1865 / 274 p. 3 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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u. s. w. zur Verhütung der Einschleppung der Ninderpest nur noch Bayern. München , 19. Ndvember. (W. T. B,) Die in Beziehung auf Großbritannien und die Niederlande in_iKraft heutige "Bayersche Zeitung: veröffentlicht den Wortlaut der Erklä, bleiben soll, und daß, so wie dies durch die Bekanntmachung'rom rung, welche Bayern, Sachsen und Hessen-Dariustadt nach der Ab- 9. d. M. rückfichtlich des Königreichs Dänemark bereits geschehen ist, filmmung in der gestrigen Bundesversammlung abgegeben haben, auch mit den übrigen Staaten der Verkehr freigegeben wird. In derselben heißt es schließlich: Die Regierungen glauben, nachdem

Jedoch sollen Schiffe, die mit den im §.1 der Bekanntmachung sie alle nach der Bundesverfassung ihnen zu Gebote stehenden Mittel vom 19. v. M. aufgeführten Gegenständen beladen find und die auf erschöpft,“ es sich selbst schuldig zu sein, zu erklären, daß, so lange ihrem Cours Großbritannien und die Niederlande berührt haben, in , und sofern nicht am Bunde zu einer aus den Grundlagen des den hiesigen Häfen nur dann löschen dürfen, wenn von den betref- Rechtes hervorgehendcn Beratbung und Beschlußfassung Außficht ge- fenden Konsuln in beglaubigter Form amtlich attefiirt worden ist, boten wird , fie ihre Aufgabe und Thätigkeit in dieser Ange. daß die Ladungen direkt importirt und in Großbritannien und genheit innerhalb der Bundesversammlung als abgeschlossen betrach- Niederlanden nicht kompletirt worden find. Heu und Stroh darf ten und sich auf eine entschiedene Verwahrung gegen jede, jenen auch aus Großbritannien und den Niederlanden eingeführt werden, Grundlagen fremde Abmachung beschränken werden. sofern es nur als Verpackungsmaterial benußt worden ist. Oesterreich. Wien, 17. November. In Folge Ministerial. * Ykecklenburg. Schwerin,18.November. Die chcklen- beschlusfts haben, der »Ostd. Posta zufolge, die Behörden vom burger Ztg.- veröffentlicht heute folgende Ministerial-Vcrfügung vom 1. Januar 1866 an für ihre veränderlichen (materiellen) Erforder. 13. November c.: nisse aus ihren Budgets selbst zu sorgen. Die Dikasterial-Gebäude-

Nachdem laut rechtskräftigen Erkenntniffes der La_ndrs-Llni1*erfi_tät zu Direction in Wien wird gegenüber den einzelnen Behörden und Rysock, vom 30- OWM? d- J- !ng?" der 'i" der Dkllckjchklst? "DUN?" Aemtern künftig nur mehr in Absicht auf die diesen Behörden und T'Ätl'cbe" Urkunde" der "*"gsten VerurthUJ'I ,des Pro- Llcmtern ganz oder theilweise zur Benußung eingeräumten ärarischen fexdiors l)r, »))ÉjéalingÉxxxy- herTJZZeagebben nx; Fneßßeéer Gebäude dcn Hausherrn vertreten und hiernach nur das beischaffen e von H' a ' “0 ingen egange & re g und herstellen, was dem Hausherrn zu beschaffen und herzustellen

neben Verurtheilung des Professors a. D. Baumgarten zugleich auf Ver- , . , , nichtung der nicht in Privatbefiß übergegangencn Exemplare diescr Druck- Vblcht- Del1„Bkhok„de UPD NMUN" Wird aher ]ene Beschaffung schrift erkannt worden ist, wird nunmehr nicht allein die genannte Schrift von Erfordernissen chrlaßcn, Welche gewohnlich dem Mteiher zu-

für das GroßherzogthumMecklenburg-Schwerin beiVermeidung einer Strafe kommt, wie: die innere Erhaltung, Säuberung, Beleuchtung, Bei. von 10 Thalern für jedes von jegt an eingebrachte oder „hier odrgefundene stellung der Athwäsche urid deren Reinigung, Beischaffung dcr Exemplar hierdurch verboten, sondern es werden auch die Polizeibehörden Dienerschaftölivrée und Beheizung. des Landes gngewiesep, das Vorhandensein voti Exempslaren m den Buch- Fm mehreren Blättern, schreibt man dem rDreÖd. Journala, handlungen Jh.ses FULL 11: “Mittel"! ""t? td“ von chm" “wa satfirten wird “von hier aus die Behauptung aufgestellt, daß fich bereits die EFMUÉWÉZYB TYOséheerdesXorLZuITILFUZF Die in unserm gestri- Unmöglichkeit herausgestellt habe, die Bedürfnisse der Kaiserlichen 9 ' . bf'l ' “b ' d s d Armee mit den vom Ministerium Schmerling beanspruchten JUZ; ?FttdeselYIemeYétetsetrlvxygén sZTZlertestxte 'ZYYÖTYOÖULYJ 847; Mill. Fl. zu bestreiten, geschweige denn, daß man mit den tchition d er 1 Kgaßimer ficb ugntcr Zurißcklaffung des Referenten vom Reichsrathe bewiÜigten 80 Miilionen ausreichen könne. Wie , ' . . - wir indeß vernehmen , liegt für eine solche Behauptung gar ebenfalls vrrtagt habe, beruht, Wie Mr „heute erfa'hren, auf “nem kein Grund vor und berechtigt nichts zu der Vermuthung Ikkthum- "*de'".ge?ach“ ZMschMßepUWM fich “Echt vertagt hat“ daß das normiéte Kriegs-Budget für 1865 Überschritter1 YYY? dalje Mitglieder derselben m Berathung des Geseßentwurfes - werde -- Gestern und heute Haben Berathunqrn zwischen Lord 1 e n en. 1 ' . . * . . . . „. . . Blddmfield und Mr. Mallet semcm technischen Beirath einerseits ._._ R . 1 , _- ll (DSL“. Q“) Se. HW“ rer PkÖTFtJtALYVU “vo? &?)th den Ministern Graf MLUÖÖOLff und Baron Wüüerstorf andererseits 39 ern-' igmari'pgezi 111 gestern „[ _ag ,ier “"Sexy M un stattgefunden - der beste Beweis, daß die Verhandlungen wegen QZf dertthla Sr. Komglichen Hoheit des Kronprinzen bei Strehlen , eines österreichisch-englischen Zoll- undHandelsvertrages (: ge re en. . . . , . 8 _ * : mcht abgebrochen, oder auch nur gefährdet find, wre mehrereWiener Weimar, 1 ' November. Der Rechnungs Aussthuß des Blätter trdy der ihnen eiitchentretenden Erklärung der »Wiener

Landtags Wird, ww die -Weim. Ztg.a meldet, am Montag den , Abendpost- zu behaupten fortfahren. Wenn eine Verständigung

20. d; M. zu seiner jährlichen Berathung behufs Revifion der Rech- ! mit England nicht in Ausfuhr stände, würde auch die Regierung

u 1- eitretei. = , . . . nungen von 1863 z sanmi - * Anstand gcnommrn haben, dem franzosischcn Kabmek, ww so eben

Frankfurt a '“ 18 NMMO“ BU der Abstimmung ; geschehen, die Eroffmmg der Verhandlung wegen eines Zoll- und

iiber die geschäftliche Behandlung des von Sachsen, Bayern und , - ,- ., , Hessen-Darmstadt in dcr Sißimg vom 4. d. gestellten Antrages zur ? Handclsvertrach “"oUbsetU'* sch1eßwig-holskeinischrn AKngelegendeit, erilärten die Gesandten Oester- Z Schmciz. Bern, 19. November. Der Ständeratb trat in kxkkchs UNd Preußeiis „M der heutigen _STYUUI dk? BUNNY" seiner heutigen Sißung den Brschliiffen des Nationalraths bezüglich Versammluyg &? 1 iexies Antrags- daß die Absicht, dxe holstet- dcr Prügelstrafe bei und ist somit durch B1mdc§beschlußfestgeo nischen Stande UUHUÖUUfMi fortbcstche, daß aber dlc Wahl des , stellt, daß der Bund berechtigt ist, den Kantonen qewiffe Strafen zu Zeitpunktes zur Stände-Emberufung weiterer Erwägung vorbehalten untersagen. bleibe, 311 2, daß eine Erörterrznxz iiber dei) Eintritt Schleswigs in Der vom Ständeratb gcfaszte Beschluß lautet, wie 101ng den NUM)?“ „BMW „JLIMWCZMI Nicht„ UU JUMP der Sache "Artikel 54, der bis cht nur die Bestimmung enthält, -wegcn po- Upd der VOMJUÖU [“Je-„ D*?- Großmachte beantragteii'sch.l:eß11ch litischrr Vergeben darf kein TodrSrirtbcil gefällt werdens, soll beige- die Yeberwetsyng des Antrags an den h0„l|ec§1111che71 fiigt werden: Die Anwendung körperlicher Züchtigungsstrafen durch AUI1,chUß- DJL Versammßlung bescbi'oß .Mit &) IWM ? das Gericht ist untersagt, in Strafuntersrichungen diirfen keine 7 Stimmen 73121?" MODUS der „JUkhanlcb'en BLÖÜUÖ" ? Zwangsmittcl zu Erwirknng cines Geständiffes stattfinden.- lung. Gegen de-n Antrag der Großmachte und rnit den Antrag- Genf, 16. Noyernber, Der Großherzog „„„ Baden ist ÜLÜLM für AÖÜMUUUUS ohne Vortrag des Aussthuffes 1711111111?" ' im Hotel du Lac zu Vevey angekommen. Baden, die AU., )(111, und ÜN. Curie. Luxemburg enthielt fich der Abstimmung. Hierauf erklärten die antragstellenden Regierun- 5 Großbritannien und Irland. London , 17, November. gen, das; fie unter Wahrung der Kompetenz des Bundes, fürerst Gestern Vormittag kam Ihre Majestät die Königin in Begleitung darauf verzichten , die Sache auf bundesmäßigem Wege Weiter zu des Kronprinzen Und der Kronprinzesfin von Preußen und der Prin- verfolgen. _ zesfin Helena von Schloß Windsor nach London, besuchte die Herren Nassau. Wiesbaden„ 17. November. (Fr. J.) Die Armstead und Calder MarshaU, um zu sehen, wie Weit deren Ständeversammlung verhandelte in ihrer zuleht abgehaltenen Sihung Skulpturen zum Prinz-Albert-Denkmal im Hydeparf gediehen seien, iiber die Regierungsanforderung von 11,549 Fl. zum Zwecke der begab fich sodann nach Buckingham Palace und kehrte gegen 11119r Erwerbung der Königlich preußischen Telegraphenlinie von Frank- nach Windsor zurück. Der Kronprinz und die Kronprinzessin von furt über Wiesbaden und Rüdesheim nach Bingerbrück innerhalb Preußen blieben in Buckingham Palace. der Grenzen des Herzogthums. Nachdem andere das Herzogthum Der Aufstand auf Jamaica ist unterdrückt und nach den neuesten durchziehende Linien der Königlich preußischen Verwaltung bereits Nachrichten war die Insel bei Abgang der lcßten Post ruhig. Kräf" erworben find, so behält nach Erwerbung der fraglichen LinicPreußen tige Maßregeln find ergriffen, iiber 200 Rebellen find erschossen oder nur noch die Linie" Frankfurt-Wcßlar mit zwä Stationen in Nassau hingerichtet. Die »Timesn schreibt heute darüber: „Es ist eine sehr ge- (Oberursel und Usingen). Nassau's Beitritt resp. seiner Telegraphen- fährlichc Verschwörung gewesen, und wäre der. Ausbruch nicht vor:» Verwaltung zu dem deutsch -'österreichtsc'1)en Telegraphenverbande ift ' zeitig erfolgt, so hätte die ganze Insel Scenen erleben können, wie ein angesprochener Wunsch früherer Standeversammlrmgen gewesen die zu Morant-Bay. Die Empörung hatte den gewöhnlichen Chakakek und die hohe Regierungs -Kommisfion gab die Erklärung ab , daß der Negcr-Ausständc. Man könnte an die Sklaven-Jnsurrectionen das bis zum 1. Januar k. Jahres erreicht sein Werde, Unter diesen * längst vergangener Tagrerinnertwerden. DieselbeHeimlichkeit, diesclbC Umständen erfolgte die Verwilligung der angeforderten 11,549 Fl. ; weite Verzweigung des Komplotts, dieselbe Wildheit des Rachegefühls/ Württemberg. Stuttgart, 17, Nodember, (St, 21. ' der Raubluft und sinnlichen Begierde und, seltsam genug, dieselbe s W-) Gestern MMW um 5 Uhr verschied zu Winnenthal nach 1 JÜUdsWst gegen die Mulattenrace wegen ihrer höheren BefähigUUg langem Leiden Graf Alfred von Neipperg, Gemahl der Prin- **, und Lebensstellung. Der einzige Unterschied ist in diesem Falle iiur, zessm Marie von Württemberg, Schwager Sr. Majestät des Königs. daß der Leiter ein Mann von Vermögen und Stellung war. HW“

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W. Gordon war ein schwarzes Mitglied der geseßgebcnden ' G'xsammlung und ein Mann von beträchtlichem Vermögen. Er , er Mitglied der englischen Kirche gewesen, aber aus der Gemeinschaft , J wa eten und zu den Baptisten gegangen. Seitdem hatte er sich gs durch die Heftigkeit seines politischen und religiösen Grylls hervor- ,

Er war eine Magistratspcrson gewesen, vom Gonderneur aber , ustührischer Reden cntlaffen worden. Dieser Mann scheint , er erste Anstifter drr Rebellion gewesen zu sein, ein Operationsplan ; ' [[ ,ch unter seinen Papieren gefunden haben. Gcwiß ist, daß er ;

'm Angriff auf das Stadthaus stark bethciligt war. Obschon er = digung der religiösen Juterrffen Unterhaudlungen mit Rom ange-

.usgctr

gethan wegen a

so 1

- bet

, “uwo 41,237, ausbrach. Dieser Mann wurde verhaftet, vom General Nelson

_„ors KriegSgericht gestellt und am Morgen des 23. Oktober gehenkt.

Ag, schrecklichen Einzelnbciten des (Hemehcls am 11. Oktober wer- 7“ "den bcßätigt. Der Anführer des Sturmes auf das Stadthaus, . aul Vogle- war (mch verhaftet und sollte am 25. Oktober vor ;G„jcht gestellt werden. Unter den Verhafteten befinden sich auch Ivicr Reverends, Roach, Cole, Edwin Palmer und Harris,“ die beiden ;„tzteren werden als Baptistcn-Geistliche beschrieben. Diese und noch xmebrerc Andere sollen mit einem Geheimbund »Afrikanische Be- ; *“,reiungs-Gcsellschaft- in Verbindung gestanden haben. Sie fißen an ; Bord des Kriegsschiffö *Abnkira in Haft und erwarten ihr Gericht.-

.- 18, November Nach kurzer Krankheit ist der Vic e -Admiral

? Sir Horatio Thomas Austin im Alter von 64 Jahren gestorben. Er ' [„gann seine Laufbahn während des Krieges mit Amerika im zweiten Deccnnium dieses Jahrhunderts und war bei delengriffc aquew- "Orleans und dem Bombardement von Stonington zugegen. Später ;dientc er an der afrikanischen Küste und auf den südamerikanischen 7 Stationen. Als erster Lieutenant nahm er an Capitain Parry's zweiter Nordpol-Expcdition Theil. Eine große Rolle spielte er in , den Operationen an der syrischen Küste, bei dcr Erstürmung Sidious, *; wie möglich vertheilcn und gleichzeitig die öffentlichen Ausgaben ein- ;, wo er die türkischen Truppen gegen das von 1800 Aegyptiern be- ". schränken. Italien muß fich von den Trümmern der Vergangenheit F bauptete Fort anführte, und bei der Einnahme von St. Jean d'Acre. _ . Im Jahre 1863 wurde er zumAdmiral-Superintendenten des Ma- ? über die Trennung der Kirche vom Staate und die Aufhebung der

- rine-Arscnals von Malta ernannt.

-

Der bayerische Gesandte Herr von Cettd ist von dem Konti-

“ck nent hierher zurückgekehrt.

Der mnerikanische Konsul in Liverpool, Herr Dudley, hat den

Capitain Frecmann beauftragt, den *Shenandoaha nach New- ; York zu bringen. Am Dienstag wird das Schiff den Mcrscy ver- . laffcn.

Die Kaiserin läßt in der Münze eine Medaille prägen, welche

. Madame de Chabanncs, der Gemahlin des See-Präfekten von Tou- [on, als Anerkennung ihrer während der Cholera-C'pidcmic geleisteten [ aufopferndcn Thätigkeit überreicht werden soll.

Dronyn dc Lhuys bat die Suezkanal-(Hcscllschast aufgefordert,

Amtlichen Nachricksen aus Algier vom 14. d. znfolge hat

Si Lala vor General Deligny fich gegen Siidwestem zurückgezogen, [* i_aseine Vorräthe erschöpft und seine Kavallerie ermüdet war. Neue . Kolonnen wurden ihm nachgeschickt. General Lacrctcllc hat die im Südwesten Algeriens insurgirten Stämme heimgesucht und ihnen , ;nack) Tödtung von 15 Mann die Heerden abgenommen. Oberst wie die neueste Levantcpdst meldet, die Diligence zwischen Theben ', Colomb fißt Si Lala auf den Fersen, um ihn nach dem Süden

, zu treiben.

_ 18. November. Die »Patric- erklärt die Nachricht, daß der

Krichiinistcr Marschall Randon Urlaub genommen habe, für Unrichtig. Der Marschall wohnte dem gestern in Compiézgne ab- : bealtenen Ministerrathc an und wird auch an dem nächsten Con- , 1etl Theil nehmen. Die Reise des Herzogs von Magenta nach , Oesterreich hat keinen politischen Zweck. Der Marschall wird auf ? . dM Gütern seines Schwagers, des Herzogs von Casiries, jagen.

ZMD der Umgegend von Marseille abgehenden Schiffen reine Ge- UlndheitÖ-Pässe erthcilt Werden.

Spanien. Die Königin Isabella wnrde am 10. Novem- Zxkbszr Ader gelassen, man fürchtete eine Brustentzündung, doch geht ejer. Der Marschall Serrano, Herzog de la Torre, ist zum Prä- Ylvdendtcn des Verwaltungsraths der spanischen Nordbahn crnannt or en,

Mitglied der Kirchenvcrsammlung und gervohnt war, den Sißungen : hncn, fehlte er darin absichtlich an dem Tage, wo der Auf- ',

Italien. Florenz, 18. November. Heute wurde das ita- lienische Parlament durch den König in Person feierlich eröffnet. 11 der Thronrede erinnert der König zunächst an die in Turin cprochenen Worte der Ermuthigung, an die Hoffnungen, denen stets glückliche Ereignisse gefolgt seien. *Mit demselben Vertrauen, fährt der König fort, ergreife ich das Wort in Florenz, wo wir ebenfalls alle Hinderniffe überwinden werden, die der vollständigen Wiedererlangung unserer Autonomie entgegentreten. Meine Regie- rung hatte aus Ehrerbietung vor dem Papstthum und zur Befrie-

knüpft, Welche erst unterbrochen wurden, als fie den Rechten der Krone und der Nation zu nahe zu tretcn schienen. Die Zeit und die Gewalt der Thatsachen werden die Frage zwischen Italien und Rom beantworten. Wir müssen die Scptember-Convention treu befolgen, die Frankreich zur bestimmten Frist ausführen wird. Von nun an wird es nicht schwierig sein, abzuwarten. Die Situation hat sich um Vieles gcbessert.«

Der König erwähnt die guten Beziehungen seiner Regierung zu den auswärtigen Mächten. Italien sci nunmehr auch durch Spanien, Bayern und Sachsen anerkannt worden. Italien werde jeßt seinen

' Rang unter den europäischen Großstaaten einnehmen und mitwirken

an dem Triumphe der Gerechtigkeit und der Freiheit. Der König verweist auf die glücklichen Früchte, welche die Freiheit in Italien hervorgebracht, und kündigt die Vorlage von Geseyentwürfen an, welchc das Werk der Einigung vervollständigen sollen, den öffent- lichen Unterricht und die Besserung der Finanzen betreffen.

»Die Schwierigkeit, sagt die Thronrede weiter, beruht darin, das Gleichgewicht in den Finanzen herzustellen, ohne die militärische Stärke zu beeinträchtigen. Es ist schmerzlich, neue Opfer zu der- langen, aber der PatriotiSnms, aber das Volk wird es nicht fehlen lassen. Sie werden die Lasten auf so gerechte und billige Weise

loSsagen. Ziehen Sie in den Kreis Ihrer Berathungen die Fragen

'“ religiösen Körperschaften. Das nationale Werk wird durch Nichts ' zerstört Werden. Brechen neue unvermeidliche Kämpfe aus, so wer- » dcn fich die Söhne Italiens um mich schaaren. Trägt die Machi ; der Civilisation aber den Sieg davon, so wird die Weisheit der * Nation denselben zu benußen wissen, um die unversehrten Rechte

und die Ehre Italiens zu fichern. Frei müffen wir vorwärts schreiten

7 auf der Bahn der nationalen Politik. Vertrauend auf die Liebe . , „. ?meines olkes au die Ta erkeit meiner Armee werde ich das , Frankreich. Paris, 11. November. Ju Compisgne , V f pf "

Z 1911 (111129. NOchber die erste Aufführung der »COUWWUTUÜ'LZ ;! (16 kéxxxr- erfolgen,

große nationale Werk zu Ende zu fiihren wissen, welches vollendet

* unseren Nachkommen zu hinterlassen unsere Aufgabe ist.-

Zum Präsidenten des Senates hat der König Cosati, zu Vicc-Präfidentcn Darando, O,)?arzucchi, Vacca und Torrearsa

ernannt.

Seit dem 12. November stehen 4000 Franzosen weniger auf

? italienischem Boden. Mit dem Abzuge VON zwei Batterieen Ar- . . . , , '[1 “c 11' wadroncn . nach dem 19. Linien-Re iment und ;; emen Berollmachttgtcn zu ernennen, der mit den Kdmnnffarien fur N M“ JLU Sch '“ H s , g Frankreich, die Pforte Und Aegypten in Verhandlungen wegen der ?legrcnzung dcs Terrains treten soll, dessen Umfang bekanntlich seit ; geraumer Zeit zwisckzen drr Kanalgcfellschaft und dem Vicckönige ] streitig isi.

dcm Z. Jäger-Bataillon ist die Occupatidns-Armee um eine Brigade

Z vermindert. Statt des 19. Regiments wird das 59ste aus den Pro- ? vinzen Marittima und Campagna; nach Rom verseßt, während diese ? Provinzen von nun an durch das 1. päpstliche Regiment und die , ZuaVen beseßt werden.

Die mexikanische Legation hat Rom verlassen und fich nach Madrid begeben, wo Aquilar Faxcio's Stelle übernimmt, da dieser

Ü seinen Abschied verlangt und erhalten hat.

Griechenland. Athen, 11. November. Am 6.1vurdc,

und Chalcis und am selben Tage die Briefpost bei Calamata aus-

1 geraubt. Ein Passagier, ein reicher Grundbesißer, wurde von den Räubern gefangen, wclche 2000 Pf. St. Lösegeld Verlangen. -

Mehrere hellenische Vice-Kdnsulate in der Levante soklen anf- gelöst werden, »- Der Kommandant des -Niels Jucla erhielt vom

Könige das Großkreuz des Erlöser-Ordens. Türkei. Constantinopel, 11. Tdvember. Die Dauer

; der Ouarantaiiiezeit wurde, der neuesten Lcdatiiepoft zufolge,

- 19. November. Der *Moniteur- meldet, daß die Reduction wieder ans Zehn Tage verlängert, da die Chdlcra i" Alexandrien

dcr Cadres der Armee 10,396 Mann betrage; die Ersparnis; Werde. _ schließlich für das Budget von 1867 etwa 123“?- Millionen betragen - & Marseille, den 14. Noyember, Nach einer Anordnung der ? Sanitäts-Jntcndanz werden vom heutigen ab allen aus dem Hafen

: und Trapezunt neuerlich zum Qlusbruche gekommen ist.

Der Sultan hat, wie der französische »Moniteura meldet, einen

1 »Staatsstlmyrathc- eingeseßt, dcm Mustapba-Pasckya präsidiren soll.

“: Der Zweck ist, die vom Sultan beabsichtigten Verrvdltrings-Refor- men, namentlich im Finanzwesen, zn fördern. “Mitgliederisind; Djemil Pascha, friiher Gesandter in Paris, KabuliPczscha, Djevdew Effi, ein ausgezeichneter Ulcma, und Aristidr Baltazzi Be'r) (Cß'klst). Zugezdgcn sollen Werden die Minister der Finanzrn, drr Öffentlichen Arbeiten, der frommen Stiftungeti, sd wre die Direktorcii des Staatöschulden, Zoll- imd Postwcscns. Der General - detdtrcktor ist auch Christ.

1 1 „Rußland und Polen. St. Perers burg, 114, November.

? Die öffentlichen Gerichtsvcrhandlungcn, so weit dieselben durch das