1907 / 261 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 01 Nov 1907 18:00:01 GMT) scan diff

, Der Titel H emeißer i folgenden Förstern im Re- gierungsbezirk Pots_ m verli n worden; ZallokikiniSWßdikm, Wm! otxdam, ran e n 1, OW , en agen, übel in KrüYrsbmst, - IGrünaue, ommerstid MW öksierci ehdenick, Walter in MWM Obers. ' Himch ort, Wilke in Gonna», WW Kummersdo „. Willmann in FWW Wirsinrci Ncuboiland.

Yicbtamtücbcx»

DeatsSe-LI Reich. Preußen. Berlin, 1, November.

Seine Majesräi der Kaiser und König hörten esjem abend im biengm Königlichen Schloffc die Vorträge Jes Kriegswinifiers, Genemis der Kavallerie von Einem, des Chefs des Generalstabes der Armee, Generals per Infanterie von Moltke und des Vertreters des Chefs des Militärkabinetts, Generalmajors von Oerßen.

In der am 31. Oktober 1). I. unter dem Vorsiß des StaatSministers, Vizepräsidenten des StaatSministeriums, Staatssekretärs des Innern Dr. von Bethmann Hollweg abgehaltenen Pienarsißung des Bundesrats wurbe das Schlußprotokol] der _am 6./'18. Mm d." J. in Bern abgehaltenen Internationalen Konferenz 'fur Teck)- nis 2 Einheit im Eisenbahnwesen den zustandi e_n Aus: schfciisen Überwiesen. Den Anträgen der Ausf uffe, be- tr end Aenderung der Zollqrenze um_ das Bremerhavener Zo ausschlußgebict und betreffend Zuiasxung des Baues nnd der Reparatur von SchiZen im Zollaus chlußgebiete u Geeste- mündeundVerlegun dsr ollgrenze,wurdczu estimmt. nnahrne fand ferner der Ausf ußantrag, betreffend Fe tsiellung der Anteile der einzelnen Bundesstaaten an den Einnahmen eius der Rcrchs: erbsebaftsfteuer. Dom Faberkrankenhans m Tsrn tau wurde die Rechtsfähigkeit verlieben, Schließlich wiirde? n er mehrere Eingabe'n wegen Zollerlaß und über sonstige Eingaben Be: schluß gefaßt". _ . _

Heute hielten die verermgtxn Ausschusse dss VundeSrats für Handel und Verkehr und fur Justizwesen eine Stßung.

Zur Untersuchung der estri en fnlgenfchwercn Zug- entg eisung auf der ((Zma spurigen Brohltaler Nebenbahn bai fich der vortra ende Rat im RetchSeisenbahn- ami, Geheime Baurat Diesel eute früh an Ort und Stelle begebm.

Drin. OberregierungSrat Breyer aus Posen ist die bisher kommissarisch von ihm verwaltete Stelle des Oberregierungs- rats bei dem Regierungspräsidenten in Frankfurt a. O. end- gültig übertragen worden, . '

Dr,? Negierungsaffeffor Kretschmer aus (Gumbinnen ist dem Landrat des Kreises Ruhrort, der Regierung-Zasseffor Alfred von Hoffmann aus Stcttin dem “Landrat des Kreises Mayen und der RegierungSasseffor von Dobbe_ler aus Hannover drm Landrat des Kreises Ortelsburg zur Hilfe- leistu'ng in dkn Landräilichen (HYchäftcn zugeteilt worden.

Die Rrgierungsrefvrendare rciberr von Munchbausen aus Köninsberg und Graf von Bothmer aus Stralsund haben die zweite ZtantSprÜfung für den höheren Verwaltungs:

dien"! béanden. ! 11 “L_

LautMeldung dss „W. T. B.“ ist S. M. S. „Bremen“ vorgestern in Fort de France auf Martinique eingetroffen und ebt am 5. November von dort nach Port Castries auf Santa *ucia (Kleine Antillen) in See.

* . M. S. „Iltis“ ist gestern von Tschingkiang nm Yangise nnch Schanghai abgegangen.

S. M, Flußkbt. „Tsrngtau“ gcbt Heute von Canton nach Hongkong in Sce.

Oesterreich-ngaru.

In dem Befinden des Großbcr ogs von Toskana, der schwer erkrankt ist, ist, wie das „EL. T. B.“ aus Salz: burg meldet, eine Wendung zum besseren cingctreten. Appetit, Stimmung und Nahrungsaufnahme sind, den Verhältnissen entsprechend, gut.

Großbritannien und Irland.

Die Admiralität _hat den Bau eines neuen Linien: schiffs, der im diesßihri cn Budgetvoranschlag enthalten ist, dexsen Bau aber mit Nückicht auf die Friedenskonferenz auf- ge choben wurde, „W. T. B._“ Ffolge, auf dem Wege des öffentlichen Mindestangebots m ngriff genommen.

Rußland.

Nach einer Meldung der „St. Beiersburger Telegraphen- agentur“ liegt bisher das Ergebnis von 343 Dumawablen vor. Von den Gewählten gehören 166der Rechten und den Monarchisien, 3 der Partei der_ friedlichen Erneuerun „an, 103 find Oktobristen und Gemäßtgte, 26'Kadetten, 9 no nische Nationalisten, 6 Molzammedaner, 9 Soztaldemokraien, 20 ge- hören zur Linken un 1 ist Wilder. Das Ergebnis wer vor: gestern in St. Petersburg und Moskau ftatigebabten Wahlen ist noch unbestimmt.

Türkei.

Die Pforte hat ihren Botschaftern eine Yirfulardepesche, betreffend ben Ueberfall des patriarchrstt chen Dorfes Rakovon durch eine bulgarische Bande, g andi. ,

Wie die „Kölnische Zeitun meldet, smd i_n lepusna m der Casa Sima 11 wohlha ende buléarische Bayern von einer griechikchen Bande überfal en und getotet. Die Tätigkeit der Banden nimmt überali zu.

_ImVerlauf der periodischen Bereisun en des maze- donis enReformgebiets,diedie beibenZwiagentengemem- fam mt .Hilmi Pascha in [eßier Zéit unternahmen, ergab

ße? nach einer MeldunßlZe-s Wiener Politischen Korrespondenz“, er gegen die neu,;n

kame von der chris-Ilick) * ölkerung so gut "nne beine Kla en vorJebracht wurden. Die gleiche Tatsache laßt sich von M übr gen Teilen der,. Refoxmgebietes und allcn von Hrlmi Pascha neu eingeführten Bezirksvorstehern feststellen,

Nr. 44 der .Verdffentlichungen des Kaiserlichen Ge. Xundheitsamis“ vom 30.0ktober bat folgsnden Inhalt: Jahres- erikbt über die Verbreitung von Tiericuchen im Dxutfcben Reich, 1906. (Ankünd ung.)Gt-iundbe1tsstand„und Gang decVnikskrankbeiten-- eit- weilige aßregeln gegen ansteckende Krnnkbeiien. DeSgl. aegen est. _ Desgl. gegen Cholera. _ (Hefe gebung usw. ( Preußen). Infektiöses Unter ucbungsmatertal. _ (Neg.- ez. Poißdanr) Desgl. _ (Mecklen- bur - weiin.) Trichinom _ (Anbaik) Vrsbieuchenübereinkommen. _ Bremen.) Krankenpfiege aufSchificn. _ (Italien.) Reisanbau. Vereinigte Staaten von Amerika) _ Nnbmn smittel. _ Tier- seu en in Iiaiien, 2.5Ir'1crtcljabr. -* Mani- lm Klauenseuche in rankreick). _ Tikrsencben in Srrbien, 9 L,?x-rrriiabr. _ Zeitweilige aßregeln gegen T1erieucken (DLUUQLS 90-15, Bayer. Re?.-Bez. Oberbayern, Württcmberxx, Waben. “„Fit-(„11117054- _ _ Verm schtes. (Deutsches Reich.) Artzt! ebe nnd zabnrrztiicbr Prufungen 2c., 1905/ 1906._ (Sacbsen. Leipzig.) L**“T,'kkl?(ii'.11;1,';chZi)i*11ch1, 1905. _ (Aegypten) Tierarztsteüe.. _ Geschenkiisie. »» 7211041711145le nber die SterbefaUe in deutschen Orten mit 40 000 21175 rmsbr (Finnnrbnern. -- DeSgl. in rößeren Städten des Auslands). Erkrankungen in Kranken- äusern deutscher Großstädte. _ DeSgl. in_ deutsehen Stadt- und Land- bexirken. _ Witterung. _ Beilage: Gerichtliche Entscheidungen, betr. den Verkehr mit NabrungSmitteln (Hackfieiscb, Wurst).

Nr. 87 des . entralblatts der Bauverwaltung“, Kerauskzegeben im Min sterium der öffentlichen Arbeiten, vom 26. d. M., at fo Zenden Inhalt: Amtliches: Bekanntmachung vom 10. Oktober 1907, etreffend die Denkschrift über die wirtschaftlichen Erfolge der Anfiedlungskommission. _ Runderlaß Vom 2. Oktober 1907, betreffend das Gesetz gegen die Veranstaltung von Ortschaften usw., vom 15. Juli 1907. _ Dienstnachrichten. _ Nichtamtliches: Wanderungen im Orient. _ Gro berzog Friedrich 1. von Baden, seine Sieliung zur Technischen Hochs ule Fridericiana in Karlsrubs. _ Die Gemeinde- doppelschule in Grabow bei Stettin. _ Vermischtes: Wettbewerb für Entwürfe zu Wohnhäusern für Arbeiter und Beamte in Hamburg. _ Wettbewerb für einen Bebauungsplan der östlichen Stadterweite- rung in Mannbeim. _ Wettbewerb um Entwürfe für ein Ver- waltungsgebäude des GrafschafiSrats ((„Jonnbz- 11811) von London. _- Wettbewerbum Entwürfe zu einer Trchnischen Hochschuls in Buenos Aires. _ Preisaussckpreiben für Skizzen zu einem Saalbau in Celic. _ Wettbewerb für den Bau eines Volksschulbauies iür Badcn-Wcit- stadt. _ Preisbewerbung für Pläne zum Ausbau des Freiberger Domes. _ Sivung des Berliner Vereins für Luftschiffabrt. _ Jubiläumsstiftung der deutschen Industrie._ Versuche über das Ein- bringen der Hiße brennender Trümmer in darunter liegendes Erdreich.

Statistik und „Volkswirtschaft.

Ueber den Bestand der deutsciÖen Seeschiffe (Kauffabrtei- schiffe) am 1. annar 1907

werden in dem soeben erschienenen ersten Teile des Bandes 180 der „Statistik des Deutschen Reichs“ ausführliche Nachweisungen gegeben. Danach Waren an registrierten Fahrzeugen mit einsm Brutto- raumgebalt von _mebx ck“*". '“ (:bm vorhanden: 4430 Schiffe mit einem G'“. von 4002 896 Registertons brutto und 262 - - “€ netto gegen 4320 S iffe mit 3725 456 i)- _, - “o- und 2469 292 Regiter- tons Nettoraumg- . * rr 1906. Gegen das Vor- jabr bat die Zahl 9 zugenommen, der Brutto- raumgebalt um ' der Nettoraumgebnli um 159 801 Nsnister.i waren am 1. Januar 1907 2318 Segelschiffe ' brutto und 443148 Ne- gisiertons netto, 279 Sw-eppschxx . * 192 Reaistertons brutto und 88 998 Registertons netto sowie 183.) „.,. . rpfer mit 3 419 660 Re- gistertons brutto und 2096 947 Negistertons netto vorhanden, während am 1. Januar 1906 die Zahl der Segelschiffe 2299 mit einem Raum- gebalt von 517 343 Registertons brutto und 471836 Registerwns netto, die der Schleppschiffe 259 mit einem Raumgebnlt Von 86 701 Re istertons brutto und 81981 Registerwns netto und die der Damp?“ 1762 mit einem Raumgebalt Von 3121412 Re- brutto und 1915 475 Registertons netto be- Unter den Segelschiffen befanden fich am 1. Iannar 1907 58 Schiffe mit mehr als drei Masten, _ 169 dreimastige, 1586 zweimafiige und 505 cinmastige Schiffe. Von den Schlkpp- schiffen führten 141 Masten, 138 nicht. Von den vorhandenen Dampfern Waren 42 Räbsrbnmpfer und 1791 Schraubendamvfer. Die Verteilung auf die einzelnen (Größenklassen war bei dnn drei SYiffsgatiungen sebr Verschieden. Unter den Segelschiffen waren der Za [ nach die kleinen Fabrzeuxxe am stärksten Vertreten, und xwar die

cbiffe Von 30 bis unter 50 Regisiettons mit 35,2 %, die unter 30 Registertons mit 27,0 0/0 und die bon 50 bis unter 100 Register- tons mit 22,3 0/0 aller Seaeiscbiffe. Die größte Zahl der Schleppickßiffe enifiel auf die (Größenklasse Von 200 bis unter 300 Re- gistertons mit 29,0 0/0 aller Schleppschiffr, demnächst auf die (Größen- klassen von 300 bis unter 400 Registertons mit 17,2 0/0 und bon 100 bis unter 200 Registertons mit 16,8 0/0- Bei den Dnmpfscbiffen fand eine gleicbmä igere Verteilung auf die einzelnen (Größenklassen statt. In beträcbtii erer Anzahl vorhanden waren nur Schiffk zwiicbon 100 und 200 Registertons Raumgebalt mit 13,4 0/0 aller Damvfschiffe, so- dann solche von 50 bis unter 100, bon 200 bis unter 300, Von 800 bis unter 1000 und von 2000 bis unter 2500 Registertons (7,10/0, 6,7 0/0- 5,9 0/0 und 5,7 0/0)“

istertons etragen batte.

Von der im Kaiserlichen Statistischen Statistik der Reichstagswahlen von der zweite Teil als Ergänzungsbeft zum 111. „Viertel- jabrsbeft zur Statistik des Deutschen Reichs“, Iabrgann 1907, erschienen. Der Inhalt ist in vier Tabelien egliedert. Tabelle 1 gibt für die Staatxn und Landesteile eine Ueberizicht übcr die Gesamtzahl der bei der Hauptwahl am 25. Januar 1907 für die

Amt bearbeiteten 1907 ist jest

“Kandidaten der einzelnen Parteien abgegebenen gültigen Stimmen

und über die Zahl der bei der Haupt- oder SticbWabl gewählten Abgeordneten je er artei. Tabelle ][ enthält die enisprecizenden Angaben sowie en kamen und die Parteisiellung des gewahlten Abgeordneten und zum Vergleich die arteivertretung nach der Wahl von 1903 für eden der 397 Wabl reise. In der Tabelle 111 sind die Namen sämt icher für die lc te Reichstagswahl auFelteliten Kandidaten, soweit sie in einem Wa [kreise mehr als 25 tmmen erhalten haben, aufgeführt, und zwar einmal in alpbabetischerReiben- folge mit Angabe der Wablkreilse, in denen fie kandidiert haben, und der Zabl der in kedem Wah kreise für sie abgegebenen Stimmen, sodann nach Wablkre sen eordnet, mit Angabe der Ge enkandidaten und der auß jeden entiailenen Stimmen. Hierna sind für die Hauptwa len am 25. Januar 1907 im ganzen 1215 Kan- didaten auf estellt ?ewesen mit dem Erfol , daß sie mehr als 25 Stmmen 11 einem Wa [kreise er alten haben. Da- von waren 1125 nur in e einem ablkreise und 90 gleichzeitig in mehreren Wahlkreisen als andidaten aufgestellt. Von den 1125 nur in je einem Wahlkreise aufgestellten Kandidaten wurden 216 bei der Haupt-

„wabl ßewäblt, und 289 kamen in die Stichwahl; davon wurden noch 147

bew“

t. Von den 90 mebrfachen Kandidaten waren 53 in ée zwei Wahl- eisen aufgestellt; von diesen wurden 9 in je einem Wa

lkreise bei der

ÄHilmi Pascha eingeführten Kaima- * v

Hauptwahl gewählt, und 11 kamen in je einem Kreise in die Stichwahl, ; von denen 4 gewählt wurden; 2 Kandidaten kamen in beiden Wahlkreisen,

in denen sie aufgestellt waren, in, die Stichwahl, bei der einer in beiden Kreisen gewählt, der andere ni tgewäblt wurde. 14 Kandidaten * waren in je drei Wahlkreisen auf este 1; davon wurden bei der Haupt. ;. e einem Kreise in die : , andidaten waren in je vier Wahlkreisen aufgesteÜt; davon kamen nur 2 in e einem Kreise in die :; Stichwabl, und von diesen wurde einer gewählt. 4 andidaten waren in ?x- je fünf Wahlkreisen aufgestellt; davon kamen 3 in je einem Kreise in die 5 Kandidaten waren in je se s Wahlkreisen auxgesteüt; davon wurde einer bei der Hauptwahl in 5; einem Wahlkreise ewablt, ein anderer wurde gleichfa11sin einem Kreise Wählt und kam n einem zweiten Kreise in die Stichwicibl,iin dier er ;? n e e nem

wahl 6 in je einem Kreise gewäbt 3 kamen in Stichwahl, von fenen noch 2 gewäblt wurden. 7

Sti wahl, von denen einer gewählt wurde.

edocb nicht gewählt wurde" außerdem kamen 2 Wahlkreise in die Stichwabl, von denen wurde. Ferner

reise gewählt; einer (Bebel) in elf Kreisen,“"2r wurde ebenfalls bei der Hauptwahl in einem Kreise gewählt; einer (Dr. Spaan in zwölf Kreisen, er wurde in einem Kreise gewählt un kam in einem anderen Kreise in die StichWabl, jedoch Erfolg; einer (bonCzarlinski) in 21 Kreisen, er wurde Hauptwab! in ziveiKreifen gewahlt ; einer (CbociSrewski) in 25 Kreisen, obne gewahlt zu werden; endlich einer (Erzbergers in 51 Kreisen, er wurde in einem derselben bei der Hauptwahl gewä lt. TabeUe “17

enthält die Bestandteile der Wahlkreise und die Ziffern ihrer Vea,

völkerung am 1. Dezember 1905 unter Angabe des Anteiles der

ebangeliscben und der katholischen Bevölkerung. Als Anhang ist dem Heft eine zebnfarbige schematische Karte beigegeben, welche die durch die Wahlen erzielte Parieibertretunq jedes Wahlkreises unter Angabe *“

der in der Stichwahl unterlegenen Partei erkennen läßt.

Zur Arbeiterbewegung.

Die Arbeiter in den städtischen Gasrevierinspektionen Berlins nabmen in ihrer le ten Mitgliederbersnmmiunq zu den Aus- führungen des Stadtrats amslau in der Sißung der Gaswerk- dcputation zu den neuen Forderungen der städtischen Gas- arbeiier Stellung. Einstimmig Wurde, wie die „Voss. Ztg.“ mit- teilt, folgende Erklarung angenommen: Revierinspekiionsarbeiter _protrsiieren lebhaft gegen die führungen des Herrn Stadtrat Namslau, die die eingereichten Forderunnen in einer Sißung der Gaswerk- deputation gemacht worden sind. Weiter siellkn sie fest, daß diese

Forderungen bon ihrer Seite aus aufgestellt und demzufolge auch ' Ferner verwahren fick) die Ver- .

ibrem Verlangen ganz entsprechen. sammelten gegen den Vorwurf, daß die städtischen Arbeiter ibre Angelegenheiten in Versammlungen erledi en. Sie betrachten dicien als einen Eingriff in das geizeßlicb gewährleistete

Koalitionsrecht und werden sich das Recht, von diesem den aus- zumal das

giebigsten Gebrauch zu machen, nicht nehmen lassen, Vertrauen zu dem Arbcitnrausschuß durch die Behandlung und Er- ledigung der bisher eingebrachten Anträge, als auch dureh die eng b:?renzten Bestimmungen für diesen, vollständig verloren granngen ist. D e Versammlung verlangt daher ein zweckentsprccbenbes Reglement

für den Arbeiterausschnß, um in der Lage icin zu können, ihre Am I

trä e und Forderungkn den bestimmungs- und bewiliigunzsfäbigkn Ithanzen unterbreiten zu können.“

Arbeitsstellen fast vollzählig durcb Ersavleute zu beseßen. Arbeiter, die den Ausstand mitmachten, Arbeitsstätte.

Der Ausstand der Maurer in Crefeld ist, nach demselben 7

Blatts, nacb dreimonatiger Dauer beendet worden. Die Arbeiter nehmen die Arbeit bedingungslos wieder auf.

Nach fünfwöchiger Dauer hat der Ausstand der Gießer in Wien mit einem Kollektivvertrag auf drei Jahre geendet. Die Unternehmer haben, wie die „Köln. Ztg.“ erfährt, den Gießerei- arbcitern weitgehende Zugeständnisse gemacht. u. a.: Herabsesung

der Arbeitszeit um zwei Stunden wöchentlich auf 55k Stunden, *

(Erhöhung der Mindestlöhne für Hilfsarbeiter, Gußpu er, Kern-

macher und Gießereischlosser zwischen 5 und 9 Heller für d e Stande, *?

hygienische Einrichinnacn, böbere Entlohnung drr Uebersiundenarbeit,

Verbesserung der Werkstättenorbnung. In einem Znsaßübereinkommen L ug-ständnis, ; isber sie zu

erzielten auch noch die Former das anfangs Verweigerte daß das Ausleeren und Ausschla en der Formkästen, das besorgen batten, nnn Hilfsarbe tern übertragen werden soll. Der Vertrag läuft bis zum 30. September 1910.

Londoner Blätter melden, das; die Mehrzahl der Leiter und

Direktoren der Eiseirbabngesellscbaften, mit Ausnahme von

einem oder zweien, die noch unschlüssig sind, ihren Standpunkt gegen- über den Forderungen der Angestellten nicht aufgeben onen.

Kunst und Wissenschaft.

Die ybnsikaliscb-matbxmaiiscbe Klasse der Königlichen Akademie der Wissenscbcriten bielt am 24. Oktober unter dem Vorsis ibres Sekretars Herrn Waldeyer eine Siyimg. Zunächst sprach Herr Helmert über die Bestimmung der Höhen- lage der Insel Wangeroog durcb Messun gen im Jahre 1888. Die von seiten des KöniÜlicb preußischen im Anschluß an frübere rbeiien zur Bestimmung der öbenlage von Yelgoianb und Neuwerk ausgeführt. Sie bieten 8 n besonderes

ntereffe dadurch, daß sie Jesiaiten, die Aenderung der Strahlen- brechung mit der e in er Nähe des Meeresspiegels abzuleiten, für wslchen Zweck besonders Formeln aufzustelien waren. _ Der- elbe berichtete über den Stand der großen afrikanischen

reitengradmefsung in der Nähe des Meridians von 300 östl. Länge. Dr. Rubin bat die englischen Arbeitenvon Süden ber bis nahe an den Tanganjika heran fort esevt; hier in also das deutsche Gebiet erreicht. Nördlich von die em werden die ennlischen Arbeiten demnächst beginnen. Es tritt somit nun an das Deutsche Reich die Ausgabe beran, das großartige wiffenschaft1iche Unter- nrbmen auth auf seinem Gebiete zur Durchführung zu bringen. _ Vor elegt wurde das Werk E. Fischer, Untersuchungen in dcr uringruppe (1882_1906). Berlin 1907.

In der an demselben Tage unter dem Vorsive ibres Sekretars Ferm Vahlen abgehaltenen Siyitng der pbilosopbisch-lckistori- chen Klasse las Herr Diels uber Melampus' „:,-22 „““-47;- und die verwandten ZuckunÉsbüther des Orients und Occidents. Die vorgelegte usgabe des Melampus wird in drei VeYonen wiedergegeben, von denen die erste wiederum drei ertreter zählt. Die Untersuchung beschäftigt sich ferner mit den Quellen des Melampus und seinem Zusammenhang mit der übrigen weitverzweigten Palmomantik.

?. .4. Der Gurlittsche Kunstsalon bat die Reihe ciner Winterausstellungen mit einer Sammlung von Arbeiten Tbéo ore Géricaults erö net. Göricault darf zu den Babubrechern der modernen französi (ben Kunst gerechnet werden. Trotz des frühen Todes _ er wurde nur 33 Jahre alt _ und troßdem er zu seinen Lebzeijen keine volle Anerkennung fand, bat er den tiefgehendslen Ein- F? auf die Entwicklung der französischen Kunst gehabt. Ein

6 acroix und ein Delaro e gingen die Wege, die er gewiesen batte, und selbst in Courbet s eint er noch einmal wieder aufm eben. Unter seinen Zeitgenossen erhebt er sich wie ein ungestümer Riese, die verblaßten Ideale einer absterbenden Zeit werden von dem Neuen, das er bringt, in den Hintergrund gedrängt. Er über-

Me ungen wurdcn Geodätiscben Instituts

. Kunst

noch einer gewählt“ war noch“ ein Kandidat (Haase) gleichzeitig in' sieben Wahlkreisen aufgestellt, obne gewählt zu werden; einer * (?Gröber) in neun Kreisen, er wurde bei der Hauptwahl in einem ,

obne ' in der »

„Die versammelten _ Aus- “_; in bezug auf '

Aus Blankenburg wird der „Köln. Ztg." gemeldet, daß die _j Aussiändigen der Harzer Werke den Ausstand Verloren haben. Der Dirri'tion ist es gelungen, dort und in Sangerhausen die . Zahlreiche

Verlieren dauernd ibre

tri onometriscbe ' -

springt die galante Zierlichkeit der Rokokozeit und schließt si un- mitteibar an die ewaltigsten Erstbeinungen der neueren Kuni, an Rubens und Mi el Angelo, an. Und es ixt ein ZeiZen für seine Kraft, daß er von ihnen lernen darf .und da ei enug igenes brsitzt, um ihre gewaltlikzen Formen mit dem Leben se ner Zeit zu erfüllen. Er wirkt übera modern und weist, auf der Vergangenheit fußend, uTleich in die Zukunft hinein. Ein Rodin und ein Courbet ba en sich in den Bahnen, die er bestimmte, entwickelt. Vielleicht an keiner zweiten Erscheinung kann uns der unterschied der französis en und deutschen Kunxt in dieser Weise klar werden. Wo ha 11 wir in den Anfän en un erer modernen eine Persönlichkeit von o glühendem irkiichkeitssinn, wie Gér cault, die sich dessen bemäcbt gt was der Tag bringt, und, dies monumental gestaltend, in das Reich bober Kunst bebt? Wo einen Künstler mit diesem Verständnis für die farbi e Erscheinung? Wo einen Zeichner von so rück cbtslosem Naturalsmus, der doch nirgends beim Stofflicben sieben leibt? Es sicherte der französischen Kanji fast auf ein Jahrhundert binaus ibre Ueberlegenbeit, daß ein Gen e wie Géricault an ihrer Wiege sieben durfte.

Aus den hier bereinigten Bildern kann man wobl einen Eindruck von Géricaults Kunst ewinnen, wenn die bedeutendsten Weike aucb fehlen. Doch finden si einige seiner Llänzenden Pferdestudien, die in der feurigen Beiveguna und dem unges ümen Leben, das jede Muskel schwellt, von wunderbarer Kraft sind. Ein sonderbar individuelies Leben hat der Künstler ihnen xingebaucbt, das einen fast dämonischen

ber auf den Besehauer ausubt. Daneben sind die berühmten drei

arrenbildniffe ausgestelit, zwei Männer und eine Frau, die Géricault für einen befreundetkn Arztmalte. In der Wahl dieser Motivezeigtsicb sein rücksichtsloser NaturaliSmus, in der Durchführung treten der länzende Psychologe und der feinsinniae Maler in den Vordergrund.

uch eine von den Studien aus Pariser Hospitälern, die Géricauit für sein gro es Hauptwerk .Das Notfloß der Fre atteMedufa' malte, ist bier zu se en, und bei aliem Schrecklichen es Vorwurfs ist die Studie bewundernswert in dcr Ausdruckskraft und seelischen Vertiefung, die [ on in diesem Entwurfstecken. Drei orträts, ein Iugendbildnis von i m selbst, ein Ne,;„erbild mit starken arbigen Kontrasten und ein Entwurf zu dem brrubmten .Carabinier“ des Louvre zeigen den Künstler auch von dieser Seite seiner Begabung. Allen Arbeiten e- meinsam ist ein Hindrängen zum Typiscben und die wunderbare G ut der Farbe. Endlich ist noch das auch landschaftlich sehr großartige Gemalde „UÜUGSUN'S Ü'Qkk-11101'10“ mit den vorwärts jagenden Pferden zu erwähnen, und eine kleine plastische Gruppe ,Zai re) 61. Zaaobandg“, die sebr unmittelbar den starken Einfluß MiÖel ngelos verrät. Sie ist so außerordentlich schön in der warmen Be- seelung der Körper und der [kbensv011en Gruppierung, daß man wobl bedauern kann, daß Göricaults früber Tod ibn daran hinderte, gerade in der Plastik sicb weiteriuentwickeln,

Noch eine zweite Sammrlaussteliung bringt der Gurlittscbe Kunstsalon, Landschaften, Stilleben und Porträts Albert au- eisen's, eines Karlsruher Künstlers. Haueiscn ist in seiner rt zu Eben, besonders in seiner Naturauffasiuna, entschieden stark bon

boma beeinfiußt Er schildert die süddeutsche Natur, weite Land- schaftsblicke, im Sonnendanst fiimmerndes Land, ferne Höhenzüge, reisende Felder, Menscben, die ihre gulaffene Arbeit im Freien verrichten. Aber die Arbeiten sind flückxtiq, obne eindringende Vertiefung gemalt zicmlicb rob in (Zeichnung und Farben- auftrag. Am beiten wirkt diese Manier noch in den Bild- niffen, die durch die etwas kreidige, fast licht- nnd schatten- lose Behandlung und die rubine, nicht obne Größk cg-bene Haltung an Fresken erinnern. Die Stilikben, besonders die5 lumrn- stücke, sind kräftiger, sowohl in der Zeichnung wie in der arbe. Von Einzelarbeiten sind Hagemeisters winterlikbe asteliands aficn zu erwähnen, daneben Haber manns feines Mädchen ild, das sich sebr deutlich an japanische Vorbilder anlehnt, sich aber durch große Anmut aus- zeichnet. Einige wricbr Landschaften bon Burniß, kin kikiner Ubde, ein paar schöne Landschaftkn von Burgsr und ein besonders feines, fiimmungsvolles Bildchen von Ioskf Israels, ein Hirtenmädchen mit Schafen auf dämmriger Heide» besch1ießen die Sammlung.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiteu uud Absperrungs- maßregeln.

Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheitsn.

(Aus den „Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheitsamts', Nr. 44 Vom 30. Oktober 1907.)

Pest.

Aegypten. Vom_12. bis 19. Oktober Wurden 5 neue Er- krankungen (und 5Todesfalie) germ'ldet, davon 3 (3) in Alkxandrien und 2é2) in Port Said.

A gier. _Die in Oran angestellten Ermiitcinngen haben er- geben, daß wab"rend der zweiten Hälfte des September dort mehrere bestberrackotiqe Krankbeiisfälle beobachtet waren, von denen 5 _ darunter 4 tödlich verlaufene _ bei der bakteriologisckpen Unter- uchung als Pestfälle sicb erwiesen. Die1e_(8rkrankungen sind bei

onen aufgrtrxten, die auf den Kais des „Hafens beschäfti t waren, glei zeitig mit einer durch Pestbazillen Verursachtcn Sterblicbßeit unter den Ratten.

Am 14. Oktober ist'in Oran ein neuer Pestfai] ermittelt worden.

Britisch-Osiindien. Vom 8. bis 14. Septembkr sind in YM Indien 7080 Personen an der Pest gestorben und 9754 neue

rkrankungen gemeldet. Von den Todesfälicn betrafen 4753 _ also mehr als :", der Gesamtzahl _ die Präsidentschaft Bombay, darunter nur 18 die Stadt Bombay und 4 das Stadt- und Hafen- ,]ebiet von Karachi, aber 1574 den Bezirk Sata ra und 1247 die Land- ch§1ft Kolbavur mit dem südlichen Mabratta. Ferner kamen 793 5 esttodesfälle auf die Zentralprovinzen, 581 auf den Slant My ore, 311 au_f das Punjab, 19) auf die Präsidentschaft Madras, 124 aus die Vereinigten Provinzen, 100 auf den Staat Hyderabad, 86 auf Bengalen, 75 auf Zentralindien und 67 auf Burma.

Hongkong. Vom 4. bis 31. Aunusi wurden in der Kolonie 15 Pestrrkrankungen (davon 11 in der Stadt Viktoria) mit_ töd- lichem Ausgange fesigesielit.

binn. In Amoy wurde (Ende September die Pest als er- loschen erachtet nachdnm sie Vom 15. bis 21. d. M. noch täglich etwa 2 bis 3 Todesfälle veranlaßt hatte, in der Woche darauf aber keine Erkrankung mebr fest,.esteüt war.

Mauritius. Vom 9. August bis 5. Sextember wurden auf YFM! 10 neue Erkiankungcn und 7 Todesfä e an der Pest fest- g e .

anzibar. In Zanzibar ist am 17. Oktober wiederum ein Pest all festgestellt worden.

Vereinigte Staaten von Amerika. In der Zeit vom 28. September bis 5. Oktober sind in San Francisco 13 neue Leskfäus und ] pestverdäcbtige Erkrankung gemeldet worden. In den

tädien Oakland und Berkeley, welcbe, obwohl in einer anderen Grafschaft gelegen, doch als Vorstädte bon San Trancisco gelten können, wurden innerhalb der bis um 4. Oktober (1 elaufenen vier Kochen 5 Pestfälle, die alle tödli endeten, festgeste t; in Oakland batte man auch eine Pestratte gefunden.

Am 18. Oktober ist auch in der Ortschaft Seattle des an der Westküste gelegenen Staates Washington ein Pesttodesfall (bei einem Chinesen) fest estellt worden.

Brasilien. éIn Bahia wurden vom 1. September bis 2. Oktober 23 Pestfäile, darunter 16 mit tödlichem Ausgang, gemeldet.

Pest und Cholera.

Britiscb-Ostindien. In Kalkutta starben vom 15. bis 21. September 11 Personen an der Pest und 31 an der Cholera.

Cholera.

Nach amtlichen Ausweisungen sind vom 9. bis

Ru ? la nd. er an der Cholera 1657 Personen erkrankt und 608 gestorben.

19. Okto

Von diesen 1657 Erkrankungen (und 608 Todesfällen) entfielen 636 (111) auf das Gouvernement Kiew, 187 (89) auf die Gouverne- men s an der mittleren Wolga (Simbirsk, Saraiow, Pensa, Kasan, Nischni Nowgorod), 111 (52) auf die (Gouvernements an der unteren Wolga (Asiracban, Samara, Orenburg), 146 3130) auf die neurussiscben (Gouvernements (Iekaterinoslaw und * onscbes Kofakengebiet mit der Stadt, Rostow), 39 (16) auf die kleinrussiscbxn Gouvernements (TMernigow, Pol- tawa, Charkow), 17 (5) auf die oskauer Industrie- ouvernements (Kostroma, Jaroslaw), 3 (3) auf ie Ural-Gouvernements z(Wjatka, Ufa), 6 (3) auf die zentralen Ackerbauqouvernements ( ursk, Réäsan), ferner 35 (9 auf die Stadt Baku im südlichen Kauka us, 349 (166) auf ibirien (Jenisseisk, Irkutsk, Tomsk, Tobolsk) und 128 (65) auf die Steppengebiete (Akmolinsk, Semi alatinsk).

In die füanrankenbäuser der Stadt iew, in denen Abteilungen für (Cboierakranke einaerichtet sind, wurden bis zum 17. Oktober 446 und bis zum 20. Oktober vor!; weitere 265 Cbolcrakranke ein- geliefert, von denen zufolge einer Mitteilung vom 21. Oktober im ganzen 142 gestorben sind. Außerdem wurden angeblich in Yribat- wohnungen zahlreiche Cbolerakranke bebankelt. Die Untersu ungen des Dnievrwassers oberhalb der Rieselfelder haben, wie unter dem 2i1chtOktokÖer mitgeteilt wird, das Vorhandensein von Cbolerabazillen n crge en.

Als besonders berseu t von der Cholera wird außer den Städten Iekaterinoslaw undi ostow u.a. auch die Hafenstadt Mariu- pol am Asowsckpen Meere genannt.

Cboleraberdächtige Krankheitsfälle nd zufolge einer Mitteilung

omel des Gui). Mobilew

vom 18. Oktober u. a. in der Stadt beobachte! worden.

China. In der internationalen Niederlassung von Schanghai sind Vom 26. AUJUst bis 8. September 194 Chinesen der Cholera erlegen und 10 N chtchinesen erkrankt.

In der Cbinesensiadt bon Tientfin sind vom 28. August bis 15. September 111 Personen, d. s. 29,2 0/0 aller (Gestorbenen, unter choleraberdäcbtigen Erscheinungen aestorben. Die Regierung hat strenge Maßregeln gegen das Umsicbareifen solcher Er- krankungen getroffen, u. a. alle Wafferverkaufssicllen, Restaurants und Hotels einer besonderen Aufsicht unterworfen.

Iapnn. Vom 11. bis 21. September wurden in den Ver- w.:iiungsbezirken Nagasaki, Fukuoka, Yamaguchi und sonst im südlichen Japan 205 Cboleraerkrankunaen (und 109 Todesfäüe) beob- achtet, davon 64 (9) in der Stadt Moji, 32 (26) in der Stadt Schimonoseki aber nur je 1 (_) in den Städten Nagasaki und Fukuoka. Außerdem waren in den genannten Bezirken während der: selben Zeit 180 choleraverdäcbtige Erkrankungkn mit 91 Todesfällen gemeldet worden.

In Yokohama war der erste Cbolerafakl am 11. September an Bord eines japanischen Bootes Vorgekommen; von den 17 weiteren, in der Zeit vom 22. bis 29. September fesinestellten Fälikn, Von denen 13 tödlich berliefen, sind 14 unter der seeiabrenden Bevölkerung im Hafen, 3 auf dem Lande auf etreten.

In KllUUJ auf Formoßa ist am 9. Septsmber ein Ver- einzeiter Cboleraiodesfall festgestellt worbkn.

Gelbfieber. Es gelangten zur Anzeige in ara Vom 15, bis 21. September 6 Erkrankungen (und 3 Todcsfäüe , in San José (Cosinrica) am 24. September 1 (_), in Palos auf Cuba Vom 1. bis 3. Oktober 3 (1), in Cienfuegos am 3. und 4. Scptember 2 (“ck. ferner in Manaus (Brasilien) vom 1. bis 14. September 3 Todesfäüe, in Guayana [ vom 1. bis 14. September 1 Todesfall.

Pocken.

Deuisches Reich. In der Worb: vom 20. bis 26. Oktober isi 1 Exkrankung in Czissek (Kr. Kosel, Reg.-Bez. Oppeln) festgestellt wor en.

Oesterreich. Vom 13. bis 19. Oktober in Wien 2 Er- krankungen. .

Hongkong. Vom 4. bis 31. Viktoria 3 Personen, sonst in der Kolonie no erkrankt und im ganzen 2 gestorben.

Fleckfieber.

Oesterreich. Vom 13. bis 19. Oktober in Galizien 14, vom 21. September bis 19. Oktober in der Bukowina 29 Er- krankungsn.

August nd in der Stadt 1, an den Pocken

Genickstarre.

Preußknk) In der Woche vom 13. bis 19. Oktober sind 36 Erkran ungen (und 20 Todesfälle) angezeigt worden in folgc'nden Rexgierun sbe irken l[Hund Kreisen]: Landespolizeibezirk Berlin 1 [Berlin], raus 95. An en 2 [Aachen Stadt, Aachen Land je 1], Arnsberg 11 (5) [Boebum Stadt 5 (3), Bochum Land 1, Dortmund Land 1 (1), Gelsenkirchen Stadt 2, _Herne 1 (1),

örde 1], Breslau 1 LObiau], Koblenz 1 [Koble'nz Land],

üsseldorf 7 (6) [Duis urg 1 (2) Essen Stadt 1, Essen Land 2 (1), Kempen ] (1), Mörs 2 (L)], ' karienwerder 1 1) (Stras- bura], Münster 1 (2), [Recklinghausen Stadt_ (1), Re lin11bausen Land 1 (1)], Oppeln 6 (4) [(Groß-Strebliß 1 (1), Kattowitz Land 3 (3), Lubliniß, Oppeln Land je 1', Posen3 (1) (Graw, Fosen Stadt je ], Schrodn 1 (1)]. Stade 1 (1) [_Iork], Tr er1

[Saarbrücken]. Verschiedene Krankheiten.

Pocken: Konstantinopel (Vom 7. bis 13. Oktober) 1, Warschau 6, Wien 1, Kalkutta (born 15. bis 21. September) 2 Todesfälle; St. etersbur ] Warschau (Krankenhäuser) 8 Erkrankungen;

leck ieber: Bdesia 5, St. Petersburg 1Erkrankungen; Rückfall- ieber: St. Petersburg 7, Warschau (Krankenhäuser) 8 Er- krankungen; Genickstarre: Belast (Vom 13. bis 19. Oktober), Dublin (desgl), Eoinburg e 1, lasgow 4, New York 9 Todes- fälle; Edinburg 1, New Yor 12, Rotterdam Vom 16. bis 22.0ktober) 1 Erkrankungen; Milzbranb: ch-Bezir e Gumbinnen, Magde- bur je 1 Erkrankung; Iniluenza: Berlin 2, Ma deburq 1, Lon on 10, Moskau 3, St. Petersburg2 Todesfälle; Ode a 36 Er- krankungen; Ankvlostomiasis: Reg.- Bez. Arnsberg 7 Er- krankungen. _ Mehr als ein Zehntel aller Gestorbenen starb an Scharlach (Durchschnitt alier deutschen Berichtsorte 1895/1904: 1,04 0/0): n Schiverin, Strttin _ Erkrankun en wurden gemeldet in Berlin 53, Breslau 27, in den Reg-5 e- zirken Arnsberg 117, Düsseldorf 224, Oppeln 203, in Ham- bur 38, Budapest 96, Edinbura 39, Kopenhagen 26, LondonkKranken- bäuiier) 820, New York 131, Obeffa 80, St. Petersburg 66, Wien 102; desgl. an Keu husten in Altenessen _ Erkrankungen kamen zur Anzeige in Kopen (: en 43, New York 25; desgl. an Typhus 1895/1904: 0,46 0/0): n Trier _ Erkrankungen wurden angezeigt in

udapest 21 London (Krankenhäuser) 32, New York 161, Odessa 91 St. Petersburg 93; ferner wurden Erkrankungen gemeldei an Masern und Röteln in Hamburg 48, Budapest 60, Kopen- a en 82, New York 113, Odeffa 72, St. Petersburg 38 Stock- oLm 25; desgl. an Di btberie und Krupp in Berlin 97,

reslau 46, in den Rega“ ezirken Düsseldorf 144, Merseburg 115, in Hambur 26 Christiania 31, London (Krankenhäuser) 179, New York 146, defia 27, St. Petersburg 135, Stockholm 24, Wien 79.

Rußland.

Die russtscbe Kommission zur Bekämpfung der Pest cfabr hat das Gouvernement Charkow tür- cbolerabedro t erklärt. (Vergl. ,R.-Anr.“ vom 25. Oktober d. I. Nr. 255.)

') Die Angaben aus dem Reg.-Ve|. Cöln fehlen.

Aegypten.

Der internationale Gesundheitsrat in Alexandrien hat beschlossen, gegen erkünfie aus Mytilene das Pesireglement in den agypti chen Häfen zur Anwendung zu bringen.

Cöln, 31. Oktober. (W. T. B.) In ien levien Tagen sind bier 7 Typhuserkrankungen vorgekommen. Unter den Erkrankten befinden sich mehrere Kinder aus dem städtischen Waisenhaus. Ein Mädchen ist bereits gestorben.

London, 31. Oktober. (W T. B.) Wie „Daily Chronicle“ aus Malta erfährt, Waren gestern in Tunis sechs Erkrankungen an B ubonenpest zu verzeichnen, von denen zwei tödlich berliefen.

Tunis, ]. Nobember. (W. T. B.) Der Gesundheitsrat be- chäf1igte sich in seiner gestrigen Sisung mit der bier aufgetretenen

estepidemie. Von den bisher vor;;ekommenen sieben Erkrankungen nd drei tödlich verlaufen. Der Herd der Seuche scheint eine Möbel- abrik zu sein, die sechzig Arbeiter beschäfti t. Sie ist beute nieder- gebrannt worden. Die Kranken wurden ist) ert und ibre Wohnungen desinfiziert. Im Hafen wie in der Stadt wird ein Vernichtungskrieg gegen die Ratten geführt. Man sieht der Ankunft von Peyiserum entgxgen. Seit gestern morgen ist keine neue Erkrarkung gemeldet wor en.

Rio de Janeiro 1. November. (W. T. B.) Der Dampfer „Orléanais' ist von Marseille bier eingetroffen. Während der Ueberfabrt sind zweiPersonen gestorben und fünf untkr verdächtigen Erscheinungen erkrankt.

Verkehrsanftalten.

Laut Tslegramm aus Rofenbrim sind die heute früb in Berlin fan gewesene Ueberscevost und die Post von Vologna-Ala inßonke von Entgleisung eines Schnelizuges am Brenner nicht ein- ge ro en.

Theater und Musik.

Konzerte.

Der als Valiadensänger bochgeschäßtc Kammersänger Hermann (Guru Veranstaltete am Montag im Beethobensaal einen modernen Liederabend. In drei Abteilunaen brachte er Tondicbtun en von F. Weingartner, Tb. Streicher und R Strau zu (Gehör. es Sängers bobe Begabung, jegliches Tongemälde far enpräcbtig zu ge- stalten, fesselte durchweg; sie vermoYe zum Teil auch den Mangel an sinnlichem Klangreiz seines rgans zu Verdecken. Von Weingartners Liedern mußte die bekannte „Plauderwäsche' wiederholt werden; am!) die eigene Art der Tondicbiungen Streichers fand lebhafte Würdigun ; die berzlicbsie Anteilnahme blieb jedoch den Liedern Von R. StcauY mit ihrem starkxn Stimmungsgebait und lebendigen „Temperament Vorbehalten. _ An demselben Montag brticn die zahlreichen Verebrer der reichen Kunst eines Iobannes Messchaert die Psié'freudce, diescn Mristrrsinget wieder im Vollbesiß feiner ittel im Mozartsaal zu börcn. Wenn man Hsrrn Professor Messehaert auch zu An- fang vielleicht noch gcringe Spuren der Indisiwsition anmerkie, die ihn nejwungen batte, sein für den 5. Oktober angeseßtes Konzert zu verschieben, so schwandcn sie im Verlaufe dieses populären Liederabends immer mebr und die Gesänge von Löwe, Lange-Müller, Sinding, Grieg und Schubert gewährten, mit boliendeiem Können vorgetragen, wie immer boben Genuß. Eduard Bebm als Be leiter unter- stüßte den Sänger durch sein vornebm-künstlerisches itgeben auf das wirksamste,

Am Dienstag gab im BeetbOVensaal der bier durch sein wiederholtes Auftreten sebr Vorteilhaft bekannte Kontrabaßvirtuose Sergei Kussewiyky ein Konzert, unter Mitwirkung der * nen Nicolaus Medtner (Klavier) und Henry Casadesus Viole d'Amour), mit dem er abermals einen starken Erfolg erzielte, Er verstand es wiedér, seinem un efügen Instrument Töne von ieffelndstem Reiz zu entlocken, und Lpielte das Konzert in (*I-Dur von Mozart und das „Kol-Nidrc" von Vruch nicht nur mit der feinsten technischen Ausfeilung, sondern auch mit starkem musikalischen Empfinden. StürmisÖxn Beifall rief eine Sonate bon Borghi für Kontrabaß und Viele d'Amour berbor. Diese enthält ein siimmunzsvolles Larzo und eine reizbolie Gigue, welcbe lkvtere die anmutig-xierlicbe Tändelei der Rokokmeit charak- teristisch berborzaubert. In Herrn Casadesus batte der Konzertgcber einen ibm ebenbürtigen Partner. Die Leistungen des mitwirkenden Pianisten standen nicht ganz auf gleicher Stufe, sein Anschlag erfchien siwas hart und trocken; einige Stücklein eigener Komposition, die er vorfübrte, erwiesen sich als musikalische Bagatellen. _ Die glei zeitig Von Louise (Clemens im Theatersaal der Königlichen och- scbule für Musik gebotenen Kiaviervorträge Verrieten reichlich die Anfängerin; alles erschien noch unausgeglicbsn; besonders die Gedanken- giiederung wies einen beträchtlichen Mangel an Klarheit auf. _ Die erren rofessoren Au ust Schmid-Lindner und Max Schi lin s atte'n si-b, lei falls am DienStag, zu einem Konzert im Biüt ncrsaal vere nigt. Max Schillings ließ durch das Moxa rtorch ester, das er während des Abends leitete, zwei seiner eigenen Kompositionen zu (Gehör bringen: das Vorspiel zurn 2. Akt von „Ingwelde' und das Vorspiel („Spielmanns Leid und Lust") zum 3, Akt seinerOber „Der Pfeifertag' ; die beiden diesmal schonbekannten und geschäßten Orchesterwerke erfreuten sich aucb kieSmal der lebhaften Würdi- gung von seiten des Publikums. Außerdem standen neuere Werke für Klavier aüein und auch mit Orchesterbegleitung auf dem Programm. Frederik Delius' Klavierkonzert mit Orchester wies mancherlei Vor- züge auf; es lief; durchgännig dcn feinfühligkn, gebildeten Musiker er- krnnen, der, wie in feiner Oper „Romeo und Julia auf dem Dorfe", ein großes technisches Können frei zu verwerten weiß; eine eigentliche Ursprünglichkeit der Erfindung war jedoch auch diesem Werk nicht eigen, obgleicb es dnrch den leichten Fluß der Melodien gefiel. Professor Schmid-Lindner trug das Konzert wie auch ein anderes schon bekanntes von Felix Vom Rail) kiar und fließend im Ton und bornebm in der Auffassung bor. Paul Dukas' Variationen, Zwischensßiel und Finale über ein Thema von Rameau (für Klavier allein) ga wobl dem Pianisten Gelegenheit zur Ent- altung seiner Kunst; sonst sprach mebr Klü elei als Leichtigkeit d:; Gedankenfiuges aus dem Werk. _ Auserlekiene Genüsse boten um dieselbe Zeit in der Singakademie bie Leisiun en der Quartettver- einigung derHerren Dessau. Gebwald, Köne enn) Esvtnbabn. Infylae eingetretener Indisposition des als Mitwirkenden genannten Herrn iYroiesfors Berger wurde an Stelle der beabficbti ten erftmaligen

uffübrung eines Klavierquintetts dieses Komponi en Beet ovens G-Dur-Quarteit als eine wahre Pracbtleisiung zu Gehör ge kathi. Mit gleicher Meisterschaft and aucb dasjenige von Mozart in B-Dur Wiedergabe. Minder gün ig war der Eindruck, den ein StreiÖ- quartett in D-Moil, Op. 7, von Tnnéri'ekv, das [um _etfien Male sewieit wurde, interließ:e1ne thankenarbeit, bei der das Hen leer ausgeht. „- Stimmlcb gut „aufgelegt war am Dienstag im Mozartsaal Fräulein Marv Münchbofx, die dort einen opulärtn Liederabend Jb. Ibr fris r Gesane? tut dem duftigcn iam) und der leiéten ongebung, w rkte def siernd auf die Hörer. Namentlird war das bei den [(beim schen Liedern von van und de- neckiscben Walzer aus .Mireille' von Gounod Fan. der der Künstlerin außerdem KleWeii gab, ibre bedeutende Nebl- fertigkeit zu zeigen. Auch . Hirt auf dem Felsen" von Schubert, bei dem Herr Oskar SÖubett die Mate Klarlacke spielte, wurde rnit nnigkeit und feinem Empfinden vorarM-a. Klavierbe leitung f brteEduatd Beba mit L M aus. _ er ersie Kammermusikabend des K ina er-Quatte n Karl und ?ridolin Klin ler, ole !) vakind. Uribe: illiamsk m Saal Bech ein kardo- W Erfol e des eitel“ und L_? wird es Künst er wie dieie vier, cb zusammentun, um aus dem M _ der Main ben Hörern auserlesene Mammern vorzuführen. .-

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