1907 / 282 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 27 Nov 1907 18:00:01 GMT) scan diff

Ueberblickt man die Tätigkeit der Kommission in den abgelaufenen

jwei Jahrzehnten, so hat fie, wie das die Denkschrift des näheren natb- weisi, hinsichtlich ihrer kolonisatoriscben Aufgaben, die in sie geseßien Erwartungen durchaus erfüllt. Die gesunden Grundlagen, die sie ihren Ansiedlungen gab, und das darauf beruhende Aufblühen der neusescbaffenen Dörfer haben es bewirkt, daß der Zuzug Ansiedlungs- lustiger stetig wuchs und seit einem Iabrfünft eine durchaus ge- nügende Stärke erreicht hat. Fast scheint es, als rege sich wie in längst vergangener Zeit in allen Teilen Deutschlands unter der Be- völkerung, die naeh Grundbesitz strebt, wieder der Zug nach dem Osten, nach dem alten Koloniallande, das seine Kultur jabrbundertelanger deutscher Arbeit verdankt. Und auch die deutschen Kolonien des Aus- landes, die jetzt vielfach im Nationalitätenkampf einen harten Stand haben, geben von Iabrzu Jahr mehr von ihren Angehörigen an die Provinzen Westpreußen und Posen ab, die sonst durch Auswanderung nach über- seeischen Ländern unserem Volke verloren gehen würden. Nimmt man hinzu, daß auch in den national gefährdeten Kreisen der Provinzen Pommern und Ostpreußen die innere Kolonisation, von 5Yrivatgeseil- schaften betrieben und vom Staat energisch gefördert, rusiig voran- schreitet, und daß auch für Schlesien Maßnahmen zum Schutz des deutschen Befißes vorbereitet werden (Bravo!), so wird man der StaatSregierung zugestehen müssen, daß sie an den am meisten vom Ansturm des Polentums bedrohten Punkten überall bemüht gewesen ist, die Verteidigung zu organisieren. Sicherlich sind die Erfolge, die in der kurzen Zeit seit Einleitung unserer Ansiedlungspolrtik erzielt werden konnten, trois der AufWendung großer StaatSmittel noch keine durchsckzlagenden. Wer aber mit ihnen nicht zufrieden ist, der möge sich die Frage vorlegen: wie stände es mit dem Deutschtum unserer Ostmarken o b n e die zwanzigjährige Arbeit der Ansiedlungskommission ? (Sehr richtig!) Ick; glaube, es würde unter den dortigen Deutschen nichts zu spüren sein von dem nationalen Selbstbewußtiein und dem Zusammengebörigkeitögefübl, das unter ihnen wieder erwacht ist, seit Preußen die von großen Vorfahren ererbten kolonisaiorischen Auf- gaben dort wieder in großem Stil angreift. Ich glaube mich auch nicht zu irren, Wenn ich sage: nicht nur in der Ostmark, nicht nur in Preußen, sondern im ganzen Reich wächst don Jahr zu Jabrkdas Verständnis für die nationalen Fragen unseres Ostens. Man sublt, daß Preußen mit der Politik, die es dort betreibt, nicht nur seine eigene, sondern Deutschlands Sache führt, und ich bin gewiß, eine Regierung, die diese Politik abbrechen wollte, würde heute auf den entschiedenen Widerspruch des größten und nicht des schlechtesten Teils der gesamten Nation stoßen. (Sehr richtig! Widerspruch im Zentrum und bei den Polen.) Ja, meine Herren vom Zentrum, trois Jbres Kopfschüttelns behaupte ich, daß auch I b r e deutschen Wähler allmäh- lich die Gefahr erkennen, die uns von dem Vordringenden Polentum drobt, und ii!) glaube weiter, daß speziell die Verhältnisse in Oberschlesien in der Beziehung eine beredte Sprache führen. (Sehr richtig!)

Meine Herren, ich zweifle nicht an der Bereitwiiligkeit dieses hoben Hauses, der Regierung die angeforderten, wie ich zugebe, be- deutenden Geldmittel zu gewähren, deren sie zur stetigen und ziel- bewußten Fortführung des Ansiedelungswerks bedarf.

Grundstücken, die natürlich zum großen Teile aus deutschen Er-

werbungen gedeckt werden, spielt in dem Kampfe um den Boden eine

viel bedeutendere Rolle, als der Uebergakßefieimelner deutscher Ritter-

üter in die ände polnischer Großgrun ßer.

g Auf de? anderm Seite sieht nun die Königliche An-

siedelungskommission, die zur Deckung ihres Landbedarfs jährlich

30000 bu braucht, und auf den freihändigen Kauf beschränkt,

in allen Teilen der Provinzen Westpreußen und Posen als Käuferin auftreten muß. Aus polnischer Hand kann sie fast nichts mehr er-

werben, da die großpolniscbe Agitation jeden Voltagenoffen ächtet, der ein Grundstück an Deutsche verkauft. Die Erwerbung polnischer Grundstücke hat in den leßten Jahren nur noch 7 bis 10 0/0 des Ge- samtankaufs betragen. So ist die Ansiedelungskommission fast allein auf den deutschen Großgrundbesiß angewiesen, und da dieser von den Polen für die Zwecke ibrer Kolonisation ebenso begehrt wird, hat sich hier ein Konkurremkampf entwickelt, der, von einer gewiffenldscn Spekulation in geschickter Weise außgenußt, die Preise der (Guter sprunghaft in die Höhe treibt. Jeb will hier nicht auf alle die unsauberen Kniffe eingeben, mit denen leider auch von einzelnen deutschen Grundbefitzern versucht wird, die Anfiedelungskommission zu sogenannten Interventions- oder Rettungskäufen zu veranlassen, denen sie auch vielfach garnicht ausweichen kann. Ich_könnte traurige Beispiele dafür anführen, möchte aber nicht mißverrianden werden. Daß ich eine bobs Meinung von dem Wert des deutschen Großgrund- besißerstandes für den Staat hege, babe ich bereits ausgesprochen. Ich weiß die hohen Verdienste, die er sich besonders um Westpreußen und Posen in kultureUer und nationaler Hinsicht erworben hat, voll zu würdigen. Ick) erkläre ganz offen, daß ich keine Möglichkeit sehe, das Deutschtum in diesen Landesteilen zu halten oder auch nur die Selbstverwaltung durchzuführen, ohne die Hilfe des deutschen Groß- grundbesißes. (Sehr richtig.) UNd ich bin gewiß, daß der deirtsche Großgrundbesiß in seiner Allgemeinheit es mit mir auf das scharfste verurteilt, wenn einzelne seiner Angehörigen aus Gewinnsucbt ibre nationalen Pflichten vergeffend, mit der deutschen Scholle einen schnöden Schacber treiben, ja, daß man gerade ron dieser Seite es der Regierung danken wird, wenn sie solche Elemente brandmarkt und ihnen ihr unwürdiges Handwerk zu legen sucht. (Bravo!)

Drei Faktoren sind es, meine Herren, die den Gütermarkt der Ansiedlungsprovinzen zur Zeit maßgebend beeinflussen und im böchsien Maße beunruhigen: Erstens die polnischen Parzellierungen, gefördert durch nationale Rücksichten und das Landbedürfnis der polnischen Be- vslkerung. Zweitens der Bedarf der Ansiedelungskommission, die ohne einen jährlichen Ankauf von 30 000 Hektar den erfreulich gestiegenen Kolonisienzuzug nicht unterbringen kann, und die außerdem von der öffentlichen Meinung noch immer für jeden Uebergang eines deutschen Gutes in polnische Hände verantwortlich gemacht wird. Drittens die polnische und die deutsche Spekulation. Die Folgen zeigen sich deutlich in dem Ansteigen der Gütervreise, das, wenn man auch die Mitwirkung des wirtschaftlichen Aufschwungs der Provinzen Westpreußen und Posen, die Verbefferung der VerkebrS- und der Absaßverbältniffe, die Verdollkommnung des landwirtschaftlichen Betriebes noch so boah ver- anschlagt, als ein durchaus ungesundes bezeichnet werden muß. Die

starke Massierung der Kolonien nicht nur im Interesse ihrer klamm

Erhaltung, sondern auch um den Ansiedlergemeinden einen wlktiscben

Einfluß ju sichern. Am stärksten muß diese Massierung in der Nähe

der Städte einsetzen, um diese einer allmählitben Verdeutsckzng

zuzuführen. * Nach diesem Grundsaß zu verfahren, wird aber

der Ansiedelungskommission von Jahr zu Jahr schwerer. Nimmt

sie an einer wichtigen Stelle die Gründung eines größeren An-

siedelungskomplexes in Angriff, so ist ihr Plan nach den ersten Guis.

käufen für jedermann leicht erkennbar, und die Spekulation bemächtkgt

fich sebr bald derartiger Gebiete. Die Polen suchen gleichfalls in J,

einzudringen, und die Preistreibereien nebmen ihren Anfang. Will die

Ansiedelungskommisfion in solchen Lagen nicht geradezu unsinnige

Preise anlegen, so kann sie häufig nichts erwerben. Die Gutßeigen.

tümer, auf ein weiteres Steigen der Preise rechnend, sieben, Wenn

nicht von polnischer Seite die Ansiedelungskommisfion erheblich über.

born wird, vor, mit dem Verkauf zu warten, womit sie bei der Zwangslage, in der die Ansiedelungskommisfion sich befindet, vielfach auch durchaus richtig spekulieren.

Diese abwartende Tendenz und der Umstand, daß aus polnischer Hand für die Kommission fast nichts mehr zu haben ist, Wirken offenbar mit bei dem ganz auffälligen Rückgang des Ange- bots in den leßten Jahren. Während der Ansiedelungskommiision 1903 noch 226000 119. zum Kauf angeboten wurden. sank diese Ziffer bis 1906 allmählich auf 102 000 1123, und gleichzeitig verringerte sich die Dura;- schnitt6größe der angebotenen Güter ganz bedeutend, sodaß geeignete AnsiedlungSobjekie immer seltener zu haben sind und eine planmäßige Siedlung vielfach unmöglich wird.

Nun hat man der Regierung den wvblgemeinten Rat erteilt, das Tempo der Besiedlung zu verlangsamen und die GutSankäufe auf einige Zeit zu sisiieren; das würde die weitere Preissteigerung aus. halten. Es ist möglich, daß diese Wirkung einträte. Aber das Mittel kann nicht angewendet werden, ohne daß wir große Teile der Ansied- lungslustigen zurückweisen, und damit zerstören wir einen der besten Erfolge der Ansiedelungskommisfion vielleicht für immer. Noch im Iabre1902 bezweifelte ich, ob es möglich sein werde, die nötigen Kolonisten für eine beschleunigte Siedlungstätigkeit zu schaffen. Erst in den leßten Jahren ist der Zuzug von Kauf- und Pacbtlustigen ein außreichender geworden, und es ist dies das Ergebnis jahrelanger konsequenter Arbeit und der beste Beweis für die Gesundheit der bisherigen Ansiedlungen. Weisen wir jetzt die Kolonisten aus Mangel an Land ab, so werden sie sich, zumal bei der lebhaften Agitation für überseeische AuSWanderung, anderen Gebieten zuwenden. Hat aber ihr Strom erst diese veränderte Richtung angenommen, so werden wir ihn später nicht beliebig in sein altes Bette zurücklenien können.

Meine Herren, es sieht für mich nach ali diesem außer Zweifel: die Tätigkeit der Ansiedelungskommission muß fortgeseßt Werden, und War uneingeschränkt. Dazu brauchen wir alljährlich eine große Fläche Landes, und wir brauchen sie an der richtigen Stelle. Denn die Ansiedlung deutscher Bauern und Arbeiter erfüllt nur dann ihren nationalpolitiscben Zweck, wenn sie in großen geschloffenen Gebieten erfolgt. (Sehr richtig! recht.) Wir können nicht dulden,

- Mdigung es sich hier handelt.

1 (Heiterkeit bei den Polen.)

* bureaukratiscbe Engberzigkeit, jede unnötige Schärfe vermieden wird,

.. Fläche wirklich erwerben, so würde er nach den jeßigen Preisen mindestens Li- Miiliarden aufwenden müssen, und schon hieraus ergibt t

_ Waffe der Enteignung nicht zum Angriff, sondern nur zur Ver-

zu lasen- Jcb-babe aber kein anderes Mittel gefunden, um unsern Zauberwexb in richtige Bahnen zu lenken und auf dem Gütermarkt unserer Ansiedlungsprovimen die unbedingt nötige Beruhigung herbeizuführen. Die erwähnten anderen Vorschläge schließen teils größere Härten in (;ck als die Enteignung und führen jedenfalls :) 5 ne die Enteignung nicht zum Ziele -- vor allen Dingen schon debbalb, weil sie eine Konzentrierung der AnkäUfe und die Unabhängigkeitder Ansiedelungs- kommission von den künstlichen Preistreibereien nicht gewährleisten können-

Was die rechtliche Zulässigkeit der Enteignung im vorliegenden Falle angeht, so könnte nach dem Wortlaut des Geseßes vom 11, Juni 1874 angenommen werden, daß seine Vorschriften hier ohne weiteres anwendbar seien. Aber nach seiner Entstehungsgeschichte er- scheint das zweifelhaft, und die Königliche Staawregierung legt Wert darauf, zu betonen, daß sie einen derartigen, weitgehenden Eingriff obne ausdrückliche geseßlicbe Vollmacht nicht vornehmen will. Es wird daher der Erlaß eines besonderen Geseßes, einer 16): Jp6018115 beantragt, die nur für Westpreußen und Posen gelten soll und nur zu rechtfertigen isi durch die eigenartigen Verhältnisse dieser Landesteile und die vitalen Interessen des Staates, um deren Ver-

Uebrigens wird die Ausführung des Geseßes nach meiner Meinung nicht in den Härten führen, die vielfach von ihr erwartet Werden.

Es ist, wie Sie aus dem Geseßestext ersehen werden, nicht beab- sichtigt, der Anfiedelungskommission das Enteignungörecht allgemein für den ganzen Umfang der Provinzen Westpreußen und Posen zu geben; es wird ihr vielmehr nur für bestimmte, örtlich begrenzte Gebiete verliehen, und damit bei der Auswahl dieser Gebiete jede

soll vor ihrer Festseßung ein Ausschuß don unabhängigen Vertrauens- männern, die mit den Verhältnissen der Provinzen genau bekannt sind, gehört werden. (Heiterkeit bei den Polen.)

(Es soll niemandem sein Grundbesiß genommen werden, weil er Pole isi, sondern wir werden uns nur dasjenige Land gegen vol]: Entschädigung aneignen, das wir für ein bestimmtes Ansiedlungs- unternehmen notwendig brauchen.

In der polnischen Preffe wird schon vielfach mit Rücksicht auf dieseVorlage von einer Auörottungspolitik, von einer Verdrängung der Polen aus ihrer Heimat gesprochen. (Sehr richtig! bei den Polen.) Von einer Außrottung oder Verdrängung kann nicht die Rede sein, meine Herren! Der polnische ländliche Grundbesiß in Westpreußen und Posen beträgt zur Zeit rund 1,7 Millionen Hektar und bat sick) in den letzten Jahren ständig vermehrt." Wollte der Fiskus diese

sich die Unausfübrbarkeit dieses Gedankens. Wir werden die scharfe teidigung des Deutschtums gebrauchen. (Heiterkeit bei den Polen.)

soweit er nicht unter Fideikommißbestimmungen oder Ansiedlerrecbi sieht, allmählich von den Polen und der Anfiedelungskommisfion auf-

Erwerbung

seßung für die dauernde Angliederung der ehemals polnischen LandxteilLe an den preußischen Staat eine energische Ansiedelung deuis er cute erkannt und sofort in Angriff genommen. Wir wi

Gegenwärtig liegt es tatsächlich so, daß der deutsche Grundbesiß- ebensogut wie die Polen, daß wir unser Ziel nur erreichen kömße?) wenn wir zunächst im Grundbesiv in aiim wichtigen Punkten dem Deutschtum zum Uebergewiebt verhelfen. Ist dieses Uebergewicht erst

die im Vertrauen auf den Schuh des Staates und von in den Ansiedelungsprovinzen niedergelaffen haben, und damit die

Westpreußen und der angrenzenden Landesteile eingeleitet.

seine Ansiedelungspdlitik aufzugeben,

Verfasser gewiß von guten und loyalen Absichten geleitet war.

unsere Stellung in der Welt seitdem eine so gesicherte geworden,

Agitation polnische

der polnischen Vereinstätigkeit,

Preise die von

und eine

dem Grundsaß audgebt

sich bewegt. Wir halten fest an den Maximen des Königs, der durch seine im Jahre 1772 erfolgte der Nation das Erbe wiedergab, das sie in rüber Zeit verloren hatte. Er hat als die erste Voraus-

dringenden Flut entgegenstebi; damit würden unsere Deutschen im Osten,

ihm ermutigt, sich

im Stich gela en vollständige Polonlsierung der Provinzen Posen Ind

Nun weiß ich wobl, daß dies alles von polnischer Seite bestritten werden wird: Auf polnischer Seite sagt man, der Staat braucht bloß er braucht nur seine Schulpolitik zu modifizieren und einige andere kleine Konzessionen zu machen damit zwischen Polen und Deutschen innige Freundschaft entsteht, und damit die Polen sich in die besten Untertanen des Staates verwandeln. Solche Gedanken find ja erst in der [eßten Zeit erörtert worden in einer viel besprochenen Broschüre, die ich auch gelesen habe, und deren

Meine Herren, der preußische Staat würde taub sein für alle Lehren der Geschichte des vergangenen Jahrhunderts, wenn er solchen Vorschlägen, solchen Anerbietungen, svicben Lockungen Gehör schenken woilte. (Sehr richtig! rechts undbei den Nationalliberalen.) Troß seiner erfolgreichen Arbeit für die Kultur und den Wohlstand, für die Rechtssicherheit und die Nrfaffungswäßkge Freiheit unserer polnischen Mitbürger hat der preußische Staat es noch immer bitter bereuen müssen, wenn er den nationalen Aspirationen der Polen entgegenkam. (Sehr richtig !) Ick) erinnere in der Beziehung besonders an die Jahre 1830, 1846 bis 1848 und 1863. Nun ist ja, Gott sei Dank, auch der kühnste SanguiniSmus großpolnischer Heißsporne für den YZ einer Erhebung nicht mehr auf ausländische Hilfe rechnen kann. Die Hoffnung auf Wiederbersiellung der staatlichen Selbständigkeit wird aber im polnischen Volke wacbgebalien durch eine unermüdliche

weiiVerzweigte wenn die staatliche Unabhängigkeit auch jetzt noch nicht wiederzuerlangeri ist, so müssen doch ihre Requisiten erhalten und entwickelt werden. Daß die Leiter dieser Bewegung auch Von Zeit zu Zeit nicht vor ge- räuschvollen Demonstrationen zurückschrecken, das hat uns erst das der- floffene Jahr bewiesen. Die Demonstrationen, die sich in dem so. genannten Schulstreik Verkörperien, bezWeckien im Grunde doch nur, zu verhindern, daß die polnische Jugend in der langen Zeit der Ruhe sich nicht des Gedankens an die Auflehnung gegen die staatliche Auto- rität entwöhne. (Sehr richtig !) Wir können durch vereinzelte Friedens- angeboie, auch wenn sie noch so gut gemeint sind, unsere Ostmarken- politik nicht aus den festen und bewährten Bahnen drängen [offen, in denen sie großen

1) An die Stelle des § 1 Uisjbs.1 1 treten folgende Vorschriften: Das nachstehende Geseß re elt 'das Verfahren zur Bekämpfun übertragbarer Viebseu n, mit Hus d . g Sintse TieseéKGesetzeinxd Yeftnußxbsxkejxe er Rinderpesi Vieh im une, er aenun es eüe. latvi eseves ist Vkebf von dem anzZnebmeéchistch dach im

wendun des lei es - Werdengou. F ck zum Genuffe fur Menschen

2) Arlt,) §122Mdrdectl; f l d a. . , ur :) gen e Vorschrift erse t: Die Anord und die Durchführung der Bekämépfungkmaßregelnv liegen den &II? regießungien näZsdZenaOrfYnen) o . .. m . ün 3 hinter den Worten „über d s - fahren(( die Worte ein(Zeste t: „über die Form, von deren Beoélachxitrg die G [tigkeit der auf rund diefes Gefeßes zu erlaffendea Anordnungen

abhängß“ des § 3 treten folgende Vorschriften:

Haustiere eins sießliib der inne dieses ß es behufs Ver- alsbald geschlachtet

I).;AWWFHLZZ

. 11 der eigenen Viebbestände der Militärverwal- tung bleiben die Maßregeln zur Ermittlung und Unterdrückung von Seuchen, soweit davon nur das Eigentum dieser Verwaltung betro en wird, den Militärbebörden überlassen. Die gleichen Vefugniffe ba en das_Kaiserlichx (GesundheitSamt und diejeni en zur wiffenscioaftlicben s(écxsfäßsMxrigdeubertriaglÉrirer .itkrankbetitärtr ibe immten staatlichen An-

, nen en erar an e e " ViebZestände-kö ] gs st, rucksichtlich der eigenen

erner nnen 1) den Vorständen der militäri n Remonte- depots Lowie der landesherrlichen und StaathesiüteFY) den Vor- ständen er tierärztlichen Lehranstalten und der zu diesen ge örigen Institute, 3) mit Zustimmung des Reichskanzlers den Vor?tänden anderer Anstalten von ähnlicher Art wie die im Abs. 2 und im Abs. 3 Nr. 2 bezeichneten von den LandeSregierungen die gleichen Befugnisse rucksichtlicb aller dort aufgestellten Viebbesrände übertragen werden.

In den Fällen der Abs.1„bis 3 finden die ferneren Bestim- mungrn dieses Geseßes nnaemaße Anwendung, in den Fällen des Zlbs. 2 und des Abs. 3 r. 2, 3 jedoch nur mit den Einschränkungen,

ie sich aus dem wrcke der wiffenschafiiichen Arbeiten ergeben.

.Die Militär eborden haben die Polizeibehörden der Stand-, Unterkunfts- und Marschorte von dem Auftreten eines Sencken- verdachts und von dem Auebruch einer Seuche sofort zu benachrichtigen und von dem Verlaufe sowie dem Erlöschen der,;x-Seuche in Kenntnis zu setzen. Die gleiche Pflicht der Benachrichtigung der Polizeibehörden "“th den im Abs. 2 genannten Anstalten und den nach Abs. 3 mit sel ständigen Befugniffen versehenen Vorständen ob, falls die Seuche oder der Seuchenverdacht nicht das Er ebnis wiffenschaftlicber Ver- ' suche ist, die zu den Aufgaben der Nnsta ten und Institute gehören.

' 4) An die Stelle des 5 tritt folgende Vorschrift: Die Be- hörden der Bundesstaaten nd verpflichtet, sich bei der Bekämpfung der YelYeuFien ;gflnfeditig §zi§i Ynßxrstüßen.

n e e e er s 8 treten unter We a - schriften unter a und 1) folgende VZrschriften: gf 11 der Ueber

Die Einfuhr von Tieren, die "an einer übertra baren

leiden, und_von verdächtigen Tieren 1 Abs. 4) ist erboten.SIe5*cet?-e selbe gilt fur die Kadaver und Teile von Tieren, die an einer über- tra baren Seuche efallen sind oder zur Zeit des Todes an einer sol en geliitrn ha en oder seuchenverdächtig ewejen sind, endlich für Gegenstände jeder Art, vyn denen nach den msianden des Falles an- zunehmen ist, daß sie Trager des Axsieckungsstoffs sind.

3. Zum Schutze gegen die Gefahr der Ein le un vo "b - baren Seuéen der Haustiere aus dem AuslscFidxpkath dneruTTxZT r mit Tieren m Grenzbezitke solchen Bestimmungen unterworfen werden,

die geeignet sind, im alle d Ei [ der Seuche vorzubeung, er nsch kPPung einer Weiterverbreitung

gesebrt wird. Die Bestimmungen

Das Polentum bat sie!) unter dem Schuss der Geseße, ins- besondere auf genoffenschaftlichem Gebiete, eine Organisation geschaffen, deren konsequente Durchführung und einheitliche Leitung erstaunlich

' ist und deren gewaltigen Kräfte immer und überall dem politischen Kampfe gegen das Deutschtum dienen, mögen auch in den Satzungen .' '5- er Vereine und Genoffenschaften nur wirtschaftliche oder gar pari- Ü.? , täiische Grundsäße proklamiert werden. Es unterliegt keinem .. Zweifel, daß die Leiter der Bewegung bewußt und planmäßig darauf , . inarbeiten, nicht nur Polen und Deutsche zu trennen, sondern den _ eizteren den Aufenthalt in den Osimarken durcb feindselige Haltung llmäblich zu verleiden und sie aus dem Lande binaußzudrängen. Widersprucb bei den Polen; Sehr richtig! rechts und bei den _- ationalliberalen.) Es ist unzweifelhaft, daß der von polnischer : - ite geflissentlich verschärfte Eegensaß zwischen beiden Nationalitäten "esentlicb dazu beiträgt, den Widerstand der Deutschen gegen die ockenden Preißangebote für ihren Grundbefiß zu schwächen. Nicht von “' éUkscher, sondern von polnischer Seite wird eine Verdrängungspoiitik j- trieben in stiller, unauffälliger, aber desto wirksamerer Weise. (Sehr ' ._“ ÖMZ! rechts.) Meine Herren, wir wollen mit der Enteignung nur "lgendes erreichen: Erstens: Ruhe auf dem Gütermarki, die . on eintreten würde, wenn nicht eine Senkung, wohl aber eine * tahilifierung der jevigen Grundstückspreise erzielt würde. Diese wird Licht werden, sobald die Ansiedelungskommission nicht mehr wie vk genötigt ist, sozusagen atemlos, hinter jedem Gute, desen“ bedarf, berzulaufen. Zweitens: die Möglichkeit eines [itanmäßigen Vorgehens der Ansiedelungskommission, und tens die Heranziehung auch des polnischen Be- tv“ dur Deckung des Landbedarfs für das iw Jntereffe des aates notwendige Ansiedelunanternebmen. Darin liegt keine nKereibtigkeit (Heiterkeit bei den Polen), und ich glaube, daß allein M die Möglichkeit der Enteignung wieder dazu führen wird, daß Anßedelungskommission auch polnisches Land freihändig erwerben "U- Verteilt sich der Landerworb einigermaßen gleichmäßig auf den kit“) beider Nationalitäten, so würde das nur dazu führen, daß der . Msi? Besitz dem polnischen die Wage hält, anstatt daß jetzt tat- n eine Beseitigung des deutschen Grundbesives sicb langsam, aber ! staatliche Gegenmaßregein unaufhaltsam vollzieht. läMeine Herren, daß troß dieser Erwägungen gegen diese Vor- Ie der Königlichen Staatöregierung auch bei Anhängern unserer sedelungspolitik in diesem hohen Hause Bedenken bestehen werden, WIH voraus. Aber ich kann nur wiederholen: die Königlicks [ regierung hat lange und ernstlich und gründlich erwogen, ob sie eiem Falle die Anwendung der Enteignung verantworten kann,

daß die Polen durch eine rücksichtslose nationale Verbeßung den preußischen Staat in seinem Erwerb auf deutschen Besitz beschränken, und daß hierdurch in Verbindung mit einer ungesunden Preistreiberei der alte deutsche Pridaibesiv in den Provinzen Posen und Westpreußku in der bedenklichsten Weise gelockert und seiner allmählichen Ver- nichtung entgegengeführt wird. Wir können unsern Landbedarf im freihändigen Ankauf nicht mehr decken, und daraus ergibt sich mit zwingender Notwendigkeit, daß ein eminentes Staatsintereffe die Ein- räumung der Enteignungsbefugnis an die Anstedelungskommission er- fordert. ((Große Unruhe und lebhafte Zuruf: bei den Polen. Seb! richtig! bei den Nationalliberalen.)

Der (Gedanke, meine Herren, ist nicht neu. (Widerspruch.) Schon mein großer Amtsvorgänger Fürst Wißmarck bat ihn in seiner . Rede vom 28. Januar 1886 erwähnt, und ich glaube mit ihm, daß an der verfaffungsreäotlicben Zulässigkeit dieser Maßregel ein Zweifel nicht besteht. (Obo! bei den Polen.)

„Nun fragt es sich", sagte damals Fürst BiEmarck, ,ob Preußen in seinem und des Deutschen Reiches Interesse nicht unter Um- ständen in der Lage sein sollte, 100 Miilionen Taler außxugebeu, um die (Güter des polnischen Adels dafür zu gewinnen, kurz und gut _ sagte Fürst Wißmarck - um den Adel zu expropriieren- Das klingt ungebeuerlich; aber wenn wir für eine Eisenbahn ex- provriieren und die Häuslichkeit stören, Häuser und Kirchböfe durch- brechen, lediglich zur Bequemlichkeit einer Eisenbahngeikü' schaft, wenn wir expropriieren, um eine Festung zu bauen, "ck eine Straße in der Stadt durcbzuscblagen, wenn Wik ganze Stadtviertel expropriieren, wie in Hamburg, um einen Hafen zu bauen, Häuser, die seit Jahrhunderten sieben, abbrechen: Warum soll dann unter Umständen nicht ein Staaj, um seine Sicherheit für die Zukunft zu erkaufen und die Unruhe los zu werden - ist die Sicherheit nicht ein höherer Zweck als dir - Verkehr, ist die Sicherheit für die Gesamtheit nicht ein blibt!“ Zweck wie die Befestigung eines einzelnen festen Platzeö? - war"“; soll dann nicht ein Staat unter Umständen zu diesem Milte schreiten?'

So damals Fürst BiSmarck.

Ich weiß nun sehr wohl, meine Herren, damals auf Widerspruch gestoßen sind, und ich will nicht bebauka'Z daß dieser Widerspruch mir unverständlich ist. Fürst Blamarck sel n- fügte damals hinzu: die Regierung beabsichtigt im gegenwärtigen Austro . blicke noch nicht, so weit zu geben, und deutete damit an, daß uljiik sich zu einem Eingriff von so ungewöhnlicher Härte selbstversiiind no erst entschließen dürfte, wenn alle anderen Mittel zur Durchfubkuine der als notwendig erkannten Ansiedlungspolitik Versagt hätten. MSM d Herren, nach der Ueberreugung der Königlichen Staatßregieruna ti;:erisi zu der Ueberzeugung gelangt, daß sie diese Maßregel nicht dieser Zeitpunkt ikßt gekommen. t- “i ?ntworten kann, sondern daß dieser Schritt unbedingt not-

Wir haben auf das gewiffenbaitesie geprüft, ob wir die “"en USU?!- eignung umgeben und mit milderen Gesevesbestimmungen auswmxnt. e könnten; wir haben erwogen, ob nicht eine Beschränkung dert ein eignung auf die Fälle des Besitzwechsels möglich wäre, ob nick) viel geseßliches VorkaufSrecht des Staates oder das in [ester Zeit wür . erörterte Einspruch5recht gegen Grundstückswerkäufe genügen wrede Ich selbst babe, obwohl dieser Geseventwurf schon durch die wanje vom 8. Ianuar1907 angekündigt War, seine Einbringung W B!“ verzögert, um nochmals eine gründliche Untersuchung aller lahmen tracht kommenden rechtlichen und tatsächlichen Verhältnis: vorne

dauernd gesichert und als unerschütterlich anerkannt, dann wird auch, sfind, soweit erforderlich,

wie ich hoffe, das Polentum die Hoffnung auf Lokreißung dieser Ge. biete vom preußischen Staat endgültig aufgeben, dann wird die groß- polnische Agitation zur Ruhe kommen, dann wird nach König Friedrich Wilhelms 111. Wort „Deutschland wirklich gewonnen haben, was Preußen erworben hat“, dann wird auch manche Maßregel Weg- failen können, die jeßt unseren polnischen Miibürgern lästig ist und vonfibxen ainßebliih als Verlesung ihrer nationalen Empfindungen emp un en w r . Ansie ungssioffs sein önnen, aus dem von der

Bis dahin ist aber noch ein weiter Weg, und wir können unser Ausland aligemein oder für bestimmte GrenzsiéeecitectbievZYtgeenchdee? Ziel nur erreichen, wenn wir ihm unermüdlich, stetig und mutig zu- ;olcben Beschränkungen unterworfen werden, die die Gefahr einer Ein- sireben. Auf diesem Gebiete gibt es für den preußischen Staat kein chleppung ausschließen oder derminZern.

Zurück. An dieses hohe Haus aber richte ich die Bitte: Helfen Sie uns vorwärts durch Annahme dieses Geseßentwurss; damit dienen Sie nicht nur dem Deutschtum in unserer Ostmark, sondern beffer als mit halben Maßregeln auch dem Frieden in ihr und damit allen ihren Bewohnern. (Lebhaftes Brady! rechts und bei den National- liberalen, Zischen bei den Polen, wiederholter Beifall und wieder- holtes Zischen.)

_ Prasident _von Krö er schlägt hierauf vor, die nächste Srßung am reitag, den ' . d. M., abzuhalten mit dcr Taqes- ordnung: ahl der Prasrdenten und Schriftführer und érste BerYibinngxr OkttxtcerenZorlage.

. aße n. : ch weiß nicht, ob es weckmä i ein wird, s 911 am Freitag in die Beratung dieser Vorlaige einzßxtgreien. Man mußte wenigstens einen Tag die Vorla e studieren, und die Fraktionen mußten ein bis zwei Tage darüber traten können. Ich gebe also anheim, ob man nicht lieber erst am Montag die erste Be-

ratqubvoermen soHlte. d b

g. r. von ey e rand und der Lasa kons.: bitt

Sie, es beim Vorschlage des räsid'enten zu belaffené VTi dYbersier: gemeinen Gesichtspunkte erörtert. Da

Die e to und richtig angelegte, nach meiner festen Ueberzeugung iit unbedingst FotrZendige Ansiedlungspolitik ist aber bei der Beschaffung ; KöUkJÜÖL 'ULYYLLZZJFVYYÉJYYYS YriTFskleZL ZYFLZénder des nötigen Landes auf Hinderniffe gest??? uxdtéatgtxrßß Wir? aus- ' YZFZYTÜWM Erst ,mit dem Jahre 1896 ießte eine energische

d E bite der o on a on e enwr ungen * Z::TYLTYKÜTTZYT F?rtfikhang nicht nur ernstlich erschweren, x polnische Parzellierungstätiakeit und dann auch bald das Treiben der

" . ; S ekulanten ein, und von da an beginnt ein fast ununterbrochenes sondern mit den bisherigen Machtmitteln uberhaupt unmöglich er ! AFsieigen der Preise. 1895 zahlte die Kommission noch 571 „46 pro

einen la en. Der Kampf des Staates mit dem Polentum um 1 ! Fehn Bodenff und die Außnuvung der durch diesen Kampf hervor- Hektar, 1900 schon M?souxéinTWPZreiYiZeigÉngWuöxtt,ITZ )alstoßxx gerufenen eigenartigen Situation durch ein rücksichtsloses Spekulanten- , leßten sech?) JÜÜUQZY/ ! lum hat auf dem Gütermarkte der Ansiedlungßprovinjen durehaus : seit1895 a UM 0 ib Wirkun auf ungesunde Zustände hervorgerufen, für die mir in der Tat die Be- Diese Preise interessieren nicht so sehr Weg;? it;; w Feines zeichnung „einer vollständigen Demoralisation“, wie ich sie in einem die Rentabilitat des"AnfiedlungSunternebmens, e_ i egexi b lt kürzlich erschienenen Buch über das polnische Gemeinwesen im indirekten Nußens fur den Staat auch jetzt no? furd etne gu eG a ;, preußischen Staat finde, nur zu zutreffend erscheint. Ich habe in sondern wegen der zunehmenden Lockerung esa cuischen istruxz diesem hoben Hause schon im Jahre 1902 darauf hingewiesen, wie besißes, die sie dl'l'k Folge habxn. Yu Fbgsimenm wie [Fei klar das Polentum erkannt hat, daß der Grundbesiß schließlich darüber , nationale Pfl chigefuhl unter en drun J; Ziemlitätenkampf entscheidet ob unsere Osiprovinzen deutsch oder polnisch sein werden. * allen ofimärkijcben Deutschen durcb en (: ona , geschärft worden. Wer ohne Grund - nur um Geldgewinns willen

Es ü rtzden Kampf um den Boden daher mit einer auß-rordentlicben Enexgke. Eine Organisation des Kreditwesens auf nationaler Grund- 3 - deutscbm Bodrn aufgibt, wird auch bei uns scharf veriurtexlt. lage, die ibreßgleichen sucht, eine geschickte Kombination von genoffen- Aber die Bodensiandigkeit unseres deutschen Grundbesitzers n en

en S arka en und Parzellierungsbanken, die den leisteten in Provinzen Westpreußen und Posenaisi leider noch keine große. Auch Léxxzteltxtchmfaxge Jie Spareinlagen der polnischen Industriearbeiier unter den Deutschen geben die Guter, Hun; ilSYekuxxJiiot?Ilijtekt BZT; und Sachsengänger diensibar macht, die Hypothekendarlebne der Land- * worden, von Hand zu Hénd, nicht :kumd (xe erb t r dia “jemals schaften und deutschen Hypoibekenbanken,dienachHunderten vonMillionen Erbteilungen wird gegenuber den so en enlt auange o en,i : n Wie zählen, die durch denwirtschaftlichenAufschwungderAnsiedlungsprovinzen fehlen, die Neigung, den Bcsiß xu baten,bmmexb?erngr.West- und die steigenden Güterpreise wesenjlich erleichterte Geldbeschaffung Kenner der beiden Provinzen mir yexx'icheri ba eu, g ie Gn't im für zweite Hypotheken, vor allen Dingen der gesunde Landbunger der preußen und Posen außer den FideäonKn ffen Fur Jinsge B?) er " polnischen Bevölkerung haben es den Polen ermöglicht, mit der Privatbesitz, die nicht sofort der! uf cb sin 1) elii esxsgueI Ansiedelungskommission erfolgreich in WettbeWerb zu treten. Sie greift deutlich- erkennbar_ aucb schi? aufd cn ais; ngeFe er;)a- baben den Verlust an Land, den die Tätigkeit der Ansiedelungs- ; Bauernstand uber; sie ruttelt dam cmd elxnd fiste efn" :?ests kommission ihnen zunächst brachte, nicht nur außzugleicben, sondern in 7 mente des ostmärkiscben Deutsckvtums un e eue duc k " einen Gewinn umzuwandeln verstanden. Die Besißwechselstatisiik ] eine'Gefabr, die garnicht ernst genugG genomndilexnsi wkfrdxnht mét. ergibt, daß yon 1896 bis einschließlich 1906, also in elf Jahren, in ; Zunachst ifi am schwersien der druisckpei roßgrunde ß [ejsxen' „ck Westpreußen und Posen 75 437 118. mebr aus deutscher Hand in die ? überwog im Jahre 1886 in der 95??le Posedn anpo :wicht :o(!) polnische übergegangen sind als umgekehrt, und wenn man dazu noch Z um rund 70000 11a. Im Mai 1 li irugi as e Fg den sein die polnischen Ankäufe in Ostpreußen, Pommern und Schlesien Z rund 19 000 118 und wird wahrschein chanwisckTen verd W(anäb dun. nimmt, so stellt sich der Gesamtverlust anf annähernd 100 000 118. ! Die Folge ist in zahlreichen Kreisen eine ern ck ung o er e r g

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auch auf tierische Erzeugnisse und Robsio e, owie au 1 - stände aussudebnen, die Träger von Anieckungss117ffefnsrieißre YYY. ZZcxndeufFr die Gretlrszzßiirke KrinetRädifiZn d§s vorhandenen Vieb- n eneregema e o " - von Vieh angeordnet werden.9 n ro e u er en Ab und Zugang § 7

We_nn in dem Ausland eine üb'ertra bare Seu e d Ti einem fur den inländischen Viebbestand begdroblichen c?irrtfaerige bechFtt oder ausbricht, so kann die Einfuhr lebender oder toter Tiere tieris er Erzen nisse oder Rokstoffe sowie don Gegenständen, die ÉräJer des

§ . Von dem Erlasse, der Aufhebung oder Veränderun einer der i FLUX é(L5)éai,tt7ilbezeichnexten ZnNdnng isst unveZü si dem Reichs,: eung zu ma en. everüten e ak d Verbote sind ohne Verzug öffentlich bekanntgzu macbceérr. n ungen un .Be-

6) Die Ueberschrift des Abschnitts [1 hat zu lauten: kampfung von Viebseucben im Jnlande." 7) An die Steile der §§ 9, 1? treten folgende Vorschriften: Bricht eine Seuche aus, auf die sich die Anzeige fri t erireckt Y 10), oder zeigen sich Erscheinungen, die den Ausbru eri?“ sl,),l n euche_ befurchten lassen, so hat der Besißer des betroffenen VieckTs unverzuglicb der olizeibebörde oder einer anderen von der Landes- regierung zu “bezei nenden Stelle Anzeige zu machen, auch die kranken und die verdachchtigen Tiere von Orten, an denen die Gefahr d r An- steckung fremder Tiere besteht, fernzuhalten. Die gleichen P ichten hat, wer in Vertretunq des Yesißers der Wirt cbaft vorsieht, wer Vieb in Obhut bat (Hirt Schafer, Schwelm. iebpfteger usw.) und wer mit der Aufsicht beauitra t ist, ferner für die auf dem Transport befindlichen Tim deren Be le ter und für die in fremdem Gewahrsam befindlichen Tiere der Be ßer der betreffenden Gehöfte, Stallungen, Koppxln oder Weideflächen. Zur unverzüglichen Anzeige sind an die Tierarzte und alle Personen verpflichtet, die cb mit der Ausü ung der Tierheilkunde oder mit der Kastration von ieren beschäftigen, in- leicben die Fleischbeschauer einsckzließli der Trichinenschauer, ferner die ersonen, die das Schlächter ewerbe betre benHowie foicbe, die sichaewerbs- mäßig mitderBearbeitung, erwertun oder5 eseitigun geschlachteter,ge- töteter oder verendeter Tiere oder tieris erVesiandteile eschäftigen, wenn Ole, bevor ein polizeiliches Einschreiten stattgefunden hat, von dem usbruch einer der AnzeigepNicbt unterliegenden Seuche 10) oder usbruch einer solchen Seuche befürchten

Lesung werden doch nur die a die Vorlage böchstwabrscheinlich einer Kommission überwiesen werden wird, so wird man dort die Einzelheiten prüfen können. Im Interesse der Beschleunigung der Sache bin ich für eine Beratung der Vorlage

schon am reitag. Abg. reiberr von edli und Neukirch (frkons): Im

Namen me ner Freunde s ließe i mich den Ausführungen des Vor-

redners an. Abg. erold( mtr.): Auch wir baden keinerleiBedenken, über reitag zu verhandeln.

den Geßen tand am ,

Zl g. Dr. rt'edberg (nl,) hat gegen den Vorschlag des Präsidenten an nichts einzuwenden, möchte aber die S1 ung erst um 12 Uhr beginnen lassen; er läßt jedoch seinen or- schlag faiien, nachdem der Präsident darauf hingewiesen Hat, da[; es sich empfehle, daß das Abgeordnetenhaus am reitag schon zwei Stunden vor Beginn der wichtigen Rei stags- verhandlun en arbeite.

Abg. laßel zieht hierauf auch seinen Vorschlag zurück.

, 11/ U r. Nächste Si ung rcita , 11 U r. (Präsidentenwahi; erßte Lesung der O imarkerorlagge.) h

von Erscheinungen, die der: lassen, Kenntnis erhalten.

10.

Seuchen auf die sicb die A§nzeigepfticht erireckt, nd: 1 Mil - brand, Rauscipbrand, Wild- und Rinderseuche; s2 To wut; 3) Novi; 4) Maul- urid Klauenseu e; 5) Lunßenseucbe des indviebs; 6) ocken- euch: der Schafe' 7) Be cbälseucbe er Pferde, Bläschenausscb an' der ferde und des Rindviexs' 8) Räude der Einbu er und der Schaxe; HScbweineseucbe und cipwe nepext; 10) Rotlau der Schweine e n- s lie lieb des Neffelfiebers (Backieinblaitern); 11) Gefiü elcholera und ubnerpest; 12) Tuberkulose des Rindviebs, Xfern sie ÖV in der Lunge in vorgeschriitenem Zustande befindet oder uter, Ge rmutter oder Darm er?;iffen bat. f

daß diese Ausführungen

" it und die Polonisierung der Kreistage

öt! ört! Wer den Verbaltniffen ferner steht, wird sich den der deutschen Kreißtagömebrbe , . Wardertbfragxn, wie dies Ergebnis möglicbist, gegenüber den. gewaltigen _ gefährdet wiederum die Stellung der Deutschen in Jdelrex SKrlbis; StaatSmitteln, die von der Anfiedelungskommission und dem Domänen- F verwaltungSorganen, deren Zusammenseßung von der cktai)i ter redi- fiskusfüriAnkäufe aufgewendetworden sind und mitdenen sie ein Arealvon ; tage abhängt. Aus dem deutschen Großgrundbesiß de 11 ch nur e

" ' in der

ka 450000118 ür den Staaterworben haben. Die Erklarungliegtdarin, ; Ansiedelungskommisfion, sondern auch die polnische Kolonisation ;Zß die polnischxn (Güterspekulanten und ParzeUierungsinsiitute in der Hauptsache ihren Bedarf an Land. ZZ? Fahrt:) 19;)5/1(;6cheve2rf§o1r7:. Z. Lage sind, fast jedes von ihnen ékworbene Gut vorteilhaft zu ver- der polnische Großgrundbesiß nur 8, er Tila!) d r deutsche. Werten. Denn der kleine polnische Mann, der fast außnabmslos Geht es so weiter, sc? wird in 20 Iaeri vczjraussiknstb e d e en- danacb strebt, mit seinen Ersparnissen in der Heimat ein Stück Land Großbesiß nur aus Ftdeikommiffen uni don; mx?Ni de Knitunbefixnßen :*r erwerben, scheut sich vor barten Zahlungsbedingungen nicht und über dem polnischen sich in versch!;) nRen elri n Trserß rund; trägt die Resikaufgelder in der Regel in kurzer Frist ab. So ist es : Diese Entwicklung wird auch dank d ed egu terung eS ierur? des den Parzellierungöunternebmern möglich, ihr Betriebskapital fchnell * befitzes und seine Stellung unter Ansie [errecbb jobne't an schTellen und meist mit Gewinn umzusehen. Darin hat auch die Ansiedelungs- Gütermarktes nicbt aufxubalten sein, dennä e wet eirem stärker novelle von 1904 eine durchgreifende Aenderung nicht eintreten laffen, Steigen der Preise wird der Anreiz ziilr Ver ußTrung bmmekt:ba daß. da sie nach der Judikatur des Oberverwaltungsgerickpis nur die Er- Daneben macht sich die eigentuml (heiErsclY anni? er::er rinebr richtung neuer Wohnplätze von einer Genehmigung abhängig macht, ' der Anfiedlungskommission ein planmäß ges Trge en VimmerPosen nicht aber die Aufteilung von Gütern unter Verwendung der U?“- ; UsFZZtsixirdiZ Fker njtedetiréj d:; dkilearVerdTäßltÄxsI-se meirt Y:?eixlxeelrxen An- andenen nsibäu er. Ebensowenig wird die Veräußerung von am * un e reu en n , ,- . Fellen an Znachbasrte Kleinbesiser von dem Geseß getroffen. Die sicb siedlungen nicht gedient ist. Wir mussen gZoFie Ténsel? ?eTiDilizttsdbie

stetig steigernde Nachfrage polnischer Arbeiter und Kleinbauern nach ' tums im polnischen Meere bilden, und un 42 ng no w n (;

Schluß

Der Rei skanzler ist befugt die Anzeigep icht auch für andere Seuchen einzu bren und für einzeine Seuchen wikaerrufiich aufzuheben. 8; Der €) 11 fällt weg.

9 An die Steüe des § 12 tre1th folgende Vorschriften:

Ist eine AYeige erfolgt § 9, 10) oder der Ausbruch eiuer Seuche oder der erdacht eines eucLenausbrmks onst zur Kenntnis der Polizeibehörde gelangt, so hat die e sofort den eamtetetr Tierart zuzuxieben (vgl. jedoch § 15) und inzwischen dafür 1: for en, daß d

kranken und ab eien vor) der Tuberkulo e § 10 Abi. 1 r.12), auch die verdächtigen ere mit anderen Tieren n cht in Berührung kommen. Der beamtete Tierarrzt bat die Art, den Stand und die Ursachen der Krankheit zu ermitte n und fein Gutachtewdarüber abzugeben, ob durch

Pfli Herren, der preußische Staat würde seine oberste Pflicht, “b “kt der Selbsterhaltung versäumen, wenn er gegenüber den *-u ren, die das ostmärkische Deutschtum bedrohen, die wirksamste , kmaßregeß die Anfiedelungspolitik, in dem Augenblicke aufgeben S wo sie anfängt, dauernde Erfolge zu verheißen. Das wäre

de cbwenkung in unserer Ostmarkenpolitik, die alles übertreffen - was der "Hel an tka!) Da

Parlamentarische Nachrichten.

Dem Reichstage ift nachstehender Entwurf eines GeHeßes zur Abänderung des Gesxßes betreffend die Ab- we r und Unterdrückutägtdkork Yiehseuchen, zugegangen: preußische Staat in der Vergangenheit leider durch k ? '

Konsequenz auf diesem Gebiete verabsäumt bat. (Sehr Das Geseß vom 23. Juni 1880/1.Mai 1894, betreffend die Ab-

_ we r u d Ü 0 mit würden wir den festen Wall einreißen, der der vor- wirbd, wie fxltxädrabYYderY Viebseuchen (NeicHSgeseßbl. 1894 S' 409)