1866 / 23 p. 17 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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theile in ergiebige Beßandtheile des Bodens zu verwandeln. Ueberwiegend haben daher die Ackerländereien nur eine flache Krume und nicht selten noch einen sehr ungünstigen Untergrund. Während in anderen. Provinzen derartige Rachiheile durch zrveckmäßig außgeführte Drainagen beseitigt worden, find Meliorationen dieser Art in der Provinz Posen häufig durch die ebene Lage des Bodens “Vcr- hindert, auch nicht fetten deZhalb untrrbliebcn, weil es an den „erforderlichen Kapitalien zu durchgreifenden Kulturmaßregeln fehlte, oder auch die Kosten 101: cher Anlagen noch nicht in einem entsprechenden Verhältnisse zu den Preisen des

Bodens standen. ,. ' .

Uebrigens ist auch in einzelnen Distrikten und Kreisen die Anzahl der1cnigcn größewn Grundbefiizer nicht gerade gering, Welche im Bcfiße zn'cichenker Mittel und ausgerüstet mit der nöihigen Intelligenz und Energie dur3) eine rcrtionelle Bewirthscbaftungsweise die Ungunst der Verhältnisse zu überwältigen die Kraft

und Außdaucr besitzen

zu weit höheren, als den gegenwärtig gemeingewöbnlichen Erträgen berechtigen. Wenn daher auch bei Feftsteiiung dei" Tarifsäße die gemeingewöhnlichen Verhäli- iiiffe zum Anhalt genommen werden mußten, so ist andererseits doch auch dafür Sorge getragen, diese nicbt gerade an besonders erschwerende U1nstände_anzu-' schließen und dadurch die Ungunst der Verhältnisse Überhaupt zu sehr in den Vordergrund treten zu losen,

Fiir die einzelnen Kreise der Provinz Posen haben sich die nachstehend be- zeichneten durchschniitlichen Reinerii'äge für den Morgen Lieferland (u.) und für den Morgen sämmtlicher Kulturarten (b.) ergeben:

3. 'r). ' u. 1).

Sgr. Sgr. Sgr. Sgr.

1. JnoWraclaw ......... 43 33 . Mogilno „,...,-...; 26 23 2"; Kröben..... ........... 35 33 . Schubin ............. 26 21 . Schroda ............. 31 . Pleschen ............ 25 22

. Kosten ............... 30 . Bak ..... ...... 25 21

. Jraustadt ........... . 30 . Adelnnu ............ 25 19

. Sainte): ........... .. 29 “. Schrimm ........... . 23 19

. Bromberg ............ 29 '. (Hiiesen .............. 22 20

. Krotoschin ............ 28 . Schildberg ........... 19 17 .. Posen ............... 27 . Czarnikau ............ 19 16 10. Wreschen ............. 27 . Chodziesen ........... 19 15 11. Obornik . . . ......... 27 . Bomst .............. 19 14 12. Wirfiiz ............... 26 24 25. Birnbaum .......... 18 12 13. Wongrowiec ........ 26 23 26. Meseriiz ............. 16 12

Etwa der vierte Theil des Kreises Jnowraclaw wird von dem bekannten, schweren, kujavischen _Weizenboden eingenommen, dessen Ertragfähigkeit indeß durch den Mangel eiiies gcnügendcn Wafferabfiuffes, sowie durch das sich vielfach Vor- findende kohlensaure Natron, welches die Vegetation zerstört, wesentlich beein- trächtigt wird, deffenungeacbtet aber für die in dem fraglichen Kreistheil belege- nen Gemarkungen den durchschnittlichen Reincrirag des Ackers auf 60-90 Sgr. fiir den Morgen ergeben hat.

Der durchschnittliche Reinerirag für den Morgen Acker und für den Mor- gen aller, Kulinrarten "schließt für die Gesammtheit des Regierungsbezirks Brom- berg auf 28, beziehungsweise 22 Sgr., des RegierungsbezirkZ Posen (mf 26, beziehungsweise 21 Sgr. ab.

3. Provinz Po mmern.

Die Provinz Pommern stellt sich nach dem durcbschniiilicben Rcincrirnge fiir den Morgen Ackerland mit 34 Sgr. zwischen die Provinzen Posen mit 26 Sgr. und Brandenburg mit 36 Sgr., während sie nach dem dichälligen Satze fiir alle Kulturarten von 26Sgr. mit der Provinz Brandenburg gleich- steht und die Provinz Posen mit 22 Sgr. nm 4 Sgr. überragt.

In der Provinz Pommern, wi'lcbe hinsichtlich der Bodenbcschaffenheii mehr Verschiedenheiten darbietet als die Provinz Posen, hat der Hauptsache nacb der westliche Theil wegen seiner größeren Wärme und Milde, sowie wegen der besseren Untergrundsvcrhältniffe den Vorzug Vor dem östlichen, der schon nach seiner Lage ungünstigeren klimaiiscben Verhältnissen ausgesetzt ist. Die erste Stuss nehmen die vier Kreise des Regierungsbezirks Stralsund mit ihrem fruchtbaren, zum Weizen- und Gerstenbau geeigneten Lehmboden cin, der besonders im Kreise Rügen bei gfinstigen UntergrundZverhältniffen in vorzüglicher Güte auftritt. Westlich von der Oder schiießi sich diesen Kreisen zunächst Demmin mit seinem ausgedehnten, in guter Kultur befindlichen Lehmboden cm und diesem folgen der Kreis Randow und der Stadtkreis Stettin mit besonderkx giinstigcn Wiesen- und AbsaZVerhältniffcn. Ein größerer Wechsel in der Bodenbefchaffenbeii bei zum Theil ungünstigen Abfinßverhäiiniffen zeigi sich in den Kreisen Anklam und Usedom-Woliin, während im Kreise Ueckermünde der gute Boden "nur nock) eine geringe AuZdehnung in der Gegend von Pasewalk hat, im Uebrigen aber

das Ackerland sich meist zerstreut zwischen den angcdehnten Waldungen, welcbr -

hier 53,9 pCt. dcr Gesammifläche enthalten, vorfindet.

Oestlich von der Oder sind es zunächst die Kreise Pyriß und Greifcnhagen, .

welcbe den ertragreichsten Boden besitzen. Außerdem zieht sich an der Küste der Ostsee durch die Kreise Kammin, Greifenberg, Fiirstenthum, Schlawe und Stow bis gegen den Lauenburger Kreis ein Landstrich hin, in welchem ein im All- gemeinen kräftiger, ergiebiger Lehmboden vorherrschend ist. Den schlechtesten Theil der Provinz bilden der siidösiliche Theil des Kreises Lauenburg, die Kreise Biitow nnd Rummelsburg, ferner die anschließenden Theile der Kreise Stolp, Schlawe, Fürstenihum, Belgard, Neustettin und Dramburg. Die übrigen Theile der'Provinz enthalten Vorwiegend lehmigen Sandboden.

Auch die klimatischen Verhältnisse der Provinz find sehr ungleich. Osten wird das Klima ungünstiger, es zeigt sich dies in der nach dieser Rich- tung bin stattfindenden Abnahme der Durchschnittswärme, in dem späteren Ein- Fritt des Frühjahrs, in den durch späte Nachtfröste entstehenden Störungen der Vegetation, in dem früher eintretenden Winter und der kürzeren Bestellungs- zeit. -- Die der“ See zunächst belegenen Landstriche find zwar den zeitweise eintretenden Stürmen und einem oft schroffen Wechsel der Temperatur aus- geseßt; es kommen denselben aber auch die Niederschläge in Folge der Aus- dünstung der See zu Gute, deren Vortheile für die Vegetation fehr erheblich ins Gewicht fallen.

' des Acker?» von durchschnittlich

und hierdurch, sowie durch Ausftihrimg zweckmäßiger = und erfolgreicher Meliorationen den überzeugenden Beweis geliefert dabei!, „dai; - die Liegenschaften der Provinz nach ihren günstigen BodemnischunchVcrhäliniffen :

* und Fricdeberg.

Nach “-

Der durchschnittlicbe Reinerirag für den Acker und für die Gisammtheit aller Kulturarten ist im Regiernngsbezirk Siralsund zu 62, bezicbungsweise 51 Sgr. fiir den Morgen, im Regierungsbezirk Stettin zu 37, beziehungsweise 30 Sgr., im Regierungsbezirk Köslin endlich zu 21, beziehungsweise 15 Sgr. ermittelt morden.

'Der Regierungsbezirk Köslin trifft bei dem vielfach vorherrfchendcn, sterilen Sandboden, welchem auf dem hohen Plateau im östlichen Theile des Bezirks nur die spärlicbsten Ernten abgewomien Werden können, in dem Reincrtrage 21 Sgr. fiir den TRorgen mit dem Gumbinner Bezirke zusammen, fällt aber gegen diesen im Durchschnitt ailer Kulturarien nocb um 2 Sgr. ab. Dies Verhältniß wird Vorziigswcise dadurch begriindet,

, daß/ im KöÉLiner Bezirk 11,5 pCt. der Gcsammtsläcde als Weide zu 3 Sgr.

fiir den Morgen und 22,2 pCt. derselben als Hoizungen zu 4 Sgr. fiir den Morgen einzuschätzen waren, und derartig geringe Durchschnittserträgc eben. soircnig im Regierungaezirk Gumbinnen, als in irgend einem anderen Bezirk angenommen werden konnten.

Für die einzelner: Kreise der Provinz Pommern ist der durcbschniiiliM Reinerirag für den Morgen im Acker (a.) und in sämmtlichenKititurarie11(1),) ermittelt worden, wie folgt:

71. 1). 71. 1).

Sgr. Sgr. SKU"- SLU“- 1. Rügen ............. 73 58 . Saaßig 27 23 2. Grimmen 61 51 . Regenwalde ........ 24 20 " Greifswald ...... .. 59 50 . Naugard ........... 24 20 Franzburg .......... 57 45 . Kammin .. ......... 24 18 Demmin ........... 56 49 . Siolp ............. 22 15 Stettin (Stadt) ..... 53 54 . Ueckermünde . . . . . . . . 21 17 . Belgard ........... 20 15

Pyriiz ............. 51 42 . Schchlbein ........ 18 14

Randow ........... 51 41 Greifeiihagen ....... 42 37 . Lauenburg ......... 17 11 Neusteitin .......... 15 11

Anklam ............ 40 31 24. Usedom-Wollin ..... 40 25 . Dramburg ......... 14 10 Greifenberg ........ 39 32 26. Biitow ............ 13 8 Schlawe ........... 33 23 27. Rummelsburg ...... 12 8 . Jürftenthum ....... 28 21 -*

In dem berciis erwähnten, die Kreise Fürstenihum, Schlawe und Stow der Ostsee entlang durchziehenden Strich fehr ertragreichen Bodens, der sich überwiegend durch seine Milde anZzeichnet und durch die Nähe der See begiin- stigt wird, steigt in einer Gemarkung de:? Kreises Fürstcnthnm der durchschnitt- liche Reinertrag im Acker für den Morgen auf 85 Sgr., in 64 Gemarkungen durchschnittlich auf 40 bis 80 Sgr. Die übrigen Theile jener Kreise sind aber von schlechter Bodenbefchaffenheii und wird hierdurch der durchschnittliche Rein- ertrag für die Gesammtheii der Kreise erheblich -- bis auf 28, 33, 22 Sgr. im Acker - herabgrdrücki.

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o--'1-- :"“.SZIKOIDZNP.“

,...-,...,.- 43.95.“-

4. Provinz Brandenburg.

Die Provinz Brandenburg, welche sich mit dem durchschnittlicben Rein- erirage fiir den Morgen Ackerland von 36 Sgr. drr Provinz Pommern mit 34 Sgr. nabe ai1sch11cßt, gegen die in dieser Beziehung nächst höher steheiide Provinz Schlesien mit einem Durchschniirssaize von 49 Sqr. aber nicht un- erheblich (um 27 pCt.) zuriickbleibt- ist Vor den Provinzeii Prcnßcn- Posen und Pommern durch günstigere klimatische, Absatz- und Verkehrsberhältniffe bcdor- zugi, steht aber dcnsrlben in dcr AUZÖLHUUUZ des gnten und mittleren Boden:? nacb. Ganz vorzüglich ertragsfäbigen Boden besitzt die Provinz in den Oder- und Warthenicderungen; cs Umfasson dieselben aber nur etwa 26 Qnadraimcilen, mithin 11011) nicht 4 116,1. drr (“Zcsammtfläkbr der Provinz. Ebenso bcfindct sich ein humoscr Thon- und Lrbmbdden in borziiqlicher Be- schaffenheit in den nördlich imd östlichen Theilen der Uckermcirk,“niit qeriiigcr Abstufung in einem Theile der Pricgnii), im Habellande, frriwr imchbnscr Kreise, einem Theile des Kreises Guben und den Krciscn .?biiigsberq, Soldin In den iibrigrn Theilen der Provinz irimmt dcr Bod?" déi! Cbaraktcr des lehmigen Sciiidcs an und stuft sich dann bis „311111 diirfiiqsten Sandboden ab. Dieser irockcne, im Ackerbau mir wenig iohiicnde Sandböden findei sich in Misgédchntkkj Flächxi vorzugsweise) in der Ostbricgnii), im nörd- lichen Theile ch Ruppiner KrciseZ, ferner im Kreise Templin, in den Barnim- schcn Kreisen, in Teltow und im Aiigsrmiinde vor. Eine Nich qerinqcrc rms- dchimn-Z: 51.11 dcrselbr im Weßhabeliandc, in dcr Zauche, dcm Ji1rcrb6g-Lirckcii- waldir “.*.ind dem Beeskow-Sidrkdwschen chisc, vorziiJCchisr aber in der gmizcn Niederlausitz, sowie in dcr: KrcisenKroKen urid Sternberg Und in qroszeiiFläkbM der Kreise Soldin, Ariiswalde nnd *Fricdcberg. Der gute Bodcwmii EinsiÖlUß dcr Niederungen der Provinz mnfrrßk iwc!) nichr drm driticii Theil der (*Icsnmmi- fläche der Provinz, Mehr als zwci Driiibcilc dorsilben gehören dem schwcrchlch- migen Sandboden und dem dürftigen Sandboden mi. *

Der Kiilturzustand ist im Ailgemeinen sehr gut. Meliorationen siiid M der größien AuZdehnung vorgenommen nnd der sehr Vrrbrciictc Mergel, dcrsiéb aucb in den schlechtesten Kreiscn vdrfiiidci, ist 311): Verbesserung de? Éandbdchs möglichst bcrxirßr worden, Bei-dcm im Ganzen iiiclit ritigiinstigcn Wiesenvorhäld niß werden daher auch in allen Kreisen weit höhere Erträge erzielt, als sicb 11ach dcn mineraliscb-en Bestandtheile" ch Bodens wiirden erwarten (affen. Dureh diese Fortschritte in der Kultur findei es auch sciiic Erklärung, daß dem Wald- boden -- dcr auch jeizt noch eine Verhältnißmäßig größere Airsdehnunq, als in den anderen Provinzen hat und im Ganzen 32,8*pCt. dcr Gesammtxfläckyc eil!“ nimmt -- behufs Benulxung als Acker wcit mehr Flächen abgewonnen worden, als hierzu gceignei find, und auch ]“th „noch diese 11111Wandlung der Wälder 1" Acker in diesem Flachlandefortgesei3t wird.

Nach Maßgabe? des durchschnittlichen Reinerirags für einen Morgen Acker- ldnd (a.) nehmen die Kreise der Provinz Brandenburg11ach|ehende ReiOLUfVlIe ein, Welcher unter 1). die durchschnittlichen Reinerträge für den Morgen sämmt- lichec Kulturarten beigefügt sind:

Zi. 1). 8. 1).

SIN SIN Sgr. Sgr.

Berlin (Stadt) ..... 105 151 . Sorau ............... 30 17 Prenzlau ........ 60 52 . Kottbus _____________ 29 22 Königsberg ---------- 56 44 „Sternberg ........... . 29 22 Lebus .............. 55 40 . Luckau ............... 29 20 Landsberg ........... 49 37 . Kalaii .............. .. 28 20 AUIWUÜUÖL -------- 48 38 . Guben ............... 27 21 Soldin ........... . 48 37 . Züllici)au-Sch11*iebns .. 27 21 Oberbarnim --------- 47 35 “. Arii-F-wa1de ........... 27 20 Frankfurt (Stadt) -. 44 4x“) ' . Ostpriegniß ........... 26 21 , Potsdam (Stadt“). . . 43 92 . Zauci) -Belzig . .... . „. 25 20 „TNbavabd -------- 42 31 . Txmpün ............. 25 18 '. Niederbarnim ....... 30 _ Spremberg __________ 25 15 - Westpriegnilz. - - - - - - - » ZS . Jiiierbdg-Luckenwaide . 24 17 .Friedebcrg ---------- T 27 . “irosicn .............. 23 15 - . Ruppin ..... 7 ....... ".I-') . _ BLLÖFVW Storkow . . . 22 16 . TLesthaveUänd ------- . 23 . LübbNi ............... 13 12

. Teltow ............. 31 20

Die höheren Reineriräge dcs ertragsreichen Niedrrungßbodens, Welche, da die betreffenden Kreise zugleich erhebliche Flächen geringen Bodens enthalten, in vorstehender Uebersichr als solche nicht berborireten, haben sich in den borzugZ- weise hierbei. betheiligten Kreisen folgendermaßen gestaltet:

DEINEOUW-

71. .

*“ . Kreis Königsberg, Oderbruch ....... 136 Sgr., 106 Sgr.,

". Oberbarnim, Oderbruch ....... 133 122

Angermünde, Oderbruch ...... 117 80

Lebus, Oderbruch ............ 91 87

Sternberg, Warihebruch ..... . 70 77

Oderbruch ....... 57 61

, Frankfurt, Oderbruch ........ 47 44 _.,

Das Oderbruch der Kreise Königsberg und Oberbarnim hat mit dem klei- nen Marienburger Werder in der Provinz Preußen im ,Wesenilichen gleiche Bodeiiiiiischu11gs- und gleiche gesicherte Deichverhältniffe. Wenn dennoch für den kleinen Werder im Ackerlandr nur ein Durchschnittsreinertrag von 108 Sgr. für den Morgen, in dem Oderbruch jener Kreise aber ein solcher von 133 bis 136 Sgr. festgestellt worden ist, so findet dies seine Begründung in den weni- ger guten Kultura klimatischen und Absatzherhältnissen der Provinz Preußen gegenüber der Prpvinz Brandenburg.

Die hohen Neincrträge fiir die Stadt Berlin, Welche in dieser Beziehung die erste Stelle unter allen Kreisen der Provinz einnimmt, und in welcher auf die Gärten ein Reinerirag von 246 Sgr. für den Morgen trifft, find nur durch die Vorzüge der Residenz nnd die dadnrcl) begründeten vorzüglichen Absalzver- hälfniffe bei dem Vorhandenen iiberaus hoben Kulturzustande herbeigeführt wor- den, da der Boden an sich nach seinen mineralischenBcftandtheilcn mir bon ge- ringer Qualität ist. .

Für den Gesammtumfang des Ncgiecnngsbezirks Potsdam hat fich beim Ackerland ein Reinertrag von 36 Sgr., im Durchschnitt aller Kulturartcn von 27 Sgr., fiir den Regierungsbezirk Frankfurt von 36 beziehungsweise 26 Sgr. fiir den Morgen ergeben.

5. Provinz Schlesien. );

Die Provinz Schleficn kommt mit dem durchschiiittlichcn Reinertrage sii den Morgen Ackerland von 49 Sgr. und fiir den Morgen sämmtlicber Kultiw- arieii von-37 Sgr. zwischen die Provinzen Brandenburg mit 36, beziehungs- weise 26 Sgr. imd Wistsalen mir 60, beziehuiigsweise 41 Sgr. zu stehen. Sie wird Von einer Kette von Hochgebirgen durchzogen Und nimmt dadnrch einen, von den vorbeschriebenen Provinzen wescntlicl) Verschiedenen Charakter (111. Im Süden ch Licgniizcr Bezirks, an der Grenze von Sachsen nnd Böhmen, beginnt diese Kette ihre Westlichen Aiisläufer durch das jr'idlichc Drittheil dcs Görliizcr Kreises bi»?- in dir Südspitze dcs Rothenburger KrciseZ erstreckend- in den Krciscii Laiiban iind Löwenberg mit 12111 Jsarkmnm, bildet in den Kreiseit Hirschberg, Landesbut, Schöiiaii mid Bolkeiibiiin da;) Iiiesengebirgc mit der bis zu 4962 Jus; fiber der McercsfläM ansteigeiidcn SÖUWkOpP-C, geht dann durch den Krcis Wa1dciiburg im Breslaiier Bezirk in dir Paralkclkeitcn des Eiilcn- und Oicichcnstciner Gebirges einerseits iind ch Heuscbcuer- und Habelschwerdter Gebirges Undcrerseits, durch wclche dic, Grafscbafr GM_". cin- geschloffen wird, über und scßt sicb endlich nach Ocstreichisch-Schlefien an quer Grenze des Opprlner Bezirk? in BÜZ Schlesiscb-Mährisckw Göcienke fort, welches in die siidrr-cßlichcii *Tbeilc der Kreise Neusiadt imd erbsihiii) hiiicinrcicbr.

Der Wodcn im Hochgrbirgo, der sich nac!) dem Vorstehenden in allen drei chiernngßbczirkcn vorfindet, bai: in der Regel nnr eiiie sebr flache Ackerkrumc und besteht iiberwiegend crits eincm magern denbddcn. Eine größere Tiefe nimmt die Ackerkrnmc im den Vorbergen 1111, während (im Fuß? der Berge cine Ablagcriiiig ch? Vorziiglicbsi'cii iind ertragrcicsMcn Bodins iii eimer ost _scbr br:- iräcdtlicben “))?c'ichiigkcir vorhändeu ist. Noch dicsrr *Libfiufung des (Hebirgs- bodens finden fick,) «bar «11141 aiisgcdebnte Smidfiäcizcn namcnilicb in dcn Grenz- krcisen mir den Provinzen Brandénburg rind Poseii, sowic aiif dcm rechirn Ufer der Oder bor, wenngleich disselbcn in ihrer ränmiichen Lliisdchmmg gegen den Sandboden der Provinz Brandenbnrg schr erheblich ziirr'ickblribcn. Der am Fiiße des GebirgZzngeI abgelagertc, schr crfragreiclß, tiefc- humosé, milde Lehmboden, welcher in ziisammcnhängendon Maffcii eine große Arisdrbiimig hdit, bcgimit schon i:: der Oberlausitz [kings dcr Südgrenze dcs RdtdeUbnrgcr Irreich und er'rrcckt sicb bis» zum Eimriit der Oder in den Kreis Ratibor hin. Nach den Bergen zu wird er flacher urid Weniger ertragsreich, wie auch in' Ober- schlesien die ungünstigen klimaiischen, Wirthschafts- nud Absaßderhältmffe die Ertragsfähigkcit beeinträchtigen. Jm Breslauer Bezirke gehi dann der gute Boden al1mc'ilig in den schwiirzen, aufziehenden, jedoch immer 110.1) recht ertrag- reichen Boden über, an welchen sich sodann die Oderniederung anschließt. Etwa bei Maltsch, woselbst die Oder sich nach Norden wendet, hört dieses günstige Bödenverhältniß auf und im Liegnitzer Bezirke scheidet eine von Malisch knack) der Grenze zwischen den im Kreise Rothenburg gebildeten beiden Klasfisikaiions- dißrikten gezogene gerade Linie den guten Lehmboden vo11 der nördlich dgran- stoßenden, sandigen, norddeutschen Ebene ab. Nur im Kreise Glogau findet

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fich an der linken Oberseite guter Lehmboden noch in großer Außdehnung vor, ebenso in der Fortsetzung des Höhenzuges auf dem rechten Oderufer im Treb- nitzer Kreise. Nach seiner Ausdehnung nimmt der vorzüglich gute und der mittelmäßig gute Boden Wohl etwa zwei Drittheile der Provinz ein, während die weniger ei'giebiien Gebirgs- iind Sandkrcise, die im Durchschnitt noch nicht den Ertrag von 31 Sgr. fiir den Morgen im Acker gewähren, auf etwa ein Drittheil der Fläche beschränkt sind. )

, _Nach der Tcrraiubildung ist das Klima der Provinz ein sehr verschiedenes, im Ganzen aber nichr ungünstiges. Jm Hochgebirge zeigt fish je "“ck der Höhe über dem Meeresspicgel der zeitige und andauernde Winter und nach dierem i1n_ Ganzen cin raubes Klima, das auch über die Grenze“der Berge hmauZZ -1c1ne Einwirkungen äußert, dagegen sind die ebenen Theile der Provinz nach ihrer Lage gegen solche Nachtheile gescbüizt, jedoch auch häufigen und kalten Nord- und Nordostwinden ausgesetzt. !

_ Für die einzelnen Kreise der Provinz ist der durchschnittliche Reinerirag furden Morgen Ackerland (a.) und fiir den Morgen alLer Kulturarten (b.) ermittelt worden, wie folgt:

3. 1). a. i). , Sgr. Sgr. Sgr. Sgr. . Striegau ...... . ..... 104 97 31. Schönau .......... 45 37 . Irmer. ............. 104 85 . Sprotmu ............ 42 27 .. Rimptstd ........... 96 89 . Steinau ............. 40 36 . Breßiau (Stadt) 93 142 . Woblau............. 40 35 _. Ließmiz ..... 87 83 . Guhrau ............. 38 33 . Munstrrberg ....... . 87 78 . Kreuzburg ........... 37 34 . Schweidnii) .......... 85 75 . Namslau ........... . 37 33 . Leobjchüiz ........... 82 79 . Bunzlau ..... ......37 23 . Strehlen ........... 79 73 . Falkenberg ........... 36 30 . Neilmarkc ........... 79 71 . Freistadt ............ 35 28 . Reichenbach .......... 74 63 . Hirschberg... ........ . 34 22 . Breslau (Land) ..... 71 70 . Lüben ................ 33 27 . Frankenstein . . 70 57 . Waldenburg .......... 29 . Ohlau . 65 58 . Sagan ............... 18 Neisse ............... 63 59 . Militscb-Trachenberg . . 25 . Grottkau ........... 62 58 '. Habelschwerdt ........ 2 23 . Brieg ............. 61 50 . Rothenburg .......... 17 . Yeustadt ........... 58 51 . Grünberg. ...... 22 . Kosel ............... 57 44 . Beuthen ............. 22 , Goldberg-Haiiiau . . . 55 48 . Oppeln ........... 19 21. Glogau ............ 55 46 . Gr.-Strehliiz ....... . 17 22. Neurode ............ 55 41 . Hoyerswerda ........ 23. Ratibor ............ 54 49 . Landeéhut .. ......... 24 24. Vauban ............ 54 47 . Wartenberg .......... 24 25. Löwenberg .......... 54 43 . Tost-Glciwiiz ........ 24 26. Görlitz .......... 54 36 . Pleß .......... . ..... 21 27. Glatz ............... 53 38 . Rosenberg ........... 21 28. Tcebniiz ............ 51 43 . Rybnik ............... 20 29. Bolkenhain .......... 49 42 . Lubliniiz ............. 16 10 30. Oels ............... 45 39 Im Kreise Siriegau, Welcher in vorstehender Reihenfolge die erste Stelle einnimmt, hat nur eine Gemarkung einen Rrinertrag zwischen 40 und 50 Sgr. für den Morgen und eine zweite einen solchen von 70 Sgr., alle übrigen Gemarkungen haben aber Reinerträge von 80 bis 130 Sgr. ergeben. In dem dann folgenden Kreise Jauer steigern sich die durchschnittlichen Acker- rcinerträge für einzelne Gemarkungen bis über 140 Sgr. Die diirchschnittiichen Reineriräge fiir die Gesammtheii bczirke betragen, und zwar:

der Regierungs-

&.

fiir Breslau ............ . 57 Sgr.

Liegnitz ............... 47 Oppeln ............... 41 31

))

Beim chierungsbczirk Licgniiz wird das erhebliche Zurückbleiben des Salzes zu 1). gegen dcn Saß zu 8. durch den bcderticnden Umfarig der Holzmigen begriindet, welchc mit 36,6 pCt. dcr Gesammtfiäche des Bezirks eine verhält- nißmäßig größere Arisdchmiiig haben, als im irgend einem anderen Regierimgs- bezirke der sech östlichen Provinzen.

6. Provinz Sachsen.

Die Provinz Sachsen hzt bei der großen Ausdehnung des sehr fruchtbaren Bodens und den im Allgemeiner: sehr günstigen klimaiiscch und sonstigen Ver- hiiitxiiffen mit 80 Sgr. fiir den Morgen Ackerland und mii 62 Sgr. für den Morgen 1111er Kulturarten die höchsten diirchschnittlichcn Neinerträge im Ver- ZLcici) 511 den anderen Provinzen crgcbcii. Näch ihrer allgemeinen Terrainbil- dung zerfällt dio Provinz in zwei Haupräbscbnirie, d-ZZ gebirgige und das auf- gcséyir-smmis Land, WZ H=1iiptgcbirge 112161 der Harz und der Thüringer Waid arif, 3111641211 beiden die eichsfeidschcn Gebirge, Ohm imd Dim, ferner der Heinicb, die Heinlriia, dir Schmücke und die Finne.

Die Höhen der Gebirge enthalten meist flachgriiiidigcn kalien Lehm, auch klaiigeii, icttigen Thon, in der Mriscbelkalkformation auch kalkreichen Haffelboden, in der Regel mit Steinen mcbr oder weniger vermischt, im Untergrunds thrils Felsen, ihciks Steingerölle, theils undurchlässige" Thon. Dieser Boden geirährf nach seiner Vcschaffcnhcii urid bei dcm rauhen Klima nur geringe Eriräge. 'Da- JOIN! cnthalicn in den Gebirgskreiscn die Thälcr in den iicfcren Lagen meist frrichibaren fetten Thon und Lehm oder milden, bedeutend mit Thon gemischten Sandboden, der sicb aus den durch Wasserabfiüffe von den Bergen abgeschwemm- ten beffcren Vestandiheilcn abgelagert bar und in seiner Ertragsfähigkéit nur durch Weitere Ueberschüiiung gefährdei und durch zuweilen ungünßige klimaiifche Verhältniss bceinträchtigi wird. An diesen Thalboden schließt sich der Mittel- bdden auf den unteren Bergabhängen in weiien, ausgedehnten Thalkeffeln an, der in den drei Regierungsbezirken der Provinz in fast gleich großer Ausdeh- nung vorgefunden wird. Den fruchtbarsten Boden der Provinz umfaßt das im Allgemeinen der Gebirgsformation angehörige Hügelland, mit Ausnahme der zu

boch ansteigenden Berge, in seinem mehr oder weniger reichen Lehnw beziehungs-

weise Thonboden. Hierher gehört zunächst im chierungßbezirk Magdeburg der