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Griechenland. Der Pariser vaend-Moniteur- vom LZsten
November meldet, daß das neue griechische Ministerium Com- *
monduros in Folge eines Mißtrauensvotums der Kammer seine Entlassung genommen und daß der König wiederum Bulgaris mit der Bildung des Ministeriums betraut habe.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 22. Novbr. Ueber die Zulassung fremder Zuhörer zu den Gerichtsverhandlungen sind, der -Nord. Post- zufolge, vom Justizminister nachstehende Vor- schriften erlassen:
1) Der Präfident jedes Gerichtshofes bestimmt unter Berückfichtigung der Räumlichkeit die Zahl der fremden Zuhörer, die zu den Verhandlungen zugelassen werden können. Die Angabe hierüber muß fich in dem Empfangs- zimmec befinden, 2) Von dem Ermessen des Präsidenten hängt es ab, ob fremde Zuhörer mit einem Billet oder ohne daselbe zugelassen werden und ob dieselben behufs Empfanges der Billete ihren Namen in ein besonderes Buch einzutragen haben oder nicht. 3) In dem Protokoll jcder Siyung muß bemerkt werden, wer von den Parteien bei der Bericbtcrstattung zu- egen war. 4) Während der Berich1e1stattung wird Niemandem mehr der Zutritt in das Gerichtslokal gestattet. 5) Da nach den bestehenden Geseßen die Parteien nicht bei der Beurtheilung des Prozeffcs zugegen sein dürfen, haben die zur Berichterstattung Zugelassenen nach Aufforderung des Präfidenten das Lokal während dieser Zeit zu verlassen. Bei der Feststellungund Verlesungdes Erkennt- nisscs wird die gegenwärtig bestehendeOrdnung beobachtet. 6) Wenn Jemand fich den Anordnungen des Präsidenten widetseyt, |)de auck) sich in Gegen- wart des Gerichts eines Vergehens oder Verbrechens schuldig macht, wird die Verhandlung sofort abgebrochen und über den Vorfall ein auFführlichcs Protokoll aufgenommen, wobei zugleich die Namen aller Anwesenden an- gegeben werden. Wenn über einen solchen Jncidenzfall eine besondere Un- tersuchung zu führen ist, wird das Protokol] dem betreffenden Untersuchungs- richler zugestellt.
- Bereits im Jahre 1853, meldet die oNord.P.a, hatte man den Umstand in Erwägung gezogen, daß der Unterricht in der fa- tholiscben Religion im allen Militair- Lehranstalten in polnischer Sprache ertheilt wurde und vieleZ-Zglinge dieser Anstalten blos des- halb die polnische Sprache erlernen mußten. DeShalb hatte der da- malige katholische Religionslehrer (jehige Rektor der römisch - katho- lischen Akademie Stancewicz) einen Katechiönms in rusfischer Sprache abgefaßt. Da es jeßt für 11othwendig erachtet jvorden, den Katholiken in Westrußland dcn Religionsuntcrricbt in rusfischer Sprache zu ertheilen, hat der Kaiser unter dem 20. Oktober das desfallfige Gutachten des Minister- Comité's bestätigt, auf Grund dessen der vom Pater Stancewicz verfaßte Katechisanus wieder ge- druckt und für den Religionßunterricht in Westrußland verwendet werden soll.
SchWeden und NorWegen. Stockholm. (H. R.) Der Freiherr von Cederftröm hat auf dem Reichstage den Antrag gestellt, daß die vereinigten Reiche bei ihren Einnahmen die beiderseitigen gangbaren Münzen zu deren vollen Silberwerth an- nehmen sollen, Und daß demzufolge vergleichende Tabellen darüber anzufertigen wären. Derselbe Cederström hat auch die Bewilligung von 500,000 Rthlr. zur Aufführung eines großen Gebäudes mit voller Einrichtung als freie Wohnung für die StaatL-räthe verlangt. Der Vorschlag scheint dadurch motivirt zu sein, daß die vorgeschla- gene Repräsentations - Veränderung wahrscheinlich einen häufigeren Wechsel der Staatsräthe zur Folge haben wird.
Dänemark. Kopenhagen, 21. November. Jm Lands- tbing legte der Conseilspräfident Graf Frijs-Frijsenborg den vom Reichérathe behandelten und veränderten Verfaffungsentwurf vor, indem er denselben als vom Ministerium als Ganzes oder in seiner Gesammtheit gebilligt und vom Könige sanctionirt, zur Erwägung event. Annahme empfahl. -- Das vom Reichskath angenommene Gesey, betreffend Kriegsentschädigung, ist vom König unterm 17. d. M. sanctionirt worden.
Wie die »Berl, Tide mittbeilt, wird der vormalige Justiz- minister Geh.-Rat[) Brästruxkdas Amt eines Oberpräfidenten von Kopenhagen wieder übernehmen. - Der frühere Finanzminister, Konferenzratb David, hat seinen Posten als Direktor der National- bank wieder übernommen.
-- 23. November, (W. T. B.) Oberst Tscherning hat im Folkething des Reichsrathes den Antrag eingereicht, das soeben ab- getretene und das jeyige Ministerium wegen Verfassungsbruches in Antlagestand zu verseßen.
Asien. Mit der Ueberlandpoft eingetroffene Berichte aus Calcutta vom 22. Oktober melden u.A., daß der mohamedanische Gouverneur der chinestschen Provinz Khutan der britischen Regie- rung von Ostindien seine Unterwerfung angeboten habe, falls diese ihm Schuß gegen das Vordringen der rusfischen Macht gewähren Wolle, Die ostindische Regierung soll ausrveichend geantwortet haben.
Telegraphische Depeschen aus dem Wolff'schen Telegraphen-Vüreau.
Wien, Donnerßag, 23. November, Abends. Heute fand d' Eröffnung der Landtage aller außerungarischen Kronländer stattte Sämmtlichen Landtagen wurde von den betreffenden Statthalter" und Landeschefs das kaiserliche Manifest, das Patent vom 20, Sen tember und das kaiserliche Handschreiben vom 7. November, MWT eine Mittheilung des Septemberpatents an die Landtage anordnet mitgetheilt. In Wien, Gray, Klagenfurt, Linz und Salzburg Wurde, der Antrag gestellt, einen Ausschuß einzuseyen, welcher die besond,„ ren Rückwirkungen des Scptemberpaients auf das Wohs des Landes zu erwägen, darüber zn berichten und geeignet, Anträge zu stellen habe. Dieser Antrag wurde in WM und in Salzburg sofort angenommen, Die Motivirung des Antrages in Wien enthält einem scharfen Protest gegen den Erlaß dcs Septnnberpatents. Dem Aussthusse in Wien ist auch die Mit. theilung dcr Statthalterei über das September-Patent zugewiesen
Der Landtag in Lemberg hat Dankadreffen für den Erlaß d„ Amnestie und für das Scptcmber-Maniftst beantragt und ange. nommen,
In Prag, Laibach, CZemoin und Brünn smd von den be- treffenden Landtagex'. Adressln beantragt Worden.
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- Das Monatsblatt der Annalen de )- *" *
Yovember) 1865 enthält: [ LMdlUUhWast (Oktober-
5 ericht des Königlichen Landes-Ockonomie-Kolle iums an den Herrn ' ' für die landwirthfchaftlicben AngelcgcnbeiteJ in Betreff 5er TY???
21Krankheit der Schafe. *
* us einem amtlichen Reciscbchästc des Ge eimcn “Re ieru - Baumftark, vom Herbst 1864. h J "Js Rathes Or“
Anz? der Denkschrift über die Veränderungen, welche die spannfähiqen bäuer. ltchcn N-ahrungen' in den sechs östlichen Provinzen der Hreußiscben M))narchte und m der Provinz Westfalen durch die Bodenbekvegu/ng wabrcnd ch Zeitraumes von 1816 bis Ende 1859 nach AuSweis dér im Jahre 1860 aufgenommenen Matrikeln erlitten haken.“
Urjachx einer Mohrrübenkrankheit. Von H. Karsten.
Aphorismen zu einer phvfiologischen Thierproductionskchre.
U §Hch§7'1'“Yker1 ck E 2 er te wx üri e rzeugung der Geschlechter und dieT ur ' eT '
Von den Lep-Zriden, Mischlingen von Hasen und Kaninchen. Yonyl')? JL???
Ueber die Urmchen der Krankheit der Seidenraupe und über die Mitiél 311 ihrer „Beseitigung nebst neueren Erfahrungen.
Ueber dteaS'lZige-rung der Körncr-Erträge durch starke Knochenmehl-Dünqunq, nehst Vierzahrtgen Düngungsvcrsuäyen mit Knochenmehl in verschichnén Mnchungen zu Halmfcüchten. Von ])r. Jnlius Lehmann.
Gewölbte Kuhstäüe mit eisernen Säulen und Balken. »“Mit einer litho- graphirtcn Tafel.) .
D'er Howardsßxe Dmnpfpüug. Von E. Perels. (Mit 9Holzschnitten)
Ltebzg's Anymvt von der Bodenerscböpfung und ihre geschichtliche und natwnal-ökonomisWe Begkündung, kritLsck) geprüft von Dr. S. Conrad
Von ])r. Will).
Nr. 47 ch »Wochcnblatts dcr Annalen der Landwirt[' a ' Königl. Preuß. Staatena enthält: „ck ft m den Die Rjnderpe| in, England und Holland. Vom Departements- Thtcrarzt 01'.J1'trstenbchg (Schluß). -- Krankheitsbeschreibung. -- Dauex und Verlauf derjclben. * Obductionsbsfund. - Nachtbcile der_E-mleitung. eines Heilverfahrcns. _- Bcrlauf der Krankheit“ bei Ver1chtedenen RQZLU. -- Art der Entschädigung für qetödtetes Viel). - 77611115 cootaZi05115. - Prävct1tiv-Maßregeln.* _- Dic Lak)! „' der Erkrankungen an der Rinderpest in Großbritannien. “ Cin ProbenmhenUmit der Morgan-Seymourschen und “vom RtxtergutHbejtyer Meyer auf Krieschow verbessemen . Mabmaschtne auf der Rittergutßfeldnmrk Tempelhof bei Berlin. Aus der Ver7ammlung des Teltower landwirthschaftlichcn Vereins am 7. November 1865. * Aus dem ZahreS-Bericbte der Landeskulturgesellschaft für den Regie- rungs-Brzirk Arnsberg pro 1864/65. Entgegn-uxng, betreffend die Kreuzungsböcke des Herrn von Naihufius- , Hundxsburg auf der Stettiner Ausstellung von von dem Vorne. Ltteratur: „Geographie und Statistik des Kaiserthums Frankreich von ])1'. Worth Block. Landwirthschafkliches Thieralbum in Pboto- graphten, bei der Ausstellung in Stettin im Jahre 1865 aufgenom- men von H. Schnäbeli. .]0111'113] (16 l'aZricultm'e (165 [);U'I cbauch5 par ['zu] 111361111612 “ VerxinZversammlungen. Vom 27. bis incl. 30. November. Nottzen: Wirthschaftsbeamten-Hülfsverein der Provinz Pommern, Die Opfer der Rinderpest in Belgien. Aufbewahren des Rübenfutters. Verkauf der Jeßnißer Original-Merino-Stammheerde. Auction von Mermq-Kammwoüböcken zu Ranzin. Zur Wiener Ausstellung. Personalien. Berichtigungen. Butterpreise. Viehpreise. Produktenpreise.
' (vierte _ ) c/ loßkapeae, . Ü; J,?Rnaler (“ICOM“)t UUd - ist1k1tk
*; “annooer zu
)* [cr'tammen , . , , ' “. dZeFFFZerT V1Tamcn man unten auf einem Sterne des Altarvtloes durch dte .“,- Lelfarbe schimmern Hebt, 7" von Lucas Cranach 1c_m. die neue Orgel fékékg U|,“ „ _ , ? Königliäyen Jannlte fexerltch emgewetht werden.
“.? einer Mittheilung im neuesten
vorigen Jahres:
also im Ganzen 30,355 Theilnehmcr aus die:"cn Klasen
Z nensection theilen die »Milik. Blätt.« mit, . Her Vereidigung, Disziplin. Jurisdiction, , . " ' !orgung dieser Mannschaften die in der preußischen Armee geltenden bezug- ; [ichen Bestimmungen in Kraft treten.
- M die der Landwehr-Jnfanterie des 3. ? nunnnern, ihre Bewaffnung ein Seitengeweh'. ' „ , ; vei'hältniffe dcs Herzogthums Lauenburg gcregeli sem werd'cn, smd dxe durch ;. die Veteranenscction erwachsenden Ausgaben aus den Mttteln des Herzog-
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Kunst= uud wissenschaftliche Nachrichten.
' ründli eReftauration der zu Celle vom Herzog Wilhelm
“„. YHZL Ernäs)t des Frommen) im Jahre 1469 neu ausgebauten mit welcher die Bildhauer Meyer aus Hannover, Hofdecora- Tischler Stellmann austeUe beaufthtleäp, över en Blättern zufolge, bis an die neue rge v zg haHthte dxéKapelle schon früher den Ruf, einx der schönsten 111 sein, verdient fie solchen gegenwärtig unbedtkngt,“ untxr' andern sie meistens auf Kreidegrund oder Holz gemalte 62 ooUrenlrxhe G?- die nicht, wie man biSher aUgemem anna"hm., von emem ttaltem- fondern von dem bcrühmtem niederlandtschen Maler ;Mar_te11 dessen wahrscheinlich bei einer früheren Restauration
beendet.
Ein auf Leinwand gcmaltcr großer Christus soll Die Kapelle wird, dem Vernehmen nach, sobald wahrscheinlich im April f. I., in Gegenwart der
London, 22. November. Dem verewigten Schriftstekler Thaxkeray
",in der Wesimi'nßcr Abtei ein Ehrcndcnkmal gcfeßt worden, aber sein *“ JHWH befindet fiel) auf dem Friedhof von Kensal-graen. :"“ welches Gegenwar worden.
Das Denkmal, aus einer von Marochetki verfertigten Büfie besteht, ist gestern" in t von THackeray's Tochter, Mr. Svirlcy Brooks u. A. enthullt Man hat es himer der Statue Aödison's angebracht.
Statistische Nachrichten.
,- S arka enjvesen im RegierungsbezirkArnsbxrg. Nach 4) ff Stück des Amtsblatts waren 1864 1111 Re-
gierunngezirk ernsbetg 53 öffentliche Sparkaffen in Thätigkeit und nah-
mm an dem Bestande von überhaupt 11,537,953 Thlrn. Theil:
Lippstadt mit 557,088 Thlr. Schwerte » 446,755 » Arnöberg » 423,450 »
Dortmund mit 1,816,183 Thlr. Soest » 966,320 » Bochum » 597,337 »
; worauf die Bestände der übrigen kleineren Sparkassen folgen.
Unter den Eigenthümern der Einlagen befanden sich am Schlusse des
889/726 » 413,232 » 628.602 » 618/392 »
1/468/863 »
mit ............................... . ............... “4,199,_1,5,7 » . Den Landräthlichen Kreisen nach hatten die Sparkamen 1864 111) ertsc:
Altena 242,447 Thlr. Bestand, 8,48" Thlr. Rc1ervesonds.
Arnsberg 897,646 » » 72,401 » »
Bochum x1,6'45,981 » 64,531 » »
Brilon 434904 » 19,485 »
Dortmund 2,687,377 , » 94,604 » »
Hagen 812,091 » 28,016
Hamm 1,208x778 » 70,900
Iserlohn 502,553 » 41,77?)
Lippstadt 766,199 » 48,439.
Mesckxed 2 209,017 » 25,488
OWL 410,783 .» » ZYÖZC
Siegen 305,155 » 1 71,109
Sccst 1,334,394 » WMA)
Wiitgcnftein 80,628 » 4,980 » Summa 11,537,95Z Thlr. Bestand, 669,916 Thlx. Reservefonds. - Zn Betreff der im Herzogthum Lauenburg errrch_teten LZe1erq-
daß bei derjelben hmstchtltch
Anstellung und Ber-
2353 Gesellen mit ....... . .......................... 4310 Handwerksmeister_ mti ......................... 3199 Fabrikarbeiter nut ........................... 3446 Hüttenarbeitcr mit ........................... 8649 Dienstboten mit .................. 8398 andere Personén aus den handarbettendenKlaj-
sen mit .....................................
Verpflegung,
Die Bekleidung der Mannschaften Amwc-Corps, aber ohne Achsel- Vis dahin, das; die Etats-
ift die Section dem in
) Waxns u dckn. * z e e während die Ver-
5 Raßebnrg garnisonirenden _, , . ; Wendung der Einzelnen als Aufseher von Mtlttatr - Etabltssements _. U- 1. w. dem Gouvernement von SchleSwig gqnz 1,11 derselben "„ Weise anheim gestellt ist, wie die (Hencral-Konmmndos Über dre den Land- ," wLÖK-Bataillonen attachirten Halb-Jnvaliden zu den Kowmczndos bet Yen ' Skküf-Sectionen 2c. disponiren. Die Veteranen - Section'tst m der Starke J von 29 Köpfen formirt worden, indem in dieselbe cmgesteßt „wurdcn: "' 5Kommandir-Sergeauten (Feldwebel), worunter cin Stabshormst, 3 Corps- schreiber, Fourier und Waffenmeister, 13 Scrgcantcn, woruntcx 8 O_ber- ' hornisten, 8 Korporale (Unteroffiziere), worunter 4Hormsten. .Die Gehalter W- um zwischen den bisherigen dänischen und den preußischen zy ve.r- m'tkkln, nach diesen vier Kategorieen normirt, und zwax zu moqatlrch 12, 11,10 und 9 Thlr.," alle übrigen Kompetenzen find die1clben, ivte bet den T bestehenden Veteranen-Sectionen.
Göttingen, 22. November. (N. H. Z.) Nach der gestexn veran- skalieten Zählung der Studirenden studir nTheologie 147, Jurisprudxnz 190, Medizin 196, Philosophie u. s. w. 222. Von der Jmmatnculatwn sW dispenfirt 9, so daß die Gesammtzahl 764 be_trägt. , „ _
Jm Vorigen Semester betrug die Zahl der xmmatrtkultrten Studtrm- :dnthLZ, im gegenwärtigen beträgt sie 755, fie bat fich daher um 27 ver- ? r .
In Bezug auf DiSziplin 2c. Bataillon attachirt,
1 [
-- Aus Lund wird den »Ham. Nachua berichtet, daß nach dem_ kürz- lich erschienenen Verzeichniß der Studirenden an dortiger Upiverfitat, dre Zahl derselben von Jahr zu Jahr immer mehr abnimmt. Dte ganze Atz- zahl der Studirenden beträgt jeyt kaum 300. Die medizinische Fakultat hat nur 32 Studenten, wovon 6 über 10 Jahre, 17 zwischen 10 und 7 Jahren und nur 9 unter 7 Jahren da gewesen find.
Gemerbe- uud HandelS-Nachricbten.
Arnsberg, 18. Noyember. Die Hiefige Regierung hat an die Actien- gesellschaften ihres Bezirkes cin Rundschreiben folgenden Inhaltes gerichtet: Die seither der Regierung vorgelegten Bilanzen weichen vielfach in den ein- zelnen Conto's, in der Bildung und Höhe dkrftiben von denen der Vor- jahre ab, ohne daß aus aUgemeinen (Hesöhäftsbericvten oder aus den Be- richten der Revifions-Konnnisfionen die Ursachen dieser Abweichungen zu er- klären find. Um diesem, die Ucberficht über den Stand der Actiengesell- schaften erschwerenden Verfahren vorzubeugen, ersucht die Regierung die
- Actiengeseljschaftcn, bei Einreichung der Bilanzen die dazu erforderlichen Er-
läuterungen in Vergleichung mit den Vorjahren zu geben.
Coblenz, 22. Noyember. Troy der meist regnerischen Wittxrnng, die wir hier fast die ganze lcßte Zeit hatten, will fick)- schreibt das »Cobl. Tageb1.«, der wieder bedeutend zusammengeschrumpfte Wasserstand in unsern beiden Flüssen noch immer nicht heben. Auf dem Rheine macht fick) dieser für den Verkehr so lästige Umstand augenblicklich allerdings noch weniger fühlbar," dagegen ist dies auf der Mosel in stärkerem Grade der JaU. Die Moseldampfboote sind dcöhalb bei der Thalfahrt öfters genöthigt, oberhalb Moselweiß liegen bleiben zu müssen, weil in der Dunkelheit bei dem heutigen Wasserfiande es zu gefährlich ist, die äußerst schwierigen Stromstellen in den Weißer Leicn und dem Gänseführtchen zu pasfiren und kommen dann erst andern Morgens hier an und fahren, nachdem fie ihre Güter ausgeladen, wieder zu Berg. In solchen Fällen Werden die Passagiere von Moselweiß bis hierhin per Wagen befördert.
London, 22. November. Seit mehreren Jahren hat die Pacific Mai[-Dampfschifffahrts-(Hesellschaft in LiverpooL Boote auf der See, welche große Schnelligkeit mitKohlen-Etsparung in so bemerkenswerthem Maße vereinigen, daß die Admiralität darauf aufmerksam geworden ist. Die Maschinen der Dampfboote jener Gesellschaft sind aus dem Eta- bliffement der Firma Randolph, Elder u. Comp. in Glasgow hervorgegan- gen. Dock) beschränkte sicb die Admiralität nicht auf eine Beste(lung solcher Maschinen in Glasgow, sondern vervollständigte ihr Experiment, indem se die Firmen John Penn u. SMS in Greenwich und Maudslay, Sons u. Field in London zur Mitbewerbung aufforderte, Bei jeder Firma wurde eine Maschine bestellt, mit der einfachen Instruction, die größteKraftentwicke- lung bei einem gewissen Aufwand von Kohlen hervorzubringen. Die Ma- schinen wurden geliefert, die Randolph'sche auf der »Constancea, die Penn- scbe auf der »Arethusaa, die MaudSlay'sche auf der »Octaviaa -- dreien Fregatten von mögiichst gleicher Einrichtung und Größe - cngebracbt. Am 30. September traten die Schiffe von Plymouth aus ihre Wettfahrt nach Madeira an, jedes mit 280 Tonnen Kohlen an Bord. Das Ergebniß war, daß die »Constancea am 6., die »Octaviaa am 8., die »Arethusaec am 10. Oktober in Madeira anlangte, ein Ergebniß, welches die Admira- lität als ein überaus günstiges für ihr Experiment ansteht. Man hofft,daß die Admiralität in Anbetracht der Wichtigkeit dicses Gegenstandes eénen vollen B2richt übcr dic nsucn Einrichtungen veröffentlichen wird.
Landwirthschaftliche Nachrichten.
«Aus der Versammlung des Teltower landwirthschaftlichen Vereins am 7. November tdeilen die »Landwirthsch. Annalena mit, daß Ritterguts- bcfißer Kicpcrt-Marienfelde über den Ausfall der diesjährigen Ernte referirte. Die Ernte ist darnach im Vereinsbezirke eine im Ganzen ungünstige, besonders h&bcn Mäusefraß und Kälte dem Roggen geschadet, wogegen die Sommerfrüchte mit Außnahme der Erbsen eine günstigere Ent- wickelung zeigten, und Mais bei der andauernden großen Wärme fick» ganz besonders durch sein Gedeihen hervorthat. Auch das befürchtete Durch- wachsen (Zweitvüchfigkeit) der Kartoffeln ist nur in geringem Grade bc- merkt worden. Die Futterpfianzcn find mehr oder weniger mißrathen, doch haben die Lupinen meist einen guten Körneransaß gezeigt. Troß dieses ziemlich allgemein ungünstigen Charakters der Ernte hat man aber dennoch auch im Vereinsbezirkc, wie im ganzen Lande, wovon der Vor- sißende ein auffälliges Beispiel aus Westfalen (175 Prozent Hafer u. s. w) Mittheilte, große Verschicdenheiten beobachtet, so daß man . B. im Roggen an einigen Orten fast eine Mittel - Ernte erzielt hat, während wieder auf einem anderen Gute nur 17 pCt. einer solchen erzielt worden find, Neben Preußen und Pommern wuriZe 11! den dann folgenden Mittheilungen einzelner Mitglieder angegeben, daß dre Weizen- und Roggen-Ernte sehr schlecht seien, daß nach Litthaucn, das 1Zn| ausführe, in diesem Jahre von hier aus Brodkorn gesendet werden musse, und wurde namentlich von einer Seite geltend gemacht, daß d_a;s* Vec- weisen auf große Vorräthe von früheren Jahren nicht gerechtfertigt, 1er, „auch nicht zur Erklärung der noch herrschenden niedrigen Getreidxpretse dtenen könne, denn alle noch so großen Vorräthe seien gegenüber emer schlechten Ernte ohne Bedeutung. Wegen des herrschenden Jutterznangels wurdx daran erinnert, daß es gerathen sei, alles Stroh zu verfuttern, und dabet erwähnt, daß man den Roggen zeitig mähen müsse, wenn das Stroh recht nahrhaft sein solle. Statt des Strohes könne man sich zu; Streu des Kar- toffelkrautes, des Landes und nach dem Vorgange von Rtmpau auf Kun- rau der Moorerde mit besonderm Vortheil bedienen.
-- Aus dem Saalthale, 21. November, wird dem »Magdeb. Corresp.a berichtet: Der jesige Stand unserer Getreidefelder ist in de_r That ein Wunder Gottes. Woh! selten ist die Herbstsaat unter so uberaus