Ministerien und die gleiche Kommission „ des öster- reichischen Nei Sraths verständigt. _ Die gemäßigte Opp?- sition des eichstages hat 111 der heutigen Partei- konferenz den Adreßentwurf festgestellt, mit dessen Unterbreitung Graf Albert Apponyi betraut wurde. _ Der volkswirthschaftliche Ausschuß des Abgeordneten- ?chuses hat den Geseßentwurf über den, Schuß des
einhaudels und Weinbaues bis auf emenPunktan- genommen.
_ 15. Oktober. (W. T. B.) Das Oberhaus nahm heute den Adreß-Entwurf in: der General: und Spezial-
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debatte unverändert MI »:1 » «» , _ &..-,.“... „...... .. .. . „..., “***-*.“;- _ „
Belgien. Brüssel, 16. Oktober. (W. „T. B.) Bei den heute in ganz Belgien stattqehabten Grmeindewahle 11 Haben nach den bisherigen Berichten beide „Parteien, , die
iberalen und die Klerikalen, ihre Stellun en im Allgemeinen
behauptet. Jn Brüssel wurden alle li eralsn Kandidaten, mit AUSnahme eines Kandidaten der forischrrttlich-radrkalen Coalition, wiedergewählt; ebenso wurden 111 Antwerpexi 11115 Lüttich die liberalen Kandidaten mit sehr großer Mazoritat wiedergewählt. In kleineren Ortschaften haben dre ver1chiede- nen Parteien theils Mandate gewonnen, theils verloren.
_ 16. Oktober, Abends. (W. T. B.) In Gent brachten es die Liberalen bei den Gemeindewghlen auf, etwa 5000 Stimmen, während die sozialistischen .Karididaten 800 Stimmen erhielten. Zn Renaix errangen d1€ Liberalen einen theilweifen Erfolg. In Lüttich unisrlageiz dieselben und gelang es ilnen nur, 3 Kandidaten_durcbzubrmgen. Ju Mons wurden 1 eils Klerikale, theils Liberale gewählt. In Luxemburg ewannen die Klerikalen an_ Boden., In pern wurden die iberalen geschlagen. Soweit bis ]eßt be anni, ist die öffentliche Ordnung nirgends gestört worden.
Großbritannien und Irland. London, 15. Oktober. (A. C,) Sir Joseph West Ridgewar), dbr Nachfolger General Sir Redvers Buller's auf dem Posten eines Unter- sekretärs für Irland, begab sich gestern Morgen nach Dublin, um sein Amt anzutreten.
_ 15. Oktober. (W. T. B.) Auf dem Trafalgar- Square fand heute wieder eine Versammlung von etwa 1000 Personen statt, wobei zwei schwarze ; ahnen entfaltet wurden. Ein Redner denunzirte der 5 Tenge in einer Ansprache die Polizei, den Lordmayor und die Leitung „Standard“, und empfahl, zu der nächsten «sammlung mit Stöcken bewaffnet zu er- scheinen, um dsr Polizei Widerstand enigegensesen zu 1511111211. Hierauf begab sich die Mengß, von einer starken Polizei: mannschaft gefolgt, im Zuge durch die City nacb Stepney: Green, wo sich dieselbe in Folge des inzwischen eingetretenen Regen?: und der Maßregeln der Polizei zrrstreute.
_ 16. Oktober, Abends. (W. T. B.) Eine 118119, heute auf dem Trafalgar-Square abgehaltene Vermmmlung war wenig zahlreich besucht. Nachdem eim? kurze Rede ge:
alten worden, begaben fick) die Manifestirenden, von olizeimannschaften zu Fuß und zu Pferde begbeitet, nach der estminster:Abtei. Als der Zug Zier eintraf, wurd? den Veranstaltern der Kundgebung mitget eilt, daß ,die Abtei bereits voll Menschen sei. Hieran zerstreute sich die Menge. Die öffentliche Ordnung wurde ni t gestört. _
Dublin, 16. Oktober. (W. T. B.) O'Bri E11, welcher fich heute Nacht nach Woodford (Galway) begeben hatte, wo nte dort um Mittwrnacht einem Meeting bei, welches in em HMH eines seiner Anhänger veranstaltet war, troß- dem die o izei dasselbe für heute verboten hatte. Bei seiner Ankunft in Woodford war die Stadt il1u- minirt. Nach dem Meeting hielt O'Brien aus einem Fenster des Hauses heraUs eine Ansprache, in welcher er sagte, daß, wenn die Meetings für Mittag ver: boten wiirden, man sie um Mitternacht halten müsse. Unter lebhaften Beifallsbezeugungen der Menge verbrannte O'Brien sodann die Proklamation, durch welche das Meeting verboten worden war. Der anwesende Polizei- kommisfar sal) diesen Vorgängen zu, ohne einzuschreiten. Die Versammluiig ging dann ruhig auseinander.
Ottawa (Canada), 13. Oktober. (R. B.) In dem heutigen Ministerrath wurde beschlossen, die britische Regierung zu ersuchen, Sir Charles Tupp_er3u111Ver- treter Canadas auf der bevorstebrnden F11cherei:Kon: ferenz zu ernennen. Sir Charles TUpper wird im Kabinet als Finanz-Minifter verbleiben.
Frankreich. Paris, 14. _Oktober. (Fr. C.) Der Minister des Auswärtigen 1eßte gestern dem Budget: ausschuß die Grundlagen des neuen gemeinsamen Budgetentwurfs fiir die vier ostasiatischen Befißungen rankreichs auseinander, der in Ein: nahme mit 49 9. 150 und in AUHgabe mit 49 684 933 Fr. abschließt. Die Haupteinnahmen sind: Zuschuß des Mutterlandes 20, Lsistungen Cochincbinas 181/2, Annams und Tongkings 5, Kambodschas 1 Million Fr. Die Ausgaben sind wie folgt veranschlagt: Gemein- same Verwaltung (Generalgouverneur) 500000 Fr., Heer 29 MiÜionen,_ Flotte 10 830 000, 5116 und Staatsbetriebe 5789 983, Post rind Telegraph 3 950. Die Einzelbudgets der vier Gebiete 1ind natiirlich weit höher als ihr Theil am gememiamen, welcher nur den Ueberschuß ihrer Einnahmen über ihre Aussaben darstellt. Das Budget Cochinchinas (in Einnahme) beziffert steh auf 34, das Annams und Ton kings auf 171“3, das Kambodschas auf 31/4 Millionen. Hr.?lourens bemerkte: die Ergebnisse des laufenden Jahres ent- spre en ganz oder bis auf einen leichten Fehlbetrag dem Voranschlag; 1888 werde der Ertrag der Steuern, namentlich der Opium: und Reisabgaben, ein noch besserer sein. Die Außgaben ließen sich nicht vermindern; einige müßten sogar noch erhöht werden. Hingegen ermögliche die Vereinigung der Verwaltungen, den uschuß des Mutterlandes von 30 auf 20 Millionen zu ermäßigen. Bisher hätten die drei Schuß- herrschaften getrennt von einander und von der Kolonie Cochin- china verwaltet werden müssen; aber jest, nachdem die Grenz- frage und das Zollwesen geregelt seien, liege kein Grund mehr vor, die Schußherrschaften unter der Leitung des Auswärtigen Amts zu lassen. Eine völlige Verschmelzung aller vier Be: «ungen gehe nicht an wegen der Verträge und der ver-
iedenen Bildungssiufen der Bevölkerungen. Es handle si daher nur um die Vereinigun gewisser Dienstzweige, zunächt der Vertheidigun , die von Co inchina aus mit weniger Kräften geleitet werden önne, wie ja bereits Cochinchina die Ruhe .in Annam Lahe herstellen helfen. Einige Bataillone der mutterlän ischen Truppen könnten dann nach Hause geschickt werden. Die Zoilverwaltung müsse in Folge des gemeinsamen
Zolltarifs ebenfaÜs gemeinsam sein, deSgleichexi Poft- und elegraphenverwaltung und Rechtßpftege. Cochmchma trage gern einen hohen Theil der Fememsameu Verwaltungskoften, weil es aus der Herrschaft 11 er Annam und Tongkmg den meisten Vortheil ziehe. ' ,
Der Generalrath der Provinz Constantine (Algerien) hat an die Regierung und die Kaxnmern emUnter- stüßungögesuch zu Gunsten der. durch die Heuschrßcken- pla e unlängst Heimgesuchten gerichtet. Der Schaden ist'auf 8600000 Frs. geschZZZ Der Generalrath hat aus seinen eigenen Mitteln 100 Frs. zur Ayschaffung von Saatkorn für die betroffenen Landwrrthe bewrlligt- '
_ 15. Oktober. (Köln. Ztg.) Ji) dem heutigen Ministerrath nahm der Conseils-Präsident das Ent- lassungSgekJuch des Justiz:Minifters Mazeau,welches durch Gesund eitsrücksichten begründet wurde, an. '
_ 15. Oktober. (W. T. B.) In einem „heute Vormittag siattgehabten Ministerrath t eilte der Krregs:M1n1ster Jerron mit, daß er am niich ten Donnerstag dem obersten
riegSrath drei neueGeseßentwiirfe vorlegen werde; der erste derselben betreffe die Organisirung vo'n Spezialtruppen, nämlich von Gebrrgs-Jnfgiiterre und Artillerie; nach dem zweitenFollen d1e Artiilerie- truppen durch Bildung von zwei ne'uen gemrscht0n Regimentern für den Dienst in „Algier und Tunis vermehrt werden; drittens soÜen E1senbahn:Sappeurs gebildet werden.
Wilson erklärt formell den heute früh von „dem , Jntransigeant“ veröffentlichten Brief eines gewissen Joubert, in welchem behauptet wurde: Joubert habe emen an Wilson zahlbaren Check von 10000 Fr. unterzeichrret, 11111 eine OrdSUSauszeichnung zu erhalten, für unrichtiß. Wilson fü t hinzu: er kenne weder Joubert noch, den ange = lichen Che und habe die Hülfe_ der Gerichte m Anspruch genommen, um die Urheber dieier falschen Angabs zur Ver: antwortung zu ziehen. ,
_ 15. Oktober, Abends. (W. T. B.) Der Justiz- Minister erklärte auf eine bezügliche Anfrage des Kriegs: Minifters Ferron, daß nach dem gegenwärtig-xn Stande der Untersuchung wegen des Ordenshandels kom Offizier der Armee und kein Beamter der Central-Militär- Verwaltung kompromittirt sei, außer Caffarel und d'Andlau. Die Prüfung der in disser Sache beschlagnahmten Papiere sei nahezu vollständig beendigt. _
_ 16. Oktober. (W. T. B.) Frau Natazzi brit gestern Nachmittag, von dem Untersuchungsrichter in Gegenwart Wilson's vernommen, erklärt, daß sie Joubert nicht gekannt habe und niemais in Angrrs gewesen sei. De_n ehemaligen Sekretär Wilson's, Martineau, habe sie gekannt, aber seit seiner Verurtheilung in der Mick)elin:Anaire nicht wieder Hesehen. Die bezüglicbe Mittheilung in dem Briefe Jouberts halte sie fiir eine reine Erfindung.
Der Kriegs-Minister ist nach Nancy abgrreisi, 11111 daselbst die neuen Irrfanterie:Negimenter zu be- sichtigen, und wird dem11ächst auch die Festungen an der Ostgrenze inspiziren.
Italien. Nach einer der „Polit. Corr.“ aus Rom zu: gegangenen Mittheilung wird die Eröffnung der italienischen Kammer am 16. November durch den König mit einer Thronrede erfolgen. Die Haupt- vorlagen der bevorste2enden Session werden die Handels- verträggMéqs neue Stra geseßbuch, die auf dem Gebiete der Verwaltmig und des öffentlichen Sickwrheitswesens ein- zuführenden Neuerungen und die Rrorganisation der Ministerien sein.
Mailand, 17. Oktober. (W.T. V.) Prinz Wilhelm von Preußen ist heute früh 81/4 Uhr von hier nacb Ba- veno abgereist, wo heute Abend 71/2 Uhr auch der Prinz Heinrich eintreffsn wrrd.
Schweden und Noctuegen. Christiania, 14. Oktober, Ueber die Ministerkrisis berichtet „Aftenposten“ Folgsn: des: Die Verhandlungen des vsreinigten Staatsmiiiisteriums Erreichten gestern Mittag ihren Abschluß. Sodann verließrn der Staats-Minifter Richter sowie die Staatsräthe Arctander, Astrup, Blix, Kildal und Sörensen den Stiftshof während die StaatSräthe Hauglcind, Stang und Jako Sverdrup noch einige Stunden bei dem Staats: Minister Johan Sverdrup blieben. Die Uneinigkeit im Ministerium hat eher zu: als abgenommen, so daß die Gegen: wart des Königs schon in der nächsten Zeit nothwendig er- scheint. Die Steliung ist nun so, daß erstgenannte sechs Staatsorätbe dem Staats:Minister Johan Sverdrup und den übrigen Staatsräthen opponiren. Den StaatIréithen Arctander, Astrup und Kildal, die immer drn reinen parlamentarischen Standpunkt eingenommsn, schloß sich zuerst Staats-Minister Richtsr an, welchem Beispiele dann Sörensen und Blix folgten. Es handelt sich nun um die Frage, ob der König bei sriner demnächsii en Ankunft den
taafs-Minister Sverdrup mit der Rekonkitruirung srinrs Ministeriums mit moderatén Elementen beauftra en oder aber dem StaatS-Minister Richter den Auftrag erthei en wird, ein neues Wilkommen parlamentarisches Ministerium zu bilden.
Dänemark. Kopenhagen, 15. Oktober. In der
“gestrigen Sisung des Folkethings wurds die Vrrhandlung
wieder durch den ConseilsPräsidenteU Estrup eröffnet. Derselbe wandte sich zunächst gegen die Ausführungen des Abg. Berg in der vorigen Sisun Und wie?- mit Entschieden: heit dessen Beschuldigung zuriick, einen politischen Standpunkt verändert zu haben. DLL Berg'scbe Theorie, nach welcher das, was durch besondere Geseße bewiUigt worden, im eigentlichsn Sinne erst bewilligt werde, wenn es in das Finanzgesetz auf: Ynommen sei, sei der reine DoktrinariSmus. Es sei nicht seine
ewohnheit, gegen die Beschuldigung des Verfassunngruchs u protestiren, aber dann und wann könne Ls doch angebracht Lein. Das Ministerium vermeine, nicht außerhalb der Ver- affung zu sein, und er finde keine Uebereinstimmun zwizchen seiner Erklärung und der Aeußerung des Kultus: initers, daß man außerhalb der Vorausseßungen der Verfassung sei. Wenn eine Abtheilung des Reichstages sich an den König mit dem Verlangen wende, daß das Ministerium in Ueber- einstimmung mit dieser Abtheilung sein solle, oder wenn das eine Thing dem andern das Finanzgeseß mit der Er- klärung übersende: „Dieses Finanzge es oder keins“, dann liege dies sicher außerhalb der Vorauslseßungen der Verfassung, aber deshalb one er es doch nicht a sVerfaffungsbruck) bezeichnen. Er habe gehört, daß gewrffe Blätter von Verhandlun en zwischen 1 m und einigen OYpositionsfübrern gefa elt hätten. enn er indessen er Hoffnung Ausdruck
gegeben abe, daß ein Finanzgeseß zu Stande komme_, so sei es gesche en, weil er laube, daß man von alXen Seiten eine Beendigung der politiixchen Kämpfewünsche. Der erste Schrittin dieser Richtung werde sein, daß man sich wegen eines Juan eseßes einige. Der Kriegs-Minister Vahnson bestritt, da gungen in seinem Budget mit der ökozionirschen Lage des Landes etwas zu thun hätten. Die militärischen Veranstaltungen ätten in diesem Januar ca. 1500 Arbeitern den Lebensunter- alt verschafft. Der Abg. Graf Holstein-Ledreborg er: klärte, er finde, das; die bisherigen Verhandlungen hinsichtlich der Bereitwilligkeit der RegierungSparteiMir Verständigung nur ein ungünstiges ZeugnliLß abgelegt hätten. „ itdem Verlangsn, daß die provisorischenVewi igungen in das Fmanzgeseß aufzunehmen seien, mache der Finanz-Minister jade Verhandlun unmöglich, Redner griff alSdann wieder die be onnenen efestigungg; anlagen von Kopenhagen an, die er a s durchaus verfehlt Und nur als geeignet bezeichnete, das Land in einen Krieg zu stürzen. Der Conseils-Präsident Estrup protestirte gegen die Unterstellung, daß die Regierung eme Verständigung unmög- lick) zu machen bestrebt sei. Das provisorische Finanzgeseß sei jetzt in der Hand des Jolkethings, und dieses müsse deshalb, auch die Verantworlli keit dafiir tragen, was geschehen werde, _ Der Zinanzgesetzentwurf wurde schließlich einstimmig zur zweiten esung und an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern verwiesen.
_ 15. Oktober. (W. T. B.) DieAbreise drr russi: schen Kaiserfamilie dürfte wegen der Erkrankung einiger Kinder einen Monat verschoben werden. Die russischen Schiffe trrten am Sonntag oder Montag die Rückkehr nach Rußland cm.
_ 16. Oktober. (W. T. B.) Berichten aus Fredens- borg, von heute, zufolge befindet sich der Großfürst Michael auf dem Wege der Besserung; dagegen sind die Großfürstinnen Xenia und Olga, sowie der Groß- fürst Georg nunmehr ebenfalls an den Masern erkrankt. Von den Kindern der Prinzessin von*Wales ist die' Prin es s in Maud an den Masern erkrankt, während in dem sefindcm der Prinzef s in Luise Besserung einge: trrten it.
Amerika. New:Y0rk, 15. Oktobrr. (N. B.) Das, Staatsdepartemcnt hat die Nachricht erhalten, daß Sir Charles Tupper Kanada auf der FischereßKon: ferenz vertrsten werde. Die Verhandiungen derwlben werden sich lediglich auf die Fischereifraqe beschränken. Das Staatsdepartement läßt erklären, dai; es bezüglich der kommerziellen Union niemals eine Berathng vor: geschlagen habe. Betreffs der Nachricht, daß Großbritannien gegeniiber der Forderung der Vereinigten Staaten, eine Jurisdiktion in der Behringssee ausüben zu dürfen,. eine solche Jurisdiktion iiber dis kanadischen Gswäffer bran- spruche, wird positiv versichert, daß das Staatsdepartement niemals einen Standpunkt eingenommen hat, aus welchem Ysolgert werden könnte, daß „es ein6_Jurisdiktion in der
ehriiigsfee beanspruche odrr nicht beanipruckw.
_ 15. Oktober. (W. T. B.) Der Präsident Clevsla'nd ist mit seiUSr Gemahlin heutein Memphis eingetroffen.
Afrika. Mukhtar Pa
Kairo, 13. Oktober. (91.6)
E ypten. cha wurde, als er heute hier Eintraf, von dM Palastbramtrn, den Ministern, dem französischen Konsul
und den mohamedanischen Korporationen empfangen. Eine Kundgebung des Volkes fand jedoch ni t statt. Weder Militär- noch Civilbehörden waren anwe end. Auch eine Ehrenmache war nicht aufgesteth, wie beiseiner ersten Ankunft. Man fragt sich, welches der Zweck seiner Reise sei. Marokko. Tanger, 14. Oktober. (91.23) Zufolge einer hier eingegangenen amtlichen Mitthßilung vom
Hofe in Mequinez hat sich der Gesu11dheit§zusta11d-,
des Sultans bSdeutend gebessert.
Zeitungsstimmen.
In einem Aussaß 1111 „Archiv für öffentlickxes Recht“ zeichnet 1)r. Ludwxg Fuld, wie die „Norddeuyche Allgemeine Zeitung“ hervorhebt, den Wßrth drs Reichsgrrichts mit folgenden Worten: - _ '
Die nationale Bedeutung des deniscben Reichsgerichis isi cine gewaltige, und es darf auf sie in einer Zeit animerkiam artnacht werden, in der man, wie es scheint, das tiefere Verständnis; fiir ren nationalxen Wertb dcr Rcckatsinstitutioycn Vcrliert Auel) das aitc Reichs-Kammcrgcricht batte einen gewisten Werth in nationglrr Hm- sichi, troßdcm in seiner Beseßung die ständischen und religiösen Zn“ tereffen eine so bedeutsame Roiic spielten, trotzdem seine Komprxer-z- Wedrr in der (Extcnsität, noch in der Intensität der des Rcichsgcr1chts gleichkam. Das Heutige Reickysgrricbt wird nicbt mit RiickPch (191 die Religion der Richter brsetzt und ständischcn Einflüssen itrht kein Weg zu ibm offen. Im Namen des Reichs ernennt drr Kurier dle 111111005 jmyerii und kraft der (Hrricbtsbarkcit, Welche dem Reiche zu- strbt, wird von ihnen die Rechtsprechung gehandhabt. Dic'untc'ren Gerichte smd barpflicbtet, dic Ansichten des Reichsgerichts xn ciner bestimmten Sacbe anzurvenden, und keinerlei salvatoriicbc Klausrl giebt den Grrickitcn eines Landrs ein Recht, fick) in Widersprurb 71111 der Rechtsauffassung zu 1613611, welche das Höchste deutsche Gcrtchi 111 cinrm Faiic als 7011111013 113x111 aberkannt hat. Das Reichssxklcbk ist das Schinßglied in der Kcttc der deutsck;cn ,GMÖZÖ- orßanisation, es ist ein Gericht für das ganze ReiÖsJSÖlÜ, und diese nationale Bedeutung tritt auch in der Gerichts“ barkeit iiber den Hoch- und LandeSverratb. begangen 1199?" Kaiser und Reick), besonders deutlich hervor. Verbrecherxsche AUF tastungen der höchsten Rechts Ütcr des Reichs, verbrecherische A"“ tasiun en der nationaien Exitenz Werden von dem Gexlcht abb?“ urtbei t, welches das Rechtsbediirfniß der gesammten Natwn zu be- friedigen hat. Das Höchste richterliche Organ, welches die dcutick)? Nation kennt, fist über die strafbaren Handlungen zu Gericht, Miki)? die höchsten Verbtrchen sind, die der Straffodex cines (ruf seni? MLU?“ nale Existenz stolzen Volkes aufweist. So ist das Reichsgericht dle nothwendige Ergänzung, welche die Gliederung der ceutraien Organe des deutschen Volkes bedurfte. Der Kaiser, der Reichstag, 7795 Reichsgericht, der Reichskanzler, sie verkörpern in centraltfttschcr WGs? die Thätigkeit des Reichs auf den drei Gebieten staatlicher Arbeit- dcr Gesexxgebung, Rechtsprechung, der ExekutiVe.
_ Dem „Bromberg_er Tageblatt“ mird uberdle Vahnwärter 11115 die verstaatlichten Bahnen „aus JUN Quelle“ geschrieben: „
Vor einigen Tagen brachte ein Berliner Blatt puterder Ueber schrift .Bahnwärter auf den Haltestellen“ einen Artikel, in MMX die Beschäftigunß und die Ge altsverbältnisfe einzelner Unterbeazne der StaatSeisen abn-Verwaltung einer abfälligen, BeurtherlurF unterzogen wurden, Das Blatt ist aber über die feinen„ isse führungen zu Grunde liegenden tbatsäcblichew Verhalthes chlecht unterrichtet. In der Ueberschrift und un TÜRK
rtikels ist von „Bahnwärtern auf Haltestellen“ die e “
die ewilli- '
“ nur wenige
einer einzelnen Stelie Von solchen auf alte unkten e nicht ganz sachkundtge-Lrser mußtx hiernach annébmeii, HaltestHiZe; und Haltepunkte_se1en m_ der Eisenbabnvrrwaltung gleichbedeutende Begriffe. Dem ist aber nicht sy. Haltestelien smd Stationen mit exjngrrem Verkehr, welcbe mrt mindestens einer Weiche für den öffeytltcbcn Vrikebr versehen smd, Haltepunkte 0er Stationen obne Weichen- Die Haltestellen _smd esexzt mit Weichensteüern erster Klasse, deren Gehalt nicht„wte das vorßedackße Blatt angiebt, 660,76 bis 750 “16, sondern 990 bis 1200 "074 eträqt. Zu diesem Gehalt tritt noxb m„der Mehrzahl der Falle eine Dienstwvbnung, vielfach mir Dienstlandereirn, fur Welche entweder gar keine oder nur geringe chbt gezahlt wird, und in Ermangelung einer Dienst- woh'nuxtg em Wobjrxungsgeldzuschaß yon 60 bis 180 „xz, also durch- schmttlt§b 120 «4,4 jabrlrcb. Die 0111 den Haltepunkten angesteütrn Bahnwarter beziehen zwar das 171 dem bemerkten Artikel genannte Gehalt. Aber gurb sie haben, 'was „unerwähnt gelcxffen wird, neben dem Gehalt Dienstwohnung mtt'Dtrnstländcri-„ien dek Wohnungs- elszsÖZW in gleicher Hohe wie, die vorgedachten Beamten. Die hätrgkeit der [eiz-teren Beamten, tit auch durchaus nicbt eine viel- seitige und» anjtrengende wie es das Blatt seinen Lesern darstellt; BLW?- „ wel" ? 06 zu verkaufen baben, find
_ fur die nachstgelerrcnen Stationen; die Bedienung des elektrtsxben „Telegrqpben [legt ibnen fast ausiiabmslos nur ob,.soweit es_f11r den Eifrnbabnbetricb nötbigist. Für diese geringe Mehrleistung brzteben ("12 81116 Funktionszulage bis zum Betrage Von 84 „M, mcht, wir es wieder in dem Artikel beißt, bis zu 60 „16 jähr- licb. Sowobl'dte Vorsteher von Haltestellen als von Haltepunkten smd etatsmaßtge'Beamtte. baben'Anspruci) auf Pension und Ver- sorgung ihrer binterblirbrncn Wittwen und Kinder, daneben noch mancherlei andere__V0rtbeile, z. B. freie Fabri ihrer Kinder zur Schule gui der Erienbabn. Das _ aus guter QUelie _ zur Richtig- stellung jenes Artikels. '
Aber chb ems möchten Wir brmerken. Wie stand rs drnn mit den hier in Frage „stehendep Unterbeamten früher auf den Privat- babnen? 1111?) da wissen wir, daß diesrlben zumeist ganz erbeblick) geringere Einnahmen, oft kaum die Hälfte drs Erhalts der Bahn-
wärter auf Haltepunkten bezogen und daß Dienstwohnungen fiir diese _
Beamten zu, den (iroßen Seltrnbeiten gehörten. Durä) das (Ges? vom 1. April 1887 find 1a Zeradc fast ausschiirßlicb fiir das Bahn? bewachungspersongl (Babnzvartrr 11. s. w.) der verstaatlicbirn Privat- bahnen nicht weniger als 6600 000 «14 zum Bau von Dienstwohn- gebändcn _ etwa 1436 Dcrnstwobnungen _ Vorgesehen!
_- Das „Chemnitzer Tageblatt“ entnimmt dem „Tharandter Jahrbuch“ uber das Ergsbniß dEr Bewirth: schaffung der Staatswaidungen im Königreich Sachsen im Jahre 1886 Folgendes:
Die Bruttoeinnabmx betrug 11 026 637 „44, und zwar 10 735 410914 für Holz, 291 227 «!(-. fur andere (Einnahmen inkl. Jaadnußung. Die Gesammtansgabe betrng 3 778 363 „46. (34,3% der Einnahme), und zwar 1387135 «16 Grbaite, 1551387 „16. Holzicblägerlöbne U. 692 060 «16 iur Forstvrrbrsserungen, Kulturen, Wrgrbane M., 147 781 «;(: Bauanswand. Drr Remertrag betrug daher 7 248 274 „14 _ Da die Ge- sammtfiacbe rack) derxi nruciten Befund 172 451 1111 beträgt und 780 874 Fest- meter Dcrbbolz gricblagen wnrdrn, so vrrtbeilt sich dieser Reincrtrag aufjdas' Hektar _an 42,03 „111- Und auf den Frstmetcr Drrbbolz ein- sch11€ß11ch sonstiiie_E1nnc-bnirn auf 9 „ck 28 „Z. Wirklich Verkauft wurde "aber“ drr Festmeter Derbkbblz, Einschließlich Reisig und Stock- bolz, fur 13 «14 15 73.9311 dtex Zahl in ciner Ziffer den Stand der Holzpreise ausdruckt, so gervabrt cs brsonderrs Interesse, sie mit drn Vorjahren zu brrgletkbrn. Sie betrug im Jahre 1882 12,69 «16, 1883 13,60 «16, 1884 13,77 «76, 1885 14,05 «16, ist mithin in den vier Jabrrn 1883/86“ ziemlich gleich grbiieben. Besondrrs be- merkrnswrrtb ist „es, daß der am 1. Oktobcr 1885 cingrtretcne bobe Hblzzoli sq 9111 Me grrr krmcn Einfluß auf die Holzpreise ausgeübt, mrtbm'ledtgltcb als Fmanzzcli gewirkt bat. Nicbt minder beacbirns: wertb ist Es, daß dastHolz an dem aligemrincn Niedergang der Prrise drr Bodcnprodukte bis cht nocb krinsn Antbril gehabt hat, baubi- sachltch drswegen, iveii geringwcrtbige Waarcn keinen weiten Trans- port vertragrn und der gesteigerte Bedarf dcr Jndiistrie den Ausfaii bet den Bauten der Landwirtbc übertragen bat. . . .
„Mgrine-Ver0rdnungs-Blati. Nr. 20. _ Inhalt: Kletderktstcn. _" Aus1chiffung in Krankbeitsfäiien. _ Witth'm- und Watsengeldbeitraae. _ Seedicnstzcit. _ Sibiffsdchflcgung. _ Selbst- verpficgimg der_Scbiffe. _ K*oblenbescbafsung. _ Schiffsbücberkisten. _ Perionalvrranderungrn. _ Brnacbricbtigungen.
_Ymtsblatt des Reicbs-Poitamts. Nr. 57. _analt: VLNUJUUJ' Vom 7. Oktober 1887. Postanweisungsbrrkebr mit Canada.
Archiv für Post und Telegrapbie. Nr. 18. _ Inhalt: AkxenstUcke und AUfsäiZe: Dic bildcndrn Künste und das Verkehrs- Weien. _"Deerernsprecbrr im Dienst der Wittrrungskunde. _ Eine neue Postuberemkrmft zwiscben den Vcreinigten Staaten und Mexiko. _ Tbomson's Rcise durch das Mas1ai-Land. _ Kirine Mitthei- lu'ngen: Die_ Sparkassen in Australien. _ Zur Erklärung der Be- ze1chnung „Liyenbriider“. _ Eisenbahnen in Sibirirn. _ Drr Bau des _anals von Korinth. _ Literatur des Vrrkebrswesrns: Die LUsUÖLffabxt in ihrer neuesten Entwickelung. Von Hermann Moebe- be_ck, Premrer-Lirurenant in der Luftschiffer-AbtbeilUng. Mit 16 Ab- bildungen und 4 Plänen. Berlin 1887. _ Zeitschriften-Ueberschau.
Statistische Nachrichten.
Die_ Stadt Breslgu zählte nack) dcm Verivaliungsbericbt kes dortran Magistrats sür die Etatsjabre1883_86_am Schluß des „Schuixabrrs 1885/86 an öffrntlicbcn Schulen: 3 itädtiscbe und
KMPÜÖe Gymnasien mit 86 Klaffen und 3113 Schülern (ein- schlteß11ch der Vorschulcn), 2 Königliche und 3 städtische Real- lemqgiien und Realschulen mit 48 Klassen und 1470 Srbiilrrn, an stad111ch2n bÉberen Bürgerschulcn fiir Knaben 3, für Mädchen 2, fkaWk ? "Madchen-Mittclsckwlen, zusammcn 7 mit _75 Klaffer: und 3032 Schuler und Schülerinnen; fernrr 53 städtijckpc cbangeliscbe Elementarscbulen mit 340 Klassen und 22 302 Knaben und Mädchen, W) 31 skadt1sche katholische Elementarscbulen mit 31 Klassen und 13429 Knaben und Mädchen, zusammen 84 Elementarsck)_ulcn mit 561 Klassen und 35 731 Knaben und Mädchen (obne die Königliche Seminar- ULÜUUssschUie1 Weiter 2 besondere Libranstalten (Handwerker- und Z€kchknschule mit 13 Klassen und 677 Schülern; an anderen und pUVITLn S ulen 25 höhere und mittlere mit 188 Klassen und 337,8 Schulern nnd Schülerinnen und 4 private Elementarscbulen mtt 1,2 Klaffcxn und 602 Schülern und Schülerinnen. Es ergeberr fick) hiernach „im (Ganzen 133 Schulen mit 983 Klassen und 48 003 Schuiern UNd Schu1erinnen.
Dazu kommen noch 35 Kindergärten und Kleinkinder-Vewabr- anstalten mtt 2153 Kindern. „
3 Von der Gesammtzabl der Kinder waren 59,710/0 evangelischer, 3,10 % katholischer Konfession, 6,95 0/11 Juden und 0,24 0/0 Dissidenten. b ?DieNr. 395 der „Mittheilungen der Grbßherzoglici) esskschen Centralstelle für die Landesstaxtstik“ bat fol- Fnden Inhalt: Gesundheitszustand und TodesfaÜL lm Großherzog- dUM Hessen im 11. Quartal 1887. _ OrtSaanende Bebolkcrung bes Großherzogtbums Hessen am 31. Dezember 1885 nach Geschlccht, jabklsen Geburtsjabresklaffen und Familienstand. _ Anzahl „der unde und Ertrag der Hundesteuer 1886_87. _ Meteorologische B“")bWtungcn zu Darmstadt Au Ust 1887- " Meteorologische eoba tungen zu Schweinsberg ugust 1887. _ Meteorologische Beo a tungen zu Kassel August 1887. _ Bergl- MLTLVWÜ eobaLhtunsLn Juni1887. _ reise der gewöhnlichen Verbrauchs- Mxxißxmde Juli 1887. _ Ster lichkeitsverbältniffe August 1887. _
Knust, Wissenschaft und Literatur.
_ Reichsgeseß, betreffend die Unfallversicberung der bet"Bauten beschaftigten Personen. Von111.Ju1i1887. Erlautert von Dr. Ludwig Huld, Rechtsanwalt in Mainz. Berlin 1887. Verlag vonkéxkrz. Yak) en, _ Kann das neue Geseß, was den Umfaxig seiner Wir amkett anlangt, auch nicht entfernt mit seinen Yorgqngern, den Geseßän der Jahre1884, 1885 und 1886 konkurriren, laßt sich die Zahl der ' rbeiter, welche in Folge seiner Bestimmun en Jursorge gegen Unfälle erbglten,'auch durchaus nicht mit den 5) il- ltonen vergleichen, die beisptelSwetse das Geseß vom 5. Mai 1886 den Wobltbaten der Versicherung untrrsteüt hat, so wäre es doch im höchsten Grade ungxrecbt und unbillig, seine Bedeutung und seine Wirksamkeit zu unterschatzen; _ 'Das Gesey vom 11. Juli 1887 wird in der vor- siebenden Schrift seinem Wortlaut? nacb mitgetheilt und ist bei den einzelnen Paragraphen von nglrUcben und guten Anmerkungen be- gleitet. Der Verfasser hat 11ch bei Ausarbeitung des gegenwärtigen Kommentgrs von demselben Gesichtspunkt leiten lassen, wie bei Ab- fciffung srtner Erläuterung des Gescßes Vom 5. Mai 1886, er wolite dte„prakttscbe Harzdbabung des Gbseyes fördern und somit nach seinen Kraften zum Gelingcn des gewaltigen Werkes einen Beitrag liefern. Er hat es deshalb auch hier wieder vermieden, theoretische Erörterungen anzusteÜen und kritische VerbesserungsvoriÖläqe zu machen. _ Den Schluß der vorliegenden Schrift bildet ein Sachregister.
_ Die Entwickelung desBucbgewerbes in Leipzig, vori “131. Oskar bon Hase, tn Firma Breitkopf & Härtel, Leipzi . Vortrag, gehalten 1118er 28. Hauptbersammlunq des Vereins deuts er Jugemeure zu Lrtpztg am 15. August 1887. Leipzig, G. Hedeler. 1887. _ Der Verfaffer'bat in vorstehender Schrift in knapper Fassung eme genaue und" l1115311214) böcbst interessante Geschichte der Vizcbgcwerbe Deutschla'nds u erbaupt und Leipzigs insbesondere, Wie wir sie bisher no'rb nicbt besessen, geliefert. Auf den deutschen Text 1701qu eine franzofiscbe und eine englische Uebersetzung desselben.
_ Seit" dem 1. O'ktober'd. J,. erscheint zu Stuttgart im Verlage von E. Stockbczrdt die Zeitschrift: „Deutsche Adelschronik. Fgmrlien -Nachr1chten der fursilicben, gräflichen und ireiherrlichen Hauser, sowie der adligen Famrlicn im Deutschen Reick)“. _ Was die Zeitschrift will„wirdnin ibrrm Titel angedeutet: Sie wili in balbzrwwatlicben „Zwischenraumen ein möglichst vollständiges standes- gemaß ubersräbiltcb geordnetes Verzeichniß der in dieser Zeit statt- gebabien Famrlien- und Personal-Veränderungen im deutschen Adels- st'ande bringe11 und damit ein möglichst voUständiges Material für die' (5512112010918 der deutschen Adelsfamilirn sammeln. Authentische Mittheilungen von deutsxben Höfen und gelegentlich längere Original- betichte solLen ferner cm getreurs Bild der Signatur des Tages geben. Auch soll es an JÜusirationen und Notizen aus der deutschen gdlmen Literatur und Kunst, sowie an Berichten über Sport und UberthZt 1edes E-TjOebtei,S dblisk „fiir den deuftschcu Adel Intereffe bat, m 6 en. _ er 11 UV tonspreis ür die Tit ri*t betr" halbjährlich 3.464. , Z W X agt
_ Das seit Anfang dreies Jahres erschrincnde „Ev.-iutberische Gemeindrbiatt“ des 13351018 1110. Martin Rade brachtc kiirzlich einen Aufsatz betitelt: „Aus der Geschichte des Mariendienstes“, uriterzeichxrei G. K Da der Aufsatz in der Zeitschrift nur eine Ver- baltmßmaßig geringe. Verbreitung “finden kOXMtL, ,so bai der gelehrte Vrrfasser xencs „Artikels darein gewilligf, daß derselbe jest auch in Burbform _ bei Hugo Klein in Barmen _ erschienen und zu dem billigen Preis 0011 60 „3 zu baben isi.
_Dcr 3. Band der im Verlage vo11J.L.V.Laberrenz in Berlin, 127. Alvenslrbcnstrgße 13, erscheinenden Sammlung „Deutscher Humor“ ist brittelt: „Originale, Humoristische Fedrrzeicbnun- (1211 V9" Justus Tbornitzg * (eleßant mebrftet mit humorististbem Ttxelbiid 5011 G. Brandt. Pre1s1axé) Der Verfasser bat sich in diesem Buchirm die Aufgabe gestellt, eine Anzabl von originciien Charakteren zu zeichnen, wie sie, das moderne Kulturleben so vielfach zeigt, und bat diese Avfgabx m 6 kleinen harmlosen Skizzen gut grlöst. Die vori ibm vorgefubrten Originale smd charakteristisch, obne Ueber- treibung, abcr ansprechend gezeichnet.
_ DLL Bucb- u'nd„Antiquariatsbandlung von Otto HarrassbMß _111 Leipzig bat über ihr antiquariscbes Bücherlager emen ansttquariscben thalog (Nr. 136) ausgegeben, welcher im Ganzsn 352 Schriften verzeichnet, „die sick) käuflich in seinem Antiquariat befinden. Von dieser) 352 Schriften betreffen 124 die Geographie und zwar Grogrzwbie im Ailgemeinen, grograpbiscbe Sammrlwrrke und Reisen um die Weib. Viele derselben sind höchst wrrfbvoll und zugleich folien, 1nde1n_sie aus dem 16., 17. und 18. Jabrbundert ratirrn. Die 2.21btbeilu11g des Katalogs umfaßt 228 Schriften und rntbalt „1111611011112 5. [.' Schriften, die sick) zum Theil auf Amerika im Allgemeinen, zum Tbeil auf die einzelnen Länder Amerikas be- ziehen. Aach untcr dcn „3111011051111“ sind visir werkbboil nnd mtercffant.
Land- und Forstwirthschaft.
München, 13. „Oktober. (Ailg. Ztg.) Bodenbenüyung und Bodezivertbeil'ung in Bayern. 11. Nach der im erstrn Artifrl erwabuien Publikation des Königl. bayerischen Statistischen Bitreaus, war die landwirtbschaitiich beniißte Fläcbe des Königreichs Jus 4.762 229 1113. angegeben. Interessanter noch als die Frage, wie 11ch diese Flache auf dienvcrsckyicdenen Kulturarten vertbeilt, ist die Frage, 111 Welchen; Verbaltntß der [andwirtbscbaftlickye Besiy und die Bevölkerung zu Einander ftrben.
,Die oben ausgewtesene Gesammifläcbe von 4762 229 113. ist im BLsTiZ 11011 „1 323 097 Grundbcfiizern, so daß auf einen der Lcßteren durcbscbxnttlick) eine landwirtbscbafilick) [3611111512 Fläche von 3 113. trifft. Dte'meisten Grundbesißer, nämlich 266 310, bat die Pfalz, in welchem Rrgterungsbczirk aucb dre durchschnitfiiche Grö e des landwirtbfchaft- lichen Bcfißtbums mrt 1.28 118- am kleinsten it.
' Ein iioch genaueres Bild vom landwirtbschaftlichen Betrieb bietet die Gxgcnubersteliung der Zahl der Haushaltungen oder [andwirtb- scha1111cheanctrt€be und dcr landwirtbschaftlich benüßten Fläche, woruber dre mit der Berufszäbiung vom 5. Juni 1885 verbundene Erbebuyg sicb brsonders verbreitete.
" Die Zahl der Haushaltungen mir landwirtbschafilich beniiizten Flachen betragt im geiammtcn Königreich 681521.
Vergleicht inan die Zahl der Haushaltungen mit dcr (Größe der Gssammtfi'ache ihres BesilZes, so ergeben sich sebr erbeblicbc Unter- schiede zunichen deri etiizrlnen Regierungsbezirken. Es treffen an Gesammiflacbe auf je, cine landwirtbscbaftlicbe Haushaltung: in Ober- bayern 12,75 113, tn der Oberpfalz 11,68 118, in Niederbayern 11,36 1111. m Schwaben 8,4911a, in Mittelfranken 8,00 1111, in Ober- franken, 7,66 1111, in, Unterfranken 5,47 113, in der Pfalz 3,26 118.
_Die D11rchjchntttsgrbße j_r_eines landwirtbschaftlickyen Betriebes betrggt, somtt m der Pialz fait nur den vierten Theil der durch- schmttltche11 Größe Lines solchen Betriebßs in Oberbayern; aucb Unter- franken mrt 5,47 118. durchschmttlicher Flache steht erheblich unter dem Gesammtdurckyschwtt des Königreichs.
Y2211.th map die'Vorstebenden Brsißgrbßen nach der Tcrminolo ie der eichsstatistik 111 4 Gruppen zusammen, nämlich: 1) kleinste 5 c- trtebe init qiner landwirtbschaftlick) benüyten Fläche unter 1 ba; 2) Kleinbetriebe, 1_10 11a; 3) mittlere Betriebe, 10-100 1111; 4) Großbetriebe über 100 1111 _ und wendet diese Gruppeneintbeilung auf Bayern an, so ergiebt fick) folgendes Gesammtbild: Die kleinsten Betriebe (unter 1 119.) finden sich vorzugsWLise in der Pfalz woselbst fie 42,5 % sammtlrcher Haushaltungen ausmachen, wii rend der Durchschnitt des Königreichs 2559/11 beträgt. Die drei fränkischen Regtrrungsbezirke Haben 26_27 ()/0, die siidbayeriscben Regierungs- bezirke 19_20 0/0, am wenigsten finden diese Betriebe in der Oberpfczlz mit 18,4 0/0. Die kleinen Betriebe (1 bis 10 113) weisen m ihrer Vertheilung keine so großen Unterschiede auf. Der Durchschnitt des Königreichs mit 55,1% wird nur von Unterfranken und Schwaben (61%) erheblich überschritten, und Von Oberbayern (49,8 0/9), nicht erreicht, während die übrigen Regierungsbezirk sich ibm m_ibern. Die mittleren Betriebe (10- 100 119.) weisen wieder große geographische Verscbdenheiten auf. Wahrend der Durchschnitt des Königretchs 19,30/0 beträgt, beziffert
fick; die bezüglicbe Prozentzahl in der Pfalz auf nur 53, in Ober- bayxrn dggegen auf 30,9 0/9. Die Großbetriebe (iiber 100 ha) erreichen in Oberbayern und in der Oberp alz 0,2 0/-1, in der Pfalz iind 111 Oberiramen nur 0,04 U/9, in den iibrigen Regierungsbezirken finden [ich durchweg 0,10/0 Großbetriebe
Die Gesgmmtfiäcbe der von den landwirtbscbaftlicben Haus- haltungen bewirtbschaiteten Flächen beträgt im Königreich 5705 937 118 oder rund 811111- auf je eine Haushaltun . Scbon dieses Durchschnitts- ergebn1ß_ welches etWas über dem_ urchschnittsxrgebniß für das Deutsche Reich mri, 7,6 119. steht _ zeigt, daß in Bayern der bäuar- liche und namentiicb'der klcinbäuerliche Betrieb vorherrschend ist, Noch genaueren Einblick in die Vertheilung des landwirtbschaftlichen Befißes gewahrt die folgende TabeUe. Es befiBiZ nämlich: t
r o z e n e
drr der Haushaltungen Haushaltungen Befißftäche derselben
0,01 3
weniger als 2 a [and-
wirtbsci). benüßte Flächen 9686 2-5 3. „ 13 688 5_20 a 35 997 20 a. bis 1 11a. 114 685 1 bis 2 88 287 2 bis 5 165 429 5 bis 10
„ 121191 10 bis 20 86 795 20 bis 50 41840 50 bis 100 3 329 100 bis 200 504 200 bis 500 79 500 bis 1000 „ 9 Über 1000 „ „ 2 , 0,05 Die Zahl jrner landwirtbscbaftlicben Haushaltungen, Welche 1 113 und darunter besi en, betragt nach dieser Zusammenstellung wohl über
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'25 0/0, deren Britzfläcbe erreichr jedoch nicht einmal 2% der Ge:
i_ammtfiäcbe. Zur landwirtbschaftlicben Bevölkerung können solche «Haushaltungen nur zum Theil gerechnet werden. Es zählen hier die vielen Haushaltungen mit, die Landwirtbfchaft nur mehr oder weniger als Nebenerwcrb betreiben.
' Die größere Hälite der Gesarnmtbefiyflärbe der landwirtbschaft- lichen Betriebe, namlich 560/0, trifft zu beinahe gleichen Tbeilen auf die "Haushaltungen rnit 10 bis 20 und 20 bis 50118 landwirtbsÖafilick) benutzten Bodeiis, Welche aber nach der Zahl der Bcsißer nur 199/11 austnachen._ Eine sehr untergeordnete Rolle spielt der Großgrund- brsiß. Aus die Gruppe 0011 50 bis 200 1111. entfalien etwa 7, auf di; Gruppen _über 200 113. kcxum 1% der Gefammt- f1ache, qu wird zugestehen müßen, daß diese Art der Bodenvrrthcilung zu so_ztalen Besorgniffen keinen Anlaß giebt, xmmxntltcb nicht 111 drr Richtung der Latifundienbildung. Bayern steht in einem bemerkenswertbcn Gegensatz zu anderen deuisciyen Staaten. Eszommen z. B' 111 Preußen auf die_Grb߀nk[affe von 100 113. und daruber 31,7 0/0, 111 Sachse11 14,1%, im gesammten Deutschen Reich 24,4 0/0oder, [gndm1rtb1ck1qf111cben Fläche, in Bayern dagegen nur 2,3 0/0.
Wichtig, ist weiter die Frage, ob die landwirtbschaftliche Best - fläche ubrrwrcgend Von den Eigrntbiimern oder von Pächtern bewirtß- srbaitet wird. Dgs „Erstere (1111 im AUgemrinen als das wirtbscbaft- lick) und sozicil gittisttgere Vrrbaltniß und dies wiegt nach den statisti- sehen Ergebnissen in Bayern weitaus vor.
'Von ]? _100"Hausbaltungen besitzen kein gkvacbtetes Land 75,3, weniger als die Halfte der Gesammifläcbe gepachtetes Land 17,5, mehr als dle Halfte 2c. 4,8, nur Pachtland 2,4 *'/0. .
„Sehr erbeb11che Unterschiede binficbtlicb des Eigentbums an dem bervntbsrbaftetrn Lande ergeben sich, wenn man die einzelnen Regie- rungsbezirke mti einander vsrgieicht. Der geringste Prozentsaß von „Haushaltungen, Welck)? nur eigener! Brsiß bewirtbsrbaften, findet sich 111 der _Pfalz 49,9), der größte in Niederbayern (91,7). Auch die Zahl 1611er ' ausbaltungen, welche nur gepachtetes Land bewirtb- 1ch§1ften, ist 1,11 der Pfaiz am größten (4,6 0/0), dann folgt Oberfranken (4,3 "/-),_ weiterhin Mittelfranken (2,4 0/0); in allen übrigen Regie- rungsbezirken brfindrn sich nur 1_20/0 solcher Haushaltungen,
V011 dcn im Ganzen 16524 Haushaltungen, welche nur Pacht- lazid brsißen, treffen aliein 13245 oder 80 0/9 auf die Haushaltungen mrt 1 118._ und daruntsr landwirtbschaftlich nußbarer Fläche. Die Gesammtfiache des grpacbteten Landes beträgt 213400 118, was einem Prozrqisay von 3,74 des Gesawmtbesi es gleichkommt. Es smd dies so geringe Zahlen," daß fie die Rege des Landwirtbschaftsbetriebes durch den Etgcntbumcr kaum berühren.
" Was den BMZ 11011 Holzland betrifft, so ist derselbe bei allen Großenklaffen des landw1rtbschaftlich benuxzten Areals vertreten, wenn auch bei dm kleinen derselben in geringem Grade. Die meist vor- kommcndr Vcsißgröße von Holzland bewegt sich zwischen 1 und 10118, und zwar bfs1߀11 die Haysbaltungen mit 20H650ar11 landwrrtbscbaftltch benuyte Flächen durchschnittlich Holzland ., _ a . . je 2.83 1111. 10_20 118. „ „ je 234 118 5_10'119„ „ , _, „ , je 1.04 ha
Die Hausbaltungcn rnit einer Vestxfläcbe von mehr als 500 da landwirthfchaftlrch nußbaren Bodens ba en sämmtlick) Holzland.
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Gewerbe und Handel.
In'drn amt1ichen Miitbeilungen der Jahresbrricbte drr mit der Beaufsichtigung der Fabriken betrauten chmteii pro 1886“. welche im Verlage von Bruer 11. C0. bierselbst erschienen sind, Wird uber den Staad der Industrie und des Arbeits- marktes bemerkt, daß in manchen Bezirken die Lage im Jahre 1886 der des vorbergebcnden Jahres iihnlich gewesen sei. Der auf der Land- wrrtbsckoaft lastcnde Druck babe sicb cbenfakls in gleicher Wrise geltend e- wacht,„sodaß dcr Gesammtausdruck unserer Industrie, wie es in dem LIL- r1cht furPotsdam-Frankfurt a.D. beißt, nocbimmercincnkrank- Haften Zug behalte. Die geiteigcrtc Konkurrenz babe wieder erhebliche Kosten an Neuanlagen iind Vnerbe'fferungen der Betriebseinrichtungen gefdrdert', so da „auch im gunsiigeren Falie der Gewinn im AUge- mcltxrn uber bes eidrne Grepzen nicht hinausgcgangen sei. Die Klagen betrafen grdockx nur noch 611136111? Industrien, bei andern mache fich eme bereits ein_getretene odcr s1ch anbahnende Besserung geitcnd. Dcr Bertchk fur Pstam-Frankfurt a. O. spricht direkt aus, daß der allgemeine Stand ern günstigerer gewesen sei als 1885, Werk die bcrvyrragcndcn Erwerbszweige, welche die meisten Arbeiter Febrazrcben, bei [obnenden Z'reisen thrils befriedigend, theils sogar stark be- chaftigt gewesen seien. terzu' seren zu rechnrn: der Braunkoblrn- Bergbau, dre Bragnkoblen-Brtquetfe-, die Ziege1-, Glas-, Feineisen-, O5t11chc-, dic Papier- und Pappen» die Holzleisten-, Bilderrahmen-, Korbwaarenßd besonders aber die Turbindustrie, welche grgen Schluß des Jahres einen „sebr'bedeutendcn Aufschwung genommen hätte. Der Aufsichtsbramte fur Koln-Koblenz _konstatirt ebenfalls eine bemerkens- wertbe Wx'ndung zum Besserw. Dre Preisricbtung sei eine steigende und Liuftragc gingen reichlich em, und die Gelegenheit zur Arbeit habe 111 [ester Leit zweifellos zu enommrn.
Arbnltcbe'Üribeile finden (1 _ in einer Reihe yon Berichten, die Verschiedenarttgkert d'er Indu irie in ihren Lebensbedingungen mache Jedoch auch „ungunnstigere Urtberle erklärlicb, und so wird denn in „dem Bericht fur Hannover die Gesammtl'age ür schlecht crkiart und resultirt, daß tros mehr als auSrei ender Be- schaftigung „dre Preise _oft „kaum die Seibstkosten decken; ja ,es wird sogar " m „diesem Bezirk ein Sinken der Arbeiterzabl ,und der Lohnekmcht für unmöglich gehalten. Von Dresden wird rege Fabrikaitonstbätigkeit, Zunahme der beschäftigten Arbxiter, Erhohung der Arbeitslbbne, dabei aber ein ungünstiger Ge- schaitsgang gemeldet. 'Der allgemeine Bericht führt diese Thatsache auf ' die Ucbcrproduktwrz zurucY, die einen geringeren Unternehmer- gewmrr bedinge. Aebnltches wird aus Leipzig berichtet. Klagen uber 111 rmzelnen Jndustrtethgen eingetretene oder zu erwartende
Uebcrproduktion werden auch in den Berichten für Mittel- und Oberfranken, Meißen und Braunschweig laut. * '