1866 / 42 p. 4 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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zu fassen, jedoch mit der geringen Veränderung der Schlußbesiim- mung, daß es dem Staate ausdrücklich Vorbehalten bleibe, dieses Gesch wieder außer Wirksamkeit soßen zu können.

Dänemark. Kopenhagen, 14. Februar. In der gestri- gen und heutigen Sißung hat die erste Berathung des Budgets des Kriegsministeriums stattgefunden, Aus der umfaagreicheu Debatte dürfte nur die Rede des Kriegsministers hervorzuheben sein, mit wel- cher dieser die Diskussion in der heutigen Siyung eröffnete und die dahin ging:

Mit Befriedigung habe er den Eindruck und die Ueberzeugung er- halten, daß das Thing fcincEntwaffnung, sondern eine starke chr Wolle. Es wolle Ersparungen und damit sei auch er einverstanden, d. 1). soweit dem Hauptzweck des Heeres nicht dadurch Schaden zugefügt werde," er habe das durch die Reductionen in der Kavallerie und den Wegfall der Exercicrzeit bethätigt. Der ihm von seinem Vorgänger überkommenen Reorganisation (über welche er eine Ucberficht gab) enthalte viele vortreffliche Momente, während Manches doch einer Modification bedürftig sei. Der ULUL Plan liege in der Kommisfion vor. Es sei wichtig, die bisherigen Cadres aufrecht zu erhalten, tl)cils um den Arbeiten der Konnnisfion nicht vorzugreich, theils um nicht Auflösung und Verwirrung in die Armee zu bringen, dercn traurige Wirkungen wir. vom Herbst 1863 kennten. Auch würde man durch ein Eingreifen in die Artmeverhältniffe im jelzigcn Zeitpunkt nichts sparen. Er bitte daher keine Veränderungen zu verlangen. Einer ferneren Reduc- tion der Kavallerie widerseße er fich und stbildUtc in instrukti- ver Weise, unter großer Aufmerksamkeit des Things, dic Anwen- dung der Kavallerie und that die Gründe dar, weshalb fie,* als noth- wendiges Glied einer Armee überhaupt, wenigstens in der gegenwärtigen Stärke aufrecht erhalten werden müffr. Dann sprach er fich über die Bewaffnung aus, in „Bezug auf welche ein kleiner Staat weniger Grund zu sparen habe, als ein großer, da die Einführung von Verbcfferungen Leichter zu bewerkstelligen sei. Mehr als die Ucberlegenhcit in der Oln: zahl des Feindes sei seine Uebcrlcgcnheit in der Bewaffnung unheil- voll im leßten Kriege gewesen. Er schilderte, mit wie großer Bravour die dänischen Truppen gegen den Feind gegangen seien, aber wie mör- derisch die Salven des Feindes auf kurzer Distance gewirkt hätten, die ihm in größerer Anzahl als auf dänischer Seite durch die Zündnadel- gewehre zu geben möglich gewesen sei. Was die Aquildung von Offi- zieren beiräfe, so schlage sein Plan einen Zugang theils aus der Unter- offiziersklaffe, theils aus der ReserVeoffiziersklaffe vor.

Amerika.- New-York, Z. Fedruar, Abends. General Weitzel hat über den Protest der Kauflrute und fremden Konsuln in Matamoras ein Schreiben an den General-Adjntanten des -Dcpartements won Texas gerichtet. Er erhebt. die Gegenbeschuldi- gung, daß fie während des Bürgerkrieges den Konföderirten zu Kriegsmatcrial verholfen hätten. Uebrigens dcsavouirt er die Ein- nahme und Plünderung von Bagdad und weiß, daß die föderale Regierung desgleichen than werde. Alle Theilnchmer an der Affaire von Bagdad find, wie er sagt, verhaftet worden und eine Kommisfion untersucht jcßt die ganze Angelegenheit. Weißel hat auch alle Be- waffneten, die fich im Bezirke des Rio Grande auf der Lauer halten, Verhaften lassen und den Befehl zur AuZmusterung des 118. Re- giments farbiger Infanterie annullirt, bis die Militair-Kommisfion ihren Bericht abgestattct haben wird.

Im Senate [)at Mr. Howard cine Resolution beantragt, Jefferson Davis und Clement C. Clay schleunigst vor ein Kriegs- gericht zu stellen.

Depeschen aus Ncw-Orleans wiederholen die Nachricht, daß Juarez in Texas angekommen sei. Nachrichten aus Vera-Cruz vom 22. Januar melden, daß eine von General Fignisoa befehligte republikanische Streitmacht von 2000 Mann im Staate von Tehuantepec von den Kaiserlichen untcr Prieto geschlagen worden ist. Marschall Bazainc hat die Belagerung von Tampico für aufgehoben erklärt. Der republikanische General Porfcrio Diaz hatte noch eine Streitmacht in Oajaca. Zn Michoacan war der republi- kanische General Riva Palazzio verstärkt worden und rüstete fich zu einem neuen Feldzuge an der Spitze von 3000 Mann.

Asien. Dcr Pariser »Moniteura bringt (theilweise schon gc- meldete) Nachrichten aus Hongkong vom [.Januar, denen zufolge der Aufstand in dem Norden von China noch lange nicht unterdrückt iü. Die Provinzen Sang-tong, Honan, Tscheli, Kiang-Si, Happel), Fo-Kieng, Sutscheu, Kuang-Si und Kanton find theilweise von den Banden dieser Uebelthäter verheert worden. Die Taipings bilden, mit Einschluß dcr Weiber und Kinder, eine Masse von 100,000 Per- sonen, von denen kaum 20,000 waffenfähig find , und doch konnten sie bis jeßt noch nicht unterworfen werden. DieRebellen von Sang- tong wußten den Truppen Tseng-kwo-fan's, denen fie in geordneter Schlacht nicht hätte'n widerstehen können, zu entschlüpfen. Sie smd xeßt, nördlich vom Gelben Flusse, im Honan, wo fie in einer ftarken Stellung Winterquartier bezogen haben. Der Gouverneur von Kiang-Nan mußte einige Truppen von Nanking heranziehen, um, wenn möglich, den Marsch der Jnsurgenten nach dem Süden aufzu- h'qlit'en. Alle" ansässigen Fremden bedauern Fehr lebhaft, daß die Kai- strli'chen die 'ruropäiscyen Offiziere, die unter Gordon gedient, nicht beibehalten haben. Durch ihren Muth und ihreGeschicklichkeit wären

Räuberseharen aÜe heißen, Herr geworden. werthen Thätigkeit der Kreuzer werden die Küsten durch die Seerä ber noch sehr unsicher gemacht. Beinahetägiichnehmen oder zerßöru' die Kanonenboote einige mit Feuerschlünden und zahlreichen Mane" schaften ausgestattete Dschunken. Mit genauerer Kenntniß der KÜZ- und der verschiedenen Anferpläße wird auch diese Gefahr abnebmee Die franzöfiscbe Admiralität läßt Aafnahmen der chinesischen “Kü“? anstellen, eben so ist von Seiten der englischen Marine Capjm'ie thds nach vierjähriger Arbeit mit der ihm übertragenen Allfqabn ferxxg geworden. Er hat den vollständigen Plan der Küste und'dx Hasen Chinas, den südlichen Theil von Korea, so wie die “*Msek Fdrmosa mit,ihren Bänken aufgenommen. Das Innere dicser Kllsel Wird gegenwärtig von zjvei englischen Reisenden durchforscht„ 7le 3. Dezember wurde der Chirurg des vor Hankao liegenden? fm" 5, ffschen Kanonenbootes mit einem seiner Landdlcute auf einem SZ,]. ztrgange von eine Anzahl Chinesen obne a[1c Veranlassung Über- fallen und schwer mißhandelt. Der franzöfische Cdirurg Wurde so- , gar Von den Angreifern in der Gefangenschaft zurückgehalten. Der ? französtsche COUsUL begab fick) sofort mit 50 Leuten des Kanonen- bodts nach dem Gefängnisse, befreite den Offizier und nahm vier Chmesen mit fort. Am folgenden Tage trat auf Verlamgen des Konsuls das Gericht zusammen und verurtheilte zwei der Delin- quenten zur Baftonnade, welche sofort an ihnen öffentlich voljzogen ward._ Die beiden anderen, wclche Mandarinenrang haben, befinde„ fick), [W der Hof von Peking ihre Abseßung verfügt haben wird, als Gefangrnc an Bord des Kanonenbootcs. Die übrigen Consuln und dre ansäsfigen AuZländer haben das energische Auftreten des franzö. fi1chen CPUsuls schr gcbiUigt und unterstüyt.

Telegraphische Depeschen aus dem Wolff'schen Telegraphen-Büreau.

Hamburg, 17. Februar, Nachmittags. Dcr »Iörscnhalls- wird aus Vraunschjveig telegraphirt, daß heute Morgen 8 Uhr eine bedeutende Feuersbrunst in der Wohnung des Schloßpersonals, so wie in der anstoßcndcn herzoglichen Reitbahn ausgebrochen iß.

Wien, Sonnabend, 17, Februar, Morgens. Wie die »Neue freie Presse- meldet, ist die handelspolitische Annäherung Oesterreichs an Italien nunmehr eine vollendete Thatsache, Dcr Handelsminister hat gestern eine Verordnung an die Zollbehörden erlassen, durch welche denselben eröffnet wird, daß der Handelsvertrag mit Sardinicn Vom 18. Oktober 1851 mit dem heutigen Tage an alle italienischen Proyenicnzen ausgedehnt worden ist.

Pcfth, Freitag, 16, Februar, Abends. In der heutigen SiYung dcs Unterhauses wurden die Adrcßdebattcn fortgeseßt. Nach Vkadaraß, welcher keinegemeinsamcn Angelegenheiten kennt, sprach Eötvös für die Annahme des Adreßcntwurfs in seiner vollen Aus- dehmmg. Er sei ÜberzeUgt, daß eine Lösung gewiß sei, wenn dies- seits und jenseits der Leitha wahre Verfassm1gsn1äßigkc'itherrsche. Seine Rede erregte Sensation und hörte man vielseitig den Ruf nach sofortiger Abftimmung und Annahme des Adreßcaxtwurfs. Nach Eötvös traten jedoch noch 7 RedUer auf, Am Schlusse der

sie schon längst der Taipings, Nienfeis, Mohamedaner und wie diese

Siyung zeigte der Präsident an, daß Bartal zwei Mnendemcnts eingebracht habe.

Der »Lloyd-e theilt mit, daß die Hierhrrkunst der Minister vcr- sch0ben worden sei. (S, Wien.)

London, Freitag, 16. Februar, Nachmittags. Die Regierung hat die beiden Häuser des Parlaments aufgefordert, sich morgen in außerordentlicher SiYUng zn versammeln, um eine Bill behufs

Snspendirung dcr Habcas-Corpus-Akte i117Jrland entgcgenzunclmwn. London, Sonnabend, 17. Februar, Morgens. Das Ober-

haus tritt [)eute Mittags, das Unterhaus Nachmittags zusammen. Die Regierungsbill, betreffend die Suspendirung der Habeas-Corpns. Akte in Irland, dürfte sofort alle Stadien der geschäftlichen Behand- lung durchlaufen. Eine andere demnächst einzubringendc Bill soll die Regierung eventuell zur BefiYergrcifung der irischen Telegraphen' leitungen ermächtigen,

Paris, Sonnabend, 17. Februar, Vormittags. / Das *Mé“ morial diplomatique . schreibt: Oesterreich und Italien smd im Begriff, eine Vereinbarung zur Verbesserung ihrer wechselseiti- gen Beziehungen auf dem Gebiete der kommerziellen und Konsular- Verkehrs abzuschließen. Oesterreich wird jedoch Italien nicht aner- kennen, wohl aber seine Zustimmung dazu geben, daß die Bestim- mungen des austro-sardinischen Vertrags von 1851 auf alle PW“ venienzen des Königreichs ausgedehnt werden.

Troy der anerkennens, * Kaiser

mexikanisck)?

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Man verstchert, daß der Kaiser Franz Joseph bereit sei, dem Maximilian al1e Truppen, welche dieser verlangen sollte, zuxVerfügung zu stellen, unter der Bcdiygung, daß dieselben in die Armee inkorporirt und die Kosten von Mexiko getragen werden. . Madrid, Freitag, 16. Februar. Der »Corrcspondencm- zu- folge wird die spanische Regierung auf die Note des Florentirnr Kabinets erwidern, daß fie ebenso die Rechte des Königreichs Jtalten wie die des heiligen Stuhles achten und zu Gunsten dicses lehteren unablässig so handeln werde, wie es einer katholischen Macht zu-

mme. , ' ko Flor enz, Frertag, 16, Februar, Nachmtttags. Lam arm ora

e in der heutigen Sißung dcr Deputirtenkammer den Handeléé

let . ' g Bei der Berathnng des Prornsdrr-

vertrag mit dem Zollverein vor.

schen Blldgets erklärte der Ministerpräfidcnt, JMÜM würde jeYt im Stande sein, nicht nur eincnKrieg, sondern sogar einen unglücklichen Krieg auézuhalten, ohne seine Einheit in Gefahr JU WM-

„- Das »Justiz-Ministerial-Blatta für die yreußische Gesetz- gebunq und Rechtspflege (Nr. 7 vom 16 Februar cr.) VZroffcntltcvt em Cr- kennfn'iß des Königlichen Ober-Trtbunakld vomm14. Dezember 1865, wonach »die gegen Ausländer statt der Polzzer-Llufncht zu verhangerzde Landesverwcisung nicht wie jene, auf eme besbmmte Zettdauer zu beschran-

' «' 11111) km [Fiu, Erkenntniß des Königlichen Ober-Tribunals vom 22. Dezember 1865, wonach «bei einer aus 1lnterschlagrmg qmtlich en_1z)fangener Gelder 2c. 2c. lautenden Anklage, die konkurrircndc unrtchtxge Buchsubrgng, emen erschwe- renden Umstand bildet, über welchen die Ge1chworenen bewnderö abftnmnen

" "cn“ und chließlich _ mMeir; Erkensntniß des Königlichen Gerichtshoch zur Entscheidung der Kompetenz-Konflikte vom 14. Oktober 1865, wonach tm Rechtßzvcge darüber zu entscheiden ist, wenn ein Userbefißcr zur Benug'ung des an jointsm Grundstücke vorüberfließenden Wassers Anlajgen „untermmsmt, welche den benachbarten Mühlenbcfißern das zum Ve'trcebc 1hrex Muhle erfwrderlzche Waser entziehen, und von den Leytercn Wrderspruch dagegen erhoben wrrd,

-- Das »Amtsblatt des Königlichen Post-Depdrtementsa (Nr. 7 vom 15. Februar) veröffentlicht folgende Gencral-Vcrfugungcn: x vom 5. Februar 0. Einführung von Formularen zu den Vollmachten

wegen Empfangnahme von Postsendungen.

» 5. » Vollziehung der Ablikferungsscheine Über Geld- und Wertbsendungen an solche Behörden, Welche in den AußführungZ-Bestimmungen zu §. 34 des Reglements von 21. Dezember 1860 zu dem (Heseße über das Postwesen nicht namentlich bezeichnet find. "

Portofreiheit für zurückzuerskatfcnde Gedaudcsteuer- und Grundstcucr-Beträge.

Erhebung der Stempelsteuer für aus dem Atxslande Üderwicscne inländische Zeitungen.

ÖÉUUÜN ZMD WMWMKZMMÜÉM NWÜU'ÄÖÜM-

- Die durch lcßtwilligc Verfügung des Königlichen Genxmlj-Gartcn- Direktors Lenné dcm Muscnm Wallraf-Ricbarß vxrchrxc _pracdßge Por- zellan-Vasc ist, nach Mittheilung der »Köln. Blattch 111 Cöln ange- kommen und im früheren »RubenI-Saaleéc des Muscyms, m )(YRc'lchcm |ka) jeßt die Gemälde der nwdernen Schulr bcfiydrn, ausgesteÜt. „pteyelbe 111 Mehrere Faß hoch und bekam1tlich can Gc1che11k des Großherzogs ,wo-U Mecklenburg-Saxwerin, dessen Widmung: „Den) Garten-Dtrextor thxntz m Anerkennung. Friedrich Franz. Schwerin, 1865« auf der Border1c1te der ("u latte u [een i . ' , 6 ßp_ Uzebcrs Sßnntags- und Fortbilduygsschulen wnd Zn Stück 6, vom 9. Februar, Des Athdlatts der chterung_zu,O.ppeln rm Artikel veröffentlicht, in welchem die allgemeine Notkrwendtgkctt 101chcr Em- rj(Mugen, so wie die geseleichen Bestimmungen dgruder na,)chgewwjen wer- den. In Bezug auf leßtere, namentlich daß dle“ ksonntagltchen Werder- holungsftundcn auch von den Kindern, welche berctts aus "er Schuh: ent- [affen sind, bis zu ihrem 16ten Juhre be1ucht wcrden mußcn heißt es: leider war diese heilsame Vorschrift im Laufe der Ze'zt-urtd an m_elcn Orte? fast ganz in Vergessenheit gerathen, so daß dre „Konrgltche Reg1cru_ng„dcv hiksigcn Departements“ sick) genöthigt gesehen hdr, sxe 1vzcdcrdolt 'etnzxuxckyarfcn und noch neuerdings durch den Erlaß vom 24. Juni 1861 die Lgndrathe und Magisträte zu beauftragen, „die Aeltern, .Lcyrherren und Dienstherr- schaften auf das Strengste anzuweisen, daß"fie 1l)re Kmder, Lehrlmgxe und Dienskleute zum Besuche der in den erwahnten Schul-Reglements voc- Jeschriebenen sonntäglichen Wiederholungsstunden anhaltenx'a , „.

Einem verwandten, doch noch weiter gchendeq Yedursmffe sollctz dre "Fortbildungsschulencc abhelsen. Während dre sonntagltchen Wieder- holungsßunden nur den chck haben, den in der Schule erworbener: Kennt- nissen, wenn fie schwach und lückenhaft sind„ nachzuhelfrn oder ne durch Wiederholung zu erhalten und zu befestigen, :| den Jortdtldungssclmlen em u„ber das Wissen der Clementarschule hinausgehxndeß Zz'el ge'stcckt,z hauxzt- sachlich in den Unterrichthegensiänden, welche fur die burgerl1chen Beschaf- Ygxkngen und den Verkehr inrHandwerk, Gewerbe und Handel von Wtch-

geit find. . Zn richtiger Anerkennung dieses Bedürfnisses haben es dte Staats-

durch die Ministerial-Erlase vom 31. Mai 1844 und vom „20. April 1846 geschehen, in Welchen zugleich ausgesprochen _wmde, pdaß dae Veranfxaltun- gen zur Fortbildung der aus der Elementar1chule cnxlaffenen Jugend uberall xtur das Werk freier Entschließung sein, und daß 11e_1hre _Eznrrchtu'ng und Förderung lediglich durch freie Vereine und durch dre Thattgkett emzelner wohlwollender Personen finden können.« Am Schlusse des Jahres 1858 betrug die Gesammtzahl der Handwerker-Fortbildun3§schulen tm gaxzen Staate nur 2.74 mit 21,528 Schülern, während fich dteZahl dex Gehulsep nnd Lehrlinge auf über 560,000 belief, so daß etwa nur der 26st§ Thetl derselben die Fortdildungsfthulen besuchte. Jm hiesigen-Regterungs'bezrrke haben sich Handwexker-Fortbildungsschulen mir in Rattbor, Glrtwtß, Lcobscdüxz und Loßlau mit einer Schülerzahl von etwa 500 gebildet.

Den Grund dieser geringcn Theilnahme hat man _vorzugslzch darm Ze- sucht, daß die Einrichtung und Unterhaltung der Fortbildungswbulen ledtg- lich in den guten Willen und die Opferstcudigkeit der betreffenden Kommu- nen und Berufsfreise gestellt ist. In der That fehlt. es ttz der Schulgeseß- gebung unseres “Staates an Anhaltspunkten, um dte Errichtung und den allgemeinen Besuchdieser Anstalten zu einer Sache des Zwanges zu mgchen. Es muß daher, so lange nicht auf gesetzlichem Wege etwas anderes bestmrmt wird, immer aufs Neue an die Einsicht, den Gemeinfinn und erleuchtetex1 Erste der Magisträte,Stadtverordneten-Vcrsmmnlungen, Innungen und einflußretcher Privafpersoncn, welchen das Wohl des Volkcs am Herzen liegt, namentltch der Geistlichen und Lehrer, appellirt und von ihrem opferwiuigen Zusammen- wirken die Förderung dieser Sache erwartet werden. Daß die zur Schule inscribirten Lehrlinge die Stunden nicht willkürlich Versäumen dürfejnUver- sieht fick) von selbst. Im Departement Oppeln hat die Regierung m thre'n diese Angelegenheit betreffenden Erlassen wiederholt darauf hingcwwsen, wce in dem Anschluß der Fortbildungsschulen an die geseYlicl) bestehendetr Sonn- tags-Wiederholungsstunden ein zweckentsprechendes Mittel geboten 1et, um die Schulen der ersteren Art mit möglichst geringen Kosten ins Leben zu rufen. Auf solchem Wege ist vor ca. 10 Jahren dtc Fortbilduanschuletm Ratibor zu Stande gckommcn,'wclche von ca. 350 Lehrlingen bej,uchtlwtrd.

- Se. Majestät der Kaiser, schreibt die»Wiener Ztg.«hat,1vtc er aus kompetsnter Quelle vernehmen, durch Entschli_eßung vom 6. _Fedru'ar d. J. genehmigt, daß allm Lehrern an öffentlichen Gymnasten-sclb1tßandtgenReal- schulen und Realgymnasten, Woche auf Grundlage der vollßandtg abgelrg- tcn Lehramtsprüfung nnd der Erfüklung dcr gejeßlxcsxquan thre,lehramtltche Stellung bezüglichen Bedingungen im Lchramte desmxtw bestattgt worden, der Titel »Professor« zurrkannt werde.

Statistiscße Nachrichten.

- Die neue Organisation der russischen Armee, schreibt die „D. Petersd, Ztga, ist nun, nach dem Erscheinßn des klamm Staatshand- buches für 1866, auch für den Lairn-überfichflzcb, beendet und von der früheren Einiheilung in Corps und Brtgadc'n kemr Syur mehr vordanden, dagegen aber die Divifion, bei der Jnfanterte 'zu 4, „bet .der Kavallerte zu 6 Regimentern, zur taktischen wie adminißraiwen Embert erhobey jdorden. Selbst die kaukafische Armee ist nach dem Erlöschen der Femdsclxgketten 1.051 zz: einem kaukasischen Haupt-Militairbezirke geworden, 'm Zvclchem qlle dtexenr- gen Aemter und Chargen eingezogen worden sind, dre fur den Krtegszustand functioniren, z. B. der General-Quartéermeister, dcr Duquur-General und der General-Gewaltiger, eine Charge, die außer in der rusmcben nur nochm der österreichischen Armee cxistirt. Vor einem Jahre noch stand der Generalstab Sr. Majestät des Kaisers, zu welchem allerdings a_uch der Krtegsmtmster gehörte, an der Spiße dcs Armee-Tablequs. ,Dxcser Generalstab des Kaisers ist ganz verschwunden und der Krtrgsqmnster steht allem an der Spiße. Ihm folgt der Kommandeur des kaUerltchen Hauptquarttsrs, Graf lelerberg 11, dann 121 General-Adjutantctz Öls zrszeneral-chutenant hinab, 81 (Hencral-Majors 21 la suite und 87 Jlggel-deta'nten vdm Obersten bis zum Lieutenant. Dann folgtdas Kriemeimstxrtunx„ma't Verhaltznßxpaßtg, qegen andere Ministerien, wenigen Beamten._ Die Mrlltatr-Untermchts- rmd ErziehungZ-Anstalfen, früher eine ganz abge10ndcrte Verwaltung, smd ]eßt ebenfalls dem Kriegsministerium untcrgcdrdnet, 'wexches uberhaupt ganz dte Faktur und Form des französischen Kriegsnrtmftertums angenommet). hqi, d. [). ohne alle Zwischen-Jnstanzen direkt unt den Trupnpen, mzd Mtlttmr- Anstalten verkehrt. Alle Absonderung, und Selbstsandxgkett emzelyer Thrile der “Armee oder der fÜr fie wxrkenden_ Institute ha1 aufgebort, und nur durck) den Kriegsminister kommen die Befehle des thsrrs zur Armee. Die nach und nach entstandenen _Haupt - Terrrtorra'l- Kommandos find nun, mit Umwandlung der. kaukafi1che'n Arßree m em solches, abgeschloffen und heißen: Petersburg, 51m1land,Rrga, Wiltéa, War- schau, Kiew, Odeffa, Charkow, Monau, „Kayap, Kcrukasus, Orenduxg, West- Sibirien und Ost-Sibirien. An der Sptye emes ]cdcn steht ,em General, in dem Verhältniffe cines Militair-(Houverneurs oder Terrztorzczl-Komma'n- danken, dem alle Truppentheile, welche und so lange fie zn jemem Beztrk |ckcn, untergeordnet smd. Nur 'das G":1rd§§C01'rs hat semeiNamen noch behalten und besteht aus 12 Jnfanterte-, 45Kuras11er-, 2 Dragoner-, 2leqmn- und “2 Husaren-, so wie 2 Kosaken-Regimentern, aus der. Garde-Arttllerte und Z Garde-Schüßen-Batailloncn , sowie mehreren Garmso_n-, Mysterq Lehr- und Invaliden - Truppcntbcilen. Dann folgen 4 Grenadter- Dtvtstonen, )Zde zu 4 Regimentern :: 16 Grenadier-Regzunenter,“ 40 Jnfanterre-quwnen, ebenfalls jede zu 4 Regimentern :: 160 ananterze-Regtmetzter, 25 Scharf- schühen-Bataiuone, 9 angcfiedelte finnlgndqche Schußen-Vatatllone„1 Garde:, 1 Grenadiew 9 Sappeur-Bata_illone, 3 Rs„sexve- Sappeur- Batqulotxe und 6 Pontonier-Halbbataillone, 8 Kavalxerte-Drwfioneq, von denen 7 zedg 2 Dra- qoner-, 2 Ulanen- und 2 Husaren-Regtmenter hat, dle 8. oder Kan afi1che aber 4 Dragoner-Regimenter, also 18 Dragonerq 14'Ulanen- und 14Husare13-Regt- menter. 7 reitende und 42 FUß-LlrttlleYe-Brtgaden, sonne 8 Parkbngadetx. Die Reserve-Jnfanterie (Ersaß-Depot) zczblt 72 B'atatllone' und 10 Scharf- schühen-Bataillone, die Reseer-Kayallcrte: 8 Bragaden, jede von 8 Esca- drons, dic Reserve-Ariiuerie: 2 rettende und 4 Juß-Brtgaden._ Von den Linien- (Grenz-) Bataillonen gtebt es 37 kaukafische, 9 orenburgtsche, 7 wes-

behörden an' ernstlicher und wiederholter Anregung zur Errichtyng solcher Fortbildungs-Anstalten nicht fehlen lassen und namentltch 1st dteses zuerst

und ostfibjrische, 8 Festungs-Regimenter, 3 Festungs-Bataiuone, 533Gou-