1887 / 207 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 05 Sep 1887 18:00:01 GMT) scan diff

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_ Der General-Jnspecteur des Militär: iehun - Jvesens, hat sie!“) nach Kulm begebét'iIz behu?s

Ka el zur "pizirung der KriegSschulen dortselbst.

_ Der Gouverneur von Köln, General-Lieutenant von

Saniß, ist auf einige Tage hier eingetroffen.

Köni sber i; Pr., 5. September. (W. T. B.) Se. Köni li e Hoßett der BraunFiihweig, welcher Se. Manövern vertritt, i lich ' eschmücktxn Ost a nhof hierselbst eingetro en und von dem ommandirenden eneral, dem Ober-Prä identen, dem Ober-Bürgermeisier und dem Polizei-Präsidenten empfangen worden. Se. Königliche Hoheit schritt zunächst die Front der auf dem Bahnhof aufgestellten Ehrenwache ab, betieg nach kurzem Verweilen im Kaiserzimmer den Wagen und fuhr unter brausenden Hochrufen der die Straßen fülLenden, dicht- edrängten VolkSMenge durch die sia trjumybaüs nach dem öniglichen Schlosse.

Frankfurt a. M., 5. September. (W. T. B.) Ihre Kai erlichen und Königlichen Hoheiten der Kron- prinz und die Kronprinzessin sind mit den Prin- zeYsinnenzTöchtern heute früh 71/4 Uhr hier eingetroffen an haben im „Frankfurter Hof“ Absteigequartier genommen.

Kißl, 5. September. (W.T.B.) Se. Königliche Hoheit der Prinz yon Wales traf heute Vormitta hier ein und wurde von seinem Sohne, dem Prinzen Al ert Viktor empfangen, welcher mit der Yacht „Osborne“ gestern Abend angekommen ist. Der Prinz, welcher am Bahn- hof von dem Chef der Marinestation der Ostsee, Contre- Admiral Blanc, und dem engiischen Konsul Kruse be riißt WSrZen war, begab sich dann sofort an Bord der - acht s orne“.

Bayern. München, 3. September. (W. T. V.) Das EntlgssungSgesuck) des bayerischen Gesandtsn am italienischen Hofe, Grafen Mor), ist vom Prinz-Negenten genehmigt worden.

Sachsen. DreSden, 3. September. Ueber das Be- bfinchn der Erzherzogin Maria Josepha in Persen- eug _ eht dem „Dr.J.“ aus zuverlässigster Queue die erfreuliibze Nachricht zu, daß die Rekonvalsscenz Ihrer Kaiser: lichen Hoheit mit ruhigem Schlaf und gutem Appetit ungestört iren Fortgang nimmt, und daß man daher mit Zuversicht öchsideren vollständiger Genesung, bei der stetig anhaltenden efferung des Kräfte ustandes, in Bälde entgegensehen darf. Eine heute verö entlichte Bekanntmachung vom 31. August ordnet die Vornahme einer Ergänzungswahl fiir die Erste, Kammer, der Ständeversammlung an, und &war im Erzgebirgischen Kreise, wo ein Siß in Folge 1ederle§ung des Mandats Seitens des bisherigen Inhabers ur Erle igung gekommen ist. _ Eine Ver ordnung von dem- ?elben Tage bestimmt die erforderlichen Erg änzun g sw a len ür die Zweite Kammer, und zwar in folgenden ahl- eikenr im 5. Wahlkreise der Stadt Dre-Zden, im 3. Wahl: krei e der Stadt Leipzig, im Wahlkreise der Stadt Zwickau, im 4., 6., 7., 8., 10., 14., 17., 18., 19. und 22. städtischen Wahlkreise, sowie im Z., 8., 13., 17., 22., 23, 25, 26, 28., 34„ 36, 37., 38., 39., 43. und 45. Wahlkreise des platten Landes. Die Abgabe der Stimmen hatin allen diesen „Wahl: kreisen am 18. Oktober 1887 stattzufinden.

Würtiemberg. Stuttgart, 3. September. (St.:A. f. W.) Mit Schreiben des Königlichen Staats-Ministeriums von heute ist dem Präsidium des ständis en Ausschusses der Entwurf eines Geseßes, betreffen den Eintritt Württembergs in die Branntweinsteuergemein-

fck aft, _JYZWULL'W Behagdlqu zquangeg. . . ..

Baden. KarlSruhe,Z. September. Die „Karl-Zr. Ztg.“ meldet: Se. Köniigliche Hoheit der GroßherzoZ reisiß heute Mittag von Sch Mainau ab und bea sichtigte, sick)

euie Abend in Baden = Baden aufzuhalten , um

hren Majestäten dem Ka i se r u n d d e r K a i- s erin von Brasilien einen Besuch abzustatten. Se. Königliche Hoheit gedénkt noch diesen Abend

in Karlsruhe einzutreffen. _ Der Großherzog verbleibt Sonntags, den 4. d., in KarlSruhe, wird verschiedene Vor- träge entgegennehmen und gedenkt Abends nach Waibstadt abzureisen. Von da aus wird Se. Königliche Hoheit den Manövern der 28. Division während einiger Tage anwohnen und am 8. 1). Abend?- wieder auf Schloß Mainau eintreffen. _ Ihre Königlichen Hoheiten der Erb- großherzog und die Erbgroßherzogin [)Yaben sich Leute Mittag nach Rorschach zum Besuch Ihrer öniglichen

oheiten des Prinzen und der Prin essin Wilhelm vori Württemberg und kehren heute bend nach Schloß Mainau zurück. .

essen. Darmstadt, 3. September. (Darmst. Ztg.)

Der rinz von Wales traf gestern Nachmittag von Hom- burg zum Beuel) des Großherzogs, welcher zur selben Siunde aus berheffen zurückkelrte, hier ein. Zur Be: grüßung de_s hohen Besu 3 waren bereits kurz zuvor die Prinzessin Ludwigwon Battenberg und der Prinz Alexander von He1sen von Jugenheim hier angekommen. Die_ Prinzessin Victoria besuchte darauf im Laufe des Nacthta s mrt dem Prinzen von Wales das Man oleum auf der osenhöhe. Der Prinz von Wales kehrte Aben ; nach Homburg zurück , vom Großherzog zum Bahnhof gsleitet, woselbst Se. Königliche Hoheit dann den Prinzen Christian zu Schlesw1g- Holstein sing, , welcher mit den Prinzessinnen ictoria un Lmse' nebst dem Prinzen Albert

zum Besuch der Großberzoglicben “Familie aus England hier eintraf. Einer Ein adun des Prinzen von Wales folgend begaben sich die hoher) errichaften heute Vormittag nacb omburg, von wo die Unzer) Christian und Albert zu

chlesw1g:Holftein heute 21 end hierher zurückkehren werden.

Oldenbur . Oldenburg, 3. Se tember. Der Groß herzogliche of hat die Sommer: efidenz Rastede heute verlassen und ick) nach Gülden stein begeben.

Schwarzbier -Rndolftadt. Rudolstadt, 2. Sep- tember. (LFZ, Ztg. Am 7, d. M. finden die Landtags: wahlen tati, aus welchen, allen Anzeichen nach, meist die

General der Infanterie von Strubberg, und Bildungs- , Besichtigung des en Kadetixenhauses; deEgleichen der General-Lteutenant Mi chke, n"_pecteur der Kriegsschulen, nach Hannover und

rinz Albrecht, Regent von ajestät den Kaiser bei den heute Vormittag 9 Uhr auf dem fest-

Elsasx-Lothrin en. Straßbur , Z.,September. Das „Gefeßblatt rElsa :Lothrmgen“ verö ntlicht folgende Ver- ordnung, etreffend die Einberufung der Bezirkstage und Kreistage: _

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König

von reußen ec. verordnen im amen des Reitbs, für Elsaß-Lotbringen,* anf Grund der Geseße vom 22. Juni 1833, 10. Mai 1838, 18. Juli 1866 und 24. Januar 1873, was folgt:

. 1. Die Bezirkstage werden am 21. November dieses Jahres eröffnet und spätestens am 3. Dezember 171er Jahres geschlossen.

Die erste Sißuvgsperiode der Kreistage beginnt am 17. Oktober, die zweite am 19. Dezember dieses Jahres. Die Dauer einer jeden dieser Sißungsperioden wird auf höchstens fünf Tage festgeseßt.

Urkundlich unter Beidrückung des Kaiserlichen Jnsiegels.

Straßburg i. E., den. 29. August 1887.

Im Allerhöchsten Auftrage Sr. Majestät des Kaisers.

([.. 8.) Fürst von Hohenlohe.

Der Staatssekretär. In Vertretung: , von Puttkamer.

Die „Lds.-Ztg. f. Els.:Lothr.“ bemerkt hierzu: Zu den Aufgaben der diesjährigen Bezirkstage ge ört insbesondere auch die Neuwahl von Mitgliedern zum andes:Ausschuß. Das Mandat der bisher von den Bezirkstagen ab eordneten Mitglieder des Landes-Ausschusfes ist durch Ablau der drei: jährigen Frist, für welche die Wahl erfolgt, seit dem 28. April d. J. erloschen.

OesterreicH-Ungarn. K o n ,3. September. (Wien. Abdp.) Die K o n iZ e r M a n 5 ve r fanden heute ihren Abschluß.

bei Neudorf eine Revue iiber die gesammten Truppen ab, Am Schluß derselben richtete der Kaiser an daS Offizier:C0rps eine Ansprqche, in welcher er den Kommandanten wie den Truppen seine volle Zufriedenheit kundgab. Ganz besonderes Lob zollte der obersxe Kriegsherr dem 6. DragonerMegiment. Um 111/2 U r verabpchiedete sich der Kaiser von den Truppen und ritt na Leschkau, von wo Abends die Abreise erfolgt. Neutra, 5. September. (W. T. B.) Der Kaiser, welcher estern friih hier eintraf und von der Bevölkerung enthusia tisch begrüßt wurde,empfing im Laufe des Vormittags mehrere Deputationen, die ihm ihre Huldigungen darbrachtsn. Zur Hoftafel waren die Erzherzöge Albrecht, Wilhelm und Josef, iowie die fremden Militär-Attachés geladen. Abends fand zu Ehren drs Kaisers eine Illumination der Stadt und 61116

Serenade statt.

Agram, 3. September. (Wien. Abdp.) In der heutigen Sißung des kroatischen Landtages be- richtetew die Verifikations-Kommisxionen Über ihre Konstitmrung, worauf der Präsident den elben die Mandate zuwies. Dis «ckth Sitzung findet erst statt, wenn die Kom- missionen ihre Ar eiten beendigt haben. Sodann dürfte der Landtag zur Wahl der Delegirten fiir den ungarischen Reichst'ag schreiten, welcher, wie bekannt, in den letzten Tagen dieses Monat?- wieder zusammentreten soll.

Schiveiz. Bern, 3. S rémber. N. ürck). Ztg.) Die Zolleinnahmen betrugen m Augu 518 7 1812631 r. 52 Rp. oder 72 024 Fr. 06 Rp. mehr als im August 18 6, vom 1. Januar bis 31. August 1887 15107660 Fr. 43 Rp. oder 1560 913 Fr. 98 Rp. mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Vel ien. Lüttich, 4. September. (W. T. B.) Der katholi che S0zia[:Kongreß hat seine Sitzungen heute Abend eröffnet. Derselbe ist zahlreicher besuchtals im vorigen Jahre. Unter den Anwesenden befinden sich der Kardinal von Rheims, der Fürst von Löwenstein, mehrere deutsche Abgeord- nete 2c. Der Bis “of von Lüttich eröffnete die Sißung mit einer Rcd? üker die ichxékder AWeitgeberx'in WeWer er“die'Noth-“ wsndigkeii briideriicher Grfinnung betonte und sich fiir das Rechi Und die Pflicht, des Staats, zu Gunsten des Arbeiters zu interveniren, auslwß. Der Bischof sprach sich anerkennend iiber die von dem Ministerium und der Arbeits :Kommission v'orgeschlagenen GLsLHE aus, empfahl den Arbeitgebern christ- liche Liebe und Uyterweisung gegenüber dM Arbsitern und schloß niit der Versicherung der Treue egeniiber den belgiséhen Institutionen. 'Der frühere Minister oesie sagte: Die Ge- seßgebun en seien unzureichend, um ohne den Beistand Aller der sozia en Krise zu begegnen.

Großbritannien und Irland. London, 3. September. (W. T. B.) In der heutigen Sißung des Unterhauses erklärte der. Unter-Staatssekretär des AUEwärtigen, Fergus- son, auf eme; bezügliche Anfrage: es sei im gsgenwärtigen Augenblick nicht zweckmäßig, irgendwelche Ansicht Über eine Mission dss Generals Ernroth in Bulgarien aus: zufprechen. _ Das Unterhaus nahm sodann die Bill, be- treffend den Betrieb von Kohien: und anderen Berg- werken, in dritter Lesung an.

_ 4. September. (W. T. B.) Nack) Meldungen aus Ennis (Grafschaft Munster in Irland) hat das von der National-Liga 'auf heute einberufene, vom Vize:König verbotene Meeting, während der dafür ursprünglich in Aussicht genommene Plaß von der Polizei und von Truppenabiheilungew beseßt war, an einem in entgegen- kzeseßter Richtung, WM in der Nähe von Ennis ge- egenen , Punkte stattgefunden. Die irischen Deputir- ten, Diüon, Sullivan, O'Brien und Cox sowie dEr erigliiche radikale Abg. Philipp Stanho e hielten Ansprachen, bis die Ankunft der Polizei und einer bl?cxilung Militär das Außemandergehen der Versammlung herbei übrie. Die Theil- nehmer (m_ der Versammlung suchten darauf in Ennis selbst das Meeting fortzuseßen waren aber als die Polizei zur Räumung der Straßen scbritt, der Aukforderung der Depu- t1rten_und der Geistlichen, keinen Widerstand zu leisten, Folge und gingen ruhig auseinander.

_ Frankreich. P aris, 2. September. (Köln. Ztg.) Die ruppenbewezzungen auf dem Kriegsversuchs- felde habetx „heute ego'nnen; durch Toulouse gingen heute fünfze n Militärzüge. _ Der Unterrichts - Minister Spu ler, welcher gegenwärtig in Mont-sous-Vaudry „der (Haft des Präsidenten Grévl? ist, wird am Sonntag in Saint C laude zur Enthü ung der Vildsäule Voltaire's erscheinen. _ Der Marquis von Salisbury ist in

Noyat eingetroffen. _ 3. September. (Köln. Zt .) Depeschen aus Ton-

bisherigen Abgeordneten wieder hervorgehen werden.

Nach dem Abblasen hielt der Kaiser südöstlich von Koniß --

kommenFelungc-n: die Mitwirkung des „Civil-Elements“ werde in der . rmee sehr efchäßt, und es herrsche zwis en Militär und Civilisten' voÜHtändige Eintracht. Bei der equirirung der ferde freilich sei man einem gewissen Widerstande bei den esißern von LuxuSpferdenbe egnet, und in der Umgegend von Toulouse zahlten _die Pfer ebesißer lieber Strafe. _ Gestern trafen yier Regimenter Infanterie in Carcas s o nne em. Infanterie und nach ihr Artillerie fuhren in dieser Nacht von Toulouse ab. Das elfte ananterie-Regiment ver- läßt Montauban morgen; auch die Besaßung von Agen fährt morgen ab. _ Nach der Abhaltung des Minister: raths, am näckHsten Dienstag, wird der Minister des Jirnern aufs and und der Kriegs-Minister zu den Militärischen Operationen an der obern Garonne abreisen.

Bulgarien. Sofia, 2. September. (W. T. B.) Die „Agence Havas“ berichtet: In dem getern unter dem Vorfiß des Prinzen von Coburg abge altenen Minister: rath soll dem Vernehmen nach die Ans auung zur Geltung gekommen sLein, daß die Mission des Generals Ern: roth, selb wenn dieselbe von den Mächten gebilligt werden soÜte, von Bulgarien nichtVZugelassen werden dürfe.

_ 3. September. ( . T. B.) In dem beute abgehal: tßnen Ministerrath ist, wie verlautet, besch offen worden, die Wahlen zur Sobranje auf den 9. Oktober anzu- beraumen und den Belagerungszustand am 8. Sep- tember aufzuheben.

Zeitungsstimmen.

die HandelSvertrags=Verhandlungen mit Oesterreich-Ungarn:

Die Verbandinngen zwischen dem Dkutschen Reich und der österreich11ch-ungarischen Monarchie über die Erneurrung des mit Ende dieses Jahres ablaufenden HandelSverirages bezw. Erweiterung des- selben zu einqm ZoÜVertrags Haben noch nicht begonnen; Von den Ab- sichten der beiderseitigen Régiernngcn ist noch nichts Bestimmtes in dieser Angelegenheit bekgnnt geworden. und schon trachtet die man- cheiter1ich-frkifinnige Agitation und Prcsse, dicselbe zu ihrer undeutscben Oppofition ansFubkutcn und zu verunstalten.

, Gefliffcntlich sucht man Von dieser Seite die Unwabrbcit zu ver- breiten, daß die deutkche Rsichsregiernng die übermäßig scbuyzölTnerische Politik dss Auslandes, selbst die fast tägl_ich sich steigernde Probibiiiv- Politik Rußlands, bervvrqerufcn babe, Historisib und tbatsichlick) ist das Gcgentbeü der Fall. rankreick) ließ sich in dem Frankfurter Friedensvertrage vom 10. Mai 1871 Artikel 3, etwas seltsamer Weise in dicsemeriedensinsirumcnt, zwar die Meistbegünstigung in ZoÜtarifiaÖen zusichcrn, bat seitdem aber niemals Neigung an den Tag gelegt, ein Tarifvertragsverbäktniß mit Deutsch- land zu erneuern, vielmehr in seinem, das Freibändlersystem Napoleon's 111. beseitigendcn bochschUtszUnerischen Gcneraltarif, wie anderweitig, vornchmlick) die Erzeugnisse der dcutscben Industrie aus- zuschließen aetracbtet; ncuetdings nimmt man höchstes Aergernifz jenseit dll: Vogesen selbst an dsr Ucbcrlegenbeii der deutschen Spiel- waat'en-Jndnsirie, deren übxrlegcne Originalität und Geschicklickzkeit freilich unverkennbar find. _ Die Vcrrinigisn Staaten von Amerika sind, im überlegten Eigenintcxeße ihrer nationalen Produktion und Industrie, die ebenso riick1ichtslosen Hochsckyußzöüner, wie bis

vor Kurzem wenigstens in ebensolchen: Jmtereffe die Eng- länder die gefeierten und erklärten Freibändler waren. _ Oesterreich-Ungarn abcr stellte sich sibon im Jahre 1878, als

der Handels- und Zdllvertrag mit Deutschland vom Jahre 1868 er- loschen war, wesentlich auf die Basis eines autonomen, zwischen den beiden Reicbstheiken dirsscit-und jenseit der Leitha Von Neuem ver- einbcnten (Hencralfarifs; mir mit dem seiner Industrie geringe, seiner Landwirtbschaft keine Konkurrenz machenden Italien schloß es den Handels- uiid zugleich Tarifvertrag Vom 27. Dezember 1878 ab. Zu- iol e Kündigung von italienischer Seite läuft derselbe mit Ende dieses Ja res (1887) gleich dem d_ciitsch-österr_eichischcn Handelsvertragc ab.

In diesem Falle also folgte Deutschland mit seiner autonomen Tariipolitik vom Jahre 1879 Oesterreich nach, ging ibm keineswegs Voran. Dennoch wird von bezeichnctcr Seite selbst di? durchaus falsche Nachricht vcrbreitet, daß Dcujschland nunmehr gar den österreichisch- ungarischenGeneraltarif mit seinen erhöhten ZoÜsäxZen verschuldet bab": “nd auf dasKntgcgciEomu für em neucs Tarifverbältniß 0 er gar eine ZoÜeinigung keine Er- widerung zeige. Wie verbä1t es sich in Wahrheit damit?

Der neue ZoUtarif Oc1terreich=Ungarns, drr durch die Ausgleichs- Verhandlungen zwischen beiden Reichstheilcn wiederum auf zehn Jahre erneuert wvrdcn und bereits am 1. Juni 1). J. in Kraft getreten ist, enthält allerdings in vielen seiner neunundvierzig Tarifklassen recht erhebliche Erhöhungen. Für uns abrr ist die Hauptfrage bier die, wie verhalten dieselben sich zu dem deutschen Zolltarif vom 15. Juli ZYYYMM mit dessen Abänderungen durch die NoveÜe vom 24. Mai

Schon der österreichisch-ungarische Gcneralfarif Vom Jahre 1877, der (1110 dem deutschen vom Jahre 1879 um zwisi Jahre voraufging, enthielt fast durcbgängig höhere 3011761138 als der [eytere, namentlich für fertige Fabrikate. Bei einer genauen Vergleichung beider Tarife aber, in deren gegenwärtigem Bestande, stellt sick) heraus, daß die neuen Zollsäye des jenseitigrn Tarifs die entx'precbenden des diesseitigcn vielfach sehr boträcbtlick), zum Theil fast probibitiv übersteigen und gerade für solche Fabrikate, Wilcbe die deutsche Industrie zunächst be- rühren, während im deutschen ZoUtarif höhere Säße kaum zu finden Fnld. Es genüge, dies mit einzelnen hervortretenden Beispielen zu e egen.

In der Eisenindustrie übersteigen die Zollsäxc des österreichiscb-

ungarisckyen Tarifs die des deytscben durcbgängig und beträchtlich, so unter den Halbfabrikatcn fiir Blech und Platten Von 5 bis zu 13 und 19 «16 Und unter den Eisen- und Stahlwaaren unter anderen Eisen- babnrädcr um 9, Blechwaaren um 20, blanke Sägen, grobe Meffcr, Werkzeug? alTer Art um 25, KinderspielWaarcn und Schlittscbube um 26, seine Mefferschmicdcwaaren, Schreibfedern und derglcichen um 40, Näbnadeln unter 5 cm Länge um 140 „js _ Unter den Instrumenten sind Klaviere und Pianinos um 50, optische um 280, unter den Kurzwaaren feinere Kinderspieeraaren, Spikcn und künstlixhe Blumen um 80 «ck im österreichisch-ungarischen Tarif höher als im deutschen Verzollt; nur Schmuck und Nippes sind in letzterem um 80 und 100, gewisse Stickereien um 20 “ck Höher tarifirt als in jenem. _ Auch in der chemischen Industrie übersteigt der österreichische Tarif den deutschen vielfach. Wir können wohl darauf verzichten, weiter in einen Vergleich der einzelnen Positionen der beider eitiFn Tarife einzugeben. Thatsache ist daß unter dcm im Deuts en eich mit gleichmäßigerer Berück- ficbtigung der Landwirtbschaft wiederbergestellten System des Schußes nationaler Arbeit die deutsche Industrie sich zu einer Höhe aufge- schrvungen hat, daß fie“ im gegenseitigen Verkehr mit fertigen Fabri- katen qualitativ und quantitativ selbst Eßgland überragt. Von diesem Standpunkt kann die international Wirthschaftswlitik des Reichs mit Ruhe und Zuversicht den ausländischen Handels- und Zollbewegungen entgegenblicken. .....

_ Die „NgtionalzZeitung“ schreibt über das Scheitern der Spiritus-Koalition u. A.:

. . . Obgleich wir das Recht der Brenner zu ihrem Koalitions- versucbe anerkennen mu ten und in der Erhöhung der Schnapspreise kein Unglüdk seben, ha en wir dock) den Plan von Anfang an im Politiichen und im Handelstheil unseres Blattes durch Hervorhebung

louse bezeichnen die Mobilma ung bis jest als voll-

der sachlichen Gründe gegen denselben vielfach "bekämpft. . . . Was an dem Versuch der Brenner berechtigt war, namlich das Bemühen,

Ja der „Staatsbürger:Zeitung“ lesen wir über .

von Österrechb-t'ugarisckkr Seitz

die ihnen durch das BranntWeinsteuergeseß zugedacbte Entixbädi- !*;ng für die Beeinträchti ungen durcb diefes'Gxseß thatsacbltcb zu chern, dürfte fick) aucb au andere Weise verwirklichen“ (affen.

Vielleicht noch schwerer als die Urheber des KoalttronngdanYens werden durch das Scheitern desselben die deutscb -fre1sinmgen Agitations-Politiker getroffen. Selbst auf die Gefahr hin, das Unternehmen dadurch zu fördern, batten fie behauptei, dasselbe sei eine nothwendi e und natürliche Folge des Branntht'nsteuergeseßes. ILM liegt de Thatsache vor, daß die „Koaimon "auf der Basis dieses GeseYes nicht möglich war, obgleich FmanYkrafte erstxn Ranges ihre Bei ülfe zur Durckyfübrung dargeboten arten," die natürlichen eschäftlicben Gegner des Unternehmens sich zum groß'ten Theil äußerLt schwacbmütbig erwiesen und dasselbe mit groß§m Erker, und Geschick geleitet wurde. Trotz alledem ist es gescheitert, ist die angebliche selbstverständlicbe Folge des Brgnntweinsieuergeseßes nicht eingetreten. Selten ijt eine altlose Agitatwn so eklatar'it' zu- sammen ebrochen, wie die, wozu die Deutscb-Freisinmgen das Koalitions- projekt Saiten auSnuyen Wollen.

_ Die „Nationalliberale Correipondenz“ äußert sich über die gescheiterte Spiritusgefeüfchafifolgendermaßen:

An dem wunderlichen Lärm der deutschfxeiiinmgen Presse chr jedenfalls das Wunderlichsie, daß man gar nicht bedacht hattx, Wie sehr man auf einen sonst bei jeder Eelegexibeit so hoch eprtesenen Rubmestitel der alten Fortschri1tspartet losbteb. Oder sie te m'dem Spiritus-Geseliscbaftsprojekt im Grunde etwas Anderes, als xener Genossenschaftsixedanke, den vor einewMenscbenalter Schulze-Delißsch den Handwerkern und Arbeitern predigte? Ganz speziell genommet), hat nicht auch das Schulze-De1ißsch'sche System den chndwerkern die Errichtung gemeinschaftlicher Verkaufsmadczzme zur Erzielizng besserer Preise empfohlen? Und ivo ist es da xtnem fortschr1tiltchcn_ Blgtt eingefallen, über die Gefahr von „Privatmonopolen“ „_zu 1chreten oder von Verletzung der berechtigten Interessen des ZWti'chenhandels zu reden? Was das .'[e tere anlanat, so find bek011n111ch die nach Schul e-Delißsch'scheni Uster geschanffenen“ansumvereme'der Abscheu zahllo er Kleinkriimer, deren recbtmaßiges Einkommen sic aÜerdings in vielen Fälien erbeblicb geschmälert baben. 'er aber hat xe aus fortschrittlicber Feder ein VerdammnngSurtbcil' uber dte Konsum- vereine gelesen? Nun, was dem einen recht ist, ist dem, ander? biliig _ diesen Saß wird doch am Weingsten eme „freifinmge Partei mißachten wollen! Wenn die Konxumentcxt-bereckßigt find, Vereinigungen zur Erzielung niedrigerer Preise zu bildei), wie [_ollteki die Produzenten ihrerseits sicb nicbt ebenfalls'xur Erzielung boberer Preise zusammensckxließen dürfen? Das le xere ist nicht nur jidenfaüs ebenso ber€chtigt, es kann auch unter Um tayden als aügcmem volks- wirtbscbaftlick) nützlich, ja nothwendig erscbemrn. Unsere extrem'frei- bändleriscbe Opposition tbut immer, als ob ein izngarneffenes Sinken des Preiscs der Verbrauch§gcgenstände der anxgrtff 811121" S?d„AHUÖYU Wirtbschaftsontwickelung sei. Uebcr solch kyrzyicbttge Einsmttgteit ist gar nicht erst zu reden. Es giebt immer eme'Grenze; unixr welche der Marktpreis dcr Waaren wichtiger Produ'ktwuszweirxc nicbt sißken darf, ohne daß das Gcmeinwobl Schaden [Lider, Darin [125117 eincr der unbcstreitbarrn Berkchtik§3ungsgriindß von_Schußzöllmz, Welche einen durch ausländische anubr ewirktcn ubertrtebencn Preisdruck zu ver- hindern bestimmt sind.

_ Die „Danzigsr Allgemeine ertung_“ schreibt:

Deutsche Waaren in Frankreich find bs anntlick) "foriwabrend Gegrnstand drr heftigsten Angriffe der französischen Hexiblatter, welche den Einkauf sowohl wie den Verkauf deutscher Waa'rcn als Lit]? Art Lanchverratb behandeln. Wie aus dem Wochenbertcht der, Leipziger Monatsschrift für Textil-Jndui'trie _ersicht11ch, können ' die gro en Pariser Häuser in einzelnen (GeschaftSzivc-ige'rz obne die deut! en Waarcn gar nicht bestehen. Das bekannte Pariier Geschaftsbdus „an Uarcbé“ hat durch einen nach Berlin gesandtcn Vertreter 111 Berlin sowohl wie in Plauen, Chemnitz u. s. w. Mänte1 und konkatwmrte Weißwaaren einkaufen [affen (die spater ziim Theil wobl Wieder a1s ,Pariser' Arbeit auch nach Deutschland zuruckwandern werden). Aurk) TaiÜen hat der „13011 Uarabé“ in Berlin bestellt, ebenso bat e_m anderes Pariser Haus mit zwei Einkäufern aus Buenos Apres hier sehr bedeutende Ankäufe und Vestrllungcn gewacbt. Es scheint alsd, daß für einige Franzosen _Wenigstens noch in Geschaftssnachen _ die Ungemüiblicbkeit aufhört, welche fie den Deutschen gegenuber sonst so gern zur Schau tragen.

_ Der „Hannoversche Courier“ bemerkt:,

Die deutsche Scheibenglasfabrikation bebexrscbt tn tbrcm der- zeitigen Entwickelungsstadium außer dem b§11n11chen *Marft a11ch emen großen Theil des Auslandswarkts, und bietet namentlich _m Eng- land sowie in Belgien der dortigcn Inlandskdnkurrenz zmt Erfolg die S 113€. eqcrdin 9 tritt m n„ m „BWW anscheme dem Pro)“ t näk) , an elle “072; Ümdb'e'kktebs m der qusfao ation den Maschinenbetrieb zu setzen. Wie vdn dort berichtet Wird, sollen erfolgreiche Versuche angestellt sein, das Glas, ansiati es zu blasen, auszurollen, und hätten die „zu dies-Zm Bkbuf fon- siruirten Maschinen ibreijr-eck voklends Genuge geleistet. Allerdings dürften noch Jahre darüber hingeben, ebe das neue Verfahren eme industrielle VerWertbung im Großen gestattet, zumal auch der Koster)- punktüein sebr beträchtlicher zu sein scheint. AÜenx das Streben, m der Konkurrenz obzufiegen, wird auch in diesen:, wre tn ailcn crnderrn Fällen nicht eher rasten, bis das vorgesteckte Ziel entweder erreicht ist odcr sich als überhaupt unerreichbar hcrausgestellt hat. Es gilt also, die Augen offen zu halten.

_ Die „Kölnische _Zeitung“ deutsche Eisengewerbe im ONLUTT' '

Schon wiederholt Wurde an dieser Sielle auf die „siettae'Er- Wkitrrung des Absaßmarkies des deutschen Cissengervcrbess im Oxicni, insbesondere in Serbien, Bulgarien, „Rumamcn und m der Turkei, bingrwiesen, und die fortgeseßten Berichte ,und Klagen von Seiten des österreichischen, belgischen und englrschen Wettbewerbs be- kunden, daß das kräftigste der. deutschen Ausfuhrgewerbe das Gebiet seiner Thätigkeit noch 1111er ausdpbnt. Ju Bulgarien bat deuts er Draht a11en Mitbewerb „geschlagen , „ins- besondere aben deutsche Drahtsabriken "bei der bulgarischen Rc ierun “und Ciscnbabnbau-Geseüschaft großere Lieferungen an Te kgrap endrähten und Vorricbtixngetz erstanden. Ebendg haben deutsche die belgischen Drahtstifte ziemlich verdrangx. Auch in Stab- eijen beberrschte Deutschland neben dem verkehrsbegunftigten englischezi und bel ischen Mitbewerb den bulgarischen Markt, und machte die Preise 9 „M ab Fabrik, 12,40 bis 12,80 «14 'm Lompalarika), ebenso in Kleineisen und Stablwaaren; ferner bezieht Bulgarien deuiscbe Waffen, Landwirtbschastömaschinen, Bliebdruckpreffem' Ngbmascknnen u. s. w., und wenn die politischen Verhaltnisse sich friedlickx erhalten, so dürften in Folge des reichen Erntesegens in Bulgarien die deutsch- bulgarischen Handelsbeziebungen fick) wxrterbm yerm'ebren.' In Kon- stantinopel bat das deutscheGewerbe seit 1875"dte bis dahin vorherr- schenden Pariser Stifte durch deutsche Nagel volLig „verdrangt. Konstantinopels Jahresbedarf hierin betragt 2000 d'und Wird zumeist aus Deutschland, zum kleinen Theil auch aus Belgien gedeckt., erner liefert Deutschland nach Konstantinopel, wie der Neueste Bert t der französtskben HandelSkammér daselbst „hervorhebt, MöbelFÖlö'ffer, polirte Scharniere, Schrauben, Schreinerwerkzeug, Scbmredeeiseri, Emailleguß, Feilen und Solinger Mefferschmwdewaaren, welche, wie die Sbefficlder, in ihrer Art ohne Mitbewerb dastehen.

äußert iiber das

Statistische Nachrichten.

In dem in Nr. 205 des ,ReiÖö-Anzeigers' unter den Statistischen, Nachrichten abgedruckten Artikel über die Zahl der Richter und Rechtßanwältc ist aus Versehen die „N. L. C.“ als Quelle an-

_ Das Julibeft der Statistik des Deutschen Reicb's welches soeben veröffentlicht worden ist, enthiilt tzeben dem Nachweise über die Ein- und Ausfuhr der wrcbti eren Waaren- artikel im deutschen Zollgebiet für den Monat uli 1887 auch derz entsvrechenden Nachweis für die Zeri vom 1. Januar bis Exide Ju„lt 1887. Die Vergleichung der Ergebnisse desjelberz mti denjenigen fur den gleichen Zeitraum des Vorjahres ergiebt tm Allgemeinen eme Zunahme der Einfuhr wie der Ausfuhr. _ Die nachfolgenden An- gaben sind in Doppel-Ceninern zu 100 kg gemacht, _ Weseytltxh esiiegen ist die Einfuhr von Arrak, Cdgnak und Rum, Wein in Fässern, Fleisch, Südfrüchten, Mehl," Reis, Kartoffeln, Eiern, un- earbeiteten Tabackblättern. Oelfruchten, Palm- mid K_okos- nußöl, Petroleum (2 576 029 gegen 1961995) und Mineraliscben Schmierölen, ferner von tober Baumwoüe ( 1 317 737 gegen 1146 086 , Flachs, Hanf und Jute, Eisenerzen (76 045 477 gegen 4 243 372), Ho zborke und Gerberlobe, Bau- und Nuß olz (11 845 173 gegen 9118150), Dachschiefer, Braunkohlen' (24794945 ge en 23 508 627), Fichtenbarz und Terpentin, gewöhnlichen und feuerte ten Steinen aus Thon, Taschenuhren 2c. Von der Einfuhr an Bau- und Nutzbol; im laufenden Jahre entfallen auf rohes Bau- und Nuybol-z 7108 918 (+ 1404 421), auf Faßdauben und Stabbolz 380 31.5 (+ 22178), auf beschlagenes ec, Holz 1883 921 (+ 746780), u_nd auf Säge- und Schnittwaaren 2 370 665 (554 510. Was die Exn- fubr von Getreide, Hülsenfrüchten und Malz betri't, so hai die (?in- fubr von Weizen Roggen, Hafer, Buchweizen, " Huisenfruch- ten, Hirse und Malz, wenn auch 111ch1 betrachtlich, zu- enommen, die Einfuhr von Gerste und Mais dag? en abgenommen. ei Weizen beträgt die Zunahme 265115, bei oggen_ 318 314. Eine Abnahme der Einfuhr ist insbesondere bemerkbar bei Borsten- vieh. Schmalz und schmalzartigen Feiten, Obst, Kaffee, Kleie, Rde' häuten, Roheisen, Baumrvolien-, Lcmen- und Wolbengarn 2c. Be: treffs der Aitsfubr [irgt ein bewirkensweriber Ruckgang vor bei den Kartoffeln (_ 207 394), Spiritus (_ 167 483 Doppel-Ctr) Wein, Kochsalz, Obst, Weizen, Hafer, Raps und Rubsaat, Schafbteb, Blei, Eifenerzen und Roheisen, Holzstoff, Bau-„und Nuybplz, Schaf- wolLe, Baumwollen- und Wollengarp; xm Uebrigen ist dieselbe fast durchg, und zum Theil recht betrachtlich gestiegen.

_ (Berl. Pol. N.) Für den 15. Aerztetag in Dresden Hat der Referent desselben über das Krankenfkass'engesex, 1)r_. Bxscb- Krefeld, eine Uebersichi über die Ergebnisse dieses Ge sizes i_m Qabr 1885 ausgearbeitet, welche eine Füüc mtereffanteri Materials dgr- birten. Nack) derselben kamen für das Deutscbe_ Reick), deiien Em- Wohnerzabl 46845 531 beträgt, auf 1e 10000 Einwohner 3,48 Aerzte. Die Anzabl der Kaffenmitglicder Überbaupi betrug 4294173, 10 daß auf je 10 000 Einrvobner 917 Kastenmitglieder entfielen. Die Anzahl der Kaffen nach dem Reichsgeseiz pom 15. “JUUL 1883 belief fich auf 18776, es kamen idtmt auf jede, Kane diirch- schnittlich 228,7 Mitglieder. Die Gesammt- Einnahixe drkser Kassen berechnete sich für das ix! Rede stehende „Habt auf 66 100344 „jz, die GesammiauSgaben auf 52 646 826 „46 Die Aus- gaben für Aerzte stellten fick) insgesammt auf 9060 945 (216, d. 5. 130/13 der Einnabme und 17 0/0 der Ausgabe, pro Koyf und Yabr also auf 2,11 „M; die AuEgaben an Arznei 2c. beliefen sicb aaf ck 072 016 916, Pro Kopf Und Jahr auf 1,64 «16, die Ausgaben fur Krankengelder an Mitglieder, Angehörige der Mitglieder und fur Verpftegungskosten an Krankenanstalten inSgesamtnt auf 28 419658 „16,_ also pro Kopf. auf 6,61 .“. Die Vcrwaktungskosten betrugen insgeiammt 3 384 536 „14, d. 1). 50/0 der Einnahme und 60/0 der AuSgabe, pro Kopf und Jahr 0,78 .“

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Stettin in alter und neuer Zeii. Bearbeitet von Wm. Heinr. Meyer, Stettin. Stettin„ Druck und Verlag von F. Hessenland, 1887. Pk. geheftet 6 „M, in Pracbiband 7,50 «16. _ Der Verfasser Hat sich bereits durch andere Beitrage zur Lokalgeschicbte Stettins bekannt gemacht, Dre gute'Aufnabme, Welche diese Arbeiten gefunden haben, „veranlqßten „ihn, tiefer in die Geschichte Pommerns und sPLZWÜ dre Heimaibskunde von Stettin einzudringen. Mit den ,so gewonnxnen Resultaten war ursprünglich nur eine für den Verf. s'elbft besirthe, nach der Zeitfolge gcordneie Uebersicht der bauplsacbltcbsten, die Stadi Stettnz betrcffenden Begebenheiten in alter und neuer Zeit beabsichtigt., Bei der Zusammenstellung dieser chronologischen 'Notizen kam, er jedoxkp mebr und mehr zu der Ueberzeugizng, ddß mrbsexner Arbeit auch fur manch seiner Mitbürger ein in vielen Fallen nußltches Nachschlacxebucb geschaffen sein diirfte. DLÉHQW enscbloß er fich zur Veroffentlichung und hofft, dadurch nicht nur ein aÜgememeres Interesse, sondern besonders noch das anderer orscher für die Geschichte der alten Handelsstadt anzw rc Ln. _ er urs riinglicben Bestimxnung und, Entstehungsart d Arbeit entspre nd, 11th die ?cbrdxwlogische Uebersicht der Geschichte der Stadt einen beionders, großen Raum, etiva die Hälfte des Bandes, em; Dieselbe verzeichnet aÜe betnerkenswertben Daten aus der Geschichte der Stadt, geordnet nacb den drei Hauptperioden: unter der Herrschaft wendischer Fürsten und Herzöge von Pommern [US, 1637 (nebst "Stamm- ta'el der männlichen Linie dxr regierenden Herzoge vqn PVMMLkn-Stetsin), unter schwedischer errschqfi, 1648 bis 1720, und unter preußischer Herrschaft, 1 20 bis Ende 1886, Voran geben kenntnißreicb und tntereffaqt gescbrtebene Abschnitte uber die Geschichte der Stadt im Allgeme'tnrn, threLage, Klima und Witterung, Bevölkerung, Handel, Schiffahrt, Jnduiirie, dt? Topo- graphie älterer Zeit, die Banwerke und Klinsideykinaler, mxt zahl- reichen Abbildungstafelw am Scbluß siiid dre Stegel der Stadt (zb- gebildct und beschrieben iowie einige be'zugltche Urkunden mrtgeibetli. Eine ganze Reihe von Plänen und Ansichten der Stadt, nach alien Originalen, Gemälden, Handzcichnungen2c., Abbildungen des Schlojsxs und der Hauptkirchen, auch Karten der Wasserstraßen von Stettin über Swinemünde in die Ostsee bieten eine angenebm_e, belxbrcnde Zugabe. Die aucb äußerlich elegantdusgestatiet'e Chronik verdient die Aufmerksamkeit aÜer Jtennde städxischer Geschichte, anz besonders aber der 'cyigen und e emaligen Burger Stettins selb i. ,

_ Éruhn's Verlag (Inhaber: Cugezi Appelbans),m Braunscbrveig bietet der deutschen Schuljugi-nd und patrwtiichen Vereinen in neuer, um über das Doppelte vermehrter Auflage dre Festschrift: „Von Eins bis PariS' von F. Knautb, Rektor. Materialien zur mufikalxjcb- deklamatorischen Gedenkfeier des Krieges 1870 und 1871. (Preis 5. 50 «3. Particpreis 25 Exemplare 9„«Fü.)„- _Dtese vdn warm patriotiscbem Geist durchwehte Festschrift wird „Vielen wtilkommen sein. Die Aufführung wird nirgends Schwmigke'tten bereiten.

_ Die „Deutsche Rundscbaii“, von der, uns das Sep- tembcrbeft zugegangen ist, beendet Mit demselben ihren dreizcbn'ten Jahr ang und bietet uns Veraxlaffyng, von neuem auf diese vorne me und gebaltreicbe Zeitschrtfi aufmerksaux zu warben. In wenigen anderen Zeitschriften mag wahrend der gleichen „Frist „eme gleich roße Zahl von noveÜistiscben, wiss'enjchaftlicbeiz und zertgeschichx- lichen Deiträgen Veröffentlicht Worden sem, Welche die Aufwerksamkert des In- und Auslandes in so hohen) Grade beschaftt t „odcr in Reproduktionen und Ueberseßungen eme 1o weite er rettung

efunden baben, wie die der .Derztschen Rundschau „_ Aber indem wir einen solchen Erfol rühmen. stellen. wir noch über denselben“ das Bestreben der „eutschen Rund (bau , m ernster, gewissenhafter und gleichmäßiger Arbeit jedem ihrer, efte den Ausdruck und Charakter echter Geistesbildung zu geben." Die „Deutsche „Rund- schau“ bat den Beweis geliefert, daß auch fur Deutschland die Zett der großen, vornehm gehaltenen, reich auSgesxatteten Revuen gekommen ist, und nach dem Programm, welches sie fur den 14. Jahrgang ver- öffentlicht hat, wird sie auf diesem Wege beharren. Das September- Heft schlie t auf das würdigste dyn dreizehnten Jahrgang ab. Neben einer fein innigen, auf Corfu spixlenden Nyvelle Hans Hoffmanns: „Die Weinprobe“ finden wir einen bochmtereffanten Aufiaß' 'vo-n Reinl). Koser „Sophie Charlotte, die erste preußische Königin,

Sie mund Schlesinger beleuchtet unter dem Titel „Station Buxgtbeateri' die Hofburg - Direktionspxriode Wilbrandt's. Ay _dec Hand eines der Königin Victoria zu ihrem Rxgierunas-Jubüaum dar ebracbten umfassenden literarischen'Werxes schilderx Lady Blenner- ba ett in kurzen, feÉelnden Zügen dtexfunfztg Rxgterungöxabre der Königin Victoria“, ust. Karveles tbetli eéxnen bisher ungedruckten Auffay . Laube's über Heinrich Heine mat, den Laub? Anfang August 1846 an das Gerücht bin, daß Heine gestorben, geschrieben bail? und der nun jetzt erst seine Veröffentlichung erfqbrt. Nebe_n der Politischen und Literarischen Rundschau, neben den bibliographiscben und „litera: rischen Notizen nennen wir noch Karl Frenze1's Novelle .Scbonbett- und Helene Böblau's leyte Rachmädelgeschtchte .Das Gomelchen . Ein derartig reicher und anregender Inhalt erweckt hohe ErWariungm auf das kommende Quartal der „Deutschen Rundschau“, und wir smd überzeugt, daß diese nicht getäuscht werden!

Land- und Forstwirthschaft.

Jm Verkage der Roßberg'scben Buchband1ung,Leipzig„erschie.n em Schriftchen, betitelt: „Wie wird man ein Forstwirth? auf Grund der für die Staatsforstverwaltungsbeqmten in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz erlassenen Regulatwe und Verordnungen berauSgegeben von Max Neumeister, "Professor an der Forst- akädemie Tharandt. Pr. 1 .“ Die Verlagshandlung hat bereits eine Reihe von derartigen fachwissenscbastltcben Brochuren „erscheinen lassen, in denen eine kurze, mit manchen. praktischen Winken ver- bundene Beantwortung der Frage gebotqn wird, Wien das betreffende Studium einzurichten sei, um das Wichtige mchr zu nberseben und an das Unwichtige nicht zu viel Zeit und Kraft zu verschwenden," Der Verfaff er legt zunächst die Nothwwdigkeit für den Stgat dar, sich tuchttge Forstwirtbe zu verschaffen, womit er nurdie eigentlichen Verwaltuxgs- beamten meint im Gegensatz zu dem mederen Forstscbu'ß- oder Hiilfs- personal. Er empfiehlt, nur solche Personen zum_ forstlichen Studium zuzulassen, welcbe militärtüchtig find, dadurch wurde nach Anfiebt des Verfassers am einfachsten und „gerxcbtesten die Frage der UeberZuUung gelöst werden können. Im Königreich Sagbsxnba enz. B.feiner 0[ngabe nacb seit Einführung des EinjährixzsFreiwilligenstzstems ca. 50 /0 der Oberförstcr-Kandidaten beim Militar gedtxnt. Hqtten mir diese beim Forstfach Aufnahme gefunden, so würde die K'andxdatenzett im Durch- schnitt von 13 auf 6 Jahre, also eiwa auf die fur Prxußzen gc1tende Norm, berabgedrückt worden sein. Das; das zu syate Emruckew m die selbständige SteÜung eines Oberförsters dem Dienst aber nicht zu Gute kommen kann, liegt seiner Ansich nach auf der Hand., Der Verfasser konstatirt ferner die eigentbumliche Tbatsacbe, daß bei dem starken Andrang zum Forstfacb die Söhne von Forstbeamten'verhalt- nißmäßig zurücktreten, was, wie er meint, obneZweiieldaran liegt, daß die Forstbeamtensöbne mehr mit den Schgtiensxiten des Forstfachs vertraut sind und vielfach nicht den fur die Ausbildung des Forstmanns erforderlichen boben Aufwand von 'zu Hause “erlangen können. Diese Erschcinung sei um so bedauer1zcher, da xe'denfqlls Söhne von orstbeamten in Hervorragender Wetie die „anlifikatton für den forst ichen Beruf besitzen müßten. Obwohl der Eintriit und die Beförderung als Staatsforsidienst-Aspiraxit irzxden verschiedenen Ländern an eine Reihe von Bedingungen, geknupfi Ui, so lassen sich troß mehrfacher Abweichungen derselben, in den „Stadien des Deutschen Reichs, in Oesterreich und der Schweiz _fur eme 'ubcrsichtlrwe Dar- steslung folgende Kapitel bilden: YUgemeine Vorbildung, koryerlrche Beschaffenheit, sonstige Vorausießungen, Hraktrscbe' Vorbildung, akademische Studien nebst Prüfungen, Weiterbildung bis zur Stadts- prüfung. Staatsprüfung, Weiterbildung bis zur Anstellungnass Revier- verwalter beszberförster. Für das Ausbildungs- und Prufungswesen der Forstvermaltungsbeamten steÜt der Verfasse): folgendes Norma!- programm auf, welches er der Kritik aller Sachverstqndigen empfiehlt. Die Grundzüge dieses Programms find folZendeZ Die allgemeine Vorbil- dung ist durch das MainritätSzeugnK eines Gymnasiums oder eines Realgymnasiums nachzuweisen. ach" Absolvrrrzng einer solchen Schule muß eine Universität mindestens wahrend dreier Semester be- zogen werden, um eine weitere allgemeine Ausbildung in deruMaZbe- matik und in den Naturwissexischaftén zu erhalten'und Vortrage "uber Nationalökonomie, Finanzwiffenschast und Rechtsrviffeiisckyaft zu horen. Wenigstens in diesen Fächern ist 21116 genugqexdx Prufung abzulegen. An “diese Studienzeit 1chließt sich eine halbjahrige "praktische Vorbe- reitungszeit bei einem Staats-Oberförsier an. (Sohne vori Forst- beamten könnten fiiglich davon dispenfiri werden? Der Emtrtit tn die en Kursus wird in der Regel nur denjenigen'ge tattet,'welche ihrer Mtlitärdiensipf11cht bereits genügt „haben". Diese Bestimmung ent- spricht dem Grundsaße, daß nur Militartuchttge Ziztrttt zum Staats- forstverwaltungsdienst erlangen soUexi,_ uiid dgß jedenfaüs vor Ab- legung des Staatsexamens die Militardienstzeit bei der Truppe zu

beenden ist. Für Nichtmilitärs ist nur Anssicht auf An- stellung im GSWinde- .usd PrPdenst WYWKM. Mack) dM Praktischen Kursus muß wemgsiens drei Semester lang

or iwi ens aft studirt werden. Dieses Studium erfo_lgi ent- Jedxr In Inet mit einem forstlichen Jnstttui oder Semmar vxr- bundenen Universität oder auf einer orftakademxe. Ersierxs er1cheint zweckmäßiger. AÜe Hierbei in Beira t'kommendxn Disziplinen, deren Ausvebnung am besten ein Forstmann beurtbeilen kann, sind von Forstleuten resp. forstlichen Professoren Yorzutragen. (Die" jetzt dazu theilweis noch fehlenden Dozenten wurden nach (Einfuhrung des Normalprogramms leichter zu beschafferz sein.) Nach Beendigung der forstlicben Studien ist eine Abgangspru'fu'ng zu bestehen, bei welcher nur die betreffenden Professoren examtmren." Die darauf folgende Acceßzeit muß mindestens 2 Jahre und darf 1angsiens 5 Jger damn). Eine Beschäftigung bei Forsteinrichturzg§arbe1ten ist u'nerlaßltä). Die [este oder Staatsprüfung wird durch eme 'von der Rxgterung besonders ernannte Kommission abgehalten. Iii diese Kommission, welche am besten aus 5 Mitgliedern gebildet wird, solTen nur" Forstbeamte oder forstliche Professoren (Von diesen hochstens?!) gewahlt werden. Vor der Anstellung als Oberförster „find ihzmitchst aUe Kandidaiexz theils im Verwaltungsrxienst, theils bet Forsternriclytungen zu beschaftrgen.

Veterinärtvesen.

Nachrichten über Verbreitung von Tbierkrankheiten im Auslande.

Rußland. ' In den Deutschland zunächst gelegenen und m den sonst haupt- sächlich ir'i Betracht kommenden Gduvxrnemenis und Gebieten: Nach Meldungen vom 1. Juni bis 1. Juli 1887.

Rinderpest. Z [71 . ; a Gouvirnements er der überhaupt Neuerkrankten : Gefallenen : Woronesck) . 312 124 Irkutsk . 953 780 Perm . 434 356 Ssaraww . 293 293 Taurien 1231 856 Tobolsk . 1221 968 Tomök . . . 4332 3184 Gebiete: _,

Doniscbe Kosaken 867 5-6

Oesterreich.

Laut der am 7. August 1887 vorliegenden Meldungen.

gegeben, während der Artikel dem „Hannoverschen Courier“ ent- nommen war.

der eine besondere Wichtigkeit durch" die daxin mrtge- tbeilten, bisher ungedruckten Briefe der Konigin, erbalt. Fanny Lewald 1th ihre „Erinnerungen an Franz Ltht fort, und

Land. Zahl der infizirten Orte. Milzbrand.

Galizien . . . . Bukowina . . . . . . . 2 Steiermark . . . . . . 1

Maul- und Klauenseuche. Mähren . ._ . . . . . 3 Nieder-Oestcrretch 1 Schlesien . . . 3 Bukowina . . . . . 2

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