Verordnung,
betreffend das Infra ttreten des . 1 des Gesc es vom 12. 21pril1887.§ 8
Vom 26. August 1887.
Wir Wish elm, von Gottes Gnaden König von Preußen 2c. verordnet! auf Grund des §. 4 des Geseßes vom 12. April 1887, die Abänderun von Amtherichtsbezirken betreffend (GeseH-Samml. S. 11 , was folgt: Einziger Paragraph.
Der §. 1 des Gesetzes vom 12. April 1887, die Abände- rung von Amthericbtsbezirken betreJiend (Geer-Samml. S. 114), tritt* am 1. Oktober 1887 in kraft.
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Königlichen Jnsiegel.
Gegeben Schloß Babelsberg, den 26. August 1887.
11. 8, W ill) e lm. von Puttkamer. Maybach. Friedberg. Bronsart von Schellendorff.
Finanz-Ministerium.
Die Verwaltung der “durch Verseßung ihres bisherigen Inhabers frei gewordenen StelTe des Königlichen Rentmeisters in Ortelsburg ist dem Kreisfekretär F ink zu Bütow über- tragen worden.
Die durch den Tod ihres bisherigen Inhabers erledigte Stelle des Königlichen Rentmeisters in Quedlinburg ist dem Rentmeister Weser in Salzwedel, die dadurch erledigte StelXe des Königlichen Rentmeistsrs in Salzwedel,. dem Rentmeister
enke in Bülow verliehen, und die Verwaltung der König- lichen Kreiskasse in Bütow ist dem Regierungs-Hauptkaffen- Buchhalter Kaiser in Erfurt übertragen worden.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.
Der ordentliche Professor in der philosophischen Fakultät der Universität Breslau, ])1“. Lexis, ist in gleicher Eigen- schaft in die philosophische Fakultät der Universität Göttingen verseßt worden.
Ministerium der öffentlichen Arbeiten.
Dem BoFinspekwr Köbrick) zu Schönebeck ist der Charakter als ber-Berginspektor beigelegt worden. -
Evangelischer Ober:Kirchenrath. Der bisheri e Gerichts-Affessor Meyer in Breslau ist
um Konsistorial: ffeffor ernannt- und dem Königlichen Kon-'
iftorium der Provinz Schlesien Überwiesen worden.
Die Nummer 30 der Gesek-Sammlung, welche von heute ab zur AUSgabe gelangt, enthät unter Nr. 9228 die Verordnung, betreffend das Inkrafttreten 1,88 7§ 1 des Geseßes vom 12. April 1887. Vom 26. August Berlin, den 2. September 1887. Königliches GeseH-Sammkmgs-Amt. Didden.
andelSregister-Beila € wird Nr; 35 der
In der heutigen Zei enregister-Be anntmachungen verö entlicht.
Yichtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 2. September. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen heute den von England zurückgekehrten persönlichen Adjutanten Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen, Ma'or von KeYel, und &örten einen längeren Vortrag des irklichen eheimen
aths von Wilmowski.
_ Jhre Majestät die Kaiserin und Königin er- schien estern nach dem Parade:Diner im Königlichen S loffe und bends kurze Zeit in der VorsteUung im Königichen Opernhause.
_ Ueber die Feier des Sedantages liegen folgende Depeschen des „W. T. B.“ vor:
Breslau, 2. September. Zur Vorfeier fand gestern Abend ein von den Turnvereinen verunstalteter großer Fackel: zug statt, der fich durch die Stadt nach dem Oderthor be: wegte, wo vaterländische Lieder esungen, eine patriotische Ansprache gehalten und em mä tiLer Holzstoß angezündet wurde. Heute Vormittag fanden zz-estgotteßdienste in den Kirchen und Festakte in den Schulen statt; am_ Nachmittag und Abend begehen akkreiche Vereine und Geselbchasten den Tag durch besondere e tlichkeiten; für den Abend ist eine aÜgemeine
llumination in Aussicht_ genommen. Die Stadt zeigt reichen
laggenschmuck, alle öftentli en Denkmäler und zahlreiche
chaufenster find prächtig de orirt; in den Straßen herrscht festtägliäées Leben.
Po en, 2. September. Die Stadt hat festlich geflaggt; in den Schulen fanden Festakte statt. Der Festzug des Land: wehwereins, der Gewerke und Gesangvereine sowie die sonsti- ken zur Feier des Sedantages in Außficht genommenen Fest: ichkeiten ind auf kommenden Sonntag verlegt.
München, 2. September. Alle öffentlichen und viele Frivathäuser haben Zestlrchen Flaggenschmuck angßlegt. Vom
alkon des RathLau es ertönte Morgens Festmusik, für Nach- mittag. und Aben find von den verschiedenen Vereinenbesondere Festliöhkeiten veranstaltet. ' _
Leipzig, 2. September. Zur Vorfeier bewegte sich bereits
Zefiern Abend ein aus vielen Tausenden bestehender Festzug mit
ln und Lampions nach dem „Napoleonstein“, woselbst unter Abfingung patriotischer Lieder ein mächtiges Freuden- euer ang findet wurde. Die Festrede hielt Stadtrat 1)r. “scher. ch Rückkehr des Festzu?es in die Stadt wur en in bedeutendsten öffentlichen Loka en Kommerse und Concerts
veranstaltet. Die Hauptfeier begann heute früh 6 Uhr durch den von 6 Mufikchören auSgeführteti Weckruf. Nach einer kurzen erhebenden Feier an der Friedensei im Rosenthal begann Vormittags nach vorherigem Glockenge äute de_r Festgottesdienst in der Nikolaikirche, an welchem auch die Spi en der Behörden Yeilnahmen. Hierauf fanden auf verschie enen öffentlichen
läßen Mufikaufführungen statt. Der imposante Hauptfestzug nahm nach einer“ Ansprache des Rektors, Prof. Dr. Mayhoff, seinen Weg vom Markt durch die Straßen, welche von Menschenmassen dicht bese t waren, nach dem neuen Schüßen: hause. Jm Festzu e, de en VorbeimaJä) über eine halbe Stunde in Anspru nahm, befanden si die Spitzen sämmt- licher BeYHrden, die Vereine und Gewerke 2c. In allen Schulen anden Vormittags Festakte statt.
Eisenach, 2. September. Der Sedantag wird hier wie in ganz Thüringen als förmlicher Festtag gefeiert. Vormittags war Fest ottesdiénst, in den Schulen fanden Festakte statt; Abends Lind Festkommerse und werden auf den Bergen Freudenfeuer brennen.
_ Nach Allerhöchster Bestimmung vom 16. 1). M. ist bei Yder Marinestation am 1. Oktober d. I. eine Torpedo: btheilung zu bilden, welche das für die Bedienung der Torpedowaffe bestimmte Personal auszubilden hat. _Die Tor- pedo-Ybéheilungen werden der Inspektion des Torpedowesens unter e t.
_ Die zwischenBierausschank-Jnhabern und ihren Buffetiers üblichen Verträge, wonach der Buffetier jedßs ihm zugeroüte Gebinde als voll übernehmen, dafür einen be- Ztimmten Preis zahlen muß und dann den Inhalt des Fasses ür eigene Rechnung gläserweise an die Kelbier verabreicht, sind nach einem Urtheil desReichSqerichts, 117. Civilsenats, vom 6. Juni d. J., in der Regel als Verträge über Zandlungeu zu erachten, welche in Pccußen einem Kauf: qdcr ieferunngertragZ-Stempel nicht unterliegen.
_ Der Kaiserliche Gesandte am KöniJlich serbiYen Hofe, Graf von Bray-Stßinburg, ist von em ihm [Xerhöchst bewilli ton Urlaub UÜY Belgrad zurückgekehrt und hai die Geschäéte der dortigen esandtschaft wieder übernommen.
_ Der Gsnsral der Infanterie von Stiehle, General: Adjutant Sr. Majestät des Kaisers und Königs, Chef dss Ingenieur: und Pionier-Corps und (HerwralJnspecteur der Festungen, ist zu den großen Herbstübungen des 1. und 11. Armee-Corps abgereist.
_ Das „Marine-Ver.:Vl.“ veröffsntlicht folgende Nach- richten über S iffsbewegungen (das Datum vor dem Orte bedeutet An unft daselbst, nach dem Orte Abgang von dort). S. M. Kreuzer_„Adler“ (;./8. Sydney 25/8. (Post- station: Sydney Australien .) _ S. M. Kreuzer „Albatroß“ 10/6. Sydney 2“ ./8. _ 2 ./8. Rockhanipton 2/9. _ S. M. S. „Ariadne“ 13/8. Cadix 1/9. (Poststation: Madeira.) _ S. M. Knbt. „Cyclop“ 12/6. St. Paul de Loanda 18./8. _ 24/8. St. Thoméz 27/8. (Poststation: Kamerun.) _ S. M. Vermeffgsfhrzg. „Drache“ 10/8. Wilhelmshaven. (Poststation: Wangeroog.) _ S. M. Fahrzeug „Falke“ 31./7. Wilhelms: haven 5/8. (Poststation: Wilhelms aven.) _ S. M. S. „ riedrich Carl“ Kiel 29/8. (Poststation: Wilhelmshaven.) _
. M. Kreuzer „Habicht“ 31./5. Kamerun. _ Letzte Nachricht aus Kamerun vom 5/7. (Poststation: Kamerun.) _ S. M. Knbt. „Hyäne“ 23/8. St. Vincent [Cap Verdes] 25/8. (Posttation: Plymouth.) _ S. M. Knbt. „Jltis“ 6./ . Amoy. (Foststation Hongkong.) _ S. M. Fahrzeug „Loreley“ 3/5. Konstantinopel 25/8. _ 25/8. Galaß (Poststation: Galaß.) _ S. M. S. „Luise“ 10/7. Swinemünde 15/8. _ 19/8. Neufahrwaffsr 6/9. (Poststation: bis 39. Neufahrwaffer, vom 4/9. ab Kisl.) _ S. M. Kreuzer „Möwe“ 23/6. NaC-alKhyle 2/7 _ 13/7. Fort Victoria (Mahé_SeychellenGruppe _) 16/7. _23/7
anzibar 20/8. (Poststation: Aden.) _ S. M. Pzrfbrzg. „Mücke“ 2/8. Wilhelmshaven. (Poststation: Wilhelms: Haven.)_ S. M. Kreuzer „Nautilus“ 15/8. Zanzibar. (Vost-
tation: Zanzibar.) _ S. M. S. „Niobs“ 18./8. Zoppot 1./9. (Posttation: bis11.“9.: Neustadt i. H., vom 12/9. ab Kiel.) _ S. M. S. „Nixe“ 27.8. Kiel. (Post: station Kiel.) _ S. M. “Fahrzxug „Otter“ 16/7. Kiel. (Post: station: Kiel.) _ S.231.Vermes1gsfl)rzg. „Pommerania“ 29/7. Neustadt i. H. 1./8. _ Travemünde 10./8. (Post: station: Kiel.) _ S. M. Knbt. „Wolf“ 10/8. Newshwang. ( oststation: Hongkon_ .) _ Kreuzergeschwader: S. M. S. „ iSmarck“ (Flag schi ), „Carola“, „Olga“, „Sophie“ 9/6. Sydney 3/8. (PQFtstation: Hongkong.)_ Manövergeschwader: ]. Division: S. M. S. „König Wilhelm“ (Flaggschiff), „Kaiser“, „Oldenbura“, S. M. Av. „Pfeik“. _ . Division: Schul eschwader: S. M. S. „Stein“ (Flaggschiff), „Moltke“, „Gnei enau“, „Prinz Adalbert“. 1)'.D1visi51i: Torpedoboots: FlottiÜe: S. M. Av, „Bliß“. 1. TorpodobootsWivifion: S. M. Torpedo-Divisionsboot „]) 2“, S. M. Torpedoboote HSZ 25“ bis 8 30". 2. Torpedoboots-Division: S. M. .eorpedo-Divisionsboot „]) 1“, S. M. Torpedoboote „S 1“, „8 3“, „8 4“, „8 6“, „8 16“, „8 19“ 17./8. Kiel 22/8. _ 25/8. Kiel 27/8. (Postsiation: Wilholmshavcn.) _ Ostseegeschwader: S. M. S. „Friedrich Carl“ (Flagg: s iff) „Hansa“, „Sachssn“, „Nixe“, S. M. Minsndampfér „ hein“ 18/8. Sonderburg. _ 21./8. Apenrade. _ Kiel. _ S. M. Torpedoboote „8 31“ und „11 1“ Kiel 14/8, _ nach Edingen behufs Eintritts in das Ostseegeschrbader. _ S. M. Torpedoboot „Jäger“ Kiel17/8. _ 19/8. Wilhelmshaven. _ S. M. Torpsdoboot „Scharf“ Kiel 18./8. _ S. M. Torpedoboot „8 36“ und „8 37“ Danzig 28/8.
Dampfer „Hohenzollern“ mit der abgelösten Besa ung S. M. S. „Olga“ („Bismarck“ und „Sophie“) 22/8. "den 23/8. _ 29/8. Port Said 30./8. _ Dampfsr „Preußen“ mit der abgelösten Besatzung S. M. Knbt. „Wolf“ 23/8. Aden 23/8, _ 28/8. Port Said 28/8. _ Dampfer „Hoéenstaufen“ mit der abgelösten Besatzung S. M. Kreuzer „Ad er“ 18/8. Melbourne 20/8. _ 22/8. Adelaide 23/8.
Hessen. Darmstadt, 1. September. (Darmst. Ztg.) Der Großherzog hat sich heute Vormittag nach Gießen und von dort zu Wagen nach Londorf begeben, wo die An- kunft gegen 5 Uhr Nachmittags erfolgen sollte. Die an leßtgenanntem Orx kantonnirende Großherzogliche Leib- Compagnie feiert heute ihr „ 150jähriges_ Bestehen, und der Großherzog hat für diesen Tag em kleinees
est inner alb der Compagnie und des Offizier eiseS des eibgarde-Regiments, welchem auch der Erbgroß: herzog angehört, befohlen. Der Großherzog wird spät Abends nach Gießen zurückkehren, daselbst Nachtquartier nehmen und
“27. Oktober und 3. November anberaumt worden.
mor en früh über Hungen, wo Se. Königliche oheit auf dem 11 rt?gen Uebun Splatz dem Exerzieren der ?Z- Kavallerie- Brigade beizuwo nen beabsichtigt, nach Darmstadtzurückkehren.
MecklenburYStlm-erin. Ludwigslust, 31. August. (Meckl. Anz]? as heute außgegebene [eßte Bulletin über das Be nden der Herzogin aul Friedrich lautet:
Nachdem die lokale Affektion im alse sowie die eingetretenen Komplikationen vollständix] beseitigt sind, befinden sich Ihre Hoheit die Frau Herzogin in Re onvaleScenz.
Dr. Richter. Dr. Mitan.
Braunschweig. BraunschweiZ, 1. September. (M db. Ztg.) Die Neuwahlen für den andtag sind auLO'esn
ie e Wahlen find nothwendig, weil nach den geseßlichen Ve- stimmun en die Hälfte der bisherigen Abgeordneten auSzu: scheiden Fat.
Schwarzburg - Sondershausen. Sondershau sen , 31. August. (Lpz. Zt .) Der regierende Fürst ist aus Schloß Gehren hierher zurü gekehrt.
Qesterreich-Ungarn. Wien, 31. August. (Wien. tg.) Im Hinblick auf die bevorsti'hende Delegations-Ses ion haben im Verlauf der letzten Tage unter dem Vorfiß des Ministers des Kaiserlichen Hauses und des Aeußern, Grafen K-Llnoky, mehrere Verathuuasn der gemeinsamen Min i | e r stattgefunden, welche der Xeststellun dks gemeinsamen Budgets gewidmet waren. _ eber den?elben Gegenstand wurde gestern vor der Abreise des Kaisers zu den Militär- manövern unter dem Vorsitz Sr. Majestät ein Ministerrath abgehalten, bei welchem diese Berathungen zum vorläufigen Abschluß gelangt sind.
Belgien. Ostéilde, 1. September. (W. T. B.) Die Behörden haben energische Maßregeln ergriffen, um Liner Erneuorung der Ansschrcitungen der Fischer vor: zubeugen; es ist Gendarmerie requirirt worden, welche in 138111 Hafen patrouiÜirt.
Großbritannien und Irland. London, 1. September. (28T. V. In der heutigen Sitzung des Unterhauses er- lärte in 5 eaiitwortung ciner bezüglichen Anfrage der Unter: Staatssekretär Fergusson: es bestehe keinerlei vertrags- mäßige Vereinbarung mit Egipten , wonach eme Ermäßigung der Abgaben für euchtfoner einzutreten habe, wenn die Einnahmen aus den Lcuchtfeusrn die Ausxzaben fiir dieselben überstiegen. Die englisch Regie- rung drinne gegenwéirkig [Wi der egyptiscbcn egierung auf die Errichtung eines neuen Leuchtthurch auf dcr Insel Schadwan im Golf von Suez; ein Drängen der eJyptischen Regißruug um Ermäßigung der Leuchtthurm: a gaben halte die englische Regierung mit Riicksicht auf die egyptischen Finanzen aber nicht für gerechtfertigt. _ Dcr Sekrétär fiir die Kolonien, Holland, erwiderte auf eine bezijgliche Anfrage: dic Nachricht, daß den in Neu-Süd- wales mit dem Civilisiren von Eingeborenen beschäftigten Missionaren eine große Landstrecke angeboten worden sei, steÜe sich, soweit sr habe ermitteln können, als unbegründet heraus. _ Der Kanzler des Herzogthums Lancaster, Lord Manners endlich erklärte: da 'die deutsche Regierung gegen die crbreitun? des an zwei kleinen Strecken aufgetretenen Colorado äfers energische Maß- regeln ergriffen habe, erscheine es unnölhig, dem deutschen Fandel irgendwelche Besckränkungen aufzulegen, um die
inschloppung des Colorado éifers zu verhindern. Die eng: lische Rogisrung habe iibrigens die deutsche Regierung ersucht, ihr nach Verlauf einiger Wochen einen weiteren B6; richt iiber dio Angelegenhüit zugehen zu [Yen.
_ 2. September. (W. T. B.) Dis önigliche Yacht „Victoria and Albert“, welche inTolge stürmischer Wit: terung bei der Insel Wight zurü gchalten_.wurde, kam gestern Abend mit lerechiiserlichen und Königlichen Hoheit der Kronprinzes )“ in nebst Prinzesfinnen-Töchtern an Bord in Sheerueß an. Die Yacht geht heute nach Port Victoria, um So. Kaissrliche und Königliche HolHleit den Kronprinzen an Bord zu nehmen, worauf die breise nach Vlissingen erfolgt.
Lord Salisbury hat sich gestern nach seiner Besitzung bei Dieppe begeben, wo der Premier bis zum Ende des Herbstes zu bleiben edcnkt.
_ (U.S.) Mit ezug auf die Niederse ung eincr angla- amcrikanischen Kommission für ie Beilegung des Fischereistreits, wird dem „Bureau Reuter“ aus Ottawa gemeldet, daß außer Chamberlain die bri- tische Nc ierung ihrsn Gesandten in WasYington, Sir L. Sackvi 6 West, zum Mitglied der Kommision ernennen und die canadische Regierung angehen würde, den dritten Konnniffär zu ernennen, der aUer Wahrs einlichkeit nach Sir J. Macdonald, dc'r canadische Minister: räsident, sein werde. Leßtgenannter war Mitglied dsr labama: Kommission, die 187] in Washington tagte. Die neue Kom: mission wird voraussichtlich ebenfalls in der Hauptstadt der Vereinigtén Staaten tagen.
2111130. v. M. begannen die Pächter-Ausweisungen
-auf dym O'Grady'schen Giiteikomplex in Herbertstown.
Die GerichthvollzieHer waren von 130 Polizisten und 50 Sol: daten bsgleitet. 21119 außzutreibenden Pächter hatten den „Feld- zugsplan“ adoptirt. Der Pächter, an den zuexrst die Reihe kam, ließ sein Schicksal ruhig Über sick) ergehen, aber heftiger Widerstand wurde geleistet, als versucht wurde, die Wittwe Crcmms in Killallyowen zu exmittiren. Zweimal wurden die beraurückendeu Gerichtßvoüzieher und
olizisxen von den Insassen, 5 Mämxern und 4 Frauen, mit Steinen und kochend heißem Wasser in die Flucht ges lagen. Die Polizei stürmte schließlich das“ Gehöft, mit ge älXtem Kajofnßet. Die Insassen wurden verhaftet und m das Gefängnis; (1 ge ü rt.
Auf dsr StaatSwerft in Sheerneß lief dieser Tage das für die britifckzg KriegSmarine gebaute doppelschrcmbige Torpedo:Kanonenboot „„Gr'aßhoper“ von Stapel. _ Die Admiralität beabsichtigt, demnächst 16 außer Dienst gestellte Kriegsschiffe veralteter Bauart zu verkaufen. Es sind dies die Korvetten „Amethyst“, „Modeste“ „Juno“, „Tenedos“ und „Thetis“, die Kanonen- boote „Vittern“, „Seagull, „El “ und „Growler“, das Schaufclradschiff „Jackal“, die Scha uppe „Sapho“, die BrigZ „Hound“, die Kutter „DeSmound“ und „Bonita“ xowie Mörserschiffe Nr. 31 und 50. “Diese 16 Schiffe reprä entiren ein Gesammtdeplacement von 11039 Tons.
Der Goyverneur von Cypern, Sir Henry Balmer, ist in London angekommen.
raukreich. Paris, 1. S tember. Köln. Ztg.) Der ConseilS-Präsident Rouvier ist ente in aris eingetroffen, alsbald nach Marseille abgereist und wird am Monta wieder hierher zurückkehren. _ Das „Journal officiel“ verö entlicht heute den zwischen Frankreich und Transvaal abgeschlossenen, Handelsvertrag. Derselbe beruht auf “denz Rechx der meistbegünstigten Nation. Ein ufaß- artikel bestimmt, daß, wenn die südafrikanische Republik eine Geseßgebung Über das industrielle Eigenthum fertiggestellt haben werde, dieses (Heseß auch auf die Franzosen Anwendung anen soÜe. _ Die Reservisten treffen in Masse in qulous e und anderen GarnisonSplätzen ein; ein Theil der aktiven Armee räumte die Kasernen, um den Reservisten Play zu macken, und lagert im Freien. Ein Theil der Kaserne von ahors wurde heute Morgen ein Raub der Flammen.
Bulgarien. Sofia, 2. September. (W. T. B.) Ein Telegramm der „Agence Havas“ berichtet: Die Bildung eines neuen Ministeriums unter TheilnahmeStambulow 's ist noch zu Stande gekommen. Außer Stambulorv ?ehören dem- selben auch Stoilow, Natchevitch, Stransky und 2.1 utkurorv an. Stransky Übernimmt das Ministerium des Auswärtigen, Natchevitck) dasjenige der Finanzen.
(W. T. B) Wie dem „Reuter'schen Bureau“ aus Sofia, vom 1. September, telegraphirt wird, wäre der bulgarischen Regierung eine offizielle Mitthei- lung der Pforte zugegangen, wonach leßtcre die Mission des russischen Generals Ernrotl) nach Bulgarien acceptixthätte. Unter dem Vorsitz des Prinzen Ferdinand Hiebe sich ein gestern abgehaltcncr Ministerrath mit dieser
ittheilung beschäftigt.
Amerika. Philadelphia, 30.21ugust. (A.C.) Die Untersuchung, welche das Schatzamt 11er die im Ein- wanderungsbureau von Castle (Harden in New: “York zu Tage getretenen MiQstände eingeleitet, hat die folgenden Thatsachen ergkben: Dic Eisenbahnen, welchc Ein: wanderer von NUv-York nach dem Westén befördern, laben eine". Koalition gegründet, nach welcher sie in €rcundschaftlichor Wcise den Ertrag der Einwandererbeförde- rung unter sich thsilen. Ihre Agenten diirfen Castle Garden betreten und verkaufen im Jahre", etwa 200000 FalrbiÜets an Einwanderer, wofiiriibcr2(00000Doll. eingeben. cr Bstrieb dicses Geschäftos in Castle (Hardenverschlingt40_50000Do[1. im Jahre. Außerdem Ushmcn die Eisenbahngeseüschasten für (Hspäckbeförderung 80000 Dol]. ein. Es hat allgemeine Ver: wundsrung hsrvorgerufcn, das; die Einwanderung don Eisen- bahngeseüschasten so viel einbringt.
Zeitungsstimmen.
Die „Post“ schreibt zum Tage von Sedan:
. . . Das Nationalfcst, Welches wir am 2. September beaebcn, ist_nicht ein Fest des Triumphs über den befie ten Feind, es ist das Fest der nationalen Wiedergeburt , das est dcr Wiederver- einigung der dcutsckxcn Stämme und Staaten zu einem Kaiser- reich, das Fest der (Hrfiiklung dcs Hoffens und Sebnkns unserer lange dcs festen, staatlichen Verbandrs entbebrenden, tief in sich ge- spaltenen Nation, die in gewaltigem Ringen in gemeinsamer Abwehr eines fredelhaft unternommenen Angriffs die volle freudige
uwerficht wiedergewann, daß fie von einem tieferen Lobens- and zusammengehalten Werde. Dies Fest der nationalen Wieder- geburt bat die Stimme du's Volks mit zutreffendcm geschichtlichen Takt nicht auf dcr) Gedenktag der Kaiserproklamation in Versailles gele 1, wie gcwalng die Thatsache, daß in dem König§schloß, aus rvcl sm so oft zügcllose Landergicr dic Kriegsfackcl nach Deutschland getragen hat, Dcntsckxland dem Kaiser des neuen von ihm errichtctcn Reichs [cine erstcn Huldigungen darbracbte, auch die Phantasie in Ansprum nabm und stets tn Anspruch nehmen und fesseln wird. Höher als dex Tag, an wclchem das Dasein dcs ncucn Reichs der W811 tn ergrkifcnder Weise Verkündiqt Wurde, stkbt in unserer Vorstellung dock) dcr eigentliche Geburtstag des Reichs, dkr Tag, an welchem eine groß opfer= und ebrcnreiche That des gesammtkn Deutschlands unter König Wilbelm's Jührung das Reich gegründet bat. Wie überwältigend auch die stolze c»icgcsfchch imnnttclbar die Herzen ergriff und bewegte: durch a[len Siegcsjubel hindurch klang der Ausdruck der felsenfestcn [Leberzeugung, das; nunmcbr durch eine deutsche That die alte Uneinigkeit gcsiihnt und das Ziel alles nationalen Sebnem? und Hoffens erreicht sei. In der Nation'siand es fest, daß die Wiederbkrsteüung des Reichs, die Wiederaufrichtung des Kaiseri 111116 der höchste Siegcspreis sein müsse und sein werde.
So lebt der Sieg von (Sedan in unserer Vorstellung als reichs- gründende That, und ein starkes "und tapferes Volkwird Von dem natürlichen Triebe beherrscht, die Feier des Höchsten, was es erreicht hat, an die That zu knüpfen, welcher es dasselbe verdankt. Es liegt dem der deanke zu Grunde, daß die Sicherheit des Befißes Wesentlich yon dem Maß von Kraft und Anstrengung bedingt ist, welcher auf die Ermerbung dcs Besitzes Verwandt ist: der Gedanke, daß nicht das mühelos durch einen glücklichen Zufall cinem VoLke Zugeworfene, sondern das mühsam in langer, stetiger und strenger Arbeit Vor- bereitete und in ciitscbeidender, schicksalsvollerStunde mit entschlossener und tnutbiger That Errungcne die Bürgschaft d-xs Bestandes in sich trägt. Was der preußische Staat seit dem großen Kurfürsten in schwerer, Harter Friedens- und Kricgßarbeit geleistet und ges affen, das war diE Vorbereitung für die nach dem Zerfall des alten Reichs und der Be- seitigung des Deutschen Bundes im Jahre 1871 erfolgte Gründung des neuen Reichs. An dem Ta e von Fehrbellin „empfing Prxußen gleichsam die Weihe seines geschiZtlichen, deutschen Berufs. Machtig fortschreitend, durch die mustergültigc Organisation seiner den Geist des..Hcrischcrhauscs widerspiegelndcn Verwaltung und seincs Heer- we1cns zu den höchsten Leistungen befähigt, erhob es sich zur europäischen Großmacht, ohne jemals den tiefen inneren Zusammen- hang mit Dcutschland einzubüßen, noch im akten Reich fick) zur deutschen Vormacht etnpormbeitend. Die strenge pflichttreue Arbeit war das Lebknselement des preußischen Staats; ungestraft auf den crwvrbenen Lorbeern zu ruhen, war dem Staat und Volk versagt.
. . . Und was für Preußen galt, das gilt für das aus Kampf und Sturm errvachsene Deutsche Reich, Welches sein Dasein der unter Preußens Führung crfolgten Zusammenfassung aüer seiner Kräst: vex- dankt. Diese Kräfte nack) allen Richtungen hin zu organifircn, sie in Thätigkeit zu erhalten, der Erschlaffung und Zerseßung vorzubeugen, das war die große Aufgabe der Friedenöarbeit nach dem Siege; und wenn wir zurückblicken auf die 17 Jahre, die seit dem Tage von Sedan verflosscn sind, so dürfen wir, mögen auch manche rccht unerfreuliche Erscheinungen das Bild dieser Zeit entstellen, dock) bc- kennen, daß im Großen und Ganzen Deutschlands Regierung und Volk sich der Pflichten ihrer Aufgabe beWUßt geWesen sind, vor Allem auch, da? das stolze Macbtgefühl sie nicht blind gemacht!!)at gegen die Ge abren, welche die in einer Zeit hock) gespannter nqtionaler Begeisterung erworbene Weltstellung bedrohen, und daß wir auch vor dem Unheil bewahrt sind, uns dem Gefühl einer tbaten- und arbeitsschcuen trügerischen Sicherheit hinzugeben.
Als Fnedenßmgcht ist nach dem Willen seines Kaisers und unter der freudigen Zustmxmung der Nation das neue Deutsche Reich in den eris der europqischen Mächte eingetreten; treu hat es in allen internatwnalcq Verrmckelungen des fieiwiüig und freudig crwäblten Berufs alH frtedenerhaltende Macht gewaltet, fern von jedem Streben nach Erwntrrzmg semi-r Grenzen, xine Selbstbeschränkung übend, wée fie 'urzter „gleichezi Yiacbtvexbältmssen in der Geschichte fast obne Beispiel ist. Eine_ reiche Fulle schaffender Kraft wurde dem inneren Ausbau des _Reichs„ geryidmet. Das größte Problem der Gegenwart, 'die sozialpohtiscbe Reform, wurde von Deutsch- land zuerst unt Besonnenheit i_md mutbiger Entschlossenheit in Angriff Zenomxnen und ohne Uebertretbung, aber auch ohne Unterbrechung ortgefubkt. Auf „diesem Gebiet wurde das neue Reich der civili- sirten Welt em bisher unerreichtes Vorbild, welchem nachzuahmen a„ndere„Staaten kaum den Muth fanden. Damit hat Deutschland em Friedens'werk unternommen, welches die Kultur der Gegenwart vyr dety Einbruch der. Barbarei und dem Umsturz zu schüxzen be- stimmt ist i_md de_ffen bisherigcx Verlauf zu dem Vertrauen berechtigt, daß die, Retchöregterung den richtigen Weg zu dem erstrebten hoben Ziele emgxschlxxgen bat. . . .
Als in dteicm Frühjabx der politische Horizont fich verdunkelte, da war es vor Yllexn der bei den lcßten Reichstagswahlen kundgegebene Entschluß, der Regierung All'es, was zur Sicherheit des Reichs und zyr Aufrechterhaltung des Friedens erforderlich sei, zu bewiUigen, was die dunklen Wolken verscheuchtc. Die damals bewährte einmütbige Entschlossenheit hat unser Vertrauen gestärkt und die Hoffnungen unserer Gegner auf urzscre Uneinigkeit und inncre Schwäche zu nichte gemacht. Und ber Geist, der damals zu Tage trat, soÜ auch der Geist upscret: Sedanfctcr sein, die wir 'mit erhöhter Freude im Hinblick auf die Wiederherstellung unseres Kaisers begeben. Dann können wir der Zuklznft mrt Vßrtrauen entgegensehen und freudig in den alten Ruf einstimmen: Mit Gott, für Kaiser und Reich!
__ Pie „Mecklenburgischen LandeSUackzrichten“
Yresxsben uber die Erhöhung der Kortizölle und die freisinnige W L!
Eingaben um Erbööung der Getreidezöüe gehen jetzt in großcm Umfange bei den Reichsbebörden ein. Das Verzeichnis; solchec Ein- gaben, welche dem BundeSratb bcreits vorliegen, soll größer sein, als purcd die Zeitungen bisher bekannt cworden ist. Auch aus Berlin ist neuerdings an den Reichskanzlxr iZßürsten Wißmarck eine Petition abgegangen, Welche, „wre die meisten dieser Art, nicht nur um die E'rbö'bung der Getreidezölle, sondern auch zum Zwecke der schleunigcn Ctrzfubrnng der erbetene!) Erhöhung um zeitige Einberufung kes Reichstages ersucht." Die Berliner Petition cht ebenfaUs von Müllcrn, Getreidebandlcrn und anderen Gejverbetreibenden aus und ist mit nzebrererx Hunderten von Unterschriften bedeckt.
Erbiyten fick) die freisinnigen Blätter schon an den Petitionen aus Bromberg und Posen, so werden fie vollends durck) di'n An- schluß det: RcichHbayptstadt xm: ihre Ruhe gebracht, und sie fordc'rn jetzt zu Gegenagitatwnen aui, dcren künstlicbkr Ursprung dadurch im Voraus gekennzeichnet ist. Was dabei an Argumenten iu Tage ge- fördert wird, ist der alte abaedroscl)eneUnsinn, daß der Schutzzoll der Jrößtc Feind dsr Landwirthscbaft sei und daß dieselbe nur unter freiem Ferkel» anf dem Weltmarkt gedeihen könne. Man brancbt fick) mit solchen Jdiosimkrasien, die von der Praxis und Wissenschaft längst auf ihren We'rtk) geprüft sind, nicht mehr abzngcbcn, muß aber der Darstellung entgegzntrcten, als ob die gegenwärtige Bewegung in dem Getreidehandel und der Mühlcnindustrie für Erhöhung der KornzöUe ladiglick) auf die Anregung aus agrarischen Kreisen zurück- zuführen sei. . . . Was hat die freifinnige Presta für Anhaltspunkte, Welche der Behauptung zu Grunde liegen, das; die qu. Petitionen der Geiverbetreibenden nur ein Prodnkt der vcrhaßten Acrarier seien? Man Höre: die Petitionen „zeigen durchaus dieselbe Péysiognomie', fie opcriren mit dsrselben Begründung, ergo jJirur haben sie eine gemeinsame QucÜe, und diese ist natürlich die agrarische.
Dqß die SchlußfoZZerung ein Loch hat, irritirt die freifinnige Bemeissührung nicht. ozu auch? Die Kreise, auf welche die Ver- dächtigung berechnet ist. sind mit den ysrbjs magjgrrj zufrieden. Wir konstatiren dem gegenüber kurz. daß es die Gemeinschaft der Inter- essen ist, welche die Landwirthe un die Kornbändler, Müller 2c. zu- sammenführt, um ihre Existenz durcb eme namhafte Erhöhung der Getreidezölie zu retten, da? die Notblage aller genannten Erwerbs- ziveige den nämlichen Ur achen entspringi, vor AÜem der Ueber- schWemmung Deutschlands mit auslän_di1chem schlechten Getreide, und daß dcmnacb die Darstellung deS/elbcn Ukbkls auck) „dieselbe
byfiognontie“ zeigen muß. Gleichwie die Landwirthschaft selbst, eidcn Weite Kreise des Kornbandelö und_der PiüHlenindustrie bei uns seit vielen Jahren unter den ungünstigstcn_Geschäftßverhältniffen, wie solche durch die Konkurrenz des ausländischen minderWertbigen Korns auf unserem Markt cntstanden find. Die vor 8 Jahren ein- geführten und 1885 erhöhten KornzöÜe sind zwar nicht fruchtlos ge- ivescn, bieten aber bei ihrer Niedrigkeit noch keinen auskeickyenden Schutz gegen die Ueberflutbun mit billigen und schlechten Produkten Wsnk) außen und müssen des (115 eine zweckentfprechende Steigerung er a ren
Die Statistik der Getreideeinfubr in das deutsche ollgebiet liefert den Bcwäs dafür, daß die11eberschwemmung Deutsch ands mit ausländischem Getreide wieder zunimmt. Nach _der amtlichen Handels- statistik find nämlich von den vier wichti !ten Getreidearten _ Weizen, Roggen, Gerste und Hafer _ im «Zen Semester laufenden Jahres 4424 958 Doppelcentncr eingeführt worden, während in dem gleichen Zeitraum des Jahres 1886 der Import 4112782 Dorpel- centner betrug. Die Vermehrung beläuft fich also auf 7%. Daß übrigens der JLU uns das ausländische Getreide in sehr erheblichem Maße Vom Leibe aebalten bat, beweist die einfache Thatsache, daß im ersten Semester 1884 _ vor der ZoUerböhung _ "von jenen vier Getreidearten 9904 742 Doppelcentner im:)ortirt wurden, wo egen fick) selbst der dieSjäbrige Import nur auf etwa 45 0/0 dieses früZeren enormen Quantums beziffert.
Wenn gleichwohl das „Berliner Tageblatt“ meint, der „über aÜe zoÜpolitischcn Erwägungen hinWeggehende' Ruf der Petitiqncn nacb schleuniger Hülfe werde Von einem wirtbjchaftlichen Pejfimismus diktirt, Welcher cine Zollerböhung verlange, weil es schlimmer als es cht ist (selbsMrständlick) in Folge der Schußzollpolitik), _docb nicht mehr Werden könne, so ignorirt das freisinnige Blatt voUständig das wahre Motiv der Petitionen: die Wirkung des Getreidezolls, und zwar eines aberma1s erhöhten Getreidezolls, auf die- Einschrän- kung der Getreidceinsubr.
Armee - Vexordnungs - Blatt. Nr. 23. _ Inhalt: Instruktion zur Ausrührung des_Ge]ex3es über die Naturalleixtungen für die bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Februar 1875 und der dazu ergangenen abändernden Bestimmungen des Gesetzes vom 21. Juni 1887. '_
Marine - Verordnungs - Blatt.__ Nr. 14. _ Inhalt: Torpcdy-Abtbeilungen. _ Dcckoffizier-Menegeld._ _ Wechselwxxnu- lare. _ Klassifizirung von Marinebeamten. _ Wittwen- und Waucn- geldbeiträge. _ Friedens-Geldverpftegungs-Reglement. _ _, Ver- pflegungSravporte. _ Scbußtafeb]. _ Amtliche Schiffsliste. _ Schiffsbücherkisten. _ Schiffsmuntan. _ Geldbeschaffung. _ Per- sonalverändcrungen. _ Benachrichtrgungcn. '
Archiv für Post und Telegra bix. Nr. 15. _ ana1t: 1. Aktenstücke und Aufsäße: 59) Zur cscbichte des Poitwcsens im 17. Jahrhundert. _ 60) Die Entwickelung bes Fern(s *rechwch1ens tm rbeinisch-westfäliscbcn Industriegebiete 1881 bis 1886 ck,É'ortscßung); _ 61) Der Fdaftikanixche Telegrapbenverem; _ 62) „i_c franzömcbe Posisparka e im Ja re 1885. _ 63 Eine Postfabrt 111181" die nor- wegischen Fjelde. _ 11. Kleine 'ttbeiluzigen: Brieftaubxn im Dienste der Schiffahrt. _ Stxaßcnbabuen 1111D€UNchM RWH“. _ Sechrkebr in deutschen Hafenplaßcn und Seereisen deutscher Scbtkfe. _ Dic CiLenbabncn in Japan. _ Dcr Melograpb. _ 111. Zeit- schriften-Ue erscbau.
Statistische Nachrichten.
Das soeben zur'AuMabe gelan te Julibeft der „Monats- hefte zur'Statistik'des Deut chen Reichö“, Heraus egebeu vom Kaiserlichen Statistischen Amt, enthält außer den reaelmÉig für den betreffxnden Monat veröffentlichten Nacbwe sen über den aaren- verkebr mit dezn Auslande, die Rüben uckerproduktion, die Groß- handelspreise wtcbtiaer_Artikel, und die „luswanderun. Uebersicbten uber, dre axn 31. Juli d. I. in den Zuckerfabriken, Raffinerien nnd amtlichen Niederlagen des ZoUgebiets vorhanden Yewesenen Bestände von_ Zucker, und über die im Etatsjabr 1886/ 7 den Weinhändlern aewabxtea Zollbegünstigungen, ferner die Erntestatistik für das Exntexabr 1886/87.
_ UeberdicZabl derRichter „inDeutscbland entnimmtdie „N. L. C.“ der neuesten .Justtz-Stattstik“ folgende Angaben: Beim Reichsgericht _find 79 Richter vorhanden, nämlich 1 Präsident, 9 Senaxs- rasidennicn und 69 Rätbe; das bayerische Oberste Landes- gericht zabt 1 rasidenten, 1Senats-Präfidenten und 16 Rätbe, zu- sammeg also 1 R1 ter. Bei den 28 Ober-Landeögerichten fungieen 28 Prasidenten, 65 c“enats-5;Prc"1fii)enten und 444 Rätbe, zusammen also 537 R1 ter, bei den 172 Landgerichten 172 Präsi- denten, 1338 D rektoren und 1701 Landricbter, zusammen also 2211R1chter, endlich bei den 1913 Amtherichten 4242 Amts- richtex. Abgesehen von den obersten Gerichtsböfen sind alsx) tnsgqsammt'6990 Rickoter vorhanden. Von den einzelnen Ober- Lgndesgertchtsbezirken zahlcn die meisten Richter Breslau und Berlin, namlich 581 unh 555, dann folgen Dresden mit 441, Naumburg mit 37,5,“ Hamm 11111 _365, Celle mit 345, Köln mit 327 und München mit 324; dite wenigsten Richter haben die Bezirke Zweibrücken (93), Braunschrveig (86) und Oldenburg (51). Im Vergleich zur Bevö - kerung kommt durchschnittlich im ganzen Reich ein Richter des Ober - Landxßgeriéhtß auf 87 255 Einwohner, ein Richter des Landgerichts guf 21192 und ein Amtßrickster auf 11046 Ein- wvl)ner.' Die einzelnen , Ober - Landesgerichtsbezirke zei en, was die Ober - Landcßgertchtömitglieder betrifft, die er eb- lichsten Schkvanknngen unter einander. In 9 Bezirken kommen auf einen Richter beim Ober-Landesgericht über 100 000 Einwohner, in 3 dagegen unter 50000. Das ungünstigste Verhältniß waltet in Königßbcrg, „Celle und Naumburg ob wo auf jeden Richter 130632 bezxv. 129322 und 128 945 Einwobncr kommen, das günstigste in Miincberi mit 38 970 und Braunsckxweig mit 37245 Einwohnern auf jßdkslMltgltkbdes Ober-Landes erichts. Bei den Landgerichten zei en dix einzelnen Bezirke aucb gro e Verschiedenheiten. Die Wenig ten, Richter haben'hicr Stettin, wo 31 366, Köln, wo 31 204, und Naumbur , wo 31 125 Einwohner auf jeden Richter kommen; dann folgen Kiel m t 29 495, Hamm mit 26 442, Breslau mit 25 863, Celle mit 24 248 und Kassel mit 24 089; alles also preußische Bezirke; die meisten Land- rtezbter haben Nürnberg mit 15744, Hambur mit 15 733, Bamberg mit 15 33:8, Braunschwxig mit 14 898 und §chIünckoen mit 13108Ein- wyhnern auf (eben Richter. Bezüglich der Amtsrichter steht Köln m1t"20 681 Einwrxhnkrn auf jeden Richter am schlechtesten, was erklarlick) ist, weil hier ein gr_of;cr Theil der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit den Notaren übcrlassen ist; dann folgen Hamburg mit 20170, Karlsruhe mit 17 992, Kolmar mit 17 382, Dresden mit 15298, Stuttgart mit 15001 und ZWeibrücken mit 14 212, alles also außerpreußische Bezirke, während von den preußischen Stettin mit 11406 und Berlin mit 11289 am ungünstigsten da- stehen; das günstigste Verhältniß zeigen die Bezirke Nürnberg mit 7718, Augsburg mit 7700, Kassel mit 7654, Braunschweig mit 7303, Jena mit 7266 und Bamberg mit 6879 Einwohnern auf einen Amtsrichter. Faßt man alle Kategorien von Richtern zu- sßmmext, so kommt im Reick) auf 6703 Einwohner durchschnittlich ein Richter. Unter den einzelnen Ober-Landesgerichtsbezirken Yad sechs, in denen auf jeden Richter Weniger als 5000 Einwo ner kommen, nämlick) Braunschweig mit 4331, Müncben mit 4450, Bamberg mit 4464, Nürnberg mit 4820, Augsburg mit 4852 und Jena mit 4873; während in 12 die Zahl über 7000 stei und mit 8254 in Karlörube, 8939 in Kolmar und 11356 in Kö n ihren Höhepunkt erreicht. _ Die Zahl der Staatßanwälte be- trägt im ganzen Reick) 553, so da immer auf 84 730 Einwohner ein Stantßanwalt kommi. Auch ist haben die bayerischen Bezirke verbältnißmäßig die meisten Beamten, indem in Bamberg auf 50 846, in Zweibrücken auf 49 741 und in München auf 43 694 Ein- wvbner ein Staatßanwalt kommt, wähxend dies in Naumburg erst . auf 123 084, in Kiel auf 127 812, in Hamm auf 133 532 und in Köln auf 137 528 Einwohner der Fall ist. Im Ka_mmergerichts- bezirk kommt auf 6590 Einwohner ein Richter und auf 104506 ein Staatsanwalt.
Die Zahl der Recht§anwälte in den griéeren Stäyten und ihre Zunahme seit Freigabe der Advokatur War eraus Verxchieden: In den 21 Städten mit mehr als 100000 Einwohnern waren am 1. Januar cr. 1475 Anwälte 98951 1184 am 1. Januar 1880; davon entfaUcn auf Berlin allein 350 (1880 141) anältez in den übrigen 20 Großstädten beträgt die Zunahme nur “02 Anwalte oder 7,9 0/0. In den 23 Städten mit 50000 bis 100000 Einwohnern waren 1880 397 , _ 1887 dagegen 479 Anwälte vor- handen; hier hat alio eine Zunahme um 20,7 0/0 statt- gefunden, während die Zahl aller an kleineren Ort_en befindxickyen An- wälte von 2510 auf 2833, also um 323 oder 12,8 % gestiegen ist. Die Großstädte mit AuÉnabme von Bkrlin haben also an der Ver- mehrung den geringsten Antbeil. Im Einzelnen „war die Zahl der Rechtsanwälte m den Städten mit über 50 000 Einwohnern, die wir nach ihrer Einwwbnerzabl ordnen, die folgende: Berlin 350 (1880141), Hamburg 117 (124), Breslau 49 (72), München 109 (112), Dreßdea 128 (123), Leipzig 126 (126), Köln 97 (86), Frankfurt a. M. 82 (80), Königsberg 42 (23), Hannover 45 (38), StutYart 46 49), Bremen 42 (50), Düsseldorf 32 (32), Nürnberg 33 (29), „danzig “ 2 (12),_ Ykagdeburg 16 (27), Straßburg 20 (16), Chemniß 34 (38), Elberfeld 22 (15), Altona 18 (16), Barmen 11 (9), „Stettin 34 (21), Aachen 38 (34), Krefeld 10 (6), Braunschweig 30 (25), Halle 19 (10), Dortmund 17 (17), Mülhausen i. E. 9 (5), PZWn 28 (12), Augsbqrz 26 (32), Mainz 35 (30), Essen 17 (12), Kamel 29 (24), Mannheim 25 (18), Kaiksrube 26 (Z?“ Erfurt 14 (Z), Görlis 13 (6), Wus- baden 21 (21), „Übeck 17 (27), Würzburg 22 (26), Frank- furt a. O. 10 (I), Metz 14 (9), Ki?! 15 (14) und PotZdam 10 (8). Es ergiebt fick) also für 32 Stadt: Line Vsrmeörung, für 4 ein Stebenbleiben und für 8 ein Rückgang der Anwälte, der am erbeblichsten in Lübeck war. In dr_ei Städten (Bexlin, Posen und Görlis) betrug die Zabl der Anwaltx im Jahre 1887 giebt 511.5 das Doppelte der Zahl des Jabre2_1880. Die ganz außerordentliche Zunahme der Anwälte in Berlin laßt sich am beiten daraus erkcnmn, daß 1880 von 100 _Anwälten kes Ncickss 3,4, 1887 dagegen 7,3 in Berlin wohnten, wahrend nach der lestm Volkszählung die Ein- wobncrzabl Berlins -nur 2,8% der gesammten Bevölkerung dE Reichs ausmachte.
Paris, 30.?1ug_ust. (Fr. C.) Die Zahl" der Aerztk ig Frankreich nimmt fortdaucmd ab, wäbrcnd rie Bevölkerungszahl wächst. ES kamen nacb einem Bericht re:? ärztlichen Vereinsblarts im Jahre 1881 auf 38 Millionen Einwohner 14 846 Acute, d. b. ein Arzt auf 2500 Einwohner. Davon waren 11643 wirkliche Aerzte und- 3203 Landäxzte (0fücier§ äs santé). Während die Zakl dee Aerzte seit 1866 fast stehend blieb,_nabm kie der Gküciers cle mw um circa 3000 ab. Nach der ncucite_n Zäblung beträgt die Gcsamut- zakl ker 2121251611997. Di? Austlciiung der Doktordivjome bat cntsrrecbend abgenommen: fie betrug im Jabre1584: 590, 1885: 575, 1856: 546
Kunst, Wisensahaft nd Litentnr.
Stein. Sein Leben und seine eit. Deniscblqmd und Preußen im Zeitalter Napolcon's. Von J. . Seeley, PV fessor d.r ncucrr'ti Geschichte an der Universität Cantbtidge. &&. Aus dem Englixcben übersth von Emil chmann. _Gokba. Fricke N?xdr. Pcribcs, 1887. (Preis: 8.44). _ Die Setlxp'DÖe “x ' * ' Stein's, welche wegen ibrrr gründlichen QueUmftudicn nnd RTW