1865 / 248 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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schem von Gottes Gnaden, in gottesfürchtiger Treue und Erge- benheit zu halten bis in den Tod. ' Und damit, Landsleute! die Ihr Euch als dir Vcrtrricr der einzel- nen Landestdcile und Kreise zu dieser feierlichen Handlung hier eingefun- den habt, fordere ich Euch auf, die Erbhuldigung hiermit feierlichft wieder- holend, mit mir einzustimmen in den freudigen Ruf: »Gott segne und erhalie unser erhabencs Herrschcrpaar! Hoch lebe König Wilhelm! Hoch lebe Königin Augusta! Hock)! und abcrmais Hoch! und nochmals Hoehxa

Ein donnerndes,» ununterbrochenes Echo des Hochruss ertönte von ;

allen auf dem Plaße Versammelten. Seine Majestät der König dankte dem Redner in mit Bewegung gesprochenen Worten: Mit Dank gegen die Vorsehung nehme Ich die erneuerten Gelöbniffe der Treue und Ergebcnhcit der Provinz Westfalen entgegen, wic fie Mir so eben dargebracht worden find. Diese Gelöbnissc wurzeln in dem Ge-

folgenden,

fühle der Dankbarkeit für die Segnungen, welche die väterlichen Regie-

rungen Meines Königlichen Vaters und Bruders Über diesen Landestheil

ergosscn haben, Diesen Dank an Deren Stati entgcgcnnehmcn zu sollen, , gewährt Mir eine hohe Genugthuung. Die heutige Feier reihei fich an !

die gleiche dreier anderer Provinzen an, dir, wie Westfalen, nach einer verhängnißvollen Trennung mit Preußen wieder vereinigt wurden oder

neu hinzutraicn. So schließt denn mit heute an einem in so. vieier Hin-

sicht bedeutungsvollen Tage die Juhcifcicr fast der Hälfte der Monarchie für die Wohlfahrt, das Gedeihen und Aufblühen dicser Landcsihcile nach einer 50jährigen Vereinigung unter Prrnßens Scepicr. Der Blick auf

Westfalens Gefilde giebt Zeugnis; von den Fortschritten, die ein 50jähri- ?

ger Friede ermöglichte, Und da, wo diescr Friede auf kurze Zeit unter- brochen wurdr, gaben Westfalens Söhne Zeugniß, daß sie in Heldenmuth

und Hingebung ihren Voreliern gleich waren und durch glorreichen Sieg Ö neuen Ruhm an Preußens Fahnen hcfteten. Möge die Gesinnung, dic ! fich Mir heute kundgieht, cine glüikiichc Vorbedeuiung sein, daß nach einem abermaligen halben Jahrhundert gleiche Wohlfahrt und gleiche *

Treue in Westfalen angetroffen werdr! Das iraltr Gottia

Nach Beendigung der feierlichen Handlung geruhcten Seine Majestät, Allerhöchftfich die Deputationrn der Kreise und der Ge- meinden, sowie der am gestrigen Tage nicht vorgestellten Behörden rc. in den Räumen des Schlosses vorstellen zu [affen und zahlreiche Ergebenheits-Adreffen der Kreise 2c. entgegenzunehmen.

Nachmittags 4 Uhr fand in dem an dem Ständchauir zu die- iem Zwecke errichteten, herrlich und prachtvoll audgesiatteten Gebäude, zu Ehren der A(lerhd'chsten und Höchsten Herrschaften ein Jcst-Ban- fett Statt, an welchem sich etwa 600 Personen bcihciligirn.

Außer Ihren Majestäten dem König und der König beehrten Jhre Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die übrigen hier an- wesenden Königlichen Prinzen, die Frau Kronprinzesfin und Fran Prinzesfin Karl, Höchstihrer Gegenwart. Bei demselben wurde von dem Vice-Land- ragsmarschall Wirklichen Geheimen Rathe, Regierungs - Präsidenten von Holzbrinck folgender Toast auf Se. Majestät den König aus'- gebracht:

»Es ist ein bedeutungßvoüer Tag, der uns heute vergönnt hat, vor Ew. Königlichen Majestät mit dankerfüiltem Herzen die Huldigung zu wiederholen, welche unsere Väter vor 50 Jahren Aüerhöchst Dew Herrn Vaters Majestät, König Friedrich Wilhelm dem Dritten ruhm- reichen Andenkens, darbrachten. Gottes Segen hat sichtbar auf dem Lande gewaltet, seit aus vereinzelten Territorien des alten Sachsenlandes die Provinz Westfalen erwachsen ist. Unter dem Schirm des Preußischen Adlers, unter der gerechten und weisen Regierung geliebter Könige haben die Segnungen des Friedens fich in ungeahnter Fülle über die Gauen der rothen Erde Verbreitet. Die alten,- dem glorreichen Scepier der Hohenzollern seit Jahrhunderten untergebcnen Landestheile sind mit den neu erworbenen Gebieten zu lebensvoller Einheit zusammengewachsen. Die Vortheile, welche die Angehörigkeit an einen größten Staat und ein ausgedehntes Handelsgebiet gewähren, haben die Entwickelung aller Hiilfsquellen des Landes gefördert. Auf dem Gebiete der materiellen Interessen geben die gesegneten Fluren des Landmannes, das Aufblühen des Bergbaues, der Gewerbihäiigfeit und des Handels, so wie die glänzende Erweiterung der Communiccztions-Ansialten Zeugniß für die Erfolge dieser Thätigkeit. Kaum vermag die Dampfkraft auf den Eisen- straßen die Masse der Güter zu bewältigen, welche Bergbau und Industrie denselben zuführen. Noch erfreulicher find die Resultate der Regsamkeit auf dem höheren geistigen Gebiete. Das Wiederersieben der alten Dome - die Pflege der edelsten Güter der Menschheit in Kunst und Wiffen- schaft, in Schule und Kirche, - haben Erfolge erzielt, in welchen Westfalen hinter keinem andern Lande zurücksteht. Diese Thatsachen sprechen den Dank, den wir nächst Gott unseren erhabenen Königen Ver- schulden, beredter aus, als Worte vermöchien. Zwar ist auch uns der Kampf der Geister und Parteien, der unsere Zeit bewegt, nicht erspart ge- blieben. Aber wir wissen, daß ohne Kampf kein Sieg errungen wird. Wir blicken “mit Vertrauen in die Zukunft, weil wir auf unseren König vertrauen. Wir glauhen an den- hohen Beruf unseres Vaterlandes. Wie es unseren Vätern vergönnt war, unter Ew. Majestät ruhmreicben Vätern die Treue zu be- währen, so durften auch jeßt die Söhne Westfalens mitringen um den Lorbeerkranz, den Düppel und Assen um die Stirn unseres Königlichen Kriegesherrn geschlungen haben. So geloben wir in Gehorsam, Treue und Liebe zu halten, was unsere Väter versprachen, und vertrauen, daß

!

so wie der Fürst don Hohenzollern dasselbe mit '

unsere Söhne in stets frischer Treue den alten Wahlspruch bewähren

werden:

»Mit Gott für König und Vaterlandec,

und nimmer des Dankes dcrgeffcn, welchm Ew. Königlichen Majestät

wir verschulden. Geruhen Ew. Majestät mir buidreicdft zu gestatten, das

Wort auszusprechen, welches heute in allen Marken des Weftfalenlandes

jubelnd wiederklingi:

ZSeine Majestät, unser allergnädigstcr König und „Herr, unicr glorreicher, geliebter König, lebe hoch!«

Seine Majestät gcruhten dem Redner in huldvollcn Worten zu danken und einen Toast auf die Wohlfahrt und das fernere Aufblühen der Provinz Westfalen auszubringen.

Alsdann nahmen der Herzog von Croy und der Erbkämmerrr Graf von (Halen das Wort, Um Toaste, Ersterer auf Ihre Majestät; die Königin Augusta, Leytcrer auf Ihre Königlichen Hoheiten den Kronprinzen und die 'Frau Kronprinzesstn auszuhringcn.

Nach 7 Uhr verließen die Allerhöchsten und Höchsten Herrschas. ten nebst Gefolge das Fest, welches noch lange in angenehmer Er- innerung dcr Theilnchmendcn bleiben wird.

Später durchfuhren die A(lerhöchsten imd Höchstrn Herrschaften die Straßen der aufs Glänzendste illuminirten Stadt und geruhten demnächst das im Damenklrid veranstaltete Fest„ mit Ailerhörhßihrcr Gegenwart zu beehren,

Am 19. Oktober, Morgens gegen 10 Uhr, fand auf dem Neuen Playe cine Parade der Truppen der Münsterschen Garnison Statt, Welche eine große Volksimcnge zusammen- geführt hatte. Ueberail, wo Se. Majestät der König die Front entlang ritten, erschalltcn begeisterte und weittönende Hurrah-Ruse. Nach der Parade" gernhtc Ihre Majestät die Königin dieDiakdniffen- Anstalt, das Marien- und Clrmcns-Hdspital, das städtische Bürger- Waisenhans, den Dom Und mehrere andere Anstalten mit Aller- höchsiihrem Besuche zu beehren, Um 4 Uhr Nachmittags wird bei. Ihren Königlichen Majestäten im Schloffe ein Diner stattfinden, zu welchem eine große Anzahl don Personen befohlen worden ist. Gegen 9 Uhr wird die Feier des heutigen Tages mit einem, in den, festlich geschmückten Rämnen des hiesigen Ratdhauses stattfindenden glänzenden Balifefte geschlossen werden.

“König'SHerg, 19. Oktober. Die vorgestrige Stadtverordneten- Vcriammlrmg hat, der »Ostpr.Ztg.- zufolge, (U]f Antrag des kom- missarischen Oher-Biirgcrmcistcrcz Herrn von Eriifthanseti die Ab- schaffrmg des Einzug», so wie des Bürgerrechtsgeldes beschloss»

' Dortmund, 1-3“. Oktober. Das Gymnasium beging heute die Jubelfeier der Vereinigung Dortmnnd's 11111 der preußischen Monarchie durch einen sdlenncn Schulaktus. Die Fest- rede hielt der Gymnasial-Dirrktor Hildebrand. Nach historischem Ueherhlicke seßte derselbe in gediegener Weise auseinander, wie der Untergaiig der ehemaligen reichsstädtischcn “Freiheit im Anschluß an em großes, durch physische Stärke, Intelligenz und Moralität qctra- genes Ganze, seine reichlichc Compensation gefunden hat. *

Bonn, 18. Oktober". Heute Vormittag fand in der Aula un- serer Universität die feierliche Uehcrgabe des Rektorats und die Er- öffnmrg des neuen Studienjahres statt. Der abgehende Rektor, Hr. Profrndr l)1'. Argelander, trug nach einigen Bemerkungen iiber das Verhältnis; der Astronomie zur Chronologie die Chronik des verflossenen Jcrhres vor und Üdergah dem nenerwähltcn Rektor, Hrn. Geh. Medizinalrath 1)1'. Naumann, nachdem dieser den Eid ge- iristet, die Insignien des_Aintes. Herr Geh. Rath Naumann schloß dir Feier mit einem längeren Vortrage, worin er die geistige Ent- wrrklung der Araber und deren Einfluß auf das Uniderfitätslében des Mittelalters besprach. Die Zmrnatriculation bereits zahlreich cin- trcffender Studirender wird demnächst beginnen.

' Köln, 19. Oktober. (Köln. Ztg.) Gestern Nachmittag traf Prinz Adalbert hier ein und fuhr heute früh nach Diisseldorf weiter.. Gestern Abend trafen, von Brüssel kommend, der König und die Königin von Portugal hier ein, und fuhr der erstere heute

Morgen mit dem Schnellzug nach Braunschweig , lehtere mit dem_

Courierzug iiach Basel weiter, Die hohen Herrschaften werden, von emrm zahlreiehen Gefolge und einem hiesigen Courier begleitet, eine dreimonatliche Reise durch das südliche Deutschland machen. -

Schleswcg-Holstein. SchleSwig, 18. Oktober. (“H. N,) Se. Exceilenz Freiherr von Manteuffel ift wider Erwarten schon gefterwmrt dem Morgenzuge von Merseburg wieder hierher retournirt und reist heute Abend nach Flensburg ab. Vermuthlick) geht er von dort nach Düppei und wird Ende dieser Woche Nordschleswig, Apen- rade und Hadersleben besuchen.

Schwarzbnrg. Sondershausen, 18. Oktober, (L. Ztg.) Der Landtag hat den von der fürstlichen StaatSregierung propo- mrten Erlaß des vierten Theiles der Klassensteuer fiir die laufende Finanzp-eriode, sowie die außerordentliche Tilgung der Staatsschuld durch einen Ueberschuß von 54,000 Thlr. aus der Finanzperiode von 1860-63 genehmigt. Die Staatssthuld betrug am Schluß 1863 664,096 Thlr., die Kammerschuld 842,125 Thlr., der Wirth- schaftsfond des Staats belief sich zu derselbenZeit auf 250,000 Thlr-

Oesterretch. Wien, 19“. Oktober. Sicherem Vernehmen nach, meldet das »Wolffsche Tel.-Bur.-, hat die Staatsschulden- KontrollöKommissi-on in ihren jüngsten Berathungen beschlos-

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sen, ihre Funktionen fortznschn, falls dir gegeii ihren rrclit'sgiiltigen Fortbestand vorherrschrndcn Bedrnken durch eincn kaiserlichen AUS- spruck) behoben wiirden. Der dierfailsige Vortraq drr Kommission soll in den nächsten Tage:! dcm Kaiirr dnrch de'u Präsidench der KommisfiM persönlich Übkki'kickki wc'kch- Dnrch dissen _i'dmmiifidiid- Beschluß soll Graf Kinski) m der in dcn hcniigrii Blättcrtr der-

öffentiichten Erklärnng, an drn Frixikcidmn drr Kdnmiiisidii iiichtZ - jeder eiiien Beitrag don ' Brgmn ch Frsimahls spiclre citic Militair-Kapclle die r'riisisrhe Na-

wcitcr theilinnchmen, veranlaßt worden *scin,

Die »(Heneral- Corrripdndcnia mrldri hirri'xhrr: Dirirr Schritt

des Greifer: Kinski) diirfte verrinzclr ÖlciÖLU Mid LI sri QU dcm »

Fortbestand der Kommission kaUm ZU zweifeln.

Sc. Majestät der Kaiser hat mit Hrindichrrideii VOM 16. Ok: ? x,)[icr d.;z, dcm “Lage der Enthüllung ch Engen -D rnkma is', dcm -

chierrmgsrathr und Vice-Dircktdr de?» gchcimrn .Was-, Hoi

mid ,

StaatSarcher _Lllfrcd Riitrr don Arnetl) “in Ancrketiming seiner F ausgezeichnetrn Leinnngen auf dem Gebiete der österreichischen (Hc- ;

“sckiicdtschrrihnng den Orden der eisernen Krone dritter Klasse, srrirrr *in Anerkrnmmg ihrer vcrdienstlichcn Mitwirkung bei, dcr Herstellung

des Monumcntrs des Kaiirrlichcn Hrrrfiihrers Prinzen Eugen von ?

Savoyen dcm Öhcr-Baurathr Eduard van der Niill das Kdm- . . . , “ihitrkchz dcs Franz-Jdscph-Ordcns, dem technischen Geiihästslcitcr unterm „Z. September drm »Mdrgenbladeta gcmeldct, daß in der der K. FK. Kunst- Erzgirßcrci Joseph Röhlick) Und dem Bamncisicr [

; Menschen nach drm schwedischen Jinnmarken ausgewandert find, so

und Bammtcrmchmcr Karl Schwarz aus Salzburg das goldene Verdienstkreuz mit der Krone, dann dem ersten Steinmchpdlier Jo-

seph Budowiy das silberne Vrrdicnstkrerxz mit der Krone ver- J

liehen.

DirEnthÜllUna drs Prini-Euqcn-Denkum[s hat gefirrn bei dem : » » . - . - . . . . '. _ * - ,. . , * “11er des et s-L 7. - ** MliifilJstcn Wetter in GÉJUMWU drI Kaiicrs und der ridrigcn hocki- , *“ “3 I R chsraih a idsthtngs fam M dritte Behandlung

“sten Hcrrschaficii dcs österreichischcn 4330er und unter lebhafter Thril- : diesern NWR] „U Ende * «* ., d *

allein “Z stellt, daß die Hauptsmmue von 6,5400,000 Thlr. auf 6,000,000 Thlr.

, . , . : herab ? e t wiirde wovon wir bereits bei der weiten Be andlun wurde zum Starthaltrr und kdnmmndirciiden General in Dalmatien ; g sh , , 3 h g

nahme der Bwöikernng stattgefunden. Der Gencral-Majdr Philippddic ist Unter Befördrrnng zum FeldmarschallWientcnant Und unter Vcrleihumg dcr Geheimraths-

ernannt Wordcn.

Schweiz. “rische Gesandte

Bern, 16. Oktober. (Schw. M.)

der franzdfische stin soll. Nack) Zürich hat fich gesrrrn das 3iiricherische Volk mit ziemlicher Theil- nahme iiber die ihm dorgclrgtcn Abänderungen dcr Vcrfaffung aus- gesprochen. Von 60,000 Bürgern find iibcr 20,000 in den UWLk- sammlungen erschienen Mehrheit angenommen, mit ArtInahmc der Einfiihrung von Handrls- gerichten, worüber das Ergebnis; 110ch zweifelhaft ist. Am wichtigsten find die Bestimmungen über die veränderte Gemeinde-Organisatidn, wobei dem Einwohner- gegenüber dem Bürgerprinzipe bedeutende Konzessionen gemacht werden, die direkte Wahl der Bezirksbrhörden durch das Volk und die Jrrigcbung bisher konzessionirter Berufs- arten, Tavernwirthschaftcn, Mezgcn und Apotheken.

Großbritannien und Irland. London, 19. Oktober. ; Wie cms ganz sicherer Quelle vcrlautet, hat die Königin dem Carl ».

Rassell den Posten des ersrrn Lords dcs SCHULTZ angeboten. Es ist indes; noch ungewiß, od er denselben annehmen wird.

Frankreici). Paris, 18. Oktober. Der Cholera-Kongreß kommt zu Stande. Als gestern Drdnyn dc Lhuys die Einladungcn an die betreffenden Kahinctte abschickte, waren bei ihm bereits von allen Seiten die vorläufigen Zusagen eingelaufen: die Pforte hat eine Kommission ernannt, welche in Mekka mid Dschcdda medizinische Untersuchungen iiber die Ursachen der Cholera Und Vorfichtsinaßregeln für künftige Fälle anstellen sollen und be- reits am 20. Oktober nach Arabien abgeht.

Rußland und Polen. Das Jufiizminifterium, meldet die -D. Pet. Za, hatte die Frage, Ob eine Krankheit unter dem Namen Pyromanie (Brandstiftimgs- wuth) cxisiiren und welchen Einfluß dieselbe auf die Entscheidung der Fragen über Brandstiftung haben könne, dem Medizinalrath zur Beurtheilung übergeben. Dieser theilt sein Gutachten in dem -Journal des Juftizminifteriums- mit, das dahin geht: Das Vor- handensein solcher besonderen Krankheiten, welche eben nur in einem unbesiegbaren Hange zur Brandstiftung, zum Diebstahl, zum Morde u. s, 11). bestehen, ist vom theoretischen Standpunkte aus nicht wahr- scheinlich nnd wird durch sorgfältige Beobachtungen nicht nur nicht bc'stätigt , sondern sogar widerlegt. Allerdings müsse bei der Beur- theilung von Verbrechen der Gemüthszuftand des Menschen berück- sichtth und untersucht werden, ob er nicht etwa an offener oder la- tenter Geisteszerrüttung leide oder unter Bedingungen gestqnden habe, die sein Bewußtsein hätten trüben müssen, hierbei sei ]edoch kein besonderes Rubrum ausschließlich für Pyromanie zulässig.

- Am 15. Oktober wurde die Moskauer Gouverne- ments - Landversammlung eröffnet. auch die feierliche EinMihung der Knabenschule lutherischen Peter-Pauls-Kirche statt.

bei der evangelisch-

Der schweizc- . in Florenz sendet den paraphirtcn Hairdrls- urid ': stnÖkli-QUUUÜUU widerricth denselben, dcr Fmanzmmifter wollte sich

Nicderlr“rrm§5vcrtrai mit “»"talien cin welcl er nicht 6 i'm i wie „: _, &" "Y *“ “3 , irlequrphisch-sn Yo„xgichtßng aus , srlhcii nicht ganz rmhcdenkiicl) finden konnte, ,das Landsthing ent- " ! schied fich bei der Abstimmung mit 39 gegen 8 Stimmen für den-

und haben sämmtliche Punkte mit großer ,

Voir drr pdixiiiäirix (H:;riizr, 16. Oktober wird der «Offs Zig ** xicickirirdcn: 3,11 ddrißer Woche wurde vom grundbesihenden

polizisciandci ch Kaliirhrr Militair-Bezirks, zu Ehren der dortigen : ruinichrii Mistrair- Und Cirilbcamten, in der Stadt Kalisch ein * W[CUUCI Frßmahl Wieden. An der Spiye der eingeladenen Gäste

hciandcrr sich der „Q)CilimirZGdiwrrncur, General Bellrgarde und der Oberst YUM. Dic ZU)! drr Fcstgrdcr betrag ca. 150, von deUen 100 polniscden Fl. gegeben hatte. Beim

tidnalhhmnc »15029 ('in-13. (:111'5637- (Goti ich)Ü1ik JM ngscy) und

im Verlauf desselben wiirden Toaftc auf den Kaiser Alexander U.,

(mf das Wohl Rußlands, anf dcn GencrasBrllegarde, auf die Ein- tracht zwischen Ritssen und POlELl u. s. w. ausgebracht. Dcr leßte “Toast wurde vor: einem der angesehensten polnischen Gutsbesther durch den Winrich eingeleitet, dasz ails PVlUischLU Untrrthancn Sr. Majestät des Kaisers Alexander 11. endlikd das Glück, von einem so

wilden und grrcchten Monarchkn regiert zu Werden, begreifen und ' iich dcrnirlhcn vertrauensvoll hingehen möchten.

Skhivcden Und Norwegen. Airs Haparanda wird

[chien Zeit in Folge der dreijährigen Mißernte in Finriland 6000

dai“; fiW dasrlbst hcrcits Schwierigkeiten in der Unterbringung der Leute herausgestellt haben.

Däncrxmrk. deciihagev, 17. Oktober. In der heutigen ch Geschrntwmss, heircffend Kriegs-Entschädigung fiir Jütland, in Von den Ministern war der Finanzminister

zugegen. Der Ausschuß hatte den Aenderungsvorichlag ge-

angenommen, das eine Drittel in haarem Gelde, die zwei anderen

: Drittci aus dem Simdfond in Ohligationeu entrichtet werden sollen.

St. Petersburg, 18. Oktober.

internationale ,

An demselben Tage fand -

Dcr Berichterstatter Estrup motivirté den Aenderungsvorscblag, Ro-

demselben nicht widersetzen, obgleich er im Ganzen genommen den-

selben. Nachdem das Gesch noch kurz unter Verhandlung gewesen war, wnrde es mit 47 Stimmen gegen 2 definitiv angenommen und geht jeht ans Folkething.

Ueber den gemeinsamen Verfaffrmgs-Ausschuß lauten die Nach- richten insofern etwas günstiger, als eine Einigung, welche alle Mit- glieder oder doch die große Mehrzahl umfaßt, durch gegenseitige Nachgiebigkeit cht in Ausstcht stehen soll.

Amerika. Die Enxstehung dcs Geriichtes, daß Herr Se- ward cine Drohnote an die französische Regierung gerichtet habe, findet einigermaßen eine Erklärung in einem aus Philadelphia nach Ncw-York gelangten Telegramm, welches erzählte, wie General Grant in einer Unterhaltung mit einem hervorragenden Beamten aus JUinois so weit von seiner gewöhnlichen Schweigsamkeit abge-

L wichen sei, daß er fich ohne Rückhalt Über die mexikanische Frage

ansgesprdrhen habe. Er habe erklärt, die Regierung werde in näch- ster Zukunft für die Monroesche Doktrin eintreten und Maximi- lian werde Mexiko verlassen müffen, Mexiko von einem Feinde zu befreien, werde viel weniger kosten als die beständigeBewachung der Grenze. Grant sei der “Ansicht, daß der Präsident und sein Kabinet Über diese Sache, als eine abgemachte, völiig im Klaren und ent- schlossen seien und nur den Zusammentritt des Kongresses erwarte- ten, um offen ihre Steilung in der Angelegenheit einzunehmen. - Ein zweites Telegramm gab hierzu die weitere Erläuterung, daß General Grant fich gegen ddn Richter Caten aus Illinois solchermaßen ausgedriickt habe. Sofort aber folgte ein drittes Telegramm und zwar aus Was hington , welches den schon mit großer Sicherheit auftretenden Speculaticmen, die fich aus der Mittheilung und den fast zu derselben Zeit veröffentlichten di- plomatischen Korrespondenzen des Frühjahrs 1864 entwickelt hatten, eiU Ende machte: »Es ist gewiß, daß die Regierung neuerdings kei- nen Schritt gethan hat, noch glaubt man, daß ein solcher Schritt beabsichtigt sei - der mit der bisher erklärten Politik, d. i. der Beobachtung einer absoluten Neutralität zwischen den kriegführenden Parteien in Mexiko nicht vereinbar wäre.- ' Mit dem Bremer Lloyddampfcr »New- York: in Cowes ein- getroffene Berichte aus New-York vom 7. d. melden: Wie aus guter Quelle verlautet, soll die Regierung den Frieden mit Frank- reich ernstlich wünschen, man fürchte jedoch, der Kongreß werde die äußersten Maßnahmen verlangen, wenn weitere französiche Truppen- scndungen nach Mexiko abgehen, General Grant erkläre iiberall, daß die Franzosen aus Mexiko vertrieben werden müßten, sein Be-

nehmen werde aber gemißbikligt.

Afrika. Aus Madagascar vom 2. September wird ge- meldet: Gestern brach, wegen Auszahlung der Frankreich zuge-