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dürfnisse der im Felde stehenden Truppen, deren Angehörigen, sowie der Hinterbliebenen der im Felde Gefallenen, Hervorragendes gethan, oder bei besonderen Unglücksfällen, Rothsiänden, bei Epide- mien und anderen Landes-Kalamitäten fich vorzugsweise und erfolg- reich ausgezeichnet und ihren patriotischen Sinn bewährt haben.
Die Decoration dieser zweiten Abtheilung zerfällt in zwei Klassen.
Die erste Klasse besteht in einem, dem bisherigen Luisen- Ordcnlähnlichcn Kreuze, jedoch mit Aussthmückung in Silber anstatt in (Ho d.
Auch behalten Wir Uns vor, zur außerordentlichen persönlichen QluSzeichnung unter damit zu verbinßender Bevorzugung im Range das Kreuz der ersten Klasse mit einer goldenen odcr filbernen Krone zu verleihen.
Die zweite Klasse besteht in einem Kreuze in Silber mit dem Emaille-Medaillon des bisherigen Lnisen-Ordens.
Die Kreuze beider Klassen werden an einer Schleife des Bandes Unseres Hausordens von Hohenzollern getragen und führen im Reyers-Schilde die 'Jahreszalxl der gegenwärtigen Urkunde, im JaÜe der Verleihung für Verdienstvolle Handlungen in Kriegszeiten aber die Jahreszahl des Krieges, in welchem der Orden erworben worden ist. „
Der Z. 8 der Urkunde Vom 3. August 1814 findet auch auf die zweite Abtheilung des Luisen-Ordens Anwendung.
Das Ordens-Kapitel für die zweite Abtheilung soll ans Ordens- Damen dicser Abtheiknng bestehen.
Gegeben Berlin, den 30. Ok1obcr 1865.
([*- I) VZilhclm.
Graf von Jßenpliß.
von Bodelschwingh von Room. von Selchow.
von Mühlcr. Graf zur Lippc. Graf zu Eulenburg.
Ministerium für Handel, (5361116259 uud 1317221111152 1
Arbeiten.
Dem Mechanikus A. H. Gossow 311 Berlin ist uuter dem
26. Oktober 1865 ein Patent auf eine als neu 1111?) cigenthiwnlick) erkannte Einrichtung
an Pantographen zur Anferiigung einer Mehrzahl gleich großer Copicn, in der durch ein Modell und Zeichnung nachgewiesenen Zusammenseßung auf fünf Jahre, von jenem Tage an gerecht1et und für dm Umfang des preußischen Sxaats crtheilt worden.
Das 49fte S11'1ck der GeseH-Sammlang, welches heute ans- gegeben wird, enthält unter
Nr, 6201. die Urkuude, betreffend die Erweiterung des durch Ur- kunde vom 3. Qluguß 1814 gestifteten Louiscn-Ordens. Vom 30. Oktober 1865, und unter
die Bckanntnmchung dcr Ministerial-Erklärung vom 25. September 1865, betreffend den zwischen der König- lich preußischen und der Königlich sächfischen Regierung am 1. September 1864 vollzogenen Rezeß über die Aufbringung der Parochiallaften in den Oberlausißer gemischten Grenzparochicen Nieda rmd Königswartha. Vom 8. Oktober 1865.
Berlin, den 31. Oktober 1865.
» 6202.
Debits-Comtoir der Geseß-Sammlung.
Justiz - Ministerium.
Der bisherige Kreisrichter von Vahl in Greifswald ist zum Rechtsanwalt bei dem Kreisgericht daselbst und zugleich zum Notar im Departement des dortigen Appellationsgcrichts, mit Anweisung seines Wohnsißes in Greifswald, ernannt worden.
Finanz : Ministerium.
Bei der heute fortgeseßten Ziehung der 41111 Klasse 132fter Königlicher Klassen-Lotterie fiel 1 Hauptgewinn von 25,000 Thlr. auf Nr. 44,645.
1 Gewinn von 5000 Thlr. auf Nr. 12,508.
2 Gewinne zu
21,313. 43
2000 Thlr.
fielen auf Nr. 7085 Gewinne zu 1000 Thlr. auf Nr. 1627. 1931. 2640. 4971.
und
9723. 9399. 15,926. 16,936. 17,056. 17,607. 20,393. 22,276. 30,431. 35,135. 36,021. 40,133. 40,405. 47,060. 47,212. 47,577. 43,473, 51,274.
61,725. 62,791. 64,278. 65,197. 69,994
31,644. 32,155. 35,332. 67,233. 37,315.
60 Gewinne zu 500 Thlr. auf Nr 8417. 8539. 9546. 10,797. 11,945. 12,045. 14,046. 14 25,241. 25,355. 23,667. 35,505. 40,611. 411-265. 46,502. 46,879. 49,197. 57,919, 59,016. 60,549. 63,037. 69,360. 70,693. 71,046.
33,306. 33,347 und 90,055. auf Nr. 977. 3439. 39-89. 7109. 15,525. 19,839. 24,333, 29,914. 42,590. 59,922. 67,861. 76,053. 9. 88,505 1106
22,264. 31,362. 42,613. 52,133. 63,477. 72,670.
17,042. 22,013. 25,407. 36,354. 46,504. 60,313. 69,603. 73,131. 39,792.
22,523 31,937. 43,33
65,275 78,975. 7
76 Gewinne zu 210 Thlr. 8271. 9242. 12,720. 12,769.
17,095. 22,274. 26,715. 36,774. 54,450“). 60,355. 71 ,383. 79,333.
. 24,133. 32,310. . 44,443. 52,304. 53,223. . 63,999.
ZZZLL.
17,339. 22,534. 27,421. 39,425. 55,594. 61,354. 72,103.
32,737.
24,212. 34,344. 44,693. 53,716. 69,034. 79,331.
13,716. 23,361". 27,330. 46,634. 57,240. 66,032. 73,333.
13,137. 13,971. 24,093. 23,459. 41,243. 53,039, 66,133.
74,264
Berlin, den 30. Oktober 1865.
41,034. 42,317. 43,399. 53,273. 54,306. 57,375.
. 76,140. 73,390. 79,240.
88,654 und 89,173.
15,144.
75,322
36,100. 37,31
19,403. 24,543. 2170550. 42,565. 58,881. 67,324.
Königliche (Hencral-Loiterie-Direckion.
P l
a n 3111 6117131165811 Drei Und Drc_ißigstcn5710111131141) 31116111517chen Klasscn-Lottcrtc,
. 3355. 4141. 5493. 6152, 393. 20,611.
29,871. 42,069. 50,591.
72,531.
17,001. 21,333. 30,924. 42,829. 60,706. 69,472. 76,161.
Hcstelzcnd 0115 95000 Loosen zu 52 Thaler Courank 6711111113, 111.14: 43000 in 4 Klassen vcrthciltcn Gewinnca und 15000 Jrciloox-m,
Erste 11111116 zu 12 Rthlr. 61111613.
1 Gew. zn 5000 “2
3500 .- 4000,§reiloose zu 12
3000 1200 500 100 70 60 50 40 30 20
] 11 't K ! b I k !
!
1111011“.
1111111111
Beträg. Ntblr.
5000 6000 3600 2000 500 700
1 500 2500 4000 9000 70000 48000
Zivcite Klasse zu 12 Rthlr. Einsay.
1 ©8190: 1000021111211". ., .. 4000 _ 2000
.“ .“ s'“ Q ,... k-K . 7- ::“. x.; »
1111111111
! ! !1 k ! 1! ! [ k
600 200 100 80 60 50 40 30
x.-
1111111111
Betrag. Niblr.
10000 8000 6000 2400 1000 1000 “1000 5000
12000
1 3 5000
60000
4000 Gew.u.4000 Freiloosc
152800
5000 ©1113. u. 5000Frc'11.
245400
Dritte Klasse zu 12 Rthlr. Einsay.
1 61610. zu 15000 911017.
111111111
kßkllsvs
5500
„._-
- 5000 2000 1000 600 300 100 80 60 50
- 45
6000 Freiloosé zu 16
1357; 1161. vom Bctrgge sämmtlicher Freisoo1c.
6000 Gew. u. 6000 Freil.
111111111
Betrag. Rtblr.
247500
440100
15000 10000 6000 4000 3000 2700 3000 3680 6000 15000
96000 28220
Vierte Klasse zu 16 Rthlr. Einsa13.
1 Genuz
28000 Gewinne ..........
U
1
0140!!!
1111111
kklkkslkn
11 150000 Mtl.
00000 - 50000 -- 40000 -- 30000 - 25000“- 20000 -- 15000 - 10000 -- 5000 - 2000 - 1000 - 500 - 200 -- 100 -- 70 --
Betrag. RMZ; 150000
1654100 3705700
3499
Einnahme. 911161111118.
_-
Anzahl der Loose.
95000 91000 86000
Betrag. Anzahl der_-
911611.
1 1 40000 1092000 1032000
Betrag. Rthlr.
152800 245400 440100
Klasse. Einsay- Klasse.
(Hewinnc1Freiloose. 4000 4000 5000 5000
_ Ztc 6000 6000
4re 16 - 80000 1280000 4te 28000 - 3705700
Zus. 52 Rthlr. Ueberh. 4544000 Zus. 43000 15000 4544000
Vorstehendcr Plan der 133stcn Königlichen Klaffcn=Lotteric, von welchem vollständige, mit den näheren Erläuterungen versehene
Druch=Exemplare bei sämmflichcn Lotteric-Einnchmcrn zu haben find,
wird zur „Ausst'thrung gebracht, und mit der Ziehung der 1. Klaffe
diescr Lotterie am 3. Januar 1. I. der Anfang gemacht Werden. Dic Ansgabc der Loose 1. Klasse diescr Lotterie wird Seitens der Lottcrie-Einnchmcr nicht vor dsm 1stcn Tage nach beendigtcr
Ziehung der 4. Klaffe 132. Klaffcn-Lotteric cDFOTJcn.
Bcrlixx, den 28. Oktober 1865. Königliche General-Lottcric-Dircc6011.
1291thlr. 12 = Zte 12 -
111€
“1119 _ _ 2te
2:6
___-_-
Angekommcn: Sts. Exccücnx der Kanzler des Königreichs PkkUßM, Chef-Präfident dcs Ofipreußéschen Tribunals 0120911 Zan- der, 0116" Königsberg in Preußen.
Dcr Wirkliche Geheime Obcr-chicrungs-Nath und Ministerial- Direktor Delbrück von Cöln.
Abgereist: Sc. Excellcnz Der General-Licntcnant und Präses im Marine-Ministerium, 11011 Riehen, nach Mecklenburg.
Se. Excellenz der Gencral-Likutenant und CommaUdeur der “16. Diwifion, 0011 Eßel, nach Trier.
Berlin, 30. Oktober. So. Majestät der König haben Aller- gnädigst gcruht: dem Oberst-Licutcnant von Ruvillc, 6 111 511119 des 1. Garde-Regimcuts zu Fuß Und kommandirt nach Strcliy, die Erlaubnis; 3111“ Anlegung dcÖ 0011 des Großherzogs von Mecklenburg- Strcliy Königlicthoheit ihm vcrlichcncn Comthurkrench des Ordens der chdischcn Krone zn crthcilen.
T*??icÉ/xtaknskéésßcs.
Prcnßxn. Königsberg, 29. Oktober. Durch den Ober Präsidenten, Wirkl. Geb. Rath Eichmann, ist folgende Allerhöchste Ordre 11. 11. Münster, den 18. Oktober, an den Minister Des Innern veröffentlicht worden:
“»Ich Habe ans den Mir zugegangenen Berichten der Gene- ral-Kommm1dos mit Wohlgefallen erscbcn, daß die Truppen wäh- rend der diesjährigen Herbstübungen überall eine gute Aufnahme gefunden haben und daß durchgehends das freundlichste Verhält- niß zwischen Ortseinwohncrn und Soldaten bestanden 1301.
Ich beauftrage Sie, den bctreffendcn Kreisen und Ortschaften Meine Zufriedenheit über dieses vom wahren PatriotiSnms zcngende Verßaltcn auszusprechen und dies 111wcrzüglich öffentlich bekannt zu machen.
Schleswig-Holstcin. Das am 27. d. Mrs. ausgegebene 8. Stück des Verordnungsblattcs für das .Herzogtbum Schleswig enthält: Erste Abtheilung. Nr.“ 28. Bekanntmachung, betreffend die Gleicbsteüung des Real-Gymnasiums zu Rendsburg mit den preußischen Gymnasien. Nr. 29. Bekanntmachung, betreffend das Verbot der Einfuhr von Rindvieh, Schafen, Ziegen, Schwei- nen 2c. zur Verhinderung der Einschleppung der Rinderpest. Nr. 30. Bekanntnmchung, betreffend chcsachen. Nr. 31. Verfügung für das Herzogthum Schleswig, daß für die Bekanntmachung der Pro- klame und anderer öffentlicher Erlasse die -Flensb. Nordd. Ztg.- oder der -Alt0n. Merkur: oder die »Hamb. Börsenlw zu wählen sei. Nr. 33. Zollintraden dcr Herzogthümer Schleswig-Holstein einschließlich der mit Holstein zollvercintcn anderen Gebietstheile in den ersten sechs Monaten des Finanzjabres 1865 - 1866 verglichen mit dem entsprechenden Zeitraum des Finanzjahrcs 1864-65.
Das inderst. u. Stapclh. Wochenbl.- enthält folgende Er- klärung des Landvogts Tiedemann, vom 20. Oktober:
»In einer Korrespondenz aus Stapel()olm vom 14. Oktober in Nr. 42 Ihres Blattes wird gesagt, die von mir verfügte Auflösung der hießgcn fcklestvig-holsteinischcn Vereine müsse um so mehr Wunder nehmen, als ich selbst früher Mitglied des Vereins gewesen sei, wo gerade dieselben Statuten bestanden, die nunmehr nicht nach meinem Sinne seien. Diese Behauptüng beruht auf einem positiven ertbum. Ich habe die Statuten, welche mich zur Auflösung der biefigen Vereine veranlaßten, niemals früher gesehen. 2113 ich im Dezember vorigen Jahres in den Süderstapler schleswig- bolskeinischen Verein eintrat , hatte ich mir die Statuten dessel- ben zeigen lassen," diese aber lauteten damals wörtlich fol- gendermaßen: „§ 1. Der Zweck des Vereins ift sowohl die volksthümliche
Eptnnckelkung und beung des patriotischen, geistigen und _acselligcn Lebens semer Yittglndcr, als auch und vor allen Dingen die Verwirklichung und Durchsyhrung-dxs schleswtg-holsteinischen Verfaffungslebcns auf Grund der schleswtg-hßlsxem-tsMn Laydes- und der legitimen Erbfolgerechte. -- Jedoch kann d1c That1g1cxt desBcrems sich nur so weit erstrecken, als fie mit den bestehenden _Geseyen zu vereinbaren 11:1. »Einem auf solcher Grundlage errichteten Verein könnte :ck auchc016noch ang1h0rcn. Zn dm von mirneuerdings eingeforderten Statuten der schlesnpg-holstexmschen Vereine war dagegen zu meiner Ueberraschung em wesentlich anderer Zryexk gngegeben. Es hieß nämlich dort wörtlich im §._1: »chc_k des 'Vcrems 1st die Durchführung des Rechtes der Herzoa- tyumcr auf dre Regterung Herzogs Friedrich des Achten und auf das StaatZ- grunpgesey vom 15. Aprtl 1848.« Hätte ich gcwußf, daß der Stapelholmer Vercm doppvelte Statum) gehabt, hätte ich insbesondere von" der Existenz der zule§1 angcxuhrtYn gewußt, so würde ich selbstverständlich dcm Süderstapeler Vexem mcht bctgeixetctx 1em, denn der Zwech meines Bcitrittes war eben ledtgltch dre Bekqmpsung so einseitiger und nach meiner innersten Ueberzeugung unhctoncr Tendenzen, wie 06 in dem §. 1 der leßtgedachtcn Stangen offen enthalten find. Zu der einzigen Vneinsversammlunq, wel- chcr 1ch be1wohjnte (es war lange vor der Konstituiruua dcr nat1onalen Partc0, habeom) gerade darzulhun versucht, daß die Érricbtunq eines souverapen Klemstaates“ Schleswig- Holstein, abgesehen von der “Schädigung dex naiwnalen Intercnen Deutschlands, den finanzieUcn Ruin der Herzog- thxzmer und den Wiederverlust mindestens des nördlichen Schleswiqs än Danemark zur unmittelbaren Folge haben würde. Gegen das ab*strakte
Augustenburgerthum aber habe ich mich damals wie immer ausdrückli und auf das Entschiedcnste erklärt.« , , ch
* Kiel, 27. Oktober. (Kiel. Ztg.) Dic Königlich preußische Korvette *Llrcona- verlics; gestern Nachmittag ihren bisherigen Anker- play vor der Badeaqsjalt und ging, bugfirt durch das'Kanoncnboot :Cyclopc, dcr Köxnglich preußischen Admiralitätswohnung gcgen- uber zu_21nker. -- 80 Handwerker sind für die Königlich preußische Flottemtation aus Preußen eingetroffen und auf dem *Barbaroffa- untergebracht worden.
Hannover, 27. Oktober. (H. B. H.) Die Paß-Con- 061111011, Welche kürzlich zwischcn Baiern, Hannover, Sachsen, Wurxtembxrg, Baden und Oldenburg abgeschlossen ist, wird heute m der Ge1eyxammlung publizirt und tritt mit dem 1. November in Kraft. Das Hauptprinzip ist, daß die Angehörigen dieser Vereins- staaten bei Reisen aus und nach denselben Rcisepapicre nicht mehr bedürfen, sondern nur Verpflichtet smd, auf Anfordern dcr betreffen- den Behörden fichi1ber Person, Heimath, eventuell auch (Heldtuittex auszu- weisen. Rcisepapierebedürfen noch (HeseUen, dic,1vclc1)e Arbeit suchen, Per- sonen, die im Umßerzicbcn ihr Gewerbe treiben (wie Seiltänzer, Mufikan- ten A.), wovon aber wieder Handels- und Gcwerberciscndc, Schiffs- und Frachtführer ausgenommen find. Die Entwürfe zu den Regu- lativcn für die zu errichtendenHandelSkammern find jeßt von den Oberbehörden den Magistraten mitgetheilt. Die Bestim- mung der Handelskammern ist dahin festgefteUt, daß se die Verhält- niffc des „Handels und der Gewerbe, sowie die für dieselben bestehenden Einrichtungen zu beachten, und den Behörden auf Verlangen ihre des- fallsigen Wahrnehmungen mitzuthcükn, insbesondere über Aües, was Handel und Gewerbe zu fördern geeignet isi, fich zu äußern haben. JedeSmal im Januar hat die Handelskammer einen Bericht über den (Hang und die Lage des Handels an das Ministerium zu erstatten, sowie fie ferner verpflichtet ist, den Gewerbtreibcndcn ihres Bezirks über ihre Thätigkeit, sowie vsn den indUstriellcn Icrhältnissen Kenntnis; zu geben. Die Handel- und Gewerbtreibcndcn des Bezirks sind ver- pflichtet, dcr HandelSkammer alle nöthigc Auskunft zu ertheilen, wie fie andererseits a11ch berechtigt smd, fich mit Wünscbcn und Anträgen an fie zu wenden. Gemeinsame Bcrathungcn der Dcputirtcn mch- rcrer Handclökammcrn können auf Anordnung oder mindestens untcr Zustimmung der Regierung stattfinden. Aktiv und pasfiv wahl- berechtigt find diejenigen, welche als Persönlich haftende kaerbtrei- bende in die Hmwclsregistcr ihres Bezirks eingetragen find. Die Zahl der Mitglieder der Handelskammern 1011 nicht unter 6 und nicht über 12 betragen, die auf 6 Jahr gewählt werden und von denen alle 3 Jahre die Hälfte ausscheidet, JedeHandelöfammer kann einen Scerctair, bcziehungöweisc Kassircr und Rechnungsfübrer anstellen, sie hat einen von der Behörde zu gcnchmigcnden Etat aufzustellen, der Betrag des ctatmäßigcn Kostenaufwandes wird auf die Wahlberechtigten nach dem Fuß: ihrer Gewerbesteuer vertheilt.
Bremen, 27. Oktober. Den -Hamb. Nach» schreibt man, daß die Bemühung, das Defizit des allgemeinen Schühenfeßes durch Privatsubscriptioncn zu decken, noch kein besonders erfreuliches Resultat geliefert habe. Erfchlickyer sei es, daß sécb die Privatthä- tigkeit augenblicklich nicht ohne Aussicht auf Erfolg bemühe, auf der Stätte, wo das zweite deutsche Bundessthießen abgehalten wurde, d. i. auf dem größerenThcile der sogenannten Bürgerweide, die ein sehr großes Areal dicht „an der Stadt umfasst, einen großen Wald anzulegen, woran cs Bremen in unmittelbarer Nähe fehle, so daß der bremischen Bevölkerung in der That durch dieses Unter- nehmen ein großer patriotischer Dienst geleistet Werden würde.
Nassau. Wiesbaden, 27. Oktober. (Fr. I.) In der heutigen öffentlichen Sißung der Ersten Kammer übergab die Herzogliche Regierungs-Kommisfion außer dem bereits in der Zwei- ten Kammer cingebrachten Gescßcntwurfe Über die Einschreibung Herzoglich nassauischer Partial-Obligationen auf den Namen der Inhaber, einen weiteren Gesehentwurf über ein Anlehen von