1907 / 284 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 29 Nov 1907 18:00:01 GMT) scan diff

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der dritten Klasse desselben Ordens mit Schwertern: dem Leutnant Freiherrn Gans Edlen Herrn zu Pullis im 2. Gardedragonerregiment Kaiserin Alexandra von Nuß- land; _ ' Ru i en ilbernen Medaille fur der “?faeirsearrkitckÖandxsdseckZ St.sStanislausordens: dem Grenadier Hirsch im Kaiser Alexander Garde- grenadierregiment Nr. 1; ___h tn Stu e der dritten Klasse des Kaiser der GFZisrTesischenfOrdens vom doppelten DZch'LsUT _ u tmann Gandenberger _von or y m 2. BTWcheKa Gprenadierregiment Kaiser Wilhelm 1. Nr. 110;

des Königlich Großbritannixchen Viktoriaordens zweiter Kla se: _ dem Obersten von Bitter, Kommandeur des uaren- regiments Fürst Blücher von Wahlstatt (Pommerschen Nr. 5; der dritten Klasse desselben Ordens: _ dem Major von Ribbeck, b_ea_uftraqt_ mit der FUYung * des 1. Gardedragonerregiments Komgin Viktoria von roß- britannien und Irland; _ der Königlich Großbritannischen Viktoriamedatlle:

dem Wachtmeister Albrech_t in demselben _Regiment, den Wachtmeistern Pirsrg, Pankowm, _Bieske, Skrablies und Ebel im HusarenregtmeniFurft Wucher von

ltatt ommerschen) Nr. 5, _ Wal)dsem UFewachtmcister Bar in demselben Regiment und

den Sergeanten Becker, arey, _P_eek, _Thiel und Uber im 1. (Hardedragonerregiment Komgin Viktoria von

Großbritannien und Irland; des Gro o i ierkreuzes des Kö_niglich Nieder: ländißchfefnzOrdens von Oranten:Nassau: dem Generalmajor von Sqnden, Kommandeur der 34. Infanteriebrigade (Großherzoglich Mecklenburgischen); des Kommandeurkreuzes desselben Ordens: dem Obersten von Bülow, Kdmmandeur dcs Groß: herzoglich Mecklenburgischen Füsilierregimcnts Nr. 90; des Ritterkreuzes zweiter Klassxdes Königlich Norwegischen Ordens des heiligen Olaf:_ _ den Leutnants von Behr und von Veltheim rm 1. Garderegimeni 3. F.; der Königlich Dänischen silbernen BeLoHnungs: medaille mit der Krone: _ den Vizewachtmeiftern Piehaczek und Schäfrr m der Leibgendarmerie; _ _ _ der ersten Klasje des Königlich Spanischethlttar- verdienstordens: _ dem Oberleutnant M e 1) 11 im Z.Ni_ederschles1schen Infanterie: regiment Nr. 50, kommandiert zur Dienstleistung beim Großen Generalstabe ; _ des Ritterkreuzes des Königlich Siamesischcn Weißen Elefantcnordens: _ _ dem Stabshoboisten Böttge im 1. Badischen Leib- grenadierregimcnt Nr. 109; sowie des DonatUSritterkreuzes erster Klasse des Zohanniter-Malteserordens:

dem Oberstleutnant" von Iaroßky beim Stabe des Großherzoglich Mecklenburgischen Füfilterregiments Nr. 90.

Deutsches Reich.

Seine Majestät der Kaiser Haben im Namen drs Reichs den Kaufmann_ Ernst Schlegel zum Vizekonsul m Santa Maria (Columbren) zu ernennen geruht.

Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht: den Gerichtsassessor Lüders zum AmtSrichter bei dem Amthericht in „Hayingen zu ernennen.

Dem Kdnilick) portugiesischen Konsul Pedro Cid in Bremen ist naans drs Reichs das Exequatur erteilt worden.

Bckanntmachung.

Am 1. De ember d. I. wird im Brzirk der Königlichen Eisenbahndirektizon in Frxxnkfurt (Main) die 3,11 km lange vol]: spurige Nebenbahn Villingen (Oberhessen);_Rupp_erts: burg, die bisher nur dem__(8ntcrverkebre diente, mti der Station Ruppertsburq auch fur den Personenverkehr croffnet.

Berlin, den 28. November 1907._

Der Präsident des Reichsetsenbahnamts. Schulz.

Bekanntmachung.

Vom 4. Dezember ab tritt im Ausstellyngßgebäydc am ooloqischen (Harten während der voraussichtlich bis nach YZeibüachten dauernden „Jntemanonalen Automobilausstxllung 1907“ eine Postanftalt mit Telearaphenbetrieb und _offent- licher Feranri-chstelle unter der Be_zetchnung „_Berlin W. Internat onale Automobtlaußtellung“ m Wirksam- keit. Das Posjamt wird für den Verkehr m1t dem_Publikum Werktags von 9 Uhr Vormittags bis 8 Uhr Ngchmttta s u_nd Sonntags von 12 Uhr Vormittags bis 8Uhr Nachmittags it) etrteb ehalten werden. Bei dem ostamt sollen Postsendungen ]eder Art ?aUSgenommen PaketY elegramme und Robrpostsendungen angenommen sowie ostwertzeichen verkauft werden, auch können daselbst Postsendungen jeder Art (auSgenommen Pakete und Sendungen mit einer Wertangabe von mehr als 6000646), Telegramme und Rohrpostsendungen abgeholt werden, _sofern sie in der Aus rift den Vermerk „„Berlin 127. Internationale

Automobilauskte ung“ oder eine ähnliche Angabe tragen.

Berlin (ck., den 26. November 1907. _ Kaiserliche Oberpostdirektwn. Vorbeck.

R e i erteilt worden:

ni en eits rift vero „iii t, pon deren Verlag(3. Springer inschBean Fi? werden können.

23 e t

d es vom 1. Juni 1898,

Au Grund es s??en, ist das folgende ern zur Beglaubt ung ' Deut chen

e zugelassen 1: igeseßte Systemzeichen zu-

* 757551553“

d kn ns & ler ur asigen Wechselstrom, orm

J! FZ,uun1? ffxr! relzfswoékxtnpxxit gleichbelasteten ZwYen, Form OU und 110,L_l)ergestellt von der [[= gemeinen Elektrizitäis=Gesellschaft in Berlin.

Eine Beschreibung des Syfiems wird in der Elektrotech-

., Mon sup [Z) Sonderabdrücke bezogen den „14. November 1907.

x b , ' Qbarloktsn "rg _Lckz-Technisckzen Rerchsanstalt.

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Urg-

Der Präsident der PWW!

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Kön'ißérxx "7 Preußen.

Seine Majestät der KLnig haben Allergnädigst gerubt:

den Landgerichtsdirektor Lossau in Hirschberg i. Schl. zum SenatSpräfidenten bei dem OberlandeSger1cht m Marien- werder zu ernennen, _ dem Rechtsanwalttmd Notar Grundmann m Treptow a. N. den Charakter als) Justizrat zu verleihen und _

zu genehmigen, daß der Oberlandes ertchtßrat Kempf in

Königsberg i. Pr. nach Kiel versth wer e.

Seine Majestät der König haben Allerqnädigst grruht: den bisherigen Seminaroberlehrer Dr. Ernst Wiehr in Hadersleben zum Seminardirektor zu ernennen.

Seine Majestät der „König haben Allergnädigft geruht:

aus Anlaß der diesjährigen Deutsch-nationglen Kunst: aussteüun in Düffeldorf den nachgenannten Kunstlern die qoldene Medaille fur Kunst _zu verleihen: _ _

' dem Maler John Qurnct) Adams in Wien, _ dem Maler, Professor Iultus'Paul Junghanns 111 eldor , _ _

ffdem fMaler Franz Kiedertcb in Dusseldorf, _

dem Maler aus Old_e_,ch YrTfesW _und Direktor der ro eroli ä i en Kuni ue n elmar, _ _ G ßszÉilLasuY ck)u ustKraus in (Grunewald bei Berlin, dem Bildhauer Jo ef Pallenberg it_1 Coln,

dem Maler Max Clarenba- in Dusseldorf,

dem Maler W. Schmurr in _uffeldorf,

dem Bildhauer Frth Klimsch m Charlottenburg.

Ministerium der ßeistlirhen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiien.

Bekanntmachung. _

Zur Abhaltun? der_ Wissenschgfilichen Prufung der Lehrerinnen ("Ober ehre nenpru ting) in Berlin babe ich Termin auf. Mont. ,_ em 4. at 1908, Vormittags 9 Uhr, im Geßäudeb d . _esigur Angustaschule, Kleinbeeren-

ra e Nr. 16 1 , an eraum. _ _ _ _ ft ßDie Meldungen zu dieser Prufung smd bis spatestens um 4. Januar 1908 _ und zwqr seitens der irn Lehrgmte tehenden Bewerberinnen durch die _vorgefeßte Dtenstbrhordc, eitens anderer Bewerberinnen unmrttelbar _ schriftlich an mi ein urei en. _ _ _

chW9gzen [Fe)r der Meldung beizufugendrn Schrrftstucke ver- weise ich noch besonders auf § 4 der Prufungsordnung vom 15. Juni 1900.

Berlin, den 8. November 1907. Der Minister _ _ der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten. Im Auftrage: Schwarßkopff.

Dem Seminardirektor _Dr. Ernst Wiehr ist das Direktorat des Schullehrersemmars tn Hadersleben verliehen

rden. _ _ wo Am Schullehrerseminar zu Segcberg ist der bisherige

Präparandrnlehrer Daniel aus Lundrn als ordentlicher Seminarlehrer angestellt worden.

Der mit der städtischen höheren Mädchenschule in

ist auf Grund des § 3 der Prüfun_g__sordn1_xng für Lehrerinnen vom 24. April1874 die jederzeit wr erruflrche Bercchtt ung zur Abhaltung von EntlassungsPrufungen verlehen.

Bekanntmachung.

emä 46 des Kommunalabgaben eseßes vom 14. Ju_li 1893éG.-CZ.§S. 152) wird hiermit z1zr Fffentlichen Kenntnis gebracht, daß der im laufenden Steuer1ahre zu_ de1_1 Kommunal- abqaben einschäßbare Reinertrag aus dem BetriebNahre 1906/07 bei" der Ofchersleben:Schoninger Eisenbahn bezuglich ihrer reußischen Strecke auf 42 707,45erstgestellt worden ist. Ixiagdeburg, den 28. November 1907. Der KöniglichéGEisenxahnkommiffar. raa .

Die von heute ab zur Außglabe gel_c_x_r;_ e_1_1de _Nummer 44

' Gee amm un e uner_ der ?.??.JYYYFLU AsUevrkJFJchsien Erßaß, betreffend die Ran : und Titelverhältniffe der rchware, vom 30. Oktober 1 ,

unterNr. 10855 die Verfügung des Justizministers, betreffend

die Anle un des Grundbuchs für einen_Téil _der Bezirke der AmtherJchtegHerborm Hochheim und Konigstem, vom 7. No-

Lüneburg verbundenen Lehrermnenbildungsanstalt'

Nr. 10856 die Verfügun des_ Jusxizmitiifters, betreffend die Anlegung des Grundbu 18 Zur emen Teil der Bezirk, der Amts rrckthNCamberg, Ha amar und Idstein, vom

23. Nov er . Berlin W., den 28. November 1907. Königliches (?_eseßsammlungsami. ruer

Yichtamtliahez.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 29. November.

In der am 28. d. M. unter dem _Vorsiß des StaatSministers, Vizepräsidenten des Staatsministertums, Staatssekretars des nnérn Dr. von Bethmann Hollweg abgehaltrnen Ylenarsißung desBundesrats _wurde dem Entwurf _emes eseßcs, betre end die Handelsbeziehungen zu_m Britischen ReiYT, wodur die dem Bunchrat m bezug au die Gewahrun der eistbegüntigung erteilte Vollmacht um 2 ahre verlange wird, die Zustimmung erteilt. Ebensd wurde; den am 26. Sep- tember 1906 zu Bern abgeschlossenen internationalen Abkommen über das Verbot der Nachtarbeit der gewerblichen Arbeiterinnen und Über das Verbot der Verwendung vo_n weißem_Phosphoc zur Anfertigung von Zündholzern Fugesnmmt. Die Anirägx der Ausschüsse, betreffend die Ver egung der YUMenze bei Cuxhaven und betrefLend die Pragung v_on illio_nen Mark in Kronen, fan en Annahme. Schließlich_wurde uber die Beseßung mmßSthleért beim Reicthericht und uber mehrere Ein aben Be lu ea . _ ;; ente hiseclki dergAusschuß des Bandeörats fur Handel und erkehr eine Sitzung.

Im Hinblick auf den Rückgang der Choleraerkranxun e_n in Rußland und die eingetretene kältere Zahreözeit smd ie zum Schuße gegen die Einschleppung de_r Cholera durch den Schiffahrts- und Flößerewerkebr _eingerichte_tcn Ueber- wachungsstcllen auf der Warthe h_et PogmÉrlice und Posen, auf der Weichsel bei Schillno, Schulrß und mlage und auf der Memel bei Schmalleningken wrcder aufgehoben worden.

Laut Meidung drs „W. T. B.“ ist der außreisende AblösungstranSport für S. M. S. „Planet mri _dem ReichSpostdampfer „Yorck“ vorgestern in Penang (Halbinsel Malacca) eingetroffen und bat an demselben Tage dre Reise nach Singapore fortgeseßt. Der aUSreisende Kreuzergeschwader_ __ ReichSpostdampfer „Prinzregent Luitpold ge eingetroffen. _ _ _ S. M. Flußkbt. „Vorwarts“ rst vorgestern in Kiukian (Yangtse) eingetroffen und am 28. November von dort na

ankau ab anxen. _ _ _ H S. M.gFgluß?bt. „Vaterland“ ist gestern m Tschungkmg

t ein etro en. . _ _ «WHQM. gS. ff„Iaguar“ ist gestern in TschmgkmnH Yangtse) eingetroffen und geht morgen von dort na

ankmg ab.

Ablösungstransport für das

(Fähnrichstransportsxernißn YYMFM

Baden.

1: Be inn dcr eitrigen Sißung dcr ZweiteziKanzmcr widmZZte de? Präsidergit Fehrenbach Seiner Konzglichrn Hoheit dem verstorbener] Großherzog__ erneri tief empfundenen Nachruf und drrrckte _Setner Konxgl_1chcn

ohrit dem Großherzog Friedr1ch_11. dqsGelobms der Zreue aus. Sodann entwickrlte dcr FinnnFthistcrUZonieii die Lage der badischen Finanzen und uhrle, . „B.

u ol 2, aus:

z f ie Finanzlage befindet sich seit dem Jabre_1903 in aufsteigender Linie. Im Jahre 1906 betrug der Einnahmeuberschuß im ordent- lichen Etat 5900 000.44 und reichte zur Bestreitung der außerordent- lichen Auggaben nicht nur VöÜig aus, sondern es konnten davor; noch 900 000 „M zur Vern'ebrung des Betriebsfonrs verwmdä wcrden. Verschlechtert wird das Bild durch die finanziee Notlage des Rkicbes, und es ist nthendig, Reich endlich finanziell auf die eigenen Fuße zu sieixen- Bad-xn ist durch das Reich infolge der gestundeten Matrikularbettrage- durch die Erhöhung des Biersteurraußgleicbs und durch die Ein- führung der Reichserbschaftsstcuer ohnedies belastet. Durch die WM leßteren Tatsachen wird der badische__Hausi)alt dauernd von 19)“ ab mit etrva 2 Miüionen Mark abrlich nicht belastet. Auögaben des (Eisenbahnbstriebs nd_ zu 78,52 Million?! Mark, die Einnahmen zu 106,16 Miüwnen Mark veranschlag_- sodaß ein Ueberscbuß von 27,64 Mil1_ionen Mark verhleih- Die ordentlichen Außgaben sind im Budget _fur 1908/09 mit jabrltcii; 85853193 „ji: vorgesehen, die Einnahmen m1t_87 877711 .“ Som___ beträgt der ordentliche Einnahmeuüberschuß fur die beiden__Jabke__109 sammen 4049 036 „ckck Die außerordentltchen _Außgaben fur 190 /___ betragen 11 763 555 „44, die außerordentlicben Einnahmen 1 602 322 ___- somit der Ueberfchuß der außerordentlickoen Außgaben 101612399___ Für die Budgejperiode ergibt sich also ein Fehlbetrag von 61121

Oesterreith-ngarn.

. , . .. ' i- Die Ne terung unterbrettete gestern dem ofierretck) chen Abgledneten aufe das Quoienqeseß gemaß TM xbereinstimmenden Be chluß der beiderseitigen Quo e deputationen und ein (Gesc?j betreffend _die, Besteuerusx1 von Kraktfahrzeugen. _ i_ner dem Emlaufe befinden sie die Dring ichkeitsantra e Chiart und GenoLsen, betreffend __ erste Lesung des udgets sowre er Außgle1ch vorElLZiZedYs W T B be1ichtet, protestierten die Abgg.Stranskv Cbok und Iko gegen die Versuche, die Aus leichsvorlagen auf M*: Dringlickjkeitswege zu verhandeln, ehe der Ver cht des AusschusseZäW liege, und bezeichneten diesen Vorgang als einen Bruch der Ges ___ ordnung. Der Präsident erklärte den Antrag fur vollkommen

schäfjwrdnungsxxemäß.

nträ e, betre end die chenßmittelverteuerung- or acse 1? Sie bsrfgannen mit tatsächlichen Bertehti unqen, WF 6 cdner eingetra n waren. Nach 18 tatächiichen über

vember 1907, und unter

e ' ' richtigungen nahm Tas Haus namentliche Abstimmung

- entwurL, _ gegenü

- der Finanzminister Freihsrr von

Darauf wurden die Beratungen über die Dringlichkeit“, *

den DÜWUMMSMLWU Schrammel vor, der unter andauerndem -

Lärm abgelehnt wurde. Nachdem der Abg.G o t i n c a r auf dieDrmg- lichkeit seines Antrages verzichtet hatte wurden die Verhandlungen hierauf ahgebk0chem Im Einlau e befinden sich 37 neue Dringlichkettsanträge. In einer Anfrage an den räsxdenten verweist der Abg._Glombinski, der Obmann es Polen- klubS, „an die tm Deutschen Reichstag de_zw. ixn preußlschen Landtag ein ebracbten zwei anti- polnischen Vorlagen, die in irklichkeit als antikulturell bezeichnet werden mußten und die geeignet seien, die Grund- lagen de_s Rechts _und der internationalen Beziehungen im Bewußtsein der Volker zu unter raben. _

Der; olen folie, so führte der edner aus, im Deutschen Reich ihr natur icbes und verfassungsmäßig gewährleistetes Recht entzogen werde_n„ fich in Versammlungen ihrer Sprache zu bedienen, und in den uberwieaend polnischen Ländern reußens solle die preußische Ansiedelurxgskommission darüber entf eiden, ob und in welchen Gegenden den Polen ihr Besitz von Grund und Boden samt Zubehör gelassen werden solle, obne Rücksicht darauf, daß sie seit Jahrhunderten in ihrer Urbeimat angesiedelt seien. .Wir können uns nicht mit dem (Gedanken befreunden, daß es möglich wäre, für solche _in der Geschichte eines Kulturwolkes uner- hörten und der aesamten Zivilisation ins Gesicht schlagenden Vör- laqen eine_Mebkbeit der Vertreter des deutschen Volkes zu finden. Wir sind uberzeugt, daß solche nie dagewzsenen Maßnahmen, die zur AUSrottun eines Volkes führen müßten, de en Schuld lediglich darin besteht, da es auf seine natürlichen Rechte, se ne Sprache, seinen Grund und Boden nicht verdichten kann und darf, ihren Zweck verfehlen müssen und zur Erschütterung des lebsndigen Organwmus, auch des deutschen Volks und eines Bündnisses mit OSsLérreich-Ungarn bei- tragen werden.“ Als epräsentant des polnischen Volkes in diesem Hause erachte es seine, des Redners, Partei als ihre heilige Pflicht, egen solche Anscbläge der preußischen Regierung auf die angebotenen

echte des polnischen Volkes, auf die Nrtraaßmäßia gewährleisteten Rechte der österreichischen Staatsbürger im Deutschen Reiche, auf die Grundlagen der christlichen Kultur und des Rechts, feierlichen Protest zu erheben und an alle berufenen Faktoren der Monarchie sowie die Vertreter aller Volksstämme die Aufforderung zu richten, zu erwägen, wohin eine derartige Politik führen müsse. Namens des Polenklubs fragte Glombinski den Präsidenten, ob er diesen (Gefühlen und Bedenken an geeigneter Sten: Anodruck Verleihen wolle. Der Präsident Weißkircbner er- widerte, die Angelegenheit geböre nicht zu dem Wirkungskreise des Reichsrats und die SteUe, von der er spreche, ver- biete ihm, sein vkrsönlicbes Urteil über die fraglicben Maß- nahmen zum Ausdruck zu bringen. (Er halte aber dafür, daß der österreichische Ministerpräsident Verpflichtet sei, sich mit dieser Angelegenheit zu befaffen. Der Präfident forderte den Abgeordneten Glombinski auf, fich in einer Interpellation an den Ministerpräsidenten zu wenden. Im weiteren Verlauf der Debatte protestierte der Abg. Stölzel entschieden argen djLse Einmischung in die internen An- gelegenheiten des Drutscben Reichs. Er Redner, wundere fich, daß dieselben Polen fich ihrer StammeßgenofiÜ-n außerhalb der Grenzen so warm annäbmen, während ihnen derselbe Vorwurf, den sie erheben, seitens der Ruthenen gemacht werde. Der Redner richtete die Anfrage an den Präsidenten, ob er nicht der Ansicht sei, daß das Vorgehen der Antragsteller geeignet sei, nicht nur das deutsche Volk zu beleidigen, Fondern auch den österreichischen Staat in die schwerste Geiabr zu kürzen. Der Prä_sident Weißkircbner be- dauerte den Mißbrauch, der mit der Geschaftsordnung getrieben worden sei, und appellierte an die Einsicht aller Parteien, an einer Reform der Geschäftöordnung mitzuwirken.

_ Jm AUSg1_eichsaus_schuß des österreichischen Ab- eordnetenhauses teilte der ??_inanzmßnster mit, er habe dem

rästdium des Abgeordneten auses em Geseß, betreffend die erabseßung der Zuckersteuer von 38 auf 26 Kronen ur hundert Krlo netto, vorgelegt.

Die erste Ermäßigung auf 32 Kronen soll, obiger QueUe zufol e, mit der nächsten Kampagne, d. l). am 1. September 1908, die zwe te auf 29 Kronen am 1. September 1914 und die drijte auf 26 Kronen am 1. September 1917 in Kraft treten. Das Gesetz ermächtigt die Regierung, Versuchen einer künstlichen Preissteigerung entgegenzutreten, und tritt nur in Kraft, wenn der Außglcich zustande gekommen ist. Der Minister betonte, das; er sich nicht leicht zur sofortigen Er- mäßigung der Zuckersieucr um sechs Kronen babe entschließen können, da sie einen Ausfall von 21 Miüionen in den Staatseinnabmen er- gebe, er hoffe jedoch, daß das Abgeordnetenhaus das Geseß glatt an- nehmen werde. _ _ _ _

_ Dcr Ministerpräsrdent Dr. Wekerle unterbreitete gestern dem ungarischen Y_bgrordnctenhause einen Gesek- betreffend die Erhohung der Qnote auf 36,4 Proz. er der östrrreichischen Quote von 63,6 Proz.

Parlamentarische Nachrichten.

Der Bericht über die gestri e Sißung dcs Rrichstags befindet fich in der Ersten und weiten Beilage.

_ In der heutigen 61. SWMZJ desReichstags, welcher _ _ heinbabcn, der Kriegs: mmisier, General der KavaUcrie von Einem, der Staats- sekretczr des Reichsjuétizamts Dr. Nicbcrding, der Staats- sekretar des Reichspotamts Kraetke, der Staatssekretär des

- Reichsschaßamts Freiherr von Stengel, der Staatssekretär

des Kolomalamts Dernburg, der Staatssekretär des Innern Dr. v_on_ Bethmann Hollweg und der Staatssekretär des _UStvartrgen Amts non Schoen beiwohnten, stand der am I?. August 1907 in Berlin unterzeichnete Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und den Niederlanden über Unkallversrcherung ur weiten Beratung. Die )(. Kom- Mis ton beantragte durÉ) iJren Berichterstatter, Abg. Erz : h_erger (Zentr.), dem Vertrage die vcrfassungsmäßige Zu- lmmungUZu erteilen.

Abg- olkenbubr (Soz.): Der Vertra hat hauptsächlich den Zweck. die Doppelversicherung zu verhindern. as kann doch lediglich

_ lm Unternehmern zugute kommen. Wo die Vorteile für die Arbeiter

legen sollen, haben wir nicht erkennen können; im (Gegenteil läßt gerade dieser Vertrag neue Unklarheiten aufkommen. V Direktor im Reichamt des Innern Caspar: Die Frage der de' cherun exfiicht wird ja nicht durch diesen Vertrag ereLelt, sondern nur das e etz. Liegt ein versickyerungspflicbtiger' etr eb vor, xo nl? auch die deutschen Arbeiter 7mitversichert, die in einem Bktrie e “Akkiten, der in Deutschland mit niederländischen und deutschen rbeitern arbeitet.

quauf wurde der Antrag in seinen einzelnen Artikeln genehmigt. __ Das Haus_ setzte dann die Generaldiskusfion des Etats !.71908 somie der_Flotteanesesnovelle und des Etats Uk dle Schußgebiete für 908 fort.

2 *- Das Haus der Abgeordneten ehrte in der heutigen „„ -) Sißung , heinbaben, der für Landwirts aft, Minister des eisilichen , olle

ustizzninister Dr. Beseler, der Minister omanen und Forsten von Arnim, der nne_rn von Molt _e und der Minister der _ Unterrichts: und Medizinalan elegenheiten Dr. beiwohnten, zunächst das Anden en der seit der

' sind ja bedauerlich;

welcher der Finanzminister Freiherr von -

leßten Session _verftorbenen Mitglieder Dr. Eckels (nl,), von Kardor (JretkonÉ? von Lm thal (kons.), Dr. Brandt _(an, v_on er and_t- indekéim ons.) und Dasbach ( entr.) m er ubli en Weise und nahm dann die Wahl des rä- iZenten, der beiden Vizepräsidenten und der Schrift- rer vor.

Al_uf Vox? l_ag des AbZ. Sten_gel (freikons) wird das bisherige Prgt mm dure]? kklamatton wreder gewählt, und YUM zrxnz Prafidenten der Ab . von Kröch er (tom.), zum Ersten izeprastdetiten _der Abg. r. Porsch (YUM) und zum Fwettxnl _Vtzeprafidenten der Abg. Dr. rause - Königs- erg n.. _ Präsident von Kröcher erklärt: Ich danke Ihnen verbindlicbst F?r ZDF ZuSzeichnung, die Sie wir dadurch erwiesen haben, und nehme e a an. Die wiedergewählten beiden Vizeprä denten Dr. Kraus e nehmen gleichfalls unter dem eifall des dankend an.

MW und Dr. auses die Wahl

Zu S riftführern werden die Ab . von Bockel- ber kons., oltschke (tons), Baensch-Schmidtlein (frei on .), Etch taedt (freikons), Jürgensen Zul.), Keruth éfr. VoksP.), von Hagen (Zentr) und Gra Praschma

Zentr.) wiedergewählt. “5311 Quäftoren ernennt der Präsident die Abg. Henning (kons. und Junghenn (nl,). _ Damit ist das Haus konstituiert, und der Präsident wird die vorgeschriebene Meldung davon Seiner Majestät dem König und dem Herrenhause machen.

Das Haus geht sodann zur ersten Beratung des Ent- wurfs eines Geseßes überMaßnahmen zurStärkung des Deutschtums in den Provinzen Westpreußen und Posen über.

Abg. Dr. von Iazdzewski Pole): Das Abgeordnetenhaus steht heute vor einer verhängnisvo en Aufgabe. Wir haben in den vergangenen Jahren hier zablreithe Polendebatten geführt und dabei alle die ragen, die heute berührt Werden können, in der aus- giebigsjen Weie behandelt, sodaß ich heute den Herren eigentlich eiwas Neues nicht sagen kann. Aber das enthebt mich nicht der Yfticht, zu einem solchen Vorgehen der StaatSregierung, das die

echte meiner Stammeßgenoffen in der empfindlichsten Weise berührt, Stellung zu nehmen. Die Vorlage geht in erster Linie daraufhinaus, 400 Millionen zum Ankauf von Gütern und Domänen zu bewiUiqen. Dabon folien 300 Millionen der Anfiedelungskommission zur Ver- ung gestellt werden, um das Werk der Ansiedlung, das seit 1886 beLteht, weiter zu fördern. Wir sind nach wie vor der Meinung, daß der Staat nicht befugt ist, zu derartigen ZWecken allgemeine Staats- gelder zu Verwenden, zu deren Aufbrinaung auch meine Stammes- genoffen beitragen; es werden für eine Nationalität, für einen Teil der Bevölkerung Aufwendungen gemacht, während der andere Teil vollkommen außgescbaltet wird. Ein solches Vor eben entspricht nicht der Verfassung des preußischen Staats. Dassel e gilt auch von dem zweiten Teil der Vorlage, der sich auf die Enteignung bezieht. Der Ministerpräsident hat _am Dienstag dargetan, daß in den vergangenen 20 Jahren dre Anfiedelungskommission 326 000 du Land in osen und Westpreußen erworben und 235 000 118. Vergeben at. Die angesiedelte Bevölkerung be- läuft sich auf 100 000 und besteht ausschließlich aus deutschen Ansiedlern. Der Prozentsaß der deutschen Bevölkerung hat sich nach der Darlegung des Ministerpräsidenten vermehrt, der der polnischen vermindert. Das ist natürlich; denn wenn die polnische Bevölkerung den Ansiedlern weichen muß, so mußssie meistenteils in anderen Fro- vinzen Pla? suchen, um ihre Erwer tätigkeit fortzuseßen; deshal ist die überseeicbe AUSWanderung, besonders die nach Amerika, in den leßten Jahren sebr grstie en, und die Polen sind auch durch ihren Wegzug naa“: dem esten ihrer Heimat entzogen worden. Die städtische Bevölkerung soll nach den Worten des Fürsten Bülow besonders berücksiebti t werden. Was soll nun unter solchen Verhält- nissen aus der poln schen Bevölkerung werden? Die polnische Be- völkerung wird von dem Boden ibrer Väter verdrängt. Ist das ein fandesväierlickpes Vor eben, wenn die Politik darauf hinausgeht, den Fleiß, die Erwerbßtät gkeit der polnischen Teile der Bevölkerung zu unterbinden? Die polnische Bewölkerung leistet aus eigener Arbeitstätigkeit im Schweiße ibres Angeficbts daßjenige, was sie be- fähigt, ihre Scholle zu behaupten. Das kann man ihr doch nicht zum Vorwurf machen. Also selbst der Fleiß, die Betriebsamkeit des polnischen Volkes muß dazu berbaljen, Weitere Ausnahme- ma regeln gegen dasselbe zu rechtfertigen. Der Ministerpräsident bes wert sich darüber, daß bei den Grundstückßankäufen gewisse unmoralische Machenschaften vorgekommen sind. Diese Machenschaften aber wer ist denn daran schuld? Doch die Regierung und ihre Agenten, welche die Ankäufe in einer Art betrieben haben, die eradezu als unmoralisch bezeichnet werden muß. Mit Lu und Trug Jaben sie die Grundstücke für die Ansiedelungs- kommis on erworben. Wenn solche unmoralische Mittel angewandt werden, welche Gefühle müssen da die polnische Bevölkerung beseelen! Sie können von ihr nicht verlangen, daß, wenn der Staat mit aller Macht das Ansiedlungswerk fördert, sie einer solchen Vorlage gegen- über vollkommen untätig bleibt. Die polnilscbe Bevölkerung ist auf ihre eigene Hilfe angewiesen; vom Staat be ommt sie keine, und die Beamten sind ihr feindlich gesinnt, wie bei allen politischen und Kom- munalwablen P(htbar wird. Die eingetretene Steigerung der Preise der Grundstücke it ungesund, darin stimme ich mit dem Ministerpräsidenten überein; aber wer ist schuld? Doch wiederum niemand anders a1s die Ansiedelungskommis on selbst, die Preise normiert, bei denen der ErWerbernicbtbesteben ann, während der Verkäufersehr utWegkommt. Das Staatsinteresse erforderte alxo gerade die Bechränkung der AnstedlungStätigkeit, damit sie an dem Markte die Preisbildung modifiziert. Auch wenn die Vorlage Ges wird, [ol] niemand sein Gut genommen werden, auch wenn er Po e ist, me nte der Minister- präsident. Ein zwangsweises Siebaneignen des Gutes ist troß erfolgender Bezahlung bisher noch kein Recht des Staates. Der preußisck): Staat soll ck gegen die polnische Agitation schü en müYÉn. Wie kann er etwas von der polnischen Bevölkerung befür ten"? ie soll es ihr einfalxen, ge en den Staat, der eine große Armee und ein Heer von Beamten be yt, etwas zu unternehmen? Andererseits hat die Regierung die Intere_ssen der Gesamtheit wahrzunehmen, dazu ist sie da. Zu der Ge amtbeit der Bevölkerung gehören auch die StaatsbürÉer polnischer Zunge; der Staat kann nicht das Recht eines taatsbür ers, das durch die Verfassung garantiert ist, antasten. Der Staa ist dem en und verp icbtet, gerade auch das Eigentumßrecbt zu schüßen; das igentuere t ist eine der Säulen der heutigen Staatöordnung. Wie denkt denn der Justizminister über diexen Punkt? Im Jahre 1886 soll schon Fürst BiSmarck etwas Ae nliches beabsichtigt haben, wird behauptet. Tatsächlich hat man in dem damaligen Gesev das Eigentumöreebt unberührt gelassen. Alle einfichtigen Staatsmänner haben von jeher eine solche olitik des Zwanges verworßn' auch den Irländern bat

ließlicb die englische Regierung i r Recht widerfahren [affen en.

ir Polen wollen die Rechte der deut chen Nation in keiner eie berühren, wir wollen ihnen freie abn laffen; aber w r verlangen von der Königlichen Staatsregierun auch, daß sie unsere Rechte a tet. Wir verlangen keine nabe, auch keine Sonderrechte im taate, wir wollen die Gleichheit vor dem Gesc e. Wir werden unsere Ehre dadurch verteidigen, daß wir unsere Nat o- nalilät aufrecht erhalten, unxere Sprache fördern. Das ist unser Recht und unsere Pflicht. Wir ürcbten uns vpr keiner AuönabmegeZ - Lebring in Preußen; sie wird auf den zurückfallen, der fie treibt. r auen nicht auf unsere Kraft, ondern auf die Kraft, die von oben ko_1_r_1k1tnt, auf die Gerechtigkeit ottes, die zwar langsam, aber sicher w . '

orften von Arnim das Wort.

d Fierauf nimmt der'Minifter für Landwirtschaft, Domänen un Schluß des Blattes.)

Nr. 48 der „Veröffentlichungen des Kaiserlichen Ge- undbeitSamtS' vom 27. November bat fol enden Inhalt: et onalnachricbten. _ Medizinalstatistisebe Mimi? a. 5. Kai.

.. , )(]. Bd., 1. est. (Ankündigung.) _ Gesundheitsstand und Gang der Volkskrank eiten. _ Zeitweilige Maßregeln ge en Pest. DeSgl. gegen Cholera. _ Gesetzgebung usw. (Deutliches Reich.) Maul- und Klauenseuche. _ (Freu en. Trichinen. _ (Württem- ber .) Apotheken. _ (Oesterrei .) o gerste. _ (Großbritannien.) Oe entlichss Gesundheitswesen. _ (Japan.) Hafenquarantäne. _ Kiatal.) Gebrauchte Kleidungsstücke. _ Tierseuchen im Deutschen

eiche, 15. November. _ DeSgl. in Natal, 2. Vierteljahr. _ Zeit- weilige Maßregeln Legen Tierseucken. Seruß. Reg.-Vez. Allenstein; Bayer. Reg.-Vezir e Unterfranken,“ waben und Neuburg. _ Verhandlungen von aeseßgebenden Körperschaften, Vereinen, Kon- ressen usw. (Oesterreich) Geschmuggeltes Vieh. _ (Frankreich.) indetsterblichkeit._Vermischtes. (Sachsen.) Schlachtviehversicberung 1906. _ (Ungarn.) Irrenanstalten, 1906. _ (i_Hon kong. Sterb- lichkeit, 1906. _ Geschenkliste. _ Wochentabe e ü er d e Sterbe- fälle in deuts en Orten mit 40000 und mehr Einwohnern. _ Desgl. in grö eren Städten des Auslandes. _ Erkrankungen in Krankenhäusern deutscher Großstädte. _ DeSgl. in deutschen Stadt- und Landbezirkrn. _ Witterung. _ (Gerichtliche Entscheidungen, betr. den Verkehr unt Nahrungßmitteln (Wurst).

Statistik und Volkswirtschaft.

Die deutsche Handelsflotte am Anfang des Jahres 1907

Soeben ist derjenige Teil der „Statistik des Deutlchen Reichs“ erschienen, der den Bestand der deutschen Seeschiffe be Beginn des laufenden Jahres betrifft. Die Statistik verzkicbnet seit dem Jahre 1900 auch den Raumgebalt der deutschen Schiffe in Bruttoregister- tons, ein Maß, das für die praktische Verwendung der Statistik wesentlich zwe mäßiger ist als die Nettore isiertonnen. Der Raum- gebalt der deutschen Seeschiffe betrug dana am Anfang des Jahres 1907 4002 896 Tons gegen 3725 456 zu Anfang 1906, 3517 647 Tons zu Anfang 1905 und 2495 389 Tons zu Anfang1900; die Steigerung ist also im Jahre 1906 größer gewesen als in den voraus- ge angenen Jahren. Nack) Abzug der nicht zur Handelsflotte zu kk nepden ischer-, Loisrn-, Schlepp- usw. Fabrzeuae ergibt sich für die eigentli e Handelsflotte zu Anfang 1907 eine Tonnage von rund 3 911334 und eine Zunahme gegen das Vorjahr um 264 424 Brutto- tons. Während die Dampferflotte in fortgesetzter Steigeruna begriffen ist, geht die Segelsäoiffsflotte allmählich zurück, in Deutschland aller- dings noch nicht in so starkem Maße, wie z. B. in En land; immer- hin zeigt der Bestand der Segelschiffsflotte zu ' nfang 1907 mit 443 148 Nettoregisterwns gegen das Vorjahr mit 471836 Tons einen mäßigen Rückgang und im Vergleich mit dem Jahre 1900 mit 536 399 Tons einen sebr starken Rückgang. Dieser Rückgang hat übrigens s on ununterbrochen seit Anfang der achtziger Jahre stattgefunden. rwäbnt mag noch sein, daß die Seeleitbter mit 88 998 Nettoregistertons zu Anfang dieses Jahres eine Zunahme gegen das Vorjahr um etwa 7600 Tons zeigen; die Steigerung bei dieser Schiffßgattung ist in den letzten Jahren nicbt mehr so erheblich gewesen, wie in den Jahren zu Anfang dieses Jahrhunderts. Damals Wurde häufig angenommen, daß die Entwicklunß dieser Schiff59attung rapid vorangehen werde; dies ist aber nicht eingetreten.

Kunst und Wissenschaft.

Die Königliche Akademie der Wissenschaften hielt am 14. November unter dem Vorsiß ihres Sekretars Herrn Waldeyer eine Gesamtsißung, in der Herr Harnack über die Entwicklung der christlichen Religion aus einer jüdischen Sekte zu einer Weltreligion las. In dem Vortrage wurden die Stadien dieser Entwicklung in bezug auf das Geseß, das jüdische Volk und den Besitz und die Auslegung des Alten Testaments nachgewiesen und gezeigt, daß die Stellung, die Lucas bereits in sehr früher Zeit einge- nommen hat, mit nicht Wesentlichen Aenderungen die herrschende in der Kirche seit dem Ende des 2. Jahrhunderts geworden ist.

Vorgelegt wurden zweiVeröffentlichungen Von Unternehmungen der Akademie: Das Pftanzenreicb. Heft 30, enthaltend die Stvracaceae von J. Perkins. Leipzig 1907, und Kants gesammelte Schriften. Bd. 6. Berlin 1907, ferner Lief. 51_53 des von der Akademie unterstüßten erkes P. Ascherson und P. Graebner, Synopsis der mitteleuropaischen Flora. _Lcipzig 1907, und das Werk des korrespondierenden Mitgliedes Holm, ])aülnark-UQLYSI 111350169 fra. (1611 Zbors Uoräigks X(rigs Fladniug ki] KiZSrnss 468kü16180 (1720_1814). Zim] 6. ])61 ]. WobSUUQUU 1907.

Die pbysikalisch-matbematiscbe Klasse bieltam21.d. M. unter dem Vorst? ihres Sekretars Herrn Auwers eine Sitzung, in der Herr Mun über die Funktionen des Kleinhirns las. Seine Mitteilung behandelt die Folgen der Exstirpation einer seit- lichen Hälfte des Kleinhirns. Sie bestätigen, was bereits früher aus dem Völli en Verluste des Kleinhirns für dessen Leistungen fich ergab. er Kleinbirnbälffe sind Mark- und Muskeljentren für den Bereich der Extremitäten auf der gleichen Seite und der Wirbelsäule auf der entgegengesetzten Seite unter- eordnet. Das auffällige Rollen in einer und immer derselben ' ichtung, das sich an dem Tiere in der ersten Zeit nach der Exstir- pation zeigt, istlediglich ein Aufsteb- oder Fluchtversuch mit den besten dem Tiere verbliebenen Mitteln. _ Herr Orth legte eine Mit- teilung von Prof. Dr. C. Neuberg, Assistenten am Pathologischen Institut bierselbst, vor: „Ueber kolloidale Calcium- und MagnesiumWrbindungen." SowoblCalcium-wieMagnefium- salze [affen sich leicht durch Methylalkohol in den koÜoidalen Zustand überfübrnx. Aus methylalkoboliscber Kalklösung erhält man durch Schwefelsaure, Phosphorsäure, Oxalsäure Gips bez. Calciumpboöpbat und -oxalat in gelatinöser Form durch Kohlensäure eine klare visköse kolloidale Calciumcarbonat ösung; eine feste Gallerte von Calcium- carbonat entsteht, wenn man eine Suspension von Kalk in Holzgeist mit Kohlensäure sättigt. Aehnlich verhalten sich die kolloidalen Magnez'iumsalze. Die gelatinösen Salze enthalten im isolierten Zu- stande einen festgebundenen Methylalkohol.

In der an demselben Tage unter dem Vorsiß ihres Sekretarj errn Vahlen abgehaltenen Sitzung der bilosopbiscb. istoriscben Klasse berichtete Herr Sachau ü : einen alt-

aramäischen Pap rus aus Elephantine. Der Papyrus ent- hält eine Urkunde ü er ein Darlehnögescbäft zwi chen einer Dame Iabuban, Tochter des Mescbullakh, und dem Mes ullam, Sohn des akkar, dem Iudäer. Das Darlehen besteht aus vier Schekel ilber, die mit acht Cballur Silber für den Monat ver- zinft werden. Die Urkunde ist datiert vom Ia re Neun des Königs Artaxerxes ]., d. i. vom Jahre 456 v. Chr. eburt. _ rr Erman be vrach die Untersuchungdekxk die Dr. Georg öller mit Unte üßung der Akademie in Alabasterbrü en des alten Hat-nub in Ae vpten ausgeführt hat. Zu den is- lang von dortber bekannten 28 nschriften wurden noch 43 andere Te- wonnen, die Émeist der Zeit zwischen dem alten und mittleren Re eb an§ebörem ie lebten zwei neue Könige kennen und geben uns die Re benfolge von 12 Gaufürsten von Hermopolis, von denen mindestens 9 in der dunklen Zeit zwischen Dynastie 6 und D nasiie 12 regiert haben. Wir können dabei deutlich verfolgen, wie e allmählich an! königlichen Beamten zu fast selbständigen Dynasten werden. Die- Ins riften rühren meist von den Untergebenen oieseraßürfteu ber, die mit rbeitett po von 300_1600 Mann in der W e von Hat-aub Alabaster gebt n haben.