1865 / 249 p. 4 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Gegenständen versehen worden. Die sehr bedeutenden Kosteu dazu wurden theils durch Zuwendungen aus Staats- fonds, theils durch Privatbeiträge aus ganz Rußland, zu denen namentlich der Kaiserliche Hof sehr reichlich beisteuerte, aufgebracht.

uöthigen

[ ! 1' 1 1 | !

Wie groß in Rußland die Begeisterung für den Kirche11-

bau in den in dieser Hinsicht bisher sehr vernachlässigten westlichen

Gouvernements ist, beweist der Umstand, daß P sem Zweck nicht selten in der Höhe von 10,000--5(_),000 Ro. ge-

rivatbciträgc 311 die- 5

währt werden. - Der oDziennik Warszawski- konstatirt den wohl- *

tbäti cm Ein 11 den die ©xnden-C'manci ation im Köni- reich 3'01c11 *, 13 ß ß- - p g ].) , Baumwolle 58.

theils auf die Juden selbst, theils auf alle sozialen und Ver- kehrsverhältniffe zu äußern beginnt. Die schmußigcn in den Städten verschwinden immer mehr, in (HeisteSträgbeit versunkene Bevölkerung fich von einem neuen Leven ergriffen fühlt, das sie zu einem anständigen treten und zu gewinnreichen Unternehmungen treibt. hadenden

sondern fangen selbst ein kleines Geschäft an und s(ihlcn sich zu Thäti.1keit und Rcinlichkeét angeregt. Werbthätigfeit ist seit dem letzten Aufstands ein reges Leben erwacht:

dic Geschäftslokale erwcitert, vermehrt und verschönert.

Element unleugbar dcn hcrvorragendsten Anthcil. Schweden und Norwegen.

mit dem Eilzuge hier zurück.

Die Eröffnung des Reichstages ift heute 111 gewößnlicher J Weise öffentlich verkündigt worden. Zum Landmarschall (Vorfiyendcr * in Ritterschaft und Adel) hat der König den Grafen Gustav 2

La erb'elfe ,um S rc er des 5 ricster'"1aiides den Er bi o 01“. ? g 1 , A p ck P ' z sch f - und Gebietsthcilen des Zollvereixis, dercn Regierungen mit Preußen die

H. Reuterdahl und zum Vice-Sprcchcr dcs Priesterstandes den Bischof in Strengnäs-Stift, [)x-. Thüre Annerstedt, ernannt.

Amerika. New-Y orf, 7.0ktober. (Telcgrammder -Times-). ;

Was die kürzlich von Herrn Seward abgesandte Depesche bezüg-

Regierung der Vereinigten Staaten den crnstlichen Wunsch hegt, mit ;

Frankreich und der ganzen Welt in Frieden zu bleiben, daß man

jedoch fürchtet, der Kongreß werde extreme Maßnahmen verlangen, ?

Wenn fernere Truppensendungen nach Mexiko stattfinden sollten.

Die Regierung wird Alles thun, um einem offenen Bruchc niit - General Grant erklärt Überall, '

Frankreich aus dem Wege zu gehen. das; Frankreich aus Mexiko vertrieben werden müsse und prophezeit, die Unionsregierung werde bald Krieg erklären, doch billigt die Re- gierung sein Verhalten Nicht.

treffen. -- Wie in Mobile 5800, so find in Cairo 3500 Ballen Baum- jvolle durch eine angeblich böswiljig angelegte Feuersbrnnst zerstört worden.

Telegraphische Depeschen aus dem Wolf f 'schen Telegraphen-Vüreau.

Frankfurt a. M., Sonnabend, 21. Oktober, Vormittags. Der Senat hat in seiner gestrigen Sihung die Antwort auf die Seitens der deutschen Großmächte an ihn gerichteten Aufforderung berathen und bis auf die Schlußredaction und de11_formellen Ab- schluß, der in der auf heute anberaumten außerordentlichen Siyung stattfindet, festgestellt.

Frankfurt a. M., Sonnabend, 21. Oktober, Mittags. Dem »Franksurter Journal- zufolge hat der Senat heut in außerordent- licher Sitzung einstimmig beschlossen, die in den Noten der beiden deutschen Großmächte gestellten Forderungen energisch zurückzuweisen.

Karlsruhe, Sonnabend, 21. Oktober, Nachu1ittags. Die 'Karlsruher Zeitung- bringt in ihrem amtlichen Theile die Er- nennung des Freiherrn von Edelsheim zum Präsidenten des Ministeriums dé'É Großherzoglichen Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten.

London, Freitag, 20. Oktober , Abends. Der Dampfer vCuba- hat Nachrichten aus New-York vom 12. d. in Cork abgegeben. Nach denselben hat die Konvention von Nord-Carolina

Auf allen Gebieten der (He-

Stochown,16.0ÜoNu Z, S* , Der König und der Herzog von Dalckarlien kehrten gestern Abend 5 111 MWM“

von der feierlichen E11thüll1111g der Eiigclbrccht-Statue in Ocrcbro

Herr Seward ist cht in Ncw-Yorf und der Präfident wird in Wenigen Tagen gleichfalls hier ein- ;

Ghettos indem ihre früher»

die Abschaffung der Sklaverei angenommen. Der Präfidcnt John- son hat einer Deputation aus Kentucky versprochen, daß die Militairgerichte aufgehoben und die Ncgertruppen verlegt wcrden sollten. Die Wahlen in Pennsylvanien, Ohio, Indiana und ZNva find zn Gunsten der Republikaner ausgefallen.

Dic *Cuba- überbrachte zugleich eine Baarfracht von 73,571. Danrs.

Wechselcdurs auf London 160, Goldagio 451, Bonds 10515

80 ndo 11, Sonnabend, 21. Oktober, Vormittags. Dic Mi- nister find theils [)ier eingetroffen, theils werden fie erwartet. DieBildnng

Auf des Kabinets dürfte schwerlich vor Mitte nächster Woche [vollendet jej". Dic wdhl- ? Juden verlassen das Ghetto und führen auf den besten ; Baupläßen die schönsten Wohngebäude auf",; die ärmeren rechnen ) 111161 mehr auf die Unterstühung der reicheren Glaubensgcnosscn, ,“

Die Uebernahme der Premierschast durcb Russel gewinnt 1111 Wahrschciiilichkeit und vcrmutbet man, daß derselbe vorläufig das Portefeuiüc des Auswärtigen beibehalten werde.

- Die am 20. Oktober ausgegebene Nr. 42 des »Pr. H 11 ndcls

. , _ _ Archivsa enthält: 111 den Stadten entstehen eme Mengc Neubauten, neue Ge1101se11- ;

schaften zu Handels- und industriellen Zwecken werdcn angeknüpft, Z An diesem Z regen und reichen Geschäftsleben, das nach der furchtbaren Katastrophe des Aufstandes wie durch einen Zauberschlag hervorgerufen ist, hat ;

das von den unwürdigen mittelalterlichcn Fesseln befreite jüdische 1 sek Thiere

1) Das Gesey vom 13. September d. J., betreffend Beförderung im Univcrziehen aufgekauftcr (Hegenstände und die Aufhebung des Verbots, Ge- wcrbcscheine zum Suchen von Bcstcllungen auf Edelsteine 2c. in Prcnßcn zu erthcilen (ck. St. Anz. Nr. 243).

2) Das Verbot der belgischen Regierung vom 11 Oktober 0, betreffend die Ein, und Durchfuhr von Schafvich und sonstigen frischen Abfällen die-

* 3) Die Tarifsäße dcr Eingangsabgabe von Kleie, rothcm Siccittiv iind Extrakten aus adstringircnden Hölzern und Rindcn vom 1. Juli d. J. 1111

4) Mittheilung, bctreffcnd dic Tarifirung für Blei vom 10. JunidJ. ab in Spanien.

5) Ferner von den in NeU-Süd-Wales eingctretcncn Zollverände- rungen.

6H=Bcka11ntnmchung des britischen Handelsamtes voni 2130011611. Über die Oeffnung einer Anzahl Häfen in Venezuela.

7) Statistik der Brauereien in Preußen und in denjet1ige11Länd11n

Uebergangsabgabc von Bier 1118 eine gcmeinschastiiche thsilen, für das Jahr 1864 (vergl. »St. Llnza Nr. 239).

8) Weitere Mittheilungen über Norwegen:? Handel und Schifffahrt 1 im Jahre 1863 und zwar Norwegens Schifffahrt im Verkehr mit den . ., .,. ““R"* r0*'“i*§'§3"" (lck Jramkreichs und Pkexjkos betrifft, so versichert man, daß die ZerulYLédc,nsd§chifemmci11nFreaFcheriYéc,Mt“YMMD, L?sglkn, Qioßbritanmcn und . 9) Jahresbericht des Preußischen Konsulats zu Almeria für 1864. Z * -- Handel und Schifffahrt von Nantes in 1863 und 1864 nach den Z Berichten des preußischen Konsulats daselbst. "Jahresbericht des preiißiscbkn - , Konsulats zu Norrköping für “1864. -* Jahresbericht des preußischen

Konsulats zn Smyrna für 1864. 10) Mittheilungen aus Berlin, Tilsit, Danzig, (Hlogau, (153111111115, Halle 11. “S., Bielefeld, Düsseldorf, Effcn, Wien und Lima.

Dic Nr.38 dcs .»JUstiz-Ministerialbiattsa enthält unter Nr.6_7 cin Erkenntnis; des Königlichen Ober- Tribunals vom 6. September 1803-

Z das ausspricbt: 1) der Begriff der »Vcrstümmelunga im Sinns dss I'. 193 des Strafgeseßduchs ist rein thatsächlicl), wird derselbe streitig, so ist er 111

der den Geschwornen vorznlcgcnden Frage durch die genaue Angabe der thatsächlichen Umstände des Einzelfaüs zu erseyen (vergl. Oppenhoff, Straf- geseßbuck) zum §. 193 Nr. 3. DeSgl. desselben Rechtsprechung des Ober- Tribunals Bd. 5, S. 330). »- 2) Der gänzliche Verlust de;»: Gehörs auf einem Ohr stellt eine »Verstünnnelunga dar.

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Kunst- und wissenschaftliche Nachrichten.

- Der Bauer und Schöppe Christoph Franz zu Stüdkniy in dcr Ost-Pricgniy hat bei Ausgrabung der Fundamente zu einem Siallbau eine Urne gefunden, welche 64 Stück Goldmünzen sehr alten Geprägcs in der Größe von Friedrichsd'ors und Dukaten, jedoch von dünnerer Be- schaffenheit, enthielt. JahreSzahlen haben fich auf den Goldmünzen nicht befunden, dagegen verschiedene ältere Wappen und dergleichen Zeichen. Die Goldmünzcn smd an den General-Direktor der Königlichen Museen einge- sandt worden.

_ Zur bevorstehenden Enthüllung des Melanchthon-Denkmals in Wittenberg am 31. Oktober d. I. find schon jetzt bei N. Herrosé in Wittenberg Medaillen zur Erinnerung an obige Feier erschienen. Die Me- daille hat die Größe eines preußischen Thalers, auf der Vorderseite das Brustbild Melanchthons mit der Angabe des Geburts- und Todestages und rings um den Rand eine der Inschriften, die steh auf Melanchthons Denkmal befinden. Die Rückseite der Medaille trägt die Worte: lezk Gedächtnißfeier des 31. Oktober 1865 in Wittenberg.“- Ebenso giebt die genannte Buchhandlung ein Feftbild zur Erinnerung an die Melanchthdw Feier heraus, die beiden Denkmäler Luthers und Melanchthons neben em- ander darstellend. - Jn symmetrischer Uebersicht befinden sich unter den Denkmälern die sämmtlichen Jnschriften derselben. Außerdem find auf der Rückseite des Bildes Erläuterungen zu den Inschriften des Melanchthon- Denkmals angegeben.

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- (Mecklenb. Ztg.") *Sichcrm Vernehmen zufo1ge 001 Herr Professor von Meibom in Rostock einem 11118 Tübingen 1111 117,11 ergangenen 911172 Folge gclcistxf iind Wird _„dort zu Oftexy f. I. den bisher vom 513101111013 Dove, dcr Mtcbaclis 1101651101 gegangen 111, mncgchabtcn Lohrstulyl fm" deut- sches Recht u. s. 11.1. einnehmen. _ “_ _

- Am 18. Oktober wurde 111 Weinsbe1g das Dcnknm'i J111t111us Kerners enthüllt. AmFuße der;»Wcivertrxue», neben dem 111001bekat1111111 Djchrcrhause, steht der Dcnkstcin, wclcherxin 1111111" Mitte einübcrlcbcnsgroßcs Mcdaillondild des Dichters i11 Erz enthält. DW Bild ist vom Bilthucr Roller nach einem Modelie Hcrdtlc'ö 131011121111, 11011 Polargus gegdUcn, 52lrchitekt Beyer 11111 das Denkmal entworfen, _ '

-- Eine interessante Publication ist 1111 Winter 0011 dem in V1'i111n «mf Urlaub ireilctiden deksWW LiterQr-HisWrikcr 01, 2111111111117 „511 er- ,thi-n. Nack) Brünn hat 11111 diE Herausixabe des Brics1112c011115' dcs GMsW Sternbeixg Mik (_§)0c1[)e gezogen, dq er, dort in dcr-Bidlidthck des Franzens - Mustums dix Oucllcii für 1116 Emleetimg und “die 111111111111 ROM „111 dem Vacdc 311 finden [7051 DN] Briefirccbscl 1111110131 die Zeit [1011 den zwanziger J0hien bis zum Tode Goethe's und es wird dadurch eine 0151111 scdr weiiig beleuchtete Lebciispcriodc dcs Dichterfürstcn in sehr 0111111 Bcziehungen erläutert, Die "Zahl der Bricfe diträgt 85,“_dcr Inhalt ist dem Ocdcutendstcn Theile 111111) 1111turwiffcnschaftlich2 TOLL, Heriiusgeber Tft zu der Publication dieses Brtcswcchjcls durch c111eJusd1111111cl)e Jxo1111111ch1 dcs Enkels, Wolfgang Freiherrn von Goethe, preußischen chatwnörathcs in Wien, autovsirt worden, und 001 111111 dke Familie eincReide JNrcspdti- denzkn dcs Gwßvaters mit den hcworriigcndstcn Nutnrforjchern 1261er111 zur 2111101111011 gestellt, die bei Mnße des 01: BWtramk ebenfalls 161211 Me.; 111 die Oeffentlichkeit machen dürften. _ . " ,-

' Der ehemalige Erzieher des Herzogs von IJédntpciijicr, 39162111- toine de Latour in Sevilla, einer der wenigen französischen Schrift,:ellxr, welcbe dem Studium dec spanischen Literatur mit Liebe und wisscnichast- lichc111 Ernst obliegen, [101 soedcn mit einer Uebersc131111g der »Sainctcsa des Ramon de la Cruz (ck. o, Schack, Geschichte der dranmtischßn Literatur und Kunst in Spanien, Bd. 11]. S. 485 860.) wieder_ einen glanzßxiden Beweis seines vor den schwierigsten Aufgaben nicht zurückichreockcndcn Ctscrs abgelaegt. Auch ein Band eigener Gedichte 1281011168 118 08511118 . 81 (1'1111118101181M, wird von Herrn Antoine de Latour angezeigt, dessen im Jahre'1855 be1 Lévy in Paris erschienenes Werk »131111163 8111' 1'138011Zn811 nch) 11111112r_zu dem Besten und Gründlichsten gehört, was von Jranzostn uber Spanien geschrieben worden ist.

Statistische Nachrichten.

(Ueber den Tabakßbau in den Zollvcycinsjßaaten.) Zn Nr. ]Ä. dcr diesjäviigcn »Zeiischrift des landwixthicbastlichcn Verems in Bayern« berichtet 01. Seuffert Über die Ergebqiffe dcs Tab0k8611ue8 in Bayein und einigcn andern Zollvereinsstaatcn 1111 Jahre1864. D1cscm Berichte entnehmen wir Folgendes: “_

Die Größe des Tabaksfeldcs betrug in prcußqcben Morgen: '

1861. 1862. 1863. 1864.

Preußen nebst Enklaven ....... 20,596. 21,906. 27,580. (Noch n1cht

bekannt. Ba ern ....................... 12138. 13,431. 18,850. 21,504. Sa'Zvscn ...................... * 48. 58. 118,5. ( 106. Han'noyer ..................... 1,228. 1,515, 2,141. 2,430. Württemberg ................. . 189. 262. 673.

732. Baden ..................... 18,722. 20,616. 29,468.

TRW) nicht bekannt. Kurhessen ..................... 529. 697. . 886. Heffen-Darmftadt ............. 1,824. 1,982. 3,844.

915.

5007. Thüringen ..................... 604 727. 750. TJKÄmYét Man kann (mf Grund der Auchhnung in früheren Jahren anneh- men, daß 1864 im Ganzen 90,000 preuß. Morgen 11111Tabakbestell1waren und die Gesammternte dürfte auf 600,000 Ctr. zu Veranschlagcn sem. In Bayern betrug der Ertrag pro Morgen etwa 6 Ge und Kwar daselbst der höchste Mittelpreis pro Ctr. 26 Fl. 24 Kr. gegen nur 16 _Kl. 15 Kr. m 1863, der niedrigste 5 Fl. 2 Kr. gegen 9 Fl. 31 Kr. in 186 , wdraus fich ergiebt, daß die besseren Sorten im Preise hedeutend gest1egen, dir schlech- teren gefallen sind. In runder Summe Wird der Geldertrag im Zoll-

1) erein auf 51; Million Thlr. gcschäßt.

Gewerbe: und Handels-Nachrichten. -- In dem Zeitraume vom 1. bis 15. September 1865 wurden

Steinkohlen, Braunkohlcn und Coaks.

Tonnen. Klastern. 110717 7367 ,

95215 - 112 205932 - 66071,- 10431 - | _

Eisenbahnen 12170 -- 25

Summa ] 22601 | -- ], 25 ' "- In einem aus Stettin, den 22. September dattrten'Artik'el m Nr. 228 der »Vosfischen Zeitung« war auf die Störxmgen hmgewwsxn, Welche die Schifffahrt zwischen Stettin und Berlin in Folge der gerin- IM Wassertiefe im Finowkanale , auf der Havel,11nd der Spree_ m diesem Jahre zu erleiden habe und dabei bemerkt: die seichten Ste„[le11 im Fmow- kanale seien die Haupthindernisse der Schifffahrtx Sachwerstandtge glauben,

TranSpdrt- Torf Brennholz

weise.

zu Was er 6596

auf den Eisenbahnen

Summa ] ', zu Waffer auf den

in Berlin ein- geführt:

aus Berlin ausgeführt :

daß mit 111181: Sunnne 1101: 10,003? T'uirn. die fiachften Stellen des Finow- kanals 17.11) würden 111181111911crn laffén und der Handelsminister würde fich ein Verdimst erwerben, 11111 Hülfe der Provinzial -Regieru11gsbehörd2 oder durch einen besonderen Kdmnüffimus übcr die traurige Beschaffenheit des Finowkanals 1111111 nähctc amtliche Jnfornnnion einzuziehen. Dcr »Voss. ZkitUngé ist in Folge dessen von betreffender amtlichcr SteUe die nach- folgende Mittheilung zugegangen:

Eine solche Untersnchng 0111 sramgefunden. Es hat fii'b dabei ergeben, daß die Angaben und Vorausstyungci1 des bezeichneten Artikels nicht zu- 11'effcnd find. Jm Finowkanal ist auch in diesem Jahre in seiner ganzen Ausdehnung 11111“ bis :'11 die neucßc Zeit ein für die Strmnschifffahrt ge- niigend tiefer Wasserstand vorhanden geivcsen. Die allerdings cinget-rctene 11nd bcklagcnSnWitde Stockung der Schifffahrt [)01 nicht in seichten Gießen 1115 Finowkanals, sondern in dem ungewöhnlich niedrigen Wasserstandc der Havel von der Cinmündiing des Kanals in dicsclbe bis zanegler See an- weit Hennigsdorf “ihren (511111111. Aus diesem Grmide müffen beladene Kähnc, welche den Kanal passirt haben und in die Havel 111ol1en, leichtern. Wegen der geringen Breite des dcr Havel zunächst bel1genen Oranienburger Kanals muß dcis Ablcichtern scldn im Melzer Kanal vorgenommen wcr- den, welcher noch aUsrcichcndes Wasscr enthält, 11111 entgegenkommende Schiffe du1'chz11l«1ffen, wenn auch 311121 Fahrzeuge Behufs des Ueberladcns neben einander liegen. Dies und nicht eine Mangelhaftigkeit 1111 Finow- Kanal ist die Veranlassung, aus welckycr gerade im Melzer Kanal eine so große Anzahl von Fahrzeugen aufgehalten worden ist. Durch die Unter Zuziehung cines Schiffcrälfesten aus Berlin bei dem Lagern und 210111111101" der Schiffe gehandßabte strenge Ordnung und durch die vorsorg- lich getroffene Einrichtung, daß zeitweise 6 ZOU W11sscr aus ch Kanalstreike zwischen der Melzer und OranéeUburgcr Sch1e11sc und selbst aus der Scheitel- strecke (dem langen Trödel) in die untere „Havel gclaffen worden, um hier den Wasserstand so viel zu heben, wie 18 ohne Gefährdung der Schiffbar- 1011 des Kanals selbst irgend zulässt,; ist, ist der Erfolg cr1*cicht, daß noch immer 50 bis 60 Schiffe täglich, mit einer auf 2“; Fuß Ti-Zfe rcduzirtcn Ladung, durch die untere Havelstrccke bis in den Tegeler See [)aben gebracht werden können. Wie in diesem ungewöhnlich trockcnen Jahre auf allen Wasserstraßen ohne Ausnahme die Schifffadrt zu leiden hat, 1110111611 dicse Uebeisände fich auf dieser Strecke der Havel besonders geltend, weil dieselbe oberhalb ihrer Verbindung mit der Spree nur sehr spärliche Zuflüsse erhält. Bei dem vcrbältnißmäßig starken Gefälle der betreffenden Havclstrccke ist diesem Uebelstande nicht durch Baggern, sondern nur durch den VW einer neuen kegelrcchten Kcinalhaltung neben der Havel unterhalb dcr Pinnower Schleuse etjva bis Hennigsdorf abzuhelfen und es wird in néäxere Erwägung genommen, ob und mit welchen Koßen auf diese Art 111112 Wiederkehr ähnlicher Mißstände vorgebeugt werden kann.

_ Ueber die Versuche mit Spr en göl schreibt der »Bote« aus Hirsch- berg, 17. Oktober. Jm Laufe der vergangenen Woche haben bei den hie- sigen Eisenbahnbauten mehrfache Versuche mit Nobels patentirtem Sprengös (Nitroglycerin) stattgefunden. Ein solcher fand auch geßern bei dem Durch- |iche am Kreuzberge (vor dem Viadukt) hicrselbst statt und hatte folgende Resultate: In dem einen 6 Fuß (davon 5 Fuß im festen Gestein) tiefen Bohrloche gelangten 20531115 Sprengöl zur Verwendung und es wurden durch die Explosion 5 Schachtruthen vollständig gelöst und 7-8 Schacht- ruthen gelockert. In dem andern 5 Fuß (4 Fuß im Gestein) tiefen Bohr- lochc wurden 15 Loth Sprengöl Verwendet und durch die Wirkung der Ex,- plofion 7-8 Schachtruthen theils gelöst, theils gelockert, so daß zwei Arbeiter zwei Tage mit der Räumung des durcb beide Schüsse gelösten und gelockerten Gesteins zu thun haben. Der Kostenpreis des Sprengöls stellt fich auf etwa 1 Sgr. 2 Pf. pro Loth. Gleich günstige Resultate steklten sich auch bei den Versuchen im Tunnel bei Rohrlach, in den Durch- stichcn bci Hartan und Gotschdorf, so wie auf dem hiefigcn Bahnhofe her- aus, und es find in Folge dessen bereits namhafte Bestellungen bei den Herren Bauunternehmcrn gemacht. _ Daß im lockern Gestein für das Auge die Wirkungen nicht so eklatant hervortreten können, ist sehr natürlich, und daher mögen fick) wohl einige bereits vernommene divergircnde Urtheile schrei- ben. Es hat fick) aber bei dem Versuche auf hiestgem Bahnhofe, der an- fänglich erfolglos schien, nachträglich die vollständige Lockerung der Stein- und Geröllmasse herausgestellt, so daß die Räumung derselben ohne weitere Schwierigkeit erfolgen konnte. Lockere Steinmassen zerreißen [1108 bei der Anwendung des Sprengöls, Hauptsache hierbei ist, das Oel in Patronen zu verwenden, welche das Entweichen desselben in Risse :c. nicht gesoffen. Bei der Explofion ist dann nur ein Beben zu bemerken, während nach Außen hin die Wirkung weniger fichtbar wird. Anders ist es beim festen Gestein. Hier erregt, wie dies auch die Versuche beim Hörrauer Durchstich ergeben haben, die Wirkung der Explofion geradezu Erfiaunen. Die Kraft des ex- plodirenden Nitroglycerins wird als die 20fache von der des Pulvers be- zeichnet. -- Jedenfalls steht dem Robelschen Sprengöl eine bedeutende Zu- kunft in Ausficht. - Das gewöhnlicheSprengpulNr ist an fich billiger, der Hauptvortheil des Sprengöls aber liegt in der größeren Wirkung desselben, abgesehen von der Arbeitsersparniß beim Bohren der “Sprenglöcher und der rascheren Förderung der Arbeit.

Zellcrfeld, 12. Oktober. Obgleich es seit zwei Tagen, meldet der »Magd. Corresp.«, immer ein wenig geregnet hat, so find doch die vorhan- den gewesenen Wasscrvorräthe so sehr konsumirt , daß bereits sämmtliche Schachttreibereien auf dem Zellerfeldcr Hauptgrubenzuge, auch fast alle Steigkünfte im Klausthaler Grubenreviere stikle stehen und die armen Berg- leute die. Hunderte von Lachtern nach sauer vollbrachter Schicht aus den tiefen Schächten auf Leitern schweißtriefend heraussteixzen müssen. „In den Gruben find große, [osgcmachte Erzmassen aufgehauft und können des Wassermangels wegen nicht herausgetrieben Zverden. Auch die Pochwerke werden immer mehr ruhig und die Arbeiter 1ollen deshalb beim W'egebaa Beschäftigung finden.

Trier. Die hiefige Zeitung schreibt: »Schon in Römerzeit hat es hier ausgedehnte Töpfereien gegeben, welche fich auch in späterer Zeit hier erhalten haben. Sowohl die römischen Töpfer, als auch die mittelalterlichen Auler hattcn zu Löwenbrücken ihre Werksiätten aufgeschlagen. Noch heute find hier verhältnißmäßig viele Töpfereien vorhanden, welche ihre Produkte