_ 5. Oktober. (W. T. B.) Ein Telegramm der „Agence Havas“ meldet: Ueber den ZKrschenfall mit dem französischen Minister = esidenten Le Myre de Vilers in Antananarivo wird aus Tamatave , vom 21. September, berichtet: der franzöfiZche Minister:Resident habe ein Gesuch des anierikani chen Residenten Campbell um Er- tbeilizng des Exequatur dem madagassischen Premier- Mimsier zugestellt; Leßterer habe das Exequatur auch er- theilt, dabei aber außer auf den ProtektoratSvertrag mit Frank- reich auch auf dessen Beilagen und namentlich auf ein Schreiben Patrimonio's an den französischen Admiral Miot Bezug ge- nommen. Der französische Minister:?)iesident habe hiergeJen erellen Einspruch erhoben, weil dem gedachten Schrei en
sitens Frankreichs niemals eine diplomatische Bedeutung beigelegt worden sei, und, als sein Widerspruch erfolglos geblieben babe derselbe seine Flagge eingezogen und abzu- reiéen gedroht. Nach den letzten Nachrichten aus Tananarivo sie 2 indeß ein AUZgleich zu erwarten. Die Verbannung des madagassischen Ministers des Auswärtigen stehe mit der Angelegenheit in keinerlei Zusammenhang.
_ 5. Oktober. (W. T. B.) Der Marine-Minisier empfing heute ein Telegramm aus Mozambique, in welchem gemeldet wird , daß die Beziehungen zwischen dem französischen General - Residenten Le Myrr in Madagaskar und der Howa-Regierung wieder aufgenommen worden seien.
Bulgarien. Ueber die am 26. Septembrr Namens der betheiligten Negierungrn unterzeichnete serbisch-bulga: rische Eisenbahn-Konvention wird der „Vol. Corr.“ aus Sofia gemeldet: Abweichend von den Beschlüssen der ()emf'érsneez ;; quatrs wurde bestimmt, daß als Grenzstaiion der bereits in voliem Bau befindlichs bulgarische Bahnhof in Zaribrod zu gelten habe. Die Vsreinbarung geht dahin, daß em Theil des Bahnhofs dem serbischen Eisenbahnbetriebe ur Benußung überlassen bleibt, und daß ddrtselbst auch die Joik, Naß- und Polizeikontrole von beiden Seiten durch stabile Funktionäre gehandhabt wird. Den Betrieb der Linie bis zum Bahnhof ?aribrod (d. h. von derserbischen Grenze aus) versieht die ferbi che Regierung, und fiir die Uebsr: nahme der Verantwortlichkeit in Riicksicht etwaiger Vorkomm- nisse auf der Strecke vom Bahnhof aribrod bis zur wirk- lichen srrbisch-bulgarischen Grenze wir der serbiicben Regie: rung eine gewisse Entschädigungssumnie gezahlt werdsn. Alle anderen auf die technische Leitung und das Reglement brzugnehmenden Bestimmungen entsprecbsn dsn Vereinbarungen, wie solche zwischen der serbischen und österreichisch:ungarischen Regierung bestehen. Die Ratifizirunkg) der unterzeichneten Konvoniion wird erst am 15. Novem er d. J. erfolgen, naédem die bulgarische Negisrung das Uebereinkommen dcr dcmnä )si zusammentretrtiden kleinen
Sobranje vorgelegt hat. Da die Konvention derzrit im Namen der beidrriritigen Regisrungen und nicht in dem der Souveräne unterzeichnet wurde, so wird anch derselbe Vorgang bei ÖSV Ratifikation befolgt werden, was in dieser Angelegenheit vor- läufig das einzige politische Moment von Interesse bietet. _ Die Eisenbahnstrecke Vakarel_Jck)tima n_deitkamik wurde von den Mitgliedern der ierbiichrn Eiienbahnkommission besichtigt;
dieselben äußerten ihre volle Befriedigung iiber den muster: haften Bau durch die bulgarische Eisenbahngeselischaft Grosew.
Schweden und Norwegen. Stockholm, 5. Oktober. Der König und der Kronprinz sind gestern Abend von Zier nach Sofiero bei Helsingborg abgereist. Außer einer
agd auf der Insel Hven im Sunde werden noch auf ver: schiedenen größeren Besißungen Jagden stattfinden, zu denen der König und der Kronprinz sowie auch Prinz Oskar Ein- ladungen angenommen haben. Die Rückkehr nach der Haupt: stadt wird um die Mitte des Monats stattfinden.
Dänemark. Kopenhagen, 5. Oktober. In der estri en Sißung dss Landsthings wurden von dem Justiz: iniiier und drm Minister des Innern außer mehreren provisorischen Gesetzen noch einige kleinere Gessß- entwiirfe vorgelegt, u. A. betrefxend den Handel und die Aufbe- wahrung von Gistnnd anderen ge undheitsschäd1ickenStdffrn, dis Anwendung von Tag: und Nachtsignalen fiir dänischr Schiffe in Seegrfahr, Verhaltungsmaßnahmen beim Ausdruck) anstecken: der Krankheiten unter den Hausthieren 2c. _Jm Folkething le te gestern der Finanz-Minifter “das Finanzaeieß f iir ] 87/88 vor. Die Einnahmen sind auf 53 777 872 Kr. und die ordentlichen AusZaben auf 55 878 705 Kr. vsranscblagt. Der Minister bemerkte, daß die Einnahmen um ca. 400000 Kr. höher berccbnrt seien als im dirsjiihrigen Kinanzgescß, und zwar seien die indirrktén Struern um 00000Kr. und die Einnahmen aus der Staatslotierie, die um 10000Looien erweitert werden soils, um 100000Kr0nen höher berechnet. Die Ausgaben seien dagegen um ca. 6000000 Kronrn geringer angefeßt als im diesjährigenBudget. Der Fehlbetrag von ca. 2078000 Kronsn sri jedoch nur ein schrinbarer, denn in Wirklichkeit sei eine Verbesserung des Status Um ca. 200000 Kr. vorhanden, da unter denAusgab-en sick.) auch die Rückzahlung dsr in den Jahren 1784 und 1785 in Amstrrdam und im Jahre 1788 in Antwerpen aufgenommenen Anleihsn im Betragr von ca. 1 600000 Kronen bsfinde. Die für das laufende Jahr erlasssnen proviwri chen Yinanzgeseße befänden sick) in Uebersinstimmung mit den eichlii en des Landsthings. Bezüglich des vorgelegten Gesetzeniwurfs, betreffend die Anlage eines Freilagers in Verbin- dung, mri dem Zoilamt in Kopenhagen, bemerkte der Finanz: Minister, daß er diesen Gesetzentwurf schon wiederholt, aber erfolglos vorgelegt habe. Er hoffe jedoch, daß dorselbe, da er von wesentlicher Bedrutung fiir den Handel Kopenhagens fei, jeßt die Zustimmunkz des Reichstages findsn werde. Nachdem das Thin die ich eunige Berathung einer Vorlage, betrsffend den andelstraktat mit Spanien, beschlossen hatte, wurden noch einige Ausschußwahien vorgenommrn. In einer gestern Abend von den Mitgliedern der Linken des olkethings ab ehaitenen Sitzung wurde, wie Politiken“ beri tet, bLsCZlOsJLU, die Ausxileichswerhand: ungen. mit em Ministerium Estrup fortzusetzen. Gegen diese Taktik der Partei, also auch egen die event. Bewilligung eines Finanzgeseßes, stimmten auZer drm friiheren Präsidenten Berg nur mer Mitglieder. _ 5. Oktober. (W,T. B.) Der Erbprinz Wilhelm Ale ander von Nassau ist heute Vormittag hier ein: Yetro en und hat sich alsbald nach Fredensborg begeben.
KJAfieu. Afghanista11._(A.C.) Aus Bombay, vom 4. ktober, wird dem „Reuter'1chen Bureau“ telegraphirt: Aus Gundamuck, vom 24. 1). M., datirie Nachrichten melden, daß in Vajaur ernste Kämpfe stattgefunden haben, und daß
OMra Khan von Jundol über Abu Bakar, den Sohn des ?Ukhund von Smut, den Sieg errang. Der Emir hat die “Chefs der benachbarten Stämme ersucht, Omra Khan zu züch- tigen, gegen den sich 'th auch ganz Bajaur, mit AUSnahme von Dir, in Waffen er oben hat.
Afrika. Eghpten. (A. C.) Dem Londoner „Standard“ wird aus Kairo,vom 3.0ktober, telegraphirt: Mr. Vincent wird in der nächsten Woche in Kairo erwartet. Seine An- wesenheit ist sehr nothwendig, da die Aussichten für das nächste Budget ni t ermuthigend sind. Der, Ackerbau hat große Verluste durch ieUeberschwemmungen erlitten, und es wird daher die Einkasfirung der Landsteuer in diesem Jahre sehr schwer werden. Alle Annahmen der Finanzkonvention werden sich dieses Jabr als faliF erweisen. Die Einnahme aus den Zöllen, dem Los auf vom iilitär, der Gebäude: und Gewerbesteuer mag etwas höher werden, aber, während die Konvention in der Daira und den Domänen ein Defizit von 250000 Pfd. Sterl. veranschlazte, wird dasselbe 400000Pfd. Sterl. betragen. Ebenso WWd die Armee, welche 3500 Mann zählen sollte, jeßt aber 9000 Mann zählt, 200000 Pfd. Sterl. mehr kosten. Außerdem muß für den türkischen Tribut und andere Zahlungen, welche nicht mehr verschoben werden können, Fürsorge getroffen werden. Es wird daher schwer alten, obus eine neue Anleihe auszu- kommen. _ Aus em Sudan wird gemeldet, daß Wad Nedjdomi von DonYla zurückberufen worden ist und auch der Gouverneur von erber einen Nachfolgrr erhalten hat. _ Lupton Bey befindet sick) in Omdurman. _ Es wird )'th verbürgt, daß der urspriinglichs Mahdi nicht an den Blattdrn gestorben ist, sondern daß er von zweiFraurn seines Harems vergiftet wurde. Eine derselben ist ]“th in JMeh angekommen.
Zeitungsstimmen.
Die „Berliner Politischen Nachrichten“ äußern:
Der Bchck) des Herrn Crispi in Friedricbsrub liefere den augen- fäÜigen Beweis für die ("Festigkeit und Jnnigkeii der Verbindung der drei miiteleuropäiscbcn Mächte. „„Was insbesondcre die nahen und intimen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien anlangt, so beruhen dieselben nicbt blos auf dem vollen gegenseitigen Ver- trauen dcr Kabinetie, sondern auch auf der Sympatbir der beiden Nationen, welcbe, nocb bor nicbt «Uznlanarr Zeit ein JTOJranisckMr Begriff, durch eigene Kraft in dem [Mien Menichenalter die nationale Einheit errungen haben. In dem “osten und deriraurnsdollin Zu- sammensteben der mitteleuropäiscben Mächte, welchen das Zirl drr Erbaliimg des Friedens grmeinsam isi, [irgi' die sicherste Garantie für die friedliche Wciterentwickelung Europas. Was immer in diesen Tagen in Friedrichsrub verhandelt ist, so diirirn die Staaten und Völker Europas fcst darauf rechnen, daß durch die Verbandlimxien dcs Staatsmannes Crispi mit dem Staatsmamie Wißmaick dcr. Frieden und das Gedeihen der europäischen Völkersamilie wirk1am ge- fördert wird.“
_ Dis „National:Zeitung“ schrsrbt:
Gegenüber den so intimen und kisten Beziehungen, wrlche Zialien und Deutschland verbinden, bedarf es nicht besonderer Errizinisie, um eine Zusammwkunft zu erklären, wie dicirnige, die jrizi in Friedrichsrub stattfinden wird; es liegt in der Natur der Sache, daf; von beiden Staaten die Uebereinstimmung in den [riienden Gesichtspunkten in deri'Bebandlu-Y der europäischen Fragen fort- wäbrend gesucht und festgehalten wcrden muß. . . . Daß di? Bc-
,mübungcn des italienischen Ministers der Sacbe eines geficbrrtrn
Friedens gewidmet sind, halten wir für zweifellos, wie Hr. Crispi sick) sicher auch von der Fortdaurr des festrn Entschlusses Denise!)- lcmds, für die Erhaltung dcs Fricdens seinen ganzen Einfluß cin- zusetzen, überzeugkn wird. Unter allen Umständen liegt in der Begegnung der beiden Staaisniännrr cin nrucr bocherfreulicher Benseis fiir die feste und lcbcnskräfiige Gestaltung des deutiÖ-italienii'Öen Bündnisses und des Ernstcs und Nachdrucks, mit welchem Hr. Crispi die durch diescs Bündniß gezogene politische Linir verfolgt.
_ Die „Voissche Zeitung“ bemerkt:
Nur mit aufrichtiger Genugtbuung brgriißen wir den Freund der deujsckwn Nation aus dcutscbem Boden. Der Name Francesco Crispi bat bier zu Lande einen guten Klang; sein Träger ist bekannt nicbt nur als ein Mann don srltenrr Tbatkraft und staatsmänniscbcr Einficbt, nicht nur als das ausgezeichnete Oberhaupt der entschiedrn liberalen Partei srines Vaterlandes, sondern aucb als ein echter Patriot, der Deutschland in drn Tagen drr gefabrvoiien Entscheidimg bedeutsame Dienste geleistet bat.
_ Einem Leitartikel drr „Kölnischen Zeitung“ ent: nehmen wrr folgende Stcllen:
Die deutscbe Regierung bat mit jener edlrn Vornebmbcit, die nur ein rubigrs Machtixrfiibl drrleibi, dem drutscb-französisciyrn Zwiscbrnfali schon, drr dem Abschluß der Untersuckmrig des Tbat- bestandes dUrrb cm bochbcriiges Vorgehen jrde Schärfe benommrn. Klrine Staaten „sind genötbigt, mit ängstlicher Eifersucht aucb dcn Schein zu vermeiden, als ob fie im Verkehr mit mächtigen Nachbarn ibrer Würde oder ihrem RCÖW irgcnd etwas dcrgäben; der Vcrtreirr einer Großmacht dagegen dermag obne nervöse Arnxistlicbkeit zu band-cln. Trifft (s sich doch just, daß die AnMsenbeii Crispi's in Fricdrirbsrub einen großartigen_ Arisblick anf jenes waffengewaltigc Europa eröffnst, welches gewilit iii, die bestehende Veribriiunxi ron Machtideinf1Uß aufrecht zu rrbalten. Deutschland und Jtaiier] sind natürliche Vrrbiindcie, weil beide das tiaiürlickxc Bestrebrn babcn miiticn, ibrc junge Einbeii fest- wurzein zu lassen; keines dieser bridcn Vblksr kaim wünschen, das Große, was sie erreich Haben, in rinem (:cwagtrn Glücksspiel um K'leineres cinzusexrn. Dcr persönliche und Herzliche Vkrkcbr dcs bock)- begobien italieniirbrn Siaatsmannes mit dem vrraniwortlicbcn Lenker der deutschen Geschicke iir gewiß dazu angetban, dir starken Jnirreffrn- bande, welcbe die beiden Völker umschlingcn, noch frfier zu k!:Üprn. . .. Drutfchland konnte die Opfer des Grenzzwiscbenfailes um so [Lichter rnischädigen, Weis. rs an der Spiße eines mächtigen Friedens- bundes steht und Fred sicher fiiblt; die deutsche Regierung aber braucht im Cbaummsmus keine Libenskraft zu suchen, Weil fie stark genug ist, um _vorübergcbrndc Wallungen der Volksstimmung nirbtxiiircixten zu 11150211. In Frankreich, wo fast jede Regierung ww cin 1chdwachcs Rohr von jeglichem Windbauck) der öffentlick)en Meinung bm und der gcwiegt wird, diirfte man es schmer finden, in äbnlichrn FäÜen ebenso ruhig und objektiv zu Verfahren. Die [61317611 Zwischrniälle babew ergeben, daß die maßgebenden rrpubli- kaniicben Politiker zur Zeit keinen Krieg wollen und ernstlich be- mübi find, beruhigxnd zu wirken; aber diese maßgebrndrn Franzosrn babezi das Heir nicht so fest und sicbrr in Händen, daß sie die Radikaler und Monarcbisien, die sick) zu rastlosen Fackelläufcrn der Kriegsfurie ausgebildet haben, mit einer geringscbiiyigen Handbewegung bei Seite fchieben könnten. Da nun die deutschen und die französischen Zeugenaussa en über den be- darzerlicben Vorfall an der Grenze in einem an?cheinend unlösbaren Widerspruch zueinander sieben, so würde die französische Regierung it) eine üble Lage geratben sein, Wenn nicht Deutschland durch freund- liches Entgegenkommen eine Wendung zum Bcsiern herbeigeführt bätie, In diesem Sinne faßt aucb die en lische Presse das deutsche Vorgehen auf. Der „Standard“ meint, ürst Bismarck babe fick) gerade deshalb beeilt, Zugeständnisse, welche mit der Würde Deutsch- lands vereinbar [crew zu machen, Weil die Untersuchung über den Thaibestand M eme Sackgasse zu geratben drohe; Deutschland könne
,zutrrten pflsgt, wirken wird.
dabei das tbörichte.Triuutpbgeschrei einesTbeiles der französischen Presse, welcbe *Barmb “gkeit und Versöbnlichkert als eine Demütbi,
gung darzustellen sucheth wohl verachten; der deutsche Reichskanxlu babe sich moralisch ins“ echt gesest, um in der Laas zu sein, in
Frag? des technijchen Rechts seinen Standpunkt um so fester zu be- aup en.
_ Der „Post“ entnehmen wir Folgendes:
Seit den Anfängen des Zollvereins bat zwar niemals eine ab- solut freibändleriscbe oder absolut protektionistische Politik bestander aber es haben sich doch ziemlich regelmäßig mehr schutzzöllnerische uni mehr freibändlerische Perioden abgewechselt. Die Herrschaft der Einen wie der anderen Richtung dauerte ungefähr je ein Halbes Menschen. alter, xm dann auf ähnlich lange Zeit der gegnerischen Richtung Maß zu ma en.
Die le te mehr freibändleriscbe Periode umfaßt den ZLikraum von dem A schluß des preu isch-französischen Handelsverirages bis zur Zollreform von 1879, mit in einen ein balbes Mensclxenalier Um etwas übersteigenden Zeitraum. Sie erreichte ihren Höhepunkt im Jahre 1873, als die AbschaffunL der Eisenzölle durch eine Verbindung der einseitigen Vertreter der «zuteressen der Konsumenten mit den Vertretern landwirtbschaftlicher Interessen durchgesetzt wurde. Kaum war es damals möglich, eine kurzc Uebergangszeit zu erreichen, ob- wvbl der der Gründerzeit folgende Krach in Amerika bereits ausge. brochen war und auch in Europa die sicheren Vorboten des scbivcren Sturmes wahrnehmbar waren. Wer damals die Wiedereinführang drr Eisenzölle vorbersagte, wurde einfach dcrlacbt. Man glartbie mit unbedingter Sicherbrit cine andauerndc chdung zu einer entschieden freibändlerischen Richtung herbeigeführt zu haben.
Der Verlauf der Dinge war bekanntlich ein wesentlich anderer. Kaum 5 Jahre nach jenem Freihandelsgesrß war in dem RSiÖÖtage eine entschieden scbuizzölinerische Mehrheit vorhanden und der Boden für den bekannten Dezemberbricf des Kanzlrrs geebnet. _
Seit dem Uebergange zu einer mehr schußzöllnerijcben Politik mittels der Tarifnobclle dori 1879 sind Über ncht Jabre verstossen, Die Zeit ist daher nicht fern, innerhalb deren in den irübrrcn Perio- den der Höbepunkt der Bewegung erreicht wurde und von der ab die Reaktion sich zu entwickeln begann. Um so ndtbwci-idiger ist es für Diejenigen, welcbe die Politik des Scbußcs dsr nationalen Arbeit für Deutschland noch für [ängrre Zeit fiir zivrck- mäßig, ja unerläßlich erachten, Vorsicht und Uebrrlegung waltsn zu lassen, um den Eintritt einer Reaktion gc en dirsclbc zu vcrbütrn. Dabei Werden die Lebrcn drr Vcrgangcnkicix nicht unbeachtet bleiben diirfen. Es wird insbrsouderr aus den Er, fabrimgcn der [exten freibändikriscben Periode ziveirrlci zu beachten sein: die schu13zö ineriscbc Reakiidii gegen die Frcibindclspoiiiik se*te bei drr Thatsache ein, daß die (Eixexizöiie in dem Moment aufgehoben Wurden, wo eine industricile Kriss dcr s(brvrrsicn Art bcgapn,ibr Sieg war entschirdcn, sobald es gelangen war, die Landwirtbr don der Freibandeispartei abzutrennen. _
Wendet man die bisrans sicb rrgebc_ndrn Schliiste auf die gigs"- wärtige schnizzbllncrisrbe Periode (111, 11) crgicbt sich, daß sdrgsam Zoiimaßrcgeln zu der_xneidkn sind, w§lchc bci dcm nicbt unwabrjchrin. lichen Eintritt grwiner Verbältnist: als rin Cxceß dcr Schußwa- pbliiik empfunden werden müßten, und daß mit nicht mindcrcr Sorg- imnkeii jedrr Lockerimg drr Vrrbindungxdcr Industriellen mit den Landtrirtbcn behufs Durchfiibrung dcr Schutzzolidoiitik vorgsbeitgi wcrdrn muß. Beide Vorauswxxnngen werdcn zutreffen müssen, wenn die bestehende gemäßigtr Srbuizzdiipolitik aus längrrr Zeix besicben soll. Untxr ihnen aber ist die Aufrechtßrbaitung der Ver- bindung der Industriellen imd dsr Landwiribe von vielleicht nock; größcrer Brdcutung, als die andere. Wrnn dabrr einc weitere ersch)ärfung dds Zollschich vorlangt wird, so wiirden bei dcr Beschlußfassung die augenblickiich vorhandenen Verbäitniiic niii_ck_r allein entscheidend sein diirfen. Es wird auch erwogen wcrden 1111111611, wir der Zoll fiir den Fall einer wrsenilicben Veränderung derselben, wie sie zeitwriie ein- Man wird daber z. B. bei der Frage der Erhöhung des Getreidczoas nicbr aliein die gegenwärtige: Lage der Dingr nach drei binierciiianderfolgcndcn dcrbälinißmäbig gutanrnien. sondern auch die Wirkung des Zdils im Fail ciner Mißcrntr in Bd tracht zu ziehen baden. Nicht minder wird die Zdlipolitik siri) :iicbx einscitig don dcn Interessen, sei es der JndUstric, ici rs der Landwirtbscbafi lcitsn [affen dürfen, vielmpbr wirr gebührende Riicksicbi auf die konkurrirrnden Jutereswn dcs anderen HaupterkNrbszweiges zu nrbmrn icin. Will man Fabri nicbt Gefahr laufen, diesclbrn Erfahrungen zu machrn, “1211“ die Freibändlcr im vorigen Jabrzcbnt, so wird die wichtige ZVÜUZHZ nicht mit kurzsichtiger Leidenschaft und Hasi behandelt werden diiricxx. Rubr, Umficbt imd niichtcriic, kühle, dlisciiiae (Erwägung allcr cin- schlagrndrn sachlichen und iaktischenMomente smd virlmrbr dic döüig unerläßlich Vorbedingung fiir eine dcr Nationalwiribschaft wirklich dirxilicbe Lösung der sckywcbendcn Zolifrageu.
_ Urber die von deutschfrristnnigrr Seite grgcn die Vér- liingerung drr Legislaturperiodr vorgcbrachien Arguménie äußrrt sich die „Elberfelder Zeitung“ wlgwidermaßsnx
Ein dem Berliner Freisinn zirtniick) itabestebcndes auswärtigcs Blatt spottete neulicb iiber die “(rn spezifisch nationalcn Parteien an: gebäxigte Bezeicknmng des „Mischmascbcs“. Nack) seiner Ansicht tra,“ auf die nationallibc'rale, die frriidnirrvaiidc und die kdnscrdaiiri Partei zusammen diess Benennung jrdrnfalls viel weniger zu ais an' die deuisrbr Opposition, Freisiun und Sozialdemokratie im Bund" mit eincr Partei, dcrcn Wähler an Festtagen dic däpsiiiä)? Flagijzc aufziehen; das sei ein “weit itärkrrrr „Misckytiiasck)“, meinte das (niz;- wäriige Blait. Hoffentlich wird es iiber stine KCLZLWÜ sciidem max;- gebcnden Orrs brlebri worden sein. **
. . . An fick) bciracbirt bat die Frage nach der Dauer der Liglö' [aturpcrioden mit dem Liberaliwnus oder seinem Gegentbeib nich das Geringste zu thun. Das Naiürlicbsie rrscbcini cigrntitckM gleiche Dauer von Etat?" imd WaiilderiddM; dic (näcbst “SWW" Weimar) älteste Vcrfaffung cines dcuisiizcn Einzelstaais, dic barc- riscbe des 26. Mai 1818 cntbicii jc sechsjährige Wahl- und Budget“ periddrn; bis 1. Mai 1865 bat formeil jens Bestimmung (]Ldäkiékl; ibaiiäcblirb freilich war sie doch längst dnrrbbrockien und ' 1111173 jener Landtag häufiger «ls ails. sechs Jahre. Die konsiitmir- nelle Eniwickelung fiihrt eben iwn srlrst zu kiirzersn Viidgéé' periddkn. . . . Bonden: radikalcn Standpunkt aus gcsshen bai dcr-liczlk' aucb dersoziaidcinokratisM 21111201] (mf einjährige Wabiperioden 'cmc gewisse iormeUe Logik für sich; jecrr Wähler hilft dann nack) 121110," Theiie die'. von ibm für jrdcs Jabr dcr Orffcnilicbkcii zu ieistendrn Bél- träge bestimmen. Niir daß die Wablpraxis sribst fiir die sozialdrmr- kratische Pariei sich bald als völlig unlridlirb herausstellen wind?- Aber inwieweit nach einmal mißrr von jencr Partei von siimmiiiclch Faktoren für unmöglich gehaltenrr einjähriger Wahlperiode „Dis dreijäbrige frcifinniger srin ioblic als die fiiniiäbrige, ist absolut nick)! abzusehen; man müßte denn mit Wallensteins Seni den Ziffern 201€ mystische Bedeutung britnessen onen. Obendrein bei den fiir fu"? Achtel der gesammten deutschen Brvölkerung gleichzeitig ntaßgechxxde" preiißiichen Abgeordnetcriwablen mit der gleichfalls bisher dreijabrlsk" Mandatsdauer. Bis 1878 folgten diesc Wahlen einandrr wenxgstsns auf dem Fuße und ging rs also in Einem bin, wenn auch blk dk!" Voranxritte drr preußischen Wahlen in ungeeignricr Reibenislßéi “3 dem ersten Jahrzehnt des Norddrutichcn und des Deutschen Rmchstöli;I bat regciwäßig die Verstimmung der preußischen Landtaßswablk" den deutjcbcn ReichsiaJSwablen 1111ch ibrrm “Theile ("*:"dtimmung-Fxlxd Terrain derderben helfeii. Seit drr ?iieick)skagsauilösung von 1878 111114? nahezu zwei Drittel der deutschen ReiäWaugebörigen jcdc achtzehn Mon» politische Hauptwahl. Wer das bei ruhiger Ucberlegung mchkak zuviel ansieht, drr muß von der Gewölbsrube drr dentscber) „NUM eine übertrieben bobe Vorstellung befißen. Von dem publtzlsilsébk" Standpunkt aus könnte man sich mit jener Häufigkeit des WIK; kampfcs ja nur einderst'anden erklären; das Zeitungsintcreffc IWM" bei häufigeren Kraftproben der Parteien. Aber für die Bevblkeruns als solche, gleichviel mit welcher Parieifarbe, haben sich bisher die Wahlen viel zu sehr gehäuft. Die Wahlen sind für die Nation da,
' twie es gelegentlich manchmal den Anschein baben könnte, die HZO" für die Wahlen imd die Wablpdlitiker. Das Mittel Zweck werden zu sehen, ist m der Geschichte eine ziemlich häufige Beobachtng; in diesem Fall aber muß man sicb jener Entwickelung ganz entsckxiedenxtders'eßen. Dre Nation hat noch mehr zu thun als wie cht ungefahr em Sechstel ihrer YM in dem Fieber der zu sch1axiendm oder soeben geschlagenen Wa len zu liegen.
Im Ucbrigen ist auch das Jnterxffe der Oppofitionsparteien an den bisherigen kurzen Wahlperiodewetßentlicb nicbt abzusebrn. Nach ihrer Behauptung war 1a der dtesiabriges 21. Februar das Ergebniß des „blinden Franzosenschreckens“, um starkere Ausdrücke unzitirt zu raffen; norwaltter" ist, 11915 ihrer „Behauptung die Mehrheit der deutscbeuNattdn fur die m den Reichstagen 1881_1887 bestandenen
arteivcrbältnisse cmgenowmxn. Desto beffer alio für sie. Künftig hefißt dann eben gegen'eimge dem Freisinn' gespendete Wablunter- stützung das Centrum seine doppeltZ Mehrheit statt wie bisher drei so nunmrbr iunf Jabre und kann kunittg auf fünf Jahre der Frei- sinn die gewrß selbstiose Rolle spielen, dsn Reichskanzler mit dem
Cenirum recbnxn muffen zu seben, statt wie jeßt mit der national- liberalen Partei. Denn der Wabl'sixg des 21. Februar war ja doch nur „ein Lluastproduki“? Die iewetlige Stabilisirung dieses Zustandes liegt also doch auch in dem Inirreffe drs „Freisinns, und wie jedes freismnigc Znteceise czlio auch in demjenigen der „Volksfreibeit“? Oder vielieicbt doch nicht so ganz?
Statistische Nachrichten.
Ueber die Verunglückungen (Totalverluste) deutschar Secickiiife in den Jabre'n'1886 und 1885 sind im Augusibeft TUM Jahrgang 1887 der Siatisiik des Deutsxben Reichs Zusammen- steliungen Veröffeiitiicht, welche den m den Banden 27 und 21 „Neuer Folge“ der Statistik des Deutschen Rercbs "enthaltrnen Verzeichniffcn der im Jabre_ 1886 bezw. 1885 «is vrrungluckt angezeigten, reqistririrn deutschen Sreicbiffc entnommen smd. In dem Verzeicbniß für 1886 (Band 27 Neue Folge) sind 122 Schiffe. mit 39 929 ng.-T0ns NStw-RaUmgLHQÜ ausgefiihrt, Weiche mnerbaib dcs genannten Jahres verunglückten; bierVOn sind 7 der1choiien, 57 ge- strandrt, 24 grsunken, 2 vcrbraux:i„_ 22 in Folge schwerer Beichädigmigen und 10 durch 530110101121) verloren gegan en. Auf eincm Scbiffr, welches dcrungluckte, wabrend es im Tro "rn- dock stand, befand sick) z. Zt. des Unfalls keine Besaßimg cm Bord. Auf den übrigrn 121 Schiffen befanden sick) zusammen 1059 Mann Bosayung und 19 Paffagirre, Von denen 99 Malin oder 9,30/0 dcr Vesnxzung und 3 oder 15,8 0/0 der Paffagiere bei den Ver- unglücknngcn ibr che_n derldrrn. M15? dixse Zahlenangabén sind übrigens 110ch unvdiistandig, weil 11065 mcht uber alle im Jahre 1886 verungliickrrn dsuiickxn Secicbrffe Nachr1cbien vorlicgen. Dagcgcn dürfi'n dic bétrrffcxidc'n C'rbcbungén fiir das Jabr 1885 nuntnrbr als voiiiiändig [*rtracbirt werden. Nach denseibrn gingrn in diescm Jabre 148dr1itscbc Secscbiffe mit 37 502 Rrg.-T. Raumgebalt vrrldrsn, und zwar “sind 79 gcstrandci, 2 grkc'ntcri, 25" grsunkcn, 2 rcrbrannt, 13 rer- sch9[[.-n, 17 in Folge schwerer Beichadigungen und10durchKolii71onsn derunaliicki. Dabei büßten 149 Pcrsonrn (147 Mann Besaxxung und 2 Passagiere) ibr chcn «iw Jm Vcraleick) zum_ Britande dcr redistririen deutscbcn Sericbiffe am 1. Januar 1885 beträgt der Schiffsrerliist im Latif? désselben Jahres 3,5 0/0 gcqrn 2,7 0/0 im Jabra 1884 und 3,9 0/0 1883. (Orr Z(ibl dcr Schiffe nach sieiii sick) dimziiidlge das Vcrlmivcrbäliniß für das Jahr 1885 zwar etwas ungünstiger ais im Vorjabre, crrcicbi aber noch niki)! dasjenige das Jahres 1883 und bleibt _ Wenn MM 7101?) iveiiar zuriickgrcift _ bintc'r den Ergebnisscn drr Fabre 1882 und 1881 (5,4 % bezw, 5,3 0/0) um 1,9% bczw. 1,8 % zurürk. In Bezug auf dic umgrkommcne Schiffsbcsaßnng ist dies Verhältniß auch im Vergleich zum Vorjahr, welches berciis einc vcrbältnißmäßig geringe Vcrlustziffer aiifweist, nock) ein etwas besseres geworden, da bei den Vcrungliicknngcn drs Jabrrs 1885 nur von je 272 Sreicuten, Miche aui dentscbrn K'aufiabriciscbiffen dicnicn, 1 Mann ums Leben kam, irogcgcn 1884 schon von 183 und 1883 von ja 81 1Ma11n sein Leben verlor.
_Die Eniwirkrlung der_ Koblcnvrdduktion don 1870 bis1885. _ Jn_dcn Conrad'1cbcn „Jahrbüchern für National- Ökondmir imd Siaiiiiik“ (3117, Bd., 4. u. 5. Hrft) berichtet Professor von Pbilidpovich iiber den SibiußbrriM, Welchen dic Königliche Kdmmissirn znr Untrrsucbung dcr Ursacben drs Niedergangs ron Handsl und Industrie in Großbritannien im Januar d. J. n-Ick) anderthalb- jäbrigrr Tbätigkrit cntfalict bat. Sie bält dafiir, daß die englische Jndnsirie in dem Maße weniger elastisch ausdebnungs- fähig wird, als iiciinßeren Hcmmniffen stärkcrrn Grades bcgegnrt. Ein solches Hennnnißisi vor aklcm dcr enrrgisciw Und orgaiiisirie Mii- bewkrb andrrcr Naiionrn in den wiribscbastlickwu Brzichngcn. (Zs äußert iich in drm vcrbälfnißmäßig rascheren Wnchsibum dcr Proz duktionsmsngrn in fremden Staaten. Dies zeigt in Brzug (ius Kohlen dic Gcgcnübcrsieilnng der im Iabre 1870 und d€r1885 gewvnncnen Mengen, wi? sic iolgrride [k,]cbcr'fickzt giebt:
Produktioxisgcbiet: UTYZMUTFYYT" ZUMHML Großbritannien . . . . 109,0 ,I- 46 Vereinigte Staatrri. . . . . . 35,4 ', 173 Deutschland . . . . . . . . 26,3 128 Frankrciib . . . . . . . . . 13,2 57 Belgien . . . . 13,6 ,I 27 Orstrrrcxck) . . . . . . . . 4,2 * , 69
Nur Belgicn sicbi dabcr in dem Maße des Fortschritts binicr England MW; (1110 cmdcrrn Staaicn zeigen ein verbäitnißmäßig stärkeres Wachsibum ibrrr Produktionsimngrn. Absolut aiirrdings hält England noch immrr den beiden ibm am näcbsicnkdmmcnden Staaten, Deniscbland und den Vereinigten Staaten, zusammengenommen das Gleichgewicht; allein die Stärke des Eiiwdrwack)scns dieser zeigt an, daß tbre Produktionsfäbigirit eine große ist.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Von drm „Anzeiger des Germanischen National- Miiieums“ (in Nürnberg) ist soeben die Nummer fiir Srptcmber und Oktober 1887 (11. Bandes Nr. 5) zur Vcriendurig gelangt. Die Chronik des Museums batzimäcbst iibcr „Stiftunricn“ Folgendes zu bericbtry. Die Bemühungen der Direktion, durcb Gipsabgüstc ein Moglichit deutliches Bild der Entwickelung dcr mittelalterlicben Plastik Yeaticblands zur Anschauung zu bringen, haben besonders in den XUUJstLn Jabren große, allsritigc Tbeilnabme griunden, und es _find dem _Muieum von Regierungen, Städten, Stiftungen, Vcrcmen, Familien und (Einzelnen Abgüsse in großer Zahl zugekommen, „dercn Originaic in irgend welchen Bczicbungen zu den _Siificrn gcsthidcn hübkn. Dabin «cbören die Stiftung don Abgiißcn,Augsburgiyckyrr Kunstdexikmale ron Seiten der Stadt Augsburg, die Abgüsse „vou
Wbsiemkn, welch." durcb) Nachkommen drr Verstorbenen gestiftet wdrden sind, die Abformungen des uralten Reliefs von den Extern- itemxn bci Detmold und dcs Roland in Bremen, zu dercn Stiftung fick) srcic Vcreinignngrn von Kunst- und Altertbumsfreundch rn Det- mold und Brrmcn gebildet hatten, und vieles Andere. Dir Direkiion des Mussum?» boite fich nun auch an die Großherzoglich badiscb: „„?slkrung mit der Bitte gewandt, für cine Reihe von Jahren all- Labrllä) eine kleine Summe bestimmen zu wollen, mitirls welcher nach und'nack) die jebönsien und wichtigsten mittelalterlicbcn Skyw- iyrcn, die fick) im Großberzogibum Baden erbaltcn Haben, zunachst die des Freiburger Münsters, fiir die Anstalt abgeforint Werden könnten. In Beantwortung dieses Gésuchs ist der Direktion Von der Großberzog- [leben chreraistaaiskaffe fiir das Jabr1887 der Betrag ddr) 300,34 zuge- Zangen._ Auch die Bibliothek des Museums hat von Selim) der Groß-
erlelck) badischen Regierung, speziell dem badischen Ministerium der Justiz, des Kultus und des Unterrichts, ein berdorragendes' Geschenk erbczltcn, bestehend in den Miniaturen dcr Maneffe'scbethedcrband- cklfk- _ Die Sammlung drr Gipsabgüsse ist übrigens, wie weiterbtn gemeldet wird, neuerdings um ein Werthvolies, längst ersehntes Stuck
bereichert worden. Dje.Ve_rwaliung des Königlichen Provinzial- Museums zu Breslau bat namlich m der Vorausseßung eines äbn- lichen Gegengescbenks einen MZF von dem merkwürdigen Grabmal des Herzogs Heinrich 17. von ltfirn m der heiligen Kreuzkirche zu Breslau geschenkt. _ Die in der vorigen'Nummer des „Anzeigers' gemeldete Stiftung des Hrn. von Lanna nz Prag für die Porzeilan- sammlung betrug nicht 300 „sé, wie irrtbümlicb dort ge- sagt, sondern 500.76; eine sisolcb? von 300 „14. hat der genannte Gönner des Museums inde en _1th der früheren folgen lassen. _ An der Spitze der Geschenke fur das Kupferstichkabinet ist eine eigenhändige Radirung von der „Prinzessin Maria, Gräfin don Flan- dern, der Gcfchenkgeberin aufgefubrnt, dqrsteiiend das Sckoloß zu Sig- maringen. _ Angekauft Wurden?“ Fur die kunst- und kulturgescbicht- lieben Sammlungen: eine Partie Lederschuhe und Sohlen, eine Spindel und ein Gagairing römrschxn Ursprungs aus Mainz, einige frßbmittelalterlicbe Seidengemebe, eine bolzgescbnitzte Madonna mit Kind (aus dem 16. Jahrhundert), eme bemalte zinnerne Figur eines Landsknecbis auf sechsseiligem ' UntZrsatZ (wvbl Träger eines Leucbtcrs, 16. Jahrhundert), em Kaitcben mii bemalten Holz- schnitten nacb Jost Amman, sechs PorzeÜansiguren ( a- brikai von Höchst, 18. Iabxbundert) und eine Sireicbzit er. _ Ferner kann die (Chronik eine ganze Rribe neu angemrldeter Jahresbeiträge verzeichnen und von mancherlei anderem Zuwachs der kunst- und kulturgcsciyichxlicbey Sammlungen, des Kupferi'ticbkabinets, ier Bibliotbek und des Archivs berichten, welcher durch Ankauf, (Ge- schenk und Drposiiitm erfolgt ist. _ In dem 9. Bogen 11. Bandes der „Mittheilungen cms detxi Germanischen Naiional-Museum“, welcher der Nummer des „Anzeigers“ beiliegt, beschreibt Direktor A. Effenwrin zwri schöne Rococo - Orfen, wklcbc sich im Be- fiß des Museums befinden und Von drnen Abbildungen beigegeben sind. 131“, . J. Rée bespricht einen Buck)- cinband vom Jahre 1686, Weicher einst das .Saalbuci) der Stifftung der Frembden Sonderiiecben“ umschloß (in der Samm- lung des Muscnms) und der Wegen der cbarakteriitiscbcn Abbildung eines solcbcn, mit der vor Anmiberung warnenden Klapper (msgs- siatteien Kranken, auf dem vorderen Deckel, kulturgescbicbtlick) inter- essant ist. Hans Bbicb giebt eme Liste _der in dem .Todtrngelärrt- buch“ (in der Bibliothek drs Museums) aufgciiibrien Nürnberqrr Maler des 16, Jahrhunderts. _ Ferner sind dcm „Anzsig-Zr“ die Bogen 8 bis 11 des Katqlqgs der im Germanischen National- Museum besmdlirbrn vorge1ch1chtliichen Denkmä1er beigrlegt. _ Dic nächste Rammer des .Ynzerger-Z“ wird Anfangs Dszember ausgrgebrn werden und de'n Srbluß des Katalogs dcr dorgrsch2ich11ichrn Denkmäler enibalten. '
_ Dcr kiirzlich erschtrnene 52. Jabrgana der 9111 renommirtrn Jahrbücher des Vereins fur mecklenbUrgische Geschichte und Altertbumskunde, berausgegeben vomArckxivarDr.Schildt zu Scbrrerin, zeicbnrt sicb durck) Reichbaltigkeit und Grdiegrnöeit aus. Er bietet folgende Beiträge: 1) Untersuchungew zur jüngeren Bronze- zeit in Mecklenburg, von ])r.R. Beliz, Gymnaiiallebrer zu Srbwerin. Mit 2 Tafeln. _ 2) Gaßirum Wustrow. don Archivar ])r. Srbildt zu Schwerin. Nebst ] Tafel. _ 3) Die Wappen drr bis 1360 in den beuiigen Grenzen Mccklcnbnrgs vorkomnirnden Ge- scblccher drr Mannschaft, Von Dr. 11196. Crull zu Wismar. _ 4) Rostocks Stellung in der Hansa. von Stadtariééirar Dr. C. Kovpmann zu Rostock _ 5) Geschichte drr Stadt Laage. Erster Tbeil. Von Pastor C. Beyer zu Laage. Nrbsi 3Taieln. _ 6) Mecklenbiirgische Truppen im däniichen Dicnsic, _KVOU Obrrst- Lirutenanni Frbrn. don Sell zn Brrlin. _ 7) Kleinere Mit- tbeikungen: 1) Dil: Alt-Kalenfcbe Pfarrbuie zu Damm. _ 2) Der Grabstein des Abtes Job. BiUcrbkck, grit. 1349, in dcr vormaligen Klosterkirche zu Dargun. Von Landdwii C. von Preisentin zu Dargun. _ 3) Nachgrabungen auf der Fiicbcrinsel im ToUensc-Sre und auf dem Wustrauer Felde, von Arcbirar 131". cbildt zu Schwerin. _ Die Arbeit des Dr. Cruil, eines der ältesien und vsrdientesten Griebicbts- und Alterthumsforirbrr Mecklenburgs ist eine rößrrr Studie. Von 693 Wappen und Srbiidfiguren bringt der Vrr affcr tbcils die Abbildungen, theils die Erklärungen, Die „Geschichte der Stadt Laage“ don Pastor Beyrr, dcr fick) durch eine bistoriécbc (Erzählung _,Pribislav“, die drmnäcbst zu Leipzig in BUchiorm erscheinen wird, 103011 im vorlrtzien Fabre vortbcilhafi bc- kannt gemacht hat, in gseichfaiis eine umiänglicbc imd vrrdiensidolie Leistung. Die Abbandlung des Oberst-Lieutcnanis Frribrrrn don Skil licfert ans den Akren dcs Großbrrzdglickyen 0“ rbeimsn und Hath-Arckyids zu Schwerin und anderen Queiirn [esrns- wertbe Daten Und Nachweise. Gleicbzriiig mit dem _52. Bande der Jabrbücbrr erschien ein von dem verstor- benen Sekretär im Statistischcn Bureau Ludwig From m zu Scbwerin scbr sorgfältig angeirrtigtes Register iiber die Jahrgänge 31-50 der Jabrbücbrr und Jahresberichte des Vereins. (279 S. 8.) _ Drr none Vorstand des Großherzoglichen Archivs, der bisbcrige Siadt-ArckÜvar Vr. Grotsiend aus Franksnrt a. M., bat sein neues Amt angetrcien. Demielben wird von der Siäiic seiner bisberigrn zwölfjährigen Wirkjamkeit ein warmer Naciiruf ge- widmrt. Sein Verdienst ici neben seinen wisienschaftlichn Arbeiten nicht nUr die Neugrstaltung des Frankfurier Archivs, deffen reicbe und für die drutsche_ Kaiscrgrscbicbte besonders bcdruisame Scbäize durcb ibn der wissemcbaitlicbcn Forschung zugäng- lich gemacht wiirden, sondern er habe auch außerbalb seiner Berufs- spbäre erfolgreich gewirkt.
_ Sorben e11cbicn: .Ebbardt's Modcn-Album", Hsft 18 (1887, .Wir 2), Herbst- und Wintcrmoden 1887/88 (Druck und Verlag von Fraxiz Cbbardt u. CO., Berlin W., 89 Ringstraße und Joackyimsibalersiraßc 18/19, 2,20 „ckck). _ anali: Mehr als 200 Holzschnitt-Jllystraiionen, darsieUcnd: Vollständige_Wiziigr fiir Damen. _ Voliständige Anzüge fiir Mädchen. _ Vollständige Anzüge für Knaben. _ Einzéltbcile von Toiletten. _ Verschiedenc Handarbeiten. _ Paricr- und Cartonnageartikel. _ Beilagcn: ]) Eine farbige Handarbciisiafel. 2“) Ein farbiges Maskenbild. 3) Ein großes 5Yam)- rama mir Winter-Confeciidns. _ Drr reiche Jubalt dirses Hcfts bietet den Damsn «Zorbilder fiir die eiyfacbst'e HaUsioilette wie fiir den cicganien Visitcnanzug, Modelle, xiir Conicctions und Kinder- atizüge, wertbvolle Winke über Anfertigung der rinzelnrn Klriduniis- stücke und nüYlirbe Angabcn iibrr Wahl und Vrrbrauck) dcs Stoffrs. „Praktisch: Bsrwrndbarkcit“ iir als Stempel Allem aufgedrückt, was in Wort und Bild in diesem Album geboten wird; mit Vermridimg ailes unnüyen Rcdcsckpwulstes iit Verständlichkeit und Klarheit ziir Richtscbmir geiiomwen. Das Bcrcicb der Handarbeiten isi berii-- sichtigt durch eine [)öcvst praktische Liiie, angebend, wc_[che Farben zu den cinzolncn Mustern der Ebbardt'1ck7en Aufriättmuiirr gcnowmrn iverdsn müssen, sernrr durch eine detaillirte Anleitung zur Herstellung der rrizcnden Filigranarbeit, und schließlich durch eine Reihe hübscher Pbantasrcarbeitcn. '
_ Die in Leipzig am 8. d. M. ersrbemende Nr. 2310 der ,Jllusirirten Zeitung“ enthält folgende Abbildungxnt Zum 60. Geburtstag Arnold Böcklin's. 6 Abbildungen: Portrat Arnold Böcklin's. ViÜa am Meer. Nach einem Gewäldr _von Arnold Böcklin in der Galerie Schack zu, Münchkn._ Die Najüdsn- NEUF) dem Gemälde don Arnold Böcklin im Muirnm zu Basel. Die Todtcninsel. Nach dem Gemäldc von Arnold Böcklin im Museum zu Lsipzig. Von Piraten überfallene Burg am Meer. Nach dem Grmälre von Arnold Böcklin. Im Spiel. der lelen. Nach dem Gcmälde von Arnold Böcklin. (Doppelseitige BUWAL) , *" , Dkk Singer und die Yierker. Titelbild aus, „Ein tciiticbes MeisterlieZW bucb“ aus dem Jahre 1600. _ Alois v. Brtnz, + am 13. Srp- tember. _ Berni). v. Langenbeck, i" am 30. September. _ Die neue Synagoge in Münchcn. _ Der Hallenbau der neuen Shuagoge in Miinchen. _ Drei Tage auf „dem Montblqiic zurn Zwecke meteorologiscbcr Beobachtungen. 4 Abbildungen: Aufstieg mrt 24 übrern. _ Zeltlager auf dem Gipfel._ Das Innére drs Zelies. _ 9 usriistung eines BcobaÖtcrs mitiGeficbtstnaske und Schneebriile. _ Dcr französiscbe Revanche-Agitatvr Paul DöroulSdr. _ Poly- iccbniscbc Mitibcilungcn: Piamno mit Pays don Jankds Neu- Klaviatur. Anordnung der Tasten drr Jankö'icbcn Ncu-Klavraiur. _ Moden: Hrrbstbütc. 4 Figuren.
Land- und Forstwirthschaft.
Die Zeitschrift ,Das Pferd“, redigirt von Frbrn. yon Boelßig, Verlag von Friese 11. von Puitkamer in Dresden, bringt in ihrer éebnten Nummer des Jahrgangs 1887 folgende Beiträge: Die Ent tebung des englischen Vollblutpferdes. Von R. Köcher,Ober-Stabsarzt a.D. und Kreis-Tbierarzt. _ Einige Bemerkungen über die Artikel „Dgs Jahren als Kunst“ in Nr. 2 und die Zäumung des Wagenpferdes m
r. 9. Von Fr. Ehrhardt. _ Ueber Six; und Yihrung. Von. Friedrich Triebel. _ Zu frübe Benußung der_Pferde. * on Pr Giers- erg-Eimsbüttel. _ Wie lang so der Pserdebäcksel sem? Von Heinrich Tbeen-Söby. _ Verschiedene KrankheitSursachen der Haus- tbiere. Von Ableitner, M. B. A. a. D. _ Ein .untrü liches“ Mittel. Von Heydebrand-Lasa,Major 3. D. _ Umschau. _ atent- liste. _ Literatur. _ Sprechiaal. _ Inserate.
Vetérinärivesen.
Vereinigte Staaten von Amerika. Das 'Terasfieber ist nunmehr auch unter dem Rindvieb zu Akkonv, (Grafschaft Miami, und zu Springfield, Grasjchaft Clarke (Ohio), ausgebrochen.
Gewerbe und Handel.
Vom Berliner Pfandbrief-Jnsiitut smd bis Ende September 1887 8875 500 „js 3250/0ige, 20377500 „14 49/0ige, 44 678100 „M «()/gige und 9476 400 «34 50/0ige, zusammen 83407500 „76. Pfandbriefe ausgegeben, wovon nocb 8735100 446 320/0ige, 17 364 300 „M 40/0ige, 27 113 700 “14 430/0ige und 4412 400 „ck 50/0ige, zusammen 57 625 500 „M Pfandbriefe Seitens der Grundstücksbesißer verzinslicb sind. Es find zugesichert, aber noch nicbt abgehoben 635100 „FC:, im Laufe des Monats September 1887 MILÉJJM 2 Grundstücke mit einern Feuer-VersickyerungsMrtb von 176 „M
_ Auf die Interimsscbeine dsr in Liquidation befindlichen Fonds Maklerbank gelangt jeizt die Resiquote mit 21 „M 75 „xz zur Rückzabiung. Da 225 „76 oder 90 0/0 auf die mit 250 „74 einge- zablien Aktien bereits am 1. Mai v. J. bezahlt worden find, erhalten die Aktionäre aus der Liquidatiou nahezu den Gesammtbetrag der Einzahlung zuriick,
_ Nack) dem GciÖäitsberiÖt der Berliner Yiascbinen- ban - Aktien = Grieilscbaii, Vormals L. SÖWaeropff, fÜr das Jabr 1886/87 ist die Verwaltung in der Lage, eine Divi- dende in Vorschlag zu bringen, mciche die leßtjäbriqe noch um ein Geringes übcrstcigt, nämlich 35% gsgen 33§9/o drs Vorjabres. Zu Abschreibimgrn wurd-sn dieses Mai nur 540 000 «;ck gegen 920000 «M im Vorjahre vrrwendri. In Folge drr zu Voller Zufriedenheii _aus- gefaÜenen Torpedo-Lieferungen für die iialieniscbe Regierung iii es der Direktion im Dezember vorigen Jahres gelungen, einen ferneren brdeaicnden Kontrakt fiir Italirn abznscbließen unter_ der Bedingung, daß der größsre Tbcil des Auftragc's in Jtaiirn jeibstdusgefübrt Werde. ZU dieirm Brbufe wurde der Bau von Werkstätten auf eigsne Rechnung in Vrnedia beqonnrn. Die Gebäude, weiche erforderlich sird, werden im Laufe diasrs Winters, die Insiailatidnen der Werkstätten im 11ächsien Sommrr becndct sein. Mie bis dahin an das italienische Gourerncmrni zu [ieferndrn Objekic w:“rden inzwischen noch von den Berliner Ciabliffemcnis hergestellt. Jm_ Ganzen sind bis zum 30. Juni d. J. erst 88 681 „xz für Ankauf dsr Grundstücke und die ersten Baukostrn für Vrnedig berausgabt. Wie im vorigen Jahre find ami) in dem lrtziabgelauienen dir gesammten Modelle wiederum mii mir 1000 „M, (111€ Zeichnungen nebst Biblioibsk mit 5000 „44, iämmilicbe Biircaa-Jiwentarien sowie das Patenr-Conio auch nur mit je 1000 „76. in Inventur gestillt. Am 1. Januar d. I. ist der Rkst der Berliner Hypothek mit 1 159 560 „is zurückgezahlt. Die auf dem Kirler Etablissement noch rubenden 40 000 „44 find erst per 1. Januar 1889 rückiablbar und werden dann abgestoßen werden, womit der gesammte Grundbefiß bvwoibckenfrei wird. Der Umsaß des abgelaufenen Grschäiisjabres beziffert fich auf 8820158 „FC: (1885/86 8457134 34). An definitivrrt neuen Aufträgen liegen in runder Summe für 8200 000.37. (1885/86 7 000 000 „is) vor, wvvon auf Italien allein 4400 000 «M entfaiien, jvclcbc koniraktlick) bis 1893 zu erledigeri sind, während ernste Untrrbandlungen Wegen anderweitcr größerer Oeichäfte ichw6bxn. In Folge des acringen Umicblagrs im Lokomotivbau skbwankt die Kopfzabl des Personals zwijchen 1700 bis 1900 gegen 1800 bis 2000 im Vorjabr. Fiir die Garantie- und Schädenreserve wurden 130 000 „xz. (188586 80 0.10 «M) eingrsieÜt. , In der Bilanz fignrircn die chiidren incl. 2998 804 „js Banqmergutbaben mit 4031110 «76, die Kreditdrcn mit 1086 485 ck16: Dcr _Effrktenbefitz dcr Geseiiicbzft bezifferte sick) anf 621149 „zz und der Kamenbestand auf 342 754 „M Dir Bririebsmaierialien, Vorrätbe und in Arbeit befindiicben Mascbincn sind mit 1405 740 9173 bewart.
_ Dem Geschäftsbericht der Verernigtsn Chemischen Fabriken zu Leopoldsball, Aktiengeseliiibait, für das Jahr vom 1. Jali 1886 bis 30. Juni 1887 findiolgrnde Mittheilungen ent- nommen: Dcr erzielte Gewinn war zwar nicht dem fri'tberer guter Jak): gleich, doch zeigt er einen erfreulichen Fortschriix, 1 011791 «74 gegen 867 859 «is des Vorjabres. Im Laufe des 2. Semesters trat eine allmähliche Besserung der Nachfrage nach Cblorkalium cin, welcbe eiiie Steigrrung der täglichen Normal - Carnallit - För- dernng von 45 000 anf 50 000, Mitte März dann proviso- risch sogar auf 55 000 Csntner nothwendig machie. Leßtere dro- vifdriscbe Förderiiffer bcstebt chte noch und muß nacb Maßgabe der abgeschlossenen Verkäusr bis Schluß des Kalenderj'abres aufrecht er- balten ivcrdcn. Dic Fabriken produzirten: Cblorkaltum 333 400 Ctr. grgen 290 840 Ctr. im Vorjabr, Düngesaize 33 710 Ctr. gegen 77 951 Cir, Glaubrrsaiz raffinirt und calcinirt 40 713 Sfr. gegen 43 702 Gtr., Diverses 184 498 Ctr. gcgen 120844 Ctr. Die Fabriken vcrbraucbicn für K'oblcn 277 888 „is gcgen 290 203 „M, für Löhne 416127 „js gcgen 413 560 „16 im Vdrjabrr. Die Koblenförderung be- trug 1 134 465 111 grgen 1030 255 bl. Das Koblenbcrgwcrk in Groß- Müblingcn bar obne irde Störung gearbeitet; eines gleick) unge: störten Beirirbes erfreute fick) das Bergwerk „Ludwig 11,“ Die Karrailiiförderung desselben auf drn konventionsuzäßigen Anibeil be- trua 1 129 623 Str., wozu noch 245 700 Ctr. Hülssfördcrung für das in Bciricbsstörung befindliche Werk in Aschersleben kommen, so daß sicb die Gesammikarna[[itfördcrung ani 1 375 323 Ctr. stelit, in einem Geiammidcrkaufswerib don 757125 „jk, An Düngesalzen wurden auf „Ludwig 11.“ verkauft 130 028 Etc., an Steinsalz 504 735 Ctr. Die in drr Bikinz aufgeführten Effekirn im Betrage von 464 593 „66. be- strben aus 328 000.36 4 0/0 Preußische ,ii'onsols, 100 000 914 49/0 Deuische Reichsanleibe, 21900 „46 4 0/0 Prioritäts-Obligaiionen der Rbc-ini1cbcn Eisrnbabn. Fiir den nacb Abzug von 171218 „14 Abschreibung auf die Fabriken, 54 000 „74 Abschreibung auf die Grube verbleibenden Uebxrscbnß von 786 524 „ck 1chlägt der Aufsichtsrat!) der Gcneral- versammlung folgende Verwcndung dor: Gratifikationen für die B:- amten 9000 „“.-, Invalidrnfonds 12 000 „36, 59/0 von 786 524 an den gescßlicbcn Rrirrdrfrnds 39326 «., 60/0 Dividende, auf die Stammaktien 612 000 „66, 6% aiif die Stamm-Prioritätsaktien 66 024 „M, 4% von 678 024 „14 Tantiéme an den Auffickpisratb 27121 «46, Spezial'Reiervrwnds, Zugang für Zinsen 19162 «ki, Vortrag auf neue Rechnung 1890 „M
_ Dem Grscbäftsbericbt dcr „Vercinigte Stralsunder Sdielkarien-Fabriken“ Aktiengoseüscbaft für das Geschäftsjahr Vom 1. Juli 1886 bis 30. Juni 1887 entnehmen wir Folgendes: An Stcmvelstcuer wurden im vcrfloffenén Geschäftsjahre 260 122 «16, pro 1885/86 223 051 ck14 bezahlt. Die Gesammtsumme der Verkäufe von qcstempelten und un-Jkstempclten Spielkarten, Kartenspänen u. s. w. beläuft sick) auf 537 883 „M, 1885/86 469 816 «16, demnach bat die (Gesellschaft 68 067 „!(-. Mrbrumiaß im letzten Geschäftsjahre gegen das voraufgegangene erzielt. Die Verluste auf Aanitändc betragen in diesem Geschäftsjahre 2188 „74 Nack) gescbebener 5 ekanntmachung des in der Gcncralvcrsammlung vom 16. Oktober 1886 gefaßten Beschlusses, dcn anabcrn von_ Aktien 13. durch N5chzab1ung von 25 0/9 oder 150 „44 pro Aktie die Umwandlung ihrer Aktien in Urt., 4. frei zu