Bei der Einsegnungsfeier der Leiche des verstorbenen Wirklichen Geheimen Raths von Langenbeck UF Sich Ihre Majeßät in Wiesbaden durch den Königlichen ammerherrn und SchloßhaUptmann, Freiherrn von Ompteda vertreten.
_ Der Generab-Jntendant der Königlichen Schausxiele, Graf Bolko von Hochberg, ist von München zurückge ehrt.
_ Das Schulgeschwader bestYend aus S. M. Kreuzer-Fregatten „Stein“ (Flaggs iff), „Moltke“ Gneisenau“ und „Prinz Adalbert“, Geschwader-Chei Eontre-Admiral von Kal1, ist am 3. Oktober cr. in Plymouth eingetroffen. S. M. Kanonenboot „Iltis“, Kommandant Kapitän- Lieutenant von Eickftedt, ist am 4. Oktober cr. in Amor) angekommen.
Köln, 5. Oktober. (W. T. B.) Se. Majsftät der König der Belgier kam gestern Abend auf der Rückreise von Baden-Baden hier an und seßte heute die Heimreise fort.
Württemberg. Stuttgart, 2. Oktober. Wie die M. „Allg. Ztg.“ hört, soll der Landtag im November wie: der einberufen werden. Was den zur Berathung kommenden Stoff anbelan i, so diirften dariiber diedefinitiven Beschlüsse erst nach der ückkeer des Minister:?ßräsidenten ])1'. Freiherrn von Mittnacht ge aßt werden. Auf jeden ; all ist Seitens des Ministeriums des Innern ein sehr umfassendes Material für die Verhandlungen vorbereitet. Hieber gehört der Entwurf eines VerfassungSgeseHes, mit dessen Vorlegung die Regierung im Vertrauen auf allseitiges Entgegenkommen den erneuten Versuc? machen wilX, Yu einer Verständigung iiber eine veränderte Zu ammenseßung eider Kammern der Ständeversammlung zu elangen. Ebenso sind die Vorarbeiten für Geseße, durck) welcbe unter Xesihaltung der bewährten Grundlagen der Organi- ation der Gemeinden und Amtskörperscha ten die Selb stverw altu ng derselben weiter entwickelt, den esonderen Bedürfnissen der größeren Gemeinden Berücksichtigung geschenkt und die Aufsichtfiihrung der höheren Behörden im Sinne der Vereinfachung neu bestimmt werden soll, vollständig beendigt, so daß die Entwürfe fix und fertig daliegen. Außerdem ist auch noch ein (Heseßentwurf iiber Bewässerungs: und Entwässerun Sanlagen im Zusammenhange mit anderen Theilen des asserrechts zu erwarten.
Anhalt. Georgium, 3. Oktober. (Anh. St.:A.) Die Erbprinzessin und die Prinzessin Antoinette Anna nebst Gefolge sind heute hier wieder eingetroffen.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 3. Oktober. (Wien. Abdp.) Die Kommission, welche unter Leitung des Be- zirks: auptmanns von Trentini von österreichischer und des .'an. lexander Ritter von Aumüller von italienischer Seite die bsterreichisch=iia1ienische Grenze zu begehen Und wo nöihig r1chtigzusie116n hatte, hat, wie dem „Boten f. Tirol“ aus Trient gemeldet wird, in den letzten Tagen ihre Arbeiten beendet. Während der ganzen Zeit, als die Kommission ta te, herrschte stets das beste Einvernehmen und der freundli ste Verkehr zwischen alien betheiliaten Mitgliedern.
__ 5.“ Oktober. (W. T. „B.) Wie die ,Preffe“ meldet, bat die italienische Regierung ihrs Forderungen in Bezug auf den abzuschließenden Tarifvertrag auf schrift- lichem Wege nach Wien gelangen [affen und gleichzeitig die Bitte ausgesprochen, daß auch Ocsterreick) seine Forderungen vor Bxgmn mündlicher Verhandlungen schriftli mittheile. Aus diesem. Anlaß findet am 6. Oktober eine Sißung der österrerch1sch=ungar1schen Zollkonferenz statt.
Best, 5. Oktober. (W. T. B.) „Nemzet“ sagt gegen: über anderweitt en Zeitun Smeldungen: die Regierung werde von dem ereits bewi igten Kredit von 45 MiÜionen Gulden höchstens 20 bis 21 Millionen in Anspruch nehmen und selbst die Beschaffung dieser Summe bei ungünstigem Geldmarkt verschieben.
Großbritannien und Irland. London, 4. Oktober. (21. C.) Die Uxitersucbung über die neulichen Un- ruhen in Mitchelstown wurde gestern wieder auf:
enommxn. Als Hauptzeuge wurde der Kreis:Polizei:Jnf ektor rownrigg vernommen, welcher entschieden in Abrede äellte, daß er den Befehl, zum Feuern gegeben habe. Er habe viel- mehr, als fick) die' Polizei in die Kaserne zurückzog, den Lruten befohlen„ mehr zu schießen, was dieselben beeugen konnten. Er sei außer Stande, zu sagen, wer den efehl zum Feuern gegeben habe. er „Vorstand der irischen National=Liga in Großbriiannien macht bekannt, daß eine National- Kozivention am 29. d. M. in Cardiff zusammentreten wer e.
Der Deputation, welche dem 5Zräsidenfen der Verernrgtefn Staaten die von der nternationalen SchiedsgerichtFGesellschaft entworfene Adresse be- zÜgl1ch der Einseßung eines Schiengerichts zur Entscbei dun g aller zw1schen Englgnd und den Vereinigten Staaten exttstehenden Streitigkeiten, überreichen wird, gehören außer emer Anzahl von Parlamentsmitgliedern, auch drei Vertreter des Kongresses der Gewerkvereine an. Die Adresse ist von 230 englischen, 8ch9Mschen und wallisischen, dagegen- von keinem ms en 21 geqrdneten unterzeichnet worden, In dieser ZLochxk bege en sich die leßten Mitglieder der Deputation nach
mer: a.
_DerAusweis für das mit dem 30. September endigende zweite Ouoartal, des laufenden Finanzjahres ist nicht ungünst . Die Einnahmen beliefen sick) während dieses
eitrauws au? 17 866 986 Zfd. Sterl. gegen 17 464 562 Pfd.
terl. rm entsZrechenden uartal von 1886, was eine Zu- nahme von 40 424 Pfd. Sterl. bedeutet. Die Getränkx- steuer, Stempeigefäile ,die Einkommensteuer, die oft und der Tele „raph sowie verscbiedene andere Einnahmeque en lieferten, MYMH Mit dem entsprechenden Quartal des Vorjahres, Me beträge, während die Einnahmen aus den Zöllen, der
von Darlehen an Lokal-
Gebäudesteyer und der Verzinsun behörderi hinter denen des entsprecYenden Zeitraums von 1886 zurückblieben. endigepden Halbjahr des die 111 dem entsprechendenxu Hal jahr von 1886 um 28677 Pfd. Sterk.
Die Einna men 111 dem am 30. September
aufenden iskaljahres überstiegen
-*. ...-
Aus Süd-A'frik a liegen folgende Meldungen des „Reuter'schen Bureaus“ vor:
Kapstadt, 14. September. Die hiesige Handelsxammer faßte gestern eine Resolution, 'in Welcher die Regierung aufgefordert wurde, eine nach Parijs, an der Grenze von Transvaal, zu bauende Eisenbabn durch eine Subvention zu untxrstüßen. Sollte die Re ierung des Transvaal dagegen sein, so folie die Kimberley- Eisen abn sogleich bis zur Grenze des TranSvaal auf britischem Gebiet weitergeführt werden. „ '
Durban, 13. September. Der Prasident der Neuen Republik, Lucas Mever, hat sich nach Prätoria begeben, um mit dem räsidenten Krüger über die Annexion der Neuen Republik an Transvaal zu unterbaudeln. _ Aus dem Zubu- lande wird gemeldet, daß Dinizulu einen eingeborenen Häuptling getödtct hat und sich im Ngomi-Walde verborgen bält. _ Die Eisenbahn an der Delagoa-Bai nabt sich der Vollendung. Am Hafen soll ein Damm ins Waser gebaut werden, so daß die größten Oceansch'iffe anlegen und ihre Fracht direkt in die Eisen- babnwaggons Verladen können.
Aus Birma wird gemeldet: *
Rangun, 2. Oktober. Berichte aus Ober-Birma besagen, daß kleine Räubereien noch immer stark vorherrschen. In Myingian wurde Von den Freibeutern eine Polizeistation niedergebrannt. De'rxinzige Distrikt, der ernstlich gestört ist und sich nicht unter milüarrscbxr Kontrole befindet, ist Yaw. Der Gesundheitszustand der Truppen in Obsr-Birma ist gegenwärtig unbefriedigend, aber es darf eine Besie- rung errvartet werden, Wenn die Zustände des Landes es gestatten, daß die jetzt besetzten ungesunden Stationen geräumt werden.
Frankreich. Paris, 3. Oktober. (Fr. C.) Der Handels-Minisier Dautrxsme' wohnte gestern Abend in seiner Vaterstadt Elbeuf einem ihm zu Ehren vyranstal- teten Banquet bei, auf welchem er die Übliche Rede hielt. Der Minister sprach von den Handelsintereffen der gewerbe- treibenden Stadt, die er zu fördern verhieß, und von der allgemyinen Folitik des Ministeriums, welche von aÜen Seiten An echtun en erfährt. Dann fuhr er fort:
„.Was hat denn das inisterium begangen? Wessen zeibt man uns“? Ehrgeizige zu sein? Hat einrr Von uns seine Haltung geändert, seitdem er im Ministerium sitzt? Orleanisten zu sein? Hat einer von uns an den Herzog Von Aumale geschrieben? Dem KlerikaliSmus günstig zu sein? Worauf ftü t man eine solche Beschiverde? Nein, was man uns Vorwirft, das it, daß wir uns enthalten, eine Kampf- regierung zu sein. Woblan, ick) wiederhole, was Hr. Rouvier und was Vor ihm Hr. vvn Freycinet gesagt bat: Wir woÜen nicbt Frankreich kommandiren, sondern es überzeugen. Auf der Rechten sehen wir Männer, welchen ihre Vergangenheit, ibre Geburt, ihre Beziehungen verbieten. aus den Reihen, wo sie sieben, bervorzutretcn. Diesen Haben wir nichts zu geben, nichts zu gewäbren, und wir werden ihnen niemals ein Prinzip oder eincn. Beamten opfern. Aber neben ihnen giebt es Wähler, die ein Mißverständniß uns entfremdet hat, und Wenn eine Politik im Stande ist, sie zur Republik zurückzuführen, so ist es die unsrige. Die Rechte warf aÜe Kabinette zu Boden in der Hoffnung, das erschöpffc Land Werde in den Armen eines Retters Hülfe sucheu. Da sic damit ihr Fel nicht erreicht, bat sie ihre Takjik geändert: daher die 5 anifeste dcr lethkn Zeit. Aber mit diesen Trompetensibßen Werden die Flüchtlinge nicbt aufgehalten Werden. Kai1erreich und Königtbum liegen in derselben Gruft eingemaurrt. In dieser Lage ist es die Pßicht der Republikaner, das Land zu beruhigen, wclchss im Innern die„Sicherbeit, nach Außen die Achtung vor der französi- scbezi Fahne will, und daß wir uns auf der Höhe dieser patriotischen Pflichtten zu behaupten wiffen, habkn die Vorgänge der letzten Zeit gezetg .“
Der Budgetausxchuß der Kammer prüfte vorgestern den V'udgestentwur der Finanzverwaltung und beschäftigte sich besonders mit dem Bedarf für den Dienst der kurzlaufenden Schaßscheme (schwebende Schuld) und fiir
„_ die den Eisenbahnen zu? zahlenden Änsbürgstba ten. *Es
werden im laufenden Jahre fÜr 100 illionen S aßscbeine fäÜig, von denen nach dem Haushaltspgeseß für 1887 ein Betrag von 15 Millionen baar eingelöst, der Rest aber gegen neue Schaßschein€ Umgetauscht, also verlängert werden sollte. Wie das Ministerium indessén mittbeilt, konnten in Folge einer Ersparnis; von Zinsen 18 stalt 15 MiÜionen Lin- gelösi werden. Als BürgschaftsZUschuß an die Eisenbahncn wurde ein Betrag von 85 Mibionen Franken vorgesebén und vom Ausschuß genshmigt. Dieser Zuschnß Überstieg im laufenden ngre 100 MiÜionen; aÜein iu letzter Zeit haben sick) bekanntlich die Bahn-Einnabmen wieder merklich gehoben. Ferner setzte der Ausschuß den Zinsfuß fiir die dem Staate vcxn den öffentlichen Anstalten dsr Städte und Departsments, mie Armenpftegen, Kirchenstiftungrn 2c. in Verwahrung ge- gebenen. Gelder von 3 auf 2 Proz. herab, was eine Ersparntß, von dreiviertel MiUionen Franken ergiebt. Auch die Vrrzmsung , der Bramten-Kautionen, die urspriinglich 5 roz. betrug, 1111 Jahr 1816 auf 4 und im Jahr 1844 auf 3 roz. herabgeseßt wurde, soli nach dem Vorschlag des Bericht- erstatters F. Faurs auf 2 Proz. herabgesetzt werden. Sodann erorterte der ArisschUß das Kapitel der bürgerlichen Ruhe: ehälter, das sick) auf mchi weni er als 621/3 Miilionen
ranken bebäuft: 12)/3 Miüiomen me r, als für das laufende Jahr bew1l11gt worden smd. Der Berichterstatter beantragte, dbn gapzen Mehrbedarf zu streichen, um sick) damit gegen die, wre "er, behauptete, von den Ministern bisweilen aus „ pxrsonlichen oder politischen Rücksichten verfügten Pensiomrungen aUSzusprechen; der Ausschuß lehnte jedoch dieset) Antrag ab, weil dessen Wirkung nicht die Minister, sondern die in Ruhestand Verseßten betreffen wiirde, dll“; Mit dem BezuL ihrer Pensionen warten müßten, bis die Mittel durch den wsd älterer Pensionirten frei würden. Der Ausschuß erklärte sich jedoch damit einverstanden, zu ver- hindern, daß Branile willkürlich und vorzeitig in Ruhestand verseßt “werden. -
. D16t6ch111sche Eisenbahnkommission für Tong- king hat 111 ihrem im „Journal officiel“ veröffentlichten Be: r1cht an_ den französischen Minister der Auswärtigen An- ?Ylegenheiten den Bau der folgenden fiinf Eisenbahn- 1111811. vorgeschlagen, von denen die drei ersten bei der Un- zulgt) lichkeit der vorhandenen Wasserstraßen als im handels- polrtic'hen und, militärischen Interesse dringend erfor- dcxrlzch zur sofortigen Ausfiihrung empfohlen werden: 1) Die Lime Hanqi_PortCourbet, 175 km; sie verbindet Hanoi mit deri güristigsten Zifenplaß Tonßkings. Die übrigen vier Linteii biidxn den iischluß aus em Innern an diese Linie. 2) Die Lime Vac-th nach der chinesischen Grenze ( rovinz Kouang-Sr), 125 km. Diese Bahn wird dem gewö nlichen Wege, von Annam nach China folgen. 3) Die Linie
gwor-Yunnan, 300 kw. Diese sol! die Verlängerung der UKW Port Courbet_Hanoi bilden und auf dem linken Ufer des Rothen Flrffes konstruirt werden. 4) Die Linie Laos nach der an tlmie; sie wird entweder durch das Thal des Schwarzen lu es nach Luang Prabang oder in dem Thalbecken des ong-Ma nach Muong-Luong führen. 5) Eine Verbindungsbahn zwréchen Ton king und dem nördlichen Annam (von Hanoi ii er Ninh- inh nach HUS). Die Dauer
der betreffenden Konzessionen ist auf 99 Jahre estgese t. Konzesfionär hat die zum Unterbau nöthigen elder ßderY gierung vorzuschießen, welche ihm innerhalb 90 Jahren Mit einem Zinsfuß von 6 Proz. zurückgezahlt werden.
Das französische Schiff „La Dives“ hat einige kanakische Dörfer auf den Neuen ebriden bom- bardirt, nachdem die Eingeborenen franzö ische Ansiedler ge-
plündert hatten.
Spanien. Madrid, 3. Oktober. (R. V.) In Fülge der hier eingegangenen Meldungen von der ernsten Erkrankung des Sultans von Marokko wird heute 2111 militärisches Corps von Madrid abgehen, um die Gar- niso'nen m den s anischen Besißungen in Nord: Afrika zu verstär en, damit Spanien vorbereitet sei, im 77911 des Ablebens des Sultans bei möglichen Ereignissen ieme Interessen wahren zu können.
Serbien. Belgrad, 4. Oktober. (W. T. V.) Nach dem nunmehr vorliegenden offiziellenWahlresultat gehören von 142 m die Skupscbtina Gewählten 65 dsr liberalen und 71'der radikalen Partei an. _ 21116 Waldungen Über den Zeiipunkt und den Ort des Zusammentritis der Skupschtma werden als verfrüht bezeichnet.
Schweden und Norwegen. Stockholm, 4. Oktober, (W. T. B.) Der Kriegs: Minister, Gwrsral-Major Nyditig, hat seine Entlassung genommen; an seiner Steble ist General-Major Freiherr von Veyron zUm Kriegs- Minister ernannt worden.
Dänemark. Kopenhagen, 4. Oktober, Die Feierliche Eröffnung der 40. ordentlichen Reichstags ession fmid'gestern Vormittag im Festsaale der Universität statt. Mie Minister sowie die meisten Mitglieder der Rechten beider Thinge waren erschienen, während sämmtlicbe Mitglieder der Linken fehlten. DSL? Conseils-Präsident Estrup verlas ein Aber- höchstes Reskript, auf Grund dessen er im Namen des_Königs denReichstag für eröffnet erklärte._ Jm Lands- th'ing eröffnete der Abg. Neergaard als AltersPräsident die Sißring und leitete die Wahlen des Bureaus. Sum Präsidenten wurde der Abg. Liebe und zu ize: Präsidenten die Nbgki: Plong und Rosrnörn gewählt. _ Jm Folkething 211816 der Abg. Albsrti die Vorstands- wahler). Gewählt wurden der Abg. Högsbro zum Präsidenten und die Abgg._Bojsen und Hörup zu Vizs-Präsidenten. Vom Conseils:Präsid€nten war die Mittheilung eingegangsn, daß dem Thinge folgende „ Vorlagen gcmach werden sollten: vom Finatiz-Minisier der Entwurf des Finanz: esxßes für 1888/89, das vorläufi € und das provi- oriscbe Fina'nzgeseß fiir gegenwärtiges Jahr, Gese'entwiirfe, betreffend die Anlage von Freilagern, die Verwatung der Staatswälder und das Pensionswefcn; vom Minister des Innern Geseßentwiirfe, betreffend das Lehrlingswesen, die
unsibuttLr und die Gehälter der Post- und Telegraphen- beamtexi; vom Marine:Minifter wird eine außerordentiiche Vemilligung fiir die Entwicklung der Flotte verlangt werdet). _ Der Bsricht über die Staatsverwaltung 111) F1nanz1abre 1885/86 ist dem Reichstage zugegangen. Die StÜÜtÖkLUisorUi Högsbro und Hörup bmntragen, die Dscharge zu vsrweigern, da dbm Reichstage kein Finanzgeseß oder Nachtragsbewilligungsgeseß fiir genanntrs Finanzjahr vorgelegen habe. „Dagegsn beantragen die Staathrevisoren Dmesen urid Dresmg die Anerkennung und Genehmigung, da die vorläufigen Fmanzgeseße als vollgiiltige und zur Führung der Siaatswerwaltung nöt ige Geseße anzusehen scien._Von dem annz-Minister wurden []Sute Uebersichten Über die Ein- nahmen, und AuBgabcn im Finanzjahre 1886/87 veroffentlicht. Die mit 55 865 987 Kronrn eingesteilten Einnahmen ergaben danach nur 54769 601 Kr. Gerin- gere Einnahmen weissn auf: die Domänen mit 627 688 Kr. gegen den Voranschlag von 950 755 Kr., die Zinsen der Staatsaktiven mit 3482619 Kr. gegen 5307 011 Kr., die ZÖÜG nnd Branntweinsteuer mit 27180907 Kr. gegen 28 661000 Kr. u. s. w. Die Aus: gaben, zu 55 549 236 Kr. veranschlagt, brliefen sich auf 58091293 Kr. Der Fehlbetrag von 3321692 Kr. wurde aus den Staatskassenbetänden gedeckt, die am 31. März 1886 62 495996 Kr. und nach Abzng des Fehlbstrags am 31. März 1887 59174303 Kr. betrugsn.
_ 4. Oktober. ZW. T. B.) Bei Einbringung drs Budgets im Folket ing theilte der Finanz-Minister nut, daß die Staatsschulden durch die Ausvzahlung der Amsterdamer Anleihen von 1764 und 1785 und der Antwer- W168 von 1788 um 1600000 Kronen vermindert werden wur en.
'A'merika. New:York, 3. Oktober. (21. C.) Der Frä'sidexnt Clevrland hith heute in dcr Börse zu St. quis eme Rede, in wslcber er sagte: er wisse den Werth flexißigxr, mz'ißiger und sparsamer Ausländer, welche das qmrrikanische Bürgerrecht zu erwerben wünschten und Ück). mit den durch die Geseße und Einrichtungen der Ver- einigten Staaten gewährleistetcn Freiheiten zufrieden gäben, wohl zu schätzen. Es lasse sich leicht unterscheiden zwischen sdlchen Lsuten und Einwanderern, welche sich nicht assimi- lirten und nur nach Amerika kämen, um daselbst Ruhestörun- gen anzufachen.
Süd - Amerika. Argentinien. Bueno s = Aires, 5. Oktober. (W. T. B.) Während des Monats September d. J.
- sind hier 41 Dampfer mit 8650 Einwanderern einge-
troffen. Die Mleiunahmen betrugen während desselben Yonzaktss 3.095 Pesos für Buenos-Aires und 541 600 Pesos ur o ario.
Asien. Aus Af banistan meldet „Reuter's Bureau“:
Labore, 3. Okto er. Die „Civil and Military Gazette“ bestättÉt beute die Nachricht, daß der Emir Abdurrabman schwer erkran t ist.
Bombay, 3. Oktober. Nach den le ten von Kabul einge- angenen Nacbrtcbten entbot der Emir kürz ich Isa Kb an nach abul. Der Letztere kam jedoch nicht selbst, sondern sandte Awaz
Mr'nbasbi, den bervorragendsten Mann des Abab-Stamms. Der Emrr war dariiber_so erbittert, daß er Minbasbi und dessen Gefolge sdfort m_s Gefängmß werfen ließ. _ Auf Befebl des Emirs wurden die Gbilzai-Kaufleute von der städtischen Abgabe befreit, welcbe sonst _an allen in die Hauptstadt ,gebracbten Waaren ruht.
Kalkutta, 2. Oktober. Em eingeborener Berichterstatter 11121-
det die Wirkung der Nachricht Von dem Entkommen Eyub's m Kabul. Der Emir soll die Chefs mehrerer Stämme ein- beruferx und mehr Mannschaften ur Garnisonirung von Kabul und Gbuzxn verlgngt haben. Er scha te auch verschiedene Abgaben ab. _ Erzi heutiges Telegramm aus Quetta besagt, daß Eyub's ungewi es Schicksal im ]üdlichen Afghanistan ortdauexnd das hö ste Interesse errege. Seme Parteigänger glauben zuversichtlich-
ck
..» „».-4-
da er die Nachbarschaft von Farah erreichen werde. Nur ein einziger GJilzaÜChef von Bedeutung hat die Greiize erreicht; derselbe befindet uh unter Aufsicht tn Quetta.' Die Uebrigen'haben fich nach Norden Legeben, um sich den Suleimaxi Kbel thlzais anzuschließen, von denen sich gerücbtsweise eme Sektion unter Waffen befinden soll.
Afrika. (W. T. B.) Ein Telegramm des „Reuter'scben Bureaus“ berichtet: Aus T_amatave, vom 21. o. M., wird gemeldet: es seren zwrfchen der Regierun von MadagaScar und dem dortigen sranzö isch_en Minister-Residerxten sehr) gespaxinte Beziehu'ngen ein- getreten: der französische M1n1ster=Reftdent hätte semeFlagge eingezogen und Antananarivo verlassen, und der bisherige madagassische Minister des Auswärtigen wäre verbannt worden.
Zeitungsftimmen.
Gegenüber den Darsteüungen' der_deutscbfreisinni en imd demokratischen Preis?, als ob die Einfiihrung fim jähriger Legislaturperioden eme fiir das deyische Yerfaffungsieben ganz Unerh'o'frtse Neuerung bedeute, stellt die „Kölnische
eitun “ et: „
Z daß Jie Verfassungen 'der meisten größereri deutschen Bundes- staaten längere Legislaturperioden' baben als dreijabrigc. Secbsjäbrige Geseygebungsperioder) „bestehen in Sachsen, Württemberg, Bayern, Hessen, Sachsen-Metmngen, "Re,..ß a. L., Reus; ;. L., Schaumburg- Liype und Lippe. VOn den ubrigen Siqaten, hcxt Preußen die drei- jährize Geießgebiingspertode, Bgden die vierjabrigc, Während die kleineryn Staaten , deren Siqndevwsammlung nur aus einer Kammer besteht, sicb . zumeijt zu Gunsten der dreijährigen Geseygebungsperiode entschieden haben. Abgeseben Von Preußen haben diegrößeren Bundesstaaten och Ausnahme langere als dreijährige Geseßgebungsperioden, und es ist wohl zu beachten, daß es in erster Linie'die süddeutschen Staaten sind, deren Verfaffnngen diesen Punki wesentlich anders regeln, als die Rerch6verfaffung, ohne daß jemals die längere Dauer der Gcseßgcbringsperiode einen Anlaß znr Un- zufriedenheit daselbst gegeben bätia. Die Zufriedenbeit, „weiche in diesen Staaten ganz allgemein in 211112511117; dieser VerfassungSeinriÖtung seiilanger Zeit besteht, beweist zur (chiige, daß man daselbstfiir die Vorzüge einer Einrichtung nicht blind ist, Welche die Aufregung und Beienrubigung eincr Wahl möglichst selten zu machen sucht. Der Umstand, daß es gerade die süddeutschen Bundesstaatext sind, Welche vier- und sechsjährige GescßgebungSpcriodcn besitzen, ist aber weiter ein Verweis für die Umvabrbeit dcs Vorwurfs, die Verlängerung der GesexxgebungWerioden beschränke die Volksrrcbtk. Wenn man in Staatkn, die in durchaus liberalem Sinns rcgicri und verwaltet werdcn, seit vielen Jabrzkbntcn untsr den vierjährigen und sechs- jährigen GLsLtZgLÜUUJskaiodkn ge[ebt hat, 0an yon einer Verkümme- rung dcs MitwirkunchMs des Volks bci ©812debung und Ver- waltung etwas zu bcmcrkcn, obne fick) über die unstattbafis Ein- schränkunxi der dem Volke znstebendcn Befugnisse zu beklagen, dann kann die Einfübrung eincr ähnlichen Einrichtung für das Reick) doch wobl kaum sine reaktionärr Maßregek skin, dann kann in einer Nack)- abmung dieser erprobten Einrichtungén Seitens des Reichs doch nur von dem blinden Parteieifer ein Angriff [auf die Volksrcchte erblickt Werden. Es wäre Wunderbar, daß eine (Einrichtung im Heimatblande der deutschen Volkspartei mit den Volksrechtrn vcrträglick) sein, im Reiche dagegen dieselben in schwerster Weise verleycn sollte. . . .
_ Die „Berliner Politischen Nachrichten““ schreiben: '
Wie wir bereits vor längerer Zeit mittbeiken koxmien, hat der Centralverband deutscher Jndustrieüer, um eim: zuverläisige statistische Unterlage fiir die Beurtheilung der Frage der Alters- und Invaliden- Vcrsicberung zu gewinnen, an seine Verkine und 'Unterbrrbände eincn Yagebogen verschickt, in welchem die Judastrieüen um Angabe der
erbältniffe der in ihren Betrieben etwa schon vorhandenen Alters- und Jnvalidenkasien ersucht wurden. Der 311111 Centralverband ge- börige Oberschlesiscbe Berg- und Hüttcnmänniicbe Verein hat diese Enquéte nun bereits abgeschlossen und veröffentlicht. Und in der That, der Verein konnte diese Publikation mit einer gewiffen Genug: thuung vornehmen, denn die Leistungen, welcbe seine Mitglieder ans dem fraglichen Gcbiet aufweisen können, sind hervorragende.
Die innerhalb des Vereinsbezirks vorgenommcnc Umfragc er- streckte sich auf 80 000 Arbeiter und Von diesrn 80 000 ist nur für 2400, d. i. nur für 30/0, zur Zeit nock) keine (Hklegenbeif vorhandrn, sick) für den Alters- und Invaliditätsfall zu Versichern. Von den übrig bleibenden 77 660 Arbcitern sind wirklich vrrsichcrt: 73600, d. i. 92 0/0 der Gesammtzabl von 80 000; die fcblenden 4000 sind nur deSchen nicht versichert, Weil fie eine Vrrsicbcrung nicbt beantragt haben (bei einigen Kassen sind die Arbeitsr zum Beitriit nichr yer- vflicbtet, sondrin nur berechtigt) odcr Weil ihnen der Eintritt in die Kassen ihrer Jugend, ihres Geschlechts oder mangelhafter Gesundheit halber statutengemäß zur Zeit nicht gestattet werden darf.
Für die wirklich versicherten 73600 Arbeiter sind ianesammt 22 Kassen vorhanden, von denen eine, die des Oberscblefiscben Knapp- schaftsbereins, aklcin mit 58130 Arbeitern _ca. 80 0/0 der Gcsammt- zahl umfaßt. Das Vermögcn sämmtlicher Kassen betrug (Ende 1886 ca. 7440000 «14, ihre Einnahme pro 1886 von den Arbeitern ca. 1518 000, von dcn Arbeitgebern ca. 1382 000 und an Zinsen xc, ca. 285 000 „54 An Invaliden-, Wittwen-, Waisen- und sonstigcnUnxcr- stübungsgcldern zahlten die Kassen in dem genannten Jahr an Arbeiter selbst ca. 1068 000 und an die Hinterbliebenen von Arbeitern ca. 724 000 «16 Der Von den Kassen im Jahr 1886 erzielte Gesammt- uberschuf; beläuft sich auf ca. 459 000 „M und ist zweifellos nur des- wegen so hoch, weil ein großer Theil der Kassen noch ganz neuen Datums isi, ihre Leistungen daher den zu erwartenden normalen Stand no:b nicht erreicht haben.
Das sind geradezu erstaunliche Ziffern, und nach dieser ersien ZusammensteUung eines der zum Centralverbandc gcbörigen Vereine darf man auf das Ergebniß der gesammten Enqucte gespannt sein. JedenfaUs gebt schon aus dieser einen Pnblikation berdor, daß es keine leeren Worte sind, Wenn unseren Industriesen nacbgeriibmt wird, daf; sie ein Herz für die Leiden ibrer Arbeiter haben und ihnen beiden Fol en der Gefahren, Welche leider mit unserer modernen BLÜULÖSWÜJL unzertrennbar verknüpft find, helfend zur Seite stehen. Ueber eine Million Mark bringen die Arbeitgeber innerhalb eines Linzlgey Montanindustriebezirks jährlich freiwillig für Zwecke der Alters-, Jnvalrden-, Wittwen- und Waisenvwiorgung aus“!
Man wird danack) wobl behaupten dürfen, daß Deuiscbland auf dem „Felde der Alters- und analidenversorgung ,der industriellen Arbeiter schon heute an der Spitze sämmtlicber civilisirten Nationen marschirt und dieäßerren, welche es sich zum Lebenszwwk gesetzt baben, Unierm Industrie en die Arbeiterfreundlicbkeit abzusprechen, werden fichffAngesicbts solcher Tbatsachcn _ einen anderen Beruf suchen mu en.
_ „Ueber die Beliebtheit der Dampfer des Nordderrtscben Lloyd m Ost-Asien [sagt, wie wxr der „Weser-Zertung“ entnehmen, die „EU) on-Times“: , ,
Nichts ist bemerkenswertber als die Art und. Weise, wie dre dFUtsCbx Dampferlinie in wenigen Monaten die beliebteste Zion alken für Reisende aus Ceylon Zeworden ist. Wahrscheinlich wurde fich, Wenn man eine Statistik a er seit Eröffnung der deutschen Linie bon
olombo abgegangenen Passagiere Hätte, heraussteUen, daß diese mehr befördert hat, als irgend eine andere, die Pxn. U- Oriental nicbt ausgenommen. Warum daS? Die Schneth- keit und Billigkeit der Fahrt gegenüber der P. u. O. wird der Grund sein. Ein Star-, oder Clan- oder B. 1.-Da„mpfer berechnet 450 Rup. für eine 28-30 Tage dauernde Fabri, wahrend die deutschen Schiffe den Paffagier in 22 bis 23 Tagen nch) Mtbampton bringen und nur 500 Rup. berechnen. 50 Rupien
mehr für eine Woche Ersparniß an der Seereise ist wgbrlicb biUig. Wer nicht erster Klasse fahren ann, it auch „in der zweiten gut genug aufgehoben und kommt in einer Wo e weniger nach Hause. Ver- scbiedene unserer englischen Linien werden sich gewaltig aufrappeln mülsjsen, wenn sie gegen den Norddeutschen Lloyd das Feld behaupten wo en.
Amtsblatt des Reichs- oftamts. Nr. 55. _ Inhalt:
YelrfülguYgen: vom 24. Septem er 1887. Postverbindung mit 6 oo an .
Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundbeits- amts. Nr. 40. _ Inhalt: Gesundbetisstand. _ Volkskrankheiten in der Berichtswocbe. _ Volkskrankheiten "und Sterblichkeit im Nu ust 1887. _ Sterbefälle in deutschen Stadien von 40000 und me r Einwohnern. _ DeSgl. in größeren Städten dcs Auslandes. _ Erkrankungen in Berliner Krankenhausern. _ DeSgl. in deutschen Stadt- und Landbezirken. _ Cholxra'Nacbrlchten. _ Witterung. _ Zeitweilige Maßre eln 2c. _ Thiersepgben m Großbritannien. _ Tuberkulose bei S lacbttbieren. _ Medizinalgesetzgebung 2c. (Preußen. Reg.-Bez. Düsseldorf.) Verfahren bei ansteckenden Krankheiten. _ Obligatorische Leichenscbau. _ Rechtsprechung. (ReictheriÖt und Landgericht Passau.) Töpfergescbtrr mrt blerbalttger Glasur. _ Kongresse. Sanitätskonvention in Owoffo. _ Sterbefälle in deutschen Orten mit 15 000 und mehr Einwvbnern für den Monat August 1887. _ Desgl. in größeren Städter) des Auslandes.
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteo- rologie. Organ des Hydrographrschen Amts und der Deutschen Seewarte. Herausgegeben yon dem Hydrographiscben Amt der Admiralität. Fünfzebnter Jahr ang. 1887. Heir 1x. _ Inhalt: Die TaifUne der Chinesischen eere. Von Kopf. D. Ruete, (Hierzu Tafel 15_19.) _ Aus dem Reisebectcbx des Kapts. G. anulsexi, Fübrers der deutschen Brigg .J. H. Lubke'n“. Beobachtungen in Kaiser Wilhelms-Land, dem BiZmarck-Archipcl, Ayia und Lefuka. (D. S.) _ Meerestemperatur-BeobaÖtungen ini östlichen Theil chs Südatlantiscben Oceans und in der „Walfiscb-Bat. (D. S.) _ Die Untersuchungen bon Elias Loomts uber die Form, Ausdebriung und Fortvflanzung dsr barometriscben Maxima, sowxe über die Beziehungen der Maxima und Minima, besprochen von Dr. J. van Bebber. (D. 'S.) _ Bericht über die zehnte auf der Dchschen ((Zu-erwarte im Wrntcr 1886_87 abgehaltene Konkurrcnz-Prüfunq von Marine-Cbronometern. _ Bericht über die im Winter 1886_87 auf dem Kaiserlichen Obser- vatorium zu Wilbelmshaven abgehaltene Prüfung von Marine-Cbrono- metrrn. _ Kleine Notizen. _ Tabellen. _ Kartenbßilagen.
Statistische Nachrichtem
Das diesjährige Augusibeft zur Statistik desDe11tschen Reichs bringt eine Abhandlung über die Schiffsunfälle an der deutschen Küste während des Jahres1886, d. 1). über die- jenigen zur amtlichen Kenntnis; gelangten iinfäÜc, von denen Schiffe an der deutschen Seekiiste selbst, auf dem Meere in einer Entfernung Von nicbt mebr als 20 Seemeilsn von dsr Küste oder auf den mit dem Moers in Verbindung stehenden, von Seeschiffen befahrenen Binnengewässern im Jabra 1886 betroffen rmxrdrn. Derartige Unfäile smd im Ganzen 162 gezählt, welche (bei 64 KoÜisionßn) 226 Schiffe betrafen. Die Erbebungen der vorhergehenden 4 Jahre batten ergeben: für 1885 170 Unfälle und 220 betroffene Schiffe, für 1884 230 bezw. 299, für 1883 218 bezw. 273 und für 1882 225 bezw. 272. Die Abnahmc der UnfälLe in den Jahren 1885 und 1886 darf hauptsächlich als eine Folge der günstigen WitterungSverbälfnisse betrachtet Werden, Welche in diesen Jahren in den deutschen Küstengewässern berrscbten. Nur 22 Unfälle oder 13,6 0/0 im Jahre 1886 und 32 Unfälle oder 18,8 0/0 im Jahre 1885 _ gegenüber 30,4 0/0, 31,3 0/0 und 41,8 0/0 111 den Jabren 1884, 1883 und 1882 _ Werden ursächlich auf stürmrsches Wetter zurückgeführt. Die Zahl der bei den UnfäÜxn ai) der deutscbsn Küste vorgekommenen otalver'lust e“ von Schiffen ist tm Laufe der letzten 5 Fabre erheblich zurückgegangen;_diese[be betrug 1882 83, 1883 60, 1884 56, 1885 39 und 1886 36, im letztgenannten Fabre also nur etwa 3/7 der fiir das Jahr 1882 festgesteilfex ent- sprechenden Zabk. Der Verlust an Mcnscbenleben bei sammt- [ichen Unfäklen im Jahre 1886 bezifferte iiib nur auf 9 Mann der Besatzung der betreffenden Schiffe und 4 Passagiere (1885 24 Mann Besaßung und 3 Passagiere, 1884 56 bezw. 2, 1883 45 bezw. 2 und 1882 18 Mann Besaßung und keine Passagiere). Unicrscbeidet man die UnfäÜe nacb ibrcr Art, so sind im Jahre 1886 an der deutschen Küste gestrandet 48 Schiffe, gekentert 3, gesunken 24. m'KoÜlsLN-l gcratbcn 128 und Von sonstigen Unfcilien betroffen 23 Schiffe. Der Gattung nacb bestanden die Von die1en Unfäiien betroffenen Schiffe aus 86 Dampfschiffe" (38,1%) und 140 Segelichiffen (61,9 0/0). Von den 86 Dampfern waren 7 Räderdampfer, 78 Scbraubendampfcr und 1 Dampfbaggcr. Unter den 140 Segelschiffen besandeti sicb 8 Voll- sclyiffe, 20 Bakken, 6 Schoonerbarken und dreimastrge Schooner, 3 Briggen, 20 Schoonerbriggen und Schooner, 4 Gabeassen und Galiotcn, 2 Gaffelschooner, 16 Kuffen und qulkcn, 48 Eber, Schalupven, Scbniggcn, Mntten U"..d dergleichen, 2 Leichterfahrzer: e und 11 Fluß- und ' Haffkabne, Ihrer Verwendung na zerfallen diese Schiffe in 196 Kaufsabrter- schiffe, 2 Leichter, 7 Fischerfabrzeuge, 6 Passaßicr- und Fabrdamvfer, 9 Schleppdampfer, 2 Leuchtscbiffe und je ein Lootsenfahrzeug, Zoll- kreuzer, Eisbrecher und Dampfbagger. Von der Gesammfzabl 'der Unfälle entfaÜen 55 auf das Ostseegebtet (0,69 auf xe 10sSeemetlen Kiistenstrccke) und 107 auf das Nordseegebiet (3,63 auf 11210 Sre- mailen KüstenstrcckeZ, und von den sämmtlichen von den Unfallen be- troffenen Schiffen uhren 151 Schiffe unter deutscher und 73 unter fremder Flagge; von 2 Schiffen blieb die Nationalität unbekanyt.'
_ Verwaltungsbericbt des Magistrats er Konig: lichen Haupt- und Residenzstadt „Breslau fur die dre: Etatsjabre vom 1. April 1883 bis 31. Marz 1886.“ In détp soZben erschienenen stattlichen Bande, Welcher der) anememen Brack)? uber die Verrvaltung und den Stand der Gememde-Angelegenbrtten m drr ziveitgrößtcn Stadt Preußens für die Zeit vom 1. April 1883 „Öls 31. März 1886 entbält, ist die Anordnung des Stoffes zur Vergleich- barkeit mit den früheren Ergebnissen der Verwaliung 1191)er dieselbe geblieben, wie in den seit 1875 erschienenen vrer Berichten fiir _die Jahre 1870 bis 1883. Demgemäß enthält der erste Theil Beitrage zur allgemeinen Statistik, Welche sich „aber folgende Kapitel verbreiten: _ 1) Stadtgebiet. 2) Gruydstucke und Ge- bäude. 3) Besißwecbiel an (Grundergentbum. 4) die Wobnungen und Haushaltungen, die Geschäftslokale und leerstehenden Gelaffe. 5) Be- vö[kerungsstand nach den Zählungen voti 1861_1885, 6) Die Be- rufsverbältniffe der Bevölkerung. 7) Dte'geWerbltcHen Verhaltnisse. 8) Bewegung der Bevölkerung und Gesupdbettsverbaltmffe'. 9) Meteo- rologische und physikalische Verhältnisse. 10 Landwirtbscbaft 1111d Viehhaltung. 11) Verkehr. 12) Preise und onsu'mtton.' 13) Cm- kommenSVerbältnise. 14) Wahlen. _ Dxr zweite T„betl,„tvc[cher über die Kommunalverwaltung ' berichtet„ zerfallt m_ dr_er Unter-Abtbeikun en. Davon enthält die erste die Arngabezwetge m folgenden Abs nitten: 1) ArmenWeFsÉn. 2) Wanenverwaltunß. Y Schu[- und Bildungsrvesen. 4) ircbenwesen. 5) Kommuna -
egräbnißpläHe. 6) Verwaltung der polizeilichen Einnahmen und Aus aben. ) Sicherungswesen .und Marstall.“ 8) Baywesen. 9) effentlicbe Anlagen. 10) Einquartierungs- resp. SANS"- und Militär-Angelegenbeiten. 11) Stadtausscbuß. 12), Standesamter. 13) Statistisches Amt. 14 Stadtschuldenwx en. Dre zweite Unter- Abtbeilun behandelt die innabmequellep in folgenden Abschnitten: 15 Das ?Hrundeigentbum der Sxadtgemeinde. 16)„Sieuern. 17) Han- de s- und Verkehrs-Abgaben, Gefalle 2c. 18) Stgdirsche Gas- und Wasserwerke. 19 Städtische Bayk. 20) Stgdxtscbe Sparkasse. 21) Städtisches eibamt. 22) Städtische, Feuersdctetat. 23)„Gewerbe- Angelegenheiten. Die dritte Unter-Abtbxtlung giebt angememe Yeber- ficbten über den inanzzustand und izi einem AnbanZe Werden die" von 1883 bis 1886 inzugetretenen Stiftunget) und egatx aufgefuhrt. Wir kommen auf den reichen Inhalt demnachst noch zuruck.
Wien, 30. September. (M. Allg. Ztg.) Den statistischen Er- gebniffen über die Civilrecbtspfle e in den im RetchSratb vertrxtenen Königreichen und Ländern im abre 1884 ist vbn der statistischen Centralkommifsion ein Anhang über die Ehescheidungen, Ebe- trennungen und Ehe:UngültiqkeitSerklärungen “beigefugt. Nach demselben zählte man 747 Fälle, ,um 38 mehr als mx Jahre 1883. Von denselben waren 312 emverständlicbe Scherdurigm, und 344 Scheidungen erfolgten auf Grund richterltchxr Erkenntnisse. In 65 FäÜen erfolgte die Ehetrennun _, zu 26 die Ungültigkeitsisrklärung; 232 Fällen lag das Einer tandmß beider Ehetbeile, 129 das Verschulden des Mannes, 25 die Schub?- der Frau und 23 das Verschulden beider Theile zu Grunde. ;Hre Schetduna erfolgte nach einjähriger Ehe in 53, nach e„m- bis funf- jäbriger Ehe in 243, nach fünf- bis zehnjähriger Ehe in 172, naxk) zehn- bis zwanzigjähriger Ehe in 224 und nach fünfundzwanztg- bis dreißigjähriger Ehe in 29 FäÜen. Dem Stande und der_ Be- schäftigung nach waren von der Gesammtzabl der geschiedenen Manner 111 Landleute, 130 Arbeiter und GeseÜen, 56 Diener, 260 Kauf- leute, Jndustrieüe und Gewerbsleute, 18 Rentiers, 82 Beamte„ Lehrer, Aerzte und Gelehrte, 11 Schriftsteller und Künstler, 6 Militars, und der Rest gehörte verschiedenen anderen Ständen an.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Durch Allerhöchste Kabinets-Ordre vom 3. September 1887 ist eine 112116 „Kriegs-Etappen-Ordnung* genehmigt wordxn, die vom Krieas-Ministerium soeben (in der Königlichen Hofbuchhand- lung von E. S, Mittler u. Sohn in Berlin; Pr. 1,20 «) Herausgegeben wird. Dieselbe regelt die Leitung undOrganisation des gesammtenEtaPpen- Wesens während eines _Krieges, einschließlich der Beziehungen, in Wslcbe dasselbe zum Eiienbabnwesen, zum Fekd-Sanitätswesen, znr Miiitärtelegrapbie und zur Feldpost tritt.
_ Vorschriften, betreffend die im Ausiande zu erledigenden ErsUchungsscbreiben der Justizbeböxden. Von 131". W. Cabn, Kaiserlicbem Legations-Ratb im Auswarti en Amt. Verlag von H, W. MÜÜer in Berlin. Preis 2.36 _ „ ,n einer allgemeinen Verfügung des preußischen Justiz-thsterßimd unterm 20. Mai d. J. diese Vorschriften zur Kenntniß der Gerichts- bebbrden gebracht. In fastjedereinzelnen Bestimmung finden sich jedock) zahlreicbe Hinweise auf (Geseée, Staatsvkrträge, Bekanntmachungen" :e, die bei der Ambendung zu suchten, aber nicht immer sofort zugang- lich sind. Der Herausgeber, welcher in seiner amtlichen Stellung (zn der Alisarbeitung dieser „Vorxcbriften“ tbeilgerwmmen, bat nuwm dem vorliegenden Werkchen jene Ergänzungkn an Ort und SteUe ern- gereibt, so daß das zeitraubénde Aufsuchen derselben bei dem Ersuchen um Gewährung der Rechtsbülfe erübrigt wird, .
_ Reiche Leute. Von Ludovika Hesekrel. (Goibg Frirdr. Andr. Pertbes, 1887. Preis 3,60 „M) _ Die auf, belLetrtm- ichém Gebiet rübmlick) bekannie Verfaßerin läßt bier emen 118er Blick in das Leben reicher Leute thun, UM davon zu Überzeugen, daß der Reichtbum vor mancherlei Beschwerden, Nöthen, Gefgbren und Schmerzen nicht za schützen vermag, dagegen oft noch bewndere Urz- annebmlicbkeiten und Schwierigkeiten mit sick) bringt, untsr denenKDTe Reichen Erfahrungen sammeln Und zur rechtm LebensWeisbeit gefiihrt werden sollen. Die Verfasserin ist mit dem wirklichen Leben, semen Verhältnissen und Verwickelnngen durcb richtige Beobachtung gena'u bekannt und versiebi es, Bilder von oft überraschender Wahrheit zu zeichnen, durcb Welche eixi Lichi auf die verschiedensten Gssell= schaftskreise sowvbl als aus die Stimmungen und Erfahrungen der einzelnen Herzen gkworfen wird. Die handelnden Personen imd in einer Weise cbarakisrisirt, daß man an ibnen Interesse gewimzt und der Entwickelung ibrer _Lebensscbicksale mit Svanrzung folgx. Dre DarsteÜung ist um so wirkiamer, als fie das Tbatsacbliche uberall psychologisch vermittelt und somit die Anwendung aufs Leben, wclxhe aus der Erzählung gewonnen werden soil, in ungezwungener Weise im Innern des Lesers selbst entstehen läßi. Géwiß wird diesrs neueWerk aus der gewandten Feder Ludovika Hesekiel's von der gebildeten Leser- welt mit Dank entgegengenommen werden. _ " _
_ Weihnachtsfreude. Eine Sammlung Up_serer iehomten vierstimmigen Weihnachtslieder und -Chöre in lrturgi1cher Ordnimg. Dritte Auflage. Herausgegeben von Daniel von "Cöiln, Ober-
farrer zu Brück in drr Mark._ _ Das Bsucbkem, Welches lirzlich in klcin Quartformat er1chienen ist, bietet das 5911- ständi € Material und eine eingehende Anweisung zu einer liebli en Weibnachtsfeier der Kmdsr in Kirche, Schulx „ Und Haus, wie sie in der mebr als serbsundzwanzigjäbrtgen Amtstbatrgkett des HerauSgebers entstanden und mancher Gemeinde durch dauernde): Grbrauck) lieb und wertb geworden ist. Nachdem „ seit etxnger Zett der Vorrath der beiden ersten starken Auflagen vöÜtg vergriffen wqr, erwics sich die Veranstaltung ciner dritten Auflage als notbwcndtg, welcbe fich Von ihren Vorgätxgerinnen wesentlich dadyrch unter- sch2idct, daß vielfach ausgesprochenem Wunsche gemaß alle tn derselben enthaltenen Lieder und Chöre je 1 vierstimmigen Satz erhglten baben und darum auch mit Klavierbcg eitung geswteit werder) können, das schöne Rccitativ aus ändel's Messias „Es waren Hirten“ u. s. w. in einer durch Kinder Licht ausführbaren Bearbeitung aufgenommen ist und die liturgische Anordnung eine noch mehr abgsrundete Gxstalt erhalten hat Die „Weihnachtsfreudéj wil] z'unacbst'zur Vorbzreitung einer edlen und freudebringenden Fcstseiec dienen, indem fie xrdxm mitwirkenden Kinde Text Und Melodie der zu fingcnden Lieder und Chöre und die Reihenfolge der aufzusagendxn Bibelwortc in die Hand giebt; sodann aber bietet fir sich 111 ihrer gefälliasn Ausstatxung _ der buxxte Umschlag isi gx- scbmückt durch einen Weihnachtsbaum, das meleiti selbst 9ber_m1t einem den Kindern viel Freude bereitenden Titelbilde ,Die Hrrxen auf dem Felde“ _ als ein hübsches Weibnacbtßgeschenk dgr, das sich namentlich zur Vertheilung bei größeren Besckgcrungen m Schylen, Vereinen und Anstalten eignet; endltch aber wia sie,?)er christlichen Familie am Heiligen Abend neben dem schönen blasttscbexi ScbchZ, welchen die ZüÜÖoWer Anstalten darbieten, Ge] cgenbett geben, tbrer Werw- nacbtsfrkude auch im Lich Ausdruck zu geben. Der Umschlag ist deshalb so eingerichtet, daß in ein [rercs Feld dcr'Name bmem_geichrteben wcrden und in dieser Weise durch das Büchlein jedem Fejttbetlnebmer icin Platz unter dem Weihnachtsbaum angetviesen werden kgnn. Die „Weihnachtssteude“ ist in jeder Buxbbgndluzig (Kommisfionar: Buch: handlung des Vereinshauses m'LeletJ) fur 20 „3 zu, haben. Bei größeren Partien empfiehlt sich die direkte Vesteüung bei dem Heraysx geber, wellber nach vorheriger Einsendung Von 4914 25 Expl. poiisret lieferk. Wenn der Bestellung der Betrag nicht beiliegt, wird ange- nommen, daß PostvorsÖuß erboben Werden darf, doch muß in diesem Falle das Packet unfrankirt ge cbickt werden.
_ Die altbewährte „ llustrirte Fragen- eitungT welche sich seit März 1). I. unter dem Titel .Die ilLu trirte Zeit“ mehr dem allgemeinen Interesse der Familie zugewandt batte, widmet sicb auf vielseitigen Wunsch der Leserinnen von nun ab wieder ledig- lich den Frauen und bat dementsprechend auch ihrer) fciiberxn Titel wieder angenommen. Das empfehlenßwertbe Blatbdtent bereits vier- zehn Jahre lang den Interessen der Frauen mit tmmcr'Wacbiendem Erfolge und hat durch die Vielseitigkeit und Gediegenbeidsemes Inhalts unter den belletristiscben Zeitschriften Deuxschlands__erpe angesebene Stellung errungen. Der Unterhaltungstbetl bringt sorgfaltig ausgetvablte Erxäblungen, fesselnde Plaudereien und zahlreiche, durcb msiruktive Abbildungen erläuterte Rubriken, in welchen insbesondere die mannig- faltigen praktischen Bedürfnisse des Hauses und der Fgmilie behandelt werden: Hauswirtbscbas't, Gärtnerei, Mode, Handarbetxen, Erzeugnisse des Kunstgewerbes und andere in den Wirkxtnasbexetib der Frauen faklendc Gebiete erfahren die eingehendste Berucksichtigung. Der tech- nische Theil enthält, wie bisher, den voüen Umfang der .Mod_cn- welt“. Außerdem Werden der durch kunstvoll „aus efübrteIlLuxtra- tionen reich auSgeétatteten Zeitschrift noch farbige odenbtlder und ebensolche Stickmu ter-Vorlagen, sowieStickmuster-Beilagen („Extra- blätter“) beige eben. ' , ' _ _ '
_ Kirch offu.Wigand_1n Leiv 1 haben aber tbr antr- quariscbes Bücherlagcr Katalqg 732 (DTßeologie betr.) veröffent- licht. Derselbe enthält ein Verzeicbmß von 3789 Schriften unter