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Aqhylk. Dessau, 13. Dezember. (L. Z.) Der Erbprinz von Meiningen und der Prinz August von Württemberg find zum Besuch arri Herzoglichen Hofe eingetroffen,“ ihnen zu Ehren Werden in den nächsten Tagen,.mehrere Hofjagden abgehalten werden. . Der Landtag halt, nachdem er die Wahlprüfung erledigt hat, 1th Vorberathungen in den Abtheilungcn. Der Zollvcrtrag und die Militair-Convention mit Preußen werden auf der nächsten Taqes- ordnurrg stehen. Die leßtere Convention betrifft die TheilnabmÄder dt'esseitigen Truppen ankdcn preußischen Militair-Bild1mgsa*nstaltcn seitens der brefigen Offiziere“ und Fähnrichr. - In die Beratbung des Haudtfinanz =Etats für das Jahr 1866 find die Abtbcilurigcn bererth eingetreten,“ derselbe schließt in Einnahme und Llusgabe mit Z,89(),000 Thlr. ab, gegen den Etat von 1865, 80,753 Thlr. mehr
Nassau. Wiesbaden, 13. Dczcmber. (Fr. J.) Die Zw eite Kammer hielt heutcNachmittag öffentliche Sixzung ab, in
welcher über die Regierungsvorlage bezüglich des anlehcns vimi
1,500,000'Fl; vrrhqndclt wurde. Diesmal hat die Kammer mehr Berertrvilltgkert gezeigt zu einer Vcrwilligung, als es bei der vorigen Vorlage der Fall War, indem der Antrag anf Verwiliigung eines Anlehens von 800,000 Fl. statt der angeforderten 1,500,000 Fl.
genehmigt wurde. Bayern. München, 13. Dezember.
Nachrichten aus Nizza, Welche gestern anlangtcn, reichen bis zum d; DezemePer.“ Sie besagen, daß Sr. Majcsiät der König Ludwig 1. die zum Yhetlc anstrengende Reise dorthin ohne die geringste Ermü- kmrg zuruckgrlegt habe Und daß Allerhöchstdrsscn Befinden in jcdcr Beziehung ein vortreffliches sei.
Oesterreich. Wien, 14. Dezember. (W. T. B.) Die *Genrral-Co„rrespondenz aus Oesterreicha bezeichnet die Zeitungs- Nach'rtchtcn uber weitere Sendungen österrcichischer Soldaten iiach Mexiko als trndenziöse Erfndungen und ßeUt den Thaibestand in folgerrder Weise dar: Das Wahre an der Sache beschränke fich darauf, rs seren Verbqndlungen darüber im Zuge, daß den Leuten, welchc ihrer Heerespiltcht in' Oesterreich vollkommen genügt hätten, gestattet werde, sich fur Mexiko anwerben zu lassen. Der Zweck dieser Wer- brrngen scr'der,-Er1aß zu bieten für die Abgänge des in Mexiko dienenden Österreichischen Frciwilligencorps. Die Gesammtzahl der neuen Werbmrgerr wiirde 2000 Mann jährlich nicht iibcrftciacn.
" Ihre Majeftat dre Kais erin ist gestern, den 13. d." M., nach Munchen abgereist.
Ofen,14.Dezcmber. (W. TB.) DirErö "nun dcs un ari cn Landtages hat so eben in „dcr hiesigen Königsbfrsirg Zurck) dexzr KYser m Person siatfigcfunden. Dre Thronrcd e, welchc vom Kaiser verlesen wurde, _ent'hal't, nach vorange1chickter Begrüßung der versammelten Landtagdmrigliedcr, im Wesentlichen Folgendes:
' Sie drüri't. den Wunsch des Kaisers aus, die Hindernisse des Aus- gleichrs zu beseitigen, welchc bisher hauptsächlich durck) dic Berschirdcnhrit der Llusgangspunkte (dre Doktrinrn drr Rechtsverwirfung auf der einen und der starrer: Rechidkoniinuität auf der andern Seite) entstanden wä- ren. Der Kaiser nehme mm die pragmatische Sanction ais Llusgangs- punkt, welche sowohl die autonome Rcchtsgestaltung Ungarns, als auch der) untrennbaren Verband aller Länder der Monarchie Lzewc'ihileiste, Im Sinne der pragmatischen Sanction, fährt die Thronrcdéfort, sei nun vor Allem das gcgensritige Verhältniß der Länder der ungcrrischcn Krone zu regrln. Daher serlder Sirbcnbiirgisch Landtag einberufen, um das FIJMs-Xeesredye zud Leviidrer, "gllricérvieGauch) der ungarische Lanqu aufge-
, e 1eeuxcken 'e ' »? "7 " grün211chsc7§tlEckthung zuzUtJterziehcn. scxzartifel VLLU Qahre 1848 einer
, ,)mr i ' roatiens wird unter „sinweiu ' Eröffnungsreskrtpte an den kroatischen LatZDtaq sirinchchch TTL? ÜJqurLL Gesagte, der Wurisch _ausgeiprochen, die Fraxse der Vereinbarunq "iiber das Rechtsvrrhaltnrß unt Ungarn, im Cindernehmrn der beiden “aridta e einer gedeihlichen'L'ösung cntgegenzufiihren. » g
Jsn erster Lime müsse jedoch auf die Behandlunq der allen Ländern gemeinsamen,Angelegenheiten ein besonderes Gewicht gelegt werden, deren Extftcnz1chon in der pragmatischen Sanktion begründet sei, deren Behan'dlu'ngsart aber bei den geänderten Verbältnifsen *so wie ?"?) zrlus där Ziucksißht. dermalen eine neue Gestaltung erheische, wLil mitt- gTFväeher YZZdetie." u rigen Ländern des Rc1ches verfassungsmaßtge Rechte
Diese_gcmeinsamen Angelegenheiten eier: im Okto» ' ' - _net, rind dre gemeinsame verfassungsmäßigx BehandlunqldreFYllxxxesebicchxrchH 1th em unabWersbare'Zs Erforderniß dcs einheitlichen Bestandes und der YacYZirssxring des Reiches, dem ]ede andere Rücksicht untergeordnet wer-
Für die Form dieser Behandlung sei dur das ("cbt - - ' Modalttat vorgezeichnet worden, nachdem jeYoch dikezselblcxaixieIFsTitteixx Yee denken-wacbgerufen habe und Se. Majestät nur eine auf vielseitiger Er- ke„m-1tmß der Nothwendigkeit ruhende Vereinbarung wünsche, sei das dies- fallrge Stgtut mrt dem September-Patente sisiirt worden. Sowohl das Oktober-Dtplom als auch das Februar-Patent werde nun dem ungari- schen Landtage zur Prüfung und Annahme mit dem Bemerken vor- JßlrezYéchiTFFLnjdeiFeZae' sich_derse§e'gedrungen fühlen sollte, Modificationen
, m einer ere e bedinZungen desVReicheds entspreches. gschehen möge, welche den Lebens- n enger erbin un hiermit ee die ' ' ' 48er _(Heseße, deren formel]? Giltigkeit TUSQ nichVtkebvelthIZanLdIteswérldeelFeZcFeerx Ausfuhrung und Bxschwörun jedoch nicht erfolgen könne, in so lange dieselben der nachtheiligen Beßimmungen nicht entkleidet seien.
(Bayr. Ztg.) Dic “
Jnauguraldiplomcs erfolgen, und nach vollzogener Krönu " Landtage noch weitere das Wo [ d s L " ng wmkden-dem vorgelegt werden. h c andes beruhrmde Proposition,"
Der Kaiser erklärte ierna untcr i ' antwortlichxeik, welche mi? der Yösung diéseéeLlürufobeaqidferTlremsdckZtéer? Ver- Landtag fur eröffnet und richtete urch einige Worte des Vertra sel, den ?re ver1am§ltcn Mitglieder drs Laridtages, in der Hoffnung, dlxxeé'sdßx decZoZTxee erk mrt Gottes Hiilfe cinem gedeihlichen Ende zugeführt „W
Die Thronrede wurde an 26 Stellen dur ' brochen. An 4 Stellen hörte man minutenlangecslx) Élljjccxrrlrlrffeen'umex:
In der ersten Sitzung der Dcputirten wendet der AlterSpréifid , sich nut vertrauensvollen Worteri an die Versammlung. Der 0 rn. tag könne mit Ruhe an die Arbeit gehen, weil er nicht mitvFInd- syrechungcn, sondern mit Thatsachen rechnen könne. Solche se“ dre Berufung des Landtags nach drm Wahlrresry von1848 FU Einberufung des Siebenbiirgischcn Landtags, die an die Kroatrxi ,re gangerie Aufforderung zum Anschluß an Ungarn. Der Redner ch dert dwLandtagßabgcordneten zur Nachahmung der Ahnen auf F, in .irjttrxchen Zeiten den richtigen Lirrsiveg fanden und mit uknaixe rvctsltchen Thatsachen zu transigircn wußten (Beifall). '
Belgien. Brüssel, 13.Dcembcr. Köln. t z'“ Abend ist die Königlich Leiche , wie(5 bereits (telegrapFisY ngTyledét Wurde, von der berittenen Biirgergarde Und dem (Huidcn-Regimcm an's Lacken nach dem hiesigen Schlosse überbracht worden. Die Zeiche bcfandjfich in einer Art Sarg , der, mit schwarzem Sanum , uberzoxzen, mit dem belgischen und des Königs Wappen geziert, don sechs Pferden gezogen ward. Der Zug, den einige Fackéln beleuch- teten, bcwcgtc fich langsam durch die dicht gcdrängte Menge. Um 11 Uhrs'langie der Zug im Schlosse an, wo die Leiche von den Yutorrtatrn rn (d."mpfang genommen wm'd. Heute ist dieselbein emrm zur Todtcnkapelle umgewandelten Saalé des ersten Stories ausgestellt und ganz Brüssrl drängt sich herbei, Um die Züge des vcrchricn „Monarchen 1Wch einmal zu betrachten. - Der Seriat ist auf kunstigen Freitag und die Kammer soli arif künftigrn Sonn- afibrnd' cmbernfen Werden, lediglich jedoch, um einige Arrangcmerts fur die bevorstehenden Cercmonien zu treffen. *
, Gxoßbrttrrrrnzen und Irland. London, 13.Dezember. Cine drmvochenilrchc „Hoftrauer (vom 14. d. bis zum 4. Jannar? ist wegen _des Todes des Königs der Belgier vorgeschrieben wor; den. Offiziere der Armee und der Flotte brauchen nur einen schwar- zrn Flor un'. „den linken Arm zu tragen.
. Dre Regterrrng „hat sich entschlossen, den Gouverneur von Ja- maica, Eyre, fur dre Dauer der ringeordneten Kommisfions-Unter- suchungRs'cmer amtlichen Functionen zu entheben und durch Sir Henry Knight Storfs „zeitweilig zu crschn. Es wird dies in der »Lorrdorr Gazettex in einer Proclamation der Königin angekün- digt,S1vZ1[ch[e tdcrcfhur dals Beweggründe angicbt:
_Qn iwera t, e_rß belmuptet wird da“ ro rs Mi " “* JustiIamarcn geheirycvt habe, und “0013 rsxrsZhirFenc schlTFchrjeJYLrjkteauP'sersF- nrnjpch vrrabrrdrt hatten, andere unserer dort ansässigen Utitcrtbmrcn UM- zubrmgcn, rind 111116111Ü["Ürgc Unruhen auf besagtem Eiland misqrbrocbcn mitd-unicrdruckt wordeii jmd, und nuidrrnd dcr Unruhen uvd dcr Unicr- drnckung derselben großer _Vrrlust an I)icnschrnlebcn stattgefunden hat und behauptet wird, daß ["El der Unterdrückunq der Unrirhcn übermäßige rind ung'csr'tszliche Strenge angewendet worden "sei,“ imd da uns schr darein liegt,'_d„aß uber den ).,lrsprurig, den Charakter und die Umstände besagier Ruhrjwrrmgrn und uber drr zur Unterdrückung derselben angewandten Mas;- regelrr eine volle und unparteiischc Untersuchung angestellt Werde“ und da is wunschrnéwcrth sem mag, daß besagter Edchrd John Eyre während bc- saZker 1lnter1uxiz1cing, auf besagtem Eiland von Anfang bis zu Exide odcr jlria9rrnd „EMW „:hcils der Untersuchung zugegen sei, aber da es nur Hin- angltcdkcit brsagxcr Untersuchung erforderlich ist, daß die ihm &]1Ö-GZVU[U'T' nrur der Jnstl ubertragcncn Vollmachten während besagter Untersuchung YAM don tlZm selbst ausgekzb'i werden, wird Sir H. K. "Storks, zu desen , yghrzt, Muth nnd Loyalttat wir besonderes Vcrtraucn haben als unser xzettWLrltger) Generril'o Qapitain und Obcr-Gouverneur besagtxn Eilandes und der dazu grhorrgen Gebiete, Forts, Brsaßungen u.1“. w. u. s. W-
cingeseßt. Russell schon
er-
Diesen Beschluß der Regierung deutete Earl gestern drn Dcprrttrten aus London undBrighton an, die Fort hr? m ?owrring-sireet nut schr dringenden Petitionen erschienen- AJ er, en Wortf'rihrern waren mehrere, Welche die augenblickliche bcrufung Eyrcs und eme in England selbst anzußellende Unter- WWII fxrdcrien. Earl Russell erwiderte im Wesentlichen: und . re Qreigritsse guf Zarna"1ca haben die Regierung sehr peinlich berührt- d' ich wundere nnch ntcht uber den Eindruck, den fie auf das Volk und dlees verscxlt'edcnen Meetings hervorgebracht haben. Es ist ein billiger Wunsch vcrnPu Etkums „und .mehr noch rst es Pflicht der Regierung, über den (Hot!“ such eur , yrc nicht „1131 Voraus. abzuurtycilen. Eine unparteiischc Unter- nichTrug ist quer n'öthtg,' und die Wahl der dazu geeigneten Personen hat ke“ U;“;crmsge,«chrvierigkeitcn.„ Mehrere Gentlemen haben gesagt, daß man d tnGrtherl nn Yorarzs zu fallen brauche und doch verlangen könne, daß ?; boudverneur fur dre Dauer der Untersuchung sein Amt niederlegc. Ick ?ck 13 [F1 „aß Mr. Eyre _se'lbst nicht „den Wunsch hat, so lange die Untersuchung ik) e „, im Anite zu [ein, imd die Regierung hat gewiß nicht die Abfichki n wahrend dieser Zeit seme Functionen aUSÜben zu lassen. Was die
Nach Beseitigung dieser Schwierigkeiten könne die Außfertigung des
Vorgänge auf Jamaica betrifft s “ ' " ' ' ' ' _ , o Will ich uber die “ra e b 1 kl eme große und allgemeine Verschwörung stattgefunden ha?, ZiérokeinerNxYnung
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abgeben. Der erst; _Auébruchiin Morayt Bay). aber ist kaum der Art ge- ! we'sen, wie er in UWSF" PeFtktynen geschildert wird, nach _denen man glanz ben könnte, daß auf EZM friedliche-Menge ohrre _Anlqß geseuert worden ser. Die amtlichen 5L-lkiensiucke stellen dre Sache hmlanglich bedeutend dar. Es war keine friedliche Menge, sondern mgg ein VolkSauflauf wie einer m England gewesen sem, der dem Mit Sternen grwo_rfen_würde und ein Kra- wall stattfand. EZ mag klugdder unklug geweyen 1ein, den Freiwilligen Feuer zu kommandiren, aber dies 11) aus den Berichten nicht zu erkennen. Die Regierung hat den besten Wuriich, gigen Aike diejenigen, deren Bench- * men Gegenstand drr Untersuchung ['em wird, rnit Gerechtigkeit zu verfahren und auch die Zustande- der Insel uberhaup't ms Auge zu fassen. Unsere Bemühungen wird, wie wir hoffen, i'd weit der Erfolg krönen, daß keine beklagenswertben Ereigniffe der Art wieder vorfallcn werden.
In der St. Martius-Halle hat gestern Abend eine von der Nefdrrnliga einberufene Masserwersamrnlung stattgefunden.
Das Gerücht, daß der Gouverneur des früheren Gewahrsams der angeklagten Jenicr, Richmond Bridewcll, aus Dublin vcr- schwrmdcn sci, entbehrt der Begründung. - Die Prozeßvcrhandlun. , gen gegen O'Dondvan ziehen sich in die Länge, da der Angeklagte ein äußerst dctaillirtes Kreuzverhör mit drn Zeugen anstellt, so daß der Gcrichtshof ihn häufig unterbrechen mußte. - Es sind wieder mehrere Verhaftrrngen vorgeformnen, auch der Gcfängnißwärter Byrne ift jeht als Jrnirr verklagt.
Frarrkreich. Paris, 14. Dezember. Der heutige -Moni- ieur- veröffentlicht einen die erissicilung VOU 1S67 betreffenden Ar- tikel, in welchem die auswärtigen Konrmiffarien, welche bei der kaiserlichen Kommission angemeldet sind, aufgcfiihrt wcrden.
Spanien. Die »Gazeta- von Madrid veröffentlicht ein Dekret, dem zufolge der Civilprdzcß, wic cr in Spanien besteht, in gleicher Weise auf Cuba und Pucrto-Ricd ziir Anwendung kom- men soll. Nach der »Epoca« wird das Budget den Kammern zwischen dem 10. und 15. Jammr vorgelegt Werden. Dic Erspar-
niffc wiirden sich auf 60 Millionen Realyn erheben.
Italien. Florenz, 14. Dezember. Chiavcs übernimmt das Ministerium des Innern. Natoli, welcher daffelde bis cht interimiftisch verwaltrie, bleibt Minister des öffentlichen Urrtcrrichts.
Rußland und Polerr. St. Peichbnrg, 12. Dezember, Die Moskauer Adels -Versammlung ist, der »St. Pet. Ztg.- zufolge, am 30. November geschlossen, Nachdem sie am LMM noch
den bisherigen AdelSmarschall, Fürst A. P. Gagarin, für das nächste Triennium wiedercrwählt und den Fürsten A. W. Mesch- tsci)ersfi zum Kandidaten erwählt hatte. Von den Bcschlüffen dieser AdclIvrrsanuulung hebt das genannte Blatt aus den Berichten der "Moskauer Zeitung“ nur den folgenden bcrvor, der in der ersten Sißrmg am LSstrn gefaßt wurde, und sich auf den Entwurf der Adreffe bezog, die zu Anfang dieses Jahres an Se. Majcstät den Kaiser gcrickytei werden scilte. Derselbe lauiet: .
Die Kommission zog bei Beurtheilung diricr Angelegenheit folgende Umstände in Betracht: Der Wunsch des Adels bestand eiuzingirid allem darin, daß die Wahrheit stets von den ).lnterthancn aller Stande zur Kenntnis; Sr. Majcßc'it gelange, Dcr Adel war weit von _allrn prrson- sönlichen odcr Standcsbrstrebungen entfernt. Aus den Dienst hinweiscnd, welchen die Stimme crwähltcr Männer dcm Throne leisirn kann, „hat er sich durchaus nicht angemaßt, vorher die Rechte im?) Pslrciyien dieicr Er- wählten fcftzuseYen, vielmehr mit voiiiommrnem Vertrauen dre Fririrellung dieser Rechte und Pfiirdtcn von der obersten Gewalt erwartet. Dies ÖLÜWZUF «UL Protokolle der früheren Vrrsannnlung, alle vorhandenrxr handschrriilicyen Aktcnsiüirc. In dieser alleinigen Absicht („iat der_Adelxthn zu beruicn, damit er fich in Gemeinschaft mit drr ailgrmcmen 5Bersarmnlrmg der Vertreter aller russiscden Lande an der Besprechung der dem ganzen Staate gemeinsmnrn Bedi'rrftiiffe beißeiligr. _Als der Adel dcs Gouverne- ments Moskau fich an die erhabene Perwn des geliebtrn Monarchen wandte, sagte er: »Aus diesern Wege, Wkajxstäi- wcrden Sic dre Bewus- nisse unseres Vaterlandes in ihrem wahren Lichte kennen lernen, werden Sie das Vertrauen zu den Exekutivgcwaltcn wieder verstellen, _wcrdcn Sie enre pünktliche Beobachtung der Gescyc für Alle und Jeden urid die Amricndbarkcit derselben auf die Bedürfnisse des Landes erzielen. Die Wahrheit wird 1111- gehindert zn IhremT[)roncgelangcn.« Aus alle drm erhell],daß drr Qldrlfrme Ausnahmestellung für sich verlangte, daß er nicht das Jritcrrne deZSiandes, 1013- dcrn das des ganzen Landes im Auge hatte. Der Lidel erklärte sich, wre aus dem Text jrnes Bitischreibens hervorgeht, bereit, ohne srch deni Stadts- dienste beizuzählen, oder sich einer mit demselben,"vrrbundcnmEntschadi- gung zu erfreuen, seine Pflicht zum Bestrn des Baicriandcs uyd der Ordnung zu erfüllen. Indem der Adc'l diesc Bchitwilligkeit arrvsprach, nahm er hierdurch zugleich auch die Pfiicl)tcn aufnpck), wclche, Mit dieser Angelegenheit verbrmden find. Aus dem Lillcrddck)|crr_Rcskrrpt__ an den Hrn. Minister des Innern vom 28, Janriar 180€) ,nur); „geschlomxn wer- den, daß man den Inhalt des Projekts ]cYes uptcrthamgstcn Pritschrei- bens, welches mit einer Majorität von „240 Stimmen gegen 56 (1113e- nommen worden, zur Kenntnis; Sr. Ma1estat gebracht hatte, werznglcrch dies auch nicht durch den Adel selbst geschehen. war, MWA; durch scrne'Dc- putirten die Absichten, die ihn dabei geleitet, m ihrem wahren chhtc hätte darsteilen [affen und vor dem crhabznen Monarchewdre Gefuhle unbegrenzter Ergebcnheit gegen den Thron hatte kundgcben konnen. Qluf Grund dieser Erwägungen und in der Ueberzerxgung, daß alles oben Cr- wähnte vollkommen mit denjenigen Ansichten uberetnstrmmt, durch welche
der Adel des Gouvernements Moßkau bei Abfaffung des Projekt? des unterthänigften Bittschreibens geleitet worden, und daß es nothwendig ist,
daß der Adel ein für alle Mal jeden Anlaß zu Mißverständnissen und falschen Deutungen beseitige, das Vertrauen Sr. Majestät des Kaisers rechtfertige und sein richtiges Verhältniß zum Volke befestige, schlägt die Kommission der Versammlung vvr, alles dies in einem besonderen Be- schluffe kundzuthun , ohne in diesem Augenblicke ein unterthänigstes Bitt- schreiben an Se. Majestät einzureichen.
In der Sihung am 27. November Wurde dieser Vorschlag„ der Kommission von der Versammlung mit einer Mehrheit von 161 (Frtimmen gegen 28 angenommen.
Warschau, 11. Dezember. Ueber den Fortgang der admini- strativen Reformen , schreibt man der "Schlei. Ztg.“, verlautct aus zuverlässtger Quelle, daß das Comité für die Bankreform mit der Feststellung der Grundsäße für die Reorganisation der polnischen Bank fertig geworden ist und den Entwurf der neuen Statuten
“ einer besonderen Delegation überwiesen hat, während die Kom-
mission fiir den Entwurf des Getränkesteuer-Geseßes fick) ebenfalls dem Abschluß ihrer Arbeiten nähert. Nach leßterem Entwurfe wird die Abgabe von den Brennereien so weit erhöht, um den durch die beabsichtigte Aufhebung der ConsumtionZ- und Konsensftener verursachten Ausfall zu erseßen, die Accise-Abgabe solX erst beim Verkaufe dcs Branntweins, mithin vom Konsumenten, nicht vom Produzenten, erhoben werden. Die Brauereien werden einer nicht nach der Lage in Stadt und Land, wohl aber nach der Einrichtung für die schwerercn odcr leichteren Biergaiiungen verschie- denen, jedoch mäßigen Besteuerung unterliegen. Von allen Etablisse- ments zur Production und zum Verkaufe von Getränken soll eine Patentstcuer erhoben, im Übrigen aber Fabrication und Verkauf frei- gegeben werden. - Nach den Urueften Artsweisen beträgt die Zahl der in Warschau hcrauSgcgebencn Zeitungen und Zeitschriften von Neujahr ab 35, worunter 8 täglich erscheinende Blätter. Da diese periodischen Schriften mit einziger Llusirahme des russischen 'Dnjew- nike sämmtlich in polnischer Sprache redigiri smd, so kann man hieraus die lebhafte Thätigkeit der Polen auf dem literarischen Ge- biete erkennen. Dem Inhalte narf) zeichnet sich unter den Wochen- schriften namentlich der »"1")7§0(1nj1( jUnZirdi-anxa, unter den Mo- natsschristen der nenbegriindcte »Lkonoijma aus. In der Pro- vinz erschien bisher nur die vLodzcr Zeitung; in deutscher und pol- nischer Sprache, vom Neujahr ab sou auch in Lublin ein (pol- nisches) Blatt herausgegeben werden, Die iibrigen Provinzialstädte befigen noch keine periodischen Blätter, wie denn iiberhaupt dic lite- rarische Thätigkeit des Königreichs VdÜftändig in Warschau konzen- trirt ist.
Amerika. Dem *Bostori=Jorirnal- geht aus Washington einc Dcpesche zu, Welche die Staatseinfiinste der Union für das jeßigc Finanzjahr auf 275 Mill. Dollar in Papier und 125 Mill. in (Gold veranschlägt. Wenn der Präsident seinen Entschluß, die AuEgabcn unter 100 Mill. zu reduziren, durchführen könne, so sei nach Abtragung der Zinsen noch auf einen Ueberschuß von 100Mil1. zu rechnen, welchcr zu der Tilgung der Nationalschuld oder zur Ein- ziehung cines Theilcs der Grecnbacks zu verwenden sei, Doch würde im Kongreß auch der Versuch gemacht werden, statt der Hersteljung einer Metaljwährung lieber die Steuern zu vermindern. - Wie verlautct, enthält die Scha§fammcr gegenwärtig 4137. Mill, in (Hold und 30 Mil]. in Papier. Cs standen noch aus 5,545,000 Dde in alten Certififaten, 50,316,000 in neuen Certifikaten und 51 Mill. in Goldccrtifikatcn. In den Kriegs- und Flottendepartements ergab sich eine AuSgabeverrnii-rderung von mehr als 11 Millionen für November dieses Jahres im Vergleich zu November 1Z64.
Nordamerikanische Blätter vom 2. d. enthalten wichtige Nach- richten aus Peru, ohne Angabe des Datums, laut deren die Re- volutidn gesiegt hat und Friede im Lande hergestellt ist. Am Sten Novcmber eroberten die revolutionairen Truppen die Hauptstadt Lima, nur 400 Mann der Besatzung leisteten Widerstand und fielen fasi sämmtlicb im Kampfe. In dem Fort Santa Carolina be- hauptete fick) Oberst Cuba, der Kriegsminister, noch eine Zeit lang, Mußte fick) aber, da ein als Verstärfrmg erwartetes Regiment sich nach Callao zurückzog, den Angreifern ergeben. Der gcftürzte Prä- fident hatte auf einem englischen KriegSschiffe Zuflucht gesucht und war nach Panama abgereist. Der Sieg der revolutionairen Partei hat insofern auch eine weitere Bedeutung, als ein Bündniß mit Chili gegen Spanien dadurch nahe gerückt wird. „
Aus Chili berichten dieselben Blätter, daß Admiral Pareja fortfahre, dic chilenischen Häfen mit einem Bombardement zu bedro- hen, ohne aber zu Thätlichkeiten überzugehen. Die Blokade hat Pa- reja auf die sechs Haupthäfen beschränkt: Valparaiso, Coquimbo, Caldera, Herradura, Tomé und Talcahuana," die übrigen Häfen bleiben dem Verkehr geöffnet. ,
Asien. Aus Schanghai, 26. November, wrrd telegrapbirt, daß Burgevine's Tod der chinefischen Regierung unangenehme Ver- wicklungen bereiten Werde; der Gefangene soll, in Fesseln geschlagen, ertränkt worden sein. Der amerikanische Konsul erklärte, daß der Vertrag China's mit den Vereinigten Staaten gebrochen worden sei. -- Die Sceräuberei vermehrte sich in sehr bedenklichem Maße.
Australien. Die jüngsten Berichte aus Neuseeland (über Melbourne, 26. Oktober) stellen ein baldiges Ende des Krieges nicht