1887 / 222 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 22 Sep 1887 18:00:01 GMT) scan diff

Angekommen: Se. Excellenz der kommanditende General des 1. Armee-Corps, General der Infanterie von Kleist, von Königsberg i. Pr.

Yiehtamtlich es. Deutsches Reich.

Prev eu. Berlin, 22. Seplember. Se. Majestät der Kai er und König empfingen heute den komman- direnden General des 1. Armee-Corps, General der Infanterie von Kleist, aus Anlaß der Ernennung desselben zum Chef des 7. Ostpreußis en Infanterie-Regiments Nr. 44.

Demnächst ar eiteten Se. Majestät mit dem Chef des Militärkabinets.

_ Ihre Majestät die Kaiserin und Königin empfing estern in Baden:Vaden Ihre Königlichen Hoheiten den Groß erzo und die Großherzogin von Baden auf Höchst- deren DurchreiHe von der Mainau nach Karlsruhe.

10. Juli 1879 über die Konsulargerichtsbarkeit wona in den Konsulargerichtsbezirken das Preußische A gemeine Landrecht gilt, bezieht sich nach einem Uri eil des Reichs- €Heerichtzs, 17. Civil enats, vom 13. Iuli . ., nur auf echtheschäfte ZsIwis en Angehörigen des Deut chen Reichs, nicht aber auf echtheschäfte, welche zwischen einem Deutschen und einem Ausländer außerhalb des Konsular erichtsbe irkß abgeschlossen worden sind. Wenn diese letzteren echtsges äfte vor dem Konsulargericht streitig werden, so sind sie nach dem allgemeinen örtlichen Recht des Vertrages zu beurtheilen.

*W

_ Durch eine Allerhöchste Ordre vom 29. August d. I. ist genehmigt worden, daß die dem Chauffeegeld:Tarif vom 29. Februar 1840 angehängten Bestimmungen wegen der Chaussee-Polizeivergehen auf die im Kreise Neu- haldensleben belegenen Chauffeen 1 von Wefensleben nach dem Bahnhofe gleichen Namens, Yvon Groppendorf bis zur Provinzial-Chaiiffee zwischen undersleben und Brumby zur Anwendung kommen.

_ Der Königlich großbritannische Botschafter am hiesigen Allershöchften Hofe, Sir Edward Malet, hat einen ihm von einer Regierung bewilligten Urlaub angetreten. Während der Abwesenheit desselben von Berlin fun irt der Botschaft?- Sekretär Scott als interimistischer Geschäétsträger.

_ 'Der Chef der Admiraliiät, General=Lieuienant von Caprivi, ist nach Kiel abgereist. _ Der General:Lieutenant von Winterfeld, Com-

mgndeur der GardEKanaÜerie-Division, hat ,sich auf 8 Tage Mit Urlaub nach Naumburg (1. S. begeben.

_ Potsdam, 21. September. (W.T. V.) Ihre König- lichen Hoheiten der Prinz und die Prin essin W [helm sind eute Abend nach Kiel zu der daselbßt statt- findenden Schi fstaufe abgereist. rinz Wil elm hatte Sich vorher 111 Berlin bei Sr. MajeYät dem aiser ver- abschiedet und war in Charlottenburg mit Höchstseiner Ge- mahlin zusammengetroffen.

Danzig, 21. September. Die „Danziger Allgemeine tg.“ veröffentlicht nachstehenden Allerhöchsten Erlaß r. Majestät des Kaisers und Königs:

Nachdem Ich aus dem Bericht Sr. König1ichen Hoheit des Generals der Kavallerie, Prinzen Albrecht von Preußen, mit Befrie- digung ersehen habe, daß sich Meine Erwartungen über den guten und kriegstüchtigen Zustand aller Truppen des ]. Armee-Corps durch- aus bestätigt haben, nehme Ich gern Veranlassung, dem 1. Armee- Corps Meine Zufriedenheit und insbesondere allen Generalen und Offizieren Meinen Königlichen Dank für Ihre Mitwirkung an diesem erfreulichen Resultat außzusprechen. Mir ist es durch die Mir über das ]. Armee-Corps erstatteten günstigen Berichte Vermehrt schmerz- lich, daß Ich dasselbe nicht habe Selbst sehen können, aber Ich darf nicht verkennen, daß das hohe Alter, welches Mick) Gottes Gnade erreichen läßt, bei der Gewährung mancher Freude auch Ent- sagungen unerläßlich macht. Dem ]. Armee-Corps aber wünsche Ich Meine Zufriedenheit noch besonders durch die in den Anlagen ent- haltenen Gnadenbeweise zu tbätigen, von denen Ich bervorhebe, daß Ich Ihnen ein Regiment des Armee-Corps verliehen habe, um Meiner Genugthuung über Ihre erfolgreiche und Meine guten Erwartungen erfüllende Kommandoführung Ausdruck zu geben, und daß Ich hierzu gern ein Regiment bestimmt habe, Welches Mir als in seinen Leistungen hervortretend bezeichnet worden ist. Ich ersuche Sie, hier- nach das Weitere bekannt zu machen.

Stettin, den 17. September 1887.

_ Die Bestimmung des §. 3 des ReichßgeseZes vom

W i l h e l 111. An den General der Infanterie v o 11 Kl ei st, kommandirenden General des ]. Armee-Corps.

Kiel, 21. September. (W. T. B.? Die englische Yaxht „Osborne“, mit Sr. König ichen Hoheit dem ,rrnzen von Wales an Bord, ist heute Nachmittag hier eingetroffen. Der Prinz seßte mit dem Abendzuge die Reise

über HamburÉ fort. _ 22. eptember. (W. T. B.) Ihre Königlichen oherten der Prinz und die Prinzessin Wilhelm sind heute Vormrtta . 91/2 Uhr hier eingetroffen und am Bahnhof von Sr. rinrglichen Hoheit dem Prinzen Heinrich, der Adrnircrlität, dem O erYräsidenten sowie den Spißen der stadtrschen und der rovinzialbe örden emp augen worden. Ihre Königlichen Hoheiten uhren dur die festlich geschmückte Stadt den Schloßgarten und Düsternbrook nach Bellevue. Aux dem anzen Wege dahin waren die Schulen anfgestellt und zahlreiche Menschen- ma_ en versammelt, welche die Hohen Herrschaften jubelnd be- riz ten. _ Von Bellevue, wo der Prin und die Prinzessin _1heln1 durch Ehrenjzmgfrauen begrüZt wurden, begaben Sich Höchstdieselben mittelst Dampfers nach der Germania- werft in, Gaardenx au _ der Fahrt salutirten die vor Anker liegenden KriegSs isZe die Prmzliche Standarte. unkt 11 , Uhr. bestieg hre Königliche Ho eit die rmzesfin die errichteteTaufkanzel und taufte den an er- reuzer „Ersaß Ariadne“ auf den Namen „Prin eZsin Wilhelm“. Unter den Klängen des „Heil Dir im Sieger- kran?“ und nnter tausendstimmrgen Zunahmfen lief das ge- walt ge Schiff darauf glücklich vom tapel.

Bayern. München, 21. September. W. T. B.) In der heutigen Sißung der Kammer der bgeordneten Wand die Vranntweinsteuervorlag'e zur Berathung.

ach einleitenden Worten des Referenten, Freiherrn von Gagern, welcher die Annahme des Entwurfs empfahl, gab der Finanz-Minister Namens des Gefammtminiteriums über die staatsrechtliche Seite der rage folgende Er: klärung ab: Nach Auffaffung er Regierung sei ein Refervatrecht reiÖSrechtlich als aufgehoben an- zusehen, wenn Bayern seine Zustimmun dazu im Bundes- rath erkläre; dagegen sei das Miniterium dem Lande gegenüber für eine derartiße Erklärung voll verantwortlich. Kein Ministerium, insbeson ere WR nicht das gegenwärtige, werde des alb daran denken, ein eservatrecht von irgend- welchem elang ohne vorherige Zustimmung des Landes auf: ugeben. Die nach §. 47 des Reichs-Branntweinsteuergeseßes den ?üddeutschen Staaten vorbehaltenen Rechte seien nach Aufchung der Regierung Reservatrechte, welche ohne Zustimmung des and- tages nicht" aufgegeben werden könnten. Die Abstimmung über das eute vorliegende Geseß erfordere jedoch nicht die für eine erfassungsiinderung vorgesehenen Förmlichkeiten; auch halte es die Regierung nicht für opportun, bei dieser Gelegenheit eine so schwierige Prinzipienfrage zu entscheiden; vielmehr empfehle es sich, die Frage von Fakl zu Fall zu erledigen. Hieraus sei aber nicht das Präjudiz abzu- leiten, daß nicht bei künftigen anders liegenden-Fällen auf die Erhaltung jener Förmlichkeiten zu dringen sei, .und zwar nicht blos Seitens des Landtages, sondern auch Seitens der Regie- run , denn auch Leßtere habe daran ein wesentliches Interesse. _ m ortgange der Sißung sagte der inanz-Minifter die thun ichste BerücksichtigunZL der miiteren und kleineren Branntweinbrenner zu. Der bg. Evora (DemokratZ sprach sich gegen das Brantitweinsteuergeseß aus, weil durch asxelbe den ärmeren Klassen die Nahrungemittel vertheuert wür en; Evora forderte eine progressive Einkommensteuer und größere Sparsamkeit. Der Finanz:Minister erwiderte: er wolle iiber daS Prinzip der indirekten Steuern mit Evora nicht streiten; Amerika und andere republikanische Staaten, denen Evora wohl nicht den Vorwurf einer Aussaugung des Volkes machen werde, hätten das System der indirekten Steuern auSgebildet. Die Detailberkäufer von Branntwein hätten einen Gewinn von 300 bis 400 Proz. und daher rühre die Be- lastung des armen Mannes. Eine Begünstigung der Groß- Branntweinbrenner durch Bayern finde in keiner Weise statt.

_ 21. September, Abends. (W, T. B.) In der heutigen Nachmittagssißung der Kammer der Abgeordneten wurde die Branntweinsteuervorlage mit 133 gegen 18 Stimmen angenommen.,

Würzburg,20. September. (Allg. Ztg.) Der heuti e_ neunte _ Wahlgang hatte das1elbe Resultat wie kFeine Vorgänger. Er blieb erfolglos. Eingefunden hatten sich 88 Wahlmänner; davon gaben je 44 ihre Stimmen den Herren RegierungE-Rath Burkhard und Universitätsbibliothekar ])r. Stamminger, sodaß der Wahlkommissär wiederum Stim- menqleichheit verkünden mußte und für den nächsten Wahl- gangTermin auf den 20.De ember anberaumte. Wie die„AÜthg.“ hört, solXen nun die Wa lakten der Regierung vorgelegt werden, welche Entschließung iiber die Kosten des letzten, ver- eitelten, Wahlganges erlassen und die Akten dem Ministerium xzur weiteren Erwägung Über den Fortgang des Wahigeschäfts übermitteln wird. '

Württemberg. Friedrichßhafen, 21. September. Schw. Merk.) Gestern Abend trafen der Prinz und die 5 rinYeJsin Wilhelm mit der Prinzessin Pauline von MM Seefel ier ein und reisten alsbald nach Marienwahl weiter.

Baden. Karlsruhe, 20. September. (Karlsr. Ztg.) Der Großherzog und die Großherzogin wurden estern bei ihrer Ankunft in Bregenz von dem Statthalterei: ath Prinzen Taxis und dem Landeshauptmann Grafen Velrupt amLandung-Zplaß empfangen. Die Großherzoglichen errschaften fuhren sofort nach dem AussteÜungsPlaH und esichtigten, von dem Grafen Belrupt geleitet, die Aussteüung in aÜen Theilen. Nachmittags 3 Uhr verließen Ihre Königlichen Hoheiten Bregenz, nnd der Großherzog kehrte nach Mainau zuriick, während die Großherzogin sich noch nach Lindau begab, Ihre Königliche Hoheit die Prrnzessin Therese von Bayern sowie die dort zum Besuch anwesende Prinzessin Arnulf von Bayern begrüßte und Abend:? wieder auf Schloß Mainau eintraf. _ Fate haben die Großherzoglichen Herr- schaften eine größere nzahl Personen aus Konstanz zur Tafel geladen, unter Andern den Königlich preußischen StaatS-Minister Pr. von Scholz. _ Morgen Nachmittag verlassen Ihre König- lichen Hoheiten Schloß Mainau, um Sich nach Karlsruhe zu begeben; Höchstdieselben gedenken unterwegs Ihre Majestät die Kaiserin Augusta in Baden-Baden zu besuchen und am Abend hier einzutrefxen. Die Nr. 24 des „Ge eHes- und Verordnungs- blatts für das Großherzogthum Baden“, vom 21. Sep- tember d. I., enthält eine [andesherrliche Verordnun , die'Erhebung der Branntweinsteuer in den Zoüausschlu : gebieten betreffend. Mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. an ist verordnet:

In den von der Zollgrenze des Reichs angesÖloffenen badischen Gebietstheilen treten die Geseße vom 26. März 1852, Vom 18. De- zember 1879 und vom 24. April1882, die Branntweinsteuer betreffend, außer Kraft. Die Branntwänsteuer wird _ wie im übrigen Groß- herzogthum für Rechnung der Branntweinsteuergemeinschaft _ m jenen Gebietstheilen für die badische Staatskasse nach Maß- gabe des Reichsgefeßes vom 24. Juni d. J., betreffend die Besteuerung des Branntweins, erhoben. _ Von dem aus dem Gebiete der Branntweinsteuergemeinschaft in die badi- schen Zollausschlußgebiete eingehenden Branntwein werden an Uebergnngßabgabe 96 «M für ein Hektoliter reinen Alkohols erhoben. _ Fur solchen in den aus eschlossenrn Gebietstheilen erzeugten Branntwein, welcher emäß rtikel 2 Ziff. 2 der landesherrlickyen Verordnung vom 26. Kovember 1835 und Artikel 2 Ziff. 2 des Ge- seYes vqm 30. Juli 1840 zollfrei in das deutsche Zoügebict einge- fu rt wird, ist weder Befreiun von der Verbrauchsabgabe noch Rück- vergütung der Maischbottich-, ezw. Materialsteuer aus der badischen Staatskasse zu gewähren.

. Heffen. Darmstadt, 21. September. (Darmsi.„t. D1e Prin es.sin Christian zu SchleSwig-HolsZexixr? nebst den Frinzessinnen Victoria und Louise sind

amilie hier eingetroffen. stdieselben wurden am of von den Prinzen Christran und Albert zu Schles- wrg-HoYtein und der Prinzessin Irene empfan en. PUUÉ (bert zu SchleSwig-Holstein ist heute rüh nach ,ngland abgereist. _ Der Großherzog wird heute Nachm1ttag von den Manövern hier wieder eintreffen.,

Zestern, von omburg kommendZUM Besuch der GroßheroniYen a n:

Oesterreich-Un aru. Wien, 22. September. LW. T. B.) Nach der gestern ero ten Beendigung der fiin tägißen Manöver in der ä von Deva sprach der Kaiser em Feldmarschall Erzherzog Albrecht, den Commandeuren und den gesammten Truppen für die glänzenden Beweise der Ausbildung der Truppen in warmen Worten seinen Dank aus.

Es verlautet allgemein, daß der Kaiser mit den Manövern,“

sehr zufrieden sei.

Pola, 22. September. (W. T. V.) Bei dem Gala- Diner, welches gestern zu Ehren der britischen Gäste veranstaltet wurde, toastete der Hafen-Admiral Pitner auf die Königin von England und die an- wesenden Prinzen, worauf derHerzog von Edinburg auf den Kaiser von Oesterreich und sodann auf die- österreichif e Kriegßmarine einen Toast ausbrachte, in welchem derse be den Fortbestand der freundschaft- lichen Beziehungen zwischen Oesterreich und- England hervorhob.

Pest, 21. September. (W. T. V.) Der Minister: Präsident von TiSza hielt heute vor den Groß- wardeiner Wählern eine Rede, in welcher er hervor: hob, das; die Fortschritte des un arischen Staats auf kultureklem und wirthschaftlichem Ge iet eine Verbesserung des Kredits herbeigeführt hätten; eine ErhöhunÉ der Grund- und Gebäudesteuer sei derzeitig nicht möglich. ie Regierung hoffe durch weitÉehendste Sparsamkeit sowie bessere Ausbeutung der Zölle und feuern, namentlich der Tabacksteuer und der Verzehrungsabgaben, das Gleichgewicht im Staanmushalt herzustellen. Einen größeren Ertrag erwarte die Regierung von der Spiritussteuer. Die Regelung der z'manzen werde durch die Heereskoiten erschwert. Sämmtliche taaten Europas wünschten den Frieden; er, Tisza, glaube begründete Hoffnung zu haben, daß der Friede so bald nicht gestört werden werde:- „_Wir smd aber gezwungen“, sagte der Minister-Präsident, „in einer Zeit, wo alle Staaten um uns nicht nur die Erhaltung, sondern auch die Vermehrung ihrer Heereskrast anstreben, unsere Wehrmacht zu erhalten und zu entwickeln.“

Schiveiz. Bern, 20. September. (Bund.) Gegen das Bundesgeseß vom 26. April 1887, betreffend die Ausdehnung der Haftpf1icht und die EFänzung des, Bundesgesetzes vom 25. Inni 1881, sind keine eferendums- begehren eingelangt; dasselbe ist daher in der heutigenSißung des VundeSraths in Kraft und auf den 1. November- 1887 für voÜziehbar erklärt worden. _ Der Bunde-Zrath hat an die Kantone behufs Anordnung der Neuwahlen in den Nationalrath (am 30. Oktober d. I.) und Über den gegen: wärtigen Stand der an Versicherungsgesellschaften ertheilten Konzessionen Kreisschreiben erlassen.

Großbritannien und Irland; London, 21. Sep- tember. (A. C.) Die irische Vollzugsregierung scheint nunmehr entschlossen zu sein, gegen die irische National- liga„ nachdem dieselbe mit Genehmigung des Parlament?- für eine „staatsgefährliche Verbindung erklärt worden, sowie deren Zweige energisch vorzugehen. Die „Dubliner Amts: zeitung“ vom Dienstag enthält folgende Proklamation:

.Wir, der Lord -Statthaltcr und General-Gduverneur Von Irland, verbiefen und unterdrükéen durch diese unsere Ver- ordnung und mit dem Rathscblage des Geheimen Raths in Irland, sowie kraft des irischen Strafrechts Und Procedurgcscßes von 1887 nnd aller der uns dadurch verliehenen Gewalt und Autorität, innerhalb der (Grafschaft Clare die in unserer Sonder-Proklamation vom 19. August 1887 als die irische Nationalliga genannte und bezeichnete Verbindung. 1887Gegeben in der Rathskammer, Dubliner Burg, 17. September

Prinz Eduard bon Sgcbsen-Weimar, General, Lord Ashbonrne, Arthur James Balfour, Henry Bruen, J. G.Sibson, Redders Bauer.“ Die AmtÉ-zeitung veröffentlicht ferner ähnliche Ankündi- gungen bezüglich der Nationalliga in den Kreisen Leitrim und Loughrea in der Grafschaft Galwa ; dem Kreise Corkaguiny 111 der Grafschaft Kerry; den Kreien CondoncZ, Clangibbon und Wesi:Muskerry in der Grafschaft Cork und dem Kreise Shelbourne in der Grafschaft Wexford. _ Dieser Unter: drückungsakt verwandelt die Nationalliga in eine illegale Ver- bmdnnn und stempelt die Mitg1iedschast an derselben, die Be- Yeili ung'an ihren Geschäften und Versammlungen, sowie die erb entlichnng ihrer Verhandlungen zu einem Verbrechen.

n Portsmouth fand gestern der Stapellauf des größten und furchtbarsten Panzerschiffs, das bis jetzt für die britische Kriegsmarine gebaut worden, in Gegenwart der Lords der Admiralität und einer nach Tausenden zählenden. uschauer- menge stati. Es ist dies das aus Stahl gebaute doppel chraubige Thurmschiff „T ra f al g a r“, welches mit einem Deplacement von 11940 Tons Maschinen von 12000Pferdekraft verbindet, wo: durch _es. nnch der Erwartung seiner Erbauer eine Fuhr- geschwmdrgkert von 161/2 Knoten in der Stunde erzielen wird.. Der Panzer ist 14 bis 20 Zoll stark, und die AUSrüstung wird, anßer einem mächtigen Sporn, aus vier 67 Tons wiegenden Hinterladungskanonen und einer Anzathorpedos und (Heschüßen kleineren Kalibers bestehen. Das Schiff ist 345 Uf; lang„ 73 “"uß breit und lat einen Tiefgang von 27 uß. Die HerTellungskosten dür ten sich auf 920000 Pfd. Sterl. belaufen. Der „Trafalgar“ wird Admiralsschiff werden und eine Be- saßung von 520 Mann, einschließlich der Offiziere erhalten. Yad? Food, die Gemahlin des ältesten See:Lords, voklzog den

an a .

Frankreich. Paris, 19. September. (M. Allg. Ztg.) Das „Iournal Offici el“ veröffentlicht heute einen Vericht des Ckonseils-Präiidenten und Finanz-Ministers ROUVLSL' an den Präsidenten der Republik iiber die Nothwendigkeit einer Reform der Spiritus- steuer-Geseßgebung. Der Bericht weist auf die Gefahren des Alkoholverbrauchs hin und führt die Erklärun des. Senators Claude, Berichterstatters des UntersuchunchaussHusses. des Senats: an, nach welcher eine gewisse Zahl der franzö ischen Departements in Folge des AlkoholiSmus bereits von einer raschen Entartung der Mice bedroht sei. Die Gefahr liege in einer Art langsamer, unbewußter Vergiftung, die weni er durch das- Ueberhandnehmen der Ausschanksteüen, als durch3 die Beschaf- fenhertader Getränke herbeigeführt werde. Nachweislich riihrten die meisten unreinen Sprite von Lieferungen her, bei denen. die Steuer unterschlagen werde, bald von landwirthschaftlichen Hnusbrennern, die mit dem ihnen geßetéich gewährten Vorrc t M1ßbrauch trieben, bald von auslän ichen Versendern, welZe unter dem Vorwande, ihren Wein zu „versehen“ _ ein in; rank- reich „übrigens verbotenesterfahren _ den Spiritusgehat der von ihnen nach Frankreich eingeführten Weine erhöhten. In beiden Fällen werde der Staat um bedeutende Summen ge- schädighund „er habe also ein Interesse daran, daß a11e diese Steuerhinterziehungen aufhören und nur vöÜig gereinigte

Alkohole für den Verbrauch eliefert würden. Allein da er-

öben “sich sehr verwickelte un heikle Fragen; z. B. ob das Torrecht des landwirthschaftlichen Brennens eigenen Gewachses abgeschafft oder nur geregelt werden, sowre ob 'Maßregeln erlassen werden solXen, um zu verhmdern, daß 'die vertrags- mäßigen ZoÜsäße für Weine nicht den Spriten zu gute kommen, gegenüber denen sich der Staat seine volLe Freiheit gewahrt habe; ferner ob Reformen nach diesen beiden Rich- tungen genügen werden oder ob nicht, 1", Anbetracht der Größe des Uebels, auSnahmsweise VeriheidigungSmaßregeln zu ergreifen seien? Der UntersuchungHaussthuß des Senats habe _ sich für das Monopol ausgesprochen, das den größten Ertrag verspreche. Aber weleher, Monopol? Das des Verkaufs, das der Fabrikation, das der Neinißung, oder das vollständige"? , Die Frage berühre zug eich die Handels: und Gewerbefreiheit,'d1e Sitten, den Ackerbau, den Ruf der französischen Wemdestiüation, die Zuckerindustrie 2c. Einige onten noch weiter gehen'und auch die Weinbesieuerun?) gleichzeitig mrt reformiren; Wieder Andere verlangten bloß ie Entlastung von Wem, Vier, Obst: wein 2c. auf Kosten des Branntweins. Zur Lösung aller dieser Fragen oder vielmehr zur Vorbereitung einer Lösung, zum Studium, sei ein außerparlamentarischer Ausschuß niederzuseßen, der in ziemlich kurzer Frist, geeignete, praktische Vorschläge machen könne. Die gegenwärtige Stunde sei für derartige Studien sehr günstig: die tiefe Ruhe, die Frankreich genieße, seine innere und äußere Sicherheit, das Vertrauen der Bevölkerung in die Republik ermöglichten es, aiie diese Fragen ohne Zögern in Angriff zu nehmen. _ Deni Bericht folgt ein Dekret, das den Ausschuß wie folgt zu1ammenseßt: Ob- mann: Senator Sar)“ SteÜvertreter: Senator Tirard und Abg. Sadi-Carnot (alle dreiehemalige Finanz-Minister); ferner die Senatoren Claude, DieH-Monnin und Teisserenc de Bort, die Abgg. Iamais, Méline, Peytral, Pradon, Nibot, I. Noche, Sans:Leroy, S. Lacroix, Wilson und Yves Guyot; fiinf höhere Beamte des Finanz-Ministeriurns, darunter Hr. Vignon, Stießsohn und KabinetKChef Noumer's, Beamte des Ackerbau: un des HmrdelS-Ministeriumß, Ingenieure, Che- miker, der Professor der Rechte Alglave (bekmmteftereVor- kämplfer des Monopols), Brouardel, Dekan der medizinischen Faku tät, und Andere. ,

_ 20. September. (Köln. Ztg.) Heute fand im Ministerrath eine lange Verhandlung Über die Manöver des 9. Armee-Corps statt; die Verhandlungen werden geheim gehalten. _ Der UnterrichtH-Minister Spitller hat an die Präfekten ein Rundschreiben gerichtet, worin er den Lehrern den Bund verbietet, der auf der lehren Lehrernersammlung beschkoffen wurde.

_ 20. September. (Fr. C.) Der heute früh unter dem Vorsitz des Conseils : Präsidenten abgehaltene KabinetSrath beschäftigte sich mit den Vorbereitun- gen für die parlamentarische Tagung. In Anbetracht der voraussichtlich langen Budgetberathung wii112cht die Regierung, das; die Kammer Mit den (M Ant: wort auf das Manifest des Grafen vbn Paris 'an- gekündigten Anträgen bezüglich der Prinzen möglichst wenig Zeit verliere, und ist daher_ zxeneigr, die Frage im Voraus gegenstandslos zu machen, indem sie _an _Grund der ihr durch das vorjährige Gesetz verliehenen Besugmß die noch in Frankreich befindlichen Prinzen Herzog von Nemours, Prinz von Ioinville, Herzog von Chartres, Herzog von Aleneon, sowie die Prinzen Ludwig Napoléon (Sohn Iéröme's), Murat und Roland Bonaparte (Sohn Peter's) mittelst Dekrets verbannt. Ein Beschluß konnte jedoch schon deshalb nicht gefaßt werden, weil der Minister des Innern, der das Dekret auszuführen hätte, noch auf dem Lande weilt und der Verathung nicht beiwohnte.

Der Budgetausschuß beendete gestern die Prüfung des Budgets des Vauten-Minisieriuch und strich von dem Erforderniß für Waldwege auf der Insel Korsika 100000Fr. ab, unter Hinweis auf die vor einiger Zeit an den Tag ge- kommenen skandalösen Enteignungen, bei welchen verschiedene einflußreiche Wähler fiir Sumpfland die Hektare mrt 200 000 Fr. vergütet erhielten. "Ferner wurden die Kapitel des Staatsstraßenbaues um 1000000 und der Straßenberich- tigung um 100 000 Fr. verkürzt. Der Zuschuß an die _Eisen- bahnen für neue Linien ermöglicht, nach dem Berichteritcztter, eine Verminderung um 45000000 Fr., wenn gewisse Linien schmalspurig gebaut werde11.Hierüber ist noch kein Beschluß gefaßt. Hingegen feßte der Ausschuß das Kapitel für Studien neuer Linien und Staatsbahnbauten unter Abstrich von 2 900000 Fr. auf 12620000 Fr. herab. Eine lebhafte Debatte entspann sich dann darüber, ob ein außerordent iche?) Bautenbudget'bei- zubehalten oder der Kostenbetrag für neue Bahnen im ordentlichen Budget aufzuführen sei, wie dies das jetzige Kabinet vorschlägt. Wilson beantragte die Wiederherstellung des außerordentlichen Vautenbudgets und bezeichnete die Abschaxfung desselben als em Blendwerk, denn im einen wie im an eren Falle baue man mittels Arisgabe von Schabscheinen und vermehre die schwebende Schuld, die bereits 542000000 betrage und ja doch nicht aus den regelmäßigen Einnahmen getilgt werden könne. P e. l [ etan ingegen trat in dieser Fra e als Vertheidiger „des Hrn. ouvier auf und führte aus, da man allmählich dahm kommen müsse, die AusZaben sicherer als bisher festzustellenund Fehl- beträge zu vermeiden; dies sei nur bei einem einheitlichen Budget möglich. Der Ausschuß schloß stck) mit 9 gegen 2 Stimmen der Meinung Pelletan's an.

Serbien. Belgrad, 21. September., (W. T'. B.) Die Zeitungsmeldung, daß der Kassationshof m der Angeegenheit der Beschlagnahme des, Vermögens des früheren Finan -Ministers Vykasrn 5Fetromeé; de- finitiv zu dessen unsten entschieden hawe, stellt_s1ch als unrichtig heraus; die betreffende Sektion desKassatianhofs Yu vielmehr auf den erneuten Antrag des annz-Mnnsters

uics, unter Berufung auf einen analogen "Fall, erklärt, daß sie ohne einen vorherigen bezüglichen Bes chlu ; derSkupsch_= tina auf die meritorische Behandlung der Angelegenhext nicht eingehen könne.

Bulgarien. Sofia, 19. September., Das „Reuter'sche Bureau“ meldet: Gestern Kunden anläßlich des Iahres- tages der bulgarischen Lnion patriotische Demon: strationen in fast allen Städten, „Bulgariens und Ost-Rumeliens, namentlich in Philisypq cl, statt, wo die Kundgebungen einen besonders enthu tastichen Charakter trugen. Es wurden zahlreiche Gliickwunsch-Telcgrmnme an Stambulow, Stransky und Zacharia Stbiaiimv abgesendet. _ Der zum Kommandanten der 5“. Brigade und provi- sorischen Adjutanten dcs Prmzen ernannte Oberst

Nikolajew wurde heute von dem Prinzen Ferdinand empfangen, um demselben seinen Dank abzustatten.

Dänemark. Kopenhagen, 21. September. (WT. B.) Der Prinz von Wales hat in der verFangenen Nacht von Helsingör aus die Rückreise nachEng and angetreten. _ Am nächsten Sonnabend findet in den Wäldern bei Fredensborg eine Hofjagd statt.

Zeitungsftimmen.

In der „Deutschen volkSWrrthschaftiichen Cor- respondenz“ lesen wrr unter der Ueberschr1st„Fünfund: zwanzig Iahre ViSMarck“:

Unter dem Datum „Schloß Babelsberg, den 23. September 1862“, hatte Se. Majestät König Wilhelm mittelst KabinetIordre den Wirklichen Gebetmen Rat!) von Bismarck-Schönhausen zum Staats-Minister ernannt und ihm den interimistiscben Vorfiß des Staats-Ministerinms übertragen. In wenigen Tagen also begeht Deutschland die bedeutsame Feier des fünfundzwanzigjährigen Wirkens seines größten Mannes als Staats-Mimster Preußens und als Kanzler des Deutschen Reichs. Obwohk d_er Staatsmann, dessen Jubiläum wir zu feiern im Begriff find, noch in aller Frische des (Geistes wie des Körpers unter den Lebenden weilt und sein Wirkungskreis hoffentlich noch für lange Jahre nicht abgeschlossen ist, so steht doch zweifellos der Sockel, der das: „11011 01111115 moriar“ m goldenen Lettern gemeißelt trägt, bereits vollendet da; Freund wie Feind beugen sich bereits heute vor dem noch unabgeschwffenen Wirken des Fürsten BiStnarck, wenngleich die Widersacher zuweilen noch ihr unfruchtbares Klagen hören lassen, daß die für die Aufrichtung des Deutschen Reichs aufgewendeten Mittel ihren Anschauungen und Prinzipien nicht entsprochen haben. Wir haben ein VoÜes Recht, den 23. September 1862 als einen Erinnerungstag von hoher historischer Bedeutung zu begehen; gleichwie der 2. September 1870, den Fürst BiZMarck selbst in dem Briefe an seine Gemahlin, (16 (1310 Vendreffe, 3. September 1870, ein „Weltnejchichtliches Er- eigniß“ nennt. die Niederrverfuna des zweiten Empire und die Wiederaufrichtung des Deutschen Reichs bedeutet, so erkennen wir in dem 23, September 1862 den Beginn jener gemaltigen Um- wäkzungen, die wir staunend miterlebten und die dem_kraftvol]en Genie jenes Mannes zu verdanken sind, der durch„fünsundzwanzrg Jahre die Geschicke Preußens und Deutschlands lenkte, der Unbergeßlicbes für die Wohlfahrt des Staats und des gesammten Reichs gclhan, sich selbst für alle Zeiten ein Uouumeurum «ere pereunius geseßt hat. In unser Jahrhundert der Jubiläen fällt ein Ereigniß, wie es die Geschichte aller Zeiten nicht auszuweisen ba_t; dasselbe Jahr, in Welchem der ebrwürdigste nnd ruhmgekröntexte Monarch, der jemals auf dem Throne saß, unter dem Jubel seines Volkes das Fest des nrunzigjährigen Geburtstages feiert, kann die ebenso seltsame wie erhebende Thatxache konstatiren, daß ein und derselbe SiaatSmann durch fünfundzwanzig Jahre die Gunst und das Vertrauen eben dieses Monarchen genoß. Mit der Jubiläumsfeier, Welche das deutsche Volk seinem großen Kanzler bereitet, wiederholt es deshalb die jubelnde Huldigung für die gottbegnadete Person des reisen Kaisers und Königs, dessen Wunderbare Erhabenheit im FüFlen und Denken, dessen Pflichttreue und Mäßigung, dessen sittlicher Muth, dessen Standhaftigkeit und Dankbarkeit dnrch fünfundzwanzig Jahre “enen Mann an der Sviße der Regierung zu erhalten Wußte, dem ente das deutsche Volk in dankbarer Begeisterung entgegenjubelt. .

Politische Gegensätze, wie sie gern mrt den Schlagworten _des „Konservatismus“ und .LiberaliSmus“ auSgedrückt werden, münen heute verstummen; Fürst BiSMarck ist, wie bereits vor fünf Jahren ein großes Organ bemerkte, „nicht.,liberax“ und nicht .konfervaiw"; für den Parteimann ist sein Körpermaß zu groß. An Deutschlands Ruhm und Machtsteüung denkt er bei Tag und Nacht, Deutsch- land ist das Ende und der Anfang aller _Entwürfe; er lebt und athmet in den Bestrebungen, das Deut1che Reich zusammen- zuhalten, es mit friedlichen Mitteln fest zu begründen, nachdem es durch blutige geschaffen worden ist.“ In der That, in diesem glühen- den Patriotiörnus liegt für die geschichtliche Betrachtung nicbt ailrin der versöhnende Zug, es bebt fich von demselben auch jener kleinliche Parteigeist widrig ab, der um niederer Zwecke wiÜen diesern Riesen- geiste auf dem (Gebiet der inneren, der äußeren, der Wirthxchastspolitik die crbittertsten Kämpfe lieferte, erbittert auf Seiten der Angreifer, die lediglich mit den für ihre FarteizMcke eingerichteten Schlagwerten und Doktrinen die großen an dem glühendstkn Patriotismus basirten Ideen des Reichskanzlers zu vernichten bestrebt waren.

Die „Deutsche Volköwirthsckxaftliche Corrcspondenz' rechnet cs fich zur besonderen Ehre an, daß 1ie das Wirken des größten Staats- manns unserer Zeit zWar mit ruhiger Ueberlegnng, aÜein stets mit der voÜen Ueberzanung begleitet hat, daß nicht nur aUüberaÜ Großes und Ganzes gewo t, sondern daß auch mit ängstlichcr Erkragurig akler Eventualitäten die richtigen Mittel und Wege ausFsuckn und gefunden wurden, um den großen Gedanken zu großen rfolgrn zu verhelfen. Jn politischen wie in vvlkSwirth1chaftlichen und sozial- Poliiischen Fragen Werden wir nicht qufhören, uns auf die Seite jener Patrioten und wahrhaften Volkdmänner zu stellen, welche in der Person des Fürsten von BiSmarck das leuchtende Vorbild sehen,_ 111 ihm, dcm seine Feinde die Anerkennung nicht vcr1agcn können, daß in Uebereinstimmung mit den Wünschen seines erhabenen Herrn und Kaisers, auch sein innerstes Fühlen und Denken dem Wohle Deutsch- lands gewidmet war und gewidmet sem Werde.

In der Sitzung des preußischen errcnhauses vom 2. Oktober 1862, der ersten, Welche nach dem den würdig-“n 23. Sevtembcr des- selben Jahres stattfand, betonte der neue Minister-Präfidenf, daß es der Königlichen Regierung darauf ankpmmc, zu komtatircn, 779.11 die gesammte Landesdertrctung, fo Versckneden auch der politische ,Htand- punkt des Einzelnen sci, einig bleibe in der Berertwrllrgkcit, die Köninliche Regierung in ihren Bestrebungen „zur gcdctbltchcn Entwickelung der matcrieUen Wohlfahrt des Landes zu unterstiißen'. Trotz aller äußeren _Wandlungen rst demnach der Kanzler des Deutschen Reichs dcr1c1bx geblieben, dcrßer vor fiinfundzivanzig Jahren war, als er zur Leitun? dcr GL1chaxte des preußischen Staats bernfen Wurde; aucbkheute st jein “Streben und seine unablässige Sorge dahin gerichtet, dre Vertretung des Deutschen Reichs, so verschieden auch der politische Standpunkt des Einzelnen sei, mit dem heiligen Feuer des in ihm selbst lodcrnden Patriotismus zu erfüllen, sie zu einen in der BcrcitndiUi keit, die Reickxsrcgtcrung in ihren Bestrebungen zur gcdeihlicbcn Entwickelung dcr matc- rieUen Wohlfahrt des Deutschen Reichs zu unterstrich.

sLlus demselben Anlaß schretbt die „Deutsche Rends-

o t“: P Ein in dcr divlontatischen Welt seltenes Fest darf unsrr deutscher Reichskanzler, Fürst Bisinarck, im Lauf_e dieses Monatd sctcrn: sem 25jähriges Jubiläum als Minister-Prafidcnt und Letter „der aus- wärtigen An clcgcnbciten Prenßcns.' Wenn nun dieses Fest mehr in dcr Stile gefriert Werden wird als vor zwei Jahren der 70. Geburtstag des Kanzlers, so legt es_ sich doch von selbst nahe, beim Abschluß eines solchen Zeitraums emen Ruck- blick zu Werfen auf die Leistungen und Ycrdienjxc des Mannes, dem dieses ?cst zu feiern vergönnt ist. Es Ut nun srctltcb zucht möghcb, eincn Lo gewaltigen Staatsmann wxc Bismarck _zu seinen Lebzeiten vollkommen zu würdixen; ein völlig reifes 1c1chicht11chcs Unheil kann über ihn erst cälLt wcrden, wenn die_L cltgejcbubtc urn tmc Reihe von Zabrze nien vor cscbrittcn iit nnd die (Fmßüssc und I'mnil'se, die sein Wir cn gegeben, Zcit _ chabt bgbcn, sich in vo11rm Ma c geltend zn macbcn. Und doch 116 eu test 1111011 die Erfolge seiner „batigkrit jo oro? undfgcwalttg vor uns da nnd sind seine Verdienste so unbestritten, as; nnr mit entern Urtbcil nicbt

erst zu warten brauchen, zumal da alle Welt darüber cini ist, dass; kein StaatSmann dieses Jahrhunderts ihm an die eite aetellt werden kann. Was aber m unsern Augen das Größte an ihm ist, ist das, dir? er in einer langen arbeitsvoÜ'en Laufbahn alle eine Kra te und Fahigkeiten in selbstloser Hingebung in den Dienst des deutschen, Vaxerxands gestellt hat, daß Deutschlands Größe und Wohlfahrt sern einztger Leastern vom Anfang seines Wirkens an bis heute gervesen rst. Und dre dank- bare Erinnerung an das, was er in den verflossenen 25 Jahren nicht blos Preußen, sondern dem ganzen Deutschland, gewesen ist, zu er- neuern und zu stärken,'dazu wollen auch dtefe Zellen in ihrem beschei- denen Theile etwas beitragen. . . . . *

sch_b Der „Kölnischen Zeitung“ mird aus München ge rie en:

Zu einer Zeit, wo das soeben dem bayerischen Landtag vorgelegte . Bud et in der ganzen deutschen Presse erörtert wird, verdteni eine im nichtJayerischen Deutschland nick)! hinreichend bekannte und jedenfaÜs nicht nach Verdienst gewürdigte Eigentbümlichkeit des bayerischen Staatshaushalts etwas näher erörtert zu werden. , Bei, dem Entwurf der StaatSeinnahmen für die zwetjäbrrge Finanz- periode 1888/89 ist der Ertrag sämmtlicher direkten Steuern, als da smd Grundsteuer, Häusersteuer, Gewerbesteuer, Kapital-Rentensteuer und Einkommensteuer, mit blos 26 459 000 „M, derjenige des Malzaufschlags dagegen, also „mri anderen Worten der Ertrag der Biersteuer mit 33831900 „Fü eingesteÜt. Das sind nxm Ziffern, mit denen der in solchen Dingen „Unerfahrene nicht viel anzufangen wissen wird. Die Bedeutung dieserZahxen noird aber auch dem Uneingeweibten klar Werden, wenn wrr hmzufugen, daß beispielSWeise eine Bürgerfamilie von maßigem „Wohlstand, sagen wir eine Bürgerfamilie, die jährlich 3600 «M Einkommen har, tn der Haupt- und Refidenzstadt München an Staatssteuern, Gemeinde- und KreiSnmlage nicht mehr als zwi1chen _60.und 70 «M jahrlich zn zahlen braucht. Man vergleiche diese bejrhetdene Zumuthung mn: den Jedermann bekannten Anforderungen, die in Köln und anderen preußischen Städten an den Steuerzahler gestellt werden und nach Lage der Verhältnisse gesteklt werden muffen._ Und dockzwerden vom bayerischen Staat und den bayerischen Gemeinden gewrß kerne geringeren Leistungen erwartet, als von Staat und'Gemernden tn den übrigen Reichsgebieten. _ Wenn aberfBayern bisher nichr ge- nötbigt gewesen ist, seine direkren Steuern in gleichem Mgße, wie es die übrigen Staaten thun mußten, „hinaufzuscbrauben, ]o verdanxt es dies in erster Linie dem edlen Brerjtoff. Nehmen wrr_ als Ver- spiel wiederum eine Bürgerfamtlie von 3600 ck16 Jahresemkommen. Da das Bier in Bayern als zu jeder Mahlzeit genoffenes Nah: rungsmittel gilt und nach altem Herkommen auch das Gesinde ans die Gewährung dieses Nahrungßmrtfch Anrecht hqi, so werden tn einer Familie von mäßiger Kopfzahh kaum weniger als'21_3_1 täglich Verbraucht werden. Bei derartigem Verzehr aber [611th die betreffende Familie, ohne es schmerzlich zu, empfinden und in den aÜermeisten Fäklen ohne es zu wissen, emen ebenso gxyßen „odcr größeren Beitrag zum Malzaufschlaa, als me an 1annniltchen direkten Stenern zu zahlen hat. Muthete man den bleeffenden Familienvätern zu, auch diese Suznme bZar zu zahlen,_ 11) wnrde allgemeine Entrüstung die Folge sem. "Ware der Maxzaumghlag nrcht schon da, sondern müßte er erst eingefuhrt werden, 10 Wurden na- türlich die Herren Theoretiker über dre höch1t tadelnswertbc Ver- theuernng dieses wichtigen NahrungSmittels donnern, eme, Verthene- rung, die mit mathematischer Gewißheit aus, eme d_erart_xge Steuer folgen müsse. Wie aber liegen in Bayern dre-Verbaltmixe iroß der 33 oder beinahe 34 MiÜionen, die der Malzaufsckxlag abwtrxt? Wohl Niemand, der jemals in Bayern gelebt bar, wird „leugnen wohler), daß man nirgendwo auf Gottes_ Erde beneres, rernereZ und b1_[lt- geres Bier trinkt. Ein Liter Hoxbräuhaqurer _ das, wenn es nicht das beste überhaupt existirende ist, doch _memaxs und nirgendwo an Güte Übertroffen worden ist _ kostet rm E1n5elau§1chank22 „71. Wo wäre irn übrigen Deutschland etwas derqrttges iu _ünden? Kein Wunder also, daß Bayern nimmernzehr aus sern_Nexervatcech1de§ ohne Druck so sehr viel Geld abwerfenden Malzausxcblags verztcbxen möchte. Ein bayerisches Budget ohne Malzaumchlag rerm-ag man 11ch überhaupt nicht vorzustellen.

_ Der Londoner „ngemeinen Correipondenz“ entnehmen wir folgende Mittheilung: _ '-

Dem Konsularbericht des britischen General-Konlubs in_Val- Paraiso, Newman zufolge find 60 0 alTer i_n Chilexmzxsnhrten Woüwaaren deutsches Fabrikat. Der britiicbe Korrxul 111 Rio Grande do Sul, Bennet, berichtet„ daß die Deuf1chen_ m der großen brasilianischen Proeinz gleichen Namens gkOZé'“ An- strengungen machen, den geiammtrn Handel zu _rnonerolmren: „Von Deutschland wurden im [eyten Jabra rnns Mal" 10 viel WoUwaaren und zwei Mal so viel Lcinenwaarcrr cxngcsuhrt als don England. Nnr noch in Baumonenartikeln he_ba_lt England das Terrain, obgleich es auch auf diesem Gedirtc_rerdrangt_w1rd.' Der britische Konsul in Santos tbeixt mit, daß der Panke! m irrencn und Glaswaaren vHUig in dcutscbr &);de Übergegangen nt __nnd den englischen Stahlwaaren das gleickoe SÖrxkxal droht. Der Kern:! :11 San José, Costa-Rica muß zugeben, daß das dcutxcbc Fabrikat 51.1111 mindesten ebenso gut ist wie das Birminghamcr, und dab;1edcn“e billig.

Amtsblatt des ReichS-Posiamts. 2111.53. _ Inhalt: Verfügungen: vom 10. September 1887, Zeitungsvcckehr mrt _Owtcr- reicb-Ungarn; vom 16. Sechmber 188-, SeevrxtverYndung m_1t_N_or- wegen. _ Hierzu: Tarif für Telcgram_rne._ (ckzur de_n “Ylligmn und gebräuchlichsten Weg berechnet.) Abgcxckslonen den 11. Zerren:- ber 1887. ' _ _

Vcröffentlichunacn des Kaiserlichen chnndbrixy- amts. Nr. 38. _ Inhalt: Gesundheitsstand. _ Volkskrankbchm in der Berichtswoebe. _ Cbelcra-Nackprickotcn _ SferkctaUc 111 deutschen Städten von 40000 und mrhr Einwohnern. _“ ID:?JÖ. in grö'crcn Städten des Auslandes. _ _ Erkrqungcn m Bcr- liner . rankcnbäuscrn. _ Ddsal. in _dcutyckzcn "E;!adt-K rmdxzéank- brzirkcn. _ Ocffcntlirbes GcsundbeichWn in Ber11;1„1883_1§8§. _ Jahresbericht über die köbmdcbcn_Landeskrankcn-An'mltcn 1886. _ Witterung. _ Zeitweilige Vkaßccgcln :c. __ Tbtcrwucben ::1__Fr.1_71k- reich, 1887, “... Vicrtcljabr. _ Vchizinalgcichcdung :c. “(S_EÖ'LU. Dresden.) Rauch- und Rußbclästignngcn. _ (“3151111111 »"O-OM dcr Weine. _ RcÖtspreÉuna. (Rcicbögericbt) Kurrmwhcrri a1§ BUMI. _ (Landgericht zu Elberfeld.) Gcbcimmitmchrkßuk ren N. Prankks SÖweizcrpillen. _ Kongreß)“. Verbandlzmgm gcxcsgcdmdcr Köwcr- schaftcn. Vcrbcsxbcidung au! die UBS 11.1!!gcbadtcn Verhandlunzm dcr bavcriscbcn Ncrzfckammcrn. _ Vermischtes. Tdäxzkeit kz? linker- snchungsamts der Stadt Broslau 1§1_1886. _ »P-Émßnrc.

Ccntralblatt der Bauverwaltung. _Nr.38.;l. _ J!;baU: Nichtamtliches: Ueber dic statische und gcomcrri'ÖcY-csümmtbctt der Träger, insbesondere der Farbwerkträggr. _ Bernxrmnxz dLJGrmZ-d- fläcbcngrößcn der für die Rcixcnden brutmmtcn Raume m (x:?mbakn- Emrfan ö ebäudcn.

EiJcYbabn - Verordnung:? -Blatt. Nr. *.»). __ Fuß:": Erlasse dcs Ministcrö dcr öffmtliÖcn Arbeiten: vom _9 JUWEL? 1887, bctrcffcud Unzulässigkeit drr Wladung_ von Enmiudrerm über die an dcnsc1bcn vrrmcrkn ngkäbigkcäröztkfxr; _ vom 1:1. H:!)- tcmber 1887. betreffend LFUtkindnng dcr Céixcnkabnbmmtm Tom Dienst aus Anlaß militärischer Dienstleistungen; _ rern 13, LVD- nmbcr 1887, bcchnd UebrrßÉrcn nnd RWnuanWxY "dx“! Krankenkassen; _ porn 15. Scytcmdcc 1887. bctrcEmd Zniaßxxgkm der Beförderung der yum QU der Anlage _V zum WnrcTJö-RQU» mm: für dic Eiscndadnm TeurMands aurgcrührrcn Amke! m Krissl- wagcn _ Nachriibtrn.