate dsr V-srhandkxxngsn sind gewiß fÜr dé: “(*-"EMM in Ekstér Linie bLTkOffLUL Bévöéksrnng BLZ Saar- g-ebéstZ 257.2 haxts VWR, Jah Hin aber Überzsugt, d(xß dée DEUT-
dcr
schsn au “dsr Saar, die unter allen Fährniffen treu zu Teutsch-
.Zanck gchait?» WWU, «:.-t) )Tcse Monate der Ungcxoißbcit und VW 55.1;1'0215 mit ruhjgcr (&'-.*):Q und festen Ncrven ertragen jvsrdcn. Ja) mdchxe unseren L.!Txdsleuten an der Saar erneut ch Vcr- sicherung geben, daß wir bei den Verhandlungen fest im Auge behalten Werden, daß nur eine solche Einigung mit Frankreich möglich und erträglich ist, die dem Willen der Saarbevölkerung Rechnung trägt und nicht die Quellen ihrer Arbeit und ihres Wohlstandes Nrstopft. Zo sicher wir des Ergobnisses der für das Jahr 1935 vom Versailler Vertrag vorgesehenen Volks- abstémmung sind Und so wenig wir daher diese Volksabstimmung zu ]"chencn haben, würde ich es doch als ein erfreuliches Exeig-nis betrachten, wenn die .Saarfrage im Wege freiwilliger Verein- barung. zwischen Deutschland und Frankreich geregeTt rvevden könnte. Der Nutzen, den das Verhältnis beider Länder zueTn- ander hjervon haben würde, wäre kaum geringer zu Veranschlagen als der Nutzen, der sich für dieses Verhältnis aus der Einigung Wer die Räumung des Rheinlandes ergeben wird.
Wenn sich unsere Haltung in der Behandlung der Fragen von der Art dsr Rheinlandfrage, der Reparationsstage und der Saarfrage in erster Lénie aus der Natur dieser Fragen sekbst und aus unserem Verhältnis zu den uns dabei gcgenüberstchcnden cinzclncn Mächten bestimmte, so Werden für uns in Zukunft viel- leicht in höherem Grade als bisher Faktoren der allgemeinen 1vc[tpolitischen Entwicklung cin'e Rolle spielen, Faktoren, die nicht Von den uns nnmittekbar berührenden Problemen ausgehen. Wenn man Die gegenwärtige internationale Lage in ihrer Ge- samtheit zu überblicken sucht, kann man, Vor allsm hinsichtlich des mittclcuropäischen Raums, von eincm Zustand, Wenn nicht 'der Gärung, so doch jnnerer Bckvcgkheit sprechen. Wir sehen Tcndcnzcn und Bewegungen, die in ihren letzten Zielen vielfach noch nicht bestimmt zu erkennen sind; wir sehen ein cigentiimT'ichcs Gemisch Von noncn und athn MythoDcn; wir sehen ein Nchn- einander Von fortschrittlichen, auf das Allgcmeine gerichteten Ab- sichten und Don zähem Festhalten an Sondcrintércssen, Die mit allkn den bekannten Mitteln der Vorkricg-spolitik verteidigt Werden. Dautschland hat nicht das mindeste Jntcrssse daran, daß sich eine Zchridnng dcr Staawn in g-ctrcn-ntc Lager Vollzicht. (Sehr richlig! bei den Sozialdemokraten.) Sofern sich aber gegensätzliche Auf- fassungen zwischen den RegierungM über die prinzipiellen Grund- lagen der inrcrxmtionalcn Polirik herausbilden, wird man uns stets auf der («:-site *d-crjcnigcn finden, die sich für Gleichbereckztig-ung nn'd forffchrittliche Gestaltung der Dinge einsetzen. Rdenfalls glanbc ich, sagen zu können, daß Deutschland in der glücklichen Lage ist, einen Widerstreit zjv'ischen seinen cig-cn-en Interessen und den jvohchrstandcnen Interessen Der europäischen Gesamtheit nicht zu befürchten zn brauchen. (Zurufe rechts.) So groß und schwierig die beson-dcrrn Aufgaben auch siwd, Die WM zur Her- stellung der Vollén Glcichbevechtigung Dcutschkands und zur Be- fr-icdigung unserer vitalen Interessen noch zu lösen haben Werden, so sind sie doch alle derart, daß sie uns nicht in einen Gegensatz zu den Grundsätzen cines Wahren europäischen Fortschritts bringen und daß wir sie nicht, um ein neulich geprägtes Wort anzmvon'den, durch cYne Verschwörung »der Diplomaten zu betr-eiben Brauchen. Dieser Standpunkt gibt uns das Recht, Bei allen Bemühungen um die Einführung neuer Formen des intermxtionalew Lc-[Wns und nm die Herstellung n-cucr Organisationen die dontschc Auffassung Vol] in die Waagschale zu Werfen.
In erster Linie kommt für unsere außenpolitische Tätigkeit in Dieser Bczichnng dcr Völkerxßunkd in Betracht. (Lachen bei den Nßtiona[sozialistcn.) Wenn für 1th Bisher währcmd der Genfer R-atstagnngcn nnd Bundeswer's-UWTungen vielfach die Sonder- b-esprcchungcn im Vordergrundc dcs Jntcrysses standen, die der Lösung aknter politischer Fragen galt'en, so wir-d künftig in immer HÖHLWM Grade die Behawdlnng der eig-cntlichsn Völkckbums- aufgaben unscrc Aufmerksamkeit erfordern. (Sehr richtig! Bei den Deutschün Dcmokrat-cn.) Der Vökkcr'bund steht auch 5[)eute wach mehr als zehnjähriger Mtivität noch Tm AnHang seiner Entwick- lung. Dcr Grnn-dsaß der Gleichberecht-igung ist in ihm noch nicht in dom nothwdigen Maße zur GeTtung gelangt. Noch fe'h[t es auch an dcn Vorkehr'nng-en znr Regelung aller internationaxen Konflikte, an der Gewähr einer wirklich lebenden Recht§entjvrck- (ung. Darüber kann die Menge der alljährlich in Genf Ver- richtcten Einzelarbeit nicht hinWegtäusch-en. Wenn man an den bisherigen Leistungen Des Völkerbuncdes auf seinen nächst1icgewden Ar-bc-ith-zöietcn, wie dem der Abrüstung, des Minorität-enschnßés (Mr auch der wirtschaftlichen Zusammen-arb-cit, Denkt, so ist D-te sch9n oFt geübte Kritik leider war zu bereckztigt. Noch im-mer sucht man dcn ckcmcntaren GrunDsaß anxzufcchten, d-aß Fortschritte auf dicscn Gébietcn, in:"?bcsonderc auf dkm Gebiete der Abrüstung. die intornatioxmke Sicherheit Verstärken. Noch immer scheint die THcsL Vorhcrrsckxnd zu sein, daß es richtiger sei, den Krieg gegen den Krieg zn oxg-mvisieren, als Voklstgen'd Krikge zu v-erhiwdern. Mor mit Kritik allsin und Bloß-sr Negation ist es nicht getan. Wir köxmsn es mit gutem Rechte gerade aks unsere Sache [)in- stellen, den VölkerkbUn-d in der Richtung seiner "eigentlichen Auf- gabsn und ZicTe ZU stärken Und Die in ihm Vsreinigten Re- gicrun-gsn immer wieder auf *die fundamentalen Verpflichtungen hänznwcjsM, dic sio bei dcr Konstituiérung Des Bundes auf sick) JLUOMMLU haben. Die Rechte, die Deutschland hierans für sich ableiten chu, sind nicht so, daß wir auch nur auf eins davon Verzichtsn könnten. Wir können das um so Weniger, als unsere FordekungM und Wünsche nicht nur einseitige deutsche anereffen in sick; sch[icßcn. Jndsm wir sie vertreten, sinéd wir, Wiz: ich schon sagte, zugleich der An-chlt einer vermünftigen und frie-dlächen Entwickxnng, ianejondLrL Unstrcs Europäischen Kontinents,
Ich brauche nicht zu betonen, daß in diesem" ganzen Zu- sammexxhctng cine außerordsntliche Bedeutung dem Memorandum zukommt, in dem die französische Regierung m'uerdings ihre Vorschläge für di? Organisation einér europäischen Bundes- ordnung bekanntgegsbcn hat. Die Vorarbeiten der beteiligten Ressorts für unsere Stellungnahme zu diesen Vorschlägen sind so Weit gefördert, daß sich das Kabinet Voraussichtlich schon in dyn nächsten Tagen mit der bis zum 15. Juli zu erteilenden deutschen Antwort wird befassen könnM. Solange das nicht geschehen ist, mnß ich mir an dieser Stelle natürlich Zurückhaltung aufsrlegen. Ich darf das nm so eher, als ich Vor unserer end- gültigen Fsstlegung dkm Answärtigén Ausschuß Gelegenheit zur Stellungnahme geben Werde. Wenn man aber die grundsätzliche
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Einstellung Unserer Politik ins Auge faßt, wie ich sie soeben: großen Zügen zu kennzeichnen versucht habe, so ergibt sich dora. Wenigstens in oMMkchtigsten Punkten, auch [msere grunds- „"Z- Einstellung zu den französischen Anregungen. Die NNWende einer stärkeren Solidarität der Länder der geographischen geschichtlichen Einheit „Europas“, um dem Ernste der wirtscha lichen Notlage zu “begegnen, ist heute Gemeingut der Erkenntnxb Aber schon ein flüchtiger Blick in das französische MemNMdU: zeigt, Welche großen Schwierigkeiten sich auftürmen, Wenn 54 diese Erkenntnis in die Tat umseßen soll, Nur als Skichnwn, ermähne ich die Frage des Verhältnisses von Politik und Wirt. schaft, die in dem fvanzö-sischew MonwraMm einen bre-szn Raum einnimmt und ferner die Frage des Verhältnisse; der geplanten neuen Organisation zum Völkerbund und zu den UUFex. halb des Völkerbundes stehenden Staaten. GleichWohl muß der Versuch unternommen Werden, in allseitiger unvoreingemnm,jener Jnangriffnahme des Problems, in Wirklich offener und Unpartei- ischer Diskussion der in ihm liegenden ernsten Fragen die Schrvieri-gkeiten so weit zu ÜBevwitWen, daß ein nützliches EMM erzielt wird. Die deutsche Regierung wird jedenfalls nichts umex. lassen, um sich unter den von ihr für richtig gehaltenen Gesichts- punkten an den bevorstehenden Beratungen des Problems ; beteiligen und es nach Kräften zu fördern, getreu dem BLkenntnjs das Stresemann noch in seiner letzten großen Genfer Rede i.»; Herbst vorigen Jahres abgelegt hat.
Im möchte nach diesen allgemeinen Ausführungcn noch an einige besondere angen eingehen, die das AuSWärtige Anni der letzten Zeit stark beschäftigt haben. An erster Stckle stehe hier die Besprechungen mit der Sowjetunion. Wer die Ent- wicklung der öffentlichcn Meinnng seit ctWa eincm [)ull1anz.. und länger Verfolgt hat, konnte nicht im Z1vcifcl dariiber Zei daß sich gßgeniiber der dentsch-russischen Politik, wie sie durch de Vertrag Von Rapallo, den Berliner Vertrag und die aUschlicßen den Wirtschafts- und Rcchtsverträge festgelegt Worden ist, IMU über einer Politik, die Wir stets in Ueb'ercinstimmung mit ck politischen Parteien als einen wichtigen Faktor unserßr gefamxe Außenpolitik angesehen haben, ein starker Stimmungsmnschwu zu vollziehen drohte. Es War zu befürchten, daß die Rückwirkunge Der ?laxsgestaltnng des sowjetisti'scßen Sy-stems nicht ohne EinTu' auf die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und de Sowjetunion bleiben würden. Wir sahen als Folge des Knrse in Moskau nicht nur Schädigungen dcs Deutschtums in Nu" land, nicht nur starke Vcnnruhingung der ganzen Kalturwe über gewisse Vorkommnisse auf religiösem Gebiet, sondern oo allem eine derartige Akzentuierung des revolutionären WiUe des gesamten Kommunismus, daß wir daran nicht einfach Vorbei gehen konnten, Wenn wir die Grundlage der ganzen dcntsch-rusi schen Beziehungen nicht gefährdet sehen Wollten.
Jedes gute Verhältnis zwischen zwei Ländern bcruhta gegenaseiriger Achtung umd gßgenserit-iger Rücksichtnahme. 2 Erfordernissé, die an eine solche Rücksichtnahme gestellt wer; müssen, sind um so größer, Wenn es sich um Länder mit“ verschiedenen Staatssystemcn handelt, wie sie in Deutschland u“ der Sowjetunion bestehcn. Da die Störungen, die das dem?" russische Verhältnis in den letzten Monaten belasteten, nich'»! ;materieller o-der te-chn'iq'cher, sondern auch *g*rruwdsäßlbcHer Art wx- hat die Reichsregierung es für notlvendig gehalten, in ein freien und offenen Aussprache mit der SoWjetregicrnng fast zustellen, inWieiveit die Grundlage für gute und frenndschafxlw Beziehungen, wie sie uns allen am Herzen liegen, noch basta oder aber der Wiederhersteklung bedurfte. Bei einer solchen M;“ sprache konnte es sich nicht darum handsln, neue jnristi's Klauseln zn suchen, sondern es kam vor allem darauf an, die N .tvaxglich-cn Bcziehnwgen Von innen Heraus wieder zu beleben 2x- die Ziveifcl zu beseitigen, die sich der öffentlichen Meinnngi immer höherem Grade bemächtigt [)attsn. Wir hatten zu oe- suchen, die Quellen, aus denen das dcntsch-russischc Vcrhälm'l seine Nahrung gefunden hat und auch in anunft allein fiUIé kann, Wieder frei zu legen, um die Zusammonarboit zn beide seiti-gem Nmßen nngsHinBert fortsetzen: Zu kön'ncn.
Das, Ergebnis der politischen und Wirtschaftlichcn V sprechungen ist in dcr PressWerlautbaru-ng kurz znsmnmcngsfaß die von beiden Regierungen gemein-sam bLkanntgcchcn worde ist. Dieses Kommuniqué enthält nichts Sensatio11eslcs,és'* gründet keine neue Linie für unsere Politik, es ist nur die B stätigung der früheren Grundlagen MW die Rückkehr zu dem,?!1 War. SiS finden in dem Kommuniqué auf der einen Seixe )_ Ausdruck des guten Willens, im Geiste der bestehenden Bertl,“ das Verhältnis zWischen den beiden Staaten auch in Zukunfks“ zu entwicksln. Sie finden auf der anderen Seite die deutlxl" Bezeichnung der Voraussetzungen, von denen eine MM M notWendigerWeise abhängen muß. Die Verschiedenheit der bewd Staatssysteme braucht dann kein Hindernis für die M"," schaftliche Entwicklung der beiderseitigen Beziehungon 3" 1?! Wenn alle Versuche einer aktiben Beeinflussung der inneren Tl gelegenheiten des anderen Landes unte'rbleiben. Aus den,.V? handlungen, bei denen es auch zu einer befriedigenden Klaxu einer Reihe von EinzelVorkommnissen aus der VLTJÜUZWe
. . . eben gekommen 1st, haben tmr dre Ueberzeugung gejvonnen. daß. , wie wir, auch die Sowjetregierung gewillt ist, das M de Kommuniqué liegende Bekenntnis nicht zu einem toten BU' staben erstarren, sondern zu lebendiger Auswirktmg gelang zu lassen.
Für unsere Einstelluwg zur Sowjetunion si! be politischen stets auch wirtschaftliche Interessen maßgéd geWesen. Ich hoffe deshalb, daß auch die L'Zechandlungsnu Schlichtungskommisswn, die jeßt in Moskau stattfinden- sug
(Fortseßung in der Ersten Beilage.)
1d neben 5
u VerantWortl. Schriftleiter: Direktor Dr. Ty r ol, Charkokwnb
VerantWortlich für den Azrzeigénkeil [. Rechwungsdirektor M e n g e r 1 n g m Ber M-
Verkag der Geschäftsstelle (Mengering) WBW"! DkUck W Preußischen Druckerei- und Verlags-Nkklc1*k*“*' Berlin, Wikhelmstraße 32. Acht Beilagen (einschließl. Börsewbeilage und zweiZ-entralhan
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ückhaktnng in derartigen Föllsn verpflichten.
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[Z Hag .. .- "Nd Sudostens noch sehr unbefriedigend. Nur mit Jugo-
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Deutschen Reichsa
' r. “14-470 . .
(Fortseßung aus dem Hauptblatt.)
"chen Ergebissen führen Werden. Es sind ja nicht nur die „KRWlinion der Politik, die wichtig sind. Sie nutzen nichts, ergine praktischen Auswirkungen zeitigen, Wenn sie nicht Uebengugung wachrufen, daß sie zum beiderseitigen Nutzen fichxbare Früchte tragen. „ck möchte hiernach der ErWartung AuZdruck geben, daß ::euk Phase einer alten Politik mit der Sowjetunion nach Im von Inventur, die teils stattgefunden hat und teils "un Gange ist, wiederum die Bilkigung dieses hohen Hauses _ Wir alle wissen, daß ein großer Teil unscrec künftigen 'schen ?lnfgaben im Osten zu suchen ist. Wir müssen uns nschafl davon gcben, daß es für diese Aufgaben Wesent- auf die sorgsame Pflege der Bczichungen zu unseren Ost- , M, namen-kl-ich chr zu dem größten unter ihnen, der jetunion, ankommt. Von diesér Auffassung haben wir uns unssrcr :'luscinandcrscßung mit Rußland leiten lassen. Wir Uns dabei aber auch beWußt, daß unsere Zusammenarbeit Rußland nicht allein für Deutschland, sondern für ganz „pa wichtig ist. Wir Wollen die Brücken zu unserem größten burn im Osten nicht abbrechen lassen und glauben, daß wir .: auch dem Weltfrieden eincn Wesentlichen Dienst leisten, Ick möchte in diesem Zusammenhang mit einigen Worten Déc dkntsch-polnischcn Grenzzwischenfälle eingehen, die in W?" Zcit vorgkkommcn sind und in unserer Oefstntlichkeit bljcvc Unruhen heWOrgcrufen haben. (Zxxrufe rechts: Und Ngcht!) Dabei liegt mir vor allem daran, mit aller Ent- „*,-„heit gcwiffe Prossestimmon des Au-Zlandes zurück- jx'en, die die Welt glauben machen möchten, daß solche "chensälle von deutscher Seite systematisch provoziert würden, auf diese Weise immer wieder die Aufmerksamkeit auf die vcrhäliniffe“ im Osten hinzulcnken. Wie unsinnig ein »; Gerede ist, kann jeder, der sehen Will, schon aus dem in Zeitungen ja ausführlich bekanntgegebenen Sachverhalt in einzelncn Fällen erkennen, die doch wirklich alles andere als Charakter eines provokatorischen Vorgehens von deutscher e haben. (Sehr richtig!) Aber damm ganz abgesehen: npolätik mit dem Mittel der Grenzzwischenfäüe zu machen, ecinc Methode, die man uns wirklich nicht zutrauen sollte. br richtig!) Wir haben es nicht Nötig, solche Mittel anzu- den, um Grenzverhältnisse zu beleuchten, über die sich jeder ändigc längst im klaren sein muß. (Sehr gut! in der Mitte rechts.) Die diplomatische Außeinandersßßung mit der ischen Regierung über die einzelnen Fälle ist noch im Gange.
ere Beamten an der Grenze sind im Besiß genauer, noch
h'm ernoncrter Weisungen, die sie zu bcsonderer Vorsicht und Wir können
uf vertrauen, daß sie wie bisher diese Vorschriften befolgen
-auch in den Fällen nicht die Nevven verlieren, too sie sich
-dsnklicher Lage befinden. Das berechtigt uns zu der Forde- „eins? gleichen Verhaltens auf der Gegenskite, da sonst ernst- die Gefahr einer Störung der_ nachbarxichen Beziehungen "hen müßte. So bedancrlich derartige Zwischenfäüe auch sind, so wäre es falsck), Wie das schon in der Presse geschehen ist, sie mit der [1de Verwirklichung des deutsch-p0l11ischen Handelsbertrags Verbindung zu bringkn, der, Wie Sie wisscn, nach jahrelangen «blickyen Bemühnwgen in diesem Fnühj-Whr endlich zustande MUM ist, der dem Reichstag vorliegt, nachdem er vorher im "smt mit starker Mehrheit angenommen Worden ist. VeVor ick) auf die von dem Reichstag in den nächsten Wochen rleöigcpchn Handelsverträge ian eimzel-nen komme, möchte ick) r'xmfcro Handelsvertragspolitik der leßten Jahre eine all- me Bsmcrkung vorausschicken. Ich möchte diese Aus- _UIen sowie kurzen Vemerkungsn zu den einzelnen Handels- OIM im Zusammenhang meiner Etatsrede machen, obtvohl *TaUe noch zu ratifizierenden Handelsabkommen schon mit “Etat dss Auswärtigen Am1s verbunden Werden konnten. "Lhkklkigcn Ausfiihrungen dürften für diese Vorlagen Ein- "nNszoktc in der domnächst stattfindenden ersten Lesung er- „Us wir im Jahre 1925 durch den Wegfall der cinengsnden **Jtmungen des Vertrags von Versailles unsere handels- 'Uche Freiheit wiedererkangten, War es die Aufgabe und das éüchichsregierung, möglichst rasch das System der Handels- U19? Wiedorherzusteüen, um auf diesem Wege den Wiederauf- der deutschen Wirtschaft zu erleichtern. Wir haben damals .dekLYsten Etappe der Handelsvertragsverhandlungen die Ver- *. mlt den zWei größten Wirtschaftsmächten, mit den Ver-
NM Staaten und England, abgeschlossen; in der zWeiten pe dann die mehr oder Weniger langfristigen Handels-
"ZUM mit den europäischen kontinentalen Gebieten, nämlich . LÜUder mit Belgien, Spanien, der SchWeiz, Italien, Hol- ' _“ TschechosloWakei, den skandinavischen und Ostseegebieten
"m Frankreich, ferner mit Rußland und Japan und einer ""Der überseeischer Länder. Diese Verhandlungen smd,
H'. 1M einzelnen auch oft schwierig Waren, doch verhältnis- rasch zum Abschluß gekommen. Rückblickend können wir
daß, Wenn manchmal auch schmerzlich Opfer gebracht
mußten, im ganzen diese Politik erfolgreich War, (Sehr
! . 9. de! d'en Sozialdemokraten.) Die Entwicklung unserer * Fund msbesondere der FertigWarenaquuhr seit 1925 be-
" " as.
SchwieriJexc und weniger erfolgreich gestalteten sich di? Ver-
Ungen mit den Ländern im Osten und Südosten Europas.
[ rst von Oesterreich zunächst absehe, das ja für uns eine „ pekußg einnimmt, so sind unsere wirtschaftlichen und "Mschen Beziehungen nach den meisten Gebieten des ." und Griechenland bestehen seit einigen Jahren Handels-' Mit der TschechosloWakei und Ungarn kam es zivar
. Berlin, Freitag, den 27. Juni
a'uch schon früher zu fnrzkn allgemein gehaltenen Regelungen; dlc. dawals in Ausficht genommene intensivere Regelung des WrrtschaftSverkehrs mit der Tschechoslojvakci und Ungarn hat bisher aber noch nicht gefunden Werden können. "Mit Rumänien stehen wir heute noch in einem Vertragslosen Zustand und mit Polen tatsächlich immer noch im Wirtschaftskrieg.
_ Der einheitliche Grund für diesen unbefriedigenden Zustand liegt in der landwirtschaftlichen Situation. Alle diese Länder Wollen die Erzeugniffc ihrer Landwirtschaft nach Deutschland apsehen, Während in Deutschland selbst die VerWertung der ekgenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu erträglichen Be- dmgungen von Jahr zu Jahr auf größere Schwierigkeiten ge- stoßen ist und schließlich die gegenwärtige schroere landwirtschaft- liche Krise eingetreten ist. Die Reichsregierung hat daher bei Verhandlungen mit diesen Ländern ganz besondere Rücksicht auf unsere heimische Landwirtschaft nehmen müssen.
Beim Abschluß des Handelsvertrags mit Polen mußte es daher in erster Linie unsere Aufgabe sein, Zollbindungen oder gar Zollherabscßungen zu vermeiden. Dies ist gelungen. Sie finden in dem Ihnen vorliegenden und mit dem Etat ver- bundenen Handelsvertrag mit Polen" keine einzige Zollverein- barung. 5Kolen ist nur die Gleichbehandlung mit anderen Ländern - selbstVerständlich auf dem Fuße der Gegenseitigkeit - zugesagt Wordcn. Wir haben volle Freiheit, unsere Zölle, ins- bcsondere die landivictschaftlichcn Zölle, nach dem eigenen Be- dürfnis zu gestalten. GleichWohl Wird der Vertrag, wie wir alle Wissen, von landwirtschaftlicher Seite beanstandet Wegen des Kontingents, das Polen in Veterinärpolizcilicher Beziehung für Schiveine gegeben Worden ist. Ich glaube jedoch -- darübeZ können wir uns aber in den Ausschüssen ja im einzelnen noch unterhalten -, daß dieses Kontingent mit ausreichenden Veterinärpolizeilichcn Sicherungen umgsbcn ist, so daß wirkliche Gefahren nicht bestehen. Außerdem sind Abmachungen über die Absaß- und Preinegelung des Schroeinekontingents getroffen Wordcn, die bei einem Vergleich mit den Zahlen der deutschen eigenen Schjveineproduktion die Besorgnis zerstreuen dürften, daß von dieser verhältnismäßig nicht großen Menge ein fühl- barer Preisdruck auf den deutschen Markt auSgehen wird. Ueber- dics bietet dagcgcn die letzte Erhöhung des Zolles für Schweine und Schtvcinefleisch einen Weiteren Schutz.
Der chitc Pwnkt, der in den Aatssch-nßv-whawdlungen Vor- auSstchkkich e*in-gehenkd erörtert WerDen Wi'ld, ist die GeWähr-ung eines Kohlensimfuhr-kontiwgenrs. Die Reichsregierung ist auch an die Gewähruwg dieser Kowzesfion mit sehr großer Bergm-is ge- gangen umd hat sich daxu erst dann vevstandem a-ls otffewbar War, daß eine BeenQi-gu-ng des Wirbschaftskriwges ohne eine soTche Kon- zeFfion möcht mögl-ich War. Durch Wuachungen 'Wer die Rexgeluncg des Kohleansa-ßes Und des Kohiöewpreises ist VorFor-ge getroffen Wovden, u-m einen übermäßigen Preisdvm! auf den detut'schen Ko-hlenmarXt zu De1chüte*n, Es ist zu bedaiuern, daß wach der jaÖre- bangen Dauer Der Vechiandkungen die GeWälhrUN-g dieses Kohlen- bontiwgenbs vorwussi-chtäick) zu einem ZeitpunXt effektiv Wewden Wird, Wo die durch die allgemeine deut'sche Wirts'chaxstsl-age ver- uvsaxchte bL-sonsders schWere KoHlenkrise noch nicht béhoben sein Wiüd. Hoffewtüch er-wächfft der Mhlenwirtéchxast indirskt eine Kojmpen-s-cxtio-w drurch die BeenDig-uwg des WirKchaft-sckrie-ges m'it PAM. Vol-kswsttschaftl'kch ist zu Betonen), W Die allgNneine Wirt- schaftskrise es ams zur Pflicht macht, nach neuen Abs-aygsB-ieten für nnéere Wußfuhr zu suchen. (Sehr richtig! bei den Sozial- demokraten.) Die Beendiguwg des Wirtschaftskrioges mq't Pollen lngt in dieser Richbun-g.
Wie Sie g&lesen haoben Wemden, ist es Vor Wewigen Tagen gcbun-gen, mit me-änicn zu einer Vorläufiger: vertra91ichen Rogel'wnsg der Wärttscky-a-ftsÖezishcnnJen zu komanen, Es ist dadaurch die Gefahr bermäedden, daß zu dem Wirt-s'chaftsikrieg mit Polen emrah n-ock) einer mit meänxien gexbomxmew wäre, das für Deuthh- [onid einen ärHUlich zuxkun-frsweichew Markt darstellt wie PoleU. Das vorläufige HamdcTSabenmnen mit Rumän-ien Wird deM Reichstag in Dissen Tagen zugehen, *so-baslxd es vom Reichsrat ver- aékisch'ie-det “ist. Es ist wot-w-ewdtßg, dieses MHkom-men noch Währenid der gogemvärt'i-gen Tagung Des Reichsbaxgs zu vevab-schiecden, d-a a-wderwfulls gemäß Der rU-mäm'schen GeseßgebUn-g die vwnvän-ischen Minznvalzölle gcgenrlbber Deutschba-nkd in Kraft treten kömren, die eine sehr starke Bcwach-te'rlägxnwg Deutsckxl-an-ds gegewi'p'ber seinen Konkurrenten a-u;f dsm rwmäni-schen Markt bedU-Utew würden. AUCH beä den VerharnDllxmgen mrit Ru-mänien konnxte jode Z-olWinDun-g, aT-so insbesontdere auch jeDe BinDun-g von [oa-ndwirtsch-aftlichen Zöchn, Vermieden Wevdew.
Wenn es möglich ist, die formellen Voraqu'eß-ungkn Nock) Wchtseiti-g zu erledigen, wäre es der Reichsregierung ssbr er- wjin'scht, daß der none HWdelZOertrag mit Der Türkei noch 'in dieser Tagung erlixdiagt “ivevdén könnte und dadurch die politischen amd wirtschaftlichen chiehun-gen znr [wfrenndeten Türkei weiter gofeisu'gt würden.
Der Handelsvertrag mit Oesterreich schtkieß'lich verdien-t e*ine befondere Veurtei'bung. Die Reichsregieru-tvg hat in den leßten Jahren a-ufvichti-g bedauert, daß, Iväßrend es mit fa-st allen anderen europäischen LäUdevn zu vertvagl-ichen Regelungen gekommen ist, gerade mit denn mvs so wah stehenden Oesterreich die mitElere Lim'e wicht gefumxden Werden kon-nte, die den Wkssch-luß sines Um- f-asenden Vertrages ermöglichte. Glücüichevweise ist es be„i dem Bes-n-ch des Herrn österreichüchen Bundeskanzlers Schober öm Fvühjahr disses Jahres gebun-gen, im Raabmen oder beson-ders herz- lichen mtT) vertrauenschen Aussprache d'iese mittlere Linie durch ein Entgoge-kanrmen von beiden Seiten zu finden und Harze Zeit davamf den HanDelZVertrag mit Oesterreich zu umterzeichnem Troßdem es einige Punkte gibt, die bei der Behonüxlxunxg in den Ausschüssen der Krätik a-usgeseßt sein Werden, vertraue 'ich dakuf, daß sich die Parteien zusamumemfinden Werden, um diesen Vertrag zu rabifizieren amid Ware!; die Wirtschaftheziehun-gen zWischen Oesterreich und Deutxckxlcuß noch iUWi-ger zu verbinden.
üzeiger und Preußischen Staatsanzéiger
_ ___1930
Me-ine Damen mud Herren! - Gestanen Sie mir noch er::ize kurze S-ché-ußbcmerkun-gen. Bekannt 11de in der (chen Zeit akUtell Tst die Fragestell-ung, ob Außen- oder Jnnenpoléxik den Primat, den Vorrang habe, Es mag Zeiten Neben, in denen das Schwer- gew-icht dcr staQtlickchn Tätigkeit in der Betonung der'AUßen- polirik, andcre Zeiten, in dene'n die stäkkste Jnjcnsität dcs Staates a-uf dem Gebiete der Innenpolitik liegt. Außen- umd Innenpolitik bedingen und Mtrch-dringcn fich gegenseirig. Immer abcr besteht eine unauflöslichc Veübinkdung, nnd jedenfalls gilt es fiir die ngenWart, daß erfolgreiche Außenpolitik war möglich ist auf gesicherter Jnnewb-asis, und daß wir daher auch vom Stmxdpnnkt der Außenpolitik mit allen Kräften für eine Konsolidierung unseres iwnekfmatlichen Lebens zu sorgen haben.
184, Sißung vom 26. Juni 1930.
Präsident Löbe eröffnet die Sitzung um 11 Uhr.
Dre von den Re isrungsparteicn beantragte Verlän- gerung des Not aushalts bis Endo Juli wird 111 erster und zjvetter Lesung genehmigt.
Das Haus scßt dann die zkvcite Beratung dss HQ us- halts des Auswärtigen Amtes fort.
Abg. Frhr. v 0 1_1 Rhe i n v [1 be 11 (T». Vp.) erklärt, eZ sei mit Recht _yte_ Frage (1111 LWUrfen Worden, in Welclxsm Maße man im AnsWartthn Amt 5:rsparnisse durchfÜhrM könne. Das Anf- t_r_cttxz1 de? neuen dcntschnotionalcn BerichtkrstatWrs ssi in dieser 5911111ch'tym der Oéffcntlichkoit außerordcntltch beachtet Wordcn. Er mune ÜÖLT bczjvcifeln, ob der Von ihm gsgc'bcm' Bericht in allen Punktcn ybjcktiv genwson sei. Man dUrfc nicbt Vergcswn, daß dans Lluskvartigc Amt nach 1913 ein Experimenticrfcld fiir alle moglrchxn _Tinge_ cwescn wäre. Tie Lage TeutscHlaUdH sLi ("[ck JTUUÖZJHllch VLF] jeden gcgcnübcr der andercr Länder. T:?e 911deren bc qßcn, Wahrend wic aufbauen Wollten. TeJhalb hinke [('de Vergleich, WLW! man nnr die nackten Zahlen nenne. Ks“enn man sahe, daß es in Frankreich möglich wäre, Milliarden im Etat ver chjvmden zu lassen, dann erkenne man, da!? man nicht zu gro Zs Vertrauen zu den Zahlen des Auslandes aben dürfe. Ja der Fehlveiz lc-bten viele Tausende von T-outschen, die dort ihrem Berus muhgjngen und Vom ?lnstwärtigen Amt zu betreuen scicn. Da köntnc man keinen Ver-gzleich mit den en-g-lischen Aus- qa-ben fiir demseb'ben ZWLck „ziehen. Der Etat des Anstwärti_-en ')l-m-te_s se*i (WM ein Spic-gekb'ikd uncserer Gesa-mtaba-ge. Wms) „ie DguU-che Volkspartei sei der ?lu-ffaffun-g, daß km Ans- Wgrtigcn Wmt gespart Werden» könne un-d meüsse. Das Aus- WÜrtäNe Amt hätte in dcn leßtew .Jmhren schon Von sich (1th der öffenÉlichen Meixmm-g in DiSser Richt-uwg mehr entgegen- k-Mwmen müssen. Der Redner bedauert die Ablshnun-g Der Mittel für die Gcsaavdkschaflen in Süda:merika, da dicze im demkschcjr Interesse l'iLJLU WÜWLN. TcutsckWa-n'd Hat, fuhr RGdner Hort, ein Nwßes IntercÖse damm, quali'fizierte Persönlich- keiten als Beamte zum Völker und auch für einige Jahre nach Genf zu entsenden, aber sie müssen nach ihrer Rückkehr wicder in 13211 diplomatischen Dienst übernommen Werden. Die Repräsen- tation darf bei den deutschen Missionen im Auslande natürlich nicht übertrieben Werden. Ans der Geste, mit der die franéöjijchen Offiziere das Rheinland Verlassen, ziehen wir die Schlußfo gcrun , wie schwierig das Problem der AuSeinanderseßung mit Fran- reich geroesen ist. Herr Breitscheid verlangt eme nüchterne Politik; man darf die Politik unseres Führers Stresemann, dessen wir dankbar gedenken, nicht schmäh€n. Wir lassén uns die Freude an der karemng am 30. Juni nicht trüben. Tie Locarno-Vcr- träge bilden keinen Abschluß, sondern Meilenstßine anf unserom polltisckyen Wegs. Unsere Außenpolitik ist nicht schUld an Unserer mneren wirtsÖaftlichen Not und nicht daran, daß noch immer _kcin Zusammenhalt in un crem Volke bestsht. Wir kommen erst in diesen Taqen und Wo en zu einer inncron Liquidicrung des Weltkriegs. Mit den Ausfiihrungcn iibcr d(xs Puncuropaproblem Wiidcrspvicbt sich Herr Von FWUta-g;h-L*orin-51HOVLU, Denn er hat früher selbst auf die Notjvcndigkßit hingewiesen, daß DLLZtsÖlQUd dazu Stellung LWHML. Tas französische Mßnwrandnm [amt mxf die Sicherung Frankreichs hinaus und da die Kontrollicrnng dcr Wirtschaft Europas mit Hilfe der Politik im Vöxxyrbund Bxiaxty nicht schnell gsuug gekät, will diéscr cinenn europat] cn Auéqchnß znr dauorndcn Kontw e schaffen. Es nxare e'Fn Ver xcchcn, wenn wir auf s0lch€ Pläne e*ingßhen, inzmcrhrxt mußten jvxr dgs Pan- europaproblem crn“t studieren. WW nnzsjcn den guten WtUcn zur Lösung der Wirts )aftsfragcn zeigen, 1m ganzén abcr e1zxc ab- ivartende Stellung einnchmcn. Ta?) deutxche Pkobxem' 1]t_ un- gehcuer wichtig. Bei dem deut1ch:p01mschcn L1qurdatwns- abkommen abcn wir schTVcre Opfer gébracht.__ Hat _cs Vo_lcn übrigens sewn ratifiziert? Tas_dcutsch:p0l11_r]che„W1rtschQt-Z- abkommen kann einige Schäden hxrlen, ab-Lr [mx mussen c:? e_rst im Ausschuß prüfen. Die pol11t1chcn' Grm1zzW1schc11faÜe d_urxen uns nicht unberührt las"c1t. Der polmschc Staat 1st gckvqlttg cr- starkt. Systematisch ct Pole1x darauf hmans, Dxmzxg ganz polnisch zu machen. amit entlßgllt ,aber eme Vqransscßmx "des Versailler Vertrages. Tas Ver alxms zu Polen tst der S_ch uYsel fiir unsere Ostpolitik. Mit Rgffmxxment macht Polen m er (WUZLU Welt, auch in den amcrtkanqchcn Zcrtungcn Propaganda für seine Poloni ierungsbestrcbnngen. Jch begruße dl? Hanycls- abkommen mit nmänien und Ocstcrrcrch,_ abYr as in_zd Dtngé, die Weit zurückstehcn [Linker der NotWenytgkett 'der Losung er Minderhéitcnfragc, in enen Ge'nf noch mcht Wert gekomxncn ut. Freundliche wirtschaftliche Bozxehungey zu Rußlatxd md er- wünscht, ab-Lr Wir dürfen dtengßgenwÜUgen Yerhaltnxsse doch mit Skepsis betrachten. VertraYuunter dcn Voxkern sm_d nur nüßlich, Wenn sie im Herzen der (Met peratzkert smd. W.!r vcr- bittcn uns die russischen Ouertrcibereten 1m _Jnncrn unsexßs Landes. Wir Werden aber niemals eine erfoxgretche L_lußenpolttrk treiben können, WEnn wir nicht unsere W1rtschaft_tm Innern konsolidieren. (Beifall bei der Deuts ext Volxspartet.)
Abg. Schneller (Komug) er lgrt, dl? gestNgen Aus- führungen des Reichsaußen_mm1sters hatten d1e Wtcht1gen Pro- bleMe nur in sehr allgemeinen 'RedeWendxzngen behczndelt; nur auf die Summen seines Etats sexxr sehr _emgehend emgegangen. Dabei habe die deutsche Außen oltttx Far keln rechtes Betattgu'xtgs- feld. Die deutschen Steuerzah er Wur an durch dre ohen Gehaxtxr der oberen Beamten im Auswärtigen Amt gera e u parastxcxr ausgenußt. Von einer „netzen Etappe? Her deutschext ußenpolxttk sei nichts zu entdecken. D1_e komnxumsvschen StretchungHantrage seien daher voll gerechtfertxgt. _Dte,deutsc_he Yußenpoltttk jahre Weiter darin fort, Deutschland m dre ant_1russtfche ront etyzu- glicde'rn, Diesem Weck diene auch Brtands Vor ch_lag emes außereuropäischen ölkerbundes UYU? und egen Sowxetxu [any Die Lösung der deutschpolnifthcn robleme et en _verkzmpt unt dem Verhältnis zu Rußland. Bezeichnend sei an 111 diesem Ou- ammcnhang das verstärkte Rüsten der Randstaaten. Troh_a „er ?rovokationen Werde die Sowjetunion aber die FriedensYoljttk tm Interesse des sozialen Aufbaues fortführen. DIe Aus uhrungen des Abgeordneten Mumm über Greueltatcn an Fristlt en Gxtst- lichen in Rußland seien aus der Luft gegriffen. ie _Kirche 1c1_1n Ru !ayd nur der Deckmantel für die Konterrevolutton, Wetß- g_ar 1t1sche Offiziere hätten sogar Po enkittel angezz) en. u, dte oztaldemokratie Wolle den Bols ewismus beser gen. Dte