1907 / 274 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 16 Nov 1907 18:00:01 GMT) scan diff

AuSgabe.

Der Kaiser:!i“ und Köni lick) östxrreicbisch-un“ arifche Vot-

Gesamtbetrag. .“

B e t r a g der baren Gewinne. der Freilose. .“ .“

897 117

1 336 531 1 819 963 2 385 395 37 534 380

258 667 258 667 258 667 258 667

638 450

1 077 864 1 561 296 2 126 728 37 534 380

Ueberhaupt 43 973 "386

Vorstehender Plan der 218. Königlich preußischen Klassenlotterie von dem vollständige, mit den näheren Erläuterungxnwe ebene Druckexe [are bei sämtlii'iZen König- lichen Lotterreemne mern unentgelt ich zu haben md, wird zur Ausfü rung ge racht, und es wird mit der Ziehung der ersten K asse dieser Lotterie am 10. Jan uar 1908 der An- fang gemacht werden. Die AUSgabe der Loze erster Klasse dieser Lotterie wrrd seitens der gedachten Einne mer nicht vor dem ersten Tage nach bcendigter Ziehung der fünften Klaffe der 217. Lotterie erfolgen.

Berlin, den 16. November 1907,

Königliche Generallotteriedirektion. Strauß. Ministerium für Landmirtschaft, Domänen . und Forsten.

dDer Titel Hegemeister ist folgenden Förstern verliehen wor en: Regierungsbezirk Frankfurt a. O.:

Arendt m _Drewißer Terrofen, Oberförsterei Neumühl,

Clausrus. m Rumpinsce, Oberförsterei Lubiathftieß,

Drubba m (Huschau, Oberförsterei Christianstadt,

Gansow in Window, Oberförsterei Krossen,

Grunzke in" Löbenbeide, Oberförsterei Hohenwalde, ermersdoxferin Rehberg, Oberförsterei Massin, offmann ur Eichberg, Oberförsterei Krossen, *ulrsch in_ Ktrniß, Oberförsterei Karzig,

Maß in Lmzmühle, Oberförsterei Neubrück,

Pahl m Neudamm, Oberförsterei Zicher,

Petermann M Plaaß, Oberförsterei Hangelsberg,

Schmrdt m _Messow, Oberförsterei Krossen,

Schuchardt m Brritebruci), Oberförsterei Kladow-Ost,

Spaß in Mrrzwrese, Obcrförsterri Brascben,

Sixtg m_Drahendorf, Oberförsterei Nrubrüci,

Stower tn Planheide, Oberförsterei Dammendorf,

St (Z [Z _ m Spreehqrst, Oberförsterei“ Neubriick,

Weiß tn, Schadewrß, Oberförsterei Dobriluqk,

Wessel m Lunfensee, Oberförsterei Lubiathfließ,

, Regierungsbezirk Magdeburg: Buss e m'Martenborn, Oberförsterei BischofSwald, Ieririch m Vogelgesang, Oberförsterei Leßlingen, Kntep _m Names, Oberförsterei Grünewalde, Senff m Paxförde, Oberförsterei Planken.

Ministerium der geistli en, Unterri ts- und Medizinalanße egezrheiten.ch

, . An der Elisabethschule in Berlin ist die bis eri e k“ - nnffan che .erlehreriw Kundt als Oberlehrerinh eringüRZ angxste t wo en. - 7

..- lk1'*vk§“x,_,„„Bei'anntmaci')ung.

Ws nackxstxahrtge Heerrsersa geschäft wird den- . _jungen Mannern, welche m dem eitraum vom 1. Ja: nuar bis 31. Dezember 1888 geboren sind, in Erinnerunq ge: bracht, dgß sie, zur Vermeidung von Nachteilen und Weite- xungen. nch mr_t Geburtssweinen, welche von den Standes- amtern kosteyfret auSJefertrgt werden, zu versehen haben.

Der Zeitpunkt fur die Anmeldung zur Rekrutierungs- stammroile Wird in der ersten Hälfte des Monats Januar k. J bekannt gemacht werden. '

Berlin, den_ 13K."November 1907.

Die Komglichen Ersaßkommissionen der Aushebungsbezirke Berlin. Frommel.

Personalvcränderungcn.

Königlich Preußische Armee.

KarlSrube, 7. Oktober. Fonck, Hau tm. v v - bause in Berlin, zum Komp. Chef in diesem JxvalidrnolxjatuZnechitFii, vlmbTZlisHingeanaln BZidiS'ÖN'dIM-t „Hohenzoliern', 9. No-

e. raumu er, -. m ar f t.5 .

Regt. Encke (Magdeburg.) Nr. 4 verseßei.ußar Regt, in das Fußart.

Rll]. (Königlich Württembergisrhes) Armeekorps.

Jm Sanitäiskorps. Stuttgart, 30. Okt 5 . Landois (Reutlingen), Unterarzt dérRrs., Dr.Knavp (FixiitlingZZZ, Unterarzt der Landw. 1. Aufgebots, - zu NYM. Aerzten brfördcrt. Yiirbéyrtickd (?)TZ-ottikrzetl)j SAiabechzt der Res., r. Cleß (Stuttgart),

arz er an iv. . nge ois, mit dr El [) der bisherigen Uniform, -- der Abschied beniilligtr. au nis zum Tragen

Beamte der Militärberwaltun.

Schloß Friedrichshafen, 19. Oktober. DugVauer, Korps- siabSapotbeker, unter Verleihung des Charakters als Oberstabs- W?CZYY seinen Antrag mit der geseßiiihen Pension in den Ruhe-

Stuttxiart, 7. November Sommer “lb - apotheker der Res., zum Oberapotbekcr ernannt. (Het MM), UU“

YichtamtlicheS. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 16. November.

' Der VundeSrat versammelte sick) beute u einer e = srßung; yorher hielten die vereinigten Ausschüssezfür RechYluZaZ- wekenxfurdas Landheer und die Festungen, fiir das Seewe en un fux Ersexrbabnen, Post und Txlegraphen, die vereinig en Ansichusse fur Rechnun swcsen, fur _das Landheer und die Festungen und für das eemesen sowre die vereinigten Aus-

schafter von S Sn - arich ist vom Ur auh zurück- gekehrt und hai Iii: G?schäfte der Botschaft wieder übe'r- nommen.

Laut Meldung des ,W. T. B.“ ist der heimkehrende TranSport der von S. M. S. „Sperber“ abgelösten Besaßung mit dem Reichspostdampfer „Lucie Woermann“ vorgestern in_ Sekondi eingetroffen und at an_ demselben fTatgesiétte Reise über Groß:Baffam nach onroma (Liberia) or ge e . -

S. M. S. „Tiger“ ist gestern in Tsingtau eingetroffen.

Sachsen-

Ueber das Befinden Ihrer Majestät der Königin- Witwe, dre sert einigen Tagcn erkrankt ist, wird vom „Dresdner Journal“ unter dem ILÜUJM DRUM folgendes Bulletin veroffentlicht:

Ihre Majestät die Königin-Witwe bat die vergangene Nacht unruhig Verbracbt. Die anhaltend gesteigerte Körpertemperatur und geringe Nahrungöaufnahme beeinflussen den Kräftezustand.

Großbritannien und Irland.

Der Kurs er iag, nach Meldungen des „W. T. B.“, auch gestern morgen Mit anderen Fürstlichen (Gästen im Walde zu Windsdr der Za d ob. Zu dem Frühstück fanden sich auch die_ Fursilichen amen ein. Am Nachmittag empfing der Kaiser „eiiie aus 16 Mitgliedern bestrhendc Abordnung 'der Universitat Oxford unter Führung des Kanzlers der Universität Ldrd Curzon, d1e_ ißm das Diplom“ eines Ehrendoktors des Zwrlrcchts ubrrretchte. Auf dic Ansprache Lord Curzons dankte der Kaiser m längerer Rede fiir die ihm zuteil ge: wordcne Auszeichnung.

_ DcmPremierministerSirHenri) Camp bell-Banner- man wurde gestern, eine von 136 liberalen Mitgliedern des Unierhauses unterzeichnete Denkschrift überreicht, in der eine HerabseßuztI der_AUSgabcn für Herr und Marine angeregt wrr . Die Drnkschrift erklärt, „W. T. B.“ zufolge, daß das Land sick) in gerin ercr Gefahr befinde, als es wahrend chr leßten 25 Jahre der Fall gewesen sei, dank dem frrundschaftlrchen Uebereinkommen mit Nußlcmd und rankretck) und den verbesserten Béziehungen zu Demschland. s Wird deshalb beantragt, das; das Armee: und Marine: budget fur 1908, wesentlich herabgrseßt werde. Dem Volke zriixuxsrenéHelegenhert gegeben werden, die Früchte drs Friedens en.

Frankreich.

Der Bericht des Deputierten M cssimr) über den Militär- etat'gverst „W. T. B.“ zufqlge nach, daß die Einfü2rung der zweixahrrgen Dienst eit notwendigerweise die volistän i e Neu- ordnung der bewa weten Macht cinschließlich der Hil sarmee nach . six!) ' 113th . rgu e. , er B_er,ichtersiatter hält es aber für moglr „„...-dre eb dxxzrit ,der Reservisten und des Landstuxm ohne a abzux'ürzen, voraUSgeseßt, daß der Dien ,“eme „ruderung erja re. Messimr) empfiehlt die Ernste (ZZ dex _. ekruten m hal jährigen Zwischenräumen, ';zwodureh: “du: “„krrlrsche Uebergan szeit vermieden werde, die“ die Armee ]eßt ]eden Winter urchzumachen habe. Der Bericht verlangt die progressive Herabseßung der Truppenzahl entsprechexid der Abnahme der Geburtenziffer, die durch eine umfangreichere .Heranérchnng der Eingeborenen in den Kolonien angcglichxn wsrden ollr. Besonders seien die Ein eborenen yon Algerie» wie man im Jahre 1870 grsehcn babe,?chr wohl tmstgnde, fur ernen_ruropaifchrn Krieg vortreffliche Truppen zii liefern. Der Brrrcht legt schließlich auck) großen Wert auf die Verwendung der modernen Erfindungen, wie des lenkbaren Luftschiffes, des Automobils und der Funkcntelegraphie.

Rußland. Der Kaiser Hat, „W. T. B.“ zufolge, esicrninß sk ' : Ssel'o den Präsidenten der Reichsduma gChomjaxFrw 0151 Audienz empfangen.

Spanien.

Die Ka mm er hat qesirrn, einer Meldum des „W. T. B.“ zufolge, das Budget des Ministeriums des Acuß'xrrn angenommen.

Schweiz. 'Das neue (Heseß iiber drn Erfindun s u , das d Paientscbuß, anch auf die chemische Jndusirgiesstßchnt, wireiJ „W. T. V.“ zufolge, am 1. Dszembcr in Kraft treten.

Serbien.

Auf der gestrigen Jahresversammlung der radi- kalen'Partei wurde eine Resolution angenommen, in der nach einer Meldung dcs „W. T. V.“, die Partei der Regie; rungfthr vollcs Pcrtraacn und die Hoffnung ausdrückt, daß Serb_1en_auch mettcrbm auf dem Wege wirischaftlicher Unab- hqngigkeit und der Stärkung seiner wirtschaftlichen Kräfte ge- irrte! meiden mo_ge. Die Vertreter der radikalen Partei seien _uberzeugt, daß die ngtrrung und die Mehrheit der Skupschtina 1msiande_srm werden, die erworbenen Freiheiten und die par- lamentarische Rr icrurZZSart gegenüber .unbesonncnen Angriffen der vereinigten pposrtionellcn zu erhalth und zu festigen.

Amerika.

Der Gouverneur von Kalifornien Hat, „W.T.B.“ zufolge, dre geseßgxbcndc Versammlung zum 19. d. M. zu einer außxrordentlickzen Sißung einberufen, um zu prüfen, in welcher Weise mati der gegenwärtigen Finanzla e abhelfen könne. . » Wie votxz „W. T. B.“ aus . ontevideo gemeldet mird, Hat _der Prasident Williman das EntlassungSqesuch des Ministers des Aeußern Dr. Nomen angenämmen. YFÉÉUY mr_stt VZzerantiaßt dir:)rck) f?iedeijrxisiweiliqr Lösun? des e e 1 rgen ruten, etre en e u ober e " Uruguays auf dem La Plata. F F h rr chaft

Asien. . Nach Ziner „Meldung des „Neuterschen Bureaus“ aus Stmla .verubte eme Bande von 50 Afridis in der Nacht Zum Mittwoch einen räuberischen Ueberfall auf die Ort- chaften Lachr urid Kohat. Sie ermordeten einen und verwundeten drei Einwohner, durchschnitten die Telegraphen-

verwundeten. Sodann entkamen sie unter Mitna ** Gewehrextxrxiund viel Yunitisozi. K hme von mer - er amer ani e anonenboote md ' - „Trilzune“ erfährt, vor Schan_ hai erschienen, sweilni;e &; Provinz Tsche-Krang, wo engit che Waren boykottiert find eme starke fremdenfemdltche Stimmung herrscht.“

Parlamentarische Nachrichten.

Dem Reichstage ist der am 27, Augut d. . i ' unterzeichnetßVertrag zwischén dem DHUksZennIYeirY und den Niederlanden über Unfallversicherung zu: gegangen.

Bei der Ersaßwahl eines Mitgliedes des an e Abgeordnetrn, die am 15. November in den KreisesnsLZZT urid (Heestemunde staitfand, fielen nach amtlicher Feststellung wre „W.'T. B.“'brr1chtet, yon 286 ab eqebrnen StimmUZ auf Grheimrat Wrtimg (nailtb.) 199, an? Allers (Bund der Landwrrte) 87. Witting ist somit gewählt.

' Koloniales.

Die Station Sandverbaar der Eisenba n L"d ib - HELFUMWWP in Deuiscb-Südwesiafrika ift AnfanghNoveiinßrerverudetnet or en.

- Ueber das Ende Moren as berichtet der Kai r ' Gouverneur in Windhuk, wie folgt: Ygiorenga war am 16. Sepfteenkilkchx d. I. Von unseren eingeborenen Boten in der Gamsibkluft nicht an. getroffen worden. Er Wurde am 17. von einer englischen Patrouilie unter Leutnant Currie 10 kW wesilich von Longklip an der Straße nach Nana!) grfunden. Piorenga erklärte Currie, er würde unter keinen Umstanden Friedrn mit der deutschen Regierung machen und auf deutsches'Gebiet zuruckkehren, er wolle sich aber Major Elliot sieiicn und bitte um eine Unterredung. Elliot, in deffen Begleitung fich auch drr Hauptmann der Schuxztruppe von Hagen befand, rückte sogleich ,mit seinsn Truppen nach Longkiip vor. Morenqa kam am 19. nicht, wie er versprochrn, zur Unterredung mit Major Elliot; vielmehr h_atte Lr, wie frstgestelit wurde, seinen Aufenthalt Verlassen. Seine Spuren fuhrten zwischen Zwartmodder und Longklip in östlicher Richtung. Eliiot besrhios; iofori, Morxnga zu verfolgen. Am 20. fand bei Eenzam- herd in der Kalahari, etwa 100 km nördlich von Upington, ein Zu. sammensioß mit Morenga ,und «in vier Stunden langes Feuer- gefecht statt. Morynga, sem Bruder und zwei Neffen sowie zwei weitrre Eingeborene fanden dabei ihren Tod. Zwei wurden gefangen genommen, und wirt * entkamen. Sechs (Gewehre Wurden erbrutst. Auf englischer Seite war ein Korporal tot, ein Kappolizist verwundet. Hauvtmann von Hagen berichtet, daß die britischcn Truppen unter der geschickten Führung Elliots herdorragend im Ertragen von Anstrenßungen, in Ausdauer und Tapferkeit im Gefecht waren. Truppe und Tiere seien 30 Stunden ohne Wasser gewesen und wären bei großer Hiße und schwxren Dünen 24 Stunden lang marschiert.

Dank der energischen und tatkräftigkn Mitwirkung der Kappolizei ist es mithin gelrzngen, den kühnen und einflußreichen Räuberbaupt- mann zu Yseiirgen., Das Erscheinen Morengas wirkte wie ein elektrischer Schlag; uberall bis in den Norden machte sich die Erregung unter den Eingeborenen bemerkbar. Dieser Erregung konnte nur dadurch „Einhalt getan werden, daß die Truppen- beimsendungen aufgehalten Wurden, da der Norden nicht völlig erikblö t werden konnte. Es ist kein Zwei es, daß mit dem Tore Morengas de offene Gefahr "vorüber it und daß Morengas Ende wesentlich zur Beruhigung derIHottentotten, insbesondere der Bondelxwarts, beitragen wird, da ihn in ihren Augen ein gewiffrr Nimbus umgab und viele mit ihrem Lose Unzufriedene an ihn die Hoffnung auf eine bessere Zukunft knüpften. (Deutsches Koloniaiblatt.)

Wohlfahrtspflege.

Wie der Obrrbürgermeister von Düren in der gestrigen Stadt- verordnetensißung, .W.T. B.“ zufolge, mitteilte, hat der kürzlich der- storbene Fabrikgnt Eberhard Hoesch laut Testament der Stadt- gemeinde Duren große Zuwendungen vermacht, so 11. a. zur Bestreitung der Heilung€kosten armrr erkrankter Einwohner von Duren imd der Kosten der Unterbringung solcher Personen in Kurorten und -Heiianstalie.-1"150 000 «is., zur Errichtung eines Pflege- und Ver- sorgungshausrd fur alte Leute, einrr städtischen Schwimmanstalt und eines “Sport- und Eisdabnplaßes 270 000 „;ck, hierzu rin paffsndes 259 ha qroßxs Gelände im Werte von 323 000 .“, für die Erbazumg yon Arbeiterwobrwngen 200 060 «M, als Rest der Bäu- summe fur das vom Erblasser gestiftete Theater 200000 .“ und zur Erhaltung des Theaters 100000 «16. Ferner erhalten die evangelische „iiiräzeiigemeinde in DJiren 3504000 .,“, der freiwiiiige ArmenVerein 100 0005/FQ, die Landgemeinde für deren Arme 205 000 „M, die Prr- sonen srmes Haushalirs, Beamten und Arbeiter von (Eberhard Hoesch xégSßhnx, PÉYYPULMM d(chlzt IcLZJchlwandteZ in Düren und Um-

611 , er e eren un a ea gymnairim in Cöln, uammen 564 400 „M .Die samtlichcn Legaie ergeben 2852400 „je 3 s

Kunst und Wissenschaft.

" Aus dem beim Auswärtigen Amt verwalteten ro 6 or Mullerscherr Kunstlegat stehrn für 1908 etwaP13000sc/M zum Ankauf cines odrr mehrerer Oelbilder zur Verfügung, die von,rctchsdeuischen Kunstlern auf der nächstjährigen inter- nqttonalen Kunst_ausstellun in Rom auSgestelLtwerden. Die Aussteüung wird am 10. Februar eröffnet und dauert bis „zum 15. _Jum 1908, sie wird veranstaltet von der 800181-3._ (]SJU YmZer ()niborj (11 138118 Krizj in Rom, Via Nazwxrale, gn die Anmeldungen bis um 5. Januar i. I. zu r1chtenstnd. Dre Uebergabe der auszuiiellenden Bilder hat zwischem dem 10. uiid 20. Januar 1908 zu erfolgen. BestiYHUFZngZchnfTZstldxrÄrhän nachd derBtestamentarischen _ e rororo uer in en ei der "i- lichcn Nationalgalerie in Berlin über. Kon g

Im Kunstgewerbemuseum in Berlin be ndet .

Sonderaussteliung von Gebr. Klingspor in Offenfkimcb YM, iZn 22;

eine roße Anzahl hervorragender Zeichnungen zu Buchdruckornamenten,

ZZrZÉZend UZ)? Zierxild'xtrn vetreinin3 Li. tDie Ausstellung dauert bis .. „un anen oenaena

10-3, Sonntags von 12-4 Uhr geöffnet. (; ( ußer Montags) von

Das Königli e Institut für Meereskunde e - straße 34-36) veran ialtet in der kommenden Woche. AbenHZJZor ZT, folgende öffentliche, Herren und Damen zugängliche Vorträ e: Am Dienstag spricht der Professor Schilling-Bremen über „D e Weg- weiser dxr Meeressiraßen'; am Freitag der Kustos Stahlberg- Berlin uber .Das Reich des Todes im Meere". Einlaßkarten sind von 12 bis 2 Uhr Mittags und an den Vortragßabenden selbst von

chüsse für Rechnungswesen und iir das La d Festungen Sihungen, “__-L_ " heer und die

leitungen'upd lauerten dann einer Abteilung der berittenen Grenzpolrzer auf, von der sie 'zwei Mann töteten und zwei

?uuhlirrbecrlib zum Preise von 25 «3 in der (Geschäftsstelle des Instituts

18. bis 22. November wird im Obergeschoß des Abgeord- netenXYjskes (Prim Albrechtstraße 5, Aufgang vom HSUPUUPPLY“ hause rechts) die Ausstellung eines im Auftrage des Ministeriums fur

nder und Gewerbe von dem Professor Meurer bergesteaten Wand- _ tafelwetkss „Vergleichende Formenlehre des Ornaments und der Pflanze“ stattfinden. Das Werk, dem ein erklärender Text bei egeben wird, behandelt vorwiegend die Entstehung und Entwickiung arcßitektonischer Kunstformen und ist für den Anschauungßunterricht an Kunstgewerbe- und Bauschuien berechnet. Die Ausstellung wird täg[jch zwischen 10-4 Uhr unentgeltlich geöffnet sein.

, . ai alljährlich bringt das Künstlerhaus eine Aus- stellußgövon Zzerjiseiten der Weimarer Künstler, und jedes Jahr wirken sie von jenem überraschend durch ihre Geichloffenbeiß Frische und Selbständigkeit. In ibrem Kreise istRaum fur die verschiedensten Individualitäten, und es fehlt nicht an neuen Erscheinunßen, die ck kräftig und ielbständig angliedern. Die klarste und armonis ste

exsönlichkeit in der kleinen, anziehenden Künstlerschar bleibt immer

beodor Hagen. Er bietet das !schöne Beispiel eines Künstlers, der früh fich selbst gefunden hat und, ohne ichen zu bleiben oder zu erstarren, aus der Fülle Weiter schafft, mit wachen, ireuen Sinnen die Natur, die ibn umgibt, erleben!). Wie ein gnderer Weimarer Maler, jener un- glückliche Karl Buchholz, dem jetzt gar zu Verspatete Ehrungen zu teil werden, hält er sick; fast ausschließlich an die nahe Natur, an die einfachen Motive, wie sie jenes liebliche Fleckchen Natur um Weimar bietet. Aber mit welch anderen Augen sieht er das alles „als Buchholz! Wenn dieser die Dämmerung liebt, die Zwielubt- stimmung nach Sonnenuntergang, den Vorfrühling oder Spätherbst mit ihren gebrochenen, sanften Farben und matten NebelsciZleiern, so schildert Hagen am liebsten Erntezeit, Sommerreife, kraftiqes, wei es Mittagslicbt, klare und bestimmte"Umriffe. Vicht den Vor- frü ling, sondern den Frühling in einer kraftiZsien Blutenpracht mag er schildern, nicht den Wald im. bendzwieli t, sondern den Wald, durch den warme Sonnenbeile strahlt. Sein Pinselstrich ist kraftiß, sein arbrnauitrag kompakt, aber die Farben sind klar, bell, rein, w_ 6 yon icht durchtränkt. Aus aÜen Arbeiten spricht eine heitere Kraft, dir besonders wohltuend berührt. _

Andere Weimarer Künstler wie Hans Olde und Max Tbedy haben Bildnisse ausgestellt. Olde hat ein außerordentlich lebensvolles und fein charakterisiertes Porträt von Detlev von Liliencron gesandt. Der Dichter ist im Freien dargestelit, er sist auf einer Bank, die Von buschigen: Grün umgeben ist, in ruhiger, ungezwungener Haltung, das kräftige, ausdrucksvolleGesicht von stiliem Humor durchleuchtet. Tbedy ist weniger realistisch und modern in seiner Auffassung; fein Herrenbildnis erinnert in der schroffen Knappheit der Umrisse und der malten Tönung ein wenig an Lenbachs Art, die Bilder seines Sohnes und seiner Tochter sind wahr und lebensvoil. Eine neue Ersiheinung ist Bernhard Bock, der sich mit ein paar kleineren Arbeiten einführt, einem ziemlich kapriziös behandeiten Selbstporträt, einem Stilleben, das lediglich aus einem auf einer weißen Decke stehenden Teller mit einem Hering besteht, einem Interieur und einer kleinen Landschaft. Es interessiert an dem Künstler eine gewisse Delikatesse der Farbengebung, die ein feines Auge und eine besondere Auffassung verrät. Otto Fröhlich hat ein großes Märchenbild „Frosch- könig“ ausgestelit, in dem nicht der Märchenvorgangselbsi, wohl aber der mit großem Stimmungsjauber gegebene BuchenWald mit alten, mächtigen Stämmen den Besebauer fesselt. Seit wenigen Jahren gehört auch Ludwig von Hofmann in diesen Kreis Weimarer Künstler. Er ist auch bier Vertreten, wenn auch nur mit kleineren, älteren Arbeiten; mit der „Rom“, die blumensireuend durch das Land aebi, und mit einer phantastischen Küstenpariie. Es bleiben noch Interieurs von Otto Nase!) zu erwähnen und von Hermann Frais eine koloristiscb sehr seine, kleine Arbeit „Am Nymphenburger

ana '.

In den Nebensälen find noch eini e Berliner und Münchener Künstler zu Worte gekommen. Herrscht n Weimar überwie "end ein einfach klares Natursiudium vor, so bleibt fur unser Ge ubl die Münchener Kunst immer aan: auffallend mit alimeisierlichen Anklängen durcbseßt. Einzelne der hier außgesiellien Bilder könnte man geradezu für Kopien halten, so Raffael Schuster Wo [dans großes Gemälde „Leben“, bei dem sowoblTizian wie Correg io Pate gestanden haben. Aber man muß anerkennen, daß der Künst er diese alte Kunsisprache meisterhaft zu behandeln weiß und daß er, wenn er seine Anregungen auch nicht direkt von der Natur empfängt, doch starke Wirkungen zu erzielen weiß. Die Frauengestalt, die das Leben darstellt, mit den weichen Umrissen in der sanft verdämmernden dunstigen Luft, ist so- wohl kolorisiisch wie zeichnerisch von bober Schönheit und zeigt ein seltenes iechnisches Können. Auch Carl Bios redet in überkommener Formensprache, aber auch ihm fehlt es nicht an Selbständigkeit und eigenem Einschlag dabei. Sein Bild .Der Wanderer“ isi, ivenn man leich denken möchte, es sei vor fünfzig Jahren gemalt, von einer lie enswürdigen, herzlichen Anmut und besticht durch die Freimütigkeit, mit der 68 be- handelt ist. Auch zeigen die Studien des geigenden Mädchens und des Kindes im (Grünen, das der Künstler vor der Natur zu arbeiten weiß. Von Berliner Künstlern bat Max Uth einige seiner Oelland- schaften, die so viel einfacher und wahrer gesehen sind als seine

Aquarelle, auögesiellt und Müller-Kämpf eine Anzahl farbiger-

Litbograpbien, unter denen sich ein paar stimmungsvolle Landschaften befinden.

Jagd.

_ Dienstag, den 19. d. M., findet Königliche Varforce- Lage? statt. Stelldichein: Mittags 1 Uhr an der Schafdamm: ru e.

Verkehröanftalten.

_ (Gestern ist im Auswärtigen Amt ein Staatsvertrag mrt Schweden, betreffend die Hersieüung einer Fähr- verbindung zwischen Preußen und Schweden, von den hierzu ernannten beiderseiti, en Unterhändlern unterzeichnet worden. Als AUSJangshäfen sin , „W.T.B.“ zufolge, Saßniß und“ Trelleborg gewählt. Man hofft, den Zährbetrieb brreits im Sommer 1909 eröffnen zu können. cplant ist die Bescha unq von je zwei preußischen und schwedi- schen Fähr chiffen mit einer Fahrgeschwindikeit von 16 Seemeilen in der Stunde. Sie sollen na überein- stimmenden Grundzügen gebaut werden und eine glatte Ueber: in_kyrung von Eisenbahn, auch von Schlafwagen, gewähr- leiftrn. Au für den Güterverkehr werden sick) aus dem Traxektbetrie manche Vorteile ergeben. Zugleich ist die Benutzung der Dampffähren für die Postbeförderung in Aus- s1cht enommen. Wegen Verb: erung des Fahrplans und mdgli ster Erlei terung der Zo abfertigung rst weitere Vcr- standigung vorbe alten.

Theater und 'Musik.

Königliches Opernhaus.

Die esirige Aufführung von „Figaros Kochzeit“ war durch die Neube eßung der weiblichen Hauptrollen emerkenswert. Frau Herzog hatte die der Susanne an Fräulein ampel abgegeben Und die der Gräfin übernommen. Fräulein Hrmpe War damit keine leichte Auf abe zugefallen, denn Frau Herzo s Susanne gehörte zu den treff- licbs en Leistungen der Kün tlerin und ie t noch in frischer Erinnerung.

ie neue Susanne fand sicb mit ihrer ufgabe aber gesanglich wie im Spiel so aut ab, daß man boffen kann, sie werde in dieser Partie einmal ebenso Vortrefflicbes leisten wie deren frühere Vertreterin. Frau

er 9 schien in die Rolle der Gräfin noch nicht völlig hinein- Kfuzniéen xu inYn; gesanglich bot sie sehr schöne Momente, die Partie der Susanne dürfte aber ibr-Zr ganzen künstlerischen Persöniichkeit mebr entsprochen haben. Im ubrigen gehörte die gestrige Ausfuhrung nicht zu den besten ihrer Art; ibr fehlt? es an sprubendem, uber- mütigem Temperament.

Friedrich Wilbelmsiädtiscbes Schauspielhaus.

Die junge Volksbühne in der Cbau eestraße bat wahrlich ihre Ziele nicht niedri gesteckt. Gestern-lie sie den beiden ersten Ab- teilungen von ebbels deutschem Trauersviel „Die Nibe- lungen“, mit deren Aufführun die rubrige Direktion Wagner zu Beginn des Herbstes ihre Tätig eit eröffnete, die dritte Abteilung: „Kriemhilds Rache“, folaen. Bedeuteticbon die Aufführung der gewaltigen Tragödie an und für sich eine kunsilerische Tat, um wie viel mehr eine so gerundete Darstellung des Werks an einer noch dazu mit geringen Eintrittspreisen rechnenden Privatbübne wie das Friedrich Wilbelmstädtiscbe Sebaujpielbaus. Es darf mit Genug- tuung festgestellt werden, daß die AnffuiIrunL aucb Hohen künstleristben Anforderun en vollauf genügte. .Kriembil s Rache“ ist der leiste und zuglei aucb voliendetste und dramatisch wirksamste Teil der großartigen Dichtung Hebbels. Die Handlung, die mit der Werbung König Eßels um die Hand Kriemhilds beginnt und mit der Vernichtung der Vurqundenköniqe und aUer ihrer Mannen um des Einen willen, der Siegfried érschlug, endet, erscbutiert jedes Herz. An diese Tragödie des glühenden „Fasses und der unbezäbmteq Rachsucht, die wild aus dem Herzen riembilds , weil sie nicht Gerechtigkeit finden kann, emporwachsen. ist wie eine lieblich duftende Blüte das Idyll des kurzen Liebestraums Giselbrrs und Gudrunöeingefiocbten, das, obwohl nur kurz, von großer Schönheit ist. Mit feinem, dichterischen Gefühl verwertet und verflicbt Hebbel die in aller Treue beivabrten großen Episoden des Nibelungenliedes, sodaß jedem Akt, am!) bei dem großen Blutvergießen in der Heunenburq, das schon im dritten Aufzug sich drohend ankündigt, ein eigener starker (Gedanke innewohnt, der eine dramatische Steigerung des Grundmotivs darstellt. - Der Raum verbietet es heute leider, auf die großen künstlerischen Vorzüge der Aufführung, die sich sowohl in der gediegenen und geschmackvollen Inszenierung, der glänzenden Regiearbeit des Direktors Oskar Wagner, wie den durchweg guten, zum Teil sogar bedeutenden Leistungen der einzelnen Darsteller offenbarten, ausführlich einzugeben. Gertrud Korn brachte für die leidenschaftlickyen Empfindungen der Kriemhild das erforderliche Temperament und reiche Ausdrucks- mittel mit und hatte ihre schwierige Auxgabe auch geisii völlig erfaßt. Die finstere Gestalt des Hagen fuhrte Herr oit aus in dem großen Stil, wie er ihn am ersten Aden angelegt hatte, bis zu Ende durch, und der unter höfischen FOxmen schlummernden Wildheit Eßels lieb Herr Leitinger meisterlichen Aus- druck. Auch der kraftvolle Dietrich von Bern Rudolf Werners und der poetische Giselher Heinz Sarnows seien aus der großen Zahl der anderen, außnabmslos tüchtigen DarsteUer gebührend hervorgehoben. Das ausverkaufte Haus zeichnete alle Mitwirkenden durcb stürmischen Beifall aus und rief zum Schluß verdientermaßen auch Herrn Oskar Wagnér hervor. Ein besonderes Lob sei an dieser Stelle auch dem ungenannten Verfasser der dem Tbeaterzettel Vorgedruckten, mit liebe- Vollem Verständnis geschriebenen Einführung in die Hebbelsche Dichtung

aus e kochen. “sp Lustypielhaus.

Gustav Kadelburg hat seinen Schwank .Das Bärenfeli', das im Jahre 1900 im Königlichen Schauspielbause seine Uraufführung erlebte, einer Umarbeitung unterzogen; in der veränderten Gestalt und unter dem Titel „Onkel Wernicke“ erschien das Werk gestern zum ersten Male auf der Bühne des Lusispielhauseß.“ Der Inhalt weicht bis auf den Schluß nicht wesentlich von dem früheren ab. Ein reicher Mann reist seiner Gesundheit wegen nach Italien. Seine Erben in 8136 aber, die zuversichtlich darauf bauen, daß er nicht mehr lebend wiederkehren werde, verteilen unter sich bereits die Erbschaft. Sie richten sich in seiner Villa nach ihrer Bequemlich- keit ein, sind froh und guter Dinge. Da geschieht das von den Zu- schauern bereits Vorausgeahnte, Unabwendbare, daß der Kranke gesund zurückkehrt und die Zukunftsträume seiner Verwandten zu nichts macht. Nach der ehemaligen Fassung zerstörte er durch eine Heirat für alle Zeit ihre Hoffnungen, jest schließt das Stück unter Zuerkennung miidernder Umstände für die Erbschafts- jäger versöhnlich kmit der üblichen Lusispielv rlobung. Heitere Episoden, Wißworte, Requisitenscherze und k mische Situationen würzen, wie ehedem, die nach wie vor etwas dünne Handlung des Schwanks, dem eine Totte. DarstellunZzu gutem Erfolge verhalf. In der Rolle des Erbonkels batte Herr 5 eckmann keinen leichten Stand, wei! er darin selbst als Erbe von Georg Engels auftrat, dem diese Aufaabe zugedacht war; er entledigte sich ihrer aber mit (Ge- schick. Als dessen leichtlebiger Neffe Alfred Kabibacb hatte Herr Schönfeld Gelegenheit, sein sonniges Wesen zu entfalten, und err Bach verhalf dem dankbaren Schwanktypus eines piößli energisch gewordenen Panty elbelden zu voller komischer Wirkung. Das stark schablonenbafte L ebespaar hatte in Marie Wendt und Albert Paul treffliche Vertreter, und die Damen Eisenhuth und Brock, die Herren Walter, ImpekoVen und andere ergänzten mit nicht minder guten Leistun en das einwandfreie Zusammenspiel. - Seine Kaiserliche und öniglicbe Hoheit der Kronprinz wohnte der Aufführung bis zum Scbiu c bei und beteiliÉte sicb lebhaft an dem dem Stück und der Darste ung gespendeten eifall.

Kleines Theater.

Drei Einakter unter einem gemeinsamen Titel zusammenzufaffen ist "etzt Mode, und so verfaßte aucb Georg Hirschfeld unter dem Geiamtnamen: .Die Getreuen“, eine dreiteilige Bühnendicbtung, die gestern zum ersten Male auf der Bühne des Kleinen Theaters erschien. Die Untertitel ,Das tote Leben', dann .Die Auf- rechte“ und .Gewißbrit“ versprechen Eigenart; diese kommt jedoch nur in der starken Verschiedenheitdes jeweiligen Milieus zum Außdruck, das den Untergrund für die sozialen und sittlichen Probleme bildet; mit auSgesuchtem Spürsinn sind diese unterschiedii en Umgebungen heraus;;eklügelt und mit einem„Schein von Wirklich eit übergossen. Das er ie Stück führt in abendlicher Waldeinfamkeit das „tote Leben' eines Geisteskranken vor Augen, der bei einer aufregenden Zwiesprache mit seinem getreuesten Freunde durch einen Herzschlag von den Leiden dieser Welt erlöst wird. Das Motiv des zweiten Dramas könnte einem Polizeibericht entnommen sein; es strömt eine echte Verbrecheratmosphäre aus, der zeitweilig zu entrinnen die unglückliche Tochter eines Zuchtbäuslers den Mut batte. Um ,die Aufrechte" zu bleiben, geht sie bei nabender Gefahr mit ihrer Schwester freiwiilig in den Tod; und der Zuschauer atmet auf, diesem Ge- misch Von Brutalität und Empfindelei zu entgehen. Dem dritten Stück muß das Thema der Polarforschungen eine ei ene Stimmuna geben; es kommt das Schicksal der Zurückgebliebenen e nes Nordpolfabrers in Frage. Die getreuen Seelen glauben unverbrüchlicb an die Wiederkehr des Sohnes Gatten und Vaters; und die Gattin wird dem geliebten anne auch die Treue halten, nachdem sie die gewisse Nachricht seines Todes empfangen hat. Das erste Drama wurde mit eisigem Schweigen auf- enommen, während naeh den beiden anderen hinreichender Beifall aut wurde, um den Verfasser vor die Gardine zu nöti en. Und doch ist bei allen Dreien kaum eine andere Wirkun als d e der Abwehr zu verzeichnen. In erster Linie fehlt es den übnenwerken an dem Notwendigsten, an jeglicher dramatischen Bewegung; auth ftie t nichts frisch und naturlich aus der Tiefe des Gemüto in die en Di tun en. Nur scheinbar sind Hie aus der iille des Lebens gescbö t, in Wir! ich- keit sind die (Gesche nisse und robleme ebenso künst ich und blutleer konstruiert wie die handelnden Personen; nur einige Nebenfi uren scheinen erbt, wie der widerlich: alte Zurbibäusler und die glau ens- starke Mutter des Nordvolfabrers. Selbst da, wo ein heiliges Feuer die Herzen erhellen Lou, fehlt die innere Wärme. So verlief die Vorstellung wir ungslos, obgleich die Regie alles auf-

eboten hatte, um durch Ausstattun und Inszenierung der Dichtung Stimmung zu geben. Au nicht das gute Spiel

aller Mitwirkenden selbst nicht das von Agnes Sorma, konnte eine wärmere Anteilna me wecken; und doch führte die gefeierte Künstlerin die Rolle der ,Aufrechten' und die der einsamen Gattin des osak- iorscbers mit aller Feinheit durch. Es ist überftüssäi, die ü rigen Darsteller einzeln zu erwähnen; sie hielten sich a e tapfer. Ilka Grünin in der Roar der nimmermüden, hoffenden Muiter bot sogar eine an ergewöbnliche Leistung.

Schillertheater Charlottenburg.

Jm Charlottenburger Schillertheater wurde gestern V ik t or Le o n s dreiakti es VolkSsiück „(Gebildete Menschen“, das schon vor einm sieben abren im Stammhaus: des Schillertheaters den Abonnenten vorgeführt worden war, dem Spielplan wieder eingereiht. Es steUt inhaltlich die Gegensäße zwischen der gedie enen Geistesbildung obne wirtschaftlich gesicherte Grundlage und dem angel wahrer Bildungs- tiefe, bei sonst glänzenden äußeren Lebensverbältniffen, einander gegenüber. An den beiden Brüdern Joseph und Adolf Müller, den Hauptpersonen des Stücks, die durch Bildungs- sowie Standesiinterschiede einander völiig entfremdet worden sind, wird in anregender Weise “daraetan, wie Joseph seinen geistigen Hochmut und Adolf die verleßie Eitelkeit sowie seinen Geldstolx überwindet ,und wie sich in der daraus er- folgenden Versöhnung auch die anderen Familienmitglieder und reunde zueinander finden. Das tro seiner Lebrbaftigkeit auch unter- altsame Stück hatte bei guter Dartellung wieder einen lebhaften Erfolg zu verzeichnen. In der einen HauptroUe des reich gewordenen Fabrikanten zeichnete sich Herr Pategg, der wie vor Jahren die iyvische Gestait eines urechten Wieners auf die Bühne stellte, be- sonders aus. Auch die Damen Gudr-Brand, Baumbacko, Alma. die Herren Primer, Thurner, Rameau, Herrmann u. a. machten sich um die Auffahrung, die viel Beifall fand, verdient.

Jm Königlichen Opernbause findet morgen, Sonntag, eine Wiederaufnahme des „Posiiilon von Lonjumeau“ statt, bei der Fräulein Francillo-Kauffmann zum ersten Male die Partie der Madeleine ngt; den Cbapelou singt Herr Jörn, den Marquis Herr,Philipp, den * ijou

err Knüpfer, den Bourdon Herr Ncbe. Dirigent ist der

apelimeisier Dr. Besl. _ Am Montag gebt .Salome“ unter der Leitung des Kapellmeisters Blech und in der bekannten Be- seßung der Hauptrollen durch die Damen Defiinn, Hiedler, Ober, die .Herren Sommer, Berger, Kirchhoff u. a. in Szene. (Anfang 8 Uhr.) Im Königlichen Schauspielhause wird mor en zur Er- innerung an die erste Aufführung im Königlichen Schausp eibause vor 50 Jahren Freytags Lusiipiel .Die Journalisien' gegeben. Die Herren Keßler, Arendt, Boettcher, Staegemann, Werrack, Plat-zn, Zeisler Vollmer, Oberländer, Eichberg, und die Damen Arnstädt, von Nayburg, Schramm und Hoff sind in den Hauptrollen be- schäftigt. Vor 50 Jahren war die Beseßung folaende: Oberst Berg: Herr Kaiser, Ida:. Fräulein Denecke, Adelheid Runek: Frau Hoppe, Senden: Herr von Lavailade, Oldendorf: Herr Berndal, Conrad Bolz: Herr Liedtke, Vellmaus: Herr Portb, Kämpe: Herr Thomas, Blumen- berg: Herr O. Bethge, Schmock: Herr Hilti, Piepenbrink: Herr Döring, seine Frau: Frau Adami, Korb: Herr Graeb. _ Am I.)?odntcßg lfwird .Die Rabensieinerin' Von Ernst von Wiidenbruch w e er 9

Im Neuen Königlichen Operntheater findet morgen, Sonntag, die 350. Wiederholung Von .Margarete“, mit Fräulein" Florence Easton in der Titelrolle, drn Damen von Scheele-Müller, Parbs, den Herren Kirchhoff (Faust), Griswold (Mephisto), Berger (Valentin), Krasa (Brander) in den anderen Rollen und unter der Leitung des Kapellmeisters von Strauß, statt. - Die Erstaufführung der Gounodschen Oper in Berlin war am 5. Januar 1863. rau Lucca sang die Margarete, Herr Woworsky den Faust, err Salomon den Mkpbistovbeles, Herr Beis den Valentin. -- Jane Hading beginnt am Montag im Neuen Königlichen Operntheater ihr auf vier Tage an eseytes Gast- spiel mit „14.5 ägmj-monäg“ von Alexander Dumas ?Sobn). Der Billettderkauf findet im Königlichen Schauspielhause statt.

Im Deutschen Theater beherrscht das Sbakespearescbe Lusi- spiel .Was ihr wollt" den Spielplan, es wird mor en sowie an allen übrigen Abenden der kommenden Woche, mit AuSnaSme des Bußta 5, aufgeführt. Am Sonntag, den 24. d. M. éTotenfest), ge t Shakespeares Trauerspiel „Romeo und Ju ia' in Szene. - In den Kammerspielen des Deutschen Theaters wird morgen sowie am Montag und Freitag .Der Marquis Von Keith“ wiederholt. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend und nächsten Sonntag wird die Wedekindsche Kindertragödie „Frühlings YéFrben' aufgeführt. Am Bußtage bleiben die Kammerspiele ge-

0 en.

Jm Neuen Schauspielbaus wird morgen sowie am Montag und Donnerstag .Judith', Dienstag .Das Glas Wasser", Freitag „Die roße Gemeinde“ gegeben. Mittwvch bleibt wegen des Vußtags das TLeater geschlossen. Am Sonnabend, Abends 7Z Uhr, wird zum ersten Male das Drama „Zar Peter“ aufgeführt, deßen ersieWieder- holunaen am nächstfolgenden Sonntag und Montag iattfinden.

Das Lessingtbeater bringt in nächster Woche Wiederholungen von Otto Hinnerks neuer Komödie „Närrische Welt" in Ver- bindung mit Otto Erich artlebens Einakter .Die sittliche Forderung“ außer morgen a end noch am Diensta , Donners- tag und Sonnabend. Am Montag wird , er Bund der Jugend“ aufgeführt, Freitag: „Vom andern Ufer“, nächstfoigenden Sonntagabend: .Nora'. Als Nachmittagsvorstellung wird morgen .RosenmoniaJJ; gegeben. » Mittwoch (Bußtag) findet ein geistliches Konzert des ärtensscben Konserdatoriums statt, in dem Mendels- sohns Oratorium „Elias“ dargeboten wird.

Im Schillertheater 0. (Wallnertbeater) wird morgen nach- mittag „Heimat“, mor en abend owie am Dienstag .Reiterattacke', Montag .Das vierte ebot' gege en. Am Donnerstag und nächsten Sonntag (Totensonntag), Abends, wird „Roomersboim', Freitag .Gö vofrrbBterlichingen“, Sonnabend die Komödie ,Die Schmuggler“ au - gr 11 r.

Das Schillertheater Charlottenburg bringt mor en nacb- mittag das Lustspiel „Der Herr Senator“, Abends sowie am ienstag, Donnerstag und Sonnabend „Gebilden Menschen“. Montag und Freitag wird „Reiterattacke' gegeben. nächsten Sonntag (Totensonntag), Abends, .Die Hermannscblacbt“. -- Jm Bürgersaal des Berliner Rathauses wird morgen ein „Eduard Grieg-Abend' veranstaltet.

Im Theater des Westens wird mit einer Auknabme all- abendlich .Die lusiiLle Witwe“ wiederholt. - Am Mittwoch (Buß- th) findet eine uffübrung von Mendelssohns Oratorium , lias' mit Alexander Heinemann, unter Mitwirkun des Mozart- chors und Dr esters, unter Leitung von Max Bait e statt. Am Sonntag, den 4. November (Totenfesi), bleibt das Theater ges [offen.

Im Friedrich-Wiibelmstädtischen Schauspiel aufe finden die nächsten Wiederbolun en von Hebbels .Kriembildk Rache" (.Die Nibelungen", 3. bteilung) am Montaziönßni- tag und nächsten Sonntag statt. Mo en werden , ge- börnte Siegfried" und ,Siegfriedk Tod" (,“ ie Nibelungen", 1. und 2. Abteilung) aufgeführt. Am Dienstag wird Maxim Gorki! ,Nacbtasvl“ und Donnerlta Richard Skowronneks Säausviel ,Waterkant' ge eben. Die 11 sie Auffükruna von Oskar Blumen- tbals und Guß» Kadelburgs dniaktigem Lusi iel .Der blinde

affagier' ist r Sonnabend vo eseben. Am ßtage bleib! dak schbleafter gescsblvotffen. Morgen nachm ttag isi Max Dreyer! „Winter- a " an e e .

m euen Theater bleibt die Satire Dajanae ' von on Le mann dauernd auf dem Spielplan. Iiir den Sonntag (To enfest) bereitet die Direktion ein uspiel voa «*Jué "Fiera Zaki?" voii de Kabels sake sz ! Onkel

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Bernicke" morge sowie am Dienswß Donne vu in Szene, währen am Mon und nitag „.d mn ' kei u- mäßigten Preisen gegeben w d. am dem un de.