1865 / 220 p. 4 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

3006

Belgien. _ in den nächsten Tagen, der Herzog von Brabant schon morgen aus Ostende zurückerwartct. - Die biefige städtische Löschmannsrhast hat in den letzten Tagen einen Strike , verbunden mit einer kleinen Re- bellion gegen ihren Kommandanten, gefeiert; doch ist der einen Augen- blick lang ziemlich ernste Konflikt bald gelöscht worden.

Großbritannien und Irland. Lond on, 15: Septem- ber. Der Prinz und die Prinzessin von „Wales reisen heuie Abend auf ihren Landfiy Abergcldic, tn„der Nahe des Qlufciithaxis- ortes der Königin in den schottischen Hockqunden, ad. Als ihre Gäste begleiten se der Prinz und die Prinzessin Ludwig von Hessen und die Prinzessin Hilda von Anhalt. .. .

Lord Lyons wird am künftigen Montag nach Konstantmoprl "abreisen,“ sein Vorgänger in dem dortigen Botschafterposten, Str Henry Bulwer, verläßt den Hof des Sultans erst nach der Ankunft seines Nachfolgers. ' .

Die brasilianische Regierung wird, wre verlautet, erst dann einen Gesandten an den englischen Hof schicken, Wenn Herr Thornton

seine BeglaubigungSschreiben in Rio de Janeiro eingereicht hat. Das; *

Herr Thornton von seinem friiheren Posten in Buenos Ayrrs sch„on nach Rio abgereist war, ihcilté iibrigens die vorige Post aus Sud- Amerika bereits mit. ,

Die irischen Behörden lassen es fich angelegcn sein, der feni-

schen Bewegung cntgegenzutreien, che dieselbe zu wirklich bedroh- ?

' 3 13 un en "iilrt. Der Lord aithalter der Grafscfxaft Cork ? lichen MOM r g s ) st ? anzukaufen und Apparate für die Verschiedenen Kabinetie Und andere

hatte auf gestern eine Versammlung der Magistrate seines Distrikts

nach Cork einberufen; es fanden fia“) mehr als 150 derselben ein. :

Die Berathrmgen wurden hinter geschlossenen Thiircn gefiihrt rind dauerten ungefähr eine Stunde. Sie hatten die Abfaffung cines

cles an die Re ierun ur 01 e in welchem Um sofortige . Gesa) g g 3 J g , * riums und unter der Oberaufsicht dcr Regierungs-Kommisfion fiir

Verstärkung der Konstabler und des Militärs gebeten wird. Die

i " r e eimer und den 6 cntli cn ("riedcn cfährdenden 1 _ _ _ Ex sienz Une gh ! ff ch 6 g * rveiieKinder dcsevangeliscben Bekenntnisseswerdcn, drchist der Eintritt

geschlagenen Maßregeln für ausreichend, Um die Ordnung aufrecht ck- auch Kindern anderer Bekenntnisse gestattet. Nach dem döbern Oris

Gesellschaft wurde allgemein zugestanden,“ und man hielt die vor-

au halten. - Unterdessen ist auch die Kanalftotte in dcn irischen ' Gewässern angekommen und wird von der Bantry-Bucht aus ver- *

schiedene Häfen der West- und Südküste Irlands besucheri.

In einer nenlichen Sißung des Londoner Gcmerrrderaih's über Straßen-Erweiterung kam die Masse der Unfalle, die m der City stattfinden, zur Sprache. Es klingt unglqnblick), soll aber staiißisch erwiesen sein, daß voriges Jahr in der "City viermal mehr Personen durch Wagen und Pferde verunglückt Und, als „rm gaz'izen Lande durch Cisenbahn-Unfälle. Die Zahl der im Citygedrangc wöchentlich umkommenden Personen soll fiinf Und manchmal mehr sein. Bloß Verjvundctc find dabei nicht mitgerechnet.

Dublin, 16. September, Die Verhaftungen hier und ander- wärts in Irland dauern fort. Hier find bereits 22 Personen, welche im Verdacht sehen, der Genossenschaft der Jcnicr anzugehören, verhaftet worden.

Frankreich. Paris, 15. September. Graf Sartiges, der fich hier auf Urlaub befindet, kehrt, wie die vFrancea sagt, um den 25. d. wieder auf seinen Posten nach Rom zuriick. .

Heute fand beim Staatsminister ein Ministerrath Statt. '

Der Kaiser und die Kaiserin haben gestern Morgcn in Biarrtxz, wie der 'Moniteura heute anzeigt, den Besuch des Herzogs (Georg) von Mecklenburg-Streliß und der Großfürstin Katharina (Gemahlin desselben) empfangen. _ , .

- 16. September. Der Ackerbau- 2c. Minister Bshrc hat dem Kaiser einen heute im Moniteur veröffentlichen Bericht erstattet iiber die Arbeiten der durch Dekret vom 1. Juli 1852 eingesrhien permanenten Kommisfionen fiir landwirt hsch aftliche S ta tißik. Die Mitglieder dieser Kommissionen smd nicht besoldet; dcr Mintfter schlägt deshalb dem Kaiser vor, dieselben mit ehrenvoÜen Belohnun- gen zu bedenken.

Der Staatsrath Langlais ist heute mit dem Postdampfer von St. Nazaire nach Mexiko abgereist, wo er gls Finanzminister fungiren soil. Zwei Finanz - Inspektoren und eme Anzahl Halss- arbeiter begleiten ihn.

Portugal. Wie aus Lissabon, 15. September, telegra- phirt wird , ist die Königliche Familie nach Opo'rto abgereist, um der Eröffnung der internationalen Ausstellung betzuwohnen.

Griechenland. Mit der Levantepoft eingetroffeneNachrichten aus Athen vom 9. melden, daß der Kriegöminisier seine Eritlaffung eingereicht habe. Wie es hieß, hat die Regierung bei der jonischen Bank ein Anlehen von einigen Millionen gemacht.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 15. Septeni- ber. Die auptverwaltung für Preß-Angelegenheiten, berichtet die »D- et. tg.-, wurde am 12, September um 2 Uhr eröffnet. Um 17 Uhr erschien im Lokal derselben der neuernannte Chef , Se- nator und Geheimrath M. P. Schtscherbinin, dem axle an- wesenden Mitglieder der Verwaltung, die Kanzlei-Beamten, die Cen-

! 1 l !

Brüssel, 15. September. Der König wird xsoren der St. Petersburger Censur-Comité's und die Inspektoren

der hiesigen Druckereien vorgestellt wurden. Um 2 Uhr trafen der Herr Minister des Innern und Staatssecrctair Fürst D. A. Obs. lenski, Vorfißender der beiden Kommisfionen, welche das nene Preß- gesexz auSgearbeitet, ein. Nach Abhaltung dcs Gebetes nnd Voll. ziehung der Einweihung des Lokals wurde das Dokument über die Eröffnung von dem Herrn Minister des Innern, dem Staatsftcre. tair Fürsten Obolenski, dem Chef der Verwaltung und den Mit. gliedern des Conseils unterzeichnct. Zum Schluß sprach der Herr Minister einige Worte zur Begrüßung der Anwesenden, machte diese auf die hohe Bedeutung der jeßt in Wirksamkeit tretenden neuen Gesetze aufmerksam uud wiinschte den neuen Junctionaircn guten Erfolg in der ihnen bevorstehenden Thätigkeit.

Warschau, 14. September. (Osts. Ztg.) Die Eim'icHtrmg der hier 3111 gründenden evangelisch-dcutschen Hauptschule ist cht so weit vorgesehriiten, daß binnen Kurzem ihre Eröffnung erfolgen wird. Nach dem vom hiesigen augsburgisch-evangelischen Konsistorium ent. worfenen und vom Kaiser bestätigten Einrichtungsplan besteht die Anstalt aus drei verschiedenenAbtheilungen rmd einemfiebenklasfigen Gymnasium für Knaberi, einem sechsklasfigen Gymnasium für Mäd- chen und einem dreiklasfigen Schullehrer-Seminar. Das zur Unter- bringung aller drei Abtheilungen bestimmte Gebäude befindet sich

; auf 'der Krakauer Vorstadt neben der Kirche des Visitinnen-Kloftcrs,

Der Direktor ist bereits ernannt und befindet fich gegenwärtig auf riner Reise in Deutschland, welche den Zweck hat, tüchtige Lehrer für die neue Anstalt zu gewinnen, Schulbücher, Atlanteri u. s. w,

Lehrmittel zu bestellen. Zunächst sollen die vier unteren Klassen des Knaben-Gymnafiums, die drei unternKlassen des Mädchen-Gymna-

fiums und die erste Klasse des Sckzaklcbrer-Seminars eröffnet werden.

Die Anstalt sieht unter der Verwaltung des evangelischen Konsisto-

das UnterrichtSjvesen. Aufgenommen sollen in die Anstalt vorzugs-

gcnehmigtcn Lectionsplan werden in dem Knaben- oder sogenannten philologischen Gymnafium außer der deutschen Unterrichtsspracheauck) die lateinische,griechische, russische und polnische Sprache gelehrt. Der U11terricht im Jranzöfischen und Hebräischen ist den Schülern freigestellt Und wird auf Verlangen in besondern Stunden rrtheili. Auch vom Griechischer: können die Schüler auf ausdrückliches Verlangen der Eltern dispcnfirt wcrden; fie haben aber in diesem Falle in ebenso vici Stunden, wie fiir die Gricchische Sprache nach dem Lehrplan bestimmt find, den Unterricht in der Chemie, Mathematik und Phyfik zu besuchen. Auf diese Weise find in der Anstalt die klassische und die realeRichtu11g vereinigt. DcrLehrplan für dasjveiblicheGynmafium umfaßt die gewöhnlichen, für die allgemeine Weibliche Bildung für notd-

wendig erachteten Unterrichtsgcgenstände und außer der dcutsckienUntcr- _

richtssprache die rusfische, polnische und französische Sprache. Im

Schullehrer-Seminar ist der Unterricht, der dieselben Gegenstände '

umfaßt, wie in derartigen ausländischen Anstalten, in den beiden

unteren Klassen iiberwiegend theoretisch, in der oberen praktisch. Be- _“, sondere Pflege wird der Musik und dem Kirchengesange gewidmet. ; Aufgenommen Werden in der Anstalt junge Leute im Alter von ; mindestens 15 Jahren, welche die in zweiklasffgen Elcmeniarschnlen * üblichen Lchrgegcnstände vollständig inne haben. Beim :chmllchrcr- *

Seminar find für ärmere Zöglinge 24 Stipendien, jedes im Betrage von 100 SRO. jährlich gegründet. Die deutsch=evangelische Haupt-

.,

schule ist eine nicht genug zu schäyende Wohlthat fiir die hiejtge *

zahlreiche deutsche Bevölkerung und die sicherste Biirgiciyaft xiir *

Erhaltung der deutschen Sprache und Nationalität inmitten des Polenthums.

Wilna. Am 10. September wurde die Kapelle, welche zum « Andenken an die im Kampfe gegen die polnischen Rebellen gefaUenrn russischen Krieger auf dem russischen Kirchhofe errichtet worden, in Gegenwart des Chefs von Nordwest - Rußland und des Gouverne- ] ments-Chefs, der Generale und Offiziere, des Adels, der Kaufmann- _ schaft und der Deputationen von denjenigen Regimentern der Garde - und Armee, welche fich während des Aufstandes in diesen (Hegetidm j befunden hatten, feierlichsi eingeweiht. Die Idee zur Errichtung dieses _

Denkmals war bereits im Jahre 1863 aufgetaucht und es wurde ich?,"

damals mit dem Sammeln von Beiträgen begonnen. JhreMajesWt , die Kaiserin geruhte, 500 Rubel dazu beizutragen, und (Hrqf

Murawjew wies einen Theil der Strafgelder dazu an. ,Die Kapekle ist von dem Jngenieur-Technologew Akademiker Tschagi" er- baut, die künstlerischen Arbeiten leitete der Professor der Akademie der Künste wirkl. Staatsrath Rjesanow.

Eine andere Kapelle, zu deren Errichtung Graf Murawiew *

auch bereits im Jahre 1863 den Gedanken angab, ist am 11. Sept?“ ber in ähnlicher feierlicher Weise eingeweiht worden. Diese Kaps ex dem heiligen Alexander-Newski gewidmet und gleichfalls dem An

denken der Thaten unserer Krieger und den im Kampfe Gefallen?" .

gewidmet , erhebt fich in einem der besten Theile der Stadt, an

dem Georgsplah. Auch dieser Bau ist nach dem Plan des Professors ;

Riesanow von dem Akademiker TschagiZn angeführt worden-

3007“

Zckzweden und Normegcn. Stockholm, “13 Sep-

tembcr. „Wie die heutige offizielle :oPosttidning- meldet, find die ; Ratificaiwnen des vor Kurzem zwischen Schweden-Norwegen und 5

Dänemark abgeschlossenen Postvertrages am verflossenen Freitag im Ministerium des Auswärtigen hicrselbst ausgewechselt worden.

Däncmark. Kopenhagen, “14. September. Zu der heutigen SiYimg des ReichsrathI-Folfethings wurde die Verfassungsdebattc fortgcscyt. Cine drr wichtigsten Aenderungs-Vor- schläge war der vom Assessor Nyholm, der aus moderaten Män- nern der Linken cine nene Partei gebildet zu haben scheint, welche die .Hansensche Partei verloren. Der Vorschlag geht darauf hinaus, wesentlich den 21 AmtZrathscorporationen des Latrdes, mit ihrem (Hrnndbesiß, die LundsthingSwadlcn zuzuwenden, jedoch so, daß nur die Hälfte auf Gr:;nd einer jährlichen Steuer von 200 Thlr. auf dem Lande, 100 ThlrindenStädtengrwc'ihltwiirde. Von dchinistern waren der Conseilspräfidcnt und der Justizminister zngegen. Barfod eröffnete die Discussion und empfahl ci::en von ihm gestellten Vorschlag zm" Znsaimncnschmg dcs Landswings, mittelst welchem die Regie- rung auf ungefähr die Hälfte (22) dcr Wahlen durch citi-Vorschlags- recthinfluß erhalten sollte, 28 Wahlen sollten dann völlig frei sein. Darauf sprach Assessor Nyhdlm für seinen Vorschlag. 'H. M. Petersen empfahl seinen Aenderungsvorschlag, der eine Herabscyung dcs Wahlrechtsccnsus namcntlich fiir Wahlen kleiner Landbefiizcr detrifft. Dcr Conseildpräfidcnt ergriff dararrf das Wort und ent-

wickeltc in einem längeren Vortrage, daß die Regiermrg, obwohl fie , - verwandt Wordrn sein ; die Mitglieder der fenischen Verbriidcrung von dem Empfang der

daS Entgegenkommen der verschiedenen Vorschlagsteller anerkenne, nicht auf dieVorschläge eingeben könne, weil die schon so stark redu- zirtcn TOUskl'VatiVM Garantien dadurch noch mehr beschnitten würden. Ganz entschieden erklärte er sick) nicht gegen die eine von H. M. Petersen gestellte Arnderrmg (Herabseßimg des Censns für kleinere Landwahlen),

wenn man auf die "Klaffenwahlrn eingeht“. Auch von Jespersen Y

wurde ein Antraggcßellt, dahin gehend: daß künftig Adel, Titel und Rang nicht erblich sein soUtcn, sowie von Holstein-Holstein- borg, der darauf abzieltc, Grundgeseßvrränderungen nicht ohne Appell an das Volk vorzunehmen, wogegen die Regierung sei. Bei der Abstimmung erhielt der Nyholm'fche Vorschlag mittelst Na- mcnsansruf 49 Stimmen gegen 43 (meist Banernfreundc.) Der Vorschlag geht also mit dem Entwarf ans Landslhing. Nach Kleins Ausspruch ist diese Absiiumnmg nicht als Opposition gegen die Re- gierung zu betrachten. JeSpersens Vorschlag erhielt 49 Stimmen gegen 11 und geht also auch ans LandSthing. Holstein-Hol- steinborg's Vorschlag erhielt ebenfalls eine große Majorität. »Dagbladcca bringt einen ausstihrlichcn Artikel über die Nuß- lofigkeit drs Fortdcstchns des Sundzollfonds, deffen Aufhebung

von der Regierung in einer dem Landsthing zugegangenen Vorlage .

rorgcschlagen wird. Es heißt darin:

»Der Kaffcnbchalt des Sundzollfonds beträgt", abgesehen von dem Guisbadcn bci fremden Staaten, ungefähr 18 Millionen Reichsihalrr, wo- von 7 Millioncn in unkündbaren dänischen 4prozentigcn Staatsobligationen, 7Millioncn dänischen Prioritätsobligaiioncn und vier Millionen in Zproz, dänisch- englischen Obligationen oder norwegischen Staatspapicren. Mit Außnahme der letzteren 4 Millionen besteht das Ucbrigc nur aus Anweisungen auf den Auichrtigcr. Die Verhältnisse find stärker gewesen als das Gefcß," man hat in den Drangsalen dcr leßtercn Jahre ununterbrochen zu dem Fonds seine Zuflucht gcnommcn, und es ist nur eine Fiction, wenn man sagt, daß der Fonds nach der Besiinnmmg unverkürzt eryaiten worden ist. Der Sundzollfonds isi augenblicklich nichts Anderes, als ein finanzieller Hirnibug, ein ErschwerungsDepartement und eine Géne für die Finanzverwaltung. Es ist also voller Grund zu dessen Aufhebung vorhanden, und es bedarf nicht der Ermittelung geheimer Beweggründe.«

Amerika. New-York, 2. September. Die Kommission, welche die Untersuchung gegen den Capitain Wiry zu leiten hat, trifft Anstalten, den Prozeß zu vereinfachen und wird eine Menge von Zeugen, dercn Arrssagen nur unnüße Wiederholungen sein wür- den, nicht vernehmen. Die Vertheidigrmg soll inzwischen schon über hundert Schu§5eugen vorgeladen haben. Der Richter Daniel Hall aus Georgien erklärte, daß General Windes die Absicht gehabt habe, das Gefängniß zu vergrößern, doch sei Mangel an Bauholz gewesen. Das Gefängniß sci überfüllt gewesen, weil die südftaatlichechierung in Folge der von Oberst Dahlgren und GeneralKilpatricf unternom- menen Streifzüge die Kerker Belle Isle und Libby für nicht hin- reichend gefichert angesehen habe. Der schweizerische General- Konsul in Washington hat es abgelehnt, Geldbeiträge zur Deckung der Kosten für des Capitains Vertheidigung entgegenzunehmen, weil Wirß kein Schweizer mehr sei, sondern ein naturalifirter Bürger der Vereinigten Staaten. - Es heißt, daß der frühere Vice-Präfident der Conföderation, Alexander H. Stephens, dessen Gesundheits- zustand Besorgniß erregt, bald amnestirt werden wird; auch spricht man von einem Besuche, den Jefferson Davis von einem Sohne des Präsidenten thnson empfangen haben soll. - Die politischen Nachrichten aus dem Süden sind ohne besondere Wichtigkeit, im Ganzen aber sprechen fie für die fortschreitende Wiederherstellung geordneter Verhältnisse. - Fast Tag um Tag kommen noch Eisen- bahn-Ungliicke vor. Fiir die letzten acht Monate berechnet man die

| !

1

]

Z=:hl derselben auf 128; 266 Personen smd durch fie umgekommen und 1109 [195le Yersiümrnelnngen oder leichtere Verleßungen erlitten. MAUch m Mtsnsfippt enispinnen fich Konflikte zwischen den Cth- und den Militairbehörden. Der provisorische Gouverneur

? S1) «1 rjker) ordnete vor Kurzem die Bildung je zweier Milizcompag- : nieen m ]cder Grafschaft dcs Staatcs an, um die von den zurück-

gefehrten Soldaten an manchen Orten begangenen Eigenthuüifrevel zu verhindern. Gcneral Siocum erhob Einspruch hiergegen und befahl allcn Bürgern, die Waffen in Händen batten, solche auszu- liefern. Eine zweite Streitfrage ist dadurch entstanden, daß General Osterhaus cinen Angeklagten aus dem Civilgerichtssaale hat ich- holen lassen, worauf Gouverneur Sharkey an den Präsiden- ten Johnson telcgraphirte, daß er die Herauégabe des Ge- fangenen verfügen möge. Vorher hatten Seward und Stanton schon ihreC'utschcidung dahin gegeben, das; in Misfisfivpi dic militairische Autorität einstweilen noch die höchste bleiben müsse, zrtmal in Fällen von Negermißhandlungcn. Manglaubt, Sharkey werde seine Cntlaffung einreichen. Zn Ost-Trnncffre daiirrn die Streitig- keiten zwischen den »Loyalen- und den »Seccsfidnisten- fort,“ aus Knox- Viklc ist _cine Qiiizahl dcr lcßtcreu von dem Ueberwachungs-Comité ausgewiestn worden. Die Ccntralbahn des Staates Georgien ist schon aiif eine Strecke von 45 Meilen von Savammb wicdcrhcrgestellt, nnd dcr Bammrolltrandport aus dem Innern isi im Verhältnisse gestiegen. - In den nördlichen Staaten halten die Fenicr Ver- sammlungen ad und es sollen bcträcßtlichc Sunmien Geldes auf- gebracht und nach Irland geschickt Oder zum Ankauf von Waffen Der Erzdischof Henrick in St. Louis hat

Sakramente angeschloffen, weil fie unfittliche und ungeseßliche chcke verfolge, Aufr1chr in Irland erreichen wolle und die Beziehungen zwrschen den Vcrcinigten Staaten Und Großbritannien gefährde. -- Den die Beschränkungen auf den Handclövcrkehr mit dem Süden aufhebenden Erlaß des Präsidenten hat Herr M. Culloci) dc- katmr geniacht, jedoch hinzugefügt, daß ihm von beyorsiehen- den Vcrschtffungen von Waffen Und Munition nach den Südstaaten Anzeige gemacht werdcn müsse. Die Staatsschuld belief fich am 1. d. auf 2,757,6Z9,571 Doll., so daß der Monat August 435,000 Dol]. Hinzugefügt hat; doch find die Jahreszinsen, 136,031620 D., in demselben Monat nm 295,000 Doll. verringert worden. Die Schaßkammer besaß 45 Miljionen haar und 33 Millionen in Norm. - Jn Beantwortung der VerabschiedungZansprache des kolumbiscben Gesandten äußerte der Präsident Johnson, daß die Vereiuigten Staaten an ihren repnblikaniscbcn Prinzipien festhalten würden und besonders an der Politik, durch friedliche Mittel die-freien Institu- tionen auf dem amerikanischen Kontinent aufrecht zu halten.

Laut Berichten aus Rio de Janeiro _vom 24. August war auf dem Kriegßsckyauplch nichts Entscheidcxides vorgefallen, General Flores scßtc seine Eilmärsch fort. Der Kaiser befand sich zu Cach0cira. Dic Paragiiytcn rückten gegen Uruguay vor. Zu Montevideo hatte ein furchtbarcr Sturm gewiiihet und über 20 Schiffe wach zu Grunde gegangen.

Den Berichten „zufolge, welche der Dampfer »Crusadera aus Port-au-Prince nach Liverpool gebracht hat, nimmt die Revo- lution auf Haiti eine sehr drohende Gestalt an; Salnarc hatte schon mehrere der Forts in der Nähe von Kap Haiti erobert und Präfidcnt Geffrard beabsichtigte selbst gegen die Aufständischen ins Feld zu ziehen.

Asien. Dcr Häuptling Tungsn Penlow hat fick) gegen die FriedenZunterhandlungen, Welche der Dharma Radschah mit den Engländern fiihrte, erhoben und, nachdem er einige Führer von Osi-

und Central-Bhutan fiir fich gewonnen, seine Hauptstadt befesiigt,

nm, Wenn nöthig, den Dharma Radschah durch Waffengewalt zu einer kriegerischen Politik zu zwingen. Er behauptet, 'der Dharma Radscha'h sei nur ein geistlicher Souvcrain, wie der Mikado von Japan. Die britischen Truppen segen sich unterdessen in Stand, um auf alle Fälle zu einer Jnvafion Bhutan's gerüstet zu sein,

Wie unter dem 29. Juli berichtet wird, haben die Nien-fei- Rebellen nicht nur von den Mohaniedanern, sondern auch von einem auf unerklärliche Weise nach Norden gezogener: Trupp Taipings Verstärkung erhalten und waren, 2-300,000 Mann stark, schon bis auf 60-70 Wegestunden der Hauptstadt Peking nahe gerückt. San- ko-lin-sm fiel bekanntlich in einer Schlacht gegen sie, doch sol] sein Sohn mit Glück gegen fie opcriren und ihre Hauptmacht schon Ver- sprengt haben,

Afrika. Aus Alexandrien, 5. September, wird der »Triest. Ztg.“ gemeldet, daß in der Nacht vom Zten in den Eisen- bahn-Magazincn ein sehr heftiger Brand auIbrach, der eine Menge Waarenkolli und wichtige'Papiere zerstörte. Der Schaden soll un- gemein groß sein. Auf der Eisenbahn von Kairo nach Suez hat ein UnglückSfall stattgefunden. Mehrere englische Reisende wnrden verwrmdct und getödtet. Dcr Dampfer »Moeris- der Msssageer jmprzrjäjss ist am 29. v. M. mit dem von Salonich kommenden ägyptischen Dampfer »Saidiea im Hafen von Alexandrien zusammen- gestoßen und hat denselben inGrund gebohrt.Ein ägyptischerOffizicr,der sich

7'“*'s7."x*„-* -„ «. *- . „„, . „„ „, ' ;" .“ '," “.;;- ',“.xnx» ._-»-,_(*. ., ?,_„ *.*-'Tan'Éé-MH .* . '

""T“"É77ÉTIYYTT“*7§“ÉK

„„,-„,.

'.*Ö7"" :;NIFWTT 27,7, YFL'K' *** ...... “* .; _, „.::-., .;-!..„;_---,-„-.. . „. . _ - „...;-_ „„ „_ „,. .*-**B,*„'-**“ »»,.?(5“?;- %);] ?““7“ -: * ;, ".*. , _ 't;*".*.',:-“ &»ka »I» & "*** * -' ?““TÜÜ "***-“***“ !"“ ““ET-iW

*“ ,§;*;:x*7*"?“§;.*;?r-?é. ..--