St. P eters burg, 25. Sextember. (W. T. B.) Per deuts en
„St. Petersburger Zeitung“ zu olge wäre eine demnachstige a [-
emetne Erhöhung des Zolltarifs zu erwarten; von 241 Po- ?üionen desselben sollen nur 88 intakt blnben.
Wasbin ton. 24. September. (W. T. B.) Das Schatzamt
kchbtiftcti beute ür 522 650 Doll. 4 9/0 und für 1 372 700 Doll. 4x 9/0
onen.
ew - York , 24. Seytember. (WFO. B.) DerW ertbderinder ver-
genen Woche eingefuhrten Waaren betrug 9766 000 Doll.,
von für Stoffe 2 967 933 Doll. Der Wert!) der Emfuhr in dxr
Vorwoche betrug 9 395 604 Doll., davon 2 972 347 Doll. fur
Stoffe. *
Verkehrs - Anstalten.
Danzi , 26. September, (W. T. V.) Bei_ Koppalin ( lbinsel ela) ist gestern bei schwerem Sturm die deutsche ark „Helene' aus Stettin, nacb Memel bestimmt. gestrandet und vollständig zerschlagen worden, Von der Mannschaft sind 7 Per- sonen gerettet, eine ertrunken. Hamburg, 24. September. (W. T. B.) Per _Post- dampser .Lessing' der Hamburg - Amertkantscbrn Fcketfabrt-Aktiengesellscbaft hat, von New-York kommend, te Vormittag Scilly pasfirt. Triest, 25. September. (W. T. B.) Der Lloyddampfrr „Thalia " ist Heute früh mit der ostindischen Post aus Alexandru: bier eingetroffen.
Berlin, 26. September 1887.
Der .Unionklub“ bat am gestrigen Sonnragc, Mittags 1 Ubr, sein diesjährigcs Herbst-Meeting auf fewer Rennbahn bei Hoppegarten eröffnet. Die Rennen begannxn mrt: _ [. Ermuntcrungs-Rennen. Staatspreis 1800 «M ur zweijährige und dreijährige inländische Stufen, die me gefiegt ba en. Distanz 1000 m. Von 11 zu diesem Rennen angemeldeten Pferden zahlten 5 Reugeld und6 erschienen am Ablaufspfosten._ Nack) scharfem Lauf von des Hrn. Ulrich 2jäbr. F.-St_. ,Rdtbbaut“ m etn_er thrte 5 Sekunden um einen Kopf gegen des Königlichen Hauptgeftnts Gradrß 2'äbr. br. St. .Violine“ herausgeritten. Des Fürsten Hohenlohe- Öehringm 2jäbr. F.-St. .Mira“ wurde dritte, dann folgte , ymenaea“, „Abermals* und „Diana“. Werth des Rennens: 2225 „M der Siegerin, 425 „14 der Zweiten. _ _ 11. Staatspreis 1. Klasse. 10000 ckck Für Zjabrtgr und ältrre inländische Hengste und Stuten. Distanz 2800 w. Drr König- lichen Gestütsvcrwalinng vrrbleibt das Vorkaufsrecht in Ansebung des Sicxiers, wenn derselbe vom Vefißer zu vcrkaufen bcabfichtigt wird. Von 23 angemeldrtcn Pfrrden hatten 8 die Gewichte angenommen und von dicsm erschienen vier vor dem Starter. TW Hrn. Ulrich 3jäbr. F-H. „Admiral“ siegte sicher mit Z Längen gxgcn dcs -Hr_i_1.0. Oehlscblägcr Zjäbr. dbr.H. „Räubrrbauptmann“, der mit drciLangcn vor „Ascold' als Zweiter landrtr. Mr. GIobnson'é; F.-H. ,C-Dur“ wnrde Vierter. _- Zcit: 3 Minuten 48 Srkunden. Werth des Rennens: 1146250 „74 dem Sicger, 1462,50 «M dem Zweiten. 111. Deutscher Gestütspreis, garanjirt Dom Umionklub in öbe von mindestens 10 000 „46. Für 6102 1885 geborene inländische ferde. Distanz 1200 111. Von 36 angemeldeten Pferden erschienen nur 3 am Ablaufspfosten, von denen der Erklärung gemäß des König- lichen Hauptgestüts Gradiß F. H. „Hortari“ leicht mit 3 Längen ge- wann. Des Kapt Jod; schw. St. „Lesbia“ v. The Palmer a. d. Liech- abe wurde Zweite, und zwei Längen Hinter derielben landete des gl. Hauptgestüt Gradiß dbr. H. ,Wtß' als Dritter. * Zeit 1 Minute 38 Sekunden. - Werth des Rennnens: 10 750 „41; dem Sieger, 2000 „kk- der weiten, 1000 «45 dem Dritten.
17. Omnium. radißer (Gestütspreis 5000 „M Handicap. Für Zjäbrige und ältere inländische Pferde. Distanz 3000 m, Von 37 angemeldeten Pferden hatten 12 die Gewichte angrnommen und 6 Von diesen erschienen am Ablaufspfosten, Des Frhrn. Ed. von Oppen- heim 3jäbr. br. H. ,Hobcnzoller“ führte Vom Start bis zum Ziel und stk te leicht mit 23 Längen. Des Mr. G. Johnson Zjähr. dbk, St, , erona“ wurde Zweite, zwei Längen hinter ihr traf HMK, von Eickel's 4jähr. br. St. „Little Lovelock“ als Dritte ein, dann folgten weiter zurück „Bergmann“, ,Räuberbraut“ und zuletzt ,JÜustro“. _ Zeit 4 Minuten 20 Sekunden. Werth des annens 6400 „ck dem
ieger, 750 „44 dcr Zweiten und 100 «16 der Dritten.
7. Oktobrr-Verkaufs-Rennen. Klubpreis 2000 .,“ Für 2jäbrige inländi1che Pferde. Distanz 1000 m. Der Sieger ist für 1500 „M käuflich. _ Von 8 angemeldeten Pferden erschienen 6 am Ablaufspfosten. Nach schönem Lauf ßegke ficher mit ÉLänge des Hrn. Y Bokhe br. H. „Hörstcn“ gcgrn des Hrn. (Ehrich F. St. „Libetb“.
rei Längen hinter der Letzteren landete des Hrn. v. Trittschler F. „H. „Mikado“ als Drittcr, dann folgten .Jmad-ud=2[nlab“, dahinter ,Zauberin' und zulcyt „Charles Quint". - Zeit 1 Minute 8 Sek. -- Werth des Rennens: 3060 «16, welche dem Sirgrr zufielcn, der in der Versteigerung von Mr. F. 65onwa für 2300 «Fl» gefordert
de.
71. Niklot-Rennen. Staaisprcis 2000 asl; und ältere inländische Hengste und Skuten, wclche in umma noch NickIt 30 000 «M gewonnen haben, Distanz 1600 m. Von 7 an- gemeldeten Pferden erschienen drci am Ablaufspfosten. Es fie te leicht mit einer Kopflänge des Kgl. Hauptgestüt Gradiß Zjäbr. fckwbr. S1. „Milchmädckyen“ gcgen des Hrn. W. Hiestrich 3 jäbr. br. H. ,Durcbgänger', des Major 1). Manrd Zjäbr. .-H. .Riffvirat" wurde vier Längen hinter dem Letzteren Dritter. eit: 1 Minute 58 Sekunden. - Werth des Rennen?- 2250 „54 der Siegerin, 250 26
dem Zweiten.
Jm Lichthofe des Königlichen Kunstgewerbe=Museums findet bis einschließlich Sonntag, den 9. Oktober, die A u s stellu ng 1) e r cbülcrarbeiten aus der KöniHlicben Kunstschule und der Unter- richjs-Anstalt des Kunstgewerbe» iuseums statt. Das Material, welches den Lichthof in aUcn Theilen fiiilt, ist bei der großen Aus- dehnung der beiden verwandten Lehranstalten so umfangreich, daf: auf die Ausstellung der Anfängerarbeiten Verzichtet wurde; es sind viel- mehr die Malereien, Skulpturen Und (Entwürfe künstlerischer Arbeiten, zum Theil auch ausgeführte Arbeiten der Metall- und Stickereiklaffe, welche hier zur Ausstellung gelangen. Auch an den Tagen, an denen sonst im KunstgeWerbe-Museum ein Cintrittégeld zur Erhebung (1e- langt, wird diese Aussteklung den Besuchern unx-ntgc-ltlici) zugänglich sein. Für den Besuch der iibrigen Räume des Museums gelten die gewöhnlichen Bestimmungen.
Das soeben erschienene Lehrprogramm der Humboldt- Akademie für das am 13. Oktober beginnende Herbstquartal enthält die Anzeigen von 30 Vortragscyklen aus den verschiedenen, der allge- meinen Bildung angehörigen Wissensgebieten. Pbyfik und Chemie smd durch 3 Cyklen vertreten, Organische Naturlehre und Hygiene ebenfaiis durch 3, Sprachwiffenschafk, Philosophie und Pädagogik dur 7, Kunslwiffegschaft und -Geschichte durch 4, Literaturgeschicbte, deu che und auslandiscbe (in 5 modernen Sprachen) durch 8, Politische und Kultur-Gescbichte durch 2, Nationalökonomie und Rcckztswissemcbast durch 3. Dem Programm ist eine populär- wiffenstbaftliche Abhandlung über „Descendenzfrage und Unterweltsx forschung" Von Dr. Rob. Schneider, sowie der Jahresbericht des General-Sekretärs für das 9. Studienjahr beigedruckt. Aus lehterem ergiebt sich, daß “in dem Berichts'abr zusammen 61 VortragScyklen abgehalten und von 1482 einges riebenen Hörern besucht wurden, wonach die Fre uenz der Akademie seit 1882/83 in stetigem Fort- sxbreiten sich na ezu Verdreifacht hat. Die Programme werden in emer Anzahl Buchhandlun en, im Jnvalidendank und im Bureau der Akademie, Centralbuch andlung, Centralhotel Laden 14, gratis
ür 3 jährige
auSgegeben.
In der Arends'scben Stenograpbie be innen neue Unter- richtskurse: heute, Montag, den 26. September,_im estaurant Thurm- straße 31; Dienstag, den 27. September, rm Restaurant Lmden- ftra e 71; Mitthb, den 28. September, im Restaurant Schöne- bergerstr e 6; Mittuwcb, den 28. September, tm Restaurant Gre- nadteriktra e 33; Freitag, den 30, September, im Restaurant Seydel- straße 30: Sonnabend, den 1. Oktober, im Berliner Handwerker- vere'in, Sophienstraße 15; Montag, den 3. Oktober, tm Restaurant Blumenstraße 10 überall 81 Uhr Abends. Das Honorar fur_Unter- richt und Lebrbucb beträgt 3 „44 Meldungen Werden bettn Begtnn des Unterrichts entgegen genommen.
Dem Luther-Denkmal-Comitß zu Torgau ist es geluygen, für die diesjährige Luther-Feier, bei welcher em neues Festspiel: „Luther und seine Zeit“, vom Superintendenten Trümpexmann, zur Auffubrurzg gelangt, den Königlich sächsischen Hofschauspteler Carl Portk) in Dresden athber-Darsteller zu geMnnen.
„ ., . . „__, „...„____,__„, _ „...?. __ Magdeburg, 25. September. (W. T. B) Der Kongreß für erzieblicbe Knabenarbeit Wurde heute 111 Gegenwart_ des Geheimen Obcr-Regierungs-Ratbs Lohmann, als Vertreters de_s Re_1chs- umts des Innern, von Vertretern des preußischen Kultus-Mmtstermms und anderer Ministerien, des Ober- räfidentep der Promnz Sachsen. vdn Wolff, sowie der Spißen hieiger Regjeruygs- und ftthrscber Behörden im dichtaefüllten großen Saale; des Furstcnhofes htersrlbst abgehalten. Vertreter auswärtiger Vereine, at-s Schwedep, Oester- reich, sowie Delegirte zablreicher Kommunen batten s1ch_ eingefunden. Der Kongreß wurde durch den Ober-Bürgermeister Bötticher begrußt. An der Debatte betbeiligten s1ch LammerszBremen, 1)r. Gor_jze- Leipzig, Ober-Realschul-Direktor Nöggeratb-Brteg, Geheimer Samtats- Rath 1)r. KristeUer-Berlin und beim Schlußwort Hr. von Schenke_n- dorff-Görliß, worauf eine längere lebhafte Debatte folgte,_ Wel_che stcb in aÜen Theilen zustimmend zu den Bestrebungen des Vereins außerte.
Karlsruhe, 24. September. 17. Internationale _Kon- ferenz der Vereine vom Rothen Kreuz. Der 3.S1(3ung wohnten Ihre Majestät die Kaiserin, d1e_Großberzogl_tche_n Herrschaften sowie der Erbgwßberzog von Baden bet. Ihre Majestat wurdr beim Erscheinen in der Loge ebrfurchtsvoll von der Konferenz durcb Erheben von den Pläßen begrüßt. Eingegangen war ein Trlc- gramm der Königin von Serbien. Der Kongreß beschloß, telrgraphrscb seinen Dank auszusprecbén. Den ersten Punkt der Tagesordnung und einen der wichtigsten der ganzen Konferenz bildete die (Erörterungder Stellung und Obliegenheiten des internationalen Comttés und die Beziehungen des Central-Comités untereinander. Genf beantragte folgende Beschlußfassung: 1) Jnternatwnale Kon- ferenzen find wünschenswertb als Mittel, gemeinsame Be1prcchungen übrr Fragen von allgemeinem Interesse zu ermöglichen und die p_er- sönlichen: Vezirbungrn der Mitglieder der derschiedenrz1 Crntraldereme xu erlrickztcrn. Ju gewöhnlichen11mständen ist es erwynscht, dczß solche Konferenzen alle 5 Jahre stattfinden. 2) Die NatronqlVeremebom Rothen Kreuz, obgleich bon einander ganz unabbqngig m Bezug auf iere innere Einrichtung, betrachten fick) in Folge des Von ibnrn AÜen gemeinschaftlich verfolgten Zwecks, als vor- pfiichtcr, sich durch ein snges Band solidarisch zu verbmdeq. 3) Es ist wünschenswertb, das in Genf bisber erscheinende „Vuiletm Inter- national“ als Organ alier GcseÜscbaften des Rothen Kreuzes bm- zubebaiten. Die bctheiligten Geseklscbaften soÜen an der" Redaktwn möglichst thätigen Antheil nehmen und sicb bemühen, fur dasselbe Abonnenten zu gewinnen. 4) Im allgemeinen Interesse des Rothen Kreuzcs ist es rathsam, das in Genf refidirende internatwnczlc Cormté, wie es seit Beginn des Werkes bestanden bat, auch fernerbeizubehalten. Diesem Comité liegt hauptsächlich ob, dahin zu arbetten, dre_ Be- ziehungen der Centralvereine untereinander zu erhalten und auszubilden, denselben die Bildung neuer Nationalbereine anzuzeigen, nachdem es fick) der Grundlage Vergewiffert hat, aufwelcber diese Vereine gebtldet worden sind, das „Buüetin International“ zu veröffentlichen,zu dessen Unkostrndeckung die Centralgcsellschaften _ herangezogen werden können, in Krtegszeiten eine oder mehrere injernationale Agenturen zu stiften, welche zu Erkundigungen dienen und durcb deren bereit- willige Vermirtelung die Nationalvereine HülfSMittel an Geld oder in natura. an die Verwundctkn der kriegsfübrendcn Heere zukommen [affen können und endlich auch in Kriegözeiten, wenn es darum ersucht wird, entweder selbst oder durchseine Agenten, den_Nationalvereinen der kriegfübrenden Mächte zum Austausch des Briefwecbiels behülflick) zu sein. Dieser Antrag und 2 andere waren einer Kommission überwiesen worden. Von Seiten dieser Kommission wurden der Konferenz eine Reihe von Anträgen unterbreitet, deren 1., 3. und 4. sich mir denen des internationalen Comités in Genf decken, während Antrag 2 wie folgt formulirt war: „Obgleich die Landesvereine Vom Rothen Kreuz ihre vonommene Selbständigkeit und Unabhängigkeit in Bezug auf ihre innere Organisation und ibre Thätigkeit wabren, erkenncn sie jedoch gleichzeitig an, daß sie alle ein und denselben Zweck verfolgen. Aus dicser Gemeinsamkeit des Zielrs und der Arbeit folgt für dieselben ein enger geiiiiger Zusammenhang, welcher für die Erreichung ihrer humanitären Mission unentbehrlich erscheint.“ Jm Uebrigen, beißt es am Schluß der Anträge der Kommission, ist es selbstVerftändlicb, daß die Landesvereine der kriegfiiiwenden Staaten nach wie vor berechtigt bleiben, mit Genehmigung der Armeeleitung und unter den von dieser festzustellenden Bedingungen einen direkten Verkehr unter sich einzuleiten. Ebenso erschein!“eßselbstberstäi1d1ich,daß die Vereine der nemralrn (d. b, nicht krtegfübrenden) Staaten, Welche in Krichzeitcn einer oder der anderen der kriegfübrenden Armeen ibre werktbätige Hülfe, sei es in Bezug auf sanitäres Personal oder Material darzubringen beabsicbti en, unbedingt als verpflichtet anzusehen sind, fick) ohne jeden Vorbe alt der von den militärischen und staatlichen Autoritäten erlassenen Anordnung zu unterwerfen. Namenili-X) Werden in denjenigen Staaten und Ländern, in denen die Tbätig- keit der neutralen Entsendungen durch geseßlicbe Bestimmungen an die Leitung des einheimischen Landesvereins gebunden ist, diese Ent- sendungen sich der Leitun dieser Central-Comités willig unterwerfen.“ Im Namen der Kommiswn begründeten Marquis de Vogus und Geheimer Rath von Criegern eingehend die vorgelegten Anträge. Nach längerer, lebhafter Diskuffion gelangte der Antrag der Kom- mission mit auen Stimmen gegen die Rußlands, Serbiens und Bulgariens zur Annahme. Es trat sodann eine Pause ein, während welcher Ihre Majestät die Kaiserin Sich den Vorstand und einzelne Mitglieder der Konferenz vorsteÜen ließ und Sick) längere Zeit buld- voUst mit den Herren unterhielt. Nach Wiederaufnahme der Verhand- lungen hielt Prof. Kraske aus Freiburg einen instruktiven Vortrag über die Wirkung moderner Gewebrprojektile, insbesondere über das Lorenz'scbe zusammengescbmolzene Panzergesohoß, mit welchem alsdann vor den Mitgliedern der Konferenz Schießversuche angestelit wurden.
Berichtigung. Die in dem Bericht über die Sitzun vom 22. d. M. („Reicbs-Anzeiger' Nr. 223, vom 23. September 1887, aupt- blatt, [este Seite, 3. Spalte, Zeile 7) erwähnte Baracke, nach dem „System Bernhardt Grobe“ hergestellt, ist nach dem System des Geheimen Bauraths B ernbardt von dem Fabrikanten David Grode- Berlin hergestellt worden.
Im Königlichen Opernbause gelangte am vergangenen Sonnabend Verdi's -„Troubadour“ zur Aufführung. Es wurde darin einem Frl. Rusca Gelegenheit T_eqeben, ihren ersten theatralischen Versuch zu wagen, der, Alles in [lem genommen. als ein nicbt übel gelungener bezeichnet werden kann, Wenngleich gewisse Ausstellungen, die man an ihm zu machen berechtigt ist, natürlich erscheinen. Einige klxine Mängel _smd wohl auf Rechnung der Aufre ung zu seßen, wre solche bei e_tnem ersten Debut leicht erklärlicb Ft. Frl. RuSca verfügt über eme angenehme Erscheinung, wel e' ihr übscb ab- gemeffenes Spiel wesentlich unterstüßt. Die oUe der Acuzena setzt freilich ein hohes Maß bewegter Leidenschaftlichkeit voraus und daran ließ es die junge Dame noch fehlen, au
in dieser Partie zum Ausdruck_ elaugt, im Organ .zu ,kräftigerer Gel: , tung gebracht werden. Einige eine Unfertrgkeirerx in der Art des Vortrags wird die junge Künstlerin Wohl der ftetßtgxm Studtum mit eringer Mühe überwinden können, sodaß der “Entwickelung ihres Ta- ents mit guten Erwartungen ent egengeseben werden kann. Der Manrico wurde von Hrn. Rothmüb mit gutem Erfol _gesungen, der Vortrag war vornehm und von wobltbuender Saube ett. Auch r. Bev wurde der von ihm esungenen Partie vollauf_gerecht._ r. Brajnin hatte die Rolle der räfin übernommen und fuhrte dieselbe nicht obne Geschick durcb, doch machte fick) an einigen Stellen ein leichtes Detoniren geltend. welches störend wirkt; tm Uebrigcn zeigte fich Fr. Brajnin als die gewandte Sängerin, als Welche wir ste zu wiederholten Malen kennen gelernt haben.
Im Deutschen Theater wurde am Sonnabend ein neues Lustspiel in vier Auizügen: .Wenn der_Sommer _kommt“ von Charles Delannoy zum ersten Mal aufgefubrt, obne ]edock) den _ge- wünschten Erfolg zu finden. Das Lustspnl macht den Eindruck emer ErstlingSarbeit, deren Autor nicht ohne Begabung an seine Aufgabe berantrat, aber es fehlt ihm an Geschickltchkett und an dem sicbxrn Urtbeil, welches fest auf ein vorgestecktes Ziel lossteucrt. Es _wtrd somit Hchwer zu sagen, welche Grundidee der Verfasser aus seinem Stück at wollen bervorleuchten laffen. Verfchiedenr Probleme treten hervor, nacb einander und durcheinander, ohne zu einer endgültigen Lösuan gebracht zu werden. Die Handlung _entbebrte deshalb der inbeitlicbkeit; Personen kamen und gmgen, ohne daß man den Zweck recht einsab; und darunter befandcn fich gelegentlicb aucb solche, welche mit dem Gegenstand der Haupthandlung. gar nichts oder doch fast gar nichts zu tbun baben. Diesen Ausschlag gebenden Mängeln gegenüber stehen aber mancherlei, für weitere Arbeiten des Verfassers Vertrauen erweckende Momente. Zunächst befleißigt fick) der dem Anschein nach französische Dramaiiker einer Srößeren Decenz in Sprache, Sitten und Anschauung?» aks man sie
ei den modernen französischen Bühnenwerken zumeist findet. Der Verfaslser hat ferner die Gabe des leichten, unterhaltenden Dialogs, der ge egentlick) durch Humor und feinsinnigen Wiß gewürzt wird; er scheint endlich aueh eine nicht unbedeutende Anlage für die indivi- dueUe (Charakteristik zu haben, welcbe in diesem ersten Stück «Uerdings mtr in einiger) Typen voll zur Durchführung kommt. Im Ganzen scheint der Verfasser die Abßcht gehabt zu haben, eine Art Sittendrama zu schreiben, in welchem die beiden einzigen Frauen, welcbe auftreten, sich von ihren literarisiben Vorgängerinnen durch Anftändigkeir der Gesinnung vortbeilhaft untersébeidén soÜten. Diese Abficbt hat dem Verfasser aber die Geleaneit genommen, starke Kdntrast'e vvrzufiibren und in svißfindigen useinandcrse ungen (Geist und Humor zu entwickeln. In dem Stiicke Delannoy's aben wir es mit zwei Frauen zu thun, Welche fick). die eine aus Naivität, die andere vieÜeicbt aus Langerwcile odcr Unüberlcgtbcit, einer Uebertretung dcr gescÜschaftlichen Regeln schuldig machen, vor einem wirklichen Vergeben aber zurückscbrecken. Sie find Freundinnen und schiitfen schließlich, die eine bsi der andern Schuß suchend und findend, gegen eingebildete drobende Versuchung, einander ihr" Herz aus. Das einzigePikante an der Sache ist, daß die eine Freundin den Mann der andern zum andez-vous bestellt hat, aber Vorher in die Arme der Gattin flüchtet. Das Haupt- interesse an dem Stück boten aber garnicht diese Frauen dar, sondern zwei alte als-Rentiers lebende, jeßt an einer Art GriindnngSgesÖÜft partizipirende ehemalige Kaufleute, und zwar nicbt sowohl, weil fie in drm Gaqge der Haiidlung im Vordergrundc ständrn, sondern weil fie als typi1che Gestalten wirksam und zuweilen mit kräftigem Humor gezeichnet find. Die Handlung spielt im ersten Akt in Paris, und der leichtfließende Dialog, sowie einige scberzbafte Wendungen in demselben übten eine gefäÜige Wirkun aussi) daß am Schluß des ersten Aufzugs eine angenehme Stimmung im ause Plaß gegriffen hatte. Die folgsndcn 5the spielen auf dem Lande in der Nabe von Paris, erfiiUten aber m_cbt die Hoffnungen, welche man Anfangs begen durfte. Lange Ausein- anderseßungen und Erklärungen, unverboffte, unvermittelte und un- motivirte Herzensergüffe treten an die SteÜe psychologischer En_t- wickelung. In Folge davon verbreitete sich bald Theilnabmlosigkett, dann Gleichgültigkeit und endlich die Langeweile. Das Publtkgm hörte und sah ruhig an, was auf der Bühne vorging und ["ckle ebenso ruhig das Haus. Nicht einmal die DarsteÜer, Welche st
redlich bemühten, der Novität zum Erfolge zu verhelfen, wurden be- sonders außgezeicbnet. Wir baben aber doch die Pflicht _zu sagen, daß die DarsteÜung eine in allen Hauptroüen tüchtige war , und daß die schauspielerischen Kräfte die Schuld des- Mißerfolges in keiner Beziehung tragen. Hr. (Engels und Hr. Retty, welcbe die beiden alten Rentiers gaben, spielten sebr wacker und wirksam. Namentlich zeichnete fick) Hr. Engrls durch seine natürlicbe Komik und gefäÜige Individualität aus. Die Hrrn. Tauber und Kadrlbur machten aus ibrer Rolle soviel als möglick), das war aber nicht ebr viel. Frl. Sorma gab eine naive junge Frau mit Aufbietung aller Liebenswürdigkeit und Coquetteric. der _sie fähig ist; auch Frl. Meyer spielte die zweite, mehr leickijerztge, junge Frau nicht übel, aber nicht Vornehm genug fiir die Umgebung.
Im Deutschen Theater findet die Wiederaufnahme von „Minna Von Barnbeim“ nicht, wie irrtbümlick) angekündigt, am Sonnabend, sondern am nächsten Freitag, den 30. d. M., statt.
Im Friedrich-Wilbelmftädtiscben Tbeater wird die Repertoire-Operette ,FarineUi“ in der laufenden Woche bereiis zum 50. Mal gegeben. Die Gunst des Publikums ist diesem [lebens- würdigen frischen und melodiereicbexn Werk des Hamburger Komponisten Herrmann Zumpe _mehr nur treu geblieben, sondern hat sich demselben m steigendem Maße zuge- wendet; auch am gestrigen Sonytag war das Haus totak auswerkauft. Allerdings find für die!,en glänzenden x_md dauernden Erfolg auch die Faktoren einer mnstergültigen Inscenirung, wie_ fir Fr. Direktor Ju ius Fritsche aÜen Operetten seiner Bühne angedeihen äßt, und der auSgezeickyneten Darstellung, an welcher sich die bianxztxsten' und populärsten V.)?itglieder des Operetten-Ensembles bctheiltgen, wesentlich maßgebend.
Jm ((Central-Theater wird Mannstädt's so überaus zyg- kräftige Poffennovität „Höhere Töchter“, getragexi von der _ausgezetch- neten, Höchst amüsanten Darstellung der Hrrn, Direktor Crml Thomas', Carl Weiß, Tielscher, Feuchter, der Damen Griinfeld, Dora, Hocke und Bufféz u. s. w., morgen, Dienstag, bererts zum 25. Male wiederholt. Die Signatur des Central-Theaters unter der neuen Direktion des Hrn. E. Thomas, der seit Jahren in der deutschen Tbeaterwelt als darstellender Huworrst _sich der weitesten Popularität erfreut und nun neuerdings "wieder _das Scepter eines Bühnenleiters in der Reichsbguptstadt fuhrt, btlden Abend für Abend voUe und auSverkauftx Hawser. Das sagt AÜes. Der Direktions-Aera Thomas leuchtet em gluckltchcr Stern. Wer jetzt in der Alten Jakobstraße den Maffenandrang zur Kasse" des Central-Tbeaters üebt, kann nick)t_umbm, _zu sageg, daß diese Bubnx mit ihrer echten Berliner Heiterkeit und _tbren tuchttgen, _sympathr- schen Darstellern ein wirkliches Bedurfniß_ des Publikums Uebrigens sei daraufhingewiesen, daß es t_mt R_uck_ficht auf den großen Andrang Für das Publikum nothwendig ist, d1_e tm Laufe der Woche bestellten Biüeis am Tage der Aufführung bis 11 Uhr Vormittags abholen zu lassen.
Nedacteur: R i e d e [.
Verlag der Expedition (Scholz).
Druck der Norddeutschen Bu druckerei und Verlags-Anstalt, Berlin 877, Wil elmstraße Nr. 32.
Fünf Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).
Berlin:
(1291z)
müßte die tiefe Erregung, welche in gewissen Augenblicken
Erste Beilage
zum Deutschen Reicks-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
M 225.
Berlin, Montag, den 26. September
1887.
!:
Statistische Nachrithteu.
Der „Anh. SKZA.“ veröffentlicht eine von dem Herzoglicb anhaltischen Konfistortum zusammengestellte Uebersicht über die Ge- burten,_Taufe1_1, Eheschließungen und Trauungen in den evangelischen KirchenYre1Zn des Herzogtbums Anhalt im Jahre 1886. Darnach betrug dre ahl der Geburten lebender Kinder evan- gelischer Eltern 9209 Ktnder, von denen 339 ungetauft Verstarben. Getauft wurden 8774, 18 wurden in anderen Staaten getauft, in 12 Fällen verzogen die Eltern, unbekannr wohin, und in 8 FäÜen wurde die Taufe werscizmabt. Eheschließungen kamen 2045, Trauun- gen 2120 vor, verschmabt wurde dre Trauung nur in 8 FäÜen. Auf 240 983 evangelische Bewobner kamcn 4736 Konfirmanden und 69 853 Kommunikanten.
Das Konsistorium bemerkt zu diesen ablen:
Das im Großen und Ganzrn zwar mckzt ungünstig zu nennende Resultat unserer Erbebungcn_ _[aßt in mancher Hinficbt die erhoffte Besserung vertmfferi. _Jn emrgen Beziehungen ergiebt sick) zwar für einzclnr Kirchenertse em erfreulicher Fortschri1t zum Besscrn, in andrren dagegen em_ bedauerlicbrr Rückschritt, gegen welchen ernstlich anzukämpfrn sein erd.
Bei den Taufen ergiebt_fich ein AusfaÜ Von 0,46 0/0 gegen 0,47 % ix_n Vorxabre._ Am Gunstigsten ist das Vrrbältniß in der Diözese BaÜenstedt mtt 0,11 0/0 (wie auch im Vorjahre) und folgen dann Cötben mr_t 0,31 U/n (0,5004) im Vorjabre), Bernburg mit 0,40 0/0 (0,14 %_1m Vorjahre), Des1au mit 0,65 0/0 (0,92 % im Vor- jahre), Zerbst_ mtt 0,66 9/0 (0,60 0/0 im Vorjahre). Eingrreckmet find bierbri 21 Falle (24 tm Vorjahre), in welchen Kinder im Alter von über 8 Wochen ungetauft verstorben sind, und 12 Fälle (13 im Vor- jahre), in Welchen Kinder migrtaust mit ihren Eltern verzogen find, über drren rtwa anderwärts vollzogrne Taufe dem Geistlichen drs Geburts-yrtcs Nacbricbt nicbt zugrgangen ist.
Ausdriicklick) verscbtnäbt ist die Tane in 8 Fälien : 0,090/0 (Jegey 5 Fälle : 0,06 0/0 im Vorjabre) und zwar in 2 FäÜen in «;ck;th und in je cmem FaUe in_Dcssau, Bobbau, Zerbst (unexelicbes Kind einer durchreisendrn Schampielrrin), Cötben (aus der Ehe eines dahin Verzygcnen Evangelischen mit einer Jüdin), Osmarsleben und Kleinschierstrdt (Vatrr ist Baptist).
Während im Jahrs 1885 ausgesprochene Verschmäbanaen drr Taufe in den Diözesen Zerbst, (6615211, Bernbnrg und Bailcnstedt nicht vorgrkwimcn sind, ist im Jahre 1886 nur die Diözese Baiien- stedt davon dersciwnt gebliebcn. “
Tirf zn beklagcn ist das uugrrrcbtfertigt [angr Hinansscbieben der Tarifs, wodUrck) 21 Kinder im Wter von über 8 Worben Ungrtauft drrstorbcn sind, Fälie dieser Art solltrn iibrrbanpt nicht vorkommen.
Von den im Jahre 1885 gcborrnen Kindern, deren Taufs fiir das Jabr 1886 als sicher zu crwartend brzcicbnrt wurde, sind 1095 als grtaufs nachgewiesen.
Bei den Trauungcn beträgt der Ausfail mik Einschluß von 3 Paaren, welcbe ungrtraut vrrzogen find, und Von 13 Paaren (5 Paare im Vorjahre), erchrn die Traunug aus kirchlichen Rück- sichten deriagt wUrde, 1,200/0 gegrn 0,75% im Vorjahre, und zwar in dcr Diözese Zerbst 0,57 “b“- (0,26% im Vorjabre), Ballenstedt 0,76% (im Jahre 1885 kein AusfaÜ), Cötben 1,25% (2,22% im Vorjahre), Bernburg 1,43 % (0,48% im Vorjahre), Dessau 1,52% (0,66 0/0 im Vorjahre).
Der Prozentsatz ist überall bcdaueriick) gestiegen. Wrim dies auch hauptsächlich in der größeren Zabl der Fälle seinen Grund hat, in denen die kirchliche Tranung dcr]_agt werden mußte, so hat sich doch auch die ausdrückäck)? Verscbmabnng der Trauung nach Zahl und Prozentsatz erhöht und mit AuSnahme der Diözese Ballenstedt übcr das ganze Land erstreckt, während dicsrlbe im Vorjabre Wiki) in den Diözesen Dessau und Zerbst vrrtrxirdrn isi. Konstatirt ist dieselbc in 10 Fällcn : 0,46% (aegrn 9 Fallr : 0,40 0/0 im Vorjahre), Und zwar in 3 Fällen in Des1au, i112 Fällen in Zerbst (beide Paare durcbreiscndr Schauspicler) und in_ je 1 Talis in Cötben, Tburau, Lropoldbbail, Pcißrn und S_andrrslcbrn. „sn Saiidcrsleben sol] die Trauung jedoch noch in Aus1icht stcben und ist vicÜeicht inzwischen ickwn nackmrbolt.
Licht Paare, welcbe die Ehe 1885 und in friiheren Jahren ge- schtlomctn batten, smd im Jahre 1886 noch nachträglich kirch1ich gr rau .
Vrrsßgf ist die Trauung 4 Paaren in Dessau, 3 Paaren in Bernburg und je 1 Paare in Oranienbaum, Cölben, Radegast, Leo- poldsbaü, Harzgerode und Frost.
Die Zabl der unrbelichcn Geburten Hat sich Vrrmindrrt. Es wnrden 790 Kinder Unebclicl) geboren : 8,58% aÜer Geborenen, argen 809 : 8,89 0/0 im Vorjahre. Am Günstigsten ist das Ver- haltnis; in der Diözese Bernburg mit 6,89 0/0 (6,55% im Vorjahre); es folgen dann Zerbst mit 8,14 (),/0 (8,41%), Bailrnstcdt mit 8,64 0/0 (9,07 0/0), Dessau mit 9,00 0/0 (10,59 0/0), Cötbrn mit 11,30 0/0 10,92 0/0 im Vorjahre). Getauft wurden birrvon 696 Kinder : 88,1 % grgen 89,5 %) im Vorjabre.
Die Zabl der Kommunikanfc'n bat fick) um die crHeblicbe Anzahl von 3132 Personen erhöht, Es kommunizirten 69 853 Personen : 28,99% der evangrliscben Bevölkerung, gegen 66 721 Personen : 27,78 % im Vorjahre. Der Prozentsaß beträgt in den Diözesen Zerbst 36,28 % (34,54 % im Vorjahre), BaÜcnstedt 35,37 % (35,80 0/0 im Vorjahre), Dessau 28,90 0/0 (26,33 0/0), Bernburg 25,20 0/0 (24,44 0/0,), Cötben 23,94 0/0 (23,27 0/0), ist also nur im Kreise Ballen- stedt etwas gefaÜen, sonst überaÜ gestiegen.
_ Von_ den 6177 Gestorbenen find 30,98 = 50,15 0/0 unter kirch- licher Mitwirkung beerdigt, gegen 52,20 0/0 im Vorjahre.
_ Die Zahl der Gemeinden, in denen rcgelmäZig Jugend-Gottcs- dienste abgehalten werden, hat fick) von 32 im ahrc 1884 und 57 mx Vorxabre auf 62 erhöht. Am Weitesten stehen noch die Diözesen Cotbew und Deffau zurück.
_ Die Ausübung des kirchlichen Wahlrechts ist bisher bedauerlich gering _gewesen. Hoffentlich wird den im Jabre 1887 erfolgenden Zübgethen kirchlichen Wahlen eine regere Tbeilnabme entgegen- e ra .
Zur evangrliécben Kirche find 18 Personrn übergetreten, und War 4 in Ballen tedt, 3 in Baalberge, je 2 in Dessau und Mühl- st_edt und je 1 in Jeßniß, Coswig, Cötben, Görzig, Amesdorf, Heck- lmgen und Alickendorf. Ausgetrcten aus derselben find 12 Personen, und zwar 6 in Coswig, 4 in Buko, 1 in Wörpen, 1 in Mosigkau.
Dre kirchlichen Kollekten haben, excl. Klingelerträge und Haus- kollekten, 12 839 „js 12 „3 ergeben.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
_Si ungsbericbte der Königlich preußischen Aka- derrxtr er Wissenschaften zu Berlin. Berlin, Verla der Köptgltchen Akademie der WiffensÖaffen; in Kommisfion bei eorg Retmer. 1887, Nr. FZ7111 bis 11111111. - Die Doppelnummer KF7111, 1114111, vom 9. Juni, enthält die FortseyunYder ., neuen Untersuchun en über den Durchmesser der onne“, von
Auwers. em_ Verfasser zufolge liegen über den Sonnendurch- messer 19 umfangretche Beobachtungßreiben vor: 12 mit mehr als 21000 Beobachtungen ür den horizontalen und 7 mit nahe halb 9 vielen Beobachtungey _ür der; vertikalen Sonnendurckpmeffer, wel e in Bezug auf ei_ne jahrltche Un leichbeit untersucht sind. Diese Beob- achtungSreihen ruhren von ? vechhiedenen Sternwarten her und sind mit
12 verschiedenen Instrumenten angestellt. Von diesen Reihen stimmen
6 mrt zusammen 26000 Beobachtungen darin überein, den Sonnen- d_urcb_meffer entweder während des ganzen Jahres gleich, oder mit einer jahrlichen Ungleichhxit von solcher Form und Größe behaftet zu geben, daß dieselbe erßcbtltch durch _den Exnfluß der Temperatur-Aenderungen an das Instrument erzeugt ist. D_1e Durchmesser werden am kleinsten zu den Zetten der größten Bildscharfe beobachtet, also bei derjenigen Temperatur, bet welcher die Faden fick) genau in der Focal-Ebene be- finden, und fie Werden desto größer, je mehr sich die Faden, auf welche das Okular gestellt bleibt, in olge der ungleichen AuSdehnung von_ Brennweite und Rohr na der einen oder der anderen Seite aus dieser Ebene entfernen, Daraus entsteht je nach der Lage der Temperatur der größten Bildscbärfe in der Jahreskurve der maßgebetzden Temperaturen eine jähr- liche Prrwde im Durchmesser mit einfachem oder doppeltem Maximum und Maximum. Zu dieser dem Jnstruxnent eigentbümlichen Periode treten dxejenigen Störungen der _Scharfe und der HeÜigkeit der Sonnrnbtlder Hinzu, welche atmospharischen Ursprungs sind und gleich- fails eme_jäbrlichc Periode enthalten, deren Einfluß aber in der Ge- sanxmtpertode im Ailgemeinen gegen die Temperaturglieder sebr zurück- blerbt und nur unter besonderen Verhältnissen oder in einem be- schrankten Theil des Jahres, in- welchem die Beobachtungen auf sehr große ZenrtH-Distanzen fallen, merklichr wird. In dem ersten Abschnitr _seiner Untersuchungen bat Auwers nachgewiesen, daß dxe Mertdtan-Beobathgen aus dem Zeitraum von 1851 bis 1883 dze Annahme irgend welcher langperiodiscben Schwankungen oder langer andauernden unregelmäßigen VeränderungeU des Sonnen- durcbmeffers von größerer Amplitude als :(; 0“. 2 ausschiießen und es _ durchaus unwabrsckieinlicb machen, daß länger andauernde Ab- wexchngen des mittleren Durchmrssers der äquawrialen oder des- [LULJLU der Polaren Regionen von den Für diese beiden Tbei'le des Sonnenkörprrs geltenden Mittelwertben vvrkommrn soÜten, die auch nur 0“._1 errercben. Im zweiten Theil legtAuwers nun mit Hiilfe cines Matertals von Beobachtungen, welche die Jahre 1750 bis 1761 und dann fast [ücYenlos den ganzen Zeitraum von 1799 bis 1883 umfassen, zunachst dgr, daß keine Aenderungen des Sonnen- du_rch_mrsscrs _von jahrlicher Periode Vorkommen; denn der nwglxcbe Sptelraum, den die vorerwäbnren Untersuchungen für Wirkliche Aenderungen übrig lassen, würde sich auf rinzrlne Hundertstel der Bogcnsekunde (ebensovirle rograpbiscbe Meiken) beschränken. Dem ngge drr Untersuclpnng zu;]olge find Perioden von 3-, 4- oder 6mo_nati1ck)r_r Dauer hiermit ohne Weiteres, und eine 2monakliche Periode m_tt SMS!? praktisch kaum_ erheblichen Einschränkung ebenfalls ausgekcblosjen, bezw. _1hre Amplituden auf äußerst enge Grenzen brschrankt. Andererseits zetLt die Präzision und die Ueberein- stimmung auf einander olgender Jahre, mit welcher die den_Beobachtungen anhaftrnden jäbrlichen Periodrn liberal] zum Vor- schein kommen, _wo der Zustand des angewandten Instruments einer Temperatur-Perwde unterworfen gewesen ist, daß auch keine wirklichrn Arndrrungen _mrf irgend einer anderen zwischen 1 Monat“ und 1 Jahr ltegrndry Periode v-zrkdmmen, Abweichungen des Sonnenkörpers von der Kugelgcstalt [affrn s1ch m den Meridian-Beobachtungen nicht erkennen, wer- dr1_1 aber durch dte_se[ben auch noch nicht in ganz engr Grenzen eingeschlossen. Die Annahme einer Abplattung von etwa 1 : 4000 würde mit der Gesammfbrtt der Meridian-Beobarhfungen am besten stimmen. Die Unficbcrbew der Y_esxtmmung der Achsendifferenz kommt aber dem ganzen rechnungsmaßtgen Betrage dieser Differenz selbst gleich. Jnnrrbalb engerer Grenzen würde man, wie der Verfasser meint, vrelietcht cmertwa O_orbandrne EÜiptizitätdcr Parallele feststellen können, wenn man dre_vorltrgendcn Meridian-Beobacbtungen des horizontalen Durchmeff ers dies rn_1 Zweck enrsprcckyend gruppirte. Es sei aber vvrzuzirben, zur genaurrrx) Bcsttmwimg der_Gestalt der Sonne die unglrick) fcitirren und grgenwgrttg gleichfalls m iebr großer Zabl brreit liegenden Helwmrter-Beobackxtungrn zu verwenden. Zugleich würden diese die schließlich nbck) ubrtge Frage noch genauer zu beantworten haben, als es durch dre Unicrsuclymigcn des Verfassers (von 1873) und die Nrwcomb-Holdrn'iche (von 1874) brrcits geschehen: ob nämlich Aeqdrrungen von lrgcnd welcher kurzen Periode oder unregelmäßige vvrubergehrnde _ Arnderungrn des Sonnendurchmessers Vorkommrn. “- Ferner cntbqit das Heft eine Mitrbrilung über den Einfiitß des, xxltravwletten Llchts auf die elektrische Entladung, von Prof. H. Hertz m _quisruhr; Untersuchungen übrr die Cntwickrkung der Licht- Ettzisswn gliibendér fcstrr Körper, von Prof. H. F. Webcr in Zürich (brtdc vorgelegt von Hm); von Hclmbolß); Untersuchungen über die syrzifiscbe Drehung 9ptt1ch akfiver Substanzen in sebr verdünnten Losungrn, Von Dr. Richard Pkibram, Profesror der Cbemie an der Universitat Czernowitz (vorgelegt von Hrn. Landolt); und urkundliche Mittheckrzngen von W. Wattenbach, über die Sekte der Brüder vom freien Geiste, mrt Nachträgcn iiber die Waldenser in der Mark und in Pommern. - Der Nr. FFK entnehmen wir, daß in der Gesammtsißung am 16. Juni Hr. chrr berichtete: übrr die Von Dr. Eugen Hul sch, nacb dcr _Riickkcbr von seiner im Oktober1884 angetretenen eise nachndten, als ein Zeichen der Dankbarkeit dafür, daß die Aka- demre ihm durch eine Zuwendung aus dem Fonds der Bopp-Stiftung dre Ausdehnung der Reise (im März 1885) auch nach Kaschmir bin crmöglrchr Hatte, der Akademie überreichten Handschriften und Münzen. _- Jn der Nummer find veröffentlicht: eine Mittheilung von Fm. C. Rammebßberg, iiber das Atomgewicht der Yttriummetalle in i ren natürlichen Verbindungen, und iiber den Gadolfnit; eine Mit- theilung von H. Zolling in Athen (vorgelegt von Hrn. A. Kirchboff) iibcr thessalische Freilassungs - Urkunden, und eine Mtttbeilung von _ 131“. C Gotische in Hamburg, über das Mittek-Oligocan von IHeboe (vorgelegt Von Hrn. Roth). -- In dem Doppelbeft FFF], FFW], vom 23. Juni, bespricht und erklart Hr. Eb. Schrader die von Pinches (1884) zuerst veröffentlichte kexlinschrtftiiche babylonische Königsliste. Von derselben, einer zWei- seitig mit Namen bedeckten kleinen Tbontafel, smd der Abtbrilung acsimilien beigegeben. -- Ferner enthält das Heft eine Mittheilung von
rn. J. Roth: iiber dén Zobtenit, das den Zobtenberg zusammenseßende *estcin, welches, geologisch den krystaüinrschen Schiefern angebörig, petrograpbisck) dem eruptiVen Gabbro entspricht.
_ Nach längerer Pause ist soeben die 111. Abtheilung einer be- merYenSwrrtben Schrift über die Agrarfrage (Bauernfrage) erschienen: „Dre AKrarfrage der GegrnWart“ von Dr. Eugen Jäger, 5edactcur der „Pfälzer Zetxung“ in Speyer (Verlag von éytfkammer und Mühlbrecht in Berlrn, Unter den Linden 64). Die“
erden ersten thbeilungen dieser Schliff konnten fich einer günstigen Aufnahme erfreuen. Die vorliegende 111. Abtheilung nennt sich Zleicbfalls wieder .,Sozialpolitisckye_Studien'. Sie beginnt mit Be- andlung der Heimstätten- und Yfandungsgese ebung und behandelt die betreffende nordamerikanis e, _ kanaden chbe und ostindische GesetÉebung. Dann erhalten wir ein ild der Vertheilung des rundeigentbums und der Anbaustatistik im Deutschrn Reich mit besonderer Schilderung des kleinbäuerlichen Befißes, des Bauern- hofes und des Großgrundbefi es. Hieran reiht sich nun eine längere Untersuchung über die große rage: was_ vorzuziehen sei, die geschlos- sene oder freie Agrarverfaffung. Die soziale Bedeutung dieser beiden Systeme, ihre Rückwirkung auf das Gewerbe u. s. w. Alles erfährt eme ein chende Würdigung. Der Verfasser neigt fick; schließlich der freien grarverfaffung zu, obne inde en die Vorzüge des Hofbauern- systems zu verkennen. Eine Abbund ung über das Verkoppelungs-
wesen und die Agrarverfa ung der Israeliten schließt sich an. Das Höferecbt und die Höfero e werden dann eingehend geschildert und
[bre geseßltche Einführung für die Länder, wo die Volksfitte es zu- laßt, empfohlen. Dann_folgen Darlegungsn über die Fordrrung der Testa- mrntsfretbett, Vorscbiage zum agrarischen Erbrecht, Gedanken über die Cmfubrung eines BLW“, und ParzeUen-Minimums, über die Erbpacht, uber dte_Agrarverl)altmffe tm deutschen Nordosten und die Schaffung emrs kreten Bauernstandes daselbst. Zu der wichtigen Frage der Ge- tretdezolle brtngt das Buch reichhaltiges Material, indem es die be- zugltchen Verhaltnisse m Nordamerika und den übrigen Weltkorn- kammern, den ZoÜsÖuZ der sm_nzöfischen Landwirtbscbaft und die nge der Dinge" m Deut1ch[and schildert. Besonders interessant smd dre Angaben uber Deutsxblands Bedarf an Brotgetreide und der Nachweis, daß auch der kieme_Bauer an den GetreidezölTen Interesse bat; Dabei erhalten wir em _lebrreicbes Bild von der sozialen Gliederung der [andwrrtbschaftlichen Bevölkerung. Die Frage, ob Mit unseren Brotbedarf nicht se[bst erzeugen könnten, wird ebenfglls besprochen. _Das leßte Kapitel der reichhaltigen Schrift beschafttgt [:ck mrt dem mitteleuropäiscben Zoliverein, der s1ch als Mrttxl empfiehlt , unsere Landwirtbscbaft zu schii en, 95116 zu_ Getretdezb'ilen Zuflucht nehmen zu müssen. Das erk 1st_ somrt sehr reichhaltig und verdient bei Freunden der Land- wrrtbschqft und_des l_andwirtb]chaftlichen Berufes, aber auch bei Alley, dre _fich fur Sozialpolitik interessiren, weite Verbreitung. Der Preis betragr 5 «44, was für den Umfang der Schrift (34 Bogen) nicbt theuer 1st._ Der Schluß des Werkes, die 17. Abtheilung, wird fieber zu Beginn des nächsten Jahres erscheinen, besonders das Prrsonalkredttwesrn der Landwirtbschaft und spezieU die Darkehens- kassen don Raiffeisen, dann noch einige andere neuere Fragen, so die Versusbe, das gesammte Grundeigentbum dem Staate zu überweisen u. s. w.,____b_e_k)andelln,„______“ 55-24-3952,-
- _Jn Wikhrkn1Baenfch's Verlagsbandlung, Berlin, erschien eine .Geschtcht_e des S_katS“, vonOSkar Stein, dem Redacteur der KarrrnsprU-Abtbeilmig der ertscbrift „Ueber Land und Meer“. Der Verfqffer Hat es _sick) zur _Aufgabe gesteÜt, den Freunden des weitverbreiteten Skatiprrls Aufklarung iiber den Ursprung, die Ge- sch1chte uxid Entwickelung desselben zu geben, wofür ihm die- sebben_grwcs3 dankbczr sem werden. Erfunden ist das Skat- sYtel tm Altenburgrscben, wahrscheinlich im 2. oder 3, Jahrzehnt dtescs Jahrhunderts. [_]?er die Herkunft des Wortes Skat wird berichtet: Vor der Einführung des Skats spielte man in einer (HeseÜscbafi zu Altcnbnrg, die Bromme'icbe genannt, Turok. In dtesrm Swirl bekommt drr Geber drri Blätter mrbr als die zwei andrren Mitspieler _Un_d legt fie vor dcm Anfang des Spiels weg. Dirie wcßgclrgtcn W[atter Wurden in der Kunstsvrack)? des Tarok- spiels „Skat“ grnaimt. Es war ganz natiirliä), daß man der Aehn- [[ÖkUt Wegen die in dem neuerfundrnen Spiele weggelegten Blätter ebrrrfaÜs Skat und endlich, da man seinen eigknen Namen zu trtmal fand, das _ganze Spiel so nannte. Diese Erklärung des Wortes_58ab scheint dem Verfasser sebr annehmbar, mehr jeden- faÜs ais dre Ableitungetx Von dem gotbischen sbaßrs, vom althoÖ- deutschen 8082, vom altiächfischen skarb u. s. w., welcbe durchweg _Sckwß _brdeuten. Das Turok, drm sonacb der Name Skat entlehnt ni, ist 111 Italien (zus dem uralten Trappbw, welches wahrscheinlich die Araber berrrts im sirbrnten Jahrhundert dorthin mitgebracht, ent- standen und heut noch in_Süddeutscbland und Oesterreich sehr beliebt. Es bat dre alten ttaltentschen Bezeichnungen kagaß, 701ar, 86115 (franz. 131011), Scar u. s. w. beibebalten. Das italienische Wort Saat. stammt von 8031'1381'0 (franz. Saarbsr) aussondern, 808.1'60 das Beiseite- gelegte, oder Von Zoabbars abspringen, fortschneilrn, scubbo Absprung, das Weggesibneilte, doch ist das [rétcre wegen des [ancien Vokals m Skat weniger wahrscheinich. Unser Skat bedeutet sonach nur ,das Weggelegte', beziehungsweise in der Anwendung auf "das Sptck im Ganzrn „das Spiel mit Weglegrn.“ Nach diesen Erlautcrungen gebt der Verfasser auf die verschiedenen Verfahren drs Skat ein, als da sind: Schafskopf, das L'Hombre und das Dqustb-Sold. Writere Kgpttel haben folgenden Inhalt: Der altrste (1chlichte Aitcnburgcr) Skat, die Umwandlung des Schafskopf zum Skat, der Einfluß dcs Boston auf das Skatspicl, die weitere Entwickelung des Skats außerhalb Astexiburgs; das Reizrn, Fragen und Solo, die Grandspicle, dic NUÜypielc, Um) und Duo, das Tourné, dcr Ramscb, das Ansagen don Gewinnstufrn, die Be- wertbung; das Daus - Knirps - Wenzel - Spiel oder Königs- berger Skaf, dic Skataufgabrn, dcr Skatkongrrß in Altenburg. Jn beredten Zahlen sprechen die Aysweise Über den Ertrag der Kartenstempelstruer im Deutschen Rerch von der stetig wachsenden Vorliebe für das Skatspicl. Jm Etatsjabr 1885/86 KW von den 61 Spielkartenfabriken in Dcutsclsand 4983 042 Spiele arten ange- fertigt worden, im Reichsgcbiet find Ubrrbaupt 3 614 815 Spiele nach erfolgter Versteuerung in den freien Verkehr gelangt, davon waren 3405151 Spiele solche Von 36 oder weniger Karten, also „Skat- karten“, wie man diese früher Piquetkartcn genannten Spiele Heut aklgemein brzrickmet, gegen nur 209 664 d. [). 54/5 6/0 Spiele mit mehr als 36 Blättern. Der Verbrauch von Kartenspielen von mehr als 36 Blättern geht von Jabr zu Jahr mehr zurück, Skatkarten dagegen werden jedes Jahr mehr Verbraucht; die Vermehrung betrug im Etatsjahr 1885/86 aklein 320000 Spiekr. Die sog. französischen, jedoch in Deutschland an- gefertigten Karten baben allmählich das UebergewiÖt über die deut- schen bekommen. Von dem mländiscbcn _Gesammtabsaß der größten deutschen Fabrik, der Stralsunder Sprelkarten-Fabrik Aktienge ell- schaft, entfallen 63 0/0 auf französische, 22,7 0/0 auf deutsche Karten zu 32 Blatt. Spiele zu 36 Blatt geben fast ausschließlich nach Süddeutschland, und zwar betragen deutsche Karten 9. 36 Blatt in Bayern 90% und in Würtxemberg 20 0/9 des Absaßes der genannten irma in jene Lander. Von den sämmtlichen nacb Sa sen - Thüringen verkauften Karten md 90 % deutscbe S, 32 Blatt, von den nach der preußis en Provinz Schlesien verkauften 80 0/0, von den nach der Provmz Sachsen ver- kauften 50 0/0. Von derselben Sorte beziehen dagegen die Provinzen Brandenburg und Posen nur 5 0/0, Preußen 39/0 und Pommern 29/0 ihres Gesammtbcdarfs, Hannovrr, Rheinprovinz und Westfalen je YU/o, Schleswig-Holstem und Heffen-Naffau nur 1/5 0/0.
-- Nachdem ein nach den Ge enständen geordnetes „Register zum Armee-Verordnungs- latt“ schon früher über kleinere Zeitabschnitte erschienen war, ist nunmehr ein die ießt abgelaufenen zwanzig Jahrgänge dieses Amtsblatts umfa endes, einbeitlicb redigirtes Sachregister herauögegeben worden, wel es den Gebrauch desselben für alle Einzelheiten wesentlich erleichtert und daher ein kaum zu entbehrendes Handbuch für das_ßlbe bildet. (Verlag der Königlichen Hofbuchhandlung von E. S. Mittler und Sohn in Berlin, Kochstraße 68-70. Preis 7,50 .,“)