1887 / 244 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 18 Oct 1887 18:00:01 GMT) scan diff

Polizei nach bestehendem Recht keinen Zutritt hat. _ Sir oseph West thgeway, der neue Unter-Sekretär ür Irland, kam am Sonnabend Abend in Dublin an,

während der Ober-Sekretär Balfour gestern, Sonntag,

Morgen in der irischen Hauptstadt eintraf. Detectives be- schüßen den Leßteren auf Schritt und Tritt.

Der „Observer“ fällt i_iber die KundiFebungen auf dem Trafalgar-Square folgendes Urthei : „Die Dsmon- slrationen der letzten Worbe waren nicht ehrlich und hatten den Mißeron, welchen ie reichlich verdienten. Unter den sogenannten eschäftigungslosen befandfich ein winziger Bruch- theil von Arbeitern, oder solchen, welche Willens waren, zu arbeiten, falls sie Arbeit bekommen konnten. Die Sprache der Deputation, welche der Richter Sir James Irxgham empfing und der Lordmayor zu empfangen sich weigerxe, war durchaus unaufrichtig, während der Anzug, den 118 slch von den Kommunarden geborgt hatten: die schwarzen Fahrten und die phrygischen Mützen, die TOYS hölzerne Axt gar nicht zu erwähnen, doch gar zu theatralif aussahen, als daß man nicht die Absicht darunter erblickt hätte. Der Haupisprecher, ein Maler, schien auch eher wegen seiner DeklamatwnSgabe als anderer gewichtigerer Eigenschaften wegen gewählt worden zu sein, da seine einzige Beschwerde war, daß er vierzehn Tage außsr Arbeitgewesen fei. Dasistkaum ein genügejiderru11d, um die schwarze Flag e und die anderen Feldzeichext des Kampfes gegen die Geéellschaft in Anwendung zu brmgeiz. Es steht zu hoffen, daß diE Erfahrungen der letzten Woche du», Leute abhalten werden, mit diesen falschen Kundgebungen fortzufahren, da sie nur dazu dienen, die Sympathw und Wohlthätigkeit für die arbeitenden Armen der Metropole zu verrmgern.“

Der Sekretär der Admiralität theilt der Presse das folgende Telegramm mit, welches er am Sonnabend von dem britischen Kommodore in Hongkong erhalten hat: Kanonen- boote zurückgekehrt. Keine Nachricht von der „Wasp“. Der „Vander“ sucht noch südlich. Die Telegrqphepdampfer von Singapore suchen die Küsten von Cochmchma und Hainan ab.

_ 17. Oktober (W. T. B,) Heute *sriih fand auf dem Trafalgar-Square abermals ein Testing be: schäftigungsloser Arbeiter statt, an welchem gegen 4000 Personen theilnahmen. Nachdem mehrere heftige Reden ge: halten worden waren, wurde eine Deputation nach dem Maniion-Houss gesandt, um dem Lordmayor 1116 Be: schwerden der Arbeiter vorzutragen. Da der Lord- mayor nicht anwesend war, wurde die Deputatioit von einem Alderman empfangen, welcher zur Zen im Mansion-House als Untersuchungsrichtsr furzgirts. 'Die Drputation bat um einen zufriedensteüenden Veschstd für die nothleidenden Arbeiter, damit ernstliche Ruhsstörungey vermieden würden. Zwei Mitglieder der Deputation, mit Namen Wood und Cherry, erklärten auf Bsfragen: sie selbst seien nicht nothleidend, sondern sie woüxen nur die arbeitslosen Arbeiter, deren Zahl sich mit- ]edsr Woche vergrößere und di? zur Verzweiflung getrieben würden, an Gewaltthätigkeiten verhindern. Sie hättsn 012 „Nr- beiter Überredet, auf dem Trafalgar-Squave zu bleibsn und heute nicht nach der City zu marschiren, aber sl? orderten von der städtischen Behörde, daß sie den' arbeitslosen

rbeitern Beschäftigu ' ners re & Der Alderman er: widerte: er könne ein solches er prechen im Namen des Lord- mayors nicht geben, und empfahl den Arbeitern, 11 um Unter- stüßun an die Gemeinde zu wenden, wozu ste 121118 echthätten.

Der 21 derman rieth ihnen entschieden davon ab, Demonstra-

tionen wie die heutige und die vorherJelxiiden zu machen, da

an solchen sich stets eine Anzahl ar eitsscheuer Taugemchtje und Vagabonden betheiligten, die zu A(lem bersit seien. Die Deputation verabschiedete sick) hierauf, und einige Mit [ieder derselben, welcho vor den beiden Sprechsrn zu den Ar eitern nach dem Trafalgar-Square zurückkehrten, beschuldigten Wood und Cherry, die Arbeiter verrathen zu haben. Dieselben mnriugten die bsiden Sprecher, Entriffen ihnen “ihre Schriftstücke, und Ein Redner erklärte: die Antwort des Alderman sei _ grausam und gehe über alles Maß hinans; cr fordere die Menge auf, ihm nach der City zu folgen. Dis Menge 161316 sich nunmehr, die Fahnenträger an der Spixze, nacb der City in Bewegung.

Eini e hundert berittene Polizisten versperrten derselben

jedo den ng, und es kam zu einer stiirmisch9nSzens Dis

Polizei fand starken Widerstand und verhaftete etwa 20 Per: sonen. Mehrere Polizisten und verschiedene Arbeiter wurden

verwundet. Es gelang aber schließlich der Polizei, den Marsch

nach der City zu verhindern und die Menge zu zerstreucn.

Frankreich. Paris,_15. Oktober. (Fr. C.) Mit dem nunmehr von dem Präsidenten Grévy riiiterz€1chneten Dekret, welches die Entlassung des Generals Caf: farel aus der Armee in Gemäßheit des Ausspruchs des militärischen UntersuchungSraths verfügt, ist seirie weitere Vrozessirung ausschließvck) Sache des „bürgerlixhcn Gerichts geworden. Er wird vor das Zuchtpoltzeigemcht kommen. .

Die „Agence Havas“ theilt der Presse folgende Depesche aus Clermont-Ferrand, von gestern Abend, mit:

„General Boulanger bat Heute Morgen seinen Arrest ange- treten. Er hätte bei dem Begräbnis; des Rektors Hrn. Bour et einen der Zipfel des Leichcntucbcs halten 1011911, ließ sich aber ei der Familie entschuldigen und durch den General Dernay ver- treten. In der Umgebung des Gcnerals Boulanger sagt man: er gebe selbst zu, daß sein Benehmen vom Standpunkt der Dis- ziplin inkorrekt war. Man erklärt es aber durch eine Regung des Zornes, welcher der General nachgab angesichts der beftigen Polemik der franzöfischen und auswärtigen Presse. Die Freunde des Befehlshabers des 13. Armee-Corps versichern: er bedaure, daß die Blätter seine Aeußerungen über die Fabrikation des Lebcl-Gewebrcs Wiedergaben. Er atte sicb offen ausgesprochen, sagcn fie, indem er glaubte, seine Worte würden nicht wiederholt. Heute, so sagen die- selben Personen, tritt der General, nachdem er seine Ehre geräcbt bat, wieder in die Reiben zurück. Er wird sich der über ihn verhängten DiSziplinarstrafe gewissenhaft fügen, stren es Schweigen wahren und Niemanden empfan en, es sei denn die OLfiziere, die ihn in Dienst- sachen aufsuchen. eine Freunde fügen hinzu: das Von cini en Per- sonen verbreitete Gerücht, dem zufolge der General fick) Hätte zur Disposition stellen [affen wollen, um nach Paris zurückzukommen, sei unrichtig. In der That hat der General schon aÜe Anstalten - troffen, um den Winter in Clermont-Jerrand zuzubringen, und bereitet z. . schon die Einladungen fiir seitre Em iänge vdr. Der dem Befehlshaber des 13. Armee-Corps zugetbetlte rrest wird ihn verhindern, seine Inspektionsreise in den Garnisonen Vichy, Roanne, Aurillac fort- zuseßen und ;ck) an den KlasfirungSarbeiten zu betbeiligen, Welche dem großen laffirungsausschu das nötbige Material liefern soÜen. Dieser tritt bekanntlich im ezember in Paris zusammen, und General Boulanger wird ihm beiwohnen. Der Anblick des Haupt-

quartiers ist unverändert,. “die Ordonnanz-Offiziere empfangen die BLsUÖer. wischenfälle b, F ck nixbt zWetragen.“_ '

_ 1 . Oktober. 11. Ztg., er Präfrdent der Republik traf gesterndgegen 1tternacht„ vpn Mont-sous: Vaudrey hier ein; Wilsxn und'das m1l11ar1che foolge er- warteten Hrn. Grévy auf dem Bahnhof. „Hr. 1111111171: hatte heute Nachmittag eine Unterredung mit dem Prästdenten. Der Kriegs - Minister traf hsute Morgen „von Nancy wieder ein. _ Der franzöfische Reftdent m Tams, Mas s 1: cault, welcher gestern Paris vxrließ, kehrt über Spaiiien aufbséiixn Posten zurück,_*angeb11ch um 1116 algerischen Häfen zu e u en. '

_ 17. Oktober. (W. T. B.) Da der 'Justiz- Minister Mazeau aus Gesundheitörücksrrhtetx sem Vorte- feuille niederzulegen wünscht, .so di_1rfte,kw1e _eimge Abend- blätter erfahren, Spuller, das Iusnz-Mimstßrmm, Falkéres das Unterrichts:Minifterixim und der Depunrte Ricard das Ministerium des Innern übernehmen. _ _

_ 18.0ktober. (W.T.B.) Das „Journal offtc1el“ veröffentlicht die Dekrete, welche die Verwaltung von Anam und Tongking, welche bislang dem Ministerium dzs Aeußern zugetheilt waren, „fortan dem Minrsterium 'der Marine überweisen, unter gleichzeitiger Kreirung _emes Civil:(Herzeral-Gouverneurs für die indisckxchineftWM Besitzungen.“, *

Italien. Rom, 17. Oktober. (W. T'B.) Durch ein heute veröffentlichtes Dekret des Königs Wird das Parlament zum 16. November einbornfen. '

_ (Pol. C.) Laut dem leßlen Geseß zur Neqsrkung m der Armee wird im Kriegsfall die Territoria1111111z (der Landsturm), deren Mannschaften in FriedMSzeiten zu Uebun en herangezogen werdsn, mobil gemacht, sos] aber. nur zur 6,1?- theidigung im Innern aufgeboten werden. Emgeschr1€bexi m die Rollen waren Ende vorigen Jahrss 1 297 250 djensttaug11che Männer. Zu den Uebungen in FriedensZsiten smd gelnldet worden: 320 Batailwne Infanterie zu 4 Conwagnieu und 22 Alpsn- jäger-Vaiaiüono mit zusammen 341884 Mann, 100 Com- pagnien Festungs:Arti erie mit zusammen 22500 Mann und 30 Pionisr=Con1pagnien knit zusammen 3000 Mann, im Ganzen also 367 584 Mann, nicht inbegriffen 5465 Offizisrs. Andere Truppentbeile werden aus dem Territorial-Milizkontmgent nicht gebildet. Zeder diensttaugliche Italiener ist verpflichtet, mach vollkndetem 21. Jahre seiner Militärpflicht zu genügen und bleibt 19 Jahre lang im Militärverbande, kann also, wenn cr seine dreijährige Dienstzeit im stehénden Heere

“erfüllt 5111, zur mobilen und später zur Tsrritorialmiliz

herangezogsn werden. Freiwillige, welchc *sich die_ vorschrifts- mäßige Vildnng angeeignet haben und stel) selbst LMUPÜ'LU, köniien ihrer Militärpflicht in einem Jahrc genügcn. Vom 29. Lebensjahre ab treten die auSgedienten Leute zar Territorial- miliz Über. Ausxxehpben zum stehenden Heere werden jährlich 82000 Nskruten. Die Streitkräfte Italiens im Kriegsfall wiirden also bestehen aus: 1) dem stehendsn Heere mik 17 358 Offizieren, 432 000 Mann, 19056 Pferden und 1242 Kanonen; 2) der mobilenMiliz mit 2625 Offizieren, 217 512 Mann, 120 Pferden und 378 Kanonen; 3) der Territorialmiliz mit 5465 Offizieren, 1297 250 Mann; im Ganzen ungefähr 1 800000 Soldaten.

Baveno, 17. Oktober. W. T. B.) Prinz Heinrich von Preußen ist ._1“ „* «,Ll end 71/2 Uhr hier cingetroffsn

und im „Hotel BeUev'“ , -_ ge iegen.

Bulgarien. Sofia, 17. Oktober. (Prag. Abdbl.) Die hiesigen Munizipalwablen sind ohne Störung ver: laufen Und ergaben eine große Mehrheit für die rsgierungs- freundlichen Kandidaten.

Dänemark. Kopenhagen, 17. Oktobsr- (W. T. V.) Wie aus Fredensbdrg gemeldet wird, sind dsr Großfürst: Thronfolgsr, der Prinz 65001711 von Griechenland sowie die Prinzsssin Victoria, Tochter des Primzsn' von Wales, g(cicbfaüs'an dcn Masern erkrankt.

Amerika. New:York, 4. Oktober. (891191711 hat die Arbeiterkonvention dsr „19ijth 0111-1501“ 111 Min- nea olis, Minnesota, ihre Beratbungen begonnen. Die „N.:Y Hdlsztg.“ schreibt darüber:

icirr Koani, welcher mcbrcre Wochen dausrn diirfic,_ tritt mebr in den Vordergrnnd aks äbrilicbc derartigc 211bci1€kb€1*1a111111= lungen, Mil anf ihm eine Reorganisation dcs Ordrns dcr „Arbeits- riitcr“ bdrgcnommen ivsrden soll, Und zibar aufder Basis der Abschaf- fung der gigenwärtigsn Cxekutivbcbördi', an dercn Spißc bskmmtlick) dcr Großrncistcr Powderly 119111. Der Großmeister der „Arbeits- ritter“ War noch bis vor wenigcn Jahren einc bsi dsr Bevölkerung des Landes im Allgemeinca mit RECHT QUISsLHLnL Per- sönlichkcit. Scitdsm cs mit dem großen Arbeitsrbundc 111 Folgs unge- rechtfertigter Strikes, Bovcktts 11. s. w., Welche er nicbt bkrbinderf, begonnen abwärts zn gcben, ist aUck) das Prestige, Mlebes der Leiter des Ordens nock) wäbrend des großen Ausstandes QU! südwestlichcn (Eis_cnbabnsystem besessrn, berlorcn gegangen. Uebrigens darf nicht ver- aes1en Werden, daß Powderly, troß dcr manchen Fehler, welcbe cr in seiner Stcllung als Arbeitetfiibrer gemacht hat, doch beute noch der einzige Mann ist, Welcher im Stande sein diirfte, den Orden Vor einem p[ößlichyw_..gänzlichcn Zusammenbruch zu bewabren. Das wird die Mehrzahl der in Minneapolis Versammeltcn Dclcgirtén vieÜeicht einsehen und dem Großmeistcr und seinen Getreuen diesinal noch eine Weitere Gnadenfrist gewähren. Man hat übrigens anlä lick) der Kon- vention in Minncapolis auch erfahren, mit welchen ? icsenschritten der Ordén dcr „Knights of 11811101“ wirklich rückwärts gebt. Derselbe soll nämlich seit dem Juli Vorigcn Iabrcs etwa 200 000 Mitgliedcr verloren Haben. Zu der Districts Assembly 49 in New=York, einer der größten, wenn nicht der größten UnterabtbeilUnZ des Ordens, gehörten bcispielSweise noch im Juli 1886 etwa 1100 okalvcreine mit zusammen über 60000 éikiitgliedcrn. Heute befi t Nr. 49 über 200 Assemblies und 30 000 Mitglieder weniger. och bezeickmender fiir den Niedergang des Ordens ist es, daß 11011) an der letztjährigen Konvention 541 Delegaten (je ,einer auf 1000 Mitglieder) tbeilnabmcn, während die dies- jährige Konvention mir mit etwa 270 beschickt ist. Wäbrcnd so diese einst sebr Verbreitete "Arbeiterbereinigung ihrer AUflösung ent- Jegentreibt, ist ihr ein machger Rivale in einem neusn Arbeiter- unde, welcher fick) die „1981181116011 01" 1111101“ nennt, erwachsen. Diese Vereinigung, welcbe erst Fcit einigen Jahren besteht, umfaßt eine große Anzabl von GeWcrk1chaftén (113111315 111110113) des Landes und soU „bereits Über eine ganz bedeutende Mitglikderzabl ver- fügen. Dre GeWerkscbaftsvereine find es, Von welchen Powderly und seine Anhänger am meisten zu fürchten haben, und die durch ibren Austritt aus dem Orden demselben großen Schaden zugefügt Haben. Ob dieser neue Arbeiterbund es besser verstehen wird als die Arbeits- ritter, die Interessen der Arbeiter in Einklang mit denjenigen der Arbeitgeber zu bringen, muß die Zeit lehren.

Asien. AiZhanistan. Simla, 15. Oktober. (RB.) Nachrichten aus abul melden, daß der Emir demGholan

Hyder Khan befohlen hat, das Land der Hotak hilzais während des kommenden“ Winters zu beseßen.

Zeitungsftimmen.

A kDlie „Post“ feiert den heutigen Tag mit folgendem rti e :

Die freudige Stimmung, in welcher das deutsche Volk gewohnt ist, die Gefühle aufrichtiger Verehrung und Liebe unserem Kronprinzen zum 18. Oktober darzubringen, ist in diesem Jabre getrübt durch das schmerzliche und sorgenvolle Bedauern über das Leiden, durch welches. dcr hobe Herr ferngehalten wird von der Heimatb, um in der milden LuftZtaliens die vöÜige Wiederhersteüungseiner Gesundheit zu suchen, Aber um so wärmer und berzlicber sind die Glück- und Segens- wünscbe, in welchen mit Ihren Majestäten dem Kaiser und der Kaiserin der hohen Gemahlin, den Kindern und Enkeln und der ganzen Königlichen Familie das deutsche Vaterland fich zusammen- ündet. Aus der Tiefe der Volksseele und des Volks emüths steigen diese Wünsche auf für den edlen, bocbgcsinnten, mexFchcnfreundlichen Fürsten, für den Erben des preußischen Königsibrones und der deut- schen Kaiserwürde, für den in gewaltigem Kampfe bewährten sieg. reichen Heerführer, auf Welchen Deutschland mit inniger Verehrung und Vertrauen blickt. '

An den großen weltgcschichtltchen Tbaten, Welche Préußcns alte Fahnen mit neuen Lorbeeren bekränzt haben, durch die und an denen der zeitrveilig ermattete und grbeugte preußische Staatsfinn fick) zu neuer Betbätigung seiner unverwüstlichen Lebenskraft auigerafft bat, aus welcbeu endlich untcr Preußens Führung Deutschland zu cinem mächtigxn Kaiserreich geeinigt hervorgegangen ist _ an diesen Tbaten bat unie'r Kronbrinz reichcn und rubmvacn Antbcil genommen. Sein rechtzeitiges Erscheinen auf dem Schlachtfelde an der Spitze der ZWLiti'n Armes wnrde fiir dkn Ausgang der SchlaÖf beiK'öniggrätz von entscbeidcndcr Bidrutnng. Jm dcutsch-französiscbcn Kriege war es der von ibm gefübrten dritten Armre bcicbicden, bei Woißknburg und Wörth dic glänzende Sisgcsbabn zn eröffnky, Welche 1":er MW und Scdan nach Paris, zum Frieden von Frankfurt und zur Wieder- berstsUung des deutichen Kaisertbums führt?.

Und gerade auf diesen Abschluß, auf dies Ergebnis; dcs großkn Völkerkampfes dentetcn schon die erstcn Sicgkstbatcn der Kronprinz- lichen AXMLL bin, sie waren gleichsam vorbcdeurcnd, vorbildlicb. Im Lager des Kronprinzcn waren mit dem süddeutschen .Hcerc preußische Armre-Corps bereinigr, reichten fick) Nord-bnd Süddcutscblm'd zum gemeinsamen Kampfe fiir das eiiie drutschc Vaterland in trem'r Waffcn- briidérscbast die Hand. Die Matnlinie War iibcrbrückt, die Schranken, Welche dsn Norden noch vom Süden trennten, Waren von dem Sturm vaterländiscbcr Bcgeisterung, der mächtig iiber Dcntschland binbranste, niedergeworfkn. Es war ein d€111schcs Hesr, welches Prenßcns Kron- prinz zum Sirge fiibrie, cs War ein dcntschcs Hccr, an dessen Sviße er dsn Versuch der Franzosen, SÜddrutscbland in raschem Anlauf zn überwältigen und von Norddeniscbland abzydrängkn, zuriickwies.

(Hewiß Trug die bobo Skellmxg des Kronprinzen wcicnilici) dazn bei, daß es in diesen crnsteti zukunftsreichen Tagen gelang, die lang?

„Gctrennten rasch zu einem den höchsten krisgcrisMn Anfordei'umicn

gewacbskncn cinbeillicbcn Körper zu verscbmi'lzcn; abrr ein großer THLil dcs Verdienstes gebührt doch auch der Persönlickökeir dcs Führers, seinem freicn, stets auf das Ganze aciicbteien Blick, dem unbodingicn Vcrtraurn, welches er, ivo cr aucb crscbicn, sofort erivcckic. Es war ein nicht leicht 311 iibcrsch)ä1;e11dcr Gcwinn, daß 31! dsr Bc- gcistcrung fiir die Suche (11111) die Begcistcrung für dcn im Waffcm- ivcrk bc-rciis riibmlick) erprobten und ivcgrn seiner mcnsch- licbrn Tugendrn vcrebrtcn mid gclikbtsn Fkldbcrrn fich Nr- 18018. Es war nichts Geringcs, daß dic bocbgeacbieic, aber der süddeutschen Weise fremdartige und damals in ihren Formen nocb nicbt gerade sympatbiicbc preußische Tüchtigkeit und Pflichttreue drm Siiddeutschcn in dcr Persdn des preußischen Tbron- erben in voller Energie, abcr mxigében mit dem Zauber eim'r 1117011 bei ibrcm erstcn Erscheinen die Herzen gewinnenden nnd fesselnden Persönlicbkcit glcickysam vrrkörycrt dor Augen fraf. Und dicse Liebe und Vercbrunß, Micha dic iiiddriitschen Stämme dcm rubmgckröntcn Führer zollten, der Bayerns, Wiirtfcmbrrgs, Badens Kricgrr ron Sieg zu Sieg griiibrr batte, _des1cn rascbcm und cnticblosscm'm Han- deln es zu verdanken War, das kein Fcind dcn siiddcuischcn Boden betrat, diese Liebe und Verehrung baben sie ihm Freu bewahrt; sie haben fie stets laut und freudig brkundet, so oft seine Dienstpflicht ihn zu drn Truppcnbesicbtiaungen nach Süddeutschland führte.

Es ist eine glücklicbc ?Ügimg, daß in der Verehrung für die Pcrson des erhabenen, Gbr urcht gebietendcn Gründers dcs Dcujscben R€ichs, des Trägars dcr Deutschn Kaisc'rwiirde, Nord rmd Süd sich bcgégnen; es ist Eine gliick1iche VcrbcißUngsvoklc Fiignng, das; auch auf den Erben dcr Kaiserwürde und des Prenßischcn Köniiistbroncs Nord und Süd mit Liebe und eincm festen in fcbwcrer Zeit gcmonncncn und bcwäbrken Vertrancn blicken. Dic scbönen mcnscbüchcn Gigan- sck)aftcn, chbe den Kronprinzen zu 81116): im cdclstkn Sinne des Worts volkstbiixnlicbcn Gestalt gcmacbt Haben, fcine Warme Licbc für Kunst und Wiménfckwfi, scinc brrzlicbe Tbsilnabmc fiir alLe menschen- freundlick)en Brstrxbungcn, seine der Tiefe des Gcmiitbs cntsprnngcne natürliche und ungkzwungenc und darum so gewinnende Lentscligkcit _ alle dicse Eigenschaftkn sind doch «bmi nUr der schöne Sibmuck, dsr Nek) um die Fiirstcntugcnden des Kronprinzen rankt, vor Ailcm um die strenge in Kricg und Friedcn, auch in den Sinnden der Trauer bcwäbrtex Pflicht: und Berufsfrcue, das kostbarc, WU (Generation zu Generation verpflanzte Erbtbeü dcs .Hobenzoücrn- stammcs.

Die Zeit ist ernst, fie mabnt uns zur festen Siandbaftiakcit, zu ircnkr, sclbstloser, bingkbcndcr Liebe zu Kaiser und Reick). Nicmand vermag borberznsagkn, _ob es nicht dereinst dcm Kronprinzen be- schieden sein wird, die Kraft Deutschlands einzusetzen, um das Rcick) zu scbirmcn, welches unser Holdcmi'aiscr, den Gott uns noch lange crbaltcn möge, mit itarkcr «Hand und festem Wichii gegründet bat. Aber a11g2sichts der Gcfabrrn dcr fcrnen anunft bat Deutschland stets freudig darauf vertraut, das; der Kronprinz das Reich nach Nuß?" mit Kraft schii13rn und den inneren Ausbau desselben in dcm Geiste, in welchem es gkxiriindct ist, mit Weisbcit weiterfiibrcn wird.

Es gebt in diesen Tagen eine tiefe tbeiwabmsvollc Bewsgung darch das dcxitfche Volk beim Hinblick auf das Leiden dcs boch Herrn. Wohl Haben wir die fcstc' Hoffnung, Welche durch11cixcre Mittheilungen gekräftigi wird, daß die vollständige Heikung in nicht zn ferner Zeit in AUssicht stebt. Aber Mi 5011 Sorge ist ja auch die festesie Hoffnung nicht. Möge das neue Lebensjabr, Wclckycs dxr Kronprinz morgen antritt, dicse Sorge 11011 nns nebmen und ibm dlé crsrbnic Gkncsnng bringcn; möge Gottes Gnade schirmcnd und schützcnd über dem Tbcurcn chen dcs Kronprinzcn walten!

Die National:Zeitung“ sagt aus demselben Anlaß: Fern von d(m deutschen Vaterlande, aber in einem Lande, das er liebt und dks!é11_ Bevölkerung in ihm seinen ritterlichen Freiin?) verebrt, bcgebt der Kronprinz heute die Feier seinks Geburtstags tm engsten Familienkreise. Tbeilnabmsvoll richten fick) die Augen und die Herzen des deutschen Volkes dorthin: Wie der Kronpxinz „an dcr Gründung unseres Reichs iu Schlacht und Raik) einen entscheidcnden Antbcil gehabt, seben wir in ihm die Hoffnung dieses Reichs und seiner gedciblickyen Entwickelung im InnerU wie nach Außen. In dem einen Wunsche feiner baldigen und dauerndcn Genesung von dem langwierigen Leiden, das ibn befaUen bat, bereinigen fich beute AUT;- diese Gewißheit der unverbrücblicben Liebe und Treue seines Vylkks möge seinen Frobmutb und die unerschütterlicbe Geisteskraft, dlc? Lk bisher bewiesen, stärken“ er weiß und empfindet es so lebbafi, 7171? sein Volk, daß sein Geécbick auf das Junigste mit dem Wohl Und Heil des Vaterlandes verbunden ist. Nachrichten“

„_ Die „Berliner Politischen schreiben:

Unter mannigfachen von Sachunkenntniß zeugendenBebauptunsk," iiber die Wirkung des Branntweinsteuergeseßes findet sich1n„fkkl' finnigen Zeitungen die zutreffende Bemerkung, dals); die Ucbcrfnlluns des deutschen Markts mit zum Inlandskonfum cstimmter WAW in ursächlichem Zusammenhang mit den niedrigen Spirituspxelskß stehe. Alle Absaßkanäle, so sagt man, find verstopft, weil die DestiÜateure und das Publikum sick) überreicblick) mit Waare versebk"

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haben, um fick) das ihnen durch dasteseß, zugebiUigte steuerfreie Quantum zu Nuß zii machen. Ntcht mmdcr, so fügen wir hinzu, ,um die Differenz zwischen der Nachsieuer und der definitiven Ste,uer zu gewinnen. Wenn durch die bezüglichen Bestimmungxn'achr jetzt sowohl für den Handel als für den Produ- zenten Schwierigkeiten entstehen, so wird man sich erinnern müssen, daß die Nachsteuer abweichend von der Regierungsvvrlage geordnet ist, und daß lnSbesondere die gegenwärtigen Bestimmungen über das steuer- fteje Quantum und die Höhe der Nachsteuxr den Vorschlägen des Regierungseniwurfs nicht entsprechen. Sie jteÜen weitgehende Kon- essionen gegenüber den Wiinjchcn drrjenigcn dar, welche jede Nack)- teuer thunlzobst vermeiden oder mindestens auf das geringstmögliche Maß herab1eyen wollten. Aber die Erfahrung lebrf, daß die in diesem Sinne Vorgcnommensn Abschwächunaen der_ Regierungsvorlage nicht zum Vorthkile dcr Gesammtbeit der Interestenten dienen.

_ Der „Norddeutschen _Allgemeinen Zeitung“ wird zur Lage der Landwirthschast aus Hessen berichtet:

Tro einer verbältnißmäßig gUten Ernte geben fick) die Land- wirtbc einer großen Hoffnung auf Bcfferung ibrer Lage bin, da die Kom- wi? die Vicbprcxse so niedrig stehcn, das? fie, wo nicbt be- sonders günstige Verbältniiic obwolten, keinen Gewinn iibrig lassen. Die Viebpreiye Werden Voraussicbtjicb sogar, wie in Kassel bks'ürchtet wird, noch mehr fallc'n, da in ViLlLU Gegenden keine ausreichende Ernte an Futter und Stroh gemacht, an einzelnen Orten sogar ein erheblicher AUIfQÜ zu befürchten ist, so daß ein Theil der Landwirtbc in die Lage kommrn wird, seinen Vieb- stand einzuschränken nnd solckycs in größerer Menge vor dem Anfange der Winwriiiitkrung an den Markt zu brinsien. _ Die Lage der Landwirtbscbait drücke naturgemäß auf die LMS dcr Handwerker, dercn Gswerbe bei dam Mangel an Kaufkraft und KauflUst daniedcrlirgt. Dagegen bliibe der „Gewerbebetricb im Umberzieben“, durcb wclchrn nicht nur das stebcnds GCWLrbk, sondern auch das Pnblikum in Folge dcs Anerbiefcns von fcblccbtcr Waare benachtheiligt wird. Es sei aus allem Diesen crklärlick), daß der Wohlstand in [€ ter Zeit im A1-“gcmeinen keine Fortschritte gemacht hat. Dagegen md dic Arbciicrverbältniffe, wie es die Jabrcßzc'it und die rcich1ichc Gelegsnbeit zu Fpld- und Bauarbsitcn mit sich ge- bracht bat, durcbaws günstige gswesen, namcntlick) baben tüchtige nnd wiÜige Arbeiirr aus* dem Lande stets ausrcichende nnd [obnende Be- schäftigung gcfnndkn. Zn cinzeluen GLJMÖM ist während der Ernte sogar Mangel an Arbeitskräften cingctreten.

Landtags - Angelegenheiten.

Im 3, Erfurter Wablbczirk ist an Stelle des Verstorbenen Landratbs Freiherrn von WinHingerode-Knorr der Amtsrichter Bode in Langensalza (konserlmtiv) mit 242 11011 244 abgegebenen Stimmen zum Mitglied des Hauses der Abgcordncien g-ewäblt worden.

Statistische Nachrichten.

Gemäß den Veröffentlirbungen des Kaiserlirben (Gesund- heitsamts sind in der Zeit vom_ 2. bis 8. Oktobcr won je 1000 Bewohnern, auf den Jabrc§durcb1chnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 20,3, in Breslau 23,1, in Königsberg 31,7, in Köln 19,0, in Frankfurt a. M. 19,2, in Wiesbaden 17,3, in Hannover 15,1, in Kassel 12,6, in Magdchrg 17,2, in Stettin 21,4, in Altona 18,6, in Straßburg 18.1, 111211214115, in München 24,1, in Nürnberg 26,1, in Augsburg 13,9, in Dresden 20,5, in Leipzig 15,3, in Stu1111art17,4, in Karlsruhe 16,1, in Braunscbiveig 11,2, in Hamburg 25,7, in Wien 22,5, in Pest 28,8, in Prag_26,9, in Triest 38,1, in Krakau 38,5, in Amsterdam 19,6, in Briiswl 21,7, in Paris 19,2, in Basel _, in London 15,7, in Glasgow 18,7, in LiVLrpool 19,3, in Dublin 24,2, in Edinburg 18,4, in Kovcnba en 25,1, in Stockholm 16,8, in Christiania 13,2, in St. Peters urg 21,4, in Warschau 32,7, in Odessa 29,0, inRom 23,9, in Turin _, in Venedig 20,7, in Alexandria 41,5. Ferner in der Zeit vom 11. bis 17. Scpiember: in Ncw-York 24,5, in Philadelphia 18,8, in Baltimore 19,9, in Kalkutta 20,8, in Bombay 25,8, in Madras 41,1.

Die allgcmcinc Stcrblichkeif blieb auch in diesrr Vrrickyiswocbc in den mcistanroßstädtcn einc giinstige, so daß aus der größten Zahl der lcßfercn, besomdkrs dcr deutschen, niedrige odrr dock) sebr mäßig bobo Stkrblicbkciistbältnißzdblrn miigctbcilf werden. Eine sebr günstige Sterblichkeit (noch nicht 15,0 pro Miüe und Jahr) melden Mess, Cffcn, Augsburg, Barmrn, Clbrrfeld, Krefeld, Braunscbwcig, Kaicl, Christiania Eine ENDIF bbberc, aber noch nicht 20,0 pro Mille und Jabr crrkichendc Sterblichkeit wird aus sebr vielen Städten gemeldet, von denen wir bier nur Lsipzig, HaanVOr, Köln. Frank- furt a. M., Wiesbadin, Magdéburg, Altona, Bremen, Stiiitgart, Straßburg, Diiff1*1dorf,Mainz, Karlsruhe, London, Paris, Amster- dam, Glasgow, Livrrpool, Edinbnrg, Stockholm nennen WSUS". Auch in Berlin, Dresdcn, Mannheim, Steitin, Aach€n, Brüssel, St. Petersburg, Vrnedig 11. A. war die Sicrblicbkkit cine mäßig bobs, 20,0 pro Mille nur wenig übsrsieigendc. _ Darmkatarrbe und Brechdurcbfäüe der „Kinder crfnbren einc Weitere erbcblicbe Abnahme, sodaß dieselben nur in jvcnigc'n Orten (Berlin. Breslau, Miinchen,

ambura, Königsbers, Nürnbarg, Wien, Odesia, Pest, Warschau,

1. Petersbnrg) mebr SterbcfiiÜc als normal bcxbkifiibricn. Die Tbeilnabme dcs Säuglingsaltcrs an der Gesannntfterblichkcit war im Aügemeincn eine kleinere als in dcr Vorwvchc. Von je 10 000 Lebenden siarbesn, aufs Jabr bcrcckynci, in Berlin 71, in München 103 Säug- l1nge. _ Akute Entzündungen der Aibmnngsorgane führten im Wige- memen etwas seltener zum Tode als in dcr vorangegangen?" Woche.- Von den JUfkktiOliÖkkÜUkhkitLU fiihrten dagegen die meisten ejwas mehr Sferbcfälle herbei, nur Todesiäklc an Pocken wurden Weniger emeldet. Sterbefälle an Mas ern waren in Hamburg, Aachen,

ien, Kopenhagen, Warschau, S1. Pckersburg acsirigrrt; auch in Darmstadt Und London waren Maseriiwdcsfälle zablrcicl), aber seltener als in der Vorwoche. Erkrankungen kamen aus Breslau, Hgmburg, Pxst, Christiania und namentlich aus Kopenhagen (738) in größerer Zahl zur Anzeige. _ Das SÖarlacb- fieber wurde in Bcrlin, Wien, Lamberg, London, Warschau, St. Petersburg, Odessa häufiger Todcchranlassung; auch war die Zahl der zur Anzeige gebrachten Erkrankungen in Berli!» Breslau, Wien, Edinburg, Kopenhagen cine erh:b[iche, nur in Hamburg und Nürnberg eine kleinere als in der Vorwvche. _ Die Stxrblichkeit an Diphtherie und Croup war in, Berlin, Munchen, Hamburq- Dresden, Leipzig, Frankfurt a. M., Nürnberg, WWW, Danzig, Wien, Pest, Paris, London, St, Pktcrsburg eine gestejqxrke, in Breskau und Warschau die gleiche, in Cbemniß und Christiania eine kleinere als in der Vorwoche. Erkrankungen wurden fast aus allen Orten, aus denen Mittheilungen vorliegen, häufiger. * §Yuri) Unterleibstyphen kamen häufiger zum Vorschein, Wie in Kopenbaßen, Edinburg , St. Petersburg; auch in Hamburg, Lyon, Rom, London stieg die Zahl der Sterbefälle ein MMI- tn Paris hat 1112 etwas abgenommen. In Hamburg und est mar jedoY die Zahl der neuen Erkrankungen eine kleinere. _n Flecktvp us kamen aus Krakau 1, aus Amsterdam 2 Sterbe- fÜUL- aus Wien und Edinburg je 1 Erkrankung zur Bcrichterstattung. Aus KopenbaÉen wird 1 Sterbefal] und 2 Erkrankungen an epi- pemjsäper enickstarre mitgetheilt.__ Der Keuchhusten hat in Berlin und London etwas mehr Opfer gefordert; auch in Ham- byrg, Kopenhagen und St. Petersburg waren Erkrankungen daran ZUM selten. _ Den Pocken erlagen in St. Petersburg 1, in Pest 2, m PWS 3, in Faris 4, in Rom 6, in Triet 9, in Warschau 23 Per- onen' neue'Er rankungen kamen nur aus ien, Pest und St. Peters- kxurg in geringer Zahl (3 bezw. je 6) zur Kenntniß. _ Die Nachrichten uberdte Cholera in Italien lauten wesentlich günstiger. In Rom bat die Ewidemie nachgelassen; in der Zeit vom 26. September bis 2. Oktober kamen nur noch 33 Erkrankungen und 14 TodeSfälle zur

Kenntniß. Dock) kamenxin Reggio und Umgegend noch am 10. Oktober einige Fälle vor. Aus Palermo werden von Ende September nur noch vereinzelte Fäklc, vom 1. 512 2. Oktober jedoch kein weiterer Cbolerafall gemeldet. Auch in Mesmia bat die Epidemie in den ersten Tagen des Oktober erheblich abgenommen. Vom 30. September bis 3. Oktober kamen nur noch 61 Erkrankrzngen und 24 Sterbefälle zur Anzeige. Diese Beffcruna soll yamentlich durch Beschaffung besseren Trinkwassers und Schüeßung vielfacher schlechtes Wasscr liefernder Brunnen bewirkt worden sein, _ ,

Dcr GesundbeitSzustand in Berl _111 blteb auch in dieser Berichts- woche ein günstiger, die Sterblichkeit war sogar eine etWas kleinere als in der vorangrgangenen Woche. Jysbesonderc erfuhren Darm- kgtarrbe und Brecbdurcbfäüe der Kinder LMM weiteren Rückgang und fuhrten nur noch in 48 Fällen (gegen 86 der Vorwoche) zum Tode. Anek) akute Enlzündungen der Atbmungsoraane kamen weniger zum Vorschein und endeten in etwas weniger Fällen tödtlick) als in der VYrangeqangenen Woche. Von den Infektionskrankbsiten kamen Unter- leibstypben und Masern in -fast gleich bsschränktsr Zabl wie m_ der Vorwoche zur Anzeige. Auch Erkrankungen an Scharlach, in dem Stralauer Vikrtel und in der Tempel- bofer Vorstadt am häufigsten, zeigten keine Steigerung der Erkran- kungen. Dagegen wurden Erkrankungen an Dipbtberie in ansebn1ich oeftetgerier Zabl zur Anzeige gebracht und fanden im Stralauer Viertel, m der Tempelhofer und Rosenthalc'r Vorstadt die größte Verbreitung, Etwas häufiger gelangten auch Erkrankungen im Wochen- beit zur _Pieldung; Weitere Erkrankungen an cpidemiscber Gcnickstarre wurden [edocb nicbt bekanut. Der Keuchhusfcn rief wieder etwas mebr Erkrankungen und Sterbefälle hervor. Roseiiartige Entzündunaen de_s ZeÜgewebes der Haut und rheumatische Beschwerden 1111er Art ;.ergten gegen die Vorwoche keine ivesentlicbe Vkränderang in ihrem Vorkommen.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

, Gestern vrrsiarb hier der berübmte Physiker, Professor und Großh. badische Geheime Rath G. Kirchhoff, Mitglied der Akademie der YlssänTÖHthien, ch auf dem Gebiet der Spektralanalyse Hervorragendes ge 61 a .

_ Die Besteuerung des Branntweins innerbalb des Dkutscbcn RLiÖZ. ZusannnenstcUung der Gesetze vom "24. Juni 1887, vom 8. Juli 1868 Und vom 19. Juli 1879 cinsMießlicb der Vom Bundesratb erlassenen Ausführungsbcstimmrmgen, berausgegeben und erläutrrt von Schönfeld, Amtsrichter. Mit einer Tafel. Berlin, 1887. Verlag von Franz Siemcnrotb. (Preis 1,50 „M) _ Das Bedürfnis; eincr besosderen Ausgabe dsr diesbezüglichen Geseße ist außer aÜem Zivrifel. Den mit der Dnrcbfübrnng des Gesetzes bez. der Ueberwackyung bctranien Behördrn und Beamter., namentlich den Steuerän112rn,den Staatsaiiwaltschafien und dcm Gcriébt ist, sofern die ge- setzliében Normln in Frage kommen, in der vorliegenden Wiedergabe dersel- ben ein zuwerlässigés Handbuch, und, sofcrn cs fick) um Erklärungen han- delt, cin ausreicbsndcr Wegweiser in dén Unter dnrcbgängiger Bkrück- sichtix1ung der Motive beigefügten Anmsrkungrn (m die Hand grgeben. Der VoUsiändigleit balber sind air?!) die einschlägigen Paragraphen des Strafgescßbncbs und der Strafprozrßordnung an zugehöriger Steüc eingrickwlfef. Dsm Gescß vom 8, Juli 1868 sind überdies die crganßenrn Entscloeidungcn des Reichsßerichis inbalt'liÖ beigegebrn word€n. Ein sorgfältigcs Sachregister crlcichterx die Handhabung.

_ Zn] Verlag? von Duncksr u. „Humblot in Leipzig Hat der GeriÖis-Asicffor Or. Emil Münsterberg ein umfangreicbks Werk unter dem Titel: „Die DeUtsche Armengesengebung und das Matérial zu ibrrr Rcform“ erscheinenlai1911 Das Buch bildet das 4. Heft des 71. Bandes der Vom Gustav SÖnwÜer Heraus- gegebcncn „Staats- und soziaiwiffenicbafilickxn Foricbungcn“ und ist dem Bezirks-Präsidenten 5. D. Friedrick) Freibkrrn von Reilzrnftein Nrwidmei; Der Verfasicr b'incrkx in der Vorrede, de; ihm die äußere Voranlaß 111151 zu seiner Arbkit durch seine amtlicbe Tbätigkrit in der Armeii- Verwaltung der Stadr Berlin und besonders durch die ibm übertragene Leitung der Vom Reick) fiir das Jabr 1885 angeordnetsn Armen- statistik geboten wurde, wclche ibn nötbigte, den Wcrtk) und die Auf- gabe der Armsnstatistik näber zu uniLrsurhen. Auf diesem Wege crgabsn sich dann Bkziébungen zu den Fragen der Armcngescygchng und drr ibr Vcl'WQUdth Einrichtungen im Bereich der Armenpflege. DLT Verfasst): ante das große, abkr schmer Übersebbare undbic1fach von einseitigem, Wkil parteiischem StandPUnkt, bkbanchtc 5.1.1iateria1, WL1chLI in der einschlägigen Literainr bsreits vorhanden ist, eincr unpartciiscbrn Untersuchung unteriieben und das Zcrstchte sammeln. Dis Arbeit bat demnach die Britimmung, „den zur Armengescßgchng berafc'ncn und den mit ihrer Ausfübrung betrautenOrgancn iiber die wichtig- sten Frakien Auskunft zu gcbkn, ihnen cine Art Sichrrbcit zn MWÜHKU, daß sie an einer Strlkc beisammen finden, was in Beziebung anf die einzelnen Fragen (112111111, gcschriebcn und nachgcwie'ssn ist, brxw, wo die Literatur Und dik Statistik im Stiche lassen.“ Neben dieser Be- stimmung bat fick) der Verfasser als Ziek seiner Arbcit aber die Höbcre Aufgabe gcstc'llk, auch die begrifflichen und geschichtlichen Grundlagen der Arliiengesthzgchng resp. des Armrnwcsens so weit wie möglich aufzusnckwn und die gefundrnen Resultate svstcmatisck) zu verarbeitcn. _ Das ganze Werk zcrfällt in drri Bücher," von wslcben das erste in vier Kapiikln dir Literatur und Stmistik der öffkntlichen Armempflegr, die Notbwcndigkeit und die 21111g11*-c der Armsngcseygebung bebandelt und cinen Ueberblick iiber die gc1ch1chtliche (Entwickelung Und den gegen- wärtigen Stand dcr Armcngsselzgebung in Dcutschland giebt. Das zweite Blick) bcsÖäftigt fick) mik der Beurtheilung der geltenden Gcsetzgabung; cs wird der bsitcbende ZU- stand zu schildern vsrsucht Und mitgetheilt, welcbe f1na11- zieUen und sozialen Wtrkunaen diescr Gesetzgebung zugeschricben werden. Das dritje Buck) enthält die Darstellung der gegenwärtigen Reformbcsirchngcn, und zeigt zunächst dcn Staat a[s Träger der Armrnlast, Weiter werden die Vestrebungrn, Welche auf di? Rückkehr zur Heimatbgeseßgebung und auf die Bildung größérkr Verbände als Träger der Armenlast gerichtet sind, endlich diejeniacn, wclche auf Aenderungen einiclner Gcscßcsbestimmungen und auf das Wkskn dcr Zwangsmaßregeln gcgen Arme und gegen Armanrwaltungen sick) bcziebcn, gekennzeichnet. _ Das Werk ist offenbar das Resultat sorgfältigstcn Studitipts und dürfte in der That fiir Dicjenigen, w:!cbc iiber den gegenwartigen Stand der Fragsn dcs Armenwesens fich unterrichten wollen, sick) als das beste und erschöpfendftc Lehrbuch crwcisen.

Land: und Forstwirthschaft.

München, 15. Oktober. (2105). Zig.) Bodenbcnüyung und BodenvcrtbcilunZ in Bayern. 111. Ein weiterer Ab- schmit der Erhebung des öniglick) bayerischen statistischen Bureaus enthalt dre Nachweise darüber, ob die landwirtbschaft1ichen Haus- baliungen Nu vieb halten, und in welchem Umfang und in Welcher Wetfx „diese Zerwendung Von Nußvicb erfolgt. Eine derartige Statistik isi eme “nothwendige Ergänzung der Viebzählung _ mit der sie sich, was die Summen betrifft, natürlich nicht genau deckt _ ynd gewahrt eincn lehrreichen Einblick in die Art und Weist“, wie 111 Bayrrn der Betrieb der LandwirtbsÖast erfolgt. Folgende Handt- ziffern smd dcn statistischen Nachweisungen zu entnehmen:

Von den 681 521 landwirthsÖaftlichcn Haushaltungen halten 600 048 oder 88% Nußvieb, und 12% sind obne Nutzvicbbaltung. Yon den Haushaltungen mit Nnyvieb ballen 891/9 Großvieb, 15% Schafe, 570/0 Schweine und 200/11 Ziegen. Von den Großvicb bal- tonden landwiribschaftlichcn Brtricben besißen 230/0 Rindvieb und §Yserde, 769/0 Rindvieb allein und 06% nur Pferde allein. Was die Verivendung Von Viel) zur Ackcrarbcit betrifft, so Verwenden von xe 100 Haushaltungen

42,3 nur Pferde oder Ochsen, 10,0 Kühe und Pferde oder Kube und Ochsen, 47,7 nur Kühe.

Daß 47 0/0 aÜer landwirtbsckyastlickpen Haushaltungen, dic überr- baupt Nu vieb Halten, nur Kiibe zur Ackerarbett verwenden, ist kcmc sehr erfreuicbe Erscheinung, deren Eindruck nur dadurch gemildert wird, daß hier eben auch die allerkleinstcn Haushaltungen, die nur

eine Kuh halten, die aber kaum als landwirtbsÖaftlicbe Bétriebe ge- zählt werden körmen, mitgerechnet find. Jedenfalls steht die Ver- wendung von Kühen zur“ Ackerarbcit im umgeiebrten Verhältniß zur Größe des 1andw1rtbfcha1tlichen Besitzes, wic rolgcnde TabeUe zeigt:

Von je 100 Haushaltungen verwenF'Zentk): d P' d landwirtbscbaftlick) nur ferde und u e un_ ser e, nur benüßtes Areal cbsen “WHEEL; und Kühe weniger als 2 a _ - L_ba 5-Wa .... 20 a. bis 1 118. , 1 bis 2 2 bis 5 HMSW 10NSW 20 bis 50 50W1W 1WbW2W 200 bis 500 500 bis 1000 . . iiber1000 . . 100 --

Von 20 119. landwiribschaftlicben A'reals an Verwenden daher mehr als-90"/9 der Haushaltungen 11111: Pferde oder Ochsen zur Acker- arbeit, die Mitwerwendung von Kühen findet Hauptsächlixh in der Größenklaffe 5_-20 118. 1tatt. Auf Kühe allein zur Ackerbestellung find nur die kleinen Beirirbe angewiesen, schon bei einem Areal von 10-20113. vechnden nur mehr 49/0 der Beirikbe, bei 20-50 119. nur mehr 05 0/0 derselben ausschlirßlick) Kühe. thricbe Übsr 100 113 Vérwenden uberhaupt wenig Kühe zur Ackrrarbeit und hier nur neben Pferden odcr Ochsrn.

„Aus"einer lc ten Tabellr, welcbe eine'n Macbweis der Eigentbums- Verbaltmme nack) amilienstand 2c, enthält, dürften folgende Angaben hervorzuheben sein:

Vox) la:1dwirtbschastlichcn Betrieben wurdkn ermittelt 42 als Staatsrrgentbnm, 702 als Gemeinde-Eigentbum und 517 als Eigen- tbum pon Anstalten oder Stiftungen,

„32 980 Hansbaltungen oder 4,8 0/0 wurden von [edigen BksiiZecn betricbcn, denböcksten Prozcntxatz vyn [edigen Befiyern Weist Nieder- bayern auf 1111166, dann 101111 Schwabc'n mit 6,0; der geringste Prozentsatz findet fick) in Mittelfranken mit 3,3, dann folgt dic Pfalz mit 3,5 0/0 [ediger Befißer.

Bcachtung vkrdienen noch 12116 Betriebe, welche das Eigentbum nxbrcrcr Vkrnsandten sind und von ibnsn bewirtbscbaiict wchen. Solcher Betriebe Warden im Ganzen 1107 ermittelt. Am meisten findet stck) diese wirtbscbafilicbe Gemeinschaft mebrerer Verwandten in der Pfalz, indem 670/0 1ämmtlicher crmittclirr Fälle auf dieskn Rc- gicrUngsbkzirk trcffen, dann folgt Unterfranken mit 1,3% sämmtlicher Zrznz/ttelter Fälle. Den geringsten Prozentsax; zeigt Oberfranken mit

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Hervorznbkbén ist schließlich noch, daß das besprocbc'ne siaiistische Werk 8111 sebr wertbvoüks Sriprleniént zum GCMLindeverzLickmiß ch Königrricbs Bayern bildet, indrm cs fiir jkde cinzclne GLmÜnde die GesammifläÖL, die [andwirtbscbaftlich bxnußte Fläche. die Gesammt- zabl dcr Grundbrsilzcr, mit Untkrscheidung. ob sie der Ge- meinde ,anaebörcn oder nicht, und die durchschnittliche Größe Lines Besißés angeben. Die Umfangreichc TabeUc zeigt übrigsns u. 21. , wie Wknig mebr unsere po1iiischen kaeinden mit den Grundbesißverbäitnissrxi sick) dcckkn. Nur in sehr wenigen Gemeindén baben nnr GemeindL-Angebörigc Grundbesitz in 1ehr virlen dagrgcn übkrsteigt die Zahl der nich“? der Getmindc ange- börigcn Grundbksißer (Forknsen) dir Zahl der GemeindE-Angebörigen. Für das ganzk Köxiigrsich zixsammrngkrcckmet stehen 851 887 Gemeinde- Angebörigc 471230 Nichtgemcinde=Angebörigen gegenüber.

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Getverbe und Handel.

(Berl.P01.N.) Dcr Generalbcricht, bctrrffend die Ergebnisse der Crbebungsn iibrr disBeschäfiigung gewerblicherArbciter an Sonn- und Festtagen isi dem Bundesrat!) nnnmkbr zur Keyninifznabmc Fugegangcn. Das umfangreiche Schriftstück giebt cine äiixzrrst übcrsichtlich und kritisch geordnete Zusammenfasinng der Einzel- ergebnisse dcr Enquete, welcbe bereits in der vorigsn Seifion agck) dcm Rcicbstagc in drci starkm Bänden vorgelegt worden smd. WäHrknd die leßtercn nacb einzslnen Jndustrirzweigen zusammengestcklt waren, enthält der ka'ralberich neben Liner Darsteilnng der Ausfübrung und der Grundlagcn der Untersuchung 61112 Uebersicht ihrer Ergxbniffe: 1. Für das Gewerbe im Aklgemeinen. 11. Für die Groß- und Fabrik- indm'tric, cinscblirleick) der bansindustriLUcn Verhältnisse, soweit Mit- tbribmgen 1":er dicsslbe vorhanden waren. 111. Für das Kleingewerbe. 17, Fiir andel und Verkebr.

Dcr Llusiübrung der Erbsbungen, welche im Allgemeinen den einzelnen Regierungen anbeimgcstellt war, war durcb Zugrundelegung cines Fragcbogrns eine gewine Einheitlichkeit gssickpkrr wordsn, die Vcrschiedrnbrit der zur Lsitung und Aussübrtmg der Ermittelnngrn in den einzelnen Bundcsstaaten gewäb1tcn Bcbörden, die Thatsache, daß eine Sonderung fiir Groß- 11111“) Fabrikindustrik, für Handwsrk und für Handel nur für die prcußischen Regikrungsbezirkc vorge- nommen war, sdwie die Vcrschiedeaibcit in der “Akt der Ermijtelung drr Betriebs, in denen überhaupt Sonntagsarbcit iiblich ist, in den fiir die cinzolncn Erbebungsgebietc Ncgebenrn Vorschriften und schließlich in dcr Auffassnnci cinzeliisr Fragrn; alle diese Umstände acsiattctcn jcdocb cine statistische Vcrwertbung dcr Ergcbniffe nur in beschränktem Maßc.

Was die Beibeiligung der befragten Arbeitgebsr und Arbeiier betrifft, so ist ein großrr Theil der schriftlichen Aeußcrnngeb mit ersichtlickokr Sorgfalt ausgearbeitet,. auch aus vielcn von Arbeitrrn abgegebenen Erklärungen iratrn die Ansichten klar zu Tage, eine nicht unerhebliche Anzahl der Beaniwortnngrn der Fragebogkn bcwics aber entweder Mangel an Vcrständniß oder Lückcnbastigkcii und Ober- fläckylichkcii, die borgesckIricbene Ergänzung durch mündliche Erläute- rungen erwies fich daber als besonders zwkckentsprcchend. Auf die Erwirkung eincs unbefangenen und unbeeinflußtcn Urtbeiis Scitkns dcr Arbeiti'r ist von den leitenden Bebörden überall hingewirkt wwrdkn.

Die Zahl der insgesammt abgegebenen Acußerungen von Albkit" gcbcrn und Arbeitern mar aus dem Material nicht Vollständig crsicbt- [ich, weil, wie bereits erwäbni, die Aufnahme drr Untersuchun nicbt in gleichmäßiger Weise geschehen ist und zudem die Zusammenizteüung der Ergebnisse theils der endgültigen Gesammtzu'sammensteüung über- laffcn wurde, tbcils in verschiedener Weise in den einzelnen Erhebungs- xicbii'tcn erfolgt?. Die Ordnung des gesammten eingegangenen T),)?11tcrials lielß unferscbcidcn: 39 269 Aeußerungcn Von Arbeitgebern, 30651 Von ?rbcitncbmcrn, 298 von Handsls- und Gcwerbekammcrn, 55411011 Innungen, 424 bon Gewerbevereinen, 244 Von Kranken- kaffcn, 139 von sonstigen Vereinen Von Arbeitgebern, 172171111 sonstigen Vereinen von Arbeitnehmern. Nicht ersichtlich war die Zahl der Befragten in 3520 Zusammensteüungen von Unterbebörden und 2972 écjaktnnitdarsicüungen für Bundesstaaten bezw. prcaßische chicrungs- »eztr e.

Auch die Zabk der an Sonn- und Festtagen tbäiigen bczw nicbt- tbätigen Betriebe und Arbeitcr bat fick), abgesehen von den preußischen Regierungsbezirken, aus den Ergebnissen nicht ermitteln lassen. Die auf die Erstere Feststellung hinzielcnde Frage des Fragebogens: „Ist Sonntagsarbeit in (111611 Betrieben des Industriezweigs üblich, oder nur in einem Tbcile und in welchem?“ ist im Falle der Bejahung ihres zivcitcn Tbcils entweder _ was die Regel War _ ganz (1119e- mcin oder in relativen Zahlen beantwortet worden, so daß für ziffer- mäßige Zusammenstellungen eine auch nur annähernd nuörxichmde Grundlage nicht gegeben war. In [eicher Weise ist die Antwort anf die Frage: „Findet die Bes äfitgun für die gesammte Arbeitcrschaft des 5 etriebs odcr Betriebst eils oder für wel- chen Theil dcs1clben statt?“ nur in vereinzelten Fällen untcr Mittheilung absoluter Zahlen egeben worden. In den preußischen Regierungsbezirkcn find, in olge nachträglicher An-

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