1865 / 300 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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mittag, außer den Vorträgen des Mäitäiri; und-Ci-vilsKabineis, die Meldungen der_Genekale von Alvensleben, von Blamenthal, von Loén und mehrerer“ arrderer Offiziere.

-- the Köni'=gl. Hoheiten der Kronprinz und die KronPr nzef s in ertheilten gestern dem Kaiserlich mexikanischen Gesandten Gregorio Barandiarém Audienz, in welcher derselbe im Auftrage seines Souverains Ihre Königliche Hoheit, der Frau Kron- prinzessin den Orden von San Carlos überreichte. Um 5 Uhr dinirten die *öchßen Herrfchaften bei Ihrer Majestät der Königin un Abends 3210 Uhr begab fich Se. Königliche Hoheit der Kronprinz-noch zu St. Majestät dem Könige, Aller- höchftwelcher vonder Jagd Abends zurückgekehrt war.

Pos en , 19. Dezember. In der gestrigen lehren Sißung des Provinzial-Landtags wurde zunächst die in den vorhergegan- genen Sißungen beschlossene ständische Kommisfion fiir die Geschäfte der Provinzial-Feuersocietät im Einverständniffc mit dem Herrn Oberpräftdenten gewählt.

Vom 1. Ausschuß wird hiernächft der unterm 5. d. Mis. cin- gebrachte Antrag des Abgeordneten der Stadt Gnesen, Brunner, betreffend den Bau der Eisenbahn Posen-Gnesen nach Thorn mit einer Abzweigung nach Bromberg, Vorgetragen, und nachdem der Antragsteller sich das Wort erbeten und in einem längeren Vortrage der Versammlung die Befürwortung seines Antrages dringend ans Herz gelegt, wurde einstimmig beschlossen, den Königlichen Landtags- Kommiffarius zu ersuchen, den gestellten Antrag an Höchster Stelle baldigst zu unterstiihen.

Nachdem noch ein Unterstüßungsantrag abgewiesen, wurde der Königl. Landtags-Kommissarius, Ober-Präfident Horn, durch eine Deputation eingeholt und schloß in Folge A(lcrhd'chsier Ermächti- gung den 14. Provinzial-Landtag mit einer Anrede, in der er die besten Wünsche für das Gedeihen der Provinz aussprach.

Der LandtagSmarschaU antwortete darauf in einer Rede, an deren Schluß er ein 'Hoch* auf Se“ Majestät den König aus- brachte, in welches die Versammlung dreimal begeistert einstimmte, und entließ die Mitglieder des Landtags, die sich demnächst in 00k])0['€ dem Herrn Ober-Präfidcntcn unter Vortritt ihres Mar- schalls empfahlen.

Schleswig-Holstein. FlenSburg, 13.Dezember, Der Magistrat der Stadt FlenSburg hat heute folgendes Schreiben an Sc.chExcellenz den General-Licutenant, Freiherrn von Cannstein, geri tet:

»Der unterzeichnete Magistrat hält fich verpflichtet, Namens der Stadt Flensburg Ew. ExceUenz seinen ganz besonderen Dank für die rasche und energische Hülfe auszusprechen, welche das hierseldst garnisonirende preußische Militair bei den in leyterer Zeit stattge- habten Brandfällen geleistet hat. Es wäre uns erwünscht, wenn vor- stehender Dank zur Kunde der dem Befehl Ew. Excellenz unterstehenden Königlichen Truppen gebracht würde.

Mecklenburg. Scthrin, 19: Dezember. (Mecklb. Z.) Se. Hoheit der Herzog und Ihre Königliche Hoheit die Frau Herzogin Wilhelm empfingen vorgestern Mittag die Deputirten des Magisirats, Bürgermeister Hofrath Jahr und Senator Voß , nahmen die Glückwünsche des Magistrats und der Stadt huldvoll entgegen, und beauftragten die Deputirten, Ihren Dauk der Stadt auszusprechen. Nach beendigter Audienz empfing auch Ihre König- liche Hoheit die Frau Großherzogin-Mutter dic Magistrats- Deputation, welche die Glückwünsche der Stadt zu Überbringen hatte und Wurde dieselbe auch hier beauftragt, den Allcrhöchften Dank der Stadt auszusprechen.

Sternberg, 18. Dezember. (Mecklenb. Zig.) In der heuti- gen ritterschaftlichen Versammlung wurde zunäch| das hohe schWe- rinsche Reskript in Betreff der Bestrafung der Dienstver- gehen verlesen. Die Regierung hat den siändischen Antrag zurück- gewiesen, weil es danach noch schlimmer werden würde, und weist nach, daß das Beantragte keine Declaration, wie behauptet, sci, son- dem eine neue Geseßgebung, wie überhaupt erst auf Antrag der Ritterschaft die Prügelstrafe in das Gesch aufgenommen sei.

Hessen. Darmstadt, 18. Dezember. In der heutigen Sißung der Zweiten Kammer erfolgte die DiSkusfion über die Adresse. Geh. Justiz-Rath Hoffmann hält den Erlaß einer Adresse für unpraktisch, weil das besonders jeßt so nötbigc Einvernehmen zwischen Regierung und Kammer dadurch unmöglich gemacht werde; er erklärt ferner, an der Spezialdebatte keinen Antheil nehmen zu wollen. v. Wedekind erklärt fich gegen eine Adresse, weil er den Moment für ungeeignet hält, den Landesherrn zu einem Minister- wechsel oder einer Kammerauflösung zu drängen., Jm Uebrigen hält er iiur wenige Positionen für zutreffend , die übrigen hält er theils für gänzlich, theils für unzureichend motivirt.“ Nach längerer Dis- kussion wird die Frage , ob überhaupt eine Adresse erlassen werden soklte,_mit 24 gegen 19 Stimmen und darauf der Entwurf in der vorgelegten Fassung mit zwei formellen Abänderungen mit 27 gegen 16 Stimmen angenommen.

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.Baden.» Karlsruhe, 17. Dezember. (Karlsr. ZKF) rb“ Königliche Hohett'dte Großherzogin und Ihre Kaiserliche Hoheit dre Prinzessin Wilhelm sind heute Nachmittag nach Baden gereift rim Jhreerohert der Herzogin von Hamilton und Ihrer Köniz lichen Hoheit der Prinzesjm Friedrich von Hessen Besuche abzustatteß Dre Herrschaften_ kehrten mit dem Abendzuge wieder hierher zurück“

. Oefterrerch. Wien, 19. Dezember. Se. Majestät d'“ Kaiser, meldet die vOftd. Post- wird; seinen Aufenthalt in Pestb, um emrn Tag verlangcrn und statt am 20. am 21. d. M'. Nachts in Wien, eurtreffen. Einerseits will Se. Majestät dadurch seine Zustje, denheit uber den festlichen Empfang in den Sch1vesterstädten und das vertrauensvolle Entgegenkommen der Bevölkerung ausdrücken andererseits aber Vieh Gelegenheit finden, auch jene Mitglieder des; Landtages zur K. :»afcl zu ziehen, welche biSher zu derselben nicht geladen werden konnten.

Von den Landtagen der Kronländer lie en na t

telegraph. Berichte vor: g chsehende

Prag, 13. Dezember. Sc. Majestät der Kaiser crtheiltc den Lan. des-UmlaZM die höchste Sanction. - Eine Kommisfion von 9 Mitglie- dern hai uber „den Mandats-Vcriuft des nicht am Landtage erschienenen 111 Mexiko wetienden Abgeordneten Grafen Oswald Thun zu rcferirenj - Mehrere Mitglieder von der Linken interpelliren dcn Staithaltercileiier wengen des von der Siaatsbahn wieder eingxstellten Giticrdcrkehrs jn Bohrnetrs Graf Lazansky bemerkt: Die erstattete Anzeige von der Verkehrsrmstrliung auf einige Tage sei zur Kenntniß genomriien worden Auf die ihm heute gemachteMiithetlung, die Verkehrsstockung könncmehrch Wochen daricrn, habe er vorläufig die Verkehrsfisiirung aufgehoben und erwarte weitere Vcrhaanmeaßregeln von Wien. Hierauf wurde in der SpezialzDebatw Über das Grundcntlafiungs-Grseß fortgeschritten und das Gesch, m zweiter Lesung bccndigt. Unter den Einläufen befinden fich zahlreiche Rcmonstrationen gcgen den Entwurf der neuen Bezirkscin- theilung. -

* Pesth, 18. Dezember. (Oberhaußfihungh Dcr Bekescr Ober- ge1pa4n beantragt, eme Deputation an Ihre Majestät die Kaiserin zu cnt1ennden", um Ihre Majcstc'it anläßlich des Allerhöcbften Geburisfestes zu bcgluckwunschen .und die Bitte um den allerhöchsten Besuch der Lan- deshauytsiadt zu Wiederholen. Sprecher der Deputation soll der Primas und Fuhrer derselbenWBaron Sennyey sein. Der hczüglichc Antrag soll, Wenn er zum Be1chluvsse erhoben wird, dem Unterhausc mitgetheilt werden. Der Antrag wrrd mit begeisterter Acclamation angenomnien. Prafidcnt Bator) Sentryey erklärt, daß er die Bitte des Hauses dem Kardmal-Prnnas rnitthetlen, er selbst die Führerstelle Übernehmen und den Antrag dim_ Unterhause mittheilen werde, und schlägt die Mitglieder für dis Deputation vor, welche angenommen Werden.

Klgusenburg, _18. Dezember. In der heutigen Landtagäfißung wurde eme Deputation mit der Adresse des Landtages an den Statthalter Grafen Crcnneville entsendet.

Linz, 18. Dezember. Der Antrag des Abg. Wurmb und (chosen: _»Der Verfriffungs-Yusschuß [verde beauftragt, die Frage zu erörtern, ob 111. Odcrosrerrcrch Bezirksgemeinden und Vertretungen einzuführen friert, .und 1111 „hexahendcn Falle eine bezüglichc Vorlage am Landtage emzubrmgcma wird dein Verfaffungs-Ausschusse zugewiesen. _- Der Land- tag b'rschließi, die Regierung zu ersuchen, noch in dieser Session eine Vor- lqge Uher eme Baudrdnung fiir das flache Land einzubringen,“ so wie dtenwrejderholte Publizirung der SirafgcscZ-Bcstimmunqrn bezüglich feuer- gefahrlichcr Handlungen zu veranlassen. *

. Graz, 18. Dezember. Der Obmann des Audschusscs fiir die Be- zrrksvertretung und chirkEeinthcilnng theilt dem Landtage UJltx' daß der Arisschuß dcschloffcn habe, bevor er in die Bcrathung be- zug1trh diescr Geich eingeht, acht prinzipielle Fragen, welche sich anf dic pl)[1111Lk)L uud Justrzorganisation beziehen, an die Regierunq zu richten- Der Stritthalter macht die Beantwortung dieser Fragcn son den von der „Regierung zu crhaltendcn Weisungen abhängig, wahrt jedochdék Regierung das Recht, den Organismus ihrer Verwaltung zu ordnen.

_ _Jnnsbruck,18. Dezember. Eine Interpellation, ob jehi eine „Hoffnung vorhanden sei, daß der im vorigen Jahre gesielltcn Bitte des Larrdvtagc's um Qirrsdehnung dcs Tabakbaues in SÜd-Tirol vom Ministerium Folge gegeben werde, wurde vom Statthalterei-Vicevräß“ denntcn Grafen v. Coronini dahin beantwortet, daß er bereits von fksik" Stiicken diesen Antrag an das Jinanzministrrium gestellt habe. Die Ab- geordneten aus Welsch-Tyrol erneuern den Antrag auf eine eigens Landtags- und Landesausschußabthcilung.

Agram, 19. Dezember. (W. T, V.) In der heutigen SZHUUI des Landtags wurde eine Erklärung der Vertreter Fittincs verlesen, nach welcher dieselben die Beschlüsse des Landtags in Betreff der staatsrechk' lichen Beziehungen nur dann als rechtsgültig betrachten wcrden, WM" dieselben im Einvernehmen mit dem ungarischen Landtage zu Stande kommen.

Anderweitige ielegraphische Mittheilungen melden:

Pefth, 18. Dezember. Der »Pesther Lloydcc erfährt, daß Se. M““ jestc'it der Kaiser anläßlich einer Franz Deaf gewährten Privataudierz diesem gegeniiber dieselben Hoffnungen aussprach , welchen AllerthÖÜM' selben beim gestrigen Empfange der Magnaten und Deputirten AUR)ruck gegeben, und daß Se. Majestät Herrn v. Dcak wiederholt versicherten“ wie sehr Jhm die Interessen des Landes am „Herzen licgen. Abends “' schien Se. Majestät der Kaiser in dcr Redoute, woscibst die Elite der Be“ völkerung Pesth's versammelt war, und zeigten Sich zuerst in dcr Hoflogt- begrüßt mit enthufiasiischen minutenlangen Eljen, worauf die Volksvyn)"e gespielt wurde. Se. Majestät durchschritien dann den Saal , traten M““ auf wieder in die Loge und entfernten Sich um JZ Uhr. .

-- Baron Eötvös sagt in der heutigen Nummer des »Heiilap“ D,“ Hindernisse des Llusgleiches seien beseitigt. Ungarn, das skme Rechte fordert, kenne seine Pflichten und sei um so bereitwilliger, d sl en

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zu “fügen, da die Erfüllung mii feinrn wichtigsten Interessen im Zusam- ! menhänge stehe, Ungqrn werde mriOpferwiiligkcir und Selbst- verleugnung an die Losung der Aufgabe gehen.

Belgien. Brüssel, 13. Dezember. Die Adressen, welche Senat und Abgeordnetenhaus gestern dem Könige im Schlosse vor- trugen; find m hohem S'tyle grhalt-eii. Diese Adreffen zeichnen fich auch dadrrrch aus, daß die zrveite Halfte “an die Königin gerichtet jß, Zu der A-dreffe des Abgeordnetenhamcs wird der Kinigin ge- agi; „Die Liebe der Belgier ward durcb Ew. Majestät durch den ersien Tritt auf unjcrtr Boden erobert.- Der König antwortete:

Meine Herren Reprasenianirn! Noch Unter dem Eindrucke des so ent- gegenkomnrenden Empfatiges, den ich vor kaunrwenigchtunden im National- Palast? erfahren, kann ich Ihnen nur aus Neistem „Perzen für so wohlmei- nende Worte danken. Von der Bedeutung der mir auferlegten Pflichten durchdrungen, werde ich Alles aufdicten, um unsere schönen freien Einrich- tungen zu bewahren und JU_ befruchien.

- Der König bat iodann die Abgeordneten um ihre Mitwir- kung und sprach die Ueberzeugnng aus, »daß wir stets zum Heile des Landes einig bleiben werden:: Als diese Antwort abgelesen war, trat der König auf den Fürsten von Ligne und Herrn Van- dcnpeereboom, als Senats- und Kamrner-Präfideuten, zn rmd äußerte, jeßt möchte er noch Jedem beionders für die Thrilnahme an seines Vaters Tode und für die Sympathie, die ihm selber heute verschwen- derisch zu Theil geworden, danken; indem er dem Präsidenten die Hand reiche, drücke er einem jeden der Vertreter die Hand.

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Groszbritannieu und Irland. „London, 13. Dezbr. Der "Observera meidet; daß Sir Francis “T,. Baring als Lord Nortbwok und Sir John RomiÜh als Lord Romiüh in die Peerage eintreten werden.

Earl Granville, Präfideni des geheimen Raihrs, wird, laut „Observera, Palmerston's Nachfolger in dem AUM! ciULZ Lord Warden der fiinf Häfen.

Frankreiä). Paris, 13. Drzcmdcr. Die Vrrmählnng der Prinzessin Anna M rrrar mii dem Hrrzdg Von Mouchh fand heute Mittag in dcr Kapriie dcs Tuilcrirrwaiastrs starr.

Italien. Max'. schreibt dem »Mdndea cms Rom, daß durch die Energie der Päpstlichen Regiermrg die drohende Finanzkriiis glücklich abgewandt worden und aus Frankreich dir Freiwilligrn fiir das päpstliche ZuaVM - Bataillon in Gruppen Von 20 bis 2.) em- treffen. Kürzlich befanden sich deren 60, die iibrr Meer gckoznmen waren, im Lazareth von Civita = Vecchia, Um ihre Quarantamc zr: bestehen. Bereits oprriren 3 Compagnieen ZriaVen unter Oherjt Azzanesr an der Grenze. Die »Union« spricht auch Von den rrapst- lichen Zuavcn, die bereits iiber 100 neue Freiwiliige' erhaltrzr hatten. Doch seien in diesem Mrrster=Batailldn irdch schr vrrle Platze, unbe- seßt. - Sella's Finanzbericht brachte dre Enrlaffung dcr 100,000 Mann nicht, die erwartet wurde. «_ Dir Acttorisxarter behauptei, daß die Regierung, Wenn fie 100,000 Mann enthe, dagegen “dt? Errichtung mobiler Kolonnen desthließr Und orgamiirend, doch„mcht mobilmachend verführe, sie zu jeder Zei: 100,000 Landwehrmanncr in kurzer Frist im“: Feld stellen könne.

Tiirk'ei. Briefe aus Alexandria meldchdaß der Bierkönig mit dem Projefie Umgeht, im Fajum eine rierte Stadt zu Zrurrdcn und an den Nilwchren eineZuchtanstalr für Pferde und außlandrxchc Thiere, so wie eine "“Thierarzneischuie zu errichtetr. Dorthin soli er anch die Häuptstadt Argrwtens verkegrn rvoilcn, was aber weniger verbürgt ist.

Rußland UUD Pk.)!en. Von der pdlriischrn Grenze, 13. Dezember wird der »Ofts. Zig.a Jeschrrcben: Dcr engere Au“;- schuß dis wiedererwccktendernokrati1cherinreir1sder ;) ds_nr- 1chen Emigrarion hat Unterm 12. v. M, em Mgriixcst erlasjrri, worin die Aufgabe und die Ziele des neue:! Vereins naher bezeich- net und alle demokratisch gesinnten älteren Eintgrmiien, namentlich die Mitglieder des früheren demokratischen 'Verem-s, aufgefordert werden, sich demselben anzuschkießen und'm, diescr “HMslChT der ]un- geren Emigration mit einem guten Beispieile voranzrrgehen. Zur Charakteristrung der neuesten BestrebungenMieroslawskrs und jemer Anhänger, hebe ich aus dem im »Glos wolny- veröffentlichten Manke cini e e ervor: ' ,.

»IxJLts syhéizllinischexz ©2501 der demokratischen Propaganda - herßi es im Eingange -- ist erfüllt: dem leke isi 1em Recht,_ den BauernoEigen- “(bum grworden. Leider hat der Egoismus urid der Widerstand des __zirnker- ibums es verhindert, dies Gebot in der Weise zur Ausfuhrung zu bringen, daß die Versöhnung mit dem Volke und dre Wiederherstellung Polen's er- reicht wurden. Doch die Hauptquelle des sozialen Zwrespqlts der pdlnrschen Gesellschaft, die Unterihänigkeit, ift gusgehoben und nur die Ernznerurrg an das erlittene Unrecht ist im Gedächtnißrnd Herzen des Volres zuruckgebliebezi. Diese Erinnerung zu verwischen, ist die Aufgahe der polnischen Demokratre. Die erste Pflicht der wiedererwecxten ,dertiokratisäxen Verbmdrmg' wcrd also darin bestehen, Apostel der Bruderlzchkeit zu „liefern. VU semen orga- nischen Arbeiten wird der demokratische Verein von dem Glauben und

dem (83 und a aus e en daß die Polnische Nation durch eigene Kräfte ihre Unabhärngigßeiß wieLde? Zewinnen kann und muß. Diesem Grundsah find

die Führer der leßien BeWegung leider untreu gemorden.§ Der demokratische Verein, der die hartnäckige Selbsttäuschung mit der diplomatischen Interven- tion tief beklagt, wird fich daher im Innern mit der Concentrirung .und Or- ganifirung aller nationalen Kräfte zum künftigen Kampfe beschäftigen und nach außen Bundesgenossen unter den mitunterdrückten Nationalitäten suchen. Daher steht in seinem Programm in erster Reihe die Pfticht, Fachmänner iür den Nationaldienst und namentlich Militärs zu bilden, die fähig find, die bewaffnete Macht des polnischen Volks zu führen. In Bezug anf die Emigration wird das Streben des demokratischen Vereins dahin gerichtet sein, allen kleinlichen Koicrien, welche die farblose Emigration zerwühlen, ein Ende zu machen, und alle auf eigene Hand unternommene demagogische Arbeiten, welche nicht von der (Hesmnmiheit untersiüht find, und daher leicht unzeiiige Verschwörungen und Bewegungen im Lande hervorrufen könnten, zu hindern u. s. w.«

Schweden und Normegen. Christiania, 13. Dezem- ber. (H. R.) Der Constitutions-Llusschuß befürwortet die Annahme der Königlichen Propofition iiber jährlich abzuhaltende Storthinge. In seinem Gutachten sagt er, daß es schon 1814 der Wunsch War, eine häufigere National-Versammlung zu haben, und wenn jeht auch aus finanziellen Gründen von manchen Seiten davon abge- raihrn würde, weil die dadurch verursachten jährlichen Kosten fiel; auf ca. 17,000 Sp. belaufen werden, so sind die Vortheile, die ein jährlicher Storthing bietet, doch so bedeutend, daß ein solches unbe- deutendes Opfer gar nicht in Betracht zu ziehen sei.

Amerika. Der Bericht , den der Schah - Secretair der Ver- einigten Staaten, Hugh Mac Culloch, dem Repräsentantenhause in Washington vorgelegt hat, ist ein sehr umfangreiches, aber auch, wie die »Timese» sagt, ein sehr tüchtig gearbeitetes Akienftiick. :Das umlaufende Papiergeld der Vereinigten Staaten belief sich am 31. Oktober d. I. auf 146,340,000 Pfd. St., wovon etwa 91 Millionen aus Unionsnoten bestanden, welche direkt vom Schahamt ausgegeben waren, 37 Millionen aus Noten der National- und 13 Miüionen aus Noten der Staats -Banken, 6 Millionen aber aus Zinseszins-Noten, die Vom Schaßamt ausgegeben und für geschliches Werthzeichen erklärt worden find. Diese ungeheure Maffe VOU Papier kann Überdies noch um 23 Millionen anwachsen, die noch in Noten der Naiionai-Banken arisgegeben werden sollen. Das Papiergeld der Union wird also bald den Betrag von circa 170 Millionen erreichen, statt wie es im Jahre 1860 stand, von etwas weniger als 42 Millionen. Herr M'Culloch schreibt selbst: »Es läuft eine ungeheure Masse von Papiergeld mn, deffen Einfluß die bereits enorm hohen Preise fort und fort steigen und die Speculaiion Überhand nehmen läßt; fie mußte aber kontrahirt wcrden; wenn solche Mißstände wie die Krisen von 1837 und 1857 überwun- den werden sollten:: Die Preise stehen, wie er weiter sagt, in der That cht bei einem Goldagio von 47 höher als damals, wo das Goldagio 135 war, umd die Ueberfiille von Papier erzeugt nicht nur Verschwendung und Ausschweifung, sondern auch einen Geist der Spe- cnlation, der die wirkliche Industrie des Landes untergräbt. Wenn nichts dagegen geschieht, so wird das Uebel an einem nicht mehr fer- nen Tage zu einem weitausgedehnten Unheil werde", und nach der Meinung des Schahsecretairs ist das einzige Mittel dagegen die (?in- schränkung des Papierumlaufs. Er fordert daher für fich die Ermach- tigung, die Zinseszins-Noten und die Vereinigten-Staaten-Poten nach seinem Ermessen kapitalifiren und Bonds ausgeben zu durfrn, welche Zinsen, aber nicht über 6 Prozent, tragen. Die allgemeine Staatsschuld belief ßch am 31. Oktober d, J. (einschließlich. des umlaufenden Nationalpapiers) auf 56'1,710,000 Pfd. Das Defizit rst fiir die 9 Monate bis 30. Juni f. I. auf 22,240,000'Pfd. veranschlagt, so daß man also in runder Zahl die Schuld der Union auf 600 Mill. angeben kann. Wenn die Steuern so bleiben wie ]eYt, so wrrd dgs Budget für das nächste Finanzjahr eine Einnahme von 9,200,000 Psd. und eine Ausgabe von 56,863,000 Pfd., einschließlich 28,3004000 Pfd. Staatsschulden-Verzinsung, aufweisen. Da wiirdr also em, Ueber- schuß von mehr als 22 Miflionen sein, der auf dre Redrtctwn des Hauptposiens der Schuld verwandt werden kann. Die Kapitalifirung des umlaufenden Papiers wiirde die Zinsenlaft vermehren, aber Herr M'Culloch glaubt, die Kapitalifirung mit 5 oder 5'5 pCt. zu Stande zu bringen, so daß unter Berückfichtigung eines'Theils der Schrrld, der in der Form ablöslicher Noten verbleibt ," dre ganze Last nicht mehr als 30 Millionen per Jahr betragen wurde. Der Schaßsecre- tair wünscht, vom Kongreß als Grundsah angeriommen zu sehen, daß ein Ueberschuß von 40 Millionen über dirRegterungsJAusgaben gefichert und auf die Verzinsung und Reduction dcr Nattonalschuld verwandt werden müsse. Im ersten Jahre mögen diejZinsen, Wie bereits bemerkt, 30 Millionen betragen und 10 Mtllronerr würden daher vom Kapital getilgt werden; aber das Maß des ltqmdirten Kapitals würde stetig steigen und in ca. 30 Jahren könnte das Gaüze abgelöst sein.-

Privat-Depeschen aus Lima vom 10. November. melden, daß der ehemalige Präsdent der Republik, “General Ca stilla , welcher zuleßt Kongreß-Präfident und als solcher von der: leßten Regierung verbannt worden war, auf dem Punkte stand, sich nach Lima zu be- geben, um dem siegreichen General Canseco den Präfidentenstuhl

streitig zu machen. Lehterem fehlte es an Geld und er sah fiel) nach

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