1887 / 226 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 27 Sep 1887 18:00:01 GMT) scan diff

_ Die vereinigten Ausschüsse .déZ-andeswths für das Seewesen und für Handel und Verkehr hielten heute eine Sißung.

_ Die Bestimmun?Z des §. 1951 Th.11 Tit. 8 des preußischen Allgemeinen andrechts: „Einer st'illschweigten: den Genehmigung (eines ohne Voklmacbt im 'Nameti eines Anderen geschlossenen VerficherurRSUertrages) ist gleich zu achten, wenn Derjenige, in dessen amen die Versicherung ge- nommen oder ertheilt worden, nach davon erlangter Wissen- schaft, binnen der im 1. Th. Tit. 5 §. 95 (ff. bestimmten Fristen keinen gerichtlichen Protest da egen ein'egt“ _ findet nach einem Urtheil des Reictheri ts, 1. Civiisenats, vom 2. Juli d.sJ., keine Anwendung auf V_orversich9run s- verträge, aus welchen auf Abschluß eines definitiven er- sicherungsvertra es geklagt werden kann," bei solchen Vor- verträgen bedar der Protest nicht der gem tlichen Form.

_ Se. Durchlaucht der Prinz Friedrich von Hohenzollern, General-Major 5 1a suits des 2. Garde: Dragoner:Regiments und Commandeur der, 3. Garde: Kavalierie-Brigade, hat Berlin mit vierwöchigem Urlaub nach München und Sigmaringen verlassen.

_ Der (Hensral-Lieutenant von, Schlichting, Com- mandeur der 1. Garde:Jnfanterie-Dimsion, hat sich auf 3 Wochen mit Urlaub nach Schlesien begeben.

_ Mit dem gestrigen Tage hat hierseibst ein 20tägiger militärärztlicher ortbildungskurius begonnen;„zur Theilnahme an demsel en ist eine größere Anzahl Stngarzte der Armee und Marine kommandirt worden und hisr ein- getroffen.

Bayern. München, 26. September. (W. T. B.) Die Kammer der Reichsräthe nahm heute, nachdem der Refe- rent, Graf Lerchenfeld, drm Ministerium für die Wahrring der bayerischen Separatrechte gedankt hatte, die Bra nntwe in- steuervorlage einstimmig an. '

_ 27. September. (W. T. B.) DLS Kammer der Abgeordneten nahm heute den Gesetzentwurf, be: treffend den Bau strategischer Vahnezi, obne Debatte in weiter Lesung mit 135 Stimmen ein stimm1g_ an. Das

usfiihrungsgeseß zu dem Unfallversicherungs- eseß wurde einem Ausschuß von 21 Mitgliedern zur Vor: Ferathung iiberwiefen. (Dr- 3)

Sachsen. DreSden, 26. September. , Der König wird vom Ja dhause Rehefeld morgen, Dienstgg, nach der Königlichen Vi a zu Strehlen zurückkehren, wah: rend die Königin bereits heute Nachmitta dgselbst erwgrtet wird. _ Der Prinz Georg ist rnit dem “Prinzen Fried- rich August und der PrinzessinMathixde gesternAbend über Wien nach Schloß Persenbeug gereift.

Mecklenburg - Schwerin. S ebw eri n , 26. September. (Meckl. Anz.) Der Herzog J () hann Albrecht ist heute früh hier eingetroffen.

Merklenbur - Strelilz. Ne u stre liß, 23. Septembsr. (N. 73.) Der Er großherzog und die Erbgrofzherzo gin siixdhbsute Mittag mit ihren Kindern aus BerchteSgaden zuriick- ge ? rt.

Oldenburg. Der , am 26. d. M. stattgehabten Neuwahl der A geordneten fürden Landta des Großherzo thums scheint eme besondereNührig- keit der Erwiibler und ahlmäniier voraufgegangen 'zu sem: während in den leßten Wahlperioden nur unerhebliche Per- sonalveränderungen vorkamen, find bei der jeßigen Wablaiiem unter den 26 Abgeordneten des Herzogthums 10 neusgewäblt. Der Landtag wird im Herbst zusammentreten ,und in, erster Linie das Budget für die nächste dreijährige Fmanzperwde zu berathen haben.

Elsaß-Lothringen. Kolmar,26. September. WTB.) Nach einer hier eingegangenen Depesche des eneral- prokurators von Nancy ist auf der Grenze bei Vexincourt ein französischer Bürger etödtet und ein anderer verwundet worden. Deuts erseits ist eine genaue Untersuchung des Vorfalis angeordnet. Es ver- lautet, ohne daß Genaueres fssistebt, daß ein auf der Jagd unmittelbar an der Grenze befindlicher Franzose, von dies- seitigen Zörstern angerufen, nicht geantwortet habe. Dieselben hätten ilddiebe vermuthet und von der Waffe Gebrauch gemacht, wobei ein Piqueur getödtet und der Jäger am Bein verwundst sei.

Straßburg, 26. September. (W. T. B.) Authentische Meldungen bezüglich des wischenfalls an der Grenze „be: stätigen, daß der zum Fort: und Wildschuß kommandirte Jäger von der Schußwaffe Gebrauch machte, da er Wilderer vor sick) zu haben glaubte, die wegen der Jagd auf Hochw1ld in dortiger Gegend sehr zahlreich sind und gegen das Forst- personal sehr verwegen und schonuYslos auftreten.

_ 26. September. (W. T. .) Nach eingegangenen weiteren Nachrichten heißt der zum Forstschuß kommandirte Soldat vom Jäger:Bataillon in Zabern, welcher am Sonn: abend vom Donon auf deutschem Boden aus mehrere Schiis€e abgegeben hat, Kaufmann; der grtödtete Franzose héi t Brignon und ist aus Raon ['Etape; der Verwundete soil der KavaÜerie-Lieutenant von Wangen aus Luneville sein. Wo Leßtere gestanden haben, als die Schüsse ab egeben wurden, ist bis jeßt nicht bekannt, ebensowenig die eren Umstände. Diekérenzlinie ist da, wo der Vorgang fich zutrug, sehr mm 8 tg.

_ 27. September, (W. T. B.) In der Darstellung der „Landeszeitung fiir Elsaß-Lothringen“ .wird auf Grund der amtlichen Ermittelungen iiber den Wischenfall an der Grenze bestätigt, daß die Schüsse es Soldaten Kaufmann auf deutschem Boden abßegeben wurden _und auf deutschem Boden einschlugen, nach em ein dreimaliges Haltrufen er: folglos geblieben.

Oldenburg, 26. Sextember.

Schiveiz. Bern, 25. September. (Bund.) Die drei- jährige Amtsdauer des Nationalraths, welche am 1. DeLember 1884 begonnen hat, eht an; 4. De ember d. I. zu En e, und es beginnt die 14. mtSperiode visier Behörde am 5. „Dezember des laufenden Jahres. Die Wahlen zur Ge- Wmterneuerung des NationalratZs haben am leyten Sonntage

Weinmonats, dieSmal am 30. ktober, zu beginnen, und es

Kantonßregierungen hi 'r zu. bestimmenden Tagen fortgeseßt, bis alle Wahlen zum A chluß gelangt siiid. Der Bu,nde,s- rath richtet nun an die KantonSregierungen die,E1r1- ladun , die nöthigen Verfügungexi treffen zu _wollen, dcrinii die fragli en Wahlen in Uebereinstimmung mit den bezuglichen Bundeßgeseßen vorgenommen werden.

Belgien. Brülfsel, 26. September. (W., T. B.) Wie die „Etoile be e“ vernimmt, gilt es für sicher, daß die Regirrung die Znitiativd für. eure Geseßvorlage ergreifen werde, durch welche die Ernfithrn'ng der per- sönlichen Dienstpflicht und die, Errichtung von zwei weiteren Artillerie-Regimentern beantragt werden solle.

Großbritannien und Irland. Lond o n, 27. Sep- tember. (W.“ T. V.) Der Nizam von Hyderqb ad" heit, wie das „Reuter'sche Bureau“ melder, an deix V iz ekdnig vo n Indien, Lord Dufferin, em Schreiben gerichtet, worin er sich in Anbetracht der beständig wachseiaden A ns : gaben Indiens fiir eine bessere Vertheidigung der (8 re n z e, die wegen des Vordringens Nuß [ a n_d s m Ce i_iUtr ai- A sie 11 nothwendig sei, erbietet, für zwei. Jahre ]al)rlich 200 000 Rupie 11 zu den Kosten der Vertheidigung der Nord- westgrenze Indiens b e i z u st eu er 11.

Frankreich. Paris, 24. „September., (Jr. C.) DLT heutige Ministerrath beschäftigte sick) init em außer- ordentlichen Budget für 1888, deséen AUHgabrn end- gültig auf 100 Millionen, 84 Millionen iir den Krieg und 16 Millionen für die Marine, angeseßt'w'urden. Ursprüng- lich waren von Hrn. Dauphin 182 Millionen und spätdr von Hrn. Rouvier 122 Millionen berlangt wordßn. Die Vorlage des WFM Kabinets weist daher eiiie Er- sparniß von 82 i ionen im Vergbeich zu dem Prowkt _des letzten Ministeriums auf, ohne daß hierdurch das Funktwmren der Dienstzweige beeinträchtigt odcr dringende Äusgabeii ge: strichen wiirden. _ Regierungsfreundiiche Blätter be: siätigen, daß die Mittel zur Auszglcichung des außer- ordentlichen Budgets durch Umwandlung der alten 41/2prozentigen Rente in 3prdzentige gewonnen werdsn sollen. Die Regierung schlägt vor, für 12 41/2 Xr. ersterer Rente den gleichen Beira in 3prozent1ger zu, ge en, unter Nachzahlung von 20 Fr. o viel betriigt nämlich der Cours- unterscbied der beidsn leichen Summen Nsntsir, von denen die erstere auf 103, die eßtere auf 82 steht. 'Der Staat wiirds bei diesem Umtausch, der an seinen ZiriSberbindlicbkertsn nichts ändert, einen Baargeminn von 165 280000, Fr. erzielsn und mithin nach Verwendung von 100 Miliionsn fiir HLSW“: und Flottenbediirfniffe iwck) rund 65 MLÜWUEU zur freien Verfügung behalten., Der VPget-Aqu nahm heute die vorerwähnte Mittheilung, betreffend deri an er: ordentlichen Bedarf entgegen und beschloß, den Premier:, den Kriegs: und den Marine:Minister iiber die vorgeschlagenen Abstriche zu Hören. Hierauf prüfte der Ausschuß das Budget des Unterri tswesens, iiber das der Abgeordnete Burdeau

berichtete. . _ . Die Verhandlungen zivischen drm Minister des

Kolonien iiber die Verschmelziing der Verwaltungen in den ostasiatischen Beiißun (zn 'Frankrcich's werden am Montag beendet sein. G LichzßltY arbeitet die Zolonialverwaltun einenEntwurf aus, der dre Mefu'gmffe des olonialraths von ochin mgeinschränkt. Das dieS]ahr1ge,wegen seiner Vergeudung lebhat m der Presse getadjelte Budget der Koldnie, das jene Körperschaft aufgestellt hat, ist von der Auf- sichtsbehörde erheblich gekürzt worden. ' .

Der Ertrag des Taback:MonopolS “blieb im Jahre 1885 um nahezu 5 Miiiionen gegen: das Vorzahr urii ; es wurde für mehr als 2 Miliionen Francs weniger aarewer- kauft, wiihrend die AUSgabLU um fast 3 Miliwnen gestiegen waren. '

Die „Franz. Corresp.“ schreibt:

Die diesjährigen ardfien ManHVcr des 9. Armec-Corps, welchen die frrmden Militärmissioncn bcigewobnt Haben, untéricioiederi fick) von den früheren nicht unerheblich dadurch, daß sie sich nicht darauf beschränkten, das Armer-Corps als Ganzks vorzustelien und hauptsächlich dessen Tüchtigkeit in Marscbübungen zu zeigen, sondern, daß vielmehr die gesammten Manövertage zu Gefcckotsübungen und- zu wirkiickyen Manövern rerwkndrt wurden. Sie waren ferner dadurch noch bemerkenswertb, daß eine Gencralidee“, sowie für die ganze Dauer der Manöver geltende Spezialidccn ausgegeben wurden. Es trat also das Bestreben zu Tage, die Ma- nrJVer möglichst kriegsgemäß Verlaufen zu lasskn. Lciter der Manövrr und oberster Schiedsrichter war dcr kommandirxndeGenc-ral (Cgrrcy de Bellemarc. Derselbe batte daher das mterrmistiicbc Koni- mando feines Corps fiir die Manöverzeii dem ältesten Divx- fionär, Gcneral Miliot, übergcbcn , der mm Mit den beiden Dioifioncn des Corps gegen die 21. Division Vom 11. „Corps unter dem General Zamont, dem noch eine Kavaklerie-Dimswn zu- getheilt war operirtr. Das Urtbeil Übrr die Leistungen der Truppen lautet einstimmig dabin, daß die französi1che Jnfanieric wiederum eine ganz außerordentliche Marschiü-Htigkeit gezeigt hat. Auch die berittenkn Waffen bewiesen, daß ihre Ausbildung eine anerkenncns- wertk) gute ist, wenngléich die Artillerie wie die Kavallerie in ihrer Geisihtstbätigkeit vielfach in bodum (Hrade'durcb den starken Anbau des fruchtbaren Landes, spezicli durch die Weinberge, gkbindert wurdrn. Im Allgemeinen aber scheinen die Manöver ein anschauliches Bild Von der kriegsmäßigen Ausbildung der französischen Trupp», ins- besondere der Infanterie, gegeben zu Haben, Welche letztere 'sVWOM dcr Terrainbesckyaffenbeit halber als auch in Folge der zahlretcbewOrtS- geiecbte in den Vordergrund trat. Es ist noch zu bemerken, Wie diese Manöver für die französische Armee aus dem Grunde von besonderem Vortheil find, Weil (sie die Friedenscadres durcb Einziehung von Reser- visten wesentlich ver tärken Und auch der Artillerie eine so große Zahl von Pferden von anderen ArtiÜerie-Regtmentcrn, welche 'nicht an großen Hrrbsiübunqen tbeilnebmen, zuweisen, daß die Batterien außer mit scckys Geschützen aucb mit einer Anzabl Munitionsteti aus- rücken können. (Der Totaleindruck_ der Manöver läßt sich dahin zu- sammenfassen, das; in der französiichen Arms:? kolossal gearbeitet wird und daß auch höchst beachtenswertbe Erfolge von derselbeti erzielt worden find. Die Generale und Führer der Truppen zeigtexi sicb ihren Aufgaben durchgehends gewachsen, obschon gewxsse „Rivalitaten zwischen einigen Generalen dem Gelingen mancher Operationen etwas Abbruch tbaten. Die gro e Rebue am Schluß der Manöver verlief sebr befriedigend und [ie keine Erschöpfung der Mannschaften und Pferde durch die vorangegangenen anstrengenden Manöver-Uebungen bemerken. So haben denn auch diese ManiZVer eine als gelungen anzusehende 5Probe von der fortschreitenden Ausbildung der 1ranzöfischen Armee geliefert. Es ist noch hinzu ufügen, daß die fremder Offiziere sammtlich des Lobes Voll sind ü er die durchaus sympathische Haltung der Bevölke- rung sowie über die höchst zuvorkommende und echt kameradschafiliche Aufnahme, Welcher sie Seitens des kommandirenden Generals und des französischen Offizier-Corps begegneten.

Die „République Fransaise“ meldet:

Der Kriegs-Minister hat soeben einen energischen Beschluß

werden dieselben, falls sie nicht in der ersten Wahlverhandlimg sämmtlich zu Stande kommen, an den durch die zuständigen

Auswärtigen und dem Unter:Staatsiekretär der.

2. Kaväliérié-Arrondiffeiiients, Welchem die 6. Kürassier-Brigade an. gehört, ist zur Disßdsition gestellt worden. Wie man sich erinnert, war die in Niort stehende 6. Kiirasfier - Brigade während der großen Manöver des 9. “Armee - Corps der 21. Infanterie - Division zugetbeilt und hatte sich überrumpeln laffen. Ueberdies schien es, als ob die Unterweisung der Kavallerie. Regimenter in jener Region nicht wäre, was sie sein solite. Darum hat General Ferron ein Exempel statuiren wollen.

_ 26. September. (W. T. B.) Der Minister des Auswärtigen, Flourens, empfing heute Nachmittag den deutschen Botschafter, Grafen Münster, und theilte demselben das bisherige Resultat der von atrzösischer Seite angestellten Erhebungen wegen des, Wischen- alls an der Grenze bei Vexincourt mit. _ Den bendblättern zufolge hätte auch der französische Ver: treter in Berlin den Auftrag erhalten, der deutschen Regierung Mittheilung über diese Vqrfiille sowie iiber den Fortgang der von französischer Seite angesteliten Unter- suchung zu machen. _ Der „Tempsß sagt: die öffentliche Meinung wiirde Unrecht laben, sich allzu lebhaften Ein- drücken wegen des Ereignisies an der Grenze hinzu eben, ohne Zweifel könne es sich dabei um ein UebermaJ von Diensteifer handeln. Indessen Erscheine es nothwendig, einem solchen Uebermaß vorzubeugen, indem die Regierungen die Strenge der betreffenden Dienstanweisungen milderten und nu?)[ fähige und umsichtige Beamte für solche Stellungen ten.

_ 27. September. (W. T. B.) Die Mehrzahi der Journale faßt den Vorgang bei Vexincourt an sich nicht gerade schwer auf und zweifelt nicht daß Deuts land gegedbenen Falis eine befriedigende Genugtßuung vxxan affen wer 6.

Spanien. Madrid, 26. Ssptember. (W. T. B.) Nach hier eingegangenrn Nachrichten bestätigt es sick), daß auf der zu den Karolinen-Jnseln gehörigen Insel Vonape ein Aufstand der Eingeborenen grgen die Spanier auSgsbrochen ist. Die Besaßimg der Jussi besteht aus nur 50 Mann. Die Eingeborensxi ermordeten den Gouvixrneur und verwundeten einen anderen Offizier. Uebrr das Schicksal drr iibrigen Mannschaften ist noch Nichts bekannt. Zwei Sol.- daten rrttstbn sich an Bord Sitios englischen Schooners.

Italien. Rom, 21. September. (P. C.) Bald nach Wiederrröffnung der Kammer wird Hr. Crispi cin nsues Grünbuch vorlegon, und darin die gceigneten diplomati- ichen Aktenstiicke veröffsnilichen, welche auf die Vsrwaltung des AUHWiirtigen Amts Bezug haben, von der Zeit an, wo er dieselbe Übernommen hat.

In der Umgegend von Massovah wird an der Her- stellung der Schienenwegs gearbeitet, welche den Platz mit Saati, Uaa und den andsren Außen-Festungen in sckmriiere Vsrbindung brittgeii folien. Der Ingenieur Oliviori hat sich in Neapel mit mehreren hundert Arbeitern eiixgeschifft, um dissélben bald fertig zu steilen. Von einer Kaffrler Fabrik sind 11701 Lokomotiven fiir dieso Bahnen angekauft worden und von einer andern Firma deren acbtundzwanzig. Die italienisxche Regierung hat zum 1. November zwölf große Dampfer zum TranSport des afrikanischen Sonder:Corps geiniethet.

Dis „Amtsszeitumg“ veröffentlicht das Köni liche Dekret, betreffend die Vermehrung dsr Kaval erie, Artillerie und Genietruppen und die Bildung neuer Kommandos dieser Waffengattungcn, die am 1. November d. I. in Wirksamkeit treten soilen. Dis beiden neuen Kavallerie:BrigadeKommandos werden als das 8. und 9. bezeichnet werden. Die bsiden neuen KavaÜerie=Regi: menter fiihren die Namon Umberto 1. und Vicenza nnd bezw. die Nummern 23 und 24 und werden in Lucca und Caserta garni: ioniren. Sie werden in der Wcise gebildet, daß die Kavallkric=Regim8nter Nr. 11 bis 22 je Line Schwadron ab: gsben. Die Neubildung dsr abgegebenen Schwadron erfolgt bei dissen Regimentern mittelst der Mannsci aften dcr Übrigen Schwadroneii. Das erforderliche Mrhr an TZferden wird durch das Ministerium besorgt werden, welchem die nöthigen Mittel durch das Parlament schon bewiiiigt worden sind. In Ersaiz drr gegenwärtigen berittensn und BergartiÜerie-Brigade wird jr' ein Regiment berittemxr und Bsrgartilierie gebildet, Für das 13. Und 14. Feitungs-Artillerie-Negimeut wird ein neues Brigade-Konimando gebildet. Jedes der 12 Feld-AriiÜericMegimenter erhält vier neue 9 Cm.- Batterien mit den Nummern 11 bis 14. Die Neuordnung der Genietruppen bssteht iii Folgdndem: Im 1. und 2. Ne- aiment werden drei neuc BataillonsKommandos und vier Sappeur-Compagnien, im 3. Regiment ebenfalis drri new? VataiiionS-Kommandos und drei Sappeur-Compagnien, forme eine ,Spezialisten“-Comp(ignis, im 4. Regiment wei neue BataiüonsKomniandos grbildet. Die vier Eisen abn-Com- pagnien geben vom 3, zum 4., eine Train=C0mpagnie vom 4. zum 3. Regiment iibsr.

_ 27. Se tember. (W. T. B.) Der „Osservatore romano“ be pricht die gestrigen Erklärungen der „Riforma“ belziiglick) drr zum denméichftigen Jubiläum des Papstes )ier erwarteten Wallfahrer und drückt die Hoffnung italicnischr Regierung werde Augen und Ohren besser offen halten als es am vorigen Dienstag bei der Porta pia der Fall war.“ Was die klerikale Presse anlangs, so könne die „Riforma“ ganz ruhig sein: es sei Sache VLS Königlichen StaatSanwaltS, fiir die Vrobachtung der («Besrße zu sorgen.

Dänemark. Kopenhagen, 26. September. (W.T.V.) Der König wird sich am Mittwoch nach Ringstedt bcgebext- um den dortigen Manövern beizuwohnen. Der König wird von dem König von Griechenland, dem Großfürsten- Thronfolger von Rußland, dcm KronprinYn von Griechen- land, sowie dem Prinzen Albert Victor, ohn des Prinzen von Wales, begleitet sein.

Asien. (W. T. B.) Ein Tele ramm des „Reuterxrhen Bureaus“ aus Bombay, vom 26. eptember, meldet: m_er Depesche aus Kabul, vom 16. September, zufolge hat sich Abdullah Khan Virjandi, der Befehlshaber, der Zamindwa-Armee, mit 2000 Mann iiach Koijaimani be? eben, um sich Eyub K an an uscbließen. , Frank und außer Stande, ich von zsc-„inemLandsijzz Paghman nach Kabul zu begeben.

aus : „die

gefaßt: der Divisions-GeneralGrandin, Inspecteur des

* ivaren, wolLen wir nunmehr denjenigen von Essen folgen lassen. In

. nicht nur die Beseitigung der seinerzeit Von der Fortschrittspartci den

Der Emir sl?1 ,“

Zeitungsftimmen.

Ueber die Verlängerung der Legislaturperioden des Deutschen Reichsmges äußert sich die Wiener „Presse“ folgendermaßen:

, , . . In Wahrheit berührt eine Verlängerung der Legislatur- Periode des Reichstages nicht die Volksrecbte, sondern die Aspirationen der Parteien. Das „Volksrecht der Mitwirkung an der Geseßgebung ist in Funktion, so [ange der Volksvertreter im Parlament seines Amtes waltet. Das" Volksrecht als iolches wird also in keiner Weise durch längere oder kurzere Wahleerioden tangirt. Betroffen werden abgr jene Parteien, welche in der demagogischen Agitation ihre Kraft fil1dekh_ und 'von der künstlichen Erregun , Be- einflussung und modi1chen Richtung der öffentlichen Meinung i re Er- starkung und ihre Geltung erhoffen. Je länger die Wahlperiode, je größer ist der Ernst und das Bewußtsein der Verantwortung bei den Wählern. Je kürzerdie Mandgtsdauer, desto mehr werden Stim- mungkn des Augenblicks,“ naheliegende Geseßgebungs-Kontrovesen für das Wablresultgt'von, EmflußFexn. Die lange Wahlperiode stärkt die Reaierungsfabtgkeix und Mit ihr die Macht des Parlaments, die kurze Mandatsdauer balt dte_ParteiaZ1tatwn' und den demagogiscben Apparat in steter Beschaf,t1gung. angicbtge Parlamente gestatten den Abgeordneten, das Parteiprogramm, dre augenblickliche Popularität deiiStaatsbediirfniffeiz unterzizordnexi; sie ermöglichen eine Politik auf weite Sicht, welche die, Schwrerigkeiten des Augenblicks obne Skrupel überwindet. Kurzatbmrge Parlamente bleiben in stetiger Abhängigkeit von dcn wandelnden_ Launen, den wechselnden Stimmungen der Wählerschaft. 'Unzufriedene haben stets Zeit zur Agitation; der schöpferische Geist kommt erst dann „dazu, nacb Beifall zu fragen, wenn er seine Akbélt gethan bat, ' und" nicht der Tag mit seinem Wetter, sondern der 5Yusacmg eiiischetderzrchr den Werth der politischen Arbeit. Wir haben in, Oesierreick) sechsjahrtgeLegislaturperioden, das englische Parlament wird fiir fiebenkIabre ngablt, _die liberale Partei in Ungarn bat neurrlick) erstiur den Reichstag eme fünfjährige Mandats- dauer bestimmt und poltkscheSchriststel1er der Versckiiedensten Parteien haben unter verschiedenen „Umstanden fick) so berschieden geäußert, daß jene Frage ausdem gebraucblixbcn Partei-Credo climiiiirt und keine RJ]? des polri11chcn Bckenntniffes, sondern der Nüßlicbkeit zu sein' ers em.

Für Ds'utschxa11d bgt fick) aus den Erfahrungen drs Parlaments nicht nur die Nußlicbkent, sondrrn sogar die Notbwendigkeit einer Verlängerung der L?JiH[ÜtUk*PLklOdL ergcbi'n. Den gewaltigen Auf- gabcn der deutschcn Reichsgxseggchng steht ein Föderativstaat gegen- über, der neben dern staaxlicbrn und formalen einen reichgeglicderien und gerade in' sethn Abgllcderungen _ rrstarkten ma1eriellei1 und politischen PartLi-Partifularismus aufweist. In Zeiten, da das Reich noch auf Ithzximte hinaus an _den Grundlagen skines Bestandes zu bessern, zu sichern bat, streben d'te Parteien mir die Festigung ihrer eigkncn Ykacbt cm und [nchen dlks? Festigung auchgegen die Inter- essen dcs Reichs durcbzufubren. Nicht der Patriotismus, nicht der nationale (Hedanko sondern Parteiparolen und Siimmungen beherr- schen seit Jabicn die Diskussion und haben das unvcrläßlicbe, raison- nirende, unfruchtbqre Parlament in einen uncrquicklichen Gegen- sa zur rastlossn, ziclberiiußten, schaffrndcn Arbkit der Reichsregierung ge racht. Die Abgeordneten reden für ihre Wähler, ihre Parteien, sie stimrnen fiir ibrßMandatx, 11117) _ fur das Reich mag der Reichs- kanzler wrgen. Diesen Er1cheinungrn gegenüber kann nur eine Ver- längerung dcr Lrgislaturpériode Abbiilfe schaffen. Das auf fiinf Jahre gesichcrte Mandat gisbt dem Abgeordneten die nöibigc Unabhängigkeit geacn dic Launen und Agitationen des Tages, fie ver- pflichtet ihn dem Staat und befreit die Partei Von der Macht der Demagogie. Man hat es in_parlamentarischen Staaten häufig cr- fabrcn, daß Abgcordnete Minister wurden und in ihrer positiven Tbätigkcit_1na11che Scbrullen, Prinzipien und Doctrinen bei Seite ließen, die sie als Achordnete mit vielem Eifer plaidirt _battkn. Der im BLfiY seines Mandats konsolidirte Abgeordnete braucht den Raubbau dcr Phrase weniger, denn er kann säen, weil er auch noch die Ernte abwarten darf, Seine Politik ist nicht von der Hand in den Mund, und indem er die dauernde Geltung dem Effekt des Augenblicks Vorziebt, reift seine Unabhängigkeit, seine That- kraft und seine Einsicht. Das kommt allen Parteien zu Statten, nur nicht dkn Parteien drr Phrase; Stilblütben abcr bringen keine Früchte und darum finden die Sophisten in Drutscbland, daß diese Reform den _ Volksrcchtkn ans Leben 9856. Die Freiheit der Hetze ist ihnen eben das heiligste Volksrecht.

_ Die „Dseutsche bolkswirthschaftliche Corre- séchdenz“ bringt „Weitere Beiträge zum sozialen Aus- g 21 “:

In 'drn Brricbi'c't] eiiier großeii Anzab[ bon Handelskammern ist bekaxintlicb dis Tbaitgkcit der Reichsregierung auf dem Gcbiet der Soztaigese gebung xn rbcnsb erfreulicher wie anerkennendcr Weise bervorgebo en, es ist dorty'clbst konstatirt wordrn, wie sicb immer mehr und mehr die Beweise mehren, daß die Reichsrcgierung sich auf dem bxsien Wege z'u „dem von alien für das Gesammtwobl bc- iorg"tcn Burgern guis mmgste gewünschten Ziel befinde. Nicht nur daruber ist beate )edcr Zweifel ausgeschlossen, daß, dem Wunsche der AUerböcbsten Botschaft vom 17. November 1881 gemäß, die Von dem Deutschen Reich, a'Ücn Staaken voran, bier bcscbrittenen Wege sich als gangbar „errincscn Haben, auch jene Behauptung kann nrcbt wobl bestritten Werden, Weiche die „Deutsche volks- wirtbsscbafilick)? Correjpondenz“ vor *einigcn Monaten aufstellte, daß namlich, die materieile 'Lage _dcr Arbeiter in Deutschland zu dem Gesammtretcbthuip des Reichs eine ungewöhnlich günstige sei und daß Dazzk den uncrmudltckwn Bestrebungen unserer Regteruniz dic: Arbeiter- bevolkerung selbst allmahlich die Segnungen der sozialpolttischen Gesetz- gebuxig zii erfassxn begimie. Die vbn Hrn. Eugen Richtc'r begründete .Jretsmmge Zeitung“ wa"r_und ist alierdings von diesen für die ndrgelnde und ncgattve Thatxgkeit der Partei bctrübcndcn Thatsachen nicht sehr erbaat izewesen' sie Weigerte fich auf das entschiedenste, dieseii Thatsachen ms Gciicht zu sehen, und das beriibmt gewordene Gletcbmß vori dcr „zerrissenen Hose“, mit welchem fie fich damals “aus der Affqire zii ziehen versuchte. lieferte denunumstößlichen Beweis, daß von Seiten dieser Herren dem Erkennen dcs Gutcn mit dem „äsisgcaca asquor“ geantwortet wird.

Derr Handelskammerberickiten von Frankfurt a. M., Aachen und Burtscheid und Dresden, welche wir damals zu zitircn in der Lage

den Yerichtcn derndrei ersten Kammern wurde betont, daß mit dem Aufborcn' dcs fruherßn Hastpftiäytgeseßcs und resp. dcr Haftpflicht- prokesse ein Moment in WegfaÜ gekommen sei, Welches den Fricdcn zivi' chen Arbeitgebern und Arbeitnehmern häufig untergrub, das; jedoch

Re?ieriingsvorschlägen cntqcaqngeseßten Prinzipiellcn Grundlagen dicser Ge ey,?ebung, sbndern auch die neu eingeführte Organisation Iich als vorirc lick) bewahren, _dcren Grundzüge eben die Vollste Anek ennung Flrdx'nén, wennglci-(L; in der Ausgestaltung noch Verbesserungen am a e eren

Und_wirderum istcs neuestens der Jahresbericht der Handels- kammer in Essen, der von dem Eifer und der Sorgfalt zeugt, mit welchen dortxelbst, . . an den Ausbau der durch das Gescß vor- ?eschriebcnen Jiistttyxtonen egangen wurde. Der Weiteren Entwicke- uyg„der sozialpolitticben eseßgebung bat die Handelskammer mit Ruck11cht auf die große. Industrie ihres Bezirks fortgesc t die ein- Jebcndste Aufmerksam eit geschenkt. Mit besonderem ntercffe ist aber die weitere Entwickelun der berufsgeno enschaftlichcn quaU- versickieriing verfol t worden. ie organisatoris cn Arbeiten der für den Bezirk Essen in Betracht kommenden Berufbgcnossenscbafken sind inzwischen auf das ciiergischste verfolgt und nahezu vollendet worden. Die Aufsteliung der die Beitragspflicht der einzelnen Werke ergebenden Gefahrentarife ist erfolgt und die EriüÜung der den Berufsgenoffenscbaften überwiesencn und in gewisser Hinsth wichtigsten Aufgabc, die Zahl

verbütunaSvorsÖristen sichergestellt. Mit nicht gerin erer Au merk- samkeit ist den BestrebunZen auf dem Gebiete der ArlJeiterschußfgeseß- gebung gefol t worden. nBezug auf die Frauen- und Kinderarbeit ist nach der nsicbt der Kammer wobl oft übersehen worden, daß mit den hier geplanten Maßregeln vorzugsweise die Arbeiterfamilien seibst gm Hattesten betroffen werden würden, indem ihnen die Möglich- kext, ihren Yerdixnst entsprechend zu erhöhen, genommen werden wurde. Vor uberetlxen Schrttten 111 dieser Richtung wird eindring- lichst gewarnt u.nd die Ueberzeugunq ausgesprochen, man müsse. vor Yescbließnng emgretfendfter geseyltcber Ma regeln die hiervon zu- nachst betroffenen Arbeiter selbit_um ihre An icht befragen.

In'Betreff der Arbeiterverbaitniffe wird betont, da es innerhalb des Bezirks, der Handelskammer im Berichtsjahr an rbeit nicht ge- feblr und m maricher Branche [ogar Man el an Arbeitern zu kon- stattren gewesen war?. Das Verbaltmß zwis en Arbeitern und Arbeit- gebern darf, als em im Ganzen gutes bczeichnet werden; die dortige Arberterbevslkerung hat sich von den Vorkommnissen in Belgien nicbt beemfluffen [9ffé_11, vielmehr daran festgehalten, daß die Arbeiter in Deiitsckyland zn xeder Beziehung unqleich besser gestellt sind, als die- ]enigen Belgiens. Die ani Scblyß des Berichtsjabrs stattgefundene ReicbstagsWabl bat allerdings, eine Trübung der Verhältnisse der Arbeiter „unter sick) und theilweise zu den Arbeitgebern herbeigeführt; alienx dieselben waren voii keinem nachhaltigen Einfluß und der Arbeiterbebölkerung des Bezirks wird im Allgemeinen bereitwilligst das Zrugmß gegeben„ daß sie einsichtig sei, zu dem vnÜsten Vertrauen bercchttge und daß sie in gerechter Würdigung der Verhältnisse aucb m Zukunft fick) von unerlaubten Agitationen fern Halten werde.

_ Der „Deutsche Landbote“_“ meint in Betreff der Vesieuexrurzg fremdländischer Werthpapiere:

Ware tm Vaterlande ein scxlcher Ueberfluß an Kapital vorbandcn,

daß basielbe gary und „gar keine wirtbscbaitliche Anwendung mehr firzdcn konnte," waren keine Wege und Eixenbabncn mehr zu bauen, keine Wbbnhauscr und Fabriken mehr zu errichten, keine Felder mehr zu entwaffern, zu bewäffern und zu melioriren u. s. w., kurz wäre Alixs auf das möglichst Beste hergestellt, alsdann erst erscheint es vom nationalen Standpunkt iiberhaupt zulässig, Kapitai ins Ausland zu senden. Von-obiger wirtbschaftlicher Vonommexbeit sind wir aber Wert, noch außerordentlich weit entfernt, deshalb muß zur Zeit vom ngtwnalen Stcxndpunkt aus gefordert werden: AÜes Belegen vater- landischexi Kapitals im Auslande ist möglichst zu verhindern; denn das Kapital, diese Schöpfung der Arbeit, muß in erster Linie dem Vaterlande, der vatrrländiscben Arbeit und dem einheimischen Grund- befiß zu gute kommen und nicht dem Auslande. ' Irder, der von, Arbeit lebt, sei es, daß er den Pflug mit eigener Hand fiihrt, oder die Oberleitung großer Wirths aftskomplexe in der Hand bait, sbÜte als Arbeitender das lebbafteste ntereffe haben, daß das Kapitalnu'n Vaterlande bleibt, um ihm durch niedrigen Zinsfuß verbalinißmaßtg Hohen Arbeitslohn zu gewähren.

Jeder Grundbesiyer, sei sein Befißtbum klein oder groß, sollte d(xs [ebbafteste Interesse Haben, daß das Kapital nicht in fremde ander wandert,„sondern durcb Belegen im Vaterlande den inländischen Zinsfuß herabmmdßrt; denn beispielsweise ist ein Aci'ersiiick, welches “4 Thaler Pacht bringt, etwa 100 Thaler wertk) bei einem üblichen Prozcnt'satxz von 40/0, 200 Thaler bei einem ron.2 9/0, 400 Thaler aber bei einem Von 1%.

"Jede Belsgung vaterländischen Kapitals im Auslande benach- tbetltgt sowohl Grundbefißer wie Arbeiter und gereicht zum Vortheil nur den Zinsberreii.

Nur kann unicre G'escßgebung durcb steigende Besteuerung alker ausiandischen Wertbpapiere dieselben aus Deutschland ziemlich ent- fernxn. Es ist_ daher sehr anerkennrnswertk), daß unsere Regierung de'n Versuch einer Besteucrung fremdländisciyer, im Vater- lande befindlichen Wertbpapiere unternehmen wil]. . .

Centralblatt für dasDeutscbeReicb. Nr. 38. _ Inhalt: Kyniulatwesen: Entlassung. _ Ermächtigungen zur Vornahme von Cibt[_stands-Akten. _ Zoli- und Steuerwesen: Bestellung eines Stations-Controleurs. _ Finanzwesen: Nacbwäsung der Einnahmen des Reichs vbm 1., April bis Ende August 1887._ Eisenbahnwesrn: Ernxnxiung eines richterlichen Mitglieds des Reicbs-Eisenbabnamts. _ Poltzetwesen: Ausweisung von Ausländern aus dem Reichsgebiet.

Amtsblatt des Reichs-Poftamts. Nr. 54. _ Inhalt: Verfügung vom 22. September 1887: Zulässigkeit von Postpacketen im Verkehr niit Niederländiscb-Jndien.

. Justiz-Ministerial-Blatt. Nr. 34. _ analt: Erkennt- des Reichsgerichts vom 11. Mai 1887.

Centralblatt der Bauberwaltun . Nr. 39. _ Inhalt: Amtlixbes: Bekanntmacbnng vom 13. Septrmwr 1887. _ Personal- Nachrt§btcn. _ Nichtamtlicbcs: Zur Frage der Frostbeständigkeii der Bausteiiie, _ Der Panamakanal. (Schluß.) _ Wohnbaus Wanch in Berlin.,_ Wanderungen durch Ostdeutschland zur Erfors ung volkstbümltcher' Bauweise. (Scbluß) _ Vermiicbtcs: Einmei ung des neuen Justizgcbäudcs in Köln. _ Krappitzer Oderbrücke. _ Aus- stellung von Beieuckotnngsgcgenständcn und Napbtba-Erzeugnisien in St. Petersburg.__ Verein der chebau-Jngenieure in St. Peters- burg. _ Bücherycbau.

Statistiskhe Nachrichten.

GemäßdenVeröffentlichungendesKaiserlichcn Gesundheits- amts sind in der Zeit vom 11. bis 17. Scytembrr cr. von je 1000 Bewbbnern, auf den Jahresdurcbscbnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 21,8, in Brcsiau 29,9, in Königsberg 31,3, in Köln 19,3, in Frankfurt a. M. 16,6, in Wiesbaden 10,9, in Hannover 15,4, in Kassel 5,5, in Magdeburg 22,2, in Stctfin 24,0, in Altona 20,0, in Straßburg 23,6, in Meß 13,4, in München 26,9, in Nürnberg 29,5, iii Augsburg 24,7,_in Dresden 21,3, in Leipzig 20,0, in Stuttgart17,4, in KarlSrube 16,0, m Braunschrveig 22,4, in Hamburg 25,3, in Wien 21,2, in Pest 30,5, in Prag 23,0, in Triest 31,0, in Krakau 31,4, in Amsterdam 19,1, in Brüssel 22,8, in Paris 20,7, in Basel _, in London 15,7, in Glasgow 19,2, in Liverpool 18,3, in Dublin 34,3, in Edinburg 16,3, in Kovrnba en 21,2, in Stockholm 18,2, in Cbritiania 20,9, in St. Peters urg 20,1 in Warschau 34,2, in Ode a 28,1, in Rom 28,0, in Turin 19,9, in Venedig 20,1, in Alexandria 45,3. Ferner in der Zeit vom 28. August bis 3. September: in Ncw-York 25,5, in Philadelphia 21,9, in Baltimore 23,6, in Kalkutta 21,6, in Bombay 28,1, in Madras 43,4.

Die Sterblichkeit hat in der Berichtswoche in den meisten Groß- städten Europas eine weitere Abnahme erfahren und werden nament- lich aus ciner größeren Zabl deutscher Städte kleine Sterblichkeits- Verhältnißzablen gemeldet. Sehr giinstig (noch nicht 15,0 pro Mille und Jahr berechnet) war die Sterblichkeit in Kassel (5,5), Wiesbaden, Barmen, Mc , aber auch in Frankfurt a. M., annover, Bremen, Köln, Elberfe d, Düsseldorf, Stuttgart, Karlsru e, Leipzia, Mainz, WüFburg, London, Amsterdam, GlaSgow, Liverpool, . Edinaburg, Sto bolm, Turin u. a. überstieg die Sterblichkeit noch nicbt 20,0 pcr Monat und Jahr, während andererseits von deutschen Stadien Orte mit Sterblichkeitsziffern über 35,0 nicht zur Meldung kamen. _ Insbesondere haben fast aUgemein Todesfälic an Darm- katarrbcn und Brecbdurcb ällcn ab enommen, nur aus Wenigen Orten (Königsbcrg, Magdeburg, .acben, * rüffcl) Werden etwas mehr als aus der Vorwoche gemeldet. Dock) War in Berliti,Hainbur ,Breslau, München, Dresden, Danzig, Nürnberg, Paris, London, ien, Pest, Warschau, St. Petersburg u. a. die Fahl derselben noch immer eine größere als die normale. _ Dic Tbci ngbmc des Säuglingsalters an der Sterblickjkeit War fast allgemein eine verminderte; in Berlin starben von c 10000 Lebenden 95, in München 128 Sauglingc Laufs Jahr berechnet). _ Akute Entzündungen der Atbmungsorgane rten in ivcnig gegen die Vorwoche veränderter Zahl zum Tode. -

der Unfälle zu vermindern, it dur die in wischen durch die gese - lichen Organe der Genossens aften erfolgte 5Flusarbckitung von UnfaK-

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prösen Fi'ebern „mehr„ an Masern, Diphtherie, Keuchhusten und ocken wxntger mrtgetbetlt. _ So kamen Sterbefälle an Masern ausBerlm, Altona, Darmstadt, Kopenhagen, Wien seltener, aus Faris und Lyndon in größerer Zahl zur Anzeige; Erkrankungen zeigten ich „dagegen tri Breslau, Hamburg, Pest, Kopenhagen sthe in den Regierungsbxztrken Erfurt und Königsberg häufig, _ Das S ch arla ch - ftxber batm Breslau, Frankfurt a. M., ;prag, London, Warschau eine groFre Zahl von Sterbefallen hervorgeru en, auch waren Erkrankungen in reslau, Hambur „Nürnberg, Wien, Edinburg, Kopenhagen nicht selten. _ Die Ster lichkeit an Diphtherie und Croup war in Berlin, Breslau, Hamburg, Dresden, Nürnberg, rankfurt a. M„ Wien,„Prag, Yxst,“ Warschau, St. Petersburg, Chris iania eine größere, tn Munchen, L ipztg, Altona, Paris eine kleinere als in der Vor- woche; auch war die 'Zabi der gemeldeten Erkrankungen aus den Orten, aus _irelchenfMttthetlungc-n vorliegen, eine etwas gesteigerte. _ Typhose leber wurden in Pest und Warschau etwas haufiger, m Ham urg, Paris, „St. Petersburg etwas seltener, in London in gleicher Zahl, wie in der Vorwoche, Todesveranlasiun . Erkrankungen ' an Uriterlerbstypbus kamen aus Hamburg, FLZ, Kopenhagen m gesteigerter Zahl zur Anzeige. _ An 7 eck- tvpbus Wurde aus Wien„ Krakau, Warschau je ein Todes- fal], aus ' den Regierungsbezirken Aachen und Königsberg 1 bezw. 2, aus Edtnbiirg 1, aus St. Petersburg 2 Erkrankungen mitgetheilt. _ Aus Berlin kamen 2 Weitere Erkrankungen an epidemiscber GenigkstarrZ zur Beobachtung. _ Sterbefälle an Keuchhusten Haben in Berlin" und St. Petersburg abgenommen," während fie in Lbndon etivas haufiger zum Tode führten. _ Rosenartige Ent- zundungen des Zellgewebes der Haut wurden in London me'brfach TodesveranlaffungU in Berlin kamen Erkrankungen in ge- steigerter Zak)! zum Vorschein. _ Einzelne Todesfäkle an Pocken wurdkn aus DreSden, Prag, Liberpool, mehrfache (2 bis 3) aus Pest uiid St. Petersburg, 6 aus Paris, 11 aus Triest, 18 aus Warschau be- richtet. Aus dem Regierungsbezirk Königsberg sowie aus St. Petersburg, Wien ,und Pest kamen einzelne Pockenerkrankungen zur Anzeige. „_ Die „Nachrichten über die Cholera in Italien lauten noch nicht wie! gunstiger. In Rom sollen bis zum 12. Sep- teznber 190 Cholergfaüx aufgetreten sein. In Neapel und Umgegend zeigte fick) die Epidemte iioch in mäßigen Grenzen. In Caserta er- krankten Maxmscbgften zweier Truppentbeike, doch ist den letzten Na - richien zufolge ,die Gefahr der Weiterverbreitung beseitigt. SeYc heftig berrscht die Seuche in, Messina; am 19. September soÜen da- sekbtt 190 _Erkrankrrnaensmtt. 72 Todesfäilen borgekommen sein. In Palermo mmrxit die Epidsmte ab, aus der Provinz Catania werden nur noch vereinzelte Falle gemeldet. In Malta mar bis 10. Sep- tember uoä) keine Abnahme der Epidemie ersichtlich.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Arn Sonntag Abend ist der ordentliche Profeffor der medizinischen Zakyltat an der btestgrn Univeriität, Or. Josep!) Meyer, yer- iorvcrn.' Joseph Meyer wurde, wie die „Nat. Ztg.“ mittbeilt, am 10. «JUN 1818 zu Stralsrznd geboren und promovirte im Jahre 1845. Alsdarin war er eine Reihe von Jahren Assistent des be- rrrbmten Klinikers Schoxnlem. Nachdem Schoenlein 1859 sein Amt Yedergeiegt batte, fiingtrte er noch einige Jahre als Assistent von Jrcrichs ,und erde im Jahre 1862 dirigirender Arzt in der Charité,. NarbeGrtefinarrs Tode Wurde er 1868 Direktor der Unibkrfitäts- poltkiintk. Diese Steliung bat er fast 20 Fabre, bis zu seinem Tode, innegehabH V

_ as üraerreebt in den preußischen Provinzen Preußen u. s. w., Darstellung der Rechte und Pflichten, welche mit dessen Erwerb ,und Verlust verbunden sind, von P. Koslick, Burgermeisier (xn Sonnenburg_ Neumark), Berlin 1888. Putt- kammer i_md Mublbrxcbt (1,50 5-6). _ Die vielfachen Unklarheiten und ZWLlfel, welche iiber die Berechtigung der Gemeinden, Bürger- rchchtsge1d zu erheben, aufgetaucht sind, Haben den Verfaffer veranlaßt, die bierubxr z. Z. no'ci) geltknden geseßlichen Bestimmungen unééer Beruckfickzttguxig der bisher ergangrncn Ministerial- und Ober-Ver- waltrm s-Gertchtsenticbeidungen in eincr leicbt faßlichen Weise zum prcxktis . Zn berquxb zusammenzustcllen. Hierbei erschien es geboten, gietcbzeittg _mtt dreier Frage das Bürgerrecht selbst zu behandeln und die aus dtexicm Rerbt fur jeden Bürger erwachsenen Berechtigungen und Verpfircbtungen sowtedas Verfczbren aus Streitigkeiten vorgedacbter Art zu erlautern, so daß das ngze eine in fick) abgeschlossene Materie darstellt. „Der Abbandliing ist 111cht nur die Städteverfaffung für die sechs ostlicben Pro'btnien, sondern aucb, die Bestimmungen der Städte- Ordnungßn fiir Weitfalen _und Rheinprovinz zu Grunde gelegt worden. Ein ausfuhrliches Sachregiste'r wird den praktischen Gebrauch dieses anspruchslosen Werkckoens erböben, welches insbesondere den Verwal- tungsbeamtsn, die mit der Entscheidung dieser Frage zu thun haben, sdwteducb dZn Stadtverordneten wie für die sonstigrn Beamten und diejenigen Burger, welche. sich für die Selbstverwaltung interessiren, oder iich dinikck) dre Heranziehung zur Zahlung des Bürgerrsckxtsgeldes bescbrvert fublcn, VL" Nutzen sein wird.

_ Von dem ,Suppl_cmeniband“ zur 13. Auflage von B r 0 (kb aus ' Kbnversaitons-Lextkon find vor Kurzem Heft 6_10 erschienen. Diesciben reichen bon „Félibre“ bis „Saletta', enthalten, wie die porausgegangcnen 5_Hcfte, in'ciner Menge längerer und kürzerer Artikel mtrreffantx und 'nicht unwichtige Ergänzungen zu den Artikeln des Konversations-Lexiwns und'sind außerdcirx mit hübschen Abbildungen (Karie des osm'antscben chckis, Neueste Oeschiiße im Deutschen Reich und m Frankretch,'_Gko[ogi1che Karte von Oesterreich-Ungarn, Ueber- ficbtskarte der (Frienbabnen in Oesterreicb-Ungarn, Telegraph und Telephon) auf bewiideren Tafeln ausgcstattct. ,

_ Von Dr. A. Petermann's Mittbrilungen ausJustus Pcrtbes' Geograpbtsxber Anstalt (herausgegeben von Prof. Dr. A. Saban; Gotha, Justus Pcribes) liegt das 9. Heft 33. Bandes (18871 Vor. Dassclbe bringt an der Spißc cinen Ueberblick über den geoiogiscbcn Bau des afrikanischen Kontinents, von Dr. G. (Zürich, nebst Karte (geoloqijcbc Skizze von Afrika und kleinere Nebenkarte des Atlasgrbrrxs). Dann folgen Beiträge von Oscar Baumann, ziir pbyiiichcw Erbgrapbic _von Fernando PSO, jcncr Insel, die“ dem. afrikaniicberi Fcitlande am nächsten gelegen, das Anfangsglted ciner Kefir vulkanischer Inseln bildet, welche, vom Kamerungcbict abieycnd, in fast gerader südsüdweftiich verlaufender Linie ins GuinZa-Meer sick) crstreckcn. Fernando Yoo hat,“ dem “Verfasser zufolge, in den Baicn von Sta. «zsabel, &..-«Zan Carlos und- Conccpcion schöne, gesicherte Ankervlä e, und er ttt der Y_Ycinung, daß das schöne Wasser aus den rkich1ch strömenden Bcrgfiirticn der Insel den deutschen und englischen Schiffen. Wclcbc cht tbr Trinkwasser an der Congomündung einnehmen, leiclit duer xmcn klcmrn Dampfer zu änglicb gemacht werden könnte. Die n„aturltchcn_un_d kultuchrn Ver ältniffc der Insel wil] Baumann in exgcrdcmnackyti crsckrcinendenMonograpbie [*cbandeln. Auch die merk- wurdigen l_iremwrxbncr,„ die Bube, folien darin cschildert werden. Dem Aufia13_ tir _cme TabeUe der von aumann vorge- nommenen Hobenmciiungkn und eine petto rapbiicbe Untersuchung der von Zern Rctseriden mitgebrachten esteine (verfaßt von Dr. Max Schuster, Privatdozent an der Universität Wien) angehängt, Eine b'cigcgcbcnc, vori dcm Reisenden selbst nach seinen Aufnahmen konstrutrtc und gezeichnete Karte zeigt die Insel im Maßstabe von 1:200000, eme Ncbcnkarte dcn zebnfacb größeren Plan von Santa Isabel. _ Ferner enthält das Heft den Schluß des vorläufi- gen Berichts über die, Er edition Dr. G. Radde's na Transkaspim und Nbrd-Ciioraiian im abre 1886. Der jest verö entlicbte dritte Abjcbnttt bringt den Bcricbt über die zoologische und bota- nikckpe Liysbcute, dic Reiserouten und die aligemeinen pbvfico- Jleograprcben Beobacbtungen, verfaßt von Dr, Radde und Dr. . . Walter. _Den übrigen Inbalt bi den der geographische Monats- brricht, das Literaturverzcicbniß und der Literaturbericht. Aus dem icßtcrcn' verdienen HervorbebunL: die Kritiken der Abhandlung von R. Optialer (aus den Denks ri ten der Wiener Akademie der Wissen- !,chaiicn) über die Wärmedert eilung auf der (Erdoberfläche und einer *.lrbctt von J. Piurray, über den jabrlicben Regenniederstbfag auf de:

Von den Infektionskrankhcitcn wurden Sterbefälle an Scharlach und

Erdkugel (aus dem Scottish Leogrzpbjeai Uaguios, 1887).