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und Polen. St. Petersbourg, 2. Dezem- 23. Oktober find von Sr. Majestät dem Kaiser
'
Rußland ber. Unter dem neue Verordnungen über die Ordnung in der Apanagen.Ve-'c. waltung erlassen, die der vDeutscheir Prteröb. Ztg.- zufolge '." der Hauptsache dahingehen: Von den bisherigen Apanagen-Comptor- ren werden 9 aufgehoben, so daß nur 9 übrig blriben,_u1id zwar,6 ersten Ranges in den Städten St. Peteerurg (friiher m Kraffnoxe- Sselo), Moskau, Welsk, Nishni-Nowgorod, Sfimbirsk und Ssamara, und Z zweiten Ranges in den Städten Orel, Kasan und Ssarapul. Unter den Comptoiren stehen die Bezirke , deren Zahl und Abgren- zung durch das Apanagen-Departement festgeseyt LULYUHUBÉ) den Minister des Kaiserlichen Hofes und der Lipanagcii beitatiigt wrrd. Jedes Comptoir steht unter einem Dirigirenden, ]eder Brzirf unter einem Aufseher , welche mit aklcn betreffenden Behörden in Verkehr ireten können und deshalb ein Staatsfiegel erhalten._ Diese Anordnun- gen smd mit der Maßgabe getroffen, daß sie versuchsweiic mit dem iZammr f. I. in Kraft treten, und daß die Etats der Apanagcn-Verwaitung spätestens in der zweiten Hälfte des Jahres 1872 an Llilcrhochstcr Stelle mit denjenigen Veränderungen vorgelegt werden, wclche fiel) nach der Erfahrung der bevorstehenden 6 Jahre als nothwendig her- ausgestellt haben werder). " '
Gleichzeitig find vom Kaiser nach lgngcren Vorarbeiten der dazu niedergeseßten Kommission die (Hrrmdsaße festgestellt, nach “denen neue Militair-Juftizreg[ements ausgearbeitet werden wlien,
nachstehende: , . ' . _
Bei jedem Regimeni, jeder Equipagr, ]eder Ll'rtilleric-Brigadc, ubrrhaupt bei allen Truppenihcilen, dercn“ BefehlSlyaber dic Richte dcr RegtmxniZ- Commandeure haben, sollen besondere chiinentsgrricvte fur Unteroffiziere und Soldaten bestehen, in welchen Weniger bedeutende Vergehen. verhandelt werden, die nicht die Einstellung in eine Arresianien-Conwagwe oder eine andere noch schwerere Bestrafung nach sich ziehen. Diese Gerichte br1iehci1 aus einem Präses im Stabsoffizierrange, der auf 1 Jahr, und aus I Bei- fißern im Obcr-Offizierrange, welche auf 6Mona'te ernannt werden," fie ver- fahren ohne besondere Formalitäten und legen ihre Erkenntmssr dem Regi- ments- , resp. Equirage- oder Brigadc- Cormnimdcur zur Bestatinirig'v-or, welcher dieselben innerhalb der Grenzen der ilwa ziisirhrndcn Diriztplmar- gewalt aucb abändern kann. Sobald aber eine d1e1c Grenzen uderschrci- rende Abänderung nothwendig scheint, gehen ,die Sqchrii an die Militair- gerichtshöfe. Diese sollen als beständige Gerichtshöxe m den Hauptorien drr Militairbczirke eiugrseßt werden,“ es können jrdochpm drt) entfernteren Thei- lcn auch besondere zeitweilige Militairgerichtsyöie gebildetkwerden. Kompetenz der Miiitairgcrichishöfr gehören alle Fälle, die nicht in den Re- gimeniZ-Gerichien enischieden werden können. ' auf Befehl des Regimenis-Commandeurs, Staiis- Und Oberowzierc durch
den Diviswnscdcf und (chcraic fiir Dirnstvergchcn durci) die_l)öchst"e Gewalt, für allgemeine Vergeben auf eine Verfiigung dcs Obergerichts udergcbrn. . Die Miiitairgerichtshöfr bestehen aus beständigen und wcch1eindcn „
Mitgliedern, Die beständig» Mitglieder sind: der Präsrs i11i_,_(§5ciierals- oder Stabsoffiziersrange und die Richter im Stcrds- odcr QdcroisiziersriiLgr, deren Zahl durch die Etats festgeicyt wcrdrn Wird. Da sur die erste Ori
fich Schwierigkeiten in der Bescßung dicser Iiicdtcrstcllrn zeigen diirften, können ? " adrcmerr rin.
vorläufig auch Cidilbemnte des Militairrefforts zu Richtrrn ernannt werden.
Die wechselnden Mitgiieder werden nach besonderen Listen von den Triippen- *
Es Schoren dazu *! zu privaten «([)[ußverabrcdungen vcriammrlt.
2 Stabs- und 4 Oberoifizirre Wklch mindestens 8 Jahre im wirklichen J .- . „ „ R." Dienste, 4 Jahre im Jroniediinst gestanden, oder wenigstens 3 Jahre eine Z M mrIMDZ IMM WONÜ'
Die beständigen und wechsclndcn ; _ „„ „_ _ Mitglieder nehmen in gleicher Weise sowohl an der Jestseizung der Schuld & deuiichen “('FMUM zum Zwecke Von Eisenbahnbaurcn abgeschldsien.
Die Zusammcn- seßung dcr Militairgerici)tsl)öfc erleidet nur in dem Falle eine le- AléZdann wird ?
befehlshabern der Militairbczirke auf 6 Monate ernannt.
Abtheilung kommandirt haben miiffen. oder Nichtschuld, als auch an der des Strafmaßes Theil.
änderung, daß Generale zur Untersuchung gezogen werdet). " ein Mitglied des Obergerichishoch untcr Kaiserl. Genehwigung zum Preises ernannt, und zu Mitgliedern bestimmt der Kriegsminisier “Z Generale
und der Befehlshaber der _ _ _ _ , ' Offiziere. Außerdem fungiren noch 2 Stabsoffiziere als wechselnde Mitglie-
der. Das Verfahren in diesen Gerichtshöfen ist öffentlich und im Ailgcmei- »
nen wie daSjenige. welches durch die Reglements vom 20. November 1864 für die Verhandlungen angegeben worden, Theil nehmen. Die Vorschriften iiber Feststellung des Thaibestandes und über die Voruntersuchung entsprechen ganz- denen jener Reglements. Die Erkenntnisse der Militairgerichtshöfe find definitiv, unterliegen nicht der Bestätigung des Militairchefs und können nur auf dem Caffationswege auf Antrag des Angeklagten oder in Folge eines Protestes dcr Prokuraiorcn annullirr werden,“ fie werden jedoch in folgenden Fönen durch den Kriegs- minister dem K ais e r vorgelegt: 1) Wenn Offiziere, Beamte, Edrlleute "und Geist- liche zu einer Strafe verurtheilt werden, welche den Verlust der Burgerrechie oder die Degradation zum Gemeinen nach sich zieht; 2) wenn auf Verlust eines Ailerhöchst ertheilten Ordens oder einer anderen Alierböcbften Be'loh- nung erkannt worden ist, und 3) wenn der Militairgerichtshof die Milde- rung der Strafe beantragt. . _
Die dritte Art der neuen Gerichtsbehörden bildet der Obergerichts- hof in St. Petersburg, welcher aus dem Ober-Miliiairgerichtshof und dem Ober - Marinegerichtßhof besteht. Dieselben fungiren wie der Senat als ein oberster Cassationshof nach den ailgemeinen Gru'nd- sähen für das neue Justizverfahren. Die Präfidenten und Mitglieder beider Ober-Gerichtshöfe werden durch Allerhöchste Befehle aus Offizieren und Civilbeamien ernannt, doch muß stets die Zahl der ersteren die der lehteren übersteigen. Eben so wird der Militair-General-Prokurator durch Aller- höchsien Befehl ernannt. Für Staatsverbrecher wird ein besonderes Verfah- ren angeordnet,“ auch können andere Verbrecher in ausnahmsiveise wichrigen Fällen mit Allerhöchsier Genehmigung dem Ober-Kriminalgerichtshof uber-
Zur :
x daß der Adel sein Ja in die Urne legt, er soll es auch frei und vertrauens-
Unirrmilitairs werden ihnen »
und ihren grscxiiriäßigrn Gcrcchtigkritcn, ] I mehr lange die Erfüllung idrer Wünsche vergeblich zu erwarten haben.
[ Treter König Cari's )(U.
-- - ' S bs- ; Truppen des Militairbezirks zwci W :angetrcten.
an denen keine Geschworenen ;
geben werden. Das Verfahren bei Kriniinalsachen in Kriegszeiten sou dem
allgemeinen Militair-Gerichtsverfahren möglichst entsprechend Eingerichtet
werden. - Durch ein Cirkular des Ministers des Innern an die Gouver-
nementschcfs vom 7. November wird, der *Deutsci). Pet. Ztg„« zu: folge, in Erinnerung gebracht, daß der nichtoffiziellc Theil der Gou- vernements-Zeitungen nach den früheren Censurvorschriften zu behan- deln ist, des Jmprimaturs also nicht ciitbehren darf.
- Der vStimmc» wird unterm 26. November „aus Moskau geschrieben, daß an dem genannten Tage die Sißungen dcr Adclsversannnlung behufs Vollziehung der Wahlen eröffnet
» worden sind. In der Eröffnungsrede sprach der General-Gouvernenr
den Wunsch aus, daß der Adel solche Personen zu den durch Wahl zu bcschndcn Armiern wählen möchte, welche Vollkommen befähigt wären, das Jhrige zur Durchfiihrimg der von S. M. dem Kaiser untrrnommrnen Reformen beizutragen. Nach dieser Rede folgte die gewöhnliche gottesdiciistliche Hairdlung und die Vereidigung, dann wiirde der Rechenschastsbericht Über die während des (eßren Trien. niums eingegangenen und verausgabtrn Summen verlesen und zu- 1th zur Wahl der Mitglieder der Kommission gcschrittcir, welche alle zur Verhandlung bestimmten Fragen zu bearbeiten hat.
Schwcderr und Norwegen. Stockholm, 28. Novem- ber. Heute Vormittag hat der Justizminister, wie bereits tclegra=
„ ? [)i'ch „emeldet, die Depiitation aus 35 Städten em fair cn. Naci. Die wesentlichsten Punkte derselben Und der »Nordd. Posta zufolge p 1 3 p 9 ) * puraiionen die Anrede
dem der Kaufmann Ekmann aus Gothenburg im Namen aklcr De- ngalten, antwortete der Minister; den »Hamb. Nachr.« zufolge, ungefähr Nachstehendes:
Meine Herren! Ich werdr dem Köriige dic Gesinnung zu erkennen ge- ben, die Sie mir im Namen des Volkes kund gethan und gewiß wird dies sein Königliches Herz erfreuen. Mit größeren,: Vertrauen isi noch nie ein König seinem Volke entgegen getreten. Möge das schwedische Volk sich nun auch diesem Vertrauen würdig zeigen und nie vergessen, daß es Ihnen allein Dank schuldig ist für alles Edle und Hochherzigc, welches der Repräsenta- tionsvorschlag UllifÜßt. Mit Ihnen empfinde ich lief die Bedeutung des nahenden Augenblick:; und ich kann Ihnen bczcugcii, das; die Mitgiirder der Ritterscßaft und des Adels ernst und ehrlich die Vorlage "gr- prüfi haben. erissrnhast wägen sie ihre Befürchtungen gegen die Hoffnungen ab,“ wenn sie aber noch schwanken, so kommt es daher, daß sie den Glauben hegen. das Vaterland bedarf ihrer noch. Aber gerade deshalb sollen sie auch nicht sich hinter 1017211 veralteten Vcrschanzungcn festseßen, sondern als die Ersten in den Reihen vorwärts schreiten. Es ist nicht genug,
voii thun, wie wir denn ami) ein iiedevoiles, kein gehässigcs Ja vom Priester- standc erwarten. Zeigen wir nur Achtung vor ihrer redlichenUcbrrzengung “0 werden König und Volk nicht
Die [)entigc Post mis Norwegen hat, demselben Bl. zufolge gemeldet, daß der C diistituii on s - AUÖschU €;, bis ans eine Stimme„
? dic Königliche Proposition iiber jähriiri; abzudaiiendes Storthing gc- r ; iichmigt hai.
- 2. Dezember. (W. T. V.) Es laufen foriwährcnd Reform- Rittrrschast und Pricficrstand sind in gleich starke
Die Parteien der Ritterschaft sind heute Abend Die öffentliche Ruhe Auf dem ReichIschiildenconwt0ir wurdc (_)eut ein Darlehnskdnrraft iibcr ULUU Millionen Thaler mit mehreren
Parteicri gridrili.
Däncmar'ix. Kopenhagen, 30. November. Der friihere schwrdisch=rwrwegischr (Gesandte am dänischen Hofe, Kammerherr de'rnsijrriia, 1vrlchcr bekaiinilici) jüngst ziim diplomatischen Vcr- in St. PeirrSdurg befördert wurdc, hat, der »H. Ce- zufolge, bereits die Reise nach der russischen Hmrptstadi Er wurde vor seiner Abreise von Stockholm zum schwedischen General-Major ernannt.
Die Provinz Jütland wird augenblicklich von schwrizerischcii Regierung:?=Bev0l1mächiigien (einem Major, einem Thierarzc und einem Pferdchc'indler) bereift, welche daselbst Stuten in einem Alter von 4 bis 5 Jahren kaufen,“ diese Pferde sollen in der Schweiz zur Verbesserung der Pferdezucht dienen.
Amerika. New-York, LZ. Noyember, Abends. Aus dem Marincminiftcrium find nack) Philadelphia, Boston und Portsmouth Ordres ergangen , das Beamtenpersonal auf den Schiffswerften um die Hälfte zu verringern, auf den Schiffswerften von Brooklyn ist eine bedeutende Anzahl von Arbeitern entlaffen worden. Mit AUS- nahme eines einzigen sollen alle Kavallerie-Regimentcr Befehl er- halten haben, sich nach San Antonio in Texas zu begeben,“ wie der "Washington Stara bemerkt, nicht um eine feindselige Stimmung der Union gegen Kaiser Maximilian darzulegen, sondern einfach, weil Kadalierie in Texas viel besser an ihrem Plaße ist , als In- fanterie. Das Kommando in Texas hat General Weißel über- nommen. Während Hr. Browning den Secretairposten ange- nommen hat, hält General Logan noch mit seiner Entscheidung, ob er die Gesandtenftellc bei der republikanischen Regierung Mexikos annehmen werde, zurück. - Die Convention von Florida hat sich Vertagt, nachdem fie die Sklaverei abgeschafft, den Secessionsbeschluß und die Rebellenschuld für null und nichtig erklärt und den Negern
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das Recht gerichtlichen Zeugnisses gestattet hat. Auch die LegiSlatur von Mississippi hai den Negern in_gewissen Fällen das Zeugen- recht eingeräumt., Einem Rapporte des Generals Howard zufolge ift die Anwesenheit, von Bundestruppen im ganzen Süden unum- gänglich riothwcndtg, rim die loyalrn Weißen und die Neger vor Vergewaltigung zu schußen. Dem Kongresse wird ein nationaler “republikanischer Gesetzvorsthlag vorgelegt werden, welcher die Organi- firung der friiheren, Rebellenstaatcn durch Aufteilung von Gouver- neuren empfirhlt, _dte bevdllmäcwigt seien, Corwentionen zum Ent- wurst von Verfaßungcn cmzuberufcn,“ dir Staaten, dercn Entwürfe dig Sanction dcs Kongrcffes erhielten, sollen dann durch spezielle Akte wieder in die Union aufgenommen iverdrn, Schuyler Colfaz, dcr vorauöfichißche Sprecher des Repräsentantenhausrs“, bat eine Rede gehalten, wvrni er der unverwciltrn Zulassung der *siidstaatlichen Repräsentanicn/m den Korigreß entgegentritt.
- Vom 8. d. wird über New-Orleans aus I)iatainoros gemeldet, daß die Republikaner die Belagerung der Stadt aufgehoben haben, indem von Monterey Kaiserliche Truppcn iHnen in den Rücken marschirtcn. In verschiedenen Richtmigcn ftdbeii fie aus- einander, verfolgt von den Kaiserlichen, und erlitten große Verluste. Dic Generale Pansa mid (Haiienda fielen, Cortinas, Himajosa und Garza wurden verwundet. Ueber New-Orleans hört man, der französtsche Admiral - in der Mündung des Rio-Grandc ist ein französisches Geschwader eingetroffen - („mbc von dem General Weitzel die Audlieserrmg des von den Republikanern gekaperten und nach Brownsville gebrachten Dampfers verlangt, Welches Begehren abgeschlagen worden, ,- Nach B'rrichtrn iiber San-Franciöko “haben die Kaiserlichen die ]iingst in Michaacan gefangen genommenen Commandeure Artcaga, Parapacbes, (Home,; Und Salazar ersckwssen; um Vergelturig zu nehmen, hat der rcpiiblikanischc General Alvarez das Leben jedes ihm in die Hände "fallenden franzöfischen oder Kaiserlichen Generals fiir verwirkt erklärt. Sinaloa soll, mit Aus- nahme Mazailan's, wo 5700 Mann sianden, am 8. d. schon ganz von den Frazizoscn dcriaffen gewesen sein," die Republikaner, auf mehrere Tauiendc gcichäßt, schniitcn ihnen die Communication mit dem Innern ab und bedrohten die Stadt. Hiermit stimmen Bc- richte aus Acapulco vom Z., daß aus Mazatlan eine Verstärkung von 500 Mann Kaiserlicher eingetroffen sci.
Port-au-Prince, 10. NOVember. Von dem leytcn Zu- fluchtsorte der Jnsurgcnten, Cap Haitien, bringt das französische Kanonenboot -Lulinc die Mittheilung, daß der Commandeur des britischen Kriegsschiffcs »Galateaa ein Ultimatum an die Insurgen- ten gerichtet habe, des Inhalts, daß Salnave und alle Mitglieder des Revolutions-Aitsschuffes sich ohne Bedingung an Bord des Schiffes stellen soilten,“ wo nicht, wiirden die beiden Kriegsschiffe *Galateaa und »Lilya dic Forts zu bombardiren beginnen. Die in drm Ultimatum gestellte Frist lief erst drei Stunden nach Ab- fahrt des *Lulina ab. Saluavc's Admiral soil sich auf das ameri- kanische Kriegsschiff »dc Golde: begeben und das Anrrbicten gemacht haben, auf Cap Haitien die amerikanische Flagge anfznzichcn, wenn der amerikanisch'e Commandcur den Ort gegen die Engländer in Schuß nehmen wolle. Das Anerbicten fand kein Gehör.
Dcr »Tempsa vom 2. Dezember bringt Nachrichten aus Süd-
Amerika, wclche melden, daß in Buenos-Ayrcs die gesammte Korrespondenz des Präsidenten Lopez von Paraguay in die Hände der argentinischen Regierung gefallen ist. Durch dieselbe soll Lopez stark kompromittirt sem und wird iHre Veröffentlichung als bevor- stehrnd angezeigt. , Santiago, 18. Oktober. (Köln. Ztg.) Vom spanischen Geschwader find außer chilenischen Schiffen auch Fahrzeuge anderer Nationen aufgebracht worden. Ueber die Giiltigkcit des vorgekom- menen Blokadebrnches hat ein Gericht zu urtheilen, wclches vom Lidmiral Pareja an Bord des Admiralschiffcs »Villa de Madrid« niedergeseizt worden ist. - Der brasilianische Minister-Resident V., Varnhagen ist mit seinem Legations-Sekretär Ponte Ribeiro aus Lima eingetroffen, Der italienische Minister-Resident Marquis Megliorati, welcher erst seit kurzer Zeit mit seinem Legations- Sexretär (Honella in Chili fich befindet, hat am 11. d. M. dem Prafidenten sein Beglaubigungs-Schreiben Überreicht. Unter den fremdeii Kriegsschiffen befindet fick) in Valparaiso seit dem 5. d. M. auch die franzöfische Fregatte »Pallas-:,
Telcgraphische Depeschen aus dem Wolff'schen Telegraphen-Vüreau.
Bern, Sonntag, 3. Dezember, Vormittags. Graf H omprscl), bayrischer Gesandter am schweizerischen Bunde, rcisi heute, auf Grund telegraphisch eingelaufcner Ordre, nach Florcnz ab.
Brüssel, Sonntag, 3. Dezember, Abends. Die Besserung des Königs war nicht von Bestand. Die Diarrhoe ist mit der frühe- ren Heftigkeit wieder erschienen ZUUJe ist trocken. -
Brüssel, Montag, 4. Dezember, Morgens. Der *Moniteuk beige: enthält das nachfolgende Bulletin: Die neue Phase, in welche die Krankheit des Königs vorgeftem getreten ist, hat bis gestern Abend fortbcftanden. Dic Besserung ift indeß nicht fortgeschritten.
Paris, Sonntag, 3. Dezember, Abends. Der amerikanische General Schofield ist in Paris angekommen. Die »Patrie- sagt dariiber, das sonderbare (Heriiciyt laufe um, daß General Schofield mit einer Mission bezüglich der Räumung Mcxiko's Seitens der französischen Triippen betraut worden sei. Die »Prcffea äußert sich dahin, cs köniic allerdings micht bestriiien werdeii, daß Schofield cine Misswii in Jrarikrcich habe, fügt jedoch hinzu, daß fie kaum auszusprechen wagr, cs daiidir fick) dabei um eine Räumung Mexiko's.
Kopenhagen, Sonntag, “. Dezember. Der Minister des Innern hat im Folfsthing eincn Gcseßdorschlag bezüglich einer Neu- bcwilligung der Konzession für Kröhnkc zum Bau einer Eisenbahn von Kopenhzgcn über Rödby nach Hamburg angemeldet. In der nächsten SiYiing des Landsihing wird die zweite Lesung des Staats- grundgrsexzentwurfs stattfinden.
, "- Nach einer Bekanpimaibimg dcs General- Postamts können vom 1. Dezember d. I. ab zwaschcn den innerhalb des prrußisckien Postgebieies helegxncn Staats-Tclegrqphcn-Stationrn und den Telegradben- Stationen im Yerzogthum Schleswig Zahlungen bis zum Betrage don 50 Thlrn. ml. 111) Wrge dcr Dcpcschcn-Anwcisung vermittelt werden. mul éic Einzahlung erfolgt auf gewöhnliche Deprschcn-Anwcisiings-For- a c. - Lil'? Grbühreir find bei der Einzahlung zu entrichten: &) fur die Bewrderung dcr Depeschcn-Anweisung, die aus dem allgemei- n"en Tarif fur telegraphisciw Depeschen fich ergebenden Säße, b) fur die Geid-Vernntfelung die Säize wie für Post-Anweisungen im Verkehr nut dem Herzogthum Schleswig.
"- Das Jusiiz-Ministerialblait Nr. 44, ausgegeben den 1. Dezember c., enthalt unter Nr. 76. Allgemeirie Verfügung vom 29. Nodcmber c., daß die Justiz- bramten ihre Gesuchr um Anstellung, Verseßung, Urlaub, Unter- stußung, Remuneration u. dergl. künftig stets an die nächst vor- geseßte Behörde zu richten haben. Nr. 77, Erkenntnis; des „Königlichen Ober-Tribunals vom 4. Oktober 0.
1) Wenn eine Fiskalbehörde sich einer Anklage wegen Steuervergehens angeschlossen hat, ohne cincn_Vertrcter zu bestellen, so ist ihr selbst der Zugewizte „Audienziermin bekannt zu machen.
2)©_teuer"pflichtigkrit tritt. ein, wenn von außen _eingefuhrtcs gewerbsmäßig verkauftes Fleisch rc. innerhaib derHalbmeile vom Verkäufer dem Ab- nehmer ubrrgeben wird, sollte auch derVertraqs- abschluß oder eine vorhergegangenc Bestel[u*ng
' an e1,ncma_ndern Orte erfolgt sein.
'In ,eincm wichen Falle ist derjenige, welcher das Fleisch des gewerbsmäßigen Verkaufs wegen in die Halbmeilc einführt und Vor der Versteuerung an den))ibncwncr abliefert, selbst dann'als Kon- travcnicnt anzusehen, wenn er diese Handlung fur einen Andern vornimmt.
» -- Das »offizieile Wochenblatta fiir das Herzogthum Lauenburg „Nr. 30, auSgegeben 2. Dezember, enthält eine Bau -Polizei-Ordnung für Stadt und Vorstadt Lauenburg vom 18. November 0. und eine Be- kanntmachung vom „30. Noyembcr «„ daß die bei den Post-Anst.;lten des Herzogthums zii beziehenden schlcSwig-holstcinisciicn Freimarken bis au: "LIN- trrcs in der fruheren Ausdehnung, also auch zum Frankiren der Briefe nach Holstein benuyt Werden können,
Kunst- und wiffeuschaftliche Nachrichten. '
_"Ueber derschiedcne Restaurationsarb eiten an alten Kunst denkirialern m Preußen, entnehmen wir einem betreffenden Llussaße im »Korrejporidenzbl. dcs (Hejamintvereins der deutschen Geschichts- und Alter- thumsvcremea das Folgende: In der “Provinz Posen ist die Herstellung des IWW", der im reichsten Zopfstile erbauten Bernhardiner-Kirchc zu Posen auf "Konigliche Kostennim Laufe des Jahres 1864 erfolgt, die äußeren Schaden sollen demnachst gleichfalls erneuert werden. Ebenso nabt die Herstellung der kaiholischen Kirche in Kosten ihrem Ende. *
_Jn derProvmz Sachsen ist zu Sangerhausen die im spät ro- :iianischen Gewöldeftil erbaute St. Ulrichs-Kirche von der Stadt mit einem Kostenaufwande von 3250 Thlrn. im Deiche hergestellt worden. -- Auch die Stadt Herzberg a. d. Elster hat angefangen, ihre Stadtkirche im Jnriern auszubauen. Dieselbe ist durch die reiche Malerei der Gewölbe ausgezeichnet. -- Ferner ist der außgezcichnrte Altarschrein der Stadtkirche zu Gerbstedt, der an Schönheit den berühmten zu Tribsees in Pommern wd 'niöglich noch übertrifft, in Berlin Von den Restaurateurs des Komglichen Museums aus den zerstreuten Tafeln wieder zu-
Der Appetit fehlt gänzlich, die -“
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sammengeseht und restaurirt, und sodann in der Kirche wieder aufgestellt worden. - Jn Halberstadt hcrt man bei der Herstellung des Doms da- selbst auch das Sepulchrum des „Hochaltars, mit einer Marmoriafel gedeckt,