13. Unterri t in der akademischen ochs ule für ck die bildenden Künste.H ck
Direkior: Professor A. von Werner.
1. Kursus. 1) Vorbereians-Klaffe. Zeichnen nach Gipsahgüffen und nach der Natur (Köpfe : JiaHer Han e, Maler Brausewetter, Maler ö e. 2) Proportionslehre des menschlichen Körpers: , 3) PYalekrrSkc-iibijiti' d Sch tt K | kt“ pe ive, roxe on un a en- on ru ion: Prokessor Streckfuß, Ma er Hugo Herwarth. 4) .Ornamentlehre und dekorative Architektur: ““Archiiekt Kuhn, Maler Wilhelm erwarth. 5) Vorträge Übsr Kun tgefchichte und klassische Dich- tungen: Professor Dr. Dobbert. 6) Vorträge über Kostümkunde: Maler A. von Heyden. 7) Zeichnen nach dem lebenden Modekl (Akt): der Direktor und sämmtliche Lehrer.
11. Kursus. 1) Zeichnen nach der Antike und dem lebenden Modell (Akt und albakt): rofeffor FriedriJé, Maler Ehrentraut. 2) Modelliren nach der ntike und den; lebenden Modeli: Professor Albert Wolff. Plikclei nach der Natur (Köpfe, Stillleben und Halb- (: a e: Professor Hellqvist, Maler Dammeier. 4) Malen nach dem lebenden Modell (Akt): rofesfor Michael. 5) odelliren nach dem lebenden Modeli (Akt): Professor Schaper, Bildhauer Ianensch. 6) Zeichnen von landschaftlichen Studien: Professor Bellermann. 7) Zeichnen und Malen von Thieren: Professor Meyerheim. , , 8) Vorträge Über Anatomie, verbunden Mit praktischen Uebungen am Kadaver: ' 1)» H. Virchow, weiter Prosektor an der König- lichen Anatomischen nstalt.
111. K ur s u s. 1) Atelier-Unterricht der Professoren: Direktor von Wern er Schrader, Michael, Schaper, Wo [ff, Heliqvist, Friedrich. 2) Atelier sFür Landfcha Smalerei: Profe or E. Bra t , Maler Voorgang. 3) Unterricht im Nadiren und Kupfsrstechen: Kupferstecher H a n s M e y e r. Außerdem Uebungen in der Komposition: Zn alien KUrsen.
Der Unterricht des Winter-Semesters beginnt: Montag den 10. Oktober 1887. Neu Eintretende haben sich Sonnabend, den 8. Oktober 1887, von 12 bis 4 Uhr, im Sekretariat _ Unter den Linden 38 _ zu melden und einen selbstgeschriebenen Lebenslauf, ein polizeiliches Führungs- attest, die nöthigen Schulzeugniffe, somie die schriftliche Erlaubnis; des Vater?: oder Vormundes (bei Minderjährigen) zum Besuch der Anstalt Jgkleichzeitig ebendaselbst einzureichen. das lk?)?trcxgramme, sowie äheres über die Aufnahme 2c. eben- e . Verlin, den 29. August 1887. Der Senat, Sektion für die bildenden Künste. Becker.
und Anatomie
akt),
A n g ek o m m e n: Se. Excellenz der StaatS-Minister, Staatssekretär des Innern, v on V o e t tich er,. aus der Schweiz.
Bekanntmachungen, die Unfallversicherung betreffend.
Zur writeren Ausführung des UnfaliversicherungSgeseHes
vom . Juli 1884 „im Fürstenthum Reuß älterer Linie wrrd
im Anschluffe an die RegierungsWerordnung vom 4. August
1884fniüt Höchsterenehmigung SSrSUijmi hiermit verordnet, was 0 g :
Einziger Paragraph.
Wegen der Bezugsberechtigung betreffs der in Z 85 3.1. 2
des Rei S. ese es rom 6. uli 1884 bezeichneten eldstrafen
eift g et §sa s bis auf eiteres die Vorschrift im letzten
bsaÉ von . 17 des Landes eseßes vom 3. Juki 1879 Plaß.
reiz, den 15. Au ust 1 87. Fürstlich reu :plauische Landesregierung.
Faber. Richter.
Yiehtamtliches. Deutsches Reick).
Preußen. Berlin,_ 1. September. Se. Majestät der Kai er und König wohnten heute der Parade des gesammten Garde-Corps auf dem Tempelhofer Felde bei und nahmen nach Beendigung derselben zahlreiche Meldungen entgegen.
_ Jhre Majestät ,die Kaiserin und Königin ist geßern nach 2 Uhr hierselbst emgetroffsii und hat drr heutigen Parade beigewohnt.
_ Der Leibarzt Sr. Kaiserlichen und Köni lichen Hoheit des Kronprinzen, General=Arzt Dr. egner, hat fich im Einvernehmen mit Hr. Morell Mackenzie da in aUSgefprochen daß der GesundheitSzustand Sr. Kaiserli en
mid Kö'ni lichen „Hoheit des Kronprinzen in der leßten eit
Die Stimme i no heiser, da an verschiedenen Stelxen des Kehlkopfs. w e, s on seit mehreren Monaten, eme DiSpofition zu Kongeßionen besteht. . . ,
Seit der letzten auterisatton hat eine neue Ausbildung der bis dahin vorhandenen Anschweüung nicht stattge unden; eine Wiederkehr derselben ist indessen nicht' unwahrs emnck). Sie würde zwar die Genesung verzögern, ]edoch an und für sich nicht bedenklich erscheinen. '
Völli e Schonung der Stimme und Vermeidung kalter und feu ter Luft sind die wichtigsten prophylaktischen Maß- regeln, welche in nächster Zeit zu nehmen find.
_ Die diesjährige große Herbst- arade über die in Berlin, Potsdam und Spandau garni onirenden Truppen, sowie über das GardexSchüßen=Bataillon uxid das Kadetten- Corps in Groß-Lichterfelde fand heute Vormttta 10 UYr auf dem nfanterie- erzierplaß östli der Tempel ofer C aussee vor r. Majetät dem Kai er und König, Ihrer Majestät der Kaiserin und Königiwsowie in Gegen- wart Ihrer Königlichen Hoheiten der Prmzeffin Friedrich Carl und der Prinzessin Wilhelm, Ihrer Kaiserlichen Hoheiten des Prinzen und der Prinzessin omatsu von Japan und anderer Hoher Fürstlichkeiien statt.
Die Truppen waren im Parade-An uge mit Gepäck, die Fußtruppen in weißen Hosen, das 1. arde:Regimen-*, z. F. mit Grenadiermüßen erxchienen.
Die Parade befeh igte der kommandirende General des Garde:Corps, Gen, 'al der Infanterie von Pape.
Die Aufstellur'ig der Parade erfolgte in zweiTreffen: das erste Treffen bestand auß der 1. Garde:Jnfanterie-Diviswn unter dem General:Lieutenant von Schlichting und der 2. (kom- binirten) Garde=Infanterie=Division unter dem General-Lieute- nant vonHahnke Comntandeur der2.Garde-Jnfanterie-Division.
Das zweiteTreffen kommandirte der General-Lieutenant von Winterfeld, Commandeur der (Harde-Kavallerie-Division.
Im ersten Tre en hatten auf demrechten Flügel die Leib- Gendarmerie und ie Stäbe Aufsteliung genommen, dann folgten: die ]. Garde-Jnfanterie-Brigade unter Kommando des Obersten von LindequxistJlügel-Adjutanten und Commandeurs deZ 1. Garde-Regiments 3. F., bestehend aus dem Kadetten-Corps, dem 1. Garde-Regiment 3. F., dem 3. Garde-Negimerit z. F., dem Lehr-Jnfanterie-Bataillon, der Unteroffizierschule Potsdam und dem Garde-Zäger-Batailion; die 2. Garde-Jnfanterie- Brigade, kommandirt vom General-Major von Kaltenborn- Stachau, Ybildet aus dem 2. Garde-Negiment z. F. und dem 4. Garde: Lgiment 5. F.; die 3. Garde-Jnfanterie-Brigadc unter General:Majdr von HoUeben, bestehend aus dem Kaiser Alexander Garde:Grenadier=Regiment Nr. 1, dem 3. Garde:Grenadier- Regiment Königin Elisabeth und dem Garde : Schüßen: VataiÜon; die kombinirte Garde-Jnfanterie-Vrigade, befehligtvom General:Major von Kropsx, gebildetaus dem Kaiser Franz Garde- GrenadierMegiment Nr. und dem Garde:FÜsilier-Regimrnt, sowie die kombinirte Brigade unter dem Befehl des General- Majors von Teichmann und Logischen, Jnspecteur der 1. Fuß- Artillerie-Jnspektion, bestehend aus dem Garde-Fuß-Arti erie- Regiment, deni Garde-Pionier-Bataillon, dem E1senbahn:Regi= ment und der Le rZCompagnie der ArtiÜerie-Schießschule.
Im zweiten reffen befanden sich die ]. (Harde-Kavalierie- Vri ade unter Kommando des Obersten von Frankenberg- Vrotihliß, Zi 13 suits des 2. Garde-Ulanen-Regiments, bestehend aus dem Regiment der Gardes du Corps und dem Garde: KürnssierRegtment; die 2. Garde-Kavallerie-Brigade, komman- dirt vom General-Major von Versen, bestehend aus dem Garde- Jsaren-Regiweni unter Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen
ilhelm, dem 1. Garde:Ulanen-Regiment und dem 3. (Harde- Ulancn:Regiment; die 3. Garde:Kavallerie-Brigade unter Sr. Dnrchlaucht dem General-Major Prinzen von Hohenzoliern, bestehend aus dem 1. Garde-Dragoner-Regimcnt, dem 2. Garde- Ulanen-Regiment und dem 2. Garde:Dragoner:Rc»giment, _ und die Artilierie und der Train unter dem Befehl des General-Majdrs von Schel], Commandeur der Garde:Feld: Artillerie-Vrigade, bestehend aus dem 1. Garde:Feld-Artillerie- Regiment, dem 2. Gardeéxeld:?lrtillerie-Regiment, der Lehr- Vatterie der Artillerie-S ießschule und dem (Harde-Train: Bataillon. ' _ Die Aufstellung war: im ersten Treffen'hei den Bataillonen m Compagnie: ront:Kolomie, bei dsr Lehr-Compagnie der Artillerie-Schie schule in Zug-Kolonne; im zweiten Treffen: bei der Kavalierie in Kolonne in EScadrdns und bei der Feld:2lriillerie und dem Train in Linie.
Beim Erscheinen Sr. Matjestät des Kaisers und Königs wurden die Honneurs zuerst g eichzeitig von der ganzen Parade erwiessn und drmnächst brigadeweise präsentirt. Das zweite Treffen wurde, nachdem das erst-I Treffen vom rechten Flügel aus gesehen worden war, vom linken Flügel aueZ besichtigt.
Demnächst folgte der Vorbeimarfch, welcher zweimal aus: Zefüfhrt wurde und zwar zuerst von den Truppen des ersten
re dns in Com agnie-Front, von der Kavalierie in EScadrons: Front mit hal er Distanz im Schritt, von der ArtiÜerie in atterie-Front und vom Train in Zügen, gleichfalis im Schritt.
Bei dem zweiten Vorbeimarsch defilirten die Truppen des ersten Treffens iu Regiments-Kolonne, ausschließlich des Lehr:Infanterie-Batailions, des Garde-JägerBatailXons und der Unteroffizierschule Potsdam, welche in Compagnie:Front- Kolonne marschirten. Das Kadetten-Corps und die Lehr- Compagnie der Artillerie-Schießschule nahmen an dem zweiten Vorheimarsch nicht Theil. Die Kavaklerie defilirte in EandronS-Front, die Artillerie in Abtheilungs=Front, die Lehr- Batterie der Artillerie-Schießfchule für sich hinter der 3. Ab- theilung des 2. Garde;Feld.:Artillerie-Regiments, der Train in Compagnie-Front, sämmtlich im Trabe.
Nach beendeter arade formirten sich die Truppen zum Abmarsch und rü ten unter klingendem Spiel in ihre Quartiere ab.
Von den Faann und Standarten, welche heute früh 81/4 Uhr durch die eib:Compagnie des 1. Garde-RegimentSz. F. resp. Line EHcadron des Regiments der Gardes du Corps aus dem Königlichen Palais abgeholt worden waren, wurden nach der arade die der in Berlin arnisonirenden resx. kantonmren en Truppentheile wieder naäg) dem Palais Zirl] : gebracht, während die z. Zt. in der Umgegend von erlin untergebrachten Truppen die Fahnen bezw. Standarten bei
sich behalten.
Am Nachmitta 43/4 Uhr findet im Weißen Saale und in den angrenzender emächer-n des hiesi en Königlichen Schlosses ein arade-Diner statt. Die Talielmufik wird von der Kape e des 3. GardORegiments J. F. aUSgelführt werden.
Abends findet auf Allerhöchsten Befeh im Königlichen
güte -orts ritte ema t at, da Höchstdeffen All emeinbe n en vortrlelich st. 8 ck h g fi
Opernhaufe eine Militär-Vorstellung 1tatt.
_ Die „Verl. Pol. N.“ schreiben: Durch, das Reichs- geseß vom 21. Juni d. I. sind verschiedene Bestimmungen des Geseßes vom Juni 1868, betreffend die Quartierleistung für ie bewaffnete Macht während des Friedens- zustandes, und des Geseßes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistung für die bewaffnete Macht im Frieden ab- geändert bezw. er änzt. Unter Anderem ist für die Unter- kunft unter Da. und ach _ engeres Quartier _, für welche Art der Quartier eistung es troß der Anwendung in der Praxis an besonderen Bestimmungen bisher fehlte, eine geseßmäßige Grundlage und nähere Ordnung Ischaffen (§. 2 a. a. O.). Die zur Ausführun dieses
eseßes erforderlichen allgemeinen Anordnungen erfo gen, ab- esehen für Bayern, durch Kaiserliche Verordnun. Solcher nordnungen bedarf es entschieden auch beziigli des §. 2. Um die Anwendung des Geseßes bereits für die bevorstehende Manöverzeit zu ermöglichen, ist der alsbaldige Erlaß der er- forderlichen Kaiserlichen Verordnung in Aussicht genommen worden. Dieselbe dürfte bereits die AÜerhöchste Genehmigung erhalten haben und ohne Verzug in der üblichen Weise,“ für die Armee durch das Armee-Verordnungsblatt, zur öxfentlichen Kenntnis; gebracht werden. (Dies ist geschehen; au erdem ist die Allerhöchste Verordnung auch in der heute ausgegebenen Nr. 35 des Reichs-Geseßblatts publizirt worden.)
_ Bildet eine Parzelle, welche thatsächlich mit einem angrenzenden Grundstück als Pertinenz oder Substanztheil verbunden und durch Bebauung Seitens des Eigenthümers dieses Grundstücks Eigenthum des Bedauers geworden ist, nach den Steuerbüchern den Theil eines anderen Grundstücks, für welches ein eigenes Grundbuchblatt besteht, so erstreckt sich nach einem Urtheil des Reichsgerichts, T7. Civilfenats, vom 23. April d. I., im Geltungsbereich des preußischen Rechts bei dem wangSverkauf des Grundstücks, mit welchem die Parzelle thai ächlich verbunden ist, das Verfahren nur,an dieses Grundstück, nicht aber auf das Vertinenzstück. Weder der Eigenthümer noch die Realgläubiger desjenigen Grund- stücks, zu welchem jene ParzeÜe grundhuchmäüig gehört, brauchen sich bei dem SubhastationSverfahren zu betheiligen, sie können ihre Rechte durch das Zufchlachurtheil nicht ver- lieren. „Das Urtheil deéz Reichsgerichts vom 10.Februar1886 spricht generell den Saß aus, daß ein Grundstück, welches ein eigenes Blatt im Gruudbuch hat, nicht stillschweigend zugleich mit einem anderen Grundstück durch Adjudikation oder Auf- lassung des letzteren in das Eigsnthum eines Andere]: über- gehen kann. (“erner ist in Betreff unbeweglicher Pertinenzien erkannt, daß i re thatsächlichs Vereinigung mit anderen Grund- stücken das Recht des Buch=Eigenthümers der ersteren nicht aufhebt,daß vielmehr nach den Grundbuchgesetzen vom 5. Mai 1872 Pertinenzien, welche als selbständige Grundstücke im Grundbuch und in den SteUerbiichsrn eingetragen sind, den Wirkungen der Zwangsversteigerung des Hauptgutes nur unter- liegen, wenn sich das Verfahren mit auf sie erstreckt hat. _ An diesen Grundsätzen muß auch fiir denz al! festgehaltsn werden, wenn ein Grundstück, welches thatsä lich mit einem anderen als Pertinenz oder Substanztheil verbunden ist, zwar kein selbständiges Blatt im Grundbuch hat, aber nach den Steuer: büchern den Theil eines?, anderen Grundstücks bildet, für wslches ein eigenes Grundhucbblatt besteht. Wird in solchem Falie der Zwangsverkauf des Grundstücks, mit welchem die Pertinenz thatsiichlich verbunden ist, eingelcitet, sd erstreckt sich das Verfalren nur auf dieses. Das Geseß vom 13. Juli 1883 verp icht9t weder den Eigenthümer noch die Realgläubiger des'enigen Grundstücks, zu welchem die Pertinenz grundbuch- mä ig gehört, sick) bei dem Verfahren zu bethsiligen. Sie können deeZhalb ihre Rechte durch das Zuschlagßurtheik auch nicht verlieren. An diesem Résultat wird auch dadurch nichts geändert, daß dsr Eienihümer des versteigerten Grundstücks durch Bebauung gemii §. 332 A.:L.:R. 1, 9 das Eigenthum des Pertmenzftiicks erworben hat.“
_ Dcr Beyollmc'iihtigte zum erdeSrath, Großherzoglich säckhslische StaatSrath Or. Heerwart, ist nach Berlin zurück: ge € rt.
_ Der General der Infanterie von Wulffen , Gouverneur des hiesigen Jnvalidenhauses, und der General- Lieutenant von A dler, Inspecteur der 1. Jngenieur-Jnspektion, sind vom Urlaub zurückgekehrt.
Sigmaringen, 30. August. (Schwäb. Merkur.) Heute Mittag traf der König von Württemberg mittelst Sonderzugs von Friedrichshafen zum Besuch der Fürstlichen Familie hier ein. Der Fiirt von Hohenzollern empfing seinen erlauchten Gast am ahnhof und geleitste denselben nach dem Prinzenbau, wo Se. Majestät die Fürstin begrüßte. Kurz nach der Ankunft des Königcs fand Gahrtafel statt, und ge en 2 Uhr seßte Se. Majestät die Reise nach Beben- hausen kfxdrt. Die Gebäude in der Nähe des Bahnhofs sowie dieser selbst hatten festlich geflaggi. _
„Bayern. München, 30. August. Prinz:Re ent wird den neu ernannten Päp ilichen Nuntius "uffo Scilla am 12. September in feierlicher Audienz empfangen, um aus dessen Händen das PäpstliYe Ve lguhigungsschreiben entgegenzunehmen. Se. Königli e Honit kehrt zu diesem Zwrck bereits am Tage zuvor von seinem Jagdausßug zurück. _ Der Prinz- Regent lat aus dem der Allerhöchst unmittel- baren Ver ligung vorbehaltenen Gewinnantheil der MünchenMachener Mobiliar-Feuerversicherungs: Gesellschaft für das Jahr 1886 die nachbezeichneten Unterstützungen bewiliigt: Oberbayern in Summa 2860 „xz, Niederbayern 1850 «16, Pfalz 2850 4/16, Oberpfalz 1120 M, Oberfranken 3130 «M.. Mittelfranken 3100 «14, Unterfranken 6670 M, Schwaben 1000 «FQ.
' Sachsen. DreSden, 30. August. (Dr. J.) Gestern (Dienstag) Nachmittag besuchte der Staats-Minister von Nostrß-Wallwiß in Begleitung des Ge eimen Regierungs- Raths Koch die Hoflößniß, um vom tande der Unter- suchungs- und VekämpfungSarbeiten bezüglich der Reblaus- kalamität an Ort und Stelle Kenntnis; zu nehmen.
Mecklenburg - SchWerim Schwerin, 31. August. (Meckl. Anz.) Jn Doberan traf am 27. d. M. Nachmittags die Herzo in Wilhelm von Mecklenburg:Schwerim ein, begab ?ich von dort nach dem Heiligendamm und hat in der Villa „ Großfürstin Marie“ daselbst Wohnung ge- nommen.
Zn Rostock trafen Xsern der Großfürst Michael Nikolajewitsch von ußland in Begleitung seiner beiden jüngsten Söhne, der Großfürsten Sergius und
. .. „WWW
(W[g. ZUK.) Der
Alexis Michailowitsch, nebst Gefolge von Gelbensande ein und seßten Nachmittags mit dem Schnelizug ihre Reise nach Berlin fort.
Oesterreich-Ungaru. Wien, 1. September. (W. T. B.) Die „Wiener Zeitung“ veröffentlicht die Ernennungen des Barons Kosiek. bisherigen Ge- sandten in Teheran, zum Gesandten in Athen, des Barons Trauttenberg, bisherigen Gesandten in Athen zum Gesandten in Bern und des disPoniblen Minii/terresidenten, Generals Thommel, zum Gesandten in Teheran.
„Laschkau (Mähren), 31. August. (W. T. B.) Der Kurs er ist hkute Abend 6 Uhr hier eingetroffen und von den Spißen der Behörden begrüßt worden. Im Gefolge Sr. Majestät befindet sich der Königlich preußische General; Quartiermeister, General-Lieutenant Graf Waldersee.
A ram, 31. August. (Wien. Ztg.) In dem Betrugs- proze? Starcevic beschloß der Gerichtshof, die Expens- noten desselben von Sachverständigen nocheinmal prüfen zu lassen. Starcevic stellte unter Anderem für die Eintreibung von 16000 Fl. eine ExpeneZ-note von 15000 Fl. auf.
Niederlande. Am sterdam, 28. August. (Köln. Ztg.) Gestern ist der Königliche Beschluß erschienen, durch welchen die Kammern aufgelöst werden. Am 1. Ssptem: ber finden die Neuwahlen statt. _ In diesen Tagen ist von dem König ein aus fünf hervorragenden Juristen be- stehender Ausschuß ernannt worden, welcher ein nieder- ländisches bürgerliches Geseßbuch entwerfen soli. Schon im Anfang des Jahres 1880 war eine aus 11 Juristen bestehende Kommission u demselben Zweck er: nannt worden, allein die Arbeit deréelhen machts der großen Zahl der Mitglieder halber nur geringe Fortschritte; auf den
ntrag des Justiz-Ministers wurde daher diese Kommrfsion verabschiedet und die neue ernannt.
Haag, 1. September. (W. T. B.) Der Sozialist Domela Nieuwenhuis ist vor Ablauf seiner einjährigen Strafhafi heute aus dem Zellengefängniß in Utrecht ent- lassen worden.
Belgien. Ostende, 31. August. (W. T. B.) Ein en lisches Schiff, welches heute in den bissigen Hafen einZahren woÜte, wurde von dsn belgischen Fischern mit Steinwürfen empfangen und gezwungen, na dem offenen Meer zurückzukehren.
Großbritannien und Irland. London, 30. Au ust. (A. C.) Obgleich die Nationalisten in der Oeffentli keit der neuen Landakte alien Werth absprechen, macht doch schon eine große Anzahl irischer Pächter, welche eine „183.86“ haben und von den früheren Agrarxieseßen nicht be- troffen wurden, von den Bestimmungen derselben Gebrauch und läßt ihre Pachtzinsen von den Landkdmmiffaren abschäßen. Jm Kreise Limerick soll es nur wenige Pächter geben, die nicht von den Wohlthaten des neuen .» Geseßes Gebrauch machen. Mittlerweils ist die irische Regierung emsig mit den Vorbereitungen beschäftigt, um der neuen Landakte Eine wirksame Durchführung zu sichern. Jn Gemäßheit der irischen Landakte sind bereits 8 neue Unterkommissare, von denen 4 der presbyterianischen Konfession angehören, von der Regierung crmannt worden.
Daß die Erzählungen Über das unehmende Elend in Irland vielfach übertrieben sind, beweiét der leßter Tage dem Parlament vorgelegte amtliche Bericht über die irischen B an ken. „Allein in den Postsparbanken“, schreibtder „Standard“, „haben sich die Depositen der Armen von 2592000 Pfd. Sterl. im Juni des Jahres 1886 auf 2802 000 Pfd. Sterk. im Juni des laufenden Jahres gesteigert. Von Jahr zu Jahr ist dieSumme gewachssn, seitdem die Postsparkassen überhaupt eingeri tet wurden. In den Aktienbanken waren die hinterlegten e: träge um 36000 Pfd. Sterk. größer als im In re1886, sodaß im Ganzeninnerhalb der leisten 12 Monate 246 Pdeter. mehr zinstragend in Banken in Irland angelegtworden sind. Das- selbe giinstige Resultat liefern die Anka en in Regierungs- und in- dischen Obligationen. Die ärmeren K asien einer Nation, welche „vor Elend im Staube liegt“ und welcher ,das Blut von einer tyrannischen Aristokratie ausZesogen“ wird, tragen keine Er- iparniffe im Betrage von einer Visrtel Miliion auf eine Sparhank, oder legen nicht 300000 Doll. in Konsols und indis en Obligationen an.“
.n Portsmouth wird am 20. September ein Panzer- schiff vom Stapel laufen, wrlches die britische Marine um das größte Panzerschiff, das sie bisher besessen hat, bereichern wird. ES ist dies das aus Stahl gebaute, dopéelschraubige Thurmfchiff „Trafal gar“, welches mit einem Dep acement von 11 940 Tons Maschinen von 12 000Pferdekraftverbindet,wodurch es nach der Erwartung seiner Erbauer eine ahrgeschwindi keit von161/ Knoten in der Stunde erzielenwird. erPanzerwe felt in der Dicke von 14 bis 20 Zoll ab, und die Auswstung
* wird außer einem mächtigen Widder, aus vier 67 Tons wiegenden
Hinterladungskanonen und einer Anzahl Torpedos und Ge- schüßen kleineren Kalibers bestehen. Die schweren G61chÜ€S werden Geschosse im Gewicht von einer halben Tonne a = Federn„ rxozu eine Pulverladung von 250 Pfund erforderlich em wrr .
_ 31. August. (W. T. B.) Bei der Parlaments- nachwahl für North-Huntinxlzton wurde drr Kan- didak der Konservativen, Fel owes, mit 2700 Stim- men egen 2414 Stimmen, welche auf den Kandidaten der Gladßoniansr, Sanders, fielen, zum UnterhauSmitglied ge- wählt. Bei der vörigen Wahl waren für den konservativen Kandidaten 79 Stimmen mehr abgegeben worden.
Aus Birma liegt folgendes Telegramm vor:
Rangun, 29. August. Eine sehr erfolgreiche Affaire wird aus Ober-Birma gemeldet. Am 25. d. stürmte Brigade-General Wol- seley mit 50 Mann Kavallerie, 16 berittenen Infanteristen und etlichen Polizisten 'das Jnsurqentendorf KalayWeh während eines heftigen Regensturms. Vier Jnsurgenten wurden getödtet, einer ver- wundet und 30 zu Gefangenen gemacht, sowie 31 Kanonen, 57 Speere und eine große Quantität Pulver und Blei erbeutet. Auf britischer Seite wurde ein Sowar verwundet.
Frankreich. Paris, 30. August. (Fr. C.)) Das Telegramm des MobilmachungEbefeh s wur € heute früh 8 Uhr nach der Telegraphen-Direktion durch einen Generalstabs=Offizier gebracht, we cher seiner Ueberjendung beiwohnte. Das Telegramm des Kriegs-Ministers ist, wie folgt abgefaßt: „Mobilifiren Sie die Truppen des 17. rmee-Corps. Der erste Tag der Mobilmachung ist Mittwoch, der 31. Angus .“ Das um 8 Uhr hinte'rle te Telegramm wurde um 8 Uhr 5 Minuten direkt nach Toulon e,
*in: wie ausländischen Fabrikaten,
A en, Auch und Montauban abgesandt. Die Empfangs- betätigung durch Wiederholung traf um 8 Uhr 15 Minuten ein. Eine Abschrift des Telegramms wurde an alle Minister gerichtet. Nach dem Ministerium des Innern wurden gleich-
, faÜs hundert Exemplare der Vergleichungstabelle zwischen den
Tagen der Mobilisirung und dem Datum des Kalenders ge- sandt, damit sie der Presse über eben würden. _ Wie aus Toulouse telegrap irt wird, sin daselbst drei Bekannt- machungen anges in en worden, von denen zwei die Unter- s rift des Generals 2 erron tragen. Die erste enthält die a emeinen Maßregeln für die Einberufun der Reser- vi ten und der DisPoniblen; die zweite betrifft die Aufbringung von Reit: und Zugthieren und Wagen, die dritte die Mithülfe der Eisenbahnen. _ Der Kriegs-Minister wird sich erst am 8. September auf das ConcenTrirun Egebiet der mobilisirten Truppen des 21711. Co s egeben können. Der Minister wird vorläufig beim )(711. Armee-Corps durch den General HaiÜot, Generalstabschef des Ministeriums, vertreten sein. _ Die Jnfanterie-Direktion des Kriegs:Ministeriums trifft al1e nöthigen Maßregeln, damit die neu geschaffenen 18 Negional:Regimenter bis zum 1. Oktober vollständig or anisirt sind und regelmäßig funktioniren können; alle Oßftziersstellen sind bereits beseßt. Augenblicklich fordert man von den subdivisionären Regimentern Vorschläge, um die unteren Cadres (Unteroffiziere u. s. m.) der Regio:1al:chimenter zu bilden. _ Nach dem Wiederzusammentritt der Kammern wird der Kriegs-Minister in 7391.“ Deputirienkammer den Antrag einbringen, die Vertheidigung der Alpen- gren 6 durch 12 Jäger=Bataillone von je6Compagnien und 2 egimenter Gebirgs-Artillerie von je 6 Batterien zu sichsrn. Diese 72 Compagnien Jäger und 12 Batterien sind dazu be- stimmt, im Fall eines Krieges den zahlreichen Alpentruppen Jtalienés Stand zu halten.
Der „Rappel“ bringt Mittheilungen iiber das außer: ordentliche Budget. DaSselbe erreicht danach die. Höhe von 122 205000 Fr., 911/2 Millionen für den Krieg und 30 705000 Fr. für die Marine. Dieik „Zahlen stehen für die AueZgabcn schon fest; aber noch weiß man 'nicht, wie die Summe bescha t werden sol]. E93 [isgen mehrere Pläne vor, jedoch es wird chließlicb nichts Anddres übrig bleiben, als eine An: leihe aufzunehmen; über die Art dsrselben walter noch Un- gewiß Lit, wenn nicht Unklarheit. Zunächst würde es sich um eine mwandlung der alten 41/2proz. Renio hand-Zln. Es ist dies die am 14. Mai 1852 angeschriehene, welche jäZrlich 37 212532 rcs. „Zinsen bezahlt. Nach dem heutigen ins: fuß würde a?. ein Kapital von Etwa 880 Millionen aus- machen. Diese 41/2proz. Rente kann in eine 3proz., und zwar in Jahresraten verwandelt werden, wodurch sich eine Ersparniß von 61/2 MiÜionen jährlich ergäbe. Der Staat könnte die 61/2 MiÜionen als Pfand für eine neue Anleihe von 170 Miliionen dreiprozentige Rente.». bsnußen, wodurch das außerordentliche Budgst für 1888 reichlich ge- decht würde. Eine andrre Operation, welche dasselbe Ergeb- niß hätte, bestände in einem sinfachcn Austausch aller 41/2 proz. Renis gegen 3prdz. Die“. Konversion würde in Kapital statt in Zahresrenten erfolgen. Nach dem Austausch der Rententitel bliebe dem.. Staatsschutz ein ver- fügbarer Ueberschuß von 170 Millionen, welcher für das Budget von 1888 verwendet werden kiinnte. Der inanz: Ministsr neigte unlängst zu dieser Löiung hin. s war sogar davon die Rede, diese Operation vor den Fsrien zu voÜziehen, aber im (9.13th Augenblick vcrzichiete man darauf, in der Foffnung, noch andere Hülfswittei zu finden, welche dem an erordentlichen Budget zu Gute kommen könnten,
_ Griechenland. Athen, 20. August. (Pol. Corr. ) Mich. Antonopulos, welcher schon einmal Sektions:Chef des Aeußer-i war und später als Gbarxé. (1611-1er Griechen- land in Paris vertreten hat, ist zum (Heneral-Sekretär im Ministerium des Aeußern ernatmtworden. Antonv- ZWS hatte unter Delyannis, aber nicht während dessen le ter
iinisier-Präsidentschaft, längere Zeit hindurch das Unterri ts- Yortefeuiüe inne; in leßter Zeit war er Mitglied der Vakuf:
ommission. _ Das neue Geseß, betreffend die Ein- hebung einer Verzehrungssteuer auf Bier und Spirituosen, tritt nunme r in Kraft. Diese Steuer ist mit 30 Lepta für eine metris e Oka (1000 J) Bier und mit 1,5 Drachmen für die gleiche Quantität von Alkohol kestgeseßt, leichviel in welcher spiritushaltigen Flüssigkeit der elbe ent- Jalten ist, und es werden diese Éteuersäße sowohk von also unbeschadet des eventuellen Einfuhrzolis, eingehoben werden. Von übermorgen ab werden auch, im Sinne des neuen Geseßes über die Tabacksteuer die staatlichen Tabackfabriken ihre Thätigkeit beginnen. Von diesem Tage an wird Niemand mshr Taback, Turnbeki, Cigarretten oder Cigarren kaufen oder verkaufen können, die nicht aus den staatlichen Tabackfabriken stammen. Verkäufer nicht staatlicher Taback: und Cigarrensorten werden im Betretungsfaüe mit 1000 Drachmen, Käufer mit 100 Drachmen Geldstraß [wiegt. Die Besißer WU Taback, Cigarren 2c. sind verpflichtet, ieselben gleich am ersten Tabge der Wirk: samkeit des neuen Gesetzes in den Tabackfa riken anzu- melden, haben dir Entfaliende Tahack-VerzehrUUJSsteuer (4 Drachmen per metr. Oka), die Schnittgebiihr (eine halbe Drachme per Oka) zu entrichten, und müssen die per Oka fest- ßeseßte ZaY von 1200 Blättern Cigarrettenpapier vom Staat eziehen. esißer von Tabackblättern müssen dieselben binnen drei Tagen bei den Steuerämtern anzeigen. _ Mit dem heuti en Tage wird wiedereine Th&ilstrecke der pelopon- nesi chenEisenbah11,11ämlichdieLinie vonArkanaS nach Aigion (Vostizza) dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. Da die Regierung den Wunsch hegt, auch die inner:pelop„onne= sischen bedeutenderen Städte möglichst bald mit dem Schienen: strange in Verbindun zu brin en, so hat sie den In enieur Goslgnd der französi?chen Mis ion mit der Aufgabe etraut, die Linien Mylos-Tripolis und Meligala-Kalamas zu studiren, und derselbe diesen Intentionen durch die Vorlage
der betreffenden Projekte bereits entsprochen. (Wes--Ztg-)
Dänemark. Kopenhagen, 29. August. . Eine Protestversammlung gegen die Befestigungs- politik der Regierung fand gestern Abend hier stritt, welche sehr gut besucht war, und fast einstimmig eme von dem bei den le ten Wahlen einem konservativen Gegner unterlegenen rüheren Reichstags - Abgeordneien TrierÉimfünften Kopenhagener Wahlkreise) und anderen libe- ralen olitikern befürworteteResolution annahm. Die Resolution wird, nachdem sie mit der Unterschrift auch anderer nicht an- wesender Wähler versehen worden, an den am ersten Montag im Oktober wieder zusammentretenden Reichstag gesandt
werden. Die Resolution erhebt von einem dopxelten Gesichts- punkt aus Protest gegen die Vefestigungßpoliti , welche unter Hinweis an die neuesten VorgänKe als politisch gefahrdrohend und unter Berücksichtigung des *ostenpunkts als ökonomisch ruinös bezeichnet wird. Alie Redner verlangten unter lebhafter Yastimmung eine unbedingt deutschfreundliche Politik. Aehnliche ersammlungen werden auch in anderen Städten und Wahlkreisen abgehalten werden, sodaß dem Reichstage vorgussichtlich eine von mehreren Hunderttausenden unter- schriebene Protes1kund ebung gegen jede Nachgiebigkeit in der Befestigungsstage vor iegen wird.
, Asien. Bombay, 30. August. (R. V.) Aus Kabul wrrd gemeldet, daß eine neue, gänzlich aus Uzbeks beste end? Truppenmacht von dort abmarschirt ist, um die Auf tän- diichen in der Nähe des Abistada-Sees anzugreifen. Seit der Erkrankung des Emirs sind in Kabul zwei Parteien entstanden, von denen eine E ub Khan, die andere Jshak Khan begünstigt. Diese rätendenten sinö'“ von ihren Parteigängern dringend aufgefordert worden, nach Kabu zu kommen.
Aus Bombaé, vom 30. August, meldet das Reuter'fche Bureau: „Aus Je [al abad wird berichtet, das; der Befehl?- haber der Truppen des Emirs in Dehbala ist. 6 In: anterie=, 2 Kavalleris:Regimenter und 2 Batterien ArtiÜerie stehen ihm für den geplanten Angriff auf die Shin: waris zur Verfügung. Die Garnison von Peshbolak ist verstärkt worden, weil ein Angriff von Seiten des Sirdar Noor Muhamed droht. Der Freibeuter Sadu, ein Suleiman Kheyl Ghilzai, welcher Noor Muhamed bei der Einnahme Khost-Z Beistand leistete, fährt fort, die Karawanen des Emirs zu'berauben.“
Afrika. Egypten. Kairo, 30. August. (N. B.) Mel: dungen aus dem Sudan zufolge hat der Scheixh Saleh mit dem Stamme Kabbabish den Derwi1chen im Baggaralande eine s were Niederlage beigebracht. Die Verluste der Derwi che werden auf 1300 Todte angogeben. Saleh's Bruder fie[ in dem Kampf. Die „Abyssinier marschiren augenscheinlich gegen die Derwxsche in der Richtung auf Sennaar und Kaffala. Der Nil ist sehr hoch und steigt bei Wady Halfa noch immer.
Zeitungsftimmen.
Die „Deutsche volkHwirthschaftliche Correfpon- denz“ äußert über „unsere Exportfähigkeit“:
Deutschlands Außenhandel har fick) im großen Ganzen bekanntlich auch im aegenwärtigen Jahre in der günstigen Weise fortentwicke-lt, wie er seit der Mitte des vergangenen Jahres begonnen hattr, nach- dem das Jahr 1885 und auch die erste Hälfte des Jahres 1336 eine Stagnation bezw. eincn Rückqang zeigte auf Grund von Vorksmm- nissen auf dem allgemeinen Weltmarkt, welche wir heute nicht noch- mals zu erörtern brauchen. Wenn nun auch gegenwärtig noch keines- nwgs alle Pwduktionßzweige g[eichmäßia an der Aufbesserung des E ports theilnehmen, sondern hier und da noch manches zu wünschen ü rig bleibt troß aÜer Anstrengungen, die gemacht werden, so giebt dieser Umstand gleichwohl unseren Gegnern immer noch wiilkommenen Anlaß zu der Behauptung, unsere Exportfähigkeit leide sichtlich unter den Wirkungen der Schu ;oUpolitik Noth.
Es ist dies sine alte 5 ehauptung, welche von unseren Freihändlern jetzt mit Vorliebe“ als Angangspunkt in ihrem Kampfe gegen die herrschende ZoÜpolitik gewählt wird. Bestreiten fie auch nicht direkt, daß eine scbuxzzöünerische Handelspolitik fiir den heimischen Gewerb- fleiß ihre Vortheile habe, so behauptet man doch, unsere Konkurrenz- fähigkeit im Weltverkchr gshe sicbtjich'zurück, und da diese für die ganze Lage der Industrie maFgehend sein müsse, so sei der Schusson an und für fich immer nacht eilig; als eine Weitere ungünstige Folge desselben wird dann vornehmlich noch ein Gesichtspunkt geltend ge- macht, nämlich die bekannte Benaclythciligung des Konsumenten und namentlich des kleinen Mannes_a[1es Fiktionen, deren Leerheit längst erwiesen ist. „
Was nun die angebliche Benachthetligung unserer Exportfähigkeit betrifft, so ist zunächst ganz unleugbar, daß unser jetziger Export als ein bedeutend günstigerer bezeichnet werden mr_iß, “als er während der Freihandelsperwde jemals gewesen. Das Ut jedoch nicht Alies;
ierzu kommt, daß Unternehmungslust wre Selbstvertrauen in einem
erhéblichen Maße gestiegen find, und hiervon angehend darf man getrost behaupten, daß die Entwickelung Deutschlands sicb sichtlich zu seinen Gunsten gestaltet hat. Unsere großenjHandelSpläße schlagen immer neue Wege ein und knüpfen neue Verbindungen an; aus der Initiative der Industrie heraus tauchen neue Erfindungsn auf, alte Werden vervollkommnet; Exportwustcrlager werden ins Leben gerufen, ein Gedanke, _ welcher im Ausland als ein überaus guter und ziveckmaßiger gleichfalls anerkannt worden ist; es haben fich bei uns Veremernd Geselischaften für Kolonisation gebildet, um unsexe Kolonien in der zkveckmäßigsten Weise nußbar zu machen und un1crem Handel, unserm ganzen wirth- scbaftlichen Leben neue Gebiete zu crschlleßcn. Es .Ut nicht bekannt, daß ähnliche Zeichen steigender Unternehmungslust jemals sich gezeigt hätten, als Deutschland unter der Herrlichkeit des Freihandels lebte; es war damals die bedauerlichtie Erscheinung gerade die. daß Muth und Spannkraft unserer Industrie immer xnehr verloren gingen. Hiernach scheint also, daß nicht nur die zngterxellen, sondern auch die momlixchen Faktoren unsersr Konkurrenzfahcgkett auf dem Weltmarkte im Steigen begriffen sind und ganz neue Elemente in diesem Sinne auf den Schauplatz treten.
Ein Hauptgegensaß zwischen unseren Gegnern und uns wurzelt aber noch in der Frage, ob denn in erster Linie überhaupt die Welt- verkehrSverbältniffe oder ob die nationalen Intereffen berücksichtigt werden sollen, Mit anderen Worten, ob die dauernde Entwickelung der Volkswirthschast sich vornehmlich unterUden Bestrebungen einer inter- nationalen Konkurrenz oder des naktionaien Lebens vollziebe. „Es kann kein Zweifel darüber obwalten, daß der einzig richtige Standpunkt in dieser Beziehung dor nationale ist. Wird Von diesem Standpunkt daran gearbeitet, unsere Erwerbsthätigkeit immer sicherer zu be- gründen und zu einer blühenden zu machen, so irt der Vor- theil offenbar ein doppelter; einmal finden alle diejenigen Umstände eine gercclßtfcrtigte Berücksichtigung, welche bei Entstehung und Fortentwickelung der ciazelnen ProdukiitYnSzweige von maß- 5Jebendem Einfluß cwesen find; fürs Zweite aber wird das nationale
eben an und für ck) gekräftigt, es gewinnt an Freudi keit, Kraft und Expansionsfäbigkeit, wodurch wiederum auf die wirt schaftlichen Verhältnisse ein befruchtender Einfluß außgeübt wird. Das Zusammen- wirken dieser beiden Punkte aber bildet die Triebfeder dafür, ch auf al1en Gebieten unseres wirtbscbaftlicben Lebens fortgejeßt neue nter- nehmunaen und neue Gesichtspunkte auftauchen, wvdurch unsere Exportfähigkeit nicht nur gestärkt und vermehrt, sondern auch auf eine höhere Stufe ihres Könnens emporgeboben wird.
„_ Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt: Von den Jahresberichten _drr wirtbschaftlii?en Interessen- vertretungs-Körperscbaften, Handexsfammern, Gewerbe ammern, rauf- männiscben Korporationen, liegt für das vergangene Jahr bereits die Mehrzahl vor. . .. So viele derartige Berichte uns nun vor Augen
. gekommen find, allé, welche sich überhaupt mit der LaJe der Land-
wirtbscbaft beschäftigten, was die Berichte der kaufmänni chen Kordo- rationen nur selten, und die Berichte von Handelskammernin Bezirken