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Der Einreichung der Obligationen selbst bedarf es nur in dem Falle, Wenn die betreffenden Talons abhanden gekommen find, Die Sendungen der Talons durch die Post genießen die Porto- freiheit bis zum 1. August 1866, wenn sie mit dem Vermerke: :Talons zu Riederschlefisrh-Märkisckyen Prioritäts-Obligationen ZLL'.1., 11. und 111. zum Empfange neuer Coupons, Werth ..... Thaler- versehen find. Mit diesem Tage hört die Portofreiheit sowohl für die Sendung der Talons, als auch fiir die Rücksendung der neuen Coupons auf. eFür solche Sendungen, welche von Orten eingeben, oder nach Orten bestimmt find, welche außerhalb des Preußischen Postbezirks, aber innerhalb des deutschen Postvereinsgebiets liegen, kann eine Befreiung vom Porto nach Maßgabe der Vereinsbestimnmngen nicht stattfinden; Berlin, den 7. November 1665. Haupt-Verwaltung der Staatsschrilden. von chell. Gamer, Löwe.
Abgereist: Se. Excellenz der General-Lieutenant und Com- mandeur der 1. Division, von Griesheim, nach der Promnz Pommern.
Berlin, 10, November. Se. Majestät der König [)QÖCU Allergnädigst geruht: dem Geheimen Ober-Finanzratb Hasselbach im Jinanz-Ministerium die Erlaubnis; zur Anlegung des von des Königs von Sachsen Majestät ibm verliehenen Komthurfreuzes zweiter Klasse vom Albrechts-Orden zu ertheilen.
Bekanntmachung.
Zur Abwehr der in den Königreichen der Niederlande rind Belgien audgcbrochenen Rinderpest sind zur Zeit und vorbehalt- lich weiterer zu treffenden Anordnungen folgende Bestim- mungen Seitens der unterzeichneten Regierungen für ihre Bezirke
getroffen worden: . 1) Aller Import und Transit von Hornviel), Schaafen, Schwei-
nen, Ziegen,.Hunden und Federvieh, frischen Rinder- und anderen Thierhäuten, ungeschmolzcncm Talg, ferner Rindfleisch, Rauchfrrtter und gebrauchtem Stallgeräthe jeder Art ist an den Grenzen des Königreichs der Niederlande, des Königreichs Belgien und des Großherzogthums Luxemburg unbedingt untersagt. Dünger wird nicht zugelassen. Ueberseeischcr Guano in Gr- ftalt eines Pulvers und in Säcken verpackt, darf eingehen. Unbearbeitete Wolle, trockene Häute und thierische Haare (exkl. Borsten) trockene Hörner und Hornspihen werden nur dann zugelaffen, wenn a) fie überseeischen Ursprungs find oder aus ei11cn1nicht infizirten Lande direkt eingeben, und l)) die Einfuhr vermittelst der Eisenbahn oder zu Schiff be- wirkt wird. Gewaschene Wolle 'bearbeiteten Wolle. zu rechnen. Der überseeische Ursprung wird durch ein von dem be- treffenden, in den Niederlanden odcr Belgien restdirendcn Preußischen Konsul zu beglaubigendes und mit dessen Siegel zu verschendes Ursprungs -Atteft nachgewiesen. Die Herkunft aus einem nicht infizirtcn Lande wird durch glaubhafte und mit einer amtlichenBescheinigung der Richtigkeit versehene Certifikate dargcthan. England, die Niederlande, Belgien und Luxemburg gelten als infizirt; doch ist die Einfuhr erlaubt, sobald in der vorangegebenen Weise nachgewiesen, daß die fragiichen Gegenstände in den Docks vor dem Ausbruch der Seuche bereits gelagert worden und mit verdächtigen Gegen- ständen nachweisbar überhaupt nicht in Berührung gekommen. Die 861) Nr. 4 bezeichneten, überseeischen Gegenstände dür- fen zum Import nur angenommen werden, wenn die Ori- ginal-Verpackung unversehrt ist und während des TranSports keine Umladung stattgefunden hat. Die Eiseubahn-Waggons, auf denen der Transport stattftndct, müssen daher am Abgangs- ort unter Verschluß geseßt und unter diesern Verschluß bis zur Ankunftsftation verbleiben.
Die nicht überseeischen Gegenstände Werden nur als- dann eingelassen, wenn fie keinen infizirten Ort der Nieder- lande oder Belgiens pasfirt haben, oder wenn fie unter gleichem Verschluß sich befinden, wie die überseeischen.
und Kämmlingc gehören zur 1111- GesalzeneHäute find zu den trockenen
6) Bis auf weitere Bestimmung sind Viehmärkte jeder Art verboten. Düffeldorf und Aachen, den 31. Oktober 1865. Königliche Regierung, Königliche Regierung, Abtheilung des Innern. Abtheilung des Innern.
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??ichtamrlichss.
Preußen. Schloß Babelsberg, 9. November. Se Majestät der König nahmen heute die Vorträge des Kriegs- Minifters und des Militair-Kabinets entgegen und empfingen alsdann Se. Königliche Hoheit den Prinzen Friedrich der Niederlande.
Bertin, 10.Novembcr. Se. Majestät der König nahmen heute den Vortrag des Ministers des Innern, Grafen zu Eulenburg entgegen und empfingen den außerordentlichen Gesandten und [)e- vollmächtigten Minister am hiefigen Hofe, Aristarcki Bey.
Später hatte der Graf von Schaffgotfcl) die Ehre, die Orden seines verstorbenen Vaters überreichen zu dürfen.
Cöslin. Hier starb am 7. d. M. der evangelisch geistliche und Schulrath bei der hiesigen Regierung, Konfistorialrath Neu- mann
Schleswig-Holstein. Von der holsteinschen Regierung ist folgendes Umschreibeir vom 3. November veröffentlicht:
Nachdem es *- -- -- -- zur Sprache gekommen, wie es mitder Ver- tretung des Bürgermeisters in denjenigen Städten zu verhalten sei, in wel- chen derselbe das einzige gelehrte Magistratßmitglied bildet, crmangclt die Landesregierung nicht, nach erstatteten Berichten der in Betracht kommenden Magistrate, drm Magistrat der Stadt -- zu erwicdcrn, daß im J 81 der allgemeinen Städteordnung die Vcrtxclung des Bürgermeisters in Abwesen- dcits- und Verhinderungsfällen lediglich für die dort benannten Obliegen- heiten vorgeschrieben und namentlich nicht beabsichtigt ist, dem ältesten un- gelrlyrten Raithsverwandtcn zugleich die demBürgcrmcister obliegenden Zusiiz- geschäfte zu übertragen. Es wird vielmehr von dem Bürgermeister dafür Sorge zU tragen sein, daß er in Abwesenheits- und Verhinderungsfällen in der Verwaltung der Justizgcschäste stets durch einen mit der zu Ausübung derselben erforderlichen Qualification versehrncn Juristen vertreten ist und wird von der getroffenen Wahl, deren Genehmigung der Regierung vor- behalten bleibt, zugleich dcm lZ-olsteiniscren Oder-Gericht Anzeige zu machen sein.
Der Magistrat der Stadt -- wird ersticht, cs hiernach in Zrikunft gc- fäiiig zn verhalten.
Lübeck, 7, November. Der vKieler Ztg.: wird dcrichtigend gemeldet: »Eine unterm 3. Novmnber in der -Kicler Zcitrmg- ent- haltene Mittheilung, daß das hiesige Oberappellationsgericlyt diirch Vereinbarung zwischen den vier freien Städten zum Cassationsbdf für dieselben bcstrUt und die betreffende Publikation hicrselbft dcreits erfolgt sei, muß dahin berichtigt werden, daß der icYTr Theil dieser Nachricht jedenfalls verfrüht ist, indem die einschlägigen Verhand- lungen noch schweben.:-
Srhwarzburg. Sondershausen, Z. November. “Der Landtag ist gestern, nachdem er alle Regicrrmgdrwrlageu erledigt, Verabschicdct worden.
Frarskfnrt (1. NT., 9. Ndvcmber. tagsiiYUng ift ausxiefallen.
Naffau. Wiesbaden, 8. November. Gestern genehmigte die Ständevcrsammlung in öffentlicher Sißung zunächst im Budget der Staatseisenbahn nach dem Ansfthußantrag sämmt- lichc Einnahmen pro 1865 mit 1,526800 Fl. dync Diskussion. Die für Eisenbahnbmmte geforderten 1300 Fl. zu Gratificaiioncn zur Verwendung der Direction kann die Majorität dcs Ausschuffcs nicht befürworten, und der Strich der 1300 Fl. wurde ohne DiIkussidn beschlossen. Alle sonstigen Anforderungen in diesemBudget wiirden genehmigt,“ ebenso auch der Antrag des Audschuffes: die hohe Re- gierrmg zu ersuchen, dem nächsten Landtage ein Geseß Über die Ver- waltung der Staatseisenbahn vorzulegen.
Baden. KarlSruhe, 7. November. (Karlsr. Zig») Ihre Königliéoc Hoheit die Prinzessin Friedrich von Hessen, geborne Prinzessin von Preußen, traf geßern Nachmittags, von Baden kom- mend, zum Besuch am Großherzoglichen Hofe ein und kehrte hente
Die heutige Bundes-
_ mit dem Schnellzuge nach Baden zurück.
-- d'. November. In den beiden lehtcn Tagen hat Se. König- liche Hoheit der Großherzog die sämmtlichen Vorstände der Mi- nisterien einzeln zum Vortrag geschäftlicher Gegenstände zu empfaii- gen geruht. Wie die 'KarlSr. Ztg.« hört, galten die eingehenden Beratdungen insbesondere den auf den nahe bevorsiebenden Land- tag fich beziehenden Angelegenheiten, wclche vor der Abreise Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs noch einer Besprechung bedurf- ten. Uebrigens find während der Abwesenheit des Durchlauchtigsten Fürsten die Andrdmmgen so getroffei daß die der Nllerhöcbftcn Entschließung bedürfcndcn wichtigem &cgenständc, wenn nötdig- untcr persönlichem Vortrag des betreffenden Ministers ihre möglichst rasche Erledigung finden können.
Bayern. München, 9. November. Das Entlassungögcsuch des Ministers des Innern v. Neumayr ist von dem Könige unter den gnädigften Auddrücken fiir die geleisteten Dienste angenommen
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worden. Herr v. Neumayr wurde zum Staatsrath in außerordent-
lichcm Dienst ernannt, Das erledigte Portefeuille des Innern wird provisorisch dcr Kultusminister V- Koch mit dem seinigen verbinden,
Wien, 9. November. (W, T. B.) Die heu- tige .General-Corrcspondenz- theilt mit: Der Kaiser habe gestattet, daß die Vorzeigung und die Vifirung von Reisepäffen an sämmt- lichen Landesgrenzen aufhörcx diese Anordnung wird in nächster Zeit in Kraft treten.
Der Staatsminister Graf Belcredi hat an die Statthalter und Landeschefs ein zweites Rundschreiben in Betreff der Besorgung des administrativen Dienstes gerichtet , worin dicse angewiesen wer- den, auf möglichste Geschäftsvereinfachung und Herabmindermrg des Beamtcnpersonals hinzuwirken. Es heißt in dieser Beziehung in dem von der -W. Ab. P.- mitgetheilten Schreiben:
Es sind hier die Jntereffen des Staats und Staatsfchaßcs, welche, namentlich in der Gegenwart, ein ernstes Einschreiten gedicterisch fordern. Ich muß Ew. . . . daher angelegentlicbst ersuchen, diese Personalfrage einer grüridlichcn Erwägung zu unterziehen und mir im Hinblick auf die un- abweißlicvc Nothwendigkcit der äußersten und schleunigst zu erzielenden Cr- sparnisse Ihre Anträge mit ooufter Freiheit und zwar zunächst für die Lan- desbehörde, sofort aber auch bezüglich der andern mit der Administration betrauten Organe zu erstatten. Es sieht diese Frage mit jener der Geschäftsvercinfachung im innigsten Zusammenhang, denn nichts hat zu der Masse der rwrkormnenden Geschäste so sehr beigetragen, als die große Anzahl der amtlichen Functionaire. So lange diese nicht herabgemindcrt und die Beamten selbst nicht genöthigt werden, an Zeit und Kraft zu sparen, bleiben alle beabsichtigten GrschäftZVcreitifachtrn- gen citle Wünsche. Ick) muß daher nochmals darauf zurüikkonimen, daß der Pcrsonalfrage das größte Gewicht beizulegen ist. Nach den Erfahrun- gen, die ich selbft reichlich gewonnen habe, geswieht gegenwärtig wenig oder nichts, ohne die Feder in die Hand zu nehmen und ein gewöhnlich auch noch recht weitläufiges Schriftstück zu verfassen, welches dann noch alle Sta- dien der Manipulation zu durchlaufen hat und daher viele Hände beschäf- rigt. Es muß als Grundsaß festgehalten wcrden, daß nament- lich bei den Unterbchörden Alles, was fich nur immer münd- lich abtbun oder doch bis zur Schlußerledigung mündlich ver- handeln läßt, auch in dieser Weise behandelt werde. Die Gelegenheit, welche die sogenannten Amtstage, so wie auch die außerhalb des Amtsortrs vor- kommenden Kommisfionövcrbandlungen zum mündlichen Verkehre und zur Erledigung so vieler Geschäfte bieten, wird nur sehr selten zam Besken drs Dienstes benuyt. Bei den Amtstagen beschränkt man fich in der chcl dar- auf, den versammelten (Hemeindcvorstehern amtliche Verlautbarungen allge- meinen Inhalts rwrzulcsrn ,' in eine Verhandlung spezieller Fragen wird fast nie ein- gegangcn, und doc!) ist gerade hier diegünstige(Helrgenhcitgcboten, Zcitund Kraft des Amtes und des Gemeindevorsianch in einer dem Dienste entsprechenden, prak- tisch erfolgicichen Weise zu vcrwerthcn, die Aeußcrungen und Aufklärungcn der Ge- mcindeddrstchcr in einzelnen Geschäftssachen im kurzen Wege entgegenzu- nehmen, ivcnn es erforderlich isi, auch Parteien hierzu vorzuladcn und auf dicse Art (Hrscbäfie m wenigen Stunden abznthun, die auf dem gewöhn- lichcn Wege sick) oft monatelang hinscdlcppen. Ist eine schriftliche Aufzeich- nung nothwendig, so kann dies auf dem betreffenden Aktonsxiicke selbst durcb einc katze Anmcikang grschcbcn und dicse erforderlichen Falls auch mit der Unterschrift des (Hrmeindcvorstchers versehen wcrden. In wichtigeren Fällen wird eine kurze ProtokoU-Aufnahme genügen. Dir in vielen Gcgcuden
Oesterreich.
“fish ärrßerndc Abneigung drr Genieindevorständc, sich an Amtstagsverhmid- Z wohl begründet, indem man *
lungen zu betheiligen, ist leider nur zu wie demcrkt, dic: Amtstage nicht zur Erleichterung der an fick) schweren Bürde eines Gemeindcmntcs zu bcnÜizen versteht, diese vielmehr durch den diircaukraiischcn Jormalidrmis nur erhöht. Es liegt klar vor, daß ein mündlichrs Verfahren dem Versiändnisse dcr mcisicn(Hemeindcvorfieher weit mehr 3U1agi, als der schriftliche Verkehr, und daß hiebei nebst dem Zcit- gewinn auch noch die Gründlickykeit der Geschäftsbrhandlung, welche ja eben ein Verständnis; der Sache vorausießt, ins Gewicht fällt.
zwischen Amt und Gemeindevorstand hin- und hergeschrieben, bis ein halb- ivegs befriedigendes Resultat erzielt wird.
Es werden hiedurck) die Geschäftsnummern und das Manipulations- geschäft in der Regel ganz uniiüßcr Weise Vermehrt und die wahre Gc- sck)äftscrlcdigung zum Nachtheil der Sache oft Wochen und Monate hinaus- geschoben.
Ew. Excellenz werdcn mich zum Danke verpflichten, wenn Sie die _Frageder Geschäftsvereinfachung und möglichstcn finanzielicn Ersparniß eincr eindringlichrn und vor allen anderen Rücksichten freien Erwägung unterziehen, Und auch in Beziehung auf die durch bestehende Vorscdriften veranlaßten überflüssigen Geschäfte fich frei und unumwunden aussprechen. Es dürfte in dieser Beziehung geeignet sein, die Frage commissionrll durch Beiziehung der iiichtigsten Kräfte der Landesbehörde und allenfalls auch erfahrener Beamten der Unterbehördcn zu behandeln und auf Grund des Berathungs- resultatcs Jhre Anträge zu steUen. Zum Schlusse will ich nur noch er- wähnen; Die Aufnahme neuer Arbeitdkräfte in den dienstlichen Verband ist gegenwärtig durch das dienstliche Interesse nicht geboten, hat daher bis auf Weiteres zu unterdlcibm. Dios gilt sowohl bezüglich der Konzeptskandidaien (mit Ausnahme besonderer Fälle, Welche vorher anzuzeigen find), als auch der Kanzlcibemnten. Bei Erledigung von Kanzlistcn- oder Acccsfistenstcllcn ist fich, zunächst durch eine angemessene Gcschästscintheilung unter die noch
“vorhandenen Kräfte zu behelfen, und im Jaüc unaiisweichlichen Bedarfes,
Wenn keine verwendbaren disponiblen Beamten vorhanden find, zur Auf- mihme von Diurnisien zu schreiten. Es giebt ferner nicht wenichchörden,
inshesondere Bezirksämter, bei welchen schon jest das Auslangen mit einem geringeren, als_dem gegenwärtig systemifirten Personal gefunden Werden farm. Wird diesem Umfiande die gebührende Aufmerksamkeit zugewendet, wre 1ch dies mr_bedmgt fordern muß, so wird fich bei eintretenden Erledi- gungen von Dienstesstellcn bei anderen Behörden keine Nothwendigkeit neuer Emmriungen ergehen„ sondern die lehülfe durch Verseyungen (wenn auch die Drensteska'tegorte' nicht immer dieselbe ift) erzielt werden können. -. Gierchzertrg rricldct die *General-Correspondenz-x
' Wie nur aus verlaßlicher Quelle erfahren, hat das Polizeiministe- rtum im Einvernehmen mit dem Staatsministerium, zum Zwecke von Ersparungeii im Siaatdhaußhalle, beschlossen, die in mehreren größeren Kurorten des ostcrretchiscben Kaiserslautes, als Karlébad, Franzensbad, Marienbad, Tepliß-Schönau, Ischl, Wildbad-Gasiein, Szawnica und Recoaro bisher bestandenen eigenen polizeilichen Kurinspectionen von der
nächsteii Vcidesaison angefangen aufziilaffen. Zar Wahrung der Interessen des Dienstes und des Badepublikums wird in anderer entsprechender Weise
vorgesorgt werdcn.
"Karl Freiherr von Czörnig, der Präfifident der fiatmiichcn Central - Kommission, schreibt die -Au|ria-, ist von Sr. Majestät auf eigenes Ansuchen in den bleibenden Ruhe- stand versetzt und in Anerkennung seiner vieljäbrigcn, mit Treue und Auszeichnung geleisteten Dienße mit dem Commandeurkreuze des Lcopold-Ordens geehrt worden. Freiherr von Czörnig, der Schöpfer der amtlichen Statistik in Ocsterreich, zu welcher erst einige vom Freiherrn von Meßburg begonnene Anfänge vorlagen, war aucb der Begründer und erste Redacteur der 'Austria- und daher ziemt es fiel) wohl, an dieser Stelle der großen Verdienste zu gedenken, welche sich Baron Czörnig um Statistik und Volkswirthschast im Kaiser- ßaatc Oefterreick) erworben. Als Sectionschef des vorbestandenen zyzxndclsmiiristeriums hatte er auch vielfach Gelegenheit, sein ausge- zeichnetes Administrations- und Organisationstalent in den verschie- deristcn Fächern zu bewähren, und wenn er mm, um seine ange- griffene Gesundheit zu schonen, aus dem aktchn Staatsdienste scßeidet, so begleitet ihn die Anerkennung seines Morrarchen, die Ack- tung der gesammten wissensclmftlichen Welt, die ungeheuchelte Liebe seiner Untergebenen und endlich die Hoffnung seiner zahlreichen Ver- ehrer, daß diese eminente Kraft noch recht lange und nun in freier Thätigkeit jener Wissenschaft erhalten bleiben werde, welcher der grösßte Theil seiner"; so vielbeschäftigten Lebens bisher zugewandt ge- we en.
(Pr.) Durch den Rücktritt des Herrn von Hasner ist, wie wir vernehmen, der Fortbestand des Unterrichtsrathrs nicht absolut in Frage gestellt, und soll dem Wirkungdfreise desselben eine födera-
. . Gegenwärtig ; Wird bekanntlich wegen der geringfiigigsten Sache oft drei und mehr Mal 4
lifiisthc Basis zu Griinde gelegt werden. Hiermit glaubt das Staats- ministerium dcn Anforderrmgcn der einzelnen Nationalitäten am leichtesten entsprechen zu können. - Die Frage der Glaubens- einbeit in Tirol ist durch einen Erlaß des Staatsministeriums definitiv entschieden worden, indem der protestaniischcn Gemeinde von Meran die Bildung einer eigenen Kirchengemeinde untersagt wurde. Die Innsbrucker Statthalterei zeigte fich der Würdigung dieses An- finnens nicht abgeneigt, man hört jrdoch, daß die Entscheidung des Staatéministe-riums durch die Verwendung der Bischöfe von Brixen und Trient wesentlich bestimmt wurde.
Belgien. Brüssel, 8. November. (Köln. Ztg.) Der König geht nach seinem Privatschlosse Ardenne auf die Jagd, und die Eröffnung der Kammern, wie aus dem unter heutigem Datum erlassenen Berrifungsschreiben hcrdorgeht, wird am künftigen Dienstag ohne Tdronredc erfolgen.
Großbritannien und Irland. London, 8. November.
_ Der österreichische Botschafter, Graf Apponyi, Welcher ficli gegen-
wärtig auf Urlaub in Rom befindet, wird gegen Ende dieses Monats auf seinen Posten zurückkehren.
Gegen den Vorschlag, das Rektoramt der Universität Edinburgh Thomas Carlyle anzubieten, hat fick) eine Opposition aufgethan, welche als den Nachfolger Gladstone's im Rektorat DiSraeli durchseizen will. Sie hat es schon zur Abhaltung einer Versammlung von 200 bis 300 Studenten gebracht. Ob Carlyle das Amt des Rektors annehmen würde, ist übrigens fraglich; die Kandidatur um die gleiche Ehre, welche ihm vor einigen Jahren von der Univerfität Aberdeen angeboten wurde, hatte er aus- geschlagen. *
Die gestern über den - Sbenandoaha hierher gelangten Nach- richten waren in einem wichtigen Punkt rmgenau. Man meldete nämlich aus Liverpool, daß Capitain Waddell, nachdem er das Kaperschiff übergeben batte, niir mehreren seiner Offiziere ans Land gegangen und »verschwunden sei.a Er ist aber nicht verschwunden. Der Commandenr Fisher vom britischen Kriegdschiff »Cagle- hatte von ihm das Ehrcnwort, daß er fich wieder ßellen würde, empfan- gen, und ihm erlaubt, ans Land zu gehen. Hier besrichte Capitain Waddel] ein *südlichcsHausa, worauf er fich wieder an Bord seines