Reichs: und Staatsanzeiger Nr. 158 vom 10. Juli 1931). S. 2.
So habcn 11111 111111 auf der einen Sekte: eine ungemeinée-r- stärkte 1111sich21hcit der Ansgabeseite und aus der audcrc11 SWL einc 11111111 11110) nicht in demselben Maße, so doch immerhtn n1cht 111111cf111)1*11111c Unsicherheit auf der E111nah1nc's-3119. Das große “1411011111 ist 111111: Ist es 5111 die 411171111“: 1:1:"z1li111, 1191131011415: 11111:§':1.111 111!1*11:Pf111dlickcr (1'111'11 dic C1111r-ikk1x11kc11 wi1'17ch117111chc1' S11*:1*.11:k:;1717c11 511 111111112117 3711311 ist c1fordc1'lick), daßUZUc Vcr- 111121'111211 D.:“ 70:111151'111111131'11 11111 dcn Fina'.", „ drr 242111111811111115: 111.17» 11111 dcr ;);ci; _ von [111112 anf morgcn ist es 111cht m-og- ] - 5111111 1111d a11f§crdxm wirdcr ein gcwiffcr Bc11*1*z1licl)kc11s- 1113111 111 de;: 91111051111112701111 cingcschdltct w“ in dcr F111111 ci111's “LT: 1Lc11„*1'1111d§;, dsr lcidcr 111 den vcrgangcncu “Kahlen gänzlich 1127331111": 11:111dc11 ist, 1111d dsr ja den 9199112111119" Puffer 1111 Etat ? 1“ !)11118 1111dc11 1111111111.
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„“.-71) 1111111 (11161- 111101 5111110011, das; 1111 gcgcnwärtigcnAngcnblick 111111L1111c 1'111x't'111116, dic 1111010111018 Einsparnngcn imEtat bcdcutcn, 1111er dé-«Jc 100 M1lli1111011 1111111112, 111ög11ch si1ud. (Hört, hört!) Ick) „1111111111, dic 91176111111111111 "111101" diksc Tings sind geklärt. Nic- 1111111d, (11111) der Hansabund nicht (hört, hört! links), wird noch [1901111112015 ddß mchr (111 Ersparnisscn durch direkte Abstriche zu 611101011 wärs. Tcnn das, Was als Myhrcrsparnisse in der Dis- k111'si1111 in dcr Ocsfcntlickxksit, vielfach in leichtfertigstcr Weise, 11111011 111111dcn ist, das sind gar keine Ersparnissc, sondern im 1111U111lich911 c1111vcdcr tschnischc Fi11a11zn1c1ß11ahmcn, die eine Ver- scdécdnng 111111Z11h11111gc11 bedeuten, oder aber solcho, die einen Cimgrisf 111 9612111111) 116911111d111c Rechte dakstellcn. Das ist die S11111111011.
201111 will ich 111111) kurz 11111 der Denkschrift dcs Hansabnndcs 11151111111111111. Ich 11111110 daranf, daß mir dann uns dem Hause die 111111) greifbaren Erspamris'nOgylichxkc'itcn 111i1gctcilt Werden. Jch 111e1d0 für 11116 9111101111119011 (1111 divscm chictc nicht nur empfäng- l1111, ]"1111dc1'11 da11kbc11' sein, und sic, 11101111 sic möglich sind, durch- f11k)1c11. (anuf Von dkn Kommunisten: Wchrctat!)
3311 der Denkschrift dcs Hansabnnch sind ErsparnisWrsÖläge 111 Höhe 11011 700 Millionen gcmacht. Es sind Abstriche am Sozial- cmt 111111 340 Millionen vorgesehen, bei den Kriégsbcschädigtcn- 1'011tc11 ]35Milliot1c11, dic Vcscitigung dc'r9161100101111ksch81ntilgung 1111d sonsiigc .?1111'51111gc11 dcim Etat dcr Noichsscbuld 103 Millione'n, €118€ch1111gc11 (1111 W0stpwgran1111 und 17011 A11sgabc'n nach dem Tstpr011ßc11gcscß, Bssaßungskdstcn 11.1111 (111 inneren Kriegslasten 81“ 2101111011111, 1111151111gcn (1111 Wobrctat 40Millio11c11, Streichungen [191 ;11l)111*ichc11 1111111111811 EinzclpostM 54 Millionen.
271'1111 311111111111 511 dcn Strkichungon 11111 Sozialamt. Sie sc13€11 11111 11111" Folgt 5070111111611: TL): Zuschuß für dic JnWlidcndkrsickyc- 11111314 0 Millidncn (1119 den Zollgcsctzen soll 11011 40 auf 20 MÉMcscnkt Werden„ eine Sache, die schon lange JLUUN spielt. Tiosox Vctrag soll zehn Inhrc lang [WZQHZT Wcrdcn. Tcr Reichs- 51111111171 5111" FantilienwvchcUhilfo 11011 32 Millioucn Mark und die 1110111111100 E11Ucrbslos011fiirsdrgc sollen g1*st1'ich1:11 "wrden. (Hört, 111311! bci dcn Komm11nistc11.)_ Das sind die Vorschlägc dcs .T111111a111111d6é5! (Hciterkcit.) Sic müsscn da schon etwas sorg- fé1l1ig€r 311111111311. ("AbgeordUctcr Torglcr: Aber bei Jhrsr großen Licbc 1111d Llnhängliclseit 311111 Hansabnnd sind Von Ihnen äh11l'1ck)2 V01sch1ck§10 voranszuscßcn!) _ Meink Licdc zum Hansalmnd hat darin b1*s11111d611, dcxß ich vor Zahrcn aus dem Präsidium ans- gcscf)18d§11 11111.
Dcr Reichsbcitrag _ immer noch nach den Vorschlägen des Ö1111s11111111ch, damit Sie ja scharf dLUkLU können _ (Abgeordnstér Torglcr: Sagcn SZS mts, 111111111 Sie Schluß machen!) _ Ja, ich Mrdc cs Jhncn sagen _ dcr Reichsbcitrag fiir Steigerungs- [111111111c 111 dor J1111111id€11vcrsichcr11ng 11011 180,5 Millionen soll _ "111111111.“ 111111) 111111; d9111-Hc111111111111d _ ganz gestrichen Mrdcn; ebLnso dic [11:111'11111'11111111 11115“ dcm «111€ Milliarde 300 Millionen übcr- stc1111*11d:11 Lo1)11st(112111111111111111111 (111 die Reichsknappsckwft und In- Val1dch1111€rs1chcr1111g Das gibt den Betrag 01111 340Millio11c11912111k.
".?J1111 11111 die 911110511918111119 8111611 Toi; diescr Vorschläge in dem dong-xndcn H1111§h1111 NrWirklicdt. (Zuruf Von den Kom- 1111111is1ch11: ALso jotzt nicht 111101 Hansabund!) _ Nein, jetzt bin 11115. (Ökitkkkx'it) Ter Zuschuß aus den Zollgesoßen ist auf 20 “171101011611 gksknkt, TOL" Zuschnß znr Fan1ilie11wochenhilfe 111111dc (mf dic .H1'1lf10 911111131. Writer glch111bt die? chi1'1'1111g, gcrx-dc mit Rücksicht auf die leistu1tgsschw11che11 La11dckvanke1rkassen, 7111“ die dieser 4511110111“; besonders i11F1'agL kommt, nicht herab- g1*l)1*11 „511 1131111011. (anuf [1011 den Ko11111111111stc11.) _ Das ist nicht 111111 mir, sdndcrn 110011 111111 Meinem Vorgänger gemacht Word-en. Tig produktiVL Cmvcrbslofenfürsorge soll auf eine andere Grund- 1090 gcstcllt werden, die den Emt entlastet und M11!) Inanspruch- nahme dcs 310111111l111c11116s größere Veträgo, als biser im Etat vorgysche'n, zur Vcrf11g1111g stellen. So konnen im Ergänzungs- l)1111§[1(1lt bereits für das laufend? Etatial)r zkhn Millionen Reichs- mark bci Mesem Posten abgesetzt merdc'n. '
EI blcibcn also der Reickysbeitrag an die JnWlidendexsichL- rung und die Uchchcifungcn aus dyr fogenanntc'n LIZ Brüning. Die Strcéchung diescr Z11111c11d1111gcn ist nicht zu V1'ra11twortk11. Solange man die Lago der “Jn11alide1111c1'sikher1111g nicht übersieht, sondern im Gkgcntcil bcfü1ch1c11 muß, daß sie in einigen Jahren schwic'rig 1111*1“d1*n wird, 111010111 ich nicht die Hand dazu 11191911, (111 dissen Ti:*g1*11 zn 111110111, 11111 so 1061115101, (115 dio Juvalidc'n- und
11111111.
Alters081'sicl)c1*ung dcrjcnlgc Tcil dcr Sozialversichcrnng ist, der '
am bcstcn anfgcdant ist und die geringsten Mängel aufWeist.
(Sehr richtig! bei den Demschen Demokraten.) Wenn man aber die Zahlungen "an die Invalidenversichcrung in Form von Schuld- Vcrschreibungen des Reichs macht, dann spart,man eigentlich nicht, sondc1'11 man steUt eincn bcrzinslichen Schuldkchcin aus, der die “311111111“: zugunstcn der Gegemvart bclastct. (Sßhr Wahr! in dcr “11011121 Wie 1111111 bei den Renten dcr Kriegsbeschädigtcn 135 Mil- lionen einsparcn will, entzieht sich meiner Kenntnis, Ick) überlasse das Urtcil hierüber der Oeffentlichkeit, ob man das kann. Not- wcndig ist aber, daß die Bewilligung noucr Renten abgestoppt wird, und daß der Rkichstag noch vor dcn_FLrien den Geseh- enttvnrf annimmt, der dieses Ziel crreichvn will.
Zu den Ersparnisvorschlägcn endlich, dio der Hansabund _ das bctom» ich noch ci11111c11 _ bei dcr Reichsschmld gemacht hat, bin ich anf das entschicdcnstc dagegen, daß man dic Tilgung dcr chtcnbankschcine, Wofür bisher 65 Millionen Reichsmark und künftig 40 9121111011011 Reichsmark vorgesehen sind, noch Weiter Verringert und damit hinauZschicbt. Ich halte das für eine Maß- nahme, dic 3111111“ nicht das Vertrauen in die deutsche Währung cr- schÜttern k'1311111c _ denn die Währwng ist besser denn je _, Wohl aber zu unliebsamen und törichtcn Erörterungsn Anlaß geben könnte,
Ebenso muß ich mich entschieden dagegen Wenden, daß man die 450 Millionen Reichsmark, die auf Grund dcr Lox Schacht dieses Jahr und laufend abgetragen Werden müssen, kürzt. Vis- her sind die Abschlagszahlungen pünktlich eingehalten wdrdcn, und das muß auch in der Zukunft geschehen. Ich darf darauf ver- weisen, daß diese Zahlungen eigentlich 11111“ das Defizit der Jahre 1928/29 besoitigcn, wie ich im Eingang meiner Rede ausgeführt haba. chn mcm schlicßlich dcm Anleihctilgungsfonds die Vor- gesehenen 44 Millioncn nicht zuführt, sondern diesem Anlcihcstiicke überträgt, so bedcutct das, daß man eine Ausgabe von dem ordent- lichen in den außerordentlichen Etat überträgt, daß man die Zah- lungen selbst tatsächlich nicht macht, sondern daß man die Zah- 11111gc11 auf Anleihe nimmt, die man vicÜeicht nicht bekommt. Eine solche Auflösung des bisher ang€san1meltc11 Ablösungsfdnds Würde voraussetzen, daß man sogar das Anleiheablösungsgesetz abändern müßte und damit größte Beunruhigung hervorrufen würde, und würde zWeitens dazu führen, daß sich die Unsicherheit vermehrt und damit das Vertrauen der Anleihegläubiger erschüttert würde. Ich darf hier ganz allgemein bemerken, daß ich es für eine ungeheure Gefahr halts, Wenn man alle Jahre oder alle zwei Jahre an den DingM ändern will. Das ist unser Krkbsschadcn, Woxan wir lcidsn, und eine Hauptursache dafür, daß wir einen Bcumtcn- und Vehördcnapparat haben aufziehen müssen, den wir nicht von heut auf morgen verkleinern können.
Wenn man dann von den Vorschlägen, die Grenzfonds zu kükzen und die Vcsaßungskosten zu verringern, die ohnehin nächstos Jahr Verschwinden, absieht, so bleiben auch in den Vor- schlägcn dcs Hansäbundés schließlich noch 100 Millioncn wirkliche Ersparnisse, die wir selbst zu machen entschlossen sind. Auch im Reichsrat hat niemand Vcrmocht, positide Anregungen zu Weiteren Ersparnisscn zu geben. Selbstverständlich sind sie möglich, aber nur auf lange Sicht. Man kann den Aufgabenkreis des Reichs einschränken, man kann die Geseße vereinfachen und 1111111 kann so den Apparat dcs RLichs verringern. (Zuruf von den Kommu- nisten: Reichsnwhr!) _ Man kann auch das Reichshecr abschaffen, Herr Torglcr, aber ich glaube, wir Werden Ihnen den Gefallen 111111111111. (Heiterkeit)
Nun, Meine Damcn und Herren, komme ieh zn dcn Deckungs- vorxagen im einzelnen. Ich darf hier zunächst bemerken: es ist nicht so, daß man den Konsum im Laufe dieses Jahres noch nicht herangezogen hätte. Wir haben innerhalb der lcßten acht Monate bekanntlich die indirßktcn Steuern mehrfach erhöht. Ich darf hier die Zahlen angeben. Wir haben durch die Tabakstcncrcrhöhung im Tczcmber 220 Millionen hcreingebracht oder Wollen sie herein- bringcn, später durch Kaffee- und Teczollcrhöhnng 50 Millionen, durch Mineralölzölle 65 Millionen, durch innere Ausglkichstcuer für im Inland erzeugte Mineralöle 12 Miüionen, Erhöhung der Bierstcucr 150 Millionen, Erhöhung der Mineralivasserstcuer 40 Millionen, dnrch Kürzung der Fristen bei Tabak- und Zucker- stcucr 20 Millionen und endlich durch Erhöhung der Umsaßstcuer 137 Millionen. Im ganzen sind hier also an indirekten Be- lastungen ohne die Tabakstcucrerhöhung im Dezember bereits 474 MiUionen Reichsmark dom Reichstag bewilligt Wordcn. Das ist die geschätzte Summe. So ist also eine neue Belastung von rund 500 Millionen Rcichsmark entstanden. Ich will aber zu- geben, daß auf diesem Gcbiete noch Möglichkeiten bestehen. Wenn es nach meinem Kopf gegangen wäre, hätte man, wie die Herren ja wisscn, die BiersteMr etnms anders gemacht, als es geschehen ist. Man wird noch eine Weile abzmvarten haben, um zu sehen, ob die Dinge sich nicht tatsächlich so entwickelt haben, daß der Konsument eine sehr viel höhere Belastung bykommcn hat, als die Belastung, die durch die Besteuerung entstanden ist (sehr richtig!), daß also das Reich nur einen Bruchteil der Konsumbelnstung in seine Kassen gebracht hat. (Z11stimm1111glinks.) Das ist eine Sache, die ich fortgescßt Voransgesagt habe, die mir aber niemand geglaubt hat. SoWol)! in der alten Regicrnng als auch in der gcgenjvärtigcn habe ich, glaube ich sagen zu dürfen, am zähesten um diese Sache „qskämpft, leider ohne Erfolg. Die Folgen dieser Vorgänge müssen ebon 111111 disjknigen tragen, die damals nicht gcncigt 111111211, diesen Weg mitzugchcn.
Die Folgen sind z11n1 Teil die Vorlagen, d1'e Wir Ihnen jetzt machen. Ick) branche auf die Einzelhciten nicht einzugehen. Das (HLW oder die Geseßc, Wenn Sie so wollen, enthalten manche Härten, vor allen Dingen Härten deZWegcn, weil man bei diesem GLsLH, das schnell in Kraft gefalzt und das ohne Vergrößerung des Apparats sowie ohne große Kosten durchgeführt werden soll, nicht (1112 die Bestimmungen troffen konnte, die Härten und Unbillig- keiten ausgleichen. In dem Augenblick, in dem man das macht, hat man erneute Kosten und erneute Schwierigkeiten. Ich bitte Sie, bei den Beratungen im Ausschuß diesem Umstande Rechnung zu tragen.
Wir haben die Beamten im Gcgensaß zu der ursprünglichen Vorlage stärker chont, und wir sind von einer Belastung von 4 %, dic rorgcsehcn war, auf 2,1") % zurückgegangen. Wir schlagen Jhnon auch 1101, die höheren Ei111o111n1911 bezkclwidcn znr Dccknng "00111717115100911.
, Die Ldigcnstcner ist 111 vision Fällcn eine harte Steußr. Sie ist allerdings ein Kernstück der Vorschlägé, die wir machen, und sie wird das meiste Geld einbringen. Wir haben uns im
NeichJrat bemüht, noch einige Härten aus dieftr zubringen. „ '
Aber tragbar sind alle diese Dinge nur unter dem Ge“ punkt, daß sie einen Notbehclf daksteüen, der die Ausgabe uns über das jchwierige Jahr 1930 hinWegzuhclfcn Und cht zu schaffen, um zu sehen, wie wir die SchwwrigkejxeK. noch vor uns stehen, mit größeren Mitteln zu beWältigen dev: können, Das Gesetz zerfällt in drei Teile, in die RckchshzZ, Personen des öffentlichcn Dienstes, in den Zuschlag 5111, kommensteuer für die Einkommen von mehr als 8000 Max? in die Ledigensteuer. Es ist auch eine Bestimmung 111 Mm" enthalten, die den ZWeck hat, die veränderte Abrechnung 51:55" Reich, Ländern und Gemeinden, die sich aus diesem 0:7 ergeben wird, so zu gestalten, daß Weder da.- Reich cms Kgsx,7' Länder noch die Länder auf Kosten des Reichs "92101; ncnnenZWerten Vorteil haben. Dies ist einer der 11111s11111;„ Punkte im Reichsrat gcjvescn; er ist aber zum Schluß, », ja auch aus dem Abstimmungsergebnis erschn haben, 1111197; Mehrheit angenommen Worden. '“
Ich habe im übrigen die Arbeit, die wir hier "111112111j5x nur als eine Aufräumungsarboit bezeichnet, und 1111111111111 ihrer Mängel und Schwächen stärker bejvußt als ich, Ich: (11111), daß die Heranziehung der Bsamten für sie 6111 1951171. Opfer bcdcutct, bin jedoch überzeugt, daß sie es tragen 1111739,- B911111ßtscin ihrer engen Verbundenheit mit dem Staat, 1 Organe sie sind und von dessen Wohl und Wehe ihre Existenz* hängt. Es wäre aber vcrjvcgcn, zu sagen, daß wir 11111311 Vorlage c111dg11'1111g über dem Berg wären. Jeder, dcr dic. junkturcmpfindlikhkcit des Etats kennt, wird zur Zeit bindx Versprechungen für die Zukunft nicht machen, besonders 111123 Augenblick wie dem gcgcnwärtigcn, in Welchem die Wittich: lage der ganzen Wolf ungkwöhnlich gestört und VT11110111ck (Zustimmung.)
Ich halte es für meine Pflicht, auf die Gcfahr'cnpUnkU zuweisen. (Hört, hört! rechts.) Es wird uns zunächst gesagt, wir unsere Blicke nur auf die eigenen Finanzen des R' richteten und dabei übersähen, daß zWei Weitere groß? Sor kindcr vorhandcn seien, die Gemeinden und die Rcicthahn. (Z richtig!)
Was nun die Reichsbahn angeht, so verfolgen wir ihre9 mit dcr Sorgfalt, die eilt so bedeutsames Unternehmen, dasgr' der deutschen Volkswirtschaft, erfordert. Wir „wissen, daß ' Bahn ganz bcsondcrs konjunkturcmpfindlich ist, und wirreck1 auch mit größcrcn Ausfällen. Immerhin sind sie nicht so “ckckck schäßt, wie sic in dcr Oeffentlichkeit angegeben Werden. Einc sprechung mit den Herren der Reichslbahn hat ergcbc11,daß. für 1930 zu er1vartcnde Defizit, dessen Höhe niemand mit Sick heit voraussagen kann, im diesjährigen Etat auf eine Weise 1 abgcdackt Werden können, daß die Reichsbahnbilanz auch schärfsten kaufmännischen Ansprüchen genügen wird. Es istni nur ein erheblicher Vortrag und es sind außerdem nicht nurft-r Reschen bei der Reichsbahn _ im Angleichsfonds _ vorha --, sondern das Reich ist auch seinerseits in dEr Lage, in einem schcide11cn Umfange zu helfen, ohne selbst seine Finanzen da zu belasten. (Zuruf Von den Kommunisten: Weg mit dem K ruptionsfonds!) _ Es ist kein Korruptionsfonds da. Esst alles im Etat; Sie brauchen ihn nur zu studieren! _ Bei 11 Verkehrsinstrument wie der Deutschen Reichsbahn, das “'- Monopolstellung bssitzt, kann man im übrigen nicht 11111111“ männische Maßstäbe anWenden. Wir Wollen es aber troYdem * damit auch die geringste Veranlassung znr Beunruhigung 1» micdcn wird. (Schr richtig!)
Was 111111 aber die Gémcindcn angeht, so sehen wir ihrcL als durchaus schlecht 1111. Gewiß ist bei ihnen vielfach schlechtw u11dcra11t1vortlich gewirtschaftet Worden (lebhafte Zusti111mu11g*- der Mitte und rechts), aber ein großer Teil der Not kommt 11- der Arbeitslosigkeit, deren Anhalten mehr und mehr große Mas] ausgesteuertcr Unterstüßungsbcrechtigter schafft, die den 9- meinden zur Last fallen. (Sehr Wahr! bei den Deutschen Te- kraten.)
Bevor wir aber diese Frage der Gem21nden a11riih1'e11,--7 zunächst noch einmal vom Reich die Rede sein. Es erhebt * auch hier die Frage: wird die Arbeitslosigkeit, die den Gemei -- so gefährlich ist, nicht auch ernaut den Etat des Reichs gefährde (Sehr richtig!) Die Reichsregierung sieht diese Gefahr mit "“' Schärfe. An sich dürfte man mit einer Durchschnittszahl '“ 1,6 Millionen Unterstüßungsberechtigten _ von den Krisenunk stüßungsbcrechtigten sehe ich ab _ nicht rechnen. Es ist sch€inlich, daß, Wenn überhaupt nichts geschähe, diese Zahl wess) lich überschritten Werdsn Würde. (Sehr richtig! bei den S0 demokraten.) Wir haben Ausficht, mit den Ausgaben für- Arbcitslosénversicherung so, wie sie vorgesehen sind, auszukoM' nur dann, Wenn das Arbeitsbeschaffungsprogramm restlostYÉ gsführt wird, und zWar bei der Eisenbahn, bei der PONY“ Wohnungs- und Straßenbau und in der Wertschaffendcn 21111115- losenfürsorgc. Ich darf hier sagen, Was ich im ésieichsrcttsks“gt habe, daß, soweit die Reichsbahn in Frage kommt, die kahand' lungen, die wir mit ihr schon längere Zeit führen, Erfo1g "** sprechen. Man wird sagen dürfen, daß die Aussichten, fÜYe" eine Milliarde Arbeit zu schaffen und im Laufe des nachst halben Jahres in (Hang zu bringen, Hunderxtausenden von schen Lohn und Brot geben wird. Nur Wenn das gelingt, 1111 es verantWortet werden, die Rechnung über die Kosten '" Arbeitslosigkeit so aufzumachen, wie sie der Etat vorsiehk- „
Wir sind uns auch klar darüber, daß bei der Vergebung Arbeiten darauf geachtet "werden muß, daß sie nicht die 'VW“ erhöhen. Es kommt darauf an, allen Unternehmern, d“ diesem großen Objekt teilnehmen Wollen, zu sagen, daß fie, , billigere Preise als bisher liefern wüßten. (Sehr richtig! b“ ', Sozialdemokraten.) Ich bin auch überzeugt, daß 17? es Werden (Zuruf von den Kommunisten: Sie warten, sch darauf!); denn schließlich zahlen sie und ihre Betriebe in „“Le einer Form doch die Kosten der Arbeitslosigkeit. Ihk ure1g?" ' Interesse erfordert also hier eine Verminderung. _ Z
Auf die Gedankengänge derjenigen, die glauben, dick,? , der Not benußcn zu können, um allerhand unmöglich? Planci WURDE", Versage ich mir einzugehen. Es besteht ab'cr "ock? ei Weitere Sykge für die Reichsfinanzen, nämlich die, dc1ßd1e_ Enn vorgesehenen Eénnahmewus-fälle zu n-iod'xi-g geschäßt sm?" [j glaube aber, daß es sich hier um Summen, die den Etat ganz
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hendrci" bet
Reichs: und Staatsanzeiger Nr. 158 vom 10. Juli 1930. s. !.
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ringen köüntcn, also um Ausfäae von Hunderten nicht handeln wird. Die Hauptausfälle werden den direkten Steuern erst im nächsten Jahre und an diesen Aquällen hat das Reich nur zum Teil, wohl aber die Länder zum größeren'Teil 311 par-
Hicr wird eine „EntwicklxmgnPlay gretfen, d1e den „ “11 im nächsten Jahre unter qustanden das Leben ganz ndc1chUli ck sauer machen und erschweren wird. (Abg. Torgler: FMM darauf an, welche Steucvgeschenke Sie vom Reichs- 'Zay**:1:111istLÜUM an große Kowzerne usw. drachen.“ “231211211111 ***-“11136211 Jie sich auch einnnal darum, Herr J1na1151111n1stch1
“ “1111111 1111111 im übrigen nicht alle Monate dre EtnnaHMen emos „;.;xe wic dcs Teutschen'Retchs ne'u ber'echnen dder 11911 schäßcy. ck hoffe; daß gerade auf dtesem Gedtete dre Ent1v1c1luckg tythrhm [1111 wird, daß, selbst Wenn Ausfalle emtrcten, s1e steh 111 emem o hmcn halten, daß Von dieser Seite her 112112 Vorlagen an den *I1chÉW nicht notWendig fallen Werden. Darüber nun, wie sich 11 Hand dicser voxläufigxn „Annahmen der nachstxahrtxxeuEtat des 1195 911711111011 wtrd, thl 1ch am Schluß memcr AUSfuhrungen ock) 51111'1ckf11111111211, . .
z(t) kahrc nunmehr zu der „Frage, die Lage dLr Ger1121ndcn, 111111. (;ck komme damit zu c1nct11 Kernproblczn ch k11nft1ge11 „,-WC", Die Ordnung der Gemenrdcn kann nrcht fur slch, [09- 111111 111111 Reich und Ländern, betrachtet Werdey, v1eln19hr steht'ste ." 3111'WMWHMJ.MU der' _Fragx de_s A11sgle1chs zW1schen Retch, »der" 1111d Gcmcrndcn; d1c1cr hrnw,1ederum hangt zusa_mmen mit er T1111111111g, oder man würde vielletcht besser sagen: Mit dex Ver- uickung der Aufgaben aller drsi Instanzen. Wenn man die Ge- mtanzU'tÖO theoreräsch schön lösen Wollte, müßte mcm im Rahmen 11 RTWNCfOTUL znerst die Teilung der Aufgaben vornehmen und 11111 111i1dcr11111 an die Verteilung der Stcuern herangehen. So ist stck191c11sch richtig und schön. (Heiterkeit 1111-d Zurufe von der «1111th Volkspartei.) Praktisch wird es aber sch1vcrlich so gehen. Schr richtig!) Immerhin wäre es erwünscht, Wenn die Be- 11111x1c11, die 3111" Zétt ü1berdieReich-sref1)mn-sbattfi*ndc11,Wenigstens weit gcdcihgn würden, daß man Richtung und Weg sehen .jirde, damit 11111111 nicht völlig im Dmkc-kn tappt.
Die 1101“ 11119 liegknde Aufgabe in ihrer Gänze zerfällt in 111 GTUPPMI
1. die Ordnung der Gemeindefinanzen,
2.dc11 Umbau der Steuern unter Senkung der Einkommen-
stcncr _ auch der Lohnsteuer, die ja ein Teil dcr Ein- fo111111c11stener ist _ und der Realsteucrn,
3. die Verteilung der Steuerquellen und die Verteilung des
Zte-ncranfkommcns xw1schen Reich,Länder-n und GemeÉnden.
Ich habe die Ordnung der Gemeindefinanzen an die Spiße cstcllt deswegen, weil sie am yo11dringlichsten ist und Weil ich laude, daß sie sich ohne Störung der beiden anderen Grnppen 1111111111;an läßt. Ich gehe davon aus, daß es nieht möglich sein -11d,dieGet11einde11von Obrigkeit Wegen in Ordnung zu ringcn, sondern daß diese SklbstverWaltungskörper aus [ich raus gesunden müssen. Ich nehme hier vielleicht einen grund- "1zlich anderen Standpunkt ein als manche Herren in diesem hen Hanse. Man kann den Gemeinden also nicht etWa in der eise helfen, daß das Reich neue Mittel aufbringt und sie ihnen Wendet. Es kommt vielmehr darauf an, sie selbst für die Ver- Igabnng Und für die BcWiUigung der Steuern vera11twortlich
machx-n. (Lebhafte Zustimmung bei den Deutschen Demo- aten, bei der Deutschen Volkspartei und der Wirtschaftspartei.)
Es Werden zivei Möglichkeiten in Betracht kommen, ihnen zu 111111: erstens der Vcrjvaltungskostenbeitrag, auch Vürgcrstener der Kopfstcner genannt (hört, hört! bei den Kommunisten), und citens dic Gemeindegetränkcsteucr. Aber sofort erhebt sich eine eihe von Fragen: Sollen die Gemeinden er1nächtigt sein, die 'ne oder andere einzuführen oder beide? Sollen sie berechtigt in, sie einzuführen, oder sollen sie dazu verpflichtet sein“,) Soll as Reich die Steuern bis in die Einzelheiten hinein ordnen 9u111fc: Sslbstverständlich!), oder soll es diese Ordnung dkn emeindcn ijBerlassen? (Zuruf von der Deutschen Volkspartei: 1110501th willen nicht!) _ "Sehen Sie, meine sehr verehrten amen und Herren, hier fängt es schon an, recht brenzlich zu erden! Man muß eben einen grundsätzlichen Standpunkt haben, enn man mit der Sache fertig Werden Will. Wenn man der- ch't, es im KompromißWege auszuhandeln, wird jeder Versuch nettem.
Ich Weiß, daß vielfach die Meinung verbreitet ist, die so- 'ktkge Einführung der Bürgersteuer könnt? die zur Beratung ehenden Vorlagen ganz oder zum Teil überflüssig machen, in- 11 man nach Einführung der Bürgersteuer dazu übergeht, die ebLUVLisUngen an die Länder und Gemeinden zu kürzen. Je!) JUL ein solches Vorgehen für gänzlich unmöglich; denn das urde bedenten, daß die Bürgerstcuer zur Sanierung der Reichs- "MJLU erangezogen Wird. Sie muß aber den Gemeinden für [L Zkvvcks bleibén.
?odmm aber kann man unmöglich etWa alle Gemeinden in 6"0191111111 verpflichten, vom 1. August ode): Vom 1, September ,' M MM Kopfsteuer zu erheben. Man würde eine Unmenge ?Memden zivingen, Steuern zu erheben, die sie gar nicht WWW- Dcnken Sie nur an die kleinen Städte und an die WJWeindcn! Wenn man aber davon ausgeht, daß die Steuer knkaWck huben solle, ein Weiteres Anjvachsen der Realsteuern rkc3950122111 oder diese angemessen zu senken, so wäre an sich die , nigung des Steuervereinheitlichungsgesetzes notwendig, das ése YMMD zMi Dreivierteljahren im ReichSrat bezzehungs- 11 "" Rclkhstqg liegt und immer noch mcht veralJschwdet tft. nncnso [MIT, bts dieses Gesetz wirkt, wird man" mcht jdarten "2 R1 [WLW mgn also die Bürgersteuer da einfahren W111, wd ertriabjt-encrn eme getvisse Höhe erreicht Haben 0er Wo dte skßt ?an hohen Realsteuern auf eine „bestrmmte' Hohe herab- “che Rerden sollen, müßte man die Länder besttmmer1 lassen, snnm„MMuerbelastung maßgebend ist; denn das New!; kann stem [2091160 machen, 1veil jeder der Staaten ein _andercé SteUJr- an mYsF, eme e111he1tliche Formel also gut mehr ntog11ck) ts't. ÜchrstcDLe anch dre Länder bestimmen lassen, welche Hohe d1e GWWUbLk 9115211 solx. Es War bekanntlich vorgeseheanaßksw er 9 I' _UWI mcht uber 6 ReichSmark und für Ehepaare mch? taf eln *L1ck)s111ark gehen soll, und daß dann vielletcht noch z1vct 'chts- DVM 9 Und 12 Reichsmark zugeseßt Werden. (anuk
' U sprrchst vergebens viel, um zu versagen!) _ Nein,
Unordnung b
,mmén, *szicrcn.
„dem NUZeinandergehen des Reichstags verabschiedet Wird.
Sie branchen gar keine Angst zu haben, „Herr Hergt, Ich werde , Sie aUe vor die Enrscheidungen stcllen, die notwendig sind. Ich Will nur zunächst einmal abwartcn, Welche klugen Ratschläge ich von Ihnen und anderen Herren aus diesem Hause bekomme, und ich gebe Ihnen jeßt schon einige Unterlagen zum Nachdenken.
Was mm die Höhe des Aufkommens angeht, so würde sie im ganzen Reichsgebiet theoretisch" 210 Millionen Reichsmark bringen, Wenn alle über 20 Jahre alten Personen mit einem Grundbetrag von 6 Reichsmark und die Ehepaare mit 9 Reichs- mark belastet würden. (Hört, hört! bei den Kommunisten.) Ick) habe aber große Sorgen, meine Damen und Herren, ob diese Steuern eingehen Werden (sehr richtig!), u'nd ich rede ja his: nicht als ein Mann, der erst heute oder seit gestern mit diesen Tingcxn beschäftigt ist, sondern ich habe diese Sachen in den langen Jahren, in denen ich im praktischen Dienst gestanden bin, bc- handelt. Wir haben bei uns eine Kopfstcuer von einem Gulden für diejenigen gehabt, die nicht zur Einkommensteuer veranlagt Waren, das Waren 1,71 Mark (Zuruf von der Deutschen Volks- partei: Das war Wohl nach den FreiheitskriegenM und ich habe in den Gemeinden, in denen ich tätig War, das Vergnügen gc- habt, einen großen Teil dieser Kopfsteuer jekvcils am Ende des Jahres Wegen Unbeibringlichkcit und Wegen zu hoher Bci- bringungskosten in Abgang zu stellen. (Hört, hört!) WERU ich vollends dazu-übergchcn Wollte, etlva eine Kopfstcuer zn n1c1ch2n, die sich von 6 bis 36 Reichsmark hinauf staffelt, so kann ich Ihnen mit tödlicher Sicherheit versprochen, daß das, Was sie dann machen, lediglich eine Belastung der mittleren Einkommen sein wird. Der gehobene Arbeiter wird sie Wohl bezahlen, abcr eine Menge der, kleinsten Leute würde diese Kopfsteucr nicht ent- richten, uud beitreiben Wird man sie nicht können. Dann abcr Wird sie in den Stufen Wirken, in denen die Betroffenen cht auch schon Einkommensteuer bezahlen. Ich habe nichts dag€gc11, daß diese Gedanken Weiterberfolgt Werden; ich habe sogar nicht?: dagegen, daß die Gemeinden diese Kopfstencr machen. Mcinct- Wegen Wollen Wir ihnen _ ich komme darauf zurück _ die Unterlagen dazu schaffen. Aber es ist meine Pflicht, von dieser Steüedarauf hinzujveisen, Was hier passicxen wird, Wenn man die Kopfsteucr überspannt, und überlasse es dann den Gemein- den, ob sie sich in dieses Abenteuer hineinbegeben Wollen. (Zu- ruf rcchts: Abenteuer?) _ Ja, es kann zu einem Abenteuer Werden.
Was aber die.Geträ11kesteuer angeht, so kann sie aüerdings recht erhebliche Beträge bringen. Sie wird zur Zeit in dcr Oeffentlichkeit bekanntlich außerordentlich stark empfohlen, aber auch umstritten, und es geht die Meinung um, daß, Wenn man sie erst richtig machen würde, man damit nicht nur die Gemeinden in Ordnung bringen Würde, sondern daß man ihnen solch hohe Einnahmen damit zu verschaffen vermöchte, daß man die Zu- schüsse des Reichs aus UeberWe'rsungen an die Länder und damit auch an die Gemeinden kürzen könnte. Meine Damen und Herren, ich halt'e das letztere für eine absolute Unmöglichkeit, und ich will Sie hier gleich einmal auf einige Dinge hiUWeisen. (Zuruf von den Kommunisten: Der Finanzminister dM bedingten Empfehlung!)
Wir haben beim BranntWeinmonopol festgestellt, wie die Einnahmen in leßter Zeit getvesen sind, und da hat sich ergeben, daß Wir im Rechnungsjahre 19128 296 Millionen Einnahmen hatten und daß 1929, Wo wir die Erhöhung der Abgabe durch- geFührt haben, Wir noch 271 Millionen eingenommen haben; (Hört, hört!) Wir haben im April 1930 18 MiUionen Ein- nahmen gegenüber 30 Millionen im April 1929 gehabt und im Mai 1930 17,5 MiÜionen gegenüber 38,2 MiUioncn im Jahre 1929. (Zuruf in der Mitte: Das Wird noch schlechter!) _ Sie sehen also, wie recht ich mit meiner Behauptnng gehabt habe, die ich zo'hn Jahre in diesem hohen Hause vertreten habe, daß man aus dem Schnaps nicht aUzuviel herausholen kann (sehr richtig! links), und ich kann für mich in Anspruch nehmen, daß ich alle meine Amtsvorgänger geWarnt habe, hier übertriebene Hoffnungen zu haben. (Iranischer Zuruf von den Kommunisten: Aber aus dem Bier!) _ Man muß es eben nehmen, wo man es herkriegt, Herr Torgler. (Heiterkeit und Zurufe.)
Nun kommt schließlich auch die Frage der Besteuerung der Bstriebe der öffentlichen Hand. Ich habe auch gegen dieses Gesetz Bedenken. Aber es [fegt dem hohen Hause ein vor- bereitendes Geseß vor, und ich habe die Bitte, daß es noch vor Wir Werden dann auf Grund dieses Gesetzes, das uns dazu ermächtigt, die nötigen Erhebungen machen und die Frage abschließend prüfen.
Nun ist schon im Reichsrat darauf hingkwiesen jvorden, daß neue Einnahmequellen für die Gemeindcn unverzüglich beschafft Werden müssen.“ Ich habe deStvcgcn die Gesetzentwürfs vor- bereiten lassen, und sie können jederzeit vorgelegt Werden. (Zuruf des Abgeordneten Torgkcr.) _ Wenn ich die gegenwärtige Vor- lage, Herr Kollege Torgker, damit nicht bepackt habe, so des- WLgcn, Weil erstens diese Vorlage im Hinblick auf die Finanzen des Reiches einen Aufschub auch von kürzester Frist nicht ertrug und Weil ich zMitens befürchte, nachdem sich in diesem hohen Hause schon bezüglich der zur Beratung stehenden Vorlage eine „so ungemein einheitliche Auffassung Der Dinge“ heraancsteUt hat (Heiterkeit), daß deren Verabschiedung durch Weitere Vorlagen nicht gerade erleichtert Würde. (Zurufe.) Es gibt auch Stimmen, die Verlangen, daß die anderen Vorlagen schon jeßt mit verhandelt Werden. Wir sind dazu bereit, ich habe das auch im Reichskat schon erklärt. Wir sind durchaus bereit, die Vor- lagen schon jetzt einzubringen und auch sofort zu verhandeln; es kommt nur daraufmn, ob die geseßgébenden Körperschaften mit- machen Wollen. (Erneute Zurwfe.) _ Andere Stimmen wieder sagen, die Gemeinden könnten noch ein paar Monate Warten und diese Zeit dazu benutzen, um zunächst einmal über Erspar- nisse nachzudenken, bevor sie neue Steuern machten. (Sehr gut! bei der Wirtschaftspartci.)
Was den chiten Punkt angeht, den Umbau des Steuer- wesens des Reiches, so kann das Ziel nur eine Senkung der Ein- kommensteuer, der Lohnsteuer und der Rcalstcncrn sein. Ich halte Von diesen die Scnknng der Realstcncrn für das Vordring- lichste. Ju Welchkm Zcijp1111kt aber solche Sc11k1111gc11 dc1vcrk- slelligt Werden können, kann ich heute nicht versprechan D1c Tort- gesetzte Aenderung an den Steuern hat den Ueberblick daruber,
tous die eiuzelney S1euern erbringen Werden, seh: crjch1dch-rt_ Wir wissen heute noch nicht, wie sich die e1hdh1e Bierjtcncr aus- wirkt. (Hört, hört! rechts.) Die Entwicklung dch5 231111111112111- monopols habe ich bereits gejchildckt. (Zurufe rcch1s.) _ “31de so gkwalxig, wie Es in den ZcitnngSn steht, ,ist de! R:!ckxxang nicht. (Bezieht sich auf Bier.) Tie Zollcrträgc 111191911 54.4..- '.7'.*ch den Ergebnissen der deutschen Ernte.
Auf der An:“;gabenscite kann 111011 zwar den 9181ch5013111f iibcrjehcn. Man kann ferncc bci dcn Einnahmen 1111d AUS- gaden 2111211 SicherheitSjaftor anbringcn. 211121: Was man 11icht Übe1sehe11 kann, das ist 012 E1111vickl11ng ÖL]; Arbeitslosigkeit und damit der Zuschußbedarf, den das Nsicj) 2,11 [cistM ha1. Endlich Miß 1111111 noch 1111111 8111111111, ob diE Ref01111dorZchkägs, ch (“31111211 Vorlicgcn, genehmigt ?r-crdcn und ob die B011111J§3111d11211éx1 11111 1 vH bkwikligt wird. Infolgcdcsscxt 1111111 1111111 111111) 11112? [12- [ti111111tcn Znsagctt 1110111611 und Ekklär1111x1€11 111112031. BTZ »)an kaormcn handelt es sich beka1111tlich 11111 11111d 300 2101110111111 Makk. Soll ich 111111 in cian Augenblick, 111 dem dcr „“'-ix71115- tag noch nicht einmal die Frage cntschicdsn hat, ob dixse 300 Mil11011c11 d111*ch die Rcf01'111611 Und die (&!)than do:“ Bxi- träge bcwikligt Werden, die Frage allfWLksM, 11312 1111-11 14191", Tabak und (111dcrc Ti11gc noch eine Wcitcrc 2701111111111] -.*-*1“- tragcn 1151111611? Ich glaube, an dicse Flags (11111 1111111crst hcxangehcn, WERU wir 51111ächst ei11111c1l disse Emppc, di? chen 1.011) Vor Uns licgt, 311111ckg€lcgt 111111111. ('I-„11111 crst 11111d 1111111 an eine c11dg11l1igc Lösnng [)LkäUkNUkUOU 101111211.
Im Übrigen h11bc11 wir 1111?» 11111 diE 9110111 11111)? gcd11'1ckt. (Schon 1111th 0111112111 HMM A1nté-Vorgä11ge1' _ 111111 11111 1111111 ja nicht die ROde sein, denn ich bin cht 11 Tage 1111 T1s11st _ sind 1cho11 eine “Unzahl Entwürfe 1111s111111'111'i1cx 111171d011, déc cine cndgi1l1ig€ 311111111115 1791021811211.
Was 111111 WUcndF 11611 dritten 1111d 11131111 1411an 1111119111, die Fragen der Vcrteilnng don Srencrqncücn 1111d S1c11c1a11s- kommen zwischen Reick), Lä11dcr11 nnd Gemeinden 111 endgültiger Weise 511 rcgcln, so ist dazn V011111Ise151111g wiederum die Vcrdb- schiedung dcs SteacrwereinhcülichungSgMcßcs und sodann die Klärung der Frage: was geschieht mit der HanZzinssthcr? Tiefe Frage Wiederum hängt dadon ab, wie lange wir noch aus öffent- lichen Mittcln bauen müssen und in WLÜHLM Umfang, und" schließlich dadon, ob es andere Mittcl und Wege gibt, den Häuserbau zu finanzieren. In dem Augenblick, in dem wir die Hauszinssteuer für dkn Wohmmgsban ganz oder tcilkveise nicht mehr brauchen, wird die Aus-Zinandcrskßung stoischen Rsich, Ländern und Genwindcn ungeheuer erleich1er1, Weil dann eine Entlastung der Rcalsteucrn im ganzen oder eine Umgestaltnng derselben möglich sein wird. Diese Umgestaltung ist bcsonders yorxdringlich bei .der Gekkoerbeste'Uer, die anch ich ok?: die Ungerech- tcstc Stoner cracht€ und deren Vc1'sc1')1vi11d011 11111“ besonders erx w-ÜnschE wäre. Im gegen-wärtkgen Ajugewblick scheint 111111" volk kommen müßig die Frage, ob man im Endeffekt bei dcr 20196111- anderseßung zwischen Reich, Ländern und Gcmsinden zu cinLr Weitgehendcn Verteilung dex: SteuerqueUM kommt oder ob man es bei einer Vcrtcilung des Steueraufkommens 111 der *)th, in dem es jetzt der Fall ist, beäve-nden läßt.
Ich habe diese Gedankengänge entwickelt, Weil sie die (11111nd- ideen der Arbeit angeben, die im Laufe der nächsten drei Monate in Angriff genommen und zu einem erheblichen Teil ausgeführt Werden muß. Was nun aber sehr viel näher liegt und eincr viel inkensidsrcn Bßtrachtung bcdarf, ist dic Frage des Etats 1931; denn mit der Aufstellung dicses Etats müssen wir in den nächsten Wochen beginnen. Dabei wird entscheidend sein, ob man glaubt, daß die wirtschaftliche Entwicklung noch Weiter absteig211d sein Wird oder nicht, und außerdsm dadon, 111112111611 1111111 Grundwgen legen kann zu Reformen der öffcntlichcn Vortvaltung, dic nach" nnd nach eine Llusgabcnscnkung auf der 911115111 Linie 3111" Folge haben. Solange die Wirtschaftswgc [(WM und die Arbeits- losigkéit groß ist, wird es darauf ankommen, ob Und wicMit es gelingt, an Stelle der Versicherung gegen Arbeitslosigkeit die Möglichkeit der Aröeit zu setzen. Anf die Dauer 1151111111 wir neben den enormen inneren und äußeren Krisgslastcn eincn Zu- stand nicht ertragen, bei dem wir andLrth-alb oder mehr Mil- liarden für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ohne Gegen- leistung auftvenden. Man wird sick) den gegenwärtigen Fal] für die Zukunft merken und daran denken müssen, für Zeiten ab- steigender Konjunktur _ das ist aber natürlich momentan ein schlschter Trost _ Aushilfsmittel rechtzeitig bereitzustelken. Ich" meine das so, daß man, sobald die Arbeitslosigkeit zurückgeht, einen Plan macht, Welche Arbeiten der öffcntlichsn Hand _ das sind im ganzen Wohl 8 MiÜiardcn Mark _ für kommcnde Arb-eitHxlosi-gkeit vordereitet awd 110-1111 .bci ste-igendcr Arbeits- lo1sig1keit 1111 Gang gefeßt Werden könme-n. Maxn muß a:!so eine Art ManöNicrnmssL an Arbeit bildcn, nnd 1111111 wird außer- dem daran denken müssen, in guten Zeiten Reserven f1'11“ dcr- artige Zeiten anznsammcln wie die gegenWäxtige, in dic wir ohne alle 9191?an im Noichsctat und 111 der 911110it:“;[osc11ve1'siche- rung hineingcgangen sind.
Wie bei der Beurteilung des laufenden Jahre?, so hüte ich mich auch bei der Beurteilung des kommenden Etaijahres vor jedem biÜigen Optimismus. In der Vollsißnng des Reichsrats am 3. Juli hat der Generalberichterstatter, Ministerialdirektor Dr. Brecht, für 1931 ein Minussaldo von rund 270 bis 800 Mil- lionen Mark errechnet, unter der Voraussetzung, daß dis Wirt- schaftslage gleichble1bt und daß die jetzt dodgeschloagenen Stenern am 1. April ersatzlos Wegfallen. Er ko1111111 511 dicsor Veck1ock111ung auf Grund folgender Erwägungen.
Auf der Einnahmeseike faüen verschiWan, nur f111' dieses Jahr in den Haushalt eingeseßte Einnahmen fort. Znnächst der Erlös aus dem Verkauf von Vorzugsaktien und die Dividende der verkauften Vorzugsaktien mit 320 MiUionen Reichsmark, ferner die Vorverlegung von FäUigkeitsterminen bei Steucrn mit 75 Millionen Reichsmark, verschiedene Einnahmen des ?lußerordcntlichcn HaushaliZ mit 115 MiÜionen Reichsmark, die neuen Stsuern, Reichsbcihilfe, Lediacnsteuer und Ei11k0711“11cn- steuerznschla-g mit 302 Mill'ionen Reéchsmark. Außerdem 11er- mindcrt fick) die J11d11st1'ic11111lage nach dem AufbringungS- Und dem Osthilfcgcseß um mindestens 170 Millionen Reichsmark. Es fallen also an Einnahmen nicht Weniger als 992 Millionen Reichßmark automatisch am 1. April Weg,