1887 / 234 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 06 Oct 1887 18:00:01 GMT) scan diff

stellen, wurden Weitere 325 Stück Aktien 13. zur Konvertirung ge- bracht. Dieser ganze Betrag vvn netto 50 034 «sé wurde auf Eta- bli ements Conto abgeschrieben. Der Nettogewinn per1886/87 in e von 58 971 „M vertheilt ich wie folgt: 53 0/0 Dividende von 900000 916» = 49 500 „M, zum ' eservefonds 2944 „76, Tantidme des Aufsichtsratbs 2944 .“, Tantiäme der Direktion 3391 «45, Vortrag auf neue Rechnung 190 „M

_ Die Generqlversammlung derAkiiengesellschaft „Lauch- hammer“ vereinigte Vormals Gräfl. Einsiedel'sche Werke war von 14 Aktionären mit 2464 Stimmen besucht. Der Abschluß, der Geschäftsbericht und die Dividende von 5% auf die konvertirien Aktien wurde genehmigt und das ausscheidende Mitglied des-AuifiMsrqtbs, Banquier Mende in Dresden, wiedergewählt.

_ Die 111 Madrid erscheinende amtliche .Gaceta“ vom 1. d. M. veröffentlicht die schon telegrapbisck) angekündigte, die Ver- zollung von deutschem Spiritus betreffende Königliche Verordnung, Welche nach der „B. P. C.“ wie folgt lautet:

1) Das bei der Einfuör von Branntwein aus Dcutschland bisher auf Grund des Artikels 12 des deutsch-spaniscben HandelSvertrages erforderte Uripruygszrugniß kommt in Wegfall.

2) In (Hemaßbeit der im Schlußprotokoll zu dem gedachten Ver- trage zum Art. 9 desselben abgegrbenen Erklärung folien in Zukunft die spanischen Konsuln in deutschen Häfen gkhalten sein, von'dem Vrrschiffer deutschen Branntwäns nach Spanien die Vorweisung eines Duplikats des für den beireffcndcn Branntivein von der deutschen Behörde auSgesteÜien Bonifikaiions-Anerkenntniffes zu ver- langen, welches sie visiren und drn deutschen Jniereffrnten wieder zu- stclien werden, damit Letztere es der spanischen Zollbehörde, bei Welchcr dir Vcrzoüung stattfindet, vorzeigen können.

3) Branntwein, welcher obne das 5111) 2 gedachte Dokument aus dent1chkn Häfen cingcfiibrt wird, wird vom 15. Oktober d. I. ab nicht als deutsches Fabrikat betrachtet, und daher als Erzen nis; aus einem Niciytvertragslande nack) der erstrn Kolumne des fpanis en Zoll- tariis 56010111 Werden.

Lond011,6.Okwbcr„ (W. T. B.) Das Bankhaus Rotb- scbild kündigt die Emission einer 43% chilenischen An- [cihe im Betrage Von 1113 781 Pfd. Stars. zum Emisfionscours von 973 an. Die Anlsibe wird aufgenommen zum Zweck der Ein- lösung der Von Peru ausgegebenen Ceriifikaie für den Ankaui der SalpeterWerke bei Tarapaca, welche jetzt Cigentbum der chilenischen Rc-gierung gkworden sind. Die Auwrtisirung dieser Anleihe soil er- folgen durch einen Anwriisaiionsfonds, welcher aus jährlich 3% ge- bildet wird. Die Subskription wird am 6. d. M. eröffnet und am 7. d. M. geschlossen.

Wasbiniiton, 5. Oktober. (W. T. B.) Das Sckyaßamt kaufte heute für 87100 Doii. 40/0 und für 1657100 Dol]. 43% Obligationen.

Sanitätsivesen und Quarantänewesen.

OesterreiÖ-Ungarn.

Das Königlich ungarische Ministerium für Ackerbau, Jndustris

und Handri hat mit Verfügung vom 28. September 1887 angeordnet,

daß den Schiffen, welcbe von der Küste Italiens _ ausgenommen

Venedig _ kommen und einen Arzt an Bord Haben, die Reisezeit auf

dt? siebkntägige Quaraniäne anzureckmen sci. (Vergl. ,R.-A“. Nr. 228 vom 29. September 1887.)

Berlin, 6. Oktober 1887.

Auf das Glückwunschschreiben des Vorstandes des Vereins der Berliner Volkskücben von 1866 zum Geburtsfest Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin isi demselben nachstehen- dcs Allerhöchstes Handschreiben zugegangen:

„Dem Vorstande des Vereins der Bérliner Volksküchen danke Ich aufrichtig für die Mir dargebrachten Glückwünsche zu Meinem Geburtsfesie. (Es ist Mir eine Freude“, zu sebcn, daß das gemein- nüßige Unternehmen fick) zu einer so ansehnlichen Ausdehnung ent- faltet, und das W051 Visier bie'rdurcb gcfördert wird. Ich kann nur wünschen, daß (Gottes Segen demseibcn aucb ferner bcschiedsn sei, und werde Meinerseits nie aufhören, Meine voUe Tbeilnabme und Förde- rung den Volksküibcn in alter Anerkknnung zu schenken.

Baden-Baden, den 3. Oktober 1887.

Augusta.“

Die erste der diesjährigen Königlichen Parforce: Jagden findet mor en, Freita , den 7. d. M., statt. Rendez- vous: Mittags 12 Lhr am Forsthaus Plantagenhaus der Oberförsterei Potsdam. -

Der Vorstand des Vereins der BerlinerVolksküchn von 1866 bat bcschlos]e_n, vom 1.0kwber d. J. ab in den Volkskücben aucb Mittags einen Becher Kaffee („mit?)iilck) und Zucker) 5 5 48, sowie ncbcn den bisherigen ganzen und Halben ortionen Gemüse mit Fleischbeilage ein Stück Fleisch oder eine urst besonders 8. 5 „3 zu verabreichen. In den 15 Berliner Volksküchen wurden vom 1. Januar bis 1. September 1887 Mittags verspeist: 63 453 ganze und 1032 093 balbePortionen, Abends vom 1.Ianuar bis 1. April 34 926 Port. 8. 10 „3, 156 079 Port. 8 6 „Z, 2670 Port. 3. 5 „_K, also im Ganzen Mittags und Abends die ansehnliche Summe von 1289221 Portionen. In den beiden Speiseanstalten für Frauen und Mädchen, Kronönstraße 12/13 und Alexanderstraße 389, sind verspeist 13 497 Portionen zu_ 30 „3, 24 615 zu 25 «5, 7139 zu 15 „3 und 9121 Portionen Kaffee zu 5 „3. Diese Frauenküchen erfreuen sich der größten Anerkerxnung, da sie _in der qut einem Be- dürfniß entsprechen. Seit Beginn des Herbstes ist der Besuch der Speisenden in den Volksküchen in einer bedeutenden Steigerung be-

riffen und die Einrichtung des Mittags-Kaffees wird mit großer reude begrüßt.

Die Trauerfeier, welciye der Beisetzung der Leichen des Wirk- licbkn Gebiimen Rails, Professors ])r. vort Langenbeck' und f ciner Gattin vorangmg, bat gesternNachm1ttag_ um 3,11br m der Kapelle des Matthäi-Kirchbofs stattgefunden. Die Kaiserlichen Majestäten hatten bereits in Wiesbaden den Hinterbliebenen Ihre innige Tbeilnabme bcwieskn. Die Kronprinzlrrhen Herr- schaften ließen kurz bor Beginn der Trauerfeier emen prächtigen Kranz an den in der Kapelie zwischen Palmen und 'Lorbeeren aufge- babrten Säraen niederlegen. Im Avftrage der Prinzessin Wilhelm übergab Freiherr von Mirbach einen Palmenwcdel tmt einem Ro en- bouquet und einer Schleife mit dem Namenszuge der Prinzessin.

rinz Friedrich Leopold widmete einer) Lorbeerkranz, die General-

djutanten Sr. Majestät des, Kaisers,. von Albedyll, Graf Lebnerff, Fürst Radziwil] und die lügcl-Adjutanten von Brösigke, von PetkkÖdoiff und von Bülow ein iebenfaches Palmenarrangement. Auch von anderer Seite waren zahlreiche Blumenspenden eingetroffen. Die trauernde Familie, der Sohn, die Töchter, SchwieYrsöhne und Enkelkinder hatten vor den Särgen Mass genommen. ' en übrigen Theil der Kapelle und den Play vor der elben füllten yieje Hunderte von Leidtragenden. Erschienkn waren 11. A.dieStaats-Min1ster1)r von Goßler und 01“. Lucius, der Chef derAdmiralität, (General-Lieutencznt von Caprivi, sowie vieleGenerale. Von Auswärts Waren bcrühmterrrur en eingetroffen. Die hiesige Universitätbatie offiziell den Rektor ProieYor Bohlen und den Universitätsricbter Dayde entsandt; ibnxn schlo en sich der Dekan der medizinischen Fakultat, Professor Dubois-Reymond und viele Professoren an. Auch die Stadt Berlin war offiziell ver- treten. In dem langen Mittelgange, der mit Lebensbaumzweigen_be- streut War, hatte der Ausschuß der Studirenden mit dem Universitats-

banner und der Fakultätsfabne, der Ausscbu der militärärztlichen Bildungsanstalten und der Landwirtbscbaftl chen Hochschule und die Cbargirten der studentischen Vereine, des 1). 0. des 11. (ck., des 7. 1). 811, des Gymnafialverbandcs, der Freien wiffenschaftlicben Vereinigun u. s. w. mit Fahnen und Bannern Auf- steUung genommen. Der C orals , sus meine Zuversicht“ eröffnete die Trauerfeier. Dann nahm Ober- ofvrediger 1). Kögel das Wort zur Trauerrede, in der er ein Lebens ild der Verstorbenen gab., Nack) abermaligem Gesange wurden beide Särge durch die Spalier bildende Studentenschaft hindurch nach der griin ausgelegten Familiengruft überführt, wo an der Seite des Sohnes die Beiseßung erfolgte.

Für den 6. Deutsch-ebangeliscben Kirchengesangstag, der vom 11. bis 13. Oktober bierselbst stattfindet ist nunmehr folgeride Tagesordnung festgesetzt: Am 11. Oktober, Nacßmiiiags 23 Uhr, wird im kleinen Saale des Arcbitektenbauses die Ausschußkonferenz des deu1schen Geiatnmtvereins ihre SiYuZ? balten. Seitens der Provinz Brandenburg sind außer dem orfißenden 1). Kleinert die Hrrn. 1), Frommel, 1). von der Gol , 1). Greiff, Hübner, Tk). Krause und Trinius in die Kon ercnz delegirt. Abends 73 Uhr wird die Be rüßungsversammlung im großen Saale des Architektcnbauscs iatifinden Berliner und Potsdamer Vereine haben die Verschönerung derselben durcb Cborgesänge in Aus- sicht gestellt. Am 12. Oktober, Vormittags 10 Uhr, wird die Generak- versammlung in der Dreifaltigkeitskirche stattfinden. Bei derselben wird der St. Nikolai-KirÖcnchor _am Eingarige einen Cccard'scben Choraliaß, im Fortgang die Bach'We Motette: „Ich [affe dieb nicht“ zu Gehör bringen. Das Referat erstattet Hofprediger 1). Helbing aus KarlSrube über die Frage: „Auf welchem Wege kann ein einheitlicher deutscb-ebangeliscber Öemeindegesang bergesteiitmerdcn?“ Abends7 Uhr findet die liturgische Fesifeier in der Garnis011kirche statt. Die Ansprache in dersel en hält (General - Superintendent ]). Brückner, die Liturgie Hofprediger ]), Frommel. 12 hiesige Kirchen- cböre werden unter Prof. Sacco's Leitung die Gesänge ausführen. Für den Vormittag des 13. Oktober ist die Besicbti ung der König- lichen Sammlungen in Aussicht genommen. Am iacbmittag um 6 Uhr findet in der Bergakademie untcr Direktion des Prof. Blumnrr eine große BaÖ-Auffühmng statt, bei der eineAuswahl des Schönsten aus Bacb's Festkantaten zu Gehör gebracht werden wird. Eine ge- seÜige Schlafwcrsammlung im Saale des Postgebäudcs in der Oranien- burgcrstraße Nr. 35, brendet dann den Tag.

Die .Deutscbe Kolon-Ztg.“ schreibt: Frohe Botschaft aus Kamerun, deutsche Kulturarbeit fängt an fick) zu bewähren. Die da wor einigcn Jahren behaupteten, deutsche Tüchiigkeit und deutsche Erfahrung seien hinreichend, um die (i_[Le'rdings schwierige und ver- wickeite K'ulturaufgabe der troYischen Kultivation, welcbe wir mit unsern afrikanischen Bcfiyerwer ungrn übernahmen, bsfriedigend zu lösen, ja aus" dicscm Gebiet vielleicht mehr zu leisten, als die anderen Völksr unscrcr Rasse _ fie werdeii Recht behalten, Wer freilich die Vorbedingungen zu solchen Leinunaen am unrechten Orte suchte, der mochte Wohl verzagen. anwiscbcn haben sie sich da gefunden, Zo Lie zu erwarten waren, in unseren Pansasicidtcn, Vornehmlich in

am urg.

Es wird Vielen bekannt sein, daß sich daselbst im Frühjahr 1885 eine Kommanditgcssüscbaft Unter der Firgna „Kameruner Land- und Plantagengcsclischait Wocrmann, Tbormablexi u. Co.“ bildete, an deren Spitze die Namen der beiden bauptsäcbltcbsten deutschen Handels- Häuser in Kamerun stehen: Hr. Adolf Woermann, in Firma Carl Wocrmann, und Hr. Johannes Thormäblen, in Firma'Janffcn u. Thormäblen. Mit V0rfich1, Sachkenntnis; und Umsicht ging man zu Werke, und es scheint, daß eine glückliche Hand dies Unternehmen leitet. Es liegen über „dasselbe bis jexzt drei halbjährliche Be- richte der Geseüscbaft an ihre Kommanditisten vor; außerdem war die „Hamburger Börsenballe“ bei einer Bespreckyung dieser Berichte in der bevorzugten Lage. eine Reihe von Gesclyäfisbriesen der Gesellschaft einzuscben, welcbe ibr einsn voÜständigen Ueberbiick über die gegen- wärtigkn Verhältnisse dieses Unternehmens gewährten. Nach den daraus veröffentlicbtcn Miitbeilungen ist diescr Ueberblick ein durch- weg erfreulicher. '

Vor Allem _ und das erscheint als die Hauptsache _ war die Gesellschaft so glücklich, ganz den rechter] Mann zur Einrichtung und Lkitung ihrer Pkantagen und sonstigexn Anlagen auf ihren Ländereien in Wcst-Afrika zu finden. Es ist dies Hr. E. Teusz, ein gelernter Gärtner und Tabackbauer, welcher Vorber unter Stanley am Congo einige Fabre gearbeitet hatte. AÜL Berichte, welche von verschicdenen Seiten iibcr ihn eingelaufen, sind seinrs Lobes vol], rühmen fein raiioneÜes und energisches Vorgebcn und bezeichnen ihn als den passendstcn Mann für dieses Unternehmen; diss bestätigt auch der bisherige Erfolg desselben. Es handelt sick) hier aber offenbar nicht nur um eine mechanische AnWLndung angelerntcr Schulung, sondern um eine angeborne Begabung dicscs Mannrs, denn seine er- folgreichsten Leistungen sind gerade nicht der Tabackbau, in welchem er schon früberibätig gewesen war, sondern der Cacaobau, auf Welchen die Gesell1chaft sehr mit Recht ibr baupisäcblicbstes Augenmerk richtet.

Der Anbau von Cacao verspricht beuizutage mehr Gewinn als der yon Kaffee, Zuckerrohr und anderen stark überproduzirtcn tropischen Staprlartikeln. Ueberdies sind gerade in Guinea, wenigstens auf den Inseln im Golf von Guinea, besonders auf Fernando Po, schon bis- her mit Cacaobau günstige Erfolge erzielt worden. Von dieser, Kamerun gegeniiber lieqßnden, Insel scheint auch Hr. Tous] haupt- sächlich seine Cacaoschößltnge bezogen zu haben. _ Nach den le ten Berichten ist nun anzunehmen, daß auf einer Fläche von etwa 1 113. urbar gemachten Landes 60_70 000 Cacaobäumcben ausgepflanzt sind, von denen die zuerst eingesetzten 30000 Pflanzen schon im Januar 1). I. eine Höhe von über einen Meter erreicht hatten.

Neben den Cacao-Anlagin betreibt Hr. Teusz auf denselben Län- derrien aucb Tabackbau, und die Gesellschaft scheint noch gegenwärtig der Meinung zu sein, daß dies fernerhin mii Ausficbt auf Erfolg durch?]efiihrt Werden könnte. Dies wird sich vielleicht als Ein Jrribum erWer cn. . . .

Außer mit Cacao und Taback bat Hr. Teusz aucb Versuche mit Jndigopflanzung gemacht, die, schit sie unter den Berichien an die Gesellschaft erwäbnt worden find, günstig ausfielen. AuffaÜend ist, das; die (Geselischaft bisher keine Versuche mit dem Anbau von Chinchona bat machen lassen, der doch so überaus rentabel ist und nur verbältnißmäßig sebr aeringe Auslagen erfordert. Oder sollte dies

escheben und nur nicht öffentlich erwähnt worden sein? _ Dagegrn md auf dem ganzen Gebiet der Ges6111chaft die Kokos- und die Oelpalmen Nicht nur da, wo sie iich fanden, sieben gelaffen, sondern auch an gccigneien Stellen neu an epflanzt. Mit Recht versprichi' man fich gute Erfolge Hiervon. Se r erwünscht wäre es, wenn man mit der Zeit eine rationellere Beschaffung resp. Bereitung des Palm- öls mix geeigneten Maschinen ins Auge faßte. Eine leizte, abcr wichtige Art der Kultivation ist Hier „noch zu erwähnen, wslcbe Hr. Teusz in gebührendem Umfange betrctbi. Es find dies nicbt Export- produkts, sondern solche Pflanzen, welcbe als Nahrungsmittel für die Arbeiter dienen. Hervorgehoben sind unter diesen besonders die 141181106911 (Bananen oder vielmehr Plantanen), die .'satropba 111111111101 (Kaffada) und die KnollengeWäcbse, vor aliem die Yams- wurzel. Nicht erwähnt ist der Reis, den zwar die Eingeborenen der Kamerungegenden bisher für gewöhnlich nicht genießen, der aber doch scbon 16151 die Hauptnahrung der von TeuSz als Arbeiter verwendeten Kruncger bildet, und wobl mit der Zeit auch das wichtigste Nahrungs- mittel für die ganze afrikanische Bevölkerung Werden wird, wie denn der Reis Überhaupt fiir das tropische Klima unstreiti die boil- kommenste und idealste Nahrung ist, Weit beffer und wi tiger 11065 für jene Gegenden als für unsere arbeitenden Klaffen das Brot ist. Wenigstens den trocken angebauten Reis wird man dort sicherlich mit der Zeit kultiviren müssen, selbst wenn man sicb vvr der Schwierig- keit und Umständlicbkeit des nassen Reisbaues scheut.

Neben gutem Geschick für die praktische Gestaltung der Anlagen dieses Unternehmens scheint Hr. Tens] übrigens auch Sinn und guten Geschmack für die landschaftliche und reprasentaiiveAnlagedes Ganzen

zu haben. Die Privatberichte über verschiedene Besuche der Anlagen an denen 11. a. der Gouverneur von Kamerun, Hr. von Soden, Tbei] nahm, machen über dieselberz folgende Angaben:

.Die Farm hat nach hiesigen Boden- und Klimaverbältniffen die denkbar beste Lage. Die Kriegsschiffbucbt, an welcher die Farm liegt gestattet selbst größeren Schiffen, ganz nahe aus Land zu kommen;, der die Farm umgrenzende Mofimoselie- luß bietet_ verschiedene sebr gute Landungs- und Ladungspläize un wird [Vater durch seinen Fischeichthum eine wichtige Hülfsquelle zur Ernahrung der Arbeiter wer en ....... “'

„Am nächsten Morgen fuhren wir zur quntage und wurden so. wohl durch den Umfang und das Gedeihen, kme auch"durch die treff. [iche Anordnung derselben in ihren einzelnen Theilen uberrascht. Die élantage liegt auf eincr hoben, mit steilen Uferrändern versehenen,

reiten Landzunge am linken Ufer des in „den Kriegsschiffhafen mün- denden Mofimoselle. Von einer- kleinen Einbuchtung hinter der Spjye führt eine Treppe nach oben, wo man gleich das bisherige Wohnhaus, Schuppen und Hütten vor sick) hat, Hinter denen der abgebolzte Naum be innt. Auf demselben find die Oclpalmen und einige andere Bäume ste en geblieben. Das Area1 ist aber so groß, daß sich der Blick zwischen demselben verliert und man eine beträchtliche Strecke geben muß, ehe man den dichten Wald erreicht; und man muß fich Wirklich wundern, wie Hr. Teusz mit seinen wenigen. 928) Arbeitern in der immerhin kurzen Zeit seines Doriseins so wie hat 1chaff9n können, wo doch Bepßanzen und Reinbalten des Bodcns schon so viel Arbeit und Zeit erforderte . . . .

Das bepfianzte Areal wird Von breiten Fuß- und Fabrwegen durchschnitten, die mit Reihen von Platanen- Und Bananenbäumen beseßt sind; ein Wenig hinter diesen sind Kokospalmen gesetzt, die später eine recht stattliche, schattige AÜW „abgeben werden Ein srbr schöner breiter Weg dieser Art, die Viciortastraße genanni, fiihrt yon der Spiize der Landzunge, wo das neue Wohnbans gebaut„wird, die Landzunge durchschneidend nach dem Walde, und 1011 allmahlich nach Victoria weitergeführt werden. Der Platz fiir das neue Haus scheint in jeder Hinsicht gut gewählt, denn er ['ich hoch und nahe am Meer mit herrlicher Aussicht, und andkrcrsetts wird man vom Dach aus den größten Theil der Plantage übersehen können. _ Das Ganze macht den Eindruck, wie wenn es wohl kaum Hätte praktischer und freundlicher angeiegt werden können.“ , ,

Ailes dies itt in der That höchst erfreulich. 111191616) wichtiger aber ist noch ein ganz anderer Gesichtspunkt; dafs iii die Arbeiter- frage, und auch diese scheint sich dort untcr der glücklrchen Hand des Hrn. Teusz befriedigknd zu lösen. Er hat offenbar sehr wohl daran geiban, sick) fiir die Einrichtung und der] anfänglichen Betrieb dieser Plantagenanlage Kruncger von Akkra anzuwerben, „welche mit ;YflanzungsarbcitM Vertraut waren. AÜerdings sind diese Arbeits-

räfte vcrbältnißmäßig ibeuer, weil sie nur auf zwei Jahre an- wcrden können und man ibnen außer Lohn und Nahrung auch die Dampfschiffspaffage von Akira nach Kamerun und zuriick bezahlen muß., Indessen machen sich diese Arbeiter offenbar sebr gut bezaHlt, wie schon daraus bervvrgebt, daß die sämmtlichen Anlagen bis zu dem soeben beschriebenen Stadium mit nur 28 derselben beWerksteUigt worden sind, von denen 20 ein und ein Viertel Jahr und 8 sogar erst 10 Monate beschäftigt worden waren. Mit anderen als solchen gsschultkn Arbeitern würde die §Un- [age wobl Überhaupt kaum möglich gewesen sein, auch wenn man unter den umwvhnendcn Ncgcrn Arbeitskräfte bätie finden können, welcbe im Uebrigen für die geforderten Leistungen tauglich ge- wesen wären.

Merkwürdig schnell aber bat nun das so gegebene gute Beispiel günstIisg auf die umwobnende Bevölkerung gewirkt. Schon am 20. kai 1886 konnte Hr. Tensz nach Hamburg berichten:

„In Victoria ist jetzt eine Plantagenwuii). Ach legt Cacqo- lantagen an. Die Leute Waren sogar in meiner Nähe; und [ck abe zweimal erst einschreiten müffcn, um die Leute forizubringen.“

Die einfichtigen Leiter des Unternehmens Verkanntcn natürlich den Vortheii nicht, der sich ihnen hierdurch bot, und fie ersuchten deshalb Hrn. Teusz, diese Neigung der Bevölkerung möglichst zu fördern und nach Kräften dahin zu wirken, daß dieselbe sicb dem Cacaobau zu- wende. Auf diese Weise können am ehesten aus den umwohnenden Negerstämmen Arbeitskräfte fiir das GeseUsÖaits-Unternebmen berat): wacbsen, wie dies beispielsweise in Ceylon dcr Fal] ist, wo fichd1e Arbeiter aus der umWoHnenden Bevölkerung nuppweise anbieten Und die erforderlichen Arbeiten in Akkord übernehmen. Wenn eine Durch- fübrung dieses Unternehmens aucb viellcicbt obne so giinstichmstände möglich sein könnte,]o würden dieselbkn dock) zweifellos fiir die Rentabilität der Plantagen sebr förderlich sein, denn von der BiÜigkeit und reichen Auswahl tüchtiger Arbeitskräfte hängt der Erfolg eincs solchen Be- triebes dock) in erster Linie ab.

Das Bestreben des Vorstandes der Gesellschaft ist deshalb sehr mit Recht darauf gerichtet, die einheimische Bevöikcrung ailmäblicb mehr und mehr zur Plantagenarbeit heranmziehen, und in seinem Bericht vom 31. Juli 1886 spricht der Vorstand sogar die Hoffnung aus, in diesem Bestreben von der Regierung tbgtkräftig unterstüyt zu werden. Inzwischen aber hat sich zur Begünstigung dieses Strebens noch ein anderer, höchst förderlicber Umstand Eingestellt. In seinem Bericht vom 30. Juni 1887 tbeilte der Vorstand aus einem Schreibeii des Hrn. Teusz mit: „Da die Akkraleute sähen, wie gut sich die

lantage entwickele, und die Arbeit immer leichter werde, so hätten ie ibn darum gebeten, nacb Ablauf ihrer Dienstzeit aufs Neue engaairt zu werden und die Erlaubnis; zu bekommen, ihre Frauen mitzubringen, um fick) dort anzufiedeln.“_ Hr. Teusz schlug sehr mit Recht vor, hierauf einzugehen, und diesen Lenten aucb Land zum eignen Anbau an'zuweisen, was der Vorstand billigte .......

geworben

Atben, 5. Oktober. (W. T. B.) Die Crdcrsckpsütterungen dauern fort, und es soUen die dadurch verursachten Beschädigungen- namentlich in der Provinz Corintb, erhebliche sein.

Stockholm, 4. Oktober. Die bissige deutsche Gesell- schaft feierte am Sonnabend ibr 25jäbrigcs StiftungMM mit_einem Festdiner im großen Saale des Hotels Rydberg. Unter den Klängrn der ,Wacbt am Rhein“ zogen die Versammelten in den Saal, der aus Anlaß des Festes scbön dckorirt war; im Hintergrunde erblickt man eine Koloffalbüste des Kaisers Wilhelmumgeben von einer ckck]“ vollen Pflanzengruppe, während am anderen Ende des Saales das anner der GeseÜscbaft, reich drapirt mit deutschen und sebwédiscben Flaggen, an- gebracht war. Der General-Konsul des Deutschen Reichs, Hr, vyn Redlich, brachte zuerst ein Hoch auf den Köriig Oscar und dann em Loch auf den Kaiser Wilbelm aus. Der Vorsißende der Geselischaft- 3 rauer Heiß, bixlt alsdann die Festrede, in der er einen Ueberblick über die Thätigkeit der Vereinigung seit ihrer Stiftung gab.

Belle -A[[iance-Tk)eaier. Der Direktion sowohl 158 auch Hrn. Felix Schweighofer geben täglich Fi zahlreiche Gesuche UM eine Wiederaufnahme des Volksstücks „'s uUerl“ _ worin der Künstler als Darsteller der Titelro1le unübertrefflicb ist _ zu, daß dasselbe schon Anfangs nächster Woche neu einstudirt in Scene geb?" fol]. Es finden demnach nur noch wenige Aufführungen des gegen- wärtigen Repertoiresiücks .Der Rosen-Onke1“ statt.

Nedacteur: R i e d e [.

Verlag der Expedition (Scholz).

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags-Anstalt, Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Fünf Beilagen (einschließlicb Börsen-Beilage).

Berlin:

„)Y' 234.

E 1: st e B e i l a g e zum Deutschen Reichs-Llnzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Donnerstag, den 6. Oktober

1ZZ7.

__

[697 &: Rohzucker von mindestens 90 Proz. Polarisation und raffinirter Zucker von unter 98, aber mindestens

ro. Polarisation. 90 V z 698 8:

o enannte Krystalls rc. ] g 69

9 5: Aller Übrige harte Zucker, sowie allsr weiße trockene (nicht über 1 Proz. Waser enthaltende) Zucker in

Deutsckzes Reich. Nachweisung

Zuckermengen.

Kandis und Zucker in weißen 0011611 harten Broden 20, oder in Gegenwart der Steuerbehörde zerkleinert,

Krystall-, Krümel: und Mehliorm von mindestens 98 Proz. Polarisation]

Literarische

Mit dem Anspruck) auf Steuervergüiung wurden abgefertigt:

(Berlin 188 .

Aus öffentlichen Niederlagen oder Privatniederiagen unter

S t a a t e n bezw. Verwaltungs-Bezirke.

zur unmittelbaren Ausfuhr

zur Aufnahme in eine öffent- liche Niederlage oder eine Pridatniederlaqe unter amt-

lichem Mitverschluß

amtlichem Mitverschluß wurden gegen Erstattung der Vergü- tung in den freien Verkehr

zurückgebracht ]ckmft.

6979 118

6983 6998. 6978. 6989. 6999

] ] ](Z' kg kg 112 1:8

6988-

Preußen. Provinz WestprLUfzen . Brandenburg . Pommern. . . . . . . . Schlesien. . . . . . . . _ Sachsen, einschl. der scHWarzb. Unterberrscbaften . . , Schleswig-Holstein . Hannover . . . . Rheinland.

410 290, _ _ 580 865

637 036 2 066 030 1 112 766

573 678

777 365 _

274815 26 750 866 830 _

1 147 341

28 789 336 114 4 875

389 610 155 314

15 513 316 041

11 601

30 335 40 324 83 056

26931

320 000 205 900

P-]]]

Schulturnen.

lan en Stäben.

Sa. Preußrn Bayern. . . . . Sachsen Baden . ,

Heffen . ., . Braunschweig Anhalt .

5 380 665 7 562 5 000;

18100 120 599: 50 0:7]

1 246 256 165 316 3 386 351 259 581 294 826 _ 320 000 109 120 9 787 _ _ _ 27 224 _ _ _

149683 14851 83351 _ _ _ 129072 _ ,

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Briefkasten.

]]]]]]*** ]]]]]]]

]]]]]|

Ueberhaupt im deutschen Zoilgebiet Hierzu in der Zeit vom 1. August 1887 bis 15. September 1887 .

5 581 953 8 530 223

180167 3918 774 368701] 452 820| 1324 737 1158710

1 727 776 5 354 344

37 500] 6 255 715

4 871 268 082

500 000

Zusammen .

DasTexgen in demselben Zeitraum des orjahrs1) . . . .

1) Die AbWeichungen gegenüber der vorjäbrigen Ueber

Berlin, den 5. Oktober 1887.

14 112 176

38 364 622 14 443 347] 1 749 157 ficht bernben aui nacHträglich eingegangenen Berichtigungen.

7 082120 632 987] 5 243 511] 1 527 411

]

Kaiserlich» Statistisches Amt. - «B e ck izr.

6 755 715 272 953

Coiffüren und

thäiigung in 'Welt und frage." _ Dre Nürnberger Gustav-Adols-Festtage: 2. Festbericht. _ Regrabmß und Gräberfcbmuck bei den alten ' H„oliandx Mangel an Predigern; kirchliche Bestätigung von Diako- mffen; eln Gnadengesuch abgewiesen, _ Verschiedenes: Ninck "]"; Uebermutl) der ultramontanen Presse.

" Myriatsschrift für das TurUWeien mit besonderer Be- ruckfichttgun des Schulturnens und der Gesundheitspflege. Heft8u. 9. R. Gaertner's Verla sbuchbandlung,

felder, Schöneber erstraße 26.)_Jn8

rede auf Oberle 1er 131". C. Lampe. ])r. Altenburg in Oblau. _ Leitern im Mädchenturnen. Zur Erinnerung an Visiaumr's vor Von Dr. Karl Waffmannsdorff _ Von Gymnasiallehrer Voüheim in Eisleben. _ Fr. L. Jahn als Mitglied des pädagogischen Seminars in Berlin _ Das fünfundzwanziqjäbrige Turnlebrer-Vereins in Amsterdam. Von ])1'. C. Euler. _ Bekannt- machungen: Termin für die Turnlebrerinnen-Prüfung im Herbst1887. _ Einberufung von Lehrern zu den Turm, Taubstummen-, aus dexn Kursus zur Aus ildung von Turnlebrern. _ Befähigungs- zeugnisie aus dem Kursus zur Ausbildung von Turnlebr'erinnen. _ Beurtheilungen und Anzkigen: Berlin 1887. Hartung: AnsprecHende, leicht ausführbare Reigen. Leipzig. Besprochen von Euler, _

Nu bag und E. W. Räu er: lung in Straßburg. Straßburg. Besprochen vori Euler. _ Rudolf König: Abhandlung über 6

bewegung für junge Mäd en 2c. mischtes. _ Personalna richten. _ Zeitschriften. _ Literatur. _

Jllustrirte (Verlag von Gebrüder Gedenktage. _ tante von Fr. C. F. Liebetreu. _ Steine und Steinsagen in der Mark Branden- burg, bon O. Schwebel. _ Mühlen, Von H. Fischer. _ Beethoven und der Varnhagen-Rabel'scbe Kreis, von ])1'. Al. Chr. Kaiischer, _

NeUigkeiten und periodische Schriften.

, . . , Eva ['s-Lt ' LG 'dbltt"d' der „m der Zeit yom 16. bis 30. September 1887 innerhalb des deutschen Zollgebiets mit „dem Ans ruch auf Steuer- ebildetneYe ([Gläiedeur hdeerrlséveange13?ck;62 LF«kiracl)c-,n.fur " vergutung abgefertigten und der aus Niederlagen gegen Erstattung der Vergütung in den freien Werke 1: zurückgebrachten ??

1

(Leipzig,

r. Wilh. Grunow.) Nr. 41. _ Inhalt: Gottesliebe und Bruder- ebe. _ Das aUgememe Priestertbum der Christen und seine Be-

Kirche. _ Adolph Monod. _ Zur Polen-

Cbrtsten. _ Aus

Hermann Hey- alt: Abhandlungen: Gedächtniß- Von Gymnasial-Direktor Dre Uebungen an den waagerechten Von Frau Klara Heßling-Verlin. _

undert Jahren gedruckte Turn- Zur TurnhaÜenfrage.

_ Von 131. C. Euler. Stiftungsfest des Niederländischen

Kursen zur Ausbildung von

eichenlehrern 2c. _ Befähigunaszeugniffe

A. Hermann: 20 Reigen für das Besprochen von Euler. _ Ernst Bernburg und Hans Mayr: Uebungen mit BesproYen von E. Reimer-Steitin. _ Friedr.

Die )(. deutsche Turnlebrer-Versamm-

ne zu errichtende Schule rationeller Körper-

Besprocben von Euler. _ Ver-

Berliner Wochenschrift „Der Bär“, Pastel in Berlin 177.) Nr. 1. _ Inhalt:

Antonio Romani, nach der Erzählung einer Groß- Katt. _ Feuilleton: Die ersten Lichtbilder, von

Ein Concertsaal in den Werderscben

D. Chodowiecki's Berliner

odekleidungen, besprochen von Ferdinand Meyer

(mit 2 Abb.). _ Johann Georg Sulzer, von Peter Mails (mit Yoriräi). _ Miscelien: Kurfürstin Sabine von Brandenburg (mit

orträt). _ Die Jubelfeier der Nikolaikirche zu PotSdam (mit einer älteren Ansicht der Kirche). _ Nlbrecht Achilles im Kampfe mit den Nürnbergern. _ Beriin jenseits des Landwehrgrabens. _ Fri Beck- mann an Apotheker _ Eine KutscbtxrxxxxoyyygFüerxexxich__1__1-„::_*Y_lxynn.e,_tx!€9ts:Einladuxm-

Iänicke. _ Eine Ordensverleihung im rieden.

1“ Steckbriefe Und Unrkksuchun9s-Sac5ven. 7

2. Zwangsvoüstreckungen, Aufgeboic, Vorladungen u. dergl.

Oeffentlichev Anzeige“

3. Verkäufe, Vcrpachtungen, Verdingungen 2c.

4. Verloosung, Zinszahlung W. Von öffentlichen Papieren. 5. Kommandit-Gesellschaften „auf Aktien u. Aktien-Gescüsck)

6. Berufs-Genoffenschaften. 7. Wochen-Au§weise der deutschen Zettelbanken. 8. Verschiedene Bekanntmachungen.

9. Theater-Anzcigen. , 10. Familien-Nachrichien.] In der Borsen-Betlage.

1) St'eckbriéfe und Untersuchungs-Sachen.

[32050]

,Die Wirihin, unbrrebelicbte Elisabeth Löpp atzs Tzege, dercn zcitiger Aufentbmtsort unbekannt ist, Wird hiermit in ihrer Privatklagesacbc wider die ]eparirte Arbeiter Justinc: Wrubbel, geb. Artsciywager, in „Tiege, auf Anordnung des Königlichen Amts- ertchts bterselbst zur Hanptverbandlung auf den 16. November 1887, Mittags 12 Uhr, Vor das Königliche Schöffengericht öffantlich geladen. Wenn fie Weder ',elbsk, noch durck) einen mit schrift- llchex V00macht versehenen Rechtsanwalt erscheint, so gilt die Privatklage als zurückgenommen.

Tiegenhof, den 26. September 1887.

_ Menzel, ' als Gerichis1chrciber des Königlichen Amtsgerichts.

[31814] Ladung.

Zur Vßrbandlung der Beschwerde gegen den Sprack) des Königlich preußischen Seeamts in Flensburg vom 9. Juni 1887, bcircffend den Seeunfakl des Dampfers Paul von Kiel, wird der Steuermann Carl Heirzrick) Holtz, gebürtig aus Wolgast, da sein gegenWartmer Aufenthalt unbekannt ist, hierdurch geladen, am

Dienstag, den 6. Dezember 1887, Vormittags 10 Uhr, Vor" dem Kaiserlichen Ober-Seeamt in dessen Ge- ]Yastslokal hierselbst, Wilhelmstraße 74, zu er- emen.

Derselbe kann fick) bei der Verhandlung eines rechts- oder sacbkun i en Beistandes bedienen.

Berlin, den 28 Öeptember 1887.

Der Vorsitzende des Kaiserlichen Ober-Seeamts. Weymann,

[32041] Auszug. , _ Im Namen Sr. Majestät des Königs von Bayern!

Die Strafkammer des Königl. Landgerichts Landau [M am 27. September 1887, Nachmittags 3 Uhr, anmmelt in geheimer Sitzung, wobei zugegen

en:

der Vorsitzende: Hosemann, Direktor,

die'LandgerichtsrätHe: Tiümann, und Zahl!- RLM“ rent, in dem Verfahren gegen:

R 1) Schwab, Anton, von Beisheim, Sohn von

Wert,

2) Siegler, Jakob, Student, von Germersheim, So?] Jm FWW“ W 51 11

ro oe ,Sonvon enein [,von Haßenbühl, , ]Pb b

4) Koegel, Johann Georg, Sohn von Johann Georg, von Hördt, 5) Kuhn, Johann Baptist, Bäcker, Sohn von Michael, von Jockgrim, 6) Lindemann, Georg, Michael, von Kandel, 7) Ohmer, Andreas, Sobn Von Johannes, Von Kandel, 8) Hellmann, Simon, SÖUster, Sohn von Friedrich, von Obersuiiadt, 9) Stüber, Joseph, Tagner, Sohn von Martin, von PfortZ, 10) Becker, Johann Adam, Kutscher, Sohn bon Jakob, von Rülzheim, 11) Abt, Angriff, Schlosser, Sobn von Johann, von Schaidt, W12)k)§13f1'rrmann, Johann, Sohn Von Peter, von Sri , 13) Hoffmann, Peter, Hufschmied, Sohn von Philipp Jakob, von Zeiskam, 14) Neukirch, Philipp, Sohn von Jakob, 0011 Zeiskam, 15) Weinheimer, Jakob, Sohn von Peter An- ton, von Zeiskam, _ auf Beschlagnahme ihres Vermögens, folgenden Beschluß gefaßt: Nach Ansicht 2T. 2c. 2c_. ' Aus dicien Griinden beschließt die Strafkammer die Beschlagnahme des im Deutschen Reiche befindlichen Vermöge'ns der durch Urtbeil dieses Gerichts vom 26. April 1887 wegen Verletzung der Wehrpflicht zu Geldstrafen von je 300 „41, für den Fal] der Unetnbrmglichkeit'um- ewandelt in je 30 Tage Gefangniß, und zu je einem Zichtziqstel der Kosten des Verfa rens verurtbeilien vorgenannten 15 Personen; " , verordnet, daß der Eingang und vsrfugende Tb'eil des gegenwärtigen Beschlusses durch je „einmalne Einrückung in den „Deutschen Reichs-Anzetger“ und den „Landauer Anzeiger“ veröffenilicht werde; und legt schließlich die durch diesen Beschluß ent- stehenden Kosten je zu einem Fünfzehniel den vor- genannten Verurtbeilten zur Last. AÜes gemäß §. 140 Absatz 3 des Reicbs-Straf- geseizbucbs, §§. 480, 325, 326, 497 der Reichs- Strafprozeß-Ordnung und §§. 72, 73 und 27 des ReiÖs-GerichtsVerfaffungsgese es. gez. Hosemann. Til mann. Zahn. Zur Beglaubigung: Landau, den 4. Oktober 1887. (Gerichtsschreiber des K. Landgerichts: (T.. 8.) Sartorius, K. Sekretär.

[31994] ***-ck“ " J. A. S. gegen Crust Friedrich Graf bon Oct- lingcn wogen Verlcßung dEr Wehrpflicht.

Tagner, Sohn von

und §. 326 StxP-O. das im Deutschen Reich be- Linldlitcbe Vermögen des Angeklagten mit Beschlag e eg .:

Freiburg, den 27. September 1887. Großberzoglicb Badisches Landgericht Freiburg, Strafkammc-r 11.

Yz.) Haaß. Eisenlobr. Simmler. ' orstehende Ausfertigung wird als mit der Ur- schrift übereinstimmend beurkundet, Freiburg, den 27. September 1887. Gerichtsschreiberei des Gr. Landgerichts. (11. 8.) (Unterschrift.) Nr. 30 617. Dies Veröffentlicht: Freiburg, den 1. Oktober 1887. Der Gr. Staatsanwalt. Geiler,

[31995] K. Staatsanwaltschast Ellwangen.

Durch Beschluß der Strafkammer des K. Land- ZMTW [)ier vom 30. Juni d. I. ist gegen nacb-

ezeichnete Webrpfiichtige deren im Deutschen Reich befindliches Vermögen 'e bis zum Betrage von 400 „15 gemaß §. 326 t.=P.-O. mit Beschlag be- legt worden:

1) Fauser, Johannes, geb. 19. Mai 1863, Schuster von Hussenbofen, O.-A. Gmünd; 2) Bahn- mül1er, Ferdinand, geb.27.0kiober1866, von Plü- derhausen; 3) Elser, Johann Wilhelm, geb. 31. August 1866, Metzger von Marienberg, O.-A. Welzheim; 4)Fe11meth, Christian Gottlob, geb. 1. Januar 1866, Me ger von Rudersberg, 5) Klotz, Karl Ludwig, geb. 1. anuar1866, Käfer und Bier- brauer Von Rudersberg“ 6) Leinsz, Johann Gott- lieb, geb. 1. August 1866, von Weitmars, Gde. Waldhausen; 7) Lindauer, Johann (Geor, geb. 22. Mai 1866, Metzger von Pfahlbronn, 8) eser, Robert Heinrich David, Schuster, geb. 22. Oktober 1866, von Königsbronn; 9) Geyer, Matthäus, MüÜer, geb. 12. Februar 1866, von Bergenweiler, Q-A. Heidenheim; 10) Engel ard, Karl August, Bäcker, geb. 28. Juli1864, bon alen; 11) Graser, Karl, Sattler, geb. 10. Februar 1864, Von Aalen; 12) Holzbauer, Ludwig Wilhelm, geb. 27. März 1864 Schlosser, von Aalen; 13) Mahringer, Micöael, geb. 5. August 1864, Brauer, von Hinter- biicheiberg, zuletzt in Hobknberg, Gde. Unterkochen; 14) Sautter, Christian Eugen, Konditor, geb. 25. Januar 1864, von Aalen; 15) Schiveizer, Karl, Dreher, geb. 10. März 1864, von Aalenz 16) Stüßel, Karl Eugen, Konditor, geb. 1. Juli 1864, von Aalen“ 17 Ulmer, Georg Jakob, Tag- löbner, geb. 18, ebruar 1864, von Aalen; 18) eller, Josef, Bauer, geb. 9. November 1864, Von „obenstadt; 19) Köhler, Franz Xaver, Uhr- macher, geb. 27. Januar 1866, von Rosenberg;

Beschluß. Nr. 6184. Wird gemäß §. 140 Absatz 5 St.-G.-B.

20) Geiger, Christian, Bauer, geb. 15. Februar

1866, von Schornbacb' 21) Waibel, ran Ma i- milian, geb. 9. Oktobe'r 1865, Von WaiFDsietzten. x H.-Staatsanwa[t M ez [ e r.

* 2) Zjvangsvollstreckungen, Aufgebote, Vorladungen u. dgl.

[32052] " _

Nachdem bezuglich der "im Zwangsversieigerungs- verfahren berkauften, fruher dem Steindämmer Lebabn gehorigen Grundstücke: des Gartens nebst Wybnbaus Nr. 483 und der Ackerstücke Nr. 533_ 536 an der Lebiener Chaussee in Wittenburg des Bersabrxn (i_us §. 73 _Abs. 1 der Verordnung vom 24. M01-1819, betr.„dte Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Vermögen wegen Geldforderungen, statigeiurxden bai, und Erinnerungen innerhalb der zweiwockyigen Frist mrht erhoben worden sind, ist von dem Großherzoglichen Amtsgericht Termin zur Ab'nakMe der Rechnung ich Sequesters und zur Ruckzablung der bestellten Sicherheit an den Käufer angeseßt auf

Moytag, den 31. Oktober 1887, Vormittags 10 Uhr, Zimmer Nr. 5 des Amtsgerichtsgebäudes.

Die Rechnung des chuestcrs über die Ver- waltu'ng des Grundstücks während des Zwangs- versteigeru11gs118rfabrei1s ist mit den Belägen zur Einsicht der Betbctltgtcn in der Gerickytsschreiberei niedergelegt.

GWthetkttburngn 3. OlktherÉZZT

ert sa uar S umpc i , erichtsscbreiber des

Großherzog]. Mecklenburg-Schwerinschen Amtsgericht,

[32141]

"In der Sache, die Zwangsberstei erung der (Grund- stucke des in Konkurs geratbenen aufmanns Robert Bockemuiicr vyn bier betreffend, werden die Gläubiger aufgefordert, ihre, Forderungen unter Angabe des Betrages an Kapital, Zinsen, Kosten und Neben- forderungen binnen zwei Wochen bei Vermeidung des Aus chlrzffes hier anzumelden.

Zur rkZarung über den Vertheilungsplan, sowie

zur Vertbetkung der Kaasgelder wird Termin auf

FreitaJ den 4. November 1887, ormittags 10 Uhr,

vor dem unterzeichneten Amtsgerichte anberaumt,

wozu die Beibeiligten hiermit vorgeladen werden.

Hasselfelde, den 1. Oktober 1887.

Herzogliches Amtsgericht. Germer.

[32040] Aufgetfot]

Pas Sparkaffenbucb _der Kreissparkasse zu Leob- ichuy Nr. 2720, ausgefertigt für Anton Freyber,

lautend iiber 160 „46.01 „3, ist angeblich Verloren