1887 / 231 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 03 Oct 1887 18:00:01 GMT) scan diff

Wehlau ift an das Gymnasium zu“ und der ordentl', Lehrer Moldaenke am Gymn'aßy ' zu“““Yck “an Gymnasium zu Wehlau verseßt. “*

Der ordentliche Lehrer ])r. Baske am Gymnafium “&?

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen

und Forsten.

Dem Thierarlßt Wilhelm Niebel zu Berlin ist die von ihm bisher ommiffarisch verwaltete vierte Kreis-Thier- arztstelle für den Verwaltungsbezirk des Königlichen Polizei- Prästdiunzßs Berlin definitiv verliehen worden.

An ekommen: Se. Excellenz der Staats-Minister, StaatSse etär des Innern, von Boetticher, aus Karlsbad.

Abgereist: Se. Excellenz der Unter-Staatsfekretär im

Ministerium. der gei tlichen, Unterrichts: und Medizinal- Angelegenheiten, Wirk iche Geheime Rath ])r. Lucanus.

Die Nummer 35 der (Hefe Sammlung, welche von heute

ab zur AUSgabe gelangt, enthät unter Nr. 2 den Staatsvertrag zwischen Preußen und Sachsen-Weimar, betreffend die dem Nordhausen:Erfurter Eisenbahnunternehmen an ehörigen, im sachsen-weimarischen Staatßgebiet belegenen Ei enbahnen. Vom 3./24. Juni 1887. "Berlin, den 3. Oktober 1887. _

Königliches Geseß-Sammlungs-Amt. Di den.

40/oiges vormals Nas auiscbes Staats-Anlehen von 2000000 F ., (1. (1. 12. Juli 1859.

'Bei' der am 6. d. M. stattgefundenen 24. Verloosung der Partial- ObltÄattonen des Utxter Vermittelung des Bankhau es der Herren M. . . vm] Rothschild & Söhne in rankfurt a. . negociirten 49/01gen fruher 59/9tgen vormals Naffau1schcn Staats-Anlehens bon 2000000 Fl., ck. (1. 12. Juli 1859, smd nachverzeichnete Obligationen gezogen worden:

14. Zur Rückzahlung auf den 1. Januar 1888.

Urt.. 8. 9. 100 Fl. = 171 „46 43 „xz Nr. 53 160 167 193 325 335 372 382 396 444 650 916 961 = 13 Stück über 2228.46 59 «5.

14166 13. d, 200 Fl. = 342 «M 86 --3 Nr. 133 267 283 293 ZZ1§62 495 548 565 770 902 951 = 12 Stück über 4114 «14

111136 0. d. 300 Fl. = 514 “M 29 «5 Nr. 58 95 122 232 239 287 385 = 7 Stück über 3600 .,“ 3 «3.

111136. 1). s. 500 Fl. = 857 „M 14 -;3 Nr. 208 425 432 474 491 540 862 939 1031 1042 1071 1216 1228 1360 1422 1448 1452 1530 1532 1815 1873 1883 1937 1952 2041 2062 = 26 Stück Über 22 285 «zs. 64 „z. -

111135. 16. S, 1000 Fl. = 1714 „M 29 «3 Nr. 21 36 118 273 412 460 489 = 7 Stück uber 12 000 „FC 3 „z.

Zusammen'65 Stück über 44 228 „74 61 „_3.

13. Zur Rückzahlung auf den 1. Juli1888.

Hier. .8. s. 100 Js. = 171 «M 43 4! Nr. 22 64 194 218 223 301 350 476 618 703 711 851 937 981 = 14 Stück über 2400 „M 2 43.

UW. ]3. S. 200 F1. = 342 „M 86 45 Nr. 54 128 314 391 470 510 522 699 710 723 726 739 848 857 976 995 = 16 Stück über 5485 „M 76 43.

bird. (ck. S. 300 F1. = 514 «M 29 „3 Nr. 26 282 285 307 313 317 497 = 7 Stück über 3600 «M 3 «5.

11163. 1), S. 500 l. = 857 „M 14 -_3 Nr. 3 206 291 305 317 351 486 599 641 7 1 748 794 812 1014 1020 1204 1257 1397 1399 1415 1436 1490 1529 1641 1985 2050 2052 = 27 Stück über 23 142 „FC 78 «3.

chr. 12. s. 1000 F1. = 1714 „M 29 43 Nr. 77 160 374 416 439 473 = 6 Stück über 10285 .,“ 74 45.

Zusammen 70 Stück über 44914 «Fü 33 «5.

Die Inhaber die'ser'Partial-Obligationen werden hierbon mit dem Bemerken benachrtchtrgt."daß dteKapiialbeträge,deren Verzinsung nur bis zum betreffenden Ruckzahlungstermin dauert, bei folgenden Sfellerx erhoben Werden können:

der dem Bankbause .der Herren M. A. von Rothschild & Söhne in „Frankfurt a., M., der de_r Königlichen Regierungs-Hauptkaffe in Wießquen. bet 1eder Königlichen Regierungs-Hauptkaffe, bei der Komgltchexi Staaxssck)ukden-TilgunFskaffe in Berlin und bei der König- lichen Kreiskasse 111 Frankfurt a. Kain.

" Dxe Auszahluxtg „erfolgt ,bei den Obligationen unter .4 gegen Ruckgabe der Obliggttonen mrt Fusschein-Anweisung, bei denjenigen unxer 13 egen Ruckgabe der blmationen mit den Zinsscheinen Reihe 17 r. 2_8' nebst Zinsscbein-Anweisung.

, Dex Geldbetrag der etWa fehlenden unentgeltlich zurückzugebcnden Kmßfcheme bet den" Obligationen sub 13 wird an dem zu zahlenden

apckalbetrag zuruckbekxalten. Soll die Einlö ung von gezogenen lejggßonen tdeder bei dem vorgenannten Bank aufe, no bei der Komgbcben RegtemnFZHauptkaffe hier oder bei der Königli en Kreis- kaffe m Frankfurt'a. ., sondem bei einer der anderen Kassen bewirkt erden ,so nd „dre betreffepden Obli ationen nebst ZinSscheinen und

mss em- nwetsung, beziehungswei76 Zinsschein-Anweisung durch d Ye Kaffe vor d"er AuZzahlung an den Unterzeichneten und zwar einige 3 t vor dem Ruckzahlungstermin zur Prüfung einzusenden.

Rückständig sind noch: Aus der Verloosung: pro 1. Juli 1884: 1). 866. pro 1. Januar 1885: 13. 717. pro 1. Juli 1885: 13. 713, 1). 575. pro 1. Januar 1886: „4. 61, 1). 1284. 719 201151. Juli 1886: 8. 998, 13. 493 559 730, 0.133 328, 1). 284 pro 1. Januar 1887: 4. 636 729, 13. 451 530 637, 0. 161, 1). 909 915 1251 1387. pro 1. Juli 1887: 4. 256 596 743 971, 13. 418 455 579, 1). 15 314 424 723 822 1205 1322 1540. Wiesbaden, den 8. September 1887. Der Regierungs-Präfident. von Wurmb.

Jichxamtxnhes. Dentfches Reith.

Preußen. Berlin, 3. Oktober. Se. Majestät der Kaiser'uüd König nahmen, wie „W. T. B.“ aus Baden- Bade" meldet, am Freitag Abend mit Sr. Königli en Hoheit

dem xoß e““o oon Sachen bei hrer Ma'e ät der KaXserinhtxznß Königin" [xen TheeJein. ]

Zu Ehren des Geburtstags Ihrer Majestät der. Kaiserin und Königin waren das Konversationshaus und die Alleen féftlich erleuchtet. . .

Am Sonnabend Vormittag nahmen Se. Majestäx der Kaiser mehrere Vorträge entgegen -und machten Nachmittags bei schönstem Wetter eme Spazierfahrt. '

Zum Diner bei Ihrer Majestät der Kaiserm waren die Spißen der Behörden geladen.

Gestern ßrüh hörten Se. Majestiit der Kaiser, Allerhöchst- wel er Sich es besten Wohlseins ertreut, mehrere Vorträge, bega en Sich alsdann zum Dejeuner in das Groß erzogliche S loß und statteten später auf der Spazierfahrt er Prin- zes in Elisabeth einen Besuch ab.

An dem Diner bei Ihren Majestäten na men gestern sämmtxiche in Baden:Baden anwesenden Fürstli keiten Theil.

_ Der Staatssekretär Graf BiSmarck hatte am Sonn- abend Nachmittag Berlin verlassen, um den italienischen Mmisier:Prästdenten Herrn CrisPi in Büchen zu empfangen und von dort nach Friedrichßruh zu geleiten. _ Heute Morgen 8 Uhr at, wie „W. T. B.“ meldet, Herr Crispi mit seinen vier egleitern die Rückreise von Friedrichsruh angetreten. Der Reichskanzler Fürst Bi2marck und Staat?,- sekretär Graf BigMarck gaben demselben bis zu dem in den Bahnzug eingestellten Salonwagen das Geleit.

_ Der General:Jntendant der Königlichen Schauspiele, Graf Bolko von Hochberg, hat sich in dienstlichen An- gelegenheiten nach München begeben.

_ Das „Marine-Ver.:Bl.“ veröffentlicht folgende Nach- richten über Selkiffsbewegungen (das Datum vor dem Orte bedéutet An unft daselbst, nach dem Orte Abgang von dort). S. M. Kreuzer „Adler“ 678. S dney 25./8. (Post- station: Sydney [Australien .) _ S. M. reu er „Albatroß“ 8./9. Cooktown. _ S. M. . ,Ariadne“ 5./9. kadeira 1./10. (Poststation: Bahia Brasilienz.) » S. M. Knbt. „Cyclop“ 24./8. St. Thomé 2 ./8. (Poistation: Kamerun.) _ S. M. Vermeffgsfhrzg. „Drache“ 10./8. Wilhelmshaven. (Poststation: Wilhelmshaven.) _ S. M. Av. „Greif“ Kiek 11./9. _15./9. Kiel. (Poststation: Kiel.) _ S. M. Kreuzer „Habicht“ 31./5. Kamerun. _ 9./9. St. Paul de Loanda 17./9. (Post: station: Kamerun.) _ S. M. Knbt. „Hyäne“ 6./9. Horta (Fayal) 8./9. _ 17./9. Plymouth 21./9._28./9. Kiel. (Voxt- tation: Kisl.) _ S. M. Knbt. „Jltis“ 6./8. Amoy. (Po t- _„ _ “uhrzeug „Loreley“ 9./9. Konstan- tinopel. (Poststation: onstantinopel.) _ S. M. S. „Lmse“ 99 Kiel. (Poststation: Kiel.) _ S. M. Kreuzer „Möwe“ 3./9. Aden 2./10. (Poststation: bis 7./10. Zanzibar, vom 8./10. ab Natal. [Durban, Ost:Afrika,],) _

. M. PzrferF. ,Mücke“ 2./8. Wilhelmshaven. (Post-

station: Wi he mskéaverz.) _ S. M. Kreuzer „Nautilus“ 15/8. Zanzibar. (Potstation: Zanzibar.)_S. M. S. „Niobe“ 14./9. Kiel. (Poststation: Kiel.) _ S. M. S. „Nixe“ 17./9. Wilhelmshaven. (Poststation: WilhelmShaven.) _S. MS. „Oldenburg“ 13./9. Kiel. (Poststation Kiel.) _ S. M. Ver- messgsfbrzg. „Pommerania“23./9. Kiel. (Poststation: Kiel.) _ S. M. Knbt. „WZY“ 10./8. 25./9, Chefoo. HPONUÜOUT ongkong.) _ ges wader: S., . S. „Biswarck“-( laggschiff), „Carola“, „O ga““„ „Sophte“ 19./8. Apia. Poststation: Sydney LAUstrUÜßY.) _ Schulgeschwader: S. M. S. „Stein“ (Flagg- ckziff), „5 koltke“, „Gneisenau“, „Prinz Adalbsrt“. 3./.9 Wilhelmshaven. (Poststation: bis 6./10. Vorm. nack) Ply: mouth, vom 6./10. Mittags ab nach Liffabon.) _ S. M. Torpedo-Divisionsboot „]) 1“, 14./9. Kiel. _ S. M. Tor- pedoboote „Kühn“, SchüZe“, „Vorwärts“ Kiel 23./9. _ 25.9. Wilhelmshaven. _ S. i. Torpedoboote „Scharf“ und „8 2“ Kiel 28./9. _ S. M. Torpedoboot „8 7“ 13./9. Kick. _ S. M. Torpedoboot „8 8“ Wilhelmshaven 15./9. _ S. M. Torpedoboot „8 9“ und ,8 10“ Wilhelmshaven 22./9. = 28./9. Kiel. S. M. Torp8d0500t „8 32“ 23/9. Kiel. _ S. M. Torpedoboot „8 38“ Danzig 29./9.

Dampfer „Hoheuzoüern“ mit der abgelösten Besatzung S. M. S. ,Olga“ („Bismarck“ und „Sophie“) 16./9. Ant- weryen 17/ . _ 19./9. BremerhaVSn. _ Dampfer „Hohen- staufen“ mit der abgelöstEn Besaßung S. M. Kreuzer „Adler“ und „Möwe“ 18./9. Aden 18./9. __ Dampfsr „Sachsen“ mit dem Ablösungskommaudo für S. M. Kreuzer „Möwe“ 17./9. Aden.

' M emel, 3. Oktober. (W.T.B.) Die hier veranstaltete Fexer des heute vor 80 Jahren in Memel er- fo[gten Eintritts Sr. Majestät des Kaisers in die Front der Armee wurde heute früh durch eine ReveiÜe der Garnison eingeleitet. Am Vormittag begaben sick) das Militär, die Vereine und die Gewerke in festlichem Zuge nach der Johanniskirche, wosélbft ein Festgottesdienst abgehalten wurde. ieran schloß sich ein Umzug durch die Stadt. Mittags 2 U)r fand ein Festmahl statt, bei welchem der Ober:Bürgermeister König die Festrede hielt. Die Stadt tft mrt Fahnen geschmückt.

Ba ern. München, 1. Oktober. (Al! . Ztg.") Der Prinz- egent ließ dem Vorsitzenden im Ge ammt-Staats- Ministerium, Staats=Minister und ReichSrath 1)r. Frei- errn von Luß, aus Veranlaffung seines heute vor 0 Jahren erfolgten Eintritt?» in das Staats-Ministe- rium beats Morgcsn ein prächtiges Bouquet überreichen. Dem Jubilar sind vielseitiH und zahlreich lebhafte Beglück- wünschungen zugegangen. ei seinem Eintritt in das Ab- eordnetenhaus Zabert heute sowoh1 Abgeordnete von dsr ifrttkWt 514 von er Rechten den Minister persönlich beglück- w n .

Sachsen. Dresden, 1. Oktober. (Dr. I.) Der König hat dxn vortragenden Rath im Ministerium des Innern, Geheimen Regierun s =Rath von Ehrenstein, zum Kreishaupt'mann in ei zig und den Amtshaupt- mann von Meßsck) zu Dresden- eustadt zum vortra_enden Rath im Ministerium des Innern mit dem Dienstprädi at als Geheimer RegierungEMat? ernannt.

Die Königin wird ich morgen Nachmittag zum Besuch der Herzogin-Mutter von Genua von hier überHof und Lindau nach Stre a am Lago maggiore begeben. Die Reise Ihrer Majestät er olgt im strengsten Incognito, und es ist ]ede Ver- abséiedunß hier und jede Be rüßung unterwegs im Voraus Han end a gelehnt. Tél:: der egleitung der Königin werden fick) die Hoxdame Grä 'n Einsiedel und der Kammerherr von Minckwiß efinden.

ation: Hongkong.)

Newshwang 2509. _ Kreuzer- '-

Nach vorläufig getroJener Bestimmun soll der Land- tag Jun 9. November" d. . zusammenberu en werden.

er Prinz riedrich August ist heute früh von Schloß Persenbeug ier eingetroffen und hat seinen bleibenden Aufenthalt im Königlichen Palais am Taschenberge ge;

nommen. _ 1. Oktober. (W. T. B.? Der König ist heute Abend sZur Theilnahme an den Kai erlichen Jagden nach Wien

abgerei

Sachsen - Coburg - Gotha. (W. T. B.?) Der Kaiser und die Kaiserin von Bra- ilien sm heute Abend aus Baden-Baden hier eingetroffen_

Reuß ö. L. Greiz 30. September. (Leipz. Ztg.) Zu der heutigen Landtagsfißung wurde eine gestern über: ebene kleine Vorlage, betre end die Bewilligung einer (Helix umme ur Deckung der lichen und persönlichen Aufwen- dungen ür das neu zu begründende LandeWersiéherungS: Amt auf, das Jahr 1888, angenommen und hierauf der Landtag mx höchsten Auftrage durch den Regierungs=Prä: sidenten, Wirklichen Geheimen Rath Faber, geschlossen.

Cob urg, 1. Oktober.

„Oesterxeich-Ungarn. Wien, 1. Oktober. (W. T. B.) Prinz Wilhelm von erußen ist heute: Abend aus Ungarn hier eingetroffen. 61 der Ankunft wurde Se. König: liche Hoheit veon Sr. Majestät dem Kaiser Franz Joseph und Sr. Katserlich-Köni lichen Hoheit dem Kronprinzen Rudolf begrüßt und uhr alsbald mit dem Kaiser nach Séönbrunn. Mor en begeben sich die Herrschaften zur Jagd au Hochwild nach ürzsteg.

Cattaro, 2. Oktober. W. T. „B.) Der Herzog und die Herzogin von Edin urg sowie der Prinz Georg von Wales haben sich beute früh nach Cettinje begeben.

Pest, 1. Ok_tober. (Prag. Ztg.) Auf Anregung der Abgeordneten serbischer Nationalität aus Kroatien und Sla- vonien hat gestern Mittag eine Konferenz der serbischen Abgeordneten dss ReickLstages stattgefunden. Der Abg. Gyurkovic referirte über ie Veranlassung der Konferenz gemäß den Instruktionen des Serbenklubs deskroatisthen Land- tages, wonach das auf der Abgeordnetenkonferenz im Februar 1885 beschlossene Programm auch während dieser Reichßta H: session accsptirt, beziehungsweise ein solidariscbes Borgwen der serbischen Abgeordneten des Reichstages in aUen die serbische Kirchen: und Schulautonomie betreffenden Angslegc-énheiten erzielt werden sol].

_ 3. Oktober. (W. T. V.) Der „Pester L[oyd“ führt in einer ausführlicheren Darlegung aus, daß die von oppositionellen Blättern über dasDefi it des vorigen Jahres gebrachten Mittheilungen grundlos (eien, und kon: statirt, daß die Vermögensbilanz des ungarischen Staats durch die Finanzverwaltung des Jahres 1886 keine Verschlechterung erfahren habe.

Großbritannien und Irland. Dublin, 1. Oktober. (W. T. B.) Der Deputirte O'Brien und der Lordmayor von Dublin, Sullivan, besuchten gestern Luggacurran, wo vor einigen Tagen die geriahtlich verfügte En-tfernung einiger Pächter“ von ihren Grund: stücken stattgefunden hatte, und hielten daselbst ohne vorherige Anmeldung bei den Behörden ein Meeting ab. O'Brien forderte in einer Rede die Pächter auf, bei ihrer bisherigen Haltung zu verharren, um eine Reduktion der Vachtgelder durchzuseßen.

Frankreich, Paris 30. September. (Fr. C.) Der Marine-Mrntster-Varöey ertheilteßestern dcmVudgct- aussckzuß ausfüIlzrliM Erklärungen Ü er die Nachtrags- kredite von 19 killionen, welche er für das laufende Rech- nungsjahr bérlangt, um die Schiffsbauten und die Vermehrung der EffektivbQstiinde bestrc-iten zu können, welche seine Vorgänger , die Admiräle Galibcr Und Aube, angeordnet hatten. Diese Snmme sei für das außerordentliche Budget bsstimmt, und der Minister s11cht€ den Außscbufz für deren Bewilligung zu gewinnsn, indem sr der Hoffnung Naum gab, an den 30 für das ordentliche Budget ausgeseßten Millionen würde eine Ersparnis; erzielt werden, welche denNachtragskreditbeinabe aufwiegenwürde. Schließlich einigte man sich darüber, 8 Millionen sogleich zu bewilLigen, um daraus die bei der Privatindustrie besteÜten Schiffsbauten zu b&zablen, _wäbrend die AitZgaben, welche durch die Vermehrung der Schiffs1nannschaften herbeigeführt werden, erst am Ende ÖGZ Jahres zur Verrcchnung gelangen sollsn und dann bisl- leicht durch die Ersparnisse an dem ordontlichen Budget, von denen der Ministsr sprach, bestritten wcérden könnten. Im Laufe der Unterredung bekämpfte Hr. Varbey dis von dem Aus- schuß vorgeschlagenen Abstriche an dem ord€11tlichcn Budgst für 1888, und in den meisten Punkten mit Erfolg. Nachdem er sich zurückgezogcn hatte, wurde über den Antrag des Dey; Pelletan abgestimmt: den Marins-Minifter aufzufordern, daß er eine Untersuchung veranstalte, um genau festzustellcn, wer die Verantwortung für die angeordneten umuäßigen AUSgabM zu tragen habe. Acht gegen fünf Stimmen lehnten (1er den Antrag ab.

_ 1. Oktobsr. (W. T. B.) Das Gerücht, wonach eine Wicdkrherstsllung des Posten: und Telegraphsn- I)iirzisteriums bsabsichtigt werde, wird als unbegründet 6361 net.

er französische Konsul BoyssetinPhilippopel erhielt von der Regierung Urlaub auf unbestimmte Zeit.

Italien. Rom, 1. Oktober. (W. T. B.) Die „Riforma“ saxzt mit Bezug auf die Entrevue zwischen dem ürsten Bikamarck und Herrn CrisPi: Die vatikanis e Frage habe mit derselben Nichts zu thun. Wenn Crispi den Fürsten Wißmarck besuche, so geschehe dies sicherlich zu Zwecken, mitwelcl)en die ganze italienische Nation nur zufrieden sein könne unduzu denen die Freunde des europäischen Friedens sick) nur begluck- wünschen könnten. In keinem einzigen Italiener werde ,der Verdacht auftau en, daß die Entrevue mit den Rechten talwns und dessen freun schaftlichen Beziehungen zu allen taaten Europas nicht in Uebereinstimmun stehe.

__3. Oktober. (W.T.B.) ie „Niforma“ sagtglbt';r die Zummmenkunft des Mittister-Präsidenten CriSpr mit dem Fürsten Wißmarck: die Begegnung gebe die beruhigendsks und f meichelhasteste Idee von der politischen Situattoxl- welche talien in Europa einnähme. Es sei übrigens M Folge der die beiden Regierungen vereinigenden Beziehungen und bei den Sympathien, durch welche die beiden Stadts- männer verbunden seien, nur natürlich, daß man emen direkten Memungsaustaufch über die beide Staaten und

11 europäischen Frieden am meisten interesfirenden Fra en fogezeigt fühlte. „Niemand vermöge zu sagen, we7che ragen speziell bei der Begegnung verhandelt würden; Joch könne man dre Meinung der Blätter theilen, daß CriSpi mitwirken werde zum Wohle des Vaterlandes auf der Basis des Völkerrechts und der Verträge. „Wir haben“, schließt die „Niforma“, „offen und loyal _den Schluß gezogen, daß Crißpi den Frieden fichern und mcht den Krieg vorbereiten werde.“

Serbien. Belgrad, 2. Oktober. (W. T, B,) Die ZeitUna „Odjek“ Feiert das Wahlergebniß als eine glän- zende Errungenschat der vereinigten Negierungßpartei und erklärt es für unbegründet, daß zwischen. den Radikalen und Liberalen Differenzen auf etaucht seren: m dem Zahlenverhält- niß der gewählten Abgeor neten bestehe nur ein unbedeutender Unterschied, welcher bej den Nachwahlen vollkommen aus: geglichen werden dürfte.

Rußland und Polen. St. Pet'ersburg, 2. Oktober. (W. T. B.) Dem Vernehmen nach wxrd inx Ministerium des Innern ein Re ulativ über dre Aufnahme fremder StaatSange örigen, besonders deutscher in die russische Unterthanschaft ausgearbeitet, wona u. A. die Kinder von_Konvertiten entgegen den bis- herigen diesbszüglichen Besttmmungen in Zukunft ohne Weiteres naturalisirt werden können.

Schweden und Norwe en. Stockholm, 1. Oktober. Prinz Eugen ist gestern, bend über Malmö nach Paris abgereist. Prinz Carl wrrd in der nächsten Woche in den Generalstab der Armee eintreten. ,

In der leßten, unter dem Vorfiß des Königs abgekzal: tenen StaateUathS-Sißung kam ein Bericht er Telegraphen-Direktion zum Vortrage, in welchem mit: getbeilt wurde, daß nach einer Berechnung die diesjährigen Einnahmen des Telegrapbenwesens ca. 80000Kronen weniger betragen werden, als im Bud etvoranschlage berechnet. Die Telegrapben - Direktion it der An- sicht, daß die vielen Telephonleitungen und deren allgemeine Benutzung die Hauptursache zu_ dieser Verminde- rung der Einnahmsn sei. Zur Deckung dieses Ausfaüs hat das Tslegra benwesen nur 30000 Kronen Ueberschüffe aus früberen Jaxen. Um das Telegraphenwesen ,in den Stand u ssßen, die Gehälter zu bezahlen und die übmgen AUSgaben Zis zum Schluß des Jahres bestreiten zu können, ver- fügte der König, daß das Staatskontor dem Tele: graphenwesen einen vorläufigen Vorschuß von 50000 Kronen

ewähren soll. (Nach dem Bericht der Telegraphen:Direktion Find von Beginn dieses Jahres und bis Ende August 774132 „belegramme befördert worden: gegen die glsiche Zeit des Vorjahres um 10 152 Telegramme mehr. Während die aus- ländischen Telegramme um 27 252 zunahmen, vermindsrtensich die inländischen um 17100 und gleichzeitig die Einnahmen um 20 861 Kronen oder 2,6 Proz. gegen das Vor'ahr.)

Am Donnerstag fanden die leßten WaÖlen zur Zweiten Kammer statt. Die Kammex wird nach unge- fährer Schätzung in der kommenden Session aus 122 z rei- händlern, gegen 138, und 100 Protektioniften, gegen 8 in der vorigen Session, bestehen.

Zeitungsftimmen.

Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ schrieb am 1. d. M.:

Mit dem Heutigen Tage ist, nach dem Anschlus; der suddeutsckxen Staaten, das im Frühjahr vom Reichstag beschlossene Branntwein- steueracsex» für das gesammte Rkichsgcbtct in Kraft getreten. '

Es voUziebt sich damit ein Akt von ebxnsogroßer wirthicbafxltckzer und ethischer Bedeutung für unser Volk, wie von finanzieUer Wichtig- keit für das Reich. ' _ ,

Dic Branntweinpwdnkiton ist m Deutschland tbrem Wesen naxb in der Hauptsache ein landwirtbschaftlicbes Nebengewcrbe, und dre schwierigste Aufzabe bci Neyregelung der Brannfrvcinbesteuerung lczg in diesem Um(tande, insofern von allen Seiten als „nothwendig anerkannt wurde, daß die neue für die Besteuerung gewahlte Form demselben Rechnung zu tragen babe. Es ist bekannt, welche Dienste im Jntcrkffe der landwirtbscbaftlichen LandcökuYtur die Kartoffelbrennerci geleistet Hat, wie die intensiv? Bthrthscbaf- tung größerer Landestheile nur durch Kombinatwn von Land- wirthicbaft und Brennerei bewirkt Werden konnte, u"nd 29 kam darauf an, den Landeskulturintcreffen diese Dienste auch fur dre Zuiunfi zu erhalten. In andercn Landestbeiken bildeten kleine Brenyercibctctebe ebenfaUs cinen intcgrircndcn Faktor _der landwrxtbschqftltchen _Jnter- essen. und die Vsrscküedenartigkeit dicjcr Verhältnisse bildete bci Ne'u- regelung und Einführung einer gemeinsamen, „fin: das ganze R.zch bestimmten Branntweinbesteuerung die bauplsachlrchstc Schrvtertg- keit. Gerade Diejenigen aber, welche früher am lautesten nach Reform der Brapntrveinsteuer geryfen, widerse ten fick) am bart- näckigsten, der Frage eine ung zu ge, en durcb ' Welche die so verschieden gestalteten edürfxtisse eme lhnen nicht zu versagcnde Berücks1chtig1mg erfuhren. Dte in dem nZuen Gcseß „nach dieser Richtung grtroffencn Bestimmungen Werden bosscn111ch betvtrken, das; die Entwickelung unserer BranntWeinwroduktwn kerne Stdru'ng erleidet, und daß umer für die aÜgemeincn Latxdesintereffen so wrch11ge Spixitusexport nicbt nur seine Bedeutung behalt, sondern emen neucn Auf1chwung nimmt. ' _

, Fast nicht minder schwieri war aber die Atifgabx, den gkkverb- [xcben und industriellen Jntere en gerecht zu werden, mdem der Fur dtese Zwecke Vcrrvendung findende Spiritus denselben obne exhebxtche Veribeuerung zur DisPOfition gestellt Werden mußte. Aych 111 dieser Beziehung dürften die betreffenden Bestimmungen berechtigten Anfor- derungen entsprechen. , ,

Von ethischer Bedeutung für unser Volk 171 aber die Regelung der „Branntweinbesteuerun, Weik in d_erselben dre Handbab: gegeben scheint, dem Uebcrhandne men übermaßigen_Vrannjweingenysses_zu sienern, und weil ferner in dem Rahmen dex1elbe11 möghch sem w1rd, dend[)ygienischen Anforderungen an den Trmkbranntwcm gerecht zu wer en.

, Endlich aber ist für die Finanzberhältniffe des Reich. wie nicht mmder der Einzelstaaten, das neue Steuergesetz boxt epdchemaÖender Wichtigkeit, indem mit demselben erstens wiederum emerujener S rrxte gethan ist, die im Rahmen der Steuerreform der verbunde'ten fegte- rungen lagen; und indem ferner aus dieser Stexerquelle Mittel stießen Werden, welche vorhandenen unbestrittenen Bedurfmssen fur kulturelle Zwkcke Befriedigung zu schaffen gestatten Werden. ,

Bei dem hartnäckigen Widerstande, welcherz die erfolgte Regelung dieser S'teuerfra e gerade von Seiten un[erex burgerlich-demokrattschen Opposition erfaßt, ist es vielkeicht ein gunstiges Vorzetchey, daß heute, am Tage des Inkrafttretens dieses Gesetzes, e'm btefiges, dexn sogenannten .Deutcbfreisinn' buldi endes Blatt sich bereits hexbei- läßt. aUerlei gute eiten an demsel en zu entdecken.

Neue Geseße, und besonders neue Steuergese e, von einem 8er- arttg komplizirten Aufbau, wie derjenige des 1_n 5 ede stehenden'tst, bedyrfen einer gewiffen Zeit, bis das Neue fich emgkwdbnt hat. Dtese ZWLschenzeit pfleth von unseren Oppositioneklen ayßgebeutet zu werden, um Stimmung n ihrem Sinn zu machen. Dresem Schicksal wird

guck das Branntwänsteuergeseß kgum entgehen.. Dem gegenüber ist aber gerade heute daran zu ermyern,_daß„seme volle Wirksam- keit für den Einzelnen sowohl wie fur dte Gesammtheit erst abgemeffen und beurtbeilt werden kann, nachdem eine län ere Zeit verfloffen und das Ungewohnte eines 'Ueber'ganJSzustandes ü er- wunden ist. Sobald dieses escheben sexy wird, dann _ de en Zlaubetx wir fieber sein zu önnen'_ wird das allgemeine Urt eil uber,d1e nach so vekscbiedenxn Seiten hochwrchtige Maßregel ein unsitges sein, und jene Yolittker, welche das Zustandekommen der- elben verhindern oder do erschwerep wollten, werden _ wenn an- dxrs fie ehrlich genug dazu sind _ eingestehen müssen, sich auch in diesem Falle im Jrrtbum befunden zu baden.

_ In der „Deutsxhen volkswirthschaftlichen

Correspondenz“ lesen Wir:

Hygiene und Volkswirjbschaft. .Das kostbarste Kapitak der Stagtenbmd der Gesellschaft ist der Mensch. Jedes einzelne Leben rxprasenttrt einen bestimmten Wert!). „Diesen zu erhalten und ihn bis an die unqbänderliche Grenze tpßglichst jntakt zu bewahren, das ist nicbt bloß ein Gebot der Humanrtat,.das rst auch in ihrem eigen- sten Interesse die Aufgabe aller Gemeinwesen.“ Diese Worte, mit denen Kronprinz Rudolf von Oesterrelck) dt? Mitglieder des hygienischen Kongresses, begrüßte, drängen die volkswtrtbsckyaftlickpe Bedeutung der Zygiene m den Vordergrund, errvxcken das [ebbafteste Interesse des , atiozml-Qekonomen an den nun hinter uns liegenden Verhandlungen m ern. Und Geheim-Rath von Pettexnkofer führte den (Gedanken des wntbscbaftlichen Interesses des Gem'emWesens an den hygienischen Bestrebungen weiter aus, indem er,dte Gesundheit ein wirtbschaft- ltches Gut i_mnnte, welches ein Theil der National-Oekonomie sei, was Niemand klarer und deutlicher„au§gesprochen hat, als Lorenz von Stein m seinen Schriften über dre Beziehungen der Gesundheits- pflxge zum Staate. Wie die Nattotx'al-Oexonomie die Lebre von der erthschaft mit den gewöhnlichen Gutem ist, so soll die Hygiene die Lehre von der GcsnndheitSwirthscHaft werdey.

Es ist klar, daß gegenüber den yachtbetltgen Einflüssen, die das Leben des Menschen bedrohen, der Emlene machtlos bleibt und daß die Pflege der Gesundheitswirtbscbast eme Anfgabe ist, die ausschließ- lich nur durch gemeinsaMes Wirken, durch staatliches und kommunales Eingreifen vollendet Werden kann. In vielen Kommunen _ und die Reichshauptstadt Berlin gehört zu den!elben _ ist in Bezug auf Kanalisation, Wafferversorgung, Remtgzmg und Pflasterung bereits Bedeutendes gxleistet, g[eichwdh[ muß 'die drastische Schilderung des englischen Ge1undbeits-Jngemeurs SUT Robert Rowünson, der be- bauptet, das;, Wenn man die schönen Denkmaler und Bauten aus den blühenden Städten Wegnäbme und nur den Grund und Boden mit seinen Unsauberkeiten _übrig ließe, die Menschen ck entschieden ablehnen würden, sich auf einem solchen Grund „und Boden anzusiedeln, Wenn er nicht zuvor gründlich gereinigt wurde, auch heutzutage noch im Großen und Ganzen als berechtigt angeseben werden. Wothe man, meinte der Hygieniker John Simon, dte Ortsbehörden für Ge und- hcitsbesckyädigungen verantwoxtlick) machen, die durch mange Haste hygienische Einrichtungen entstünden, so, könnte man unerschwingliche Summen berechnen; für eine Stadt, wre Wien wird der wirtbscbaft- liche Schaden, der durch Ein pro Mxüx der Gesammtsterblichkeit ent- steht, mit einem Kapital von 35 MtÜtonen Mark berechnet.

(Es würde zu weit führen, Wollten wir die Bedeutung der Hygiene Vom volkswirthsckIaftlichen Standpunkte aus in detaiÜirter Wkise aus- führen; uns genügt, eine Anregung gegeben zu Haben, welche waHr- scheinlich die National-Oekonomcn zu gxößxren Forschungen und zur gemeinschaftlicben Arbeit mit dem Hygtemker auf diesem Gebiete veranlaffkn wird. Allein wir wollen dem Vortrage Pettenkofer's noch ein Momant entnehmen, Welches„un8 von Wickxtigkeit und deCen NnyanWendung auf analoge Verbaltmsse im_ staatlichen Le en uns nabe zu [ic en scheint. Schon vor langerer_ Zeit hatie Pettenkofcr bers net, daß in München, aÜÉhrlicb fur 25 Millionen Mark Bier getrunken Werde: dtxsex iex enuß sxi eine namhafte Steuer, die man gerne ,und, erleÜjg entrtYJte, Weil man etwas davon babe. WoUte man m etner Stadt wie München einige Millionen für bessere Kanalisation, Wafferversorgung, Reini- gung und Pflasterung ins Budget se en, so Wurde man sofort über die .unerscbwingliche Belastung der teuerzabler“ seufzen. Wenn man aber anstatt täglich fünf (Glas Bier, in München dxren nur vier trinken, in anderen Städten aber sick) in ayderen Genüsten eiWas Yb- bruch thun würde, was förZT-die (Gesundheitspflege von Nuxzxn wgre, und wollte man das Geld für sanitäre Zivecke verwenden, 1o wnrde in wenigen Jahren ein wahrer „121115411725 (18 rjobsgge“ entstehen, man würde nicht mehr wissen, was man mit dem vielen Gelde an- fangen soUe. ' , "

Gelegentlich der Debatten Über den Reichsbaushalt erklarte ba- kannilick) der Bunchchümäckytigte, Finanz-Minister von Scholz, daß Deutschland, trotzdem man oft auf dessen geringere Wohlbabenbext England und Frankreich gegenüber bingewieseZn habe, reich genug set, um das, Was des Reiches Wohl und S1cherhetterfordere, aufzubringen. Ein Volk, welches, wie das deutscbe, jährlichzweiMiÜiqrdenfür'Taback, Bier und Branntwein aukgch w::de offenbar nicht gertngere Leistungen für seine Sicherbeit aufzubringen im Stande sam„ als (1116 seine Nachbarstaaten. Das Beispicl, Welches auf dem bygtnenis , en Kongreß in Wien Pettcnkdfer in Betreff der München€r angefuhrt at, ßndet Hier zweifellos eine analoge AnMndung fur dcis gesczmmte deutsche Volk. Als im Interesse der größeren Sicherheit des Reichs, welche ja die Wabrschcinlicbkeii der Erbqltnng dnss Friedens und somit die Erhaltung aÜer wirtbschaftltchexi Guter Wesent- lich erhöht, die Verstärkung der Friedensprasenz „des Heeres gefordert wurde, Waren die oppofitwneüen Pgrtareu bei der Hand, die Uncrschwinglichkeit der Besteuerung, dte ungeöczxre Be- lastung des Einzelnen in das hellste Licht zu stellen und möglichst mel Kapital für die ei enen Parteizwscke daraus zy schlagen. Und derznoch würde, wenn der enuß von Taback, Von Bier ,und,Braxmtwem m demselben Maße eingeschränkt, wie Pettenkofer dre Etnchrankung des Biergenuffes für München verlangte, und das Geld flix, Zwecke der Reichssicberbeit verwendet werden würde, man nach einigen Jahren fick) glcicbfaUs in einem „161115111138 (16 rjobssss“ bkfindcn.

Centralblatt für dasDcuts_ch eRei ck). Nr. 39;__analt: Zoll- und Stcuertvesen: Besjkllung emes ReichsbcvoÜmaÖttgten. _ Titelverleibung an einen Stationö-Controleur. _ "Konsulatwesen: Ernennung. _ Polizeiwesen: AuWeisung von Auslandern aus dem Reichsgebiet.

Marine-Verordnungs-Blatt. Nr. 19. _ Inhalt: S. M. Kreuzerfregatte „Elisabeth“. _ Nesefrvistenzulage.'_ Dampf- fabrkunst; Schiffs- und Maschincn-Btographten. _ Arbeitsblusen der Lazaretbgebülfen. _ Verzeichnis; der Ko'nsulate. _ Telkgrapbenkarten. _ Schiffsbücherkisten. _ SchiffSMater1alien 2c. in Sydney. _ Wehr- ordnung. _ VerpflegungSzuschuß. _ Personalberanderungen. _ Benachrickptigungen.

Centralblatt der Abgaben-Geseß ebung und Ver- Waltung in den KöniZHlich preußischen „taaxen. Nr.20._ Inhalt: Anzeige der in der eseß-Sammlung und tm Retchs-Geseßblatt erschienenen Geseße und Verordnungen, _ 1. Allgemeine Verwaltup s- gegenstände: Veranderun en in dem Stande und in den Befugm en der Zoll- und Steuerste en. _ 111. Jndtrekte Steuern: Zollbeband- lung der vom Auslande zurückkommenden Postsqndungen._ Zoilamt- liche Behandlung des Güterverkehrs auf den Eisenbahnen. _ "Zou- bebandlung von Tbonfliesen und Tkxonröbren. _ Steuervergutung von mit Branntwein versetzten Fruchxsaften. _ Verordnung, betreffend die Besteuerung des Branntweins tm Exo berzogthum Bgden, _ Umtausch außgefülltcr Formulare zu statistts en Anmeldeschemen mrt eingedruckten Wertbzei en. _ Zuschlag zur Verbrauchsabgabe anstatt der Maischbottichsteuer._ 7. tatisttk : Statistik der Zucker-Produk- tion.und Besteuerung. _ 71. Personalnacbricbten.

Centralvlatt der Bauverwaltung. Nr.40. __analt: Amtliches: Cirkular-Erla? vom 16. September 1887. _'P-:rsxxna1- Nachrichten. _ Nichtamtl (bes: Dre Taufkapelle San Giovanni m

Fonte am Dom von Neapel. _ Neubau des Reqierungögebäudes in Münster i. W. _ Zur Frage der Reinigung und Wasserversorgung der Stadt Moskau. _ Die Schmid'sche Schraubenradbremse._ _ Vermischtes: Tbüren des Kölner Doms. _ Eisenbleche in euzec neuen Form. _ Bildsamkeit des Eises. _ Baltimore- und Obw- Babn. _ Henry Billard. _ Brand eines Wolgadampfers.

Statistische Nachriéhteu.

Den „Verhandlungen des 10. westpreußiscben Provinzial- Landtages' entnehmen wir bezüglich der AuSgaben des Haupt- Etats der Verwaltung des Provinzial-Verbandes von Westpreußen pro Etatsjahr 1. April 1887/88 Nachstehendös: „4. Hauptfonds. s.. Dauernde AuSgaben. 1. Allgemeine Verwaltunß. Kap. 1. Vexwaltungskosten 24 000 „M (:1: gegen das Vorjahr). Kap. 2. Bewldungen 94 929,64 ckck (+ 1551,68 „FC). Kap. 3, Sächliche Kosten der Centralberwaltung 24 672,10 „45 (+ 150550,“ . Kap. 4. Zur Durchführung der KreiSordnung 170781 «ck (:I: . Kap. 5. Landesmeliorationen und landwirthschaftlrcbe Lehr- anstalten 11500 «14 (_ 2100 “M). Kap. 6. Aus aben für Kunst und Wissenschaft 36500 „M (:|:). Kap. 7. Ins üffe an W bl- thätigkeitSanstalten 2000 „M (ck). Kap. 8. Außgaben für die Ge- werbekammer 5000 „M ?ck). Kap. 9. Zur Wegebauverwalfung 781 890,47 „74 (_ 3 013,34 „;(-). Summa Abschnitt 1.: 1 15125321 „44 (_ 36 056,16 24). _ 11. Verwaltung und Unter- haltung der Provinzialchauffeen. Kap. 10. Verwaltung der Pro- vinzialchauffecn 102 777,51 „14 (+ 475451 „kb). KM 11. Unter- baltung der Chauffeen 490 941,39 „44 (+ 19 870,14 «FH). Summa Abschnitt U.: 593 718,90 .“ (+ 24 624,65 „(s). _ 111. Zur Unterbringung verwahrlostcr Kinder zur Zwangserzzehung: 66 200 „55 (L_ 450 „FH). _ 17. ebeammenWesen. Kap. 13. Fur das Hebeammen-

ebrinstitut in Danztg 24250 „“ (+ 3680 „M). _ 7. InSgemein. Kap. 14: 107 805,94 .“ (_ 2086,02 „M). __ 71. LandarmenveWak- turm. Kap. 15. Unterstützungen und Beibüksen aus geseßlicher Vex- flicbiung: 278162 .“ (+ 18 762 24). Kap. 16. Zuschüsse an die .„nstitute: 511946,25 „“ (+ 15 307,82 956). Kap.17. Sonstige Zuschüsse: 28 491,75 .“ (+ 30,18 24). Summa Ab- schnitt 71: 818 600 „i(- (+ 34100 976). _ 1). Außer- ordentliche Aus aben. Kax. 18. Einmalige AuGgaben: 38 757,50 „W (+ 1757.50 „M _ 13. Vcebenfonds. 1. Provinzial-Cbauffeebau-Prä- mienfonds 33 285,90 „M (_ 3077338 24) _ 11. Provinzial-Hülfs- kaffen- und Meliorationsfonds. Kap. 20. 1978 800 „M (+ 380 70,02“) _ 111. Refervefonds des Provinzial-Hülfskaffen- und Meliorations- fonds. Kap. 21. Zur Kapitalifirung 13 326,36 .“. (_ 227,59 „FCZ _ 17. Pferde-VYtÖerungsfonds. Kap.22. 49 395,8124 (_23 591,4 26) _ 7. Pferde- ersicherungs-Reservefonds. Kap. 23. Zur Verwendung beim Pferde-VersiMrungEfondS 49 395,81 „44 (_ 23 591,43 .,») _ 71.Rindvieh-Ver icherungsfonds. Kap.24. 18 271,35.“ (_ 825771974) _ 711. Rindvie B*YicberungS-Reserdewnds. Kap. 25. Zur chwen- dung beim Rindvieb- ersicherungsfonds 18 271,35 24 (+.6742,29 „,x-;) _ 7111. Krankenpfieaezonds für den Regierungsbezzrk „anztg. Kap. 26. 162282 „44 (_ 51,65 26). _ 111. Provinzia1stand1scher Stipendienfonds. Kap. 27. 442,05 «M (_ 19,07 24). _ )(. Wesi- preußischer Feuer-Sozietätsfonds. Kak). 28. 735 600.44 (+ 62000 ckck). _ 111. Westpreußiscbe Provinzia - Wittwen- und Waisenkaffe. Kap. 29. 61000 .,“ (+ 11000 ais). _ Wiederholung der Außgaben: „4. Hauptfonds. a.. Dauernde AusJaben 2 761831,05 «M (+ 23 812,47 946). _ b. Außerordentliche AuSgaben 38 757,50 „44 (+ 1757,50 „M). _ Summa 8. Hauptfonds 2800 588,55 „44 (+ 25 569,97 „M). _ Summa 13. Nebenfonds 2959 411,45 „M (373 930.03 „ck). _ Summa. totalja 5 760 000 ckck (+ 399500 «M). _ Die AUSgaben balanciren mit den Einnahmen.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Die Landeskultur - Rentenba'nken in Preußen, Sachen und Hes 1“ en, nach den bezüglrchen Geseyen dqrgestellt von . Schober, Landes-Ratb der Provinz Schlei1en.' Mit einem Anhang: Die Landeskultur -Rentenbank für dre Provinz Schlesien. Berlin, Verlag von P. arey, 1887. Preis 59“ _ Die Kenntniß von dem Zweck und der 3 edeutung eine:: Landeskult'ur- Renienbank ist auch heute noch als eine ayffallend ermge zu bezeich- nen. Namentlich find diejenigen Kreise, tn deren nteresse 'das die Landeskultur-Rentenbanken betreffende Gese gemacht wvrden rst, ganz ungenü end mit demselben bekannt. Die 2 spezieÜen Interessenten, unsere andwirtbe, haben ugleich auch wieder die,:ventgste Gelegen- heit und Muße, fich ü er den Zweck und die Bedeutung des Instituts und seine Einrichtung in der wünscheanertbexx Werse zu unterrichten. Hierzu kommt, daß eine diesbezügliche Lttergtur _m Preußen noch nicht existirt. Untcr diesen Erwagungen und m1t_Ruck- sicht auf die Hohe Bedeutung, Welche, das Institut der Landksiültur- Rentenbank für die landwirthscbastlrche Jntereffenföxderung haßt, _er- schien es dem Verfasser der vorliegenden Schrift 'Mit Recht nußitcb, einen Beitrag zur näheren Informatiqn über dre geseßlrchen uxid statutarischen Bestimmungen dieser Kreditanstalt xu [le_fern. Es xjt demnach der ZWLck dieses Buches, die allgemeine. Kßnntmß Über Landeskultur-Rentenbanken vermehren zu helfen, insbewndere aber den Landwirthcn, Bebörden, Inhabe'rn v-Zn LandesYukiur- Rentenbriefen und allen denen, Welche m nahere Beztehurxg zur Landeskultur - Rentenbank treten wollen oder sollen, dre Kcnutnixnabme zu Vermitteln und zu erleichtern. 'Das Bye!) hat also eine weéyentlicl) Praktische Bedeutung ,und sol] em Gxschaftshandbuch sein, wobei jedoch nichr unterlassen ist, zur Reclxtferngung der "Dar- steÜungen in demselben die Quellqn, auf welche sich der Text qrupdet, in den beigcgcbenen Noten zu bezeichnen. _ Was _nu_n den speziellen Inhalt der: vorliegenden Schrift betrifft, so „beschafttgx fick) dWsleL in der 1. Abtheilung und zwar am ausführlichsten 'Mit derx'Land'es- kultur-Rentenbankcn im Königreich Preußen, __ mdexn 112 eme Geschichte des Geseßes Vom 13. Max 1879 1167611, Zweck und Bedeutung der Landeskultur-Rentenbanken und die Emrich- tung derselben auseinanderse t und sodann das Gesetz, betreffend die Errichtung der Landeskultur-5 entenbanken vom 13; Mar 1879, m'itxhetlt und dasselbe durch die voUständigen amtlichen Motive, den Kommrsjwns- bericht und ergänzende Mittheilungen aus den Verhandlungen des Landtages erläutert. _ Die 2. Abtheilung handelt pon'der bemts seit 1861 bestehenden Landeskultur-Rentenbank im Kßmgreich Sachsen, da dieselbe in erster Reibe mit als Vorbild für dre m Preußep zu errichtenden Landeskultur-Rentenbanken gewählt wurde. _ DTL'Z. darauf folgende Abtheilung betrifft die Landeskultur-Rentenkaffe txt: Großberzogfbum Hessen. In einem „Anhang' endli erhalten :ytr interessante Nachrichten übcr die Landeökultur-antenbank ür die Provinz Schlesien in Breslau. indem zunächst eine Geschtchte der EntsteHung der erwähnten Rentcnbank gegeben, und sodann das Stgtut derselben vqm 22. Juli 1881 nebst Erläuterungen, hierauf, Vcrztnsungs- und Tcl- gungspläne, alödann das Gesekx, betreffend die Btldung von Wasser- geno enichaffen, vom 1. Abri 1879 nebst Vorbemerkun en. éüdliÖ das ormal-Statut ür Ent- und Bewäfferungsgenossens, affen nebst der Instruktion zur nwendung derselben, sowre "die Ctrkular-Ver- fügung des Ministers für Landwirthschaft, Domanen und Forsten vom 7. Januar 1886 mitgetbeilt werden. _

_ Jm Verlage von “Elwin Staude in Berlin (Potsdamer- siraße 1220) erscheinen fett dem 1. Oktober d. F. „Blatter für TaubstummenbildunI", heraußgegeben von . Walther, Di- rektor der KöniglichenTau stummenanstalt zu Berlin, und .Töpler, Erstem Lehrer an derselben Anstalt. Diese neue Zcitscbr ft erscheint am 1. und 15. jeden Monats im Umfange V?" 1 Bo en, für den vierteljährlichen Preis von 2 „M Die Redaktion ()(? ltber) be- Fndet sich in Berlin (Elsasserstraße Nr. 88). _ r. 1 des ersten

abr angs vom 1. Oktober 1887 enthält u. A. einen Aufsaß von C. Walt er: „Welche Anforderungen sind an den Lehrer der Taubstum-

men zu stellen?" und ein „Gedenkblatt an Dr. Wilh. Harnisch", von F. Töpler.