Jithtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 19. Oktober. Der , AYSsÖUß des Bundeßraths für Rechnungswesen hielt heute eine Sisung.
_Die hiesige Königliche cFriedrich-Wilhelmzs- Universität beging am 15. Oktober den Akt des Rekto- ratswe sels.
Der eheime RegierungS-Ratk), Professor orä. ])1'. V a h l e n , als zeitiger Rektor, leitete die Ueber abe des Rektorats crn seinen Na fol er, den Professor orc]. r.'Schwendener Mit einer stati is en Uebersicht der Ereignisse des verflossenen Rektoratsja res ein. , , _ .
Beim ehrerperxonal verlor die Universität'durck) den Tod: die ordentlichen Pro efforen: Wirklichen Geheimen Path Dr. von Langen eck, Geheimen Medizinal-Rath ])r. Schroder, Ge- ?eimen Bergrath ])r. Websky, ])r.'Eichler, die außerordent- ichen Professoren: Geheimen Medizinal-Natl) 131". J. Meyer, 1)r. Althaus, 131“. Meßner, die Privatdozenten: ])r. Kempner, Professor Dr. Friedländer, Dr. von Stein und Dr. Ewald, owie den Bibliothekar, Geheinien RegierungS-Natl) ])r. Kaner; durch Verufun nach aUSWärts: die Privatdozenten ])r. Wol : bügel, 131“. H0 meier ])1'. Branco, und ])r. Loesche; dur Ausf eiden: den Lektor Muret. ,
“gänzt bezw. verstärkt wurde das Lehreryersonal bei der juristischenZakultät durch Berufm? des ordeiitlichen Professors, Geheimen ustiz-Raths ])r. Gier e und 1316 Ernennung "deS Präsidenten der Zustiz-PrüYngskommissiozt 1)r. Stolze] zum ordentlichen Honorar: rofeffor; bei der MYÖLZL: nischen Fakultät durch die Berufung des Geheime'n Medizinal-Raths, Professor orc]. ])r. Olshausen und" die Beförderung des Privatdozenten 131. Bernhard Frankel zum außerordentlichen Professor; bei der philosophischen Fakultät durch die Berufung der ordentlichen Professordn
r. Eriéh Schmidt, Dr. Klein, ])r. Helmert, durch die Beförderung der außerordentlichen Professoren ])r. Tiet en und ])r. Noth ins Ordinariat, und durch die Ernennung er Privatdozenten ])1'. Schröder, ])r. Hoffori), ])r. Lossen, ])r. rey, [)r. Deuffen zu auFerordentlicben Professoren und des icentiaten Bouvier zum ektor der französischen Sprache,
Durch Habilitation traten dem Lehrkörper hinzu: der 'der t eologischen Fakultät Licentiat ])r. Jülicher; bei der ]uristi- s en Fakultät ])1'. Zeumer; bei der medizinischen Fakultät die 1)1)r. H. Op enheim, Zöltzke, F. Mülier, Winisr, _Leo, Thomffen, Proxxffor Ehrli , Martius; bei der philosqpbischen Fakultät die D])r. Fabriciu-Z, Kötter, Korschelt, Schiemann,
olkens und Koken. _
Als Lehrer “iir das Seminar für orientalische Sprachsn sind kommiffariich ernannt die Gymnasiallehrer a. D. Rosen und Dr. Lange, Dr. Andreas, Missions-Jnspektor Büttner, Amie Maarbes, Scheikh Hasan Effendi Tewfik und Profesor ])r. Hartmann. . .
romovirt wurden: bei der juristischen Fakultät 8, bei der medizinischen Fakultät 142 und bei der philosophischen Fakultät 103 _Doktoren, außerdem wurde der Doktorgrad bei der p ilosophi chen Fakultät einmal bonoris sansa verliehen.
mmatrikulirt wurden im Laufe des Ja res 541 Tßeo- logen, 1080 uristen, 745 Mediziner und 11 6 Philosop en, im Ganzen 92.
Abgegangen sind 520 Theologen, 1010 uristen, 748 Medi iner und 1115 Philosophen, im Ganzen Z 93.
ie Gesammtzahl der gehaltenen Privatvorlefungen betrug 684 und die der öffentlichen Vorlesungen 447, an welchen 28 347 resp. 16 328 Zuhörer betheiligt waren.
TodeSfäÜe unter den Studirenden sind 16 zur Anzeige gekommen. .
Nachdem der Rektor noch über die akademische Diniplmar- Gerichtsbarkeit, sowis über allgemeine Universitäts:A11gelegen: heiten berichtet hatte, gedachte derselbe mit Dank der erheblichen Zuwendungen, welche dsr Universität behufs Begründung einer Stiftung zum Besten würdiger und bedürfti er Studirenden, resp. zum Besten unter: siÜ ungsbedür ti er Hinterbliebenen von Professoren der hiei en Univerität, von dem weiland ProFffor Rudolf Köp e, und von den Professoren, Geheim-Rath ernburg und Professor Kronecker zu Theil geworden sind, nahm demnächst seinem AmtSnachfolger den vorgeschriebenen Rektoreid ab und Übergab ihm die Insignien des Übertragenen Amts, worauf der Leßtere zum Schluß des feierlichen Akts eine Ansprache Zbe1§chdie§1l3ichl1téungen und Ziele der mikroskopisch:botanischen
or ung ie .
Der für das Universitätsjahr 1887/88 konsiituirte Senat besteht aus dem Rektor, Professor orä. ])r. Schwendener, dem UniversitätSrichter ])r. Daude, dem Prorektor, Gel). Regierungs: Rath, Professor em]. Dr. Vahlen, dem Dekan der theologixYen
“akultät, Pro effor 1)r. Dilimann, dem Dekan der juristi en akultät, ro essor 1)r. Pernice, dem Dekan der medizinisYen Zaxuktät, ro LY": ])r. Liebreich dem Dekan der philosophis en a u tät,
eh. egierungsRat , Professor 131: Wagner, dem
enator, Geh. Ober-Medi inal- ath, Professor orä. ])r, Barde- leben, dem Senator, Profe s or 0111. Dr. Weierftraß, dem Senator, Geheimen Re ierungs-Rath, Professor 016. ])1'. Zelier, dem Senator, Pro es or orä. ])1'. A. Kirchhoff, dem Senator, Pro- fessor ore]. 131“. .
_ Der hiesige französische Bots after, Jules Herbette, ist vom Urlaub nach Berlin zurü gekehrt und hat die Ge: schäfte der Botschaft wieder Übernommen.
_ Der General:Lieutenant von Schlichting, Com- mandeur der 1. Garde-Jnfanterie-Division, ist von Urlaub hisrher zurückgekehrt.
_ Der Juspecteur der 2. Feld-Artillerie-Jnspektion, General-Lieutenant von Lewinski, hat sich auf einige Tage mit Urlaub nach Danzig begeben.
Spandau, 18. Oktober. (W. T. B.) Heute Nach- mittag fand hier die feierliche Grundsteinlegung für die neu zu erbauende Garniwnkirche statt. Der Feier wohnten bei der General von Grolmann, als Vertreter des KriegS-Minifters, der kommandirende General des 111. Armee-Corps, Graf Wartensleben, der Kommandant von Spandau, General von Schkopp, das gesammte Offizier-Corps der Garnison,De utationen sämmtlicherTruppentheile, Vertreter der städtischen eZbrden und viele Geistliche, an der Spiße der Le teren der eldpropst 1). Richter. Der Garnisonpfarrer Mohl ielt an dem vor der Baugrube errichteten Feldaltar die Weiherede, wel er er die Worte aus dem Ev. Matth. V. 28: „Siehe ich bin ei euch alle Tage bis an der Welt Énde“ zu
Grunde legte und in der er auf die an den 18. Oktober fich kqükenden n , „„ _sowie auf den beurtsta/ Sr. Ka erli en un " Uiglichen Hoheit des ron- prinzen ezugn [ em sodann der ehemalige Garmson- pfarrer Sahall die ti _“ngßurkunde verlesen atte; und dieselbe mit den , iibrigen U „“den, Münzen und chriften in den Grundstein ein emauert wordeiz war, that der komwandirende General Graf artenoleben die erster) Hanzmxrschiage. J 7," folgten die anwesende'n' Generale, die Geistlichkeit und ie anderen zur Feier geladenen Gäste. Nach dem von dem eld- ropst gesprochenen _Gebet, dem Vatrruxiser und dem YM los; die Feier _mit einem erithiisrastischen Hoch auf e. ajestät den Kaiser und König.
Bayern. München, 18. Oktpber. (W. T. B.? "Die Kammer der Abgeordneten beneth heute dyn Mi itgr- Etat. _Eine Generaldebatte fand nicht statt. Bei" der Spezial- debatte versicherte der Kriegs-Minister gegenuber den Er- örterungen der Abgeordneten Frankenburger, FreiJrr von Stauffenberg und Orterer wegen Mißhandlung von oldaten: daß er jeden derarti en Tall bedauere und daß der Weg der Beschwerde stets o en ' ehe. Betreffs der Klagen uber die Brotverpflegun der Soldaten versprach der KriegSMimster Erhebungen an teilen 'zu lassen.
Sachsen. Dresden, 18. Oktober. (W. T. B.) Bei den heutigen Wahlen um sächsischen Laridtage wurde im Wa [kreise Dreßden ' (Antonstadt) Ingenieur, Bartholo- mäus ( rdnunngartei) Mit “2069 gegen 1341 Stimmeri ge: wählt, welche Lie knecht (Sozialist) erhielt. _ Ferner liegen bisher nachfolgende Meldungen über das Ergebnis; der Land: tagswahlen vor: “ ' , ,
Zwickau: Ober-Bür ermeister Streit (Ordnungspartet) mit 2601 St. gewählt ge en ebel (Soz.) mit 799 St.; Frankxn- berg - Mittiveida: abrikbesißer Starke (Ordnungspaxtet) aLWabit
egrn Bebel (Soz ); eerane - Ltwbacb: Fabrikbesiyer Oebmig
JOrdnungWartei) mit 1645 St. gewiibli gegen Preuß (Soz.) mrt 846 St.; O ed era n = Z schoppau: Fabrikbesißer Werner „(Ordnungs- partei) gewählt mit 1546 St. gcgen Otto (Soz.) 11111 "96 St.,; (Stadt): Dr. „jur. Heine (Ordnungspartei) gewabli mit 3949 t. gegen Liebknecht- (Soz.) tmt 1492 St.; Leipnzig (Land): Bebel (Soz.) mit 3944. St. gewahlt gegen MuUer (Ordnungspartei); H artenstein- Wildenfels: Berger_(Ordnungs- partei) gewählt mit: 1113 St. gegen Liebknecht (Soz.) mrt 474 St.; Krimmitsclwu - Werdau: Letthold (Ordnungsyartei) wir 1221 St. gewählt gegen Musikdirektor Sibbe (Soz.) mit 576 St.; Borna-Geitbain: Rößner (kons.) gewablnt; Annabkrsi-BUÜI- holz : Kaufmann Crüwell (nail) gewahlt gegen (Stadtrat!) Wagner (kons.) „ .
_ 19. Oktober. (W. T. B.)_ Fur, den Landtqg smd
ewäblt: 19 konservative, 4 nationalliberale, 5 freisinnige
bgeordnete, 1 Sozialdemokrat.
Anhalt. Ballenstedt, 16. Oktober. (Ani). St.:A.) Der Prinz und die Prinzessin Albert von Sackzsrn- Altenburg, sowie die Prinzen Eduard und Aribert sind beute von hier nach Dresden resp. nach Berlin Wieder abgereist. „. „
Leipzi
OesterreiY-Ungoxxn, Wien,17. Oktober. (Wien.Abdp.) Das Herren ausXxxes NeicXZsrathS wird _sxsme erste Sitzung am Montag, den'24. “. M, abhalten. “Auf der
TageSordnung sieben außer der Mittheilung des Einlaufs die Wahl von 20 Mitgliedern und 10 Ersaßmännern in die Dele ation. m Abgeordnetenhause des REWSWtZTS ver- 6
handelte heute der Bud et:Ausschuß Über die gie: rungsvorlage, betre end die Forterhebung der Steuern und Abgaben im ersten Quartai 1888, und nahm dieselbe nach einer Debatte, an welcher sich der Finanz:Minifter ])1'. Ritter von DunaZewski wiederholt be: theiligte, unverändert an. Zugleich wur 6an Antrag des Refr- renten ])r. Mattus eine R e s o [u tio n beschlossen, mittelst welcher die Regierung aufgefordert wird, Maßregeln in Erwägung zu ziehen, dnrch welche die Votirung des Bridgets vor Be: ginn des Budgetjahreß bewirkt werden könnte. Aus einer diesbezüglichen Mittheilung des Finanz:Ministers ging hervor, daß in dieser Richtung bereits mit der ungarischen und der gemeinsamen Regierung Verhandlungen eingeleitct worden sind. Auf eine grsirÜte Anfrage theilte der Finanz: Minister ferner mit, daß der von dsn
elegationen bewilligte Achrüstungskredit vollständig und derjenige Theil dieses Kredits, welcher der Zustim- mung der beiderseitigen legislativen Vertretungskörper vor- behalten wurde, bis zum Betrage von 6 Millionen Gulden in Anspruch genommen worden sei. Schließlich wurde die Vor- lage des Zuckersteuergeseßes fiir die nächsten Tags in Aussicht gestellt, bei welcher Gelegenheit der Minister erklärte, daß nach der Absicht der Regierung das reformirte Gesetz schon für die nächste Campagne Geltung haben soUe.
_ 19. Oktober. (W.T. B.) Wie die „Presse“ meldet, beginnen die Verhandlungen, betreffend die Erneuerung des HandelSvertrages mit Italien, am 22. d. M. in Rom. Die Verhandlungen wird der Minister-Präsident C r i S pi eröffnen. Es ist Aussicht vorhanden, das; der Tarifvertrag zu Stande kommen werde. “
Pest, 17. Oktober. (Prag. Ztg.) Jm Abgeordneten: hause sprachen in der Adreßdebatte der Referent Falk, sodann die Abgg. Iranyi und Graf Apponyi, welche eigene Adreßentwürfe ihrer Parteien voÜegten, Und der Liberale Fluger. Der Yräsident theilte mit, daß kein Redner mehr vor- gemerkt sei. uf'Ersuchen Beöthy's wurde die Debatte nicht geschlossen, sondern auf morgen vertagt, was Ti§za befür- wortete, der bei diesem Anlaß, ebenso wie der Justiz=Minisier mehrere Angriffe Jranyi's und Apponyi's energisch zurückwies.
Großbritannien und Irland. London, 17. Oktober. (21. C.) Die Herzogin von Connaug twird bis zum 23. d. M. bei der Königin auf Schloß almoral ver: weilen und nach einem kurzen Aufßnthalt im Buckingham- Palast am 27. d. M. über den Kontinent nach Brindisi und von da na Bombay reisen. _
Die egierungsbeamten, welche mit Chambrr- lain an der in Washington stattfindenden Konferenz Über die canadische Fischereifrage theilnehmen soUen, werden am 27. d. nach New:York abreisen.
Die Verhandlungen zur Abhaltung einer Konfe- renz über die Zuckerprämienfraxge, smd Zleßt fast ab- Yschloffen, und es werden im Auswärtigen mt bereits
orkehrungen um Empfange der Delegirten getroffen. Da der anierikanifclxe Senat seine Genehmigung zur AbZendung
eines amerikanischen Delegirten zu ertheilen hat, o wird
wegen der Ernennun eines amerikanischen Vertreters wahr: scheinlich ein kleiner erzug entstehen. , „
Das Meetin , welches die Sozialisten von Northampton außonntäglich auf dem_Marktplaß der Stadt abhalten, bot gestern den Anlaß zu einer großen k önigs- treuen Kundgebung. Durch Vertheilung von etteln waren nämlich alle königstreuen Einwohner ausge ordert worden, u Tausenden auf dem Marktplatz zu ers einen. Als die ?ozialistischen Redner anxin en zu sprechen, wurden sie zuerst häußg unterbrochen; en [iZ aber wurde; die Menge so erhißt, da sie die Tribüne stürmte und die „schwarzen ZYULU zerbrach. Der Hauptagitator R'eed mußte sich in den
uß der Poli ei begeben. Nachdem die Sozialisten fich ge; flüchtet hatten, Zang die Menge die Nationalhymne.
_ 18.0ktober. (M.TB.) Aufdem Trafa lgar-Square fand heute Morgen wiederum eine Zusammxnrott'ung be- schäftigungsloser Arbeiter statt. Zahlreiche Pokzeimann- schaften zu Fuß und zu Pferde verhinderten 'edock) die Abhaltung eines Meetings. Da die Menge immer melir unabmk, vermochte die Polizei nur mit größter Mühe den Vrrkehr frei zu halten. Zwischen der Polizei und einigen Individuen, welche An: sprachen an die Meng e halten wollten, kam es zii Konf [Wien, die jedoch vereinzelt blieben. Es wurden zwei Verhaftungen vorgenommen. Nachdem die Theilnehmer an der Zusammen- rottung von der Polizei vertrieben worden warén, begaben sick) gegen 2000 beschäfiigungslose Arbeiter nach dem Hyde- Park, wofelbst mehrere sozialistische Reden gehalten wurdsn. Die Redner erklärten: sie würden später niich dem Trafalgar:Square zurückkehren. Hierauf seßte fick) die Menge, unter Vorantragung von schwarzen und . rothen Fahnen quer durch den Park gegen Westen M Be; wegung; als sie aber am Victoria Gate ankam, 'fand sie das Thor von der Polizei geschlossen. Nach einiger Zeit wurde dasselbe geöffnet. Die Polizei gmgiiun vor, um die Menge zu zerstreuen. Die Menge riß die eisernen Stäbe der Thorgitter heraus, bewaffnete sich mit driiselben und ging damit gegen die Polizei vor. Mehrere Polizisten wurden hierbei schwer verwundet. Als die POUZLL Verstärkung erhalten hatte, wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen imd die Msnge aus dem Park hinauSgedrängt.
Die verhafteten 18 Personen erschienen [)eutc, des um gebührliéhen Verhaltens Und der Gewaltthätigkeit gegen die Polizei bei den grstri en und heutigen Zusammen: rottungsn auf Tra?a[gar:Square und'm der Nach- barscbaft angrklagt, vor Gericht. Einige von ihnen wurden mit Gefängnis; von 1 bis 6 Monaten bestraft; bezüglich der Anderen ist die Untersuchung noch nicht beendet.
Nottingham, 18. Oktober. („W. T; B.), Heuts fand bier eine Versammlung von NZLTLULÖLTU der
iberalen Partei statt, an welcher Glad tone, Harcourt, Morley Und andere Häupter der Partei 1heilnahmen. Glad: stone, welcher von Manchester hierher kam, wurde auf den Stationen, wo dEr Zugbielt, mit Ovationen begrüßt. Derselbe hielt in der Versammlung eins Rede, in wel_cher _er sich gegen die irische Zwangsbill aussprach, die nicht egen Verbrechen, somdern gegen das Vereins: und Versamm- ungSrecht und gegen die Freiheit der Presie' gerichtet sei, und das Verhalten der Regierung als em „solches insiellte, das man nur mit dem Worte „Impertnience“ ezeichnen könne. Das, was in der leßten Zeit in Irland geschehen sei, würde man 111 Englqnd aiich nicht einen Augenblick Ertragen Haben. Wenn die Re ie: run bei ihrem „wahnsinnigen“ Verhaltrn beharren fo te, wür e die Schwierigkeit, das Land zu regieren, eine fast un: Überstrigliche werden Es sri ein radikalrr Wechsel des Ver: waltungssystikms nothwendig, und dieser könne sich nur durch eine befreite Nation vollziehen.
_ (A. C.) AUS Birma meldet ein Teiegramm der „Times“ aus Rangun, vom 16. Oktober:
Der Konnnandirende in Untchirma, General Gordon. hat einen Tagesbefehl erlassen, worin er dem Major Harder) und den anderen Offizieren und Mannschaften, die sick) an dem jüngsten Angriff auf Bosbway's Lagcc (als dieser mächtig? Führer gctödtet wurdc) be- tbeiiigten, den berzsicbm Dank des Vizekönigs, des Obcr-Bcfkblsx babers und des Ober-Kommissärs von Birma übi'rmittelt. DLL Uebkrrumpclung von Bosbway's Lager Seitens der bcrittcnsn In- fanterie unter Major Harvay, nach einem Marsch von 52 (211,41) Meilen durcb birmanische Dschungcln in ]4 Stunden und untcr cincr schwülcn Oktoberbiße, war sicherlich eine That, auf Welcbc die daran Betheiliqten mit Recht stoiz sein könnexn. Die voilständigc Zerfprbngung von Bosbway's Bariden und f ein Tod vermehrt unfraglick) in hohem Grade die Nuten Dienste, welche die Truppkn unter GineralGordon'sBchbl bereits geli'istct haben. Leider wurde das gute Resultat, vrn Boshway's Niederlage und Tod durch eine unglückliche Affaire m Yenangyoung einigermaßen beeinträckxtigt. Disse wichtige Station am Jrawaddy, die als Depot fiir das in dem umlii-gcndciz Distrikt aewonnenc Oel dient, Winde in voriger Woche vim zwil ?reibeuterbanden angegriffen. Cine Abtbcilnng überschritt in zJobten den Fluß, scßte einige Häuser und eine unak- hcure Menge von Oel in Brand, und zrrsiörte eine große Anzahl Von Booten, indem dieselben brennend dcn laß Hinabgesandt Wurden. Obwohl changyouxig zur Zeit des Angri (; von 50 Mann militärischer Polizei befaßt war, so entkamcn die Angreifer doch fast ohne Verliiste. Ueber das Verbaiten der Polizei bei dicser Grieger!- heit soll Eine Untersuchung eingeleitet Werden.
Frankreich. Varié», 18. Oktobcr. (W. T. B.) Die Einbrrufung der Kammern auf den 25. d. M. ist nun: mehr erfolgt. *
Italien. Rom, 17. Oktober. (Italie) Der Kriegs- Minister bat die Bildung einer neuen Brigade ange- ordnet, welche gegen dsn 10. November von Neapel, nack Massovah abgeben soll. Dieselbe wird aus 6 Batailimien Infanterie und 2 Bataiüonen Bersaglieri bestehen und ihr vermuthlick) noch eine Batterie Artilisrir, eine Battexle Gebirgs-Ariiaerie, eine Jngenieur:Compagnie, 2 Compagmén Train, eine Sanitäts- und eine Proviantkolonne beigegeben werden. Die Einschiffung des neu gebildeten (?";przial:C0Ms nach Afrika erfolgt Ende dieses Monats in Neapel.
_ 18. Oktober. (W. T. V.) Anläßlich des" heu- tigen Geburtstages Sr. Kaiserlichen und Konig- lichen Hoheit des Kronprinzen brin en „die meisten Blätter äußerst sympathische egluck- wiinschun s-Artikel. Dis „Riforma“ hebt hervor, daß die iinfchs und Hoffnungen, welche sich 0.11 “den Geburtstag des Kronprinzen knüpften, in Rom die nam- lichen seien wie in Berlin: in dem entlegensten 230ka Siziliens wie in der niedrigsten Hütte Pommerns wurden für den Kronprinzen dieselben Wünsche gehegt. Der Kron- rinz werde diese Wünsche jedenfalls mit gleich großer Be- riedigung aufnehmen, und, getragen von der Liebe FWU“ Völker und begleitet von der Sympathie und Achtung der ganzen Welt, der Zukunft voll Vertrauen entgegen gehen-
Baveno, 18. Oktober. (W. T. B. Anlä li des
Geburtstages Sr. „Kaiserlichen und Könißgiéichen
Hoheit des Kronprinzen war der Ort festlich geschmückt und fand Abends Illumination und ofeuerwerk statt.
rin_z Fi [?)?Yrist ZWXTf. JJ.) bÉe. „HönigliYe Hohzxit Yer
eu e ru a erei , ' " '
Yotthardbahn nach Deutschland zu b§geben. um Ach u er W
" Nuwäuieu. Buqueft, 19. Oktober (W. T. B.) Der ?oÄrZeelLoISnb'Slatßntab wo erck diZn Manövern des . : etgech 11 at, zurü ge ehrt und be iebt si heute nach Fokschani zu den Manövern des 22, 3. an?
4. Corps. Die fremdländi 6 O ' - , dorthin begeben_ fck “ ffiziere haben sich bereits
Serbtxn. B elgra d , 18. Oktober. (W. T. V.) Wie verlautet, sind die Verhandlun gen über einen H andech- vertnrgg m1t. Runiän ien dem Abschluß nahe. Die rumanisch€ Regierung ubersandte heute den Vertrags:Entwurf.
' Danemark. quenhagen, 18. Oktober. Gestern Vor- mrttag trafens'der Kaiser von Rußland, Prinz Walde- mar v'on Danemark und _Admiral Schiwe von ebens- borg hier ein und be aben sich an Bord der ruf ischen Yacht „Czarewna “, welche sogleich südwärts abging. Der
usflug galt „emem Besuxh der russischen Panzer-Fre- gqttß'„Adm1ra[ Nachimoff“,'welche aufihrer erstenSee- iets? hierher gekommen war, um die Kaiserlichen Yachten beim zu begleiten. Des großen Tiefganges wegrn konnte die “PanzerJregatte' aber nicht durch den VW den gehen, sondern mußte eine, Merle von Dragdr lie en bleiZen. Nack) eingehen: der Besichtigung des „neuen Kriegs€chiffs kehrte der Kaiser von Rußland nebst Begleitung wiedrr hierher zurück und begab sich alsbald nach redensborg.
Das Folket ing begann gestern die erste Lesung des Gxsetzentwurfs, betreffend die Bewilligung der EinnahmisxnH YU? AiZeZgaben bis zum Erlaß deS
inanzge e e ur as inan “air vom 1. '
887 bis zum 31. März188?. 3] ) APM
„_ 18. Oktober. (W. T. B.) Der Bruder des:; Königs, Prinz Johann 5911 SchleHwig-Holstein-Sonder: burg=Glucksburg, ist an den Masern erkraiikt.
Ysien.“ Afghanistan. (A. C.) Aus Kalkutta wird der „„Umcm unterm 16. d. M. gemeldet: Daß Geheimnis; Ubrr Eyub Khan'cZ Aufrnthalthort ist noch 111111161.“ nicht gelost. Man glaubt, daß ihti der Emir von Ghazni be- herbrrge, welcher nicht iiur die Steliung eines Gouvrrneurs 111112 hat, sondern auch ein halb unabhängiger Chef ist, der den, lecher unter sememScbuH strht, iiicht leicht ausliefern diirfte. Pianwerwartet Eyub werde binnen Kurzem unter den Duranis v0x1_ Farah erichemen, fails er 11_icht durch seine anfänglichen Mißerfolge niuthlos' gewordsn ist. Er bat iibrige-ns keineH- wegs, weder in pdlitischsn noch in militärischrn Angelegen- heiten, den Ruf eines kiihnen oder verzweifelten Charakters. Die Werbung?;n fiir die Armse des Emirs unter den Durams ist ins Stdcken gerathen, nachdem gemäß Ve- fehlen aus" Kabul die Zahlung des bisher jedem Re- kruten gewahrteti Werbegeldes eingestellt worden ist. Man glaubt, der Emrr habe _seinen beabsichtigten Brsuch von Candahar aufgegeben. Eingeborene Berichterstatter melden, daß Generai Gholam Hyder Khan die Tekbi Ghil ais erfolg: reich angegriffxnbabe. Der Emir soll über die Éewegungen Eyub's zuverlassige nformationen haben. Eyub habe Herat umgangen 11111) das and zwischen den Flüssen Heri Rad und Mizrghab, im Nordßn von Herat, betreten. Es wird hinzu- gefugt, daß zu winer Gefangennahme aus Maimeneh und Herat Truppen entsandt worden seien.
_Merw, 16. kaober. (St. Petersb. Ztg.) Die Mit: theilung dcs „Reuter'd1chenBureaus“ iiber die Ankunft Eyub Khan's m Ghazni, der Hauptstadt der Ghilzais, bestätigt sich volikdmmen. Eyub Khan hat sich an die Sp iße des Aufstgndes gestellt. Der. Firuskuh-Stamm an der russisch: afghatiischeri Grenze hat sich erhoben und für Eyub Khan Pariet ergriffen. Ueberléiufer in Pendjel] erzählen, das; die Anhanger Eyub Khans eme allgemeine Erhebung in der Pro- ;nnzl Herat und im afghanischsn Turkestan mit Eifer be: 1811811.
Zeitungsstimmen.
Die „Deutsche volkH-wirthschaftlicheCorrrspon: dexiz“ schrsibt iibsr die Schußzolipolitik und die Organe des Freihandslß :
“Alljährlich, wknn die Zeit der Parlamentsverbandlungcn nabt, bereitet die rerbandelsprcffc die treue Schaar ihrer Leser in gehöriger Wctse auf dieselben Vor. Hierbei Verfolgt dieselbe mm stets die be- kannte, aber nichts weniger als billixienswertbe Taktik, ihre Gegner vor AÜcm dadurch zu widerlegen, daß fie die Erwartungen, welche von denseiben seiner Zeit an die Reformen des Zoiltarifs gcknüpft wordkn iind, ius Maßloseste Übertreibt. Wir haben dock) wahrlich niemalsbebauptet, daß die Schußzölle oder die Erhöhungen derselben fur gk1v1s1e Erzeugnisse nun binnen Jahresfrist die wirthichaftlicbe Wiedirgcbyrt der deutschen Industrie bedeuten würdkn; eben- sowenig ist jemals Von uns obne Weiteres au§gesprochen xvorden, daß„ sobald die neucn ZöUe oder ZoÜerbeungen in Kraft sein würden, der Preisdruck, Welcher leider schon so lange auf uxisercr geiverblichen Tbäti keit lastet, sofort bchoben sein werde, dgß die Arbeiter sofort höhere öbne, die Unternehmer reichen Gewinn, die Konsumenten gute und biUige Waaren erhalten würden u. s. f.; kurz, wir haben din Schu zol] nicht als ein'Zaubermitiei, als ein so- fort Wiikendes Unchrlxalheilmittel angepriesen, sondem strts volikom- men sa'chlicb und () ne alle Uebertreibung dargetban, daß dersclbe durch die Adirehr der ausländischen Konkurrenz geeignei sei, eine (Ge- sundung unserrr mißlichen wirtbscbaftlichen Verbältnisic anzubahncn.
„Diese Behauptung ist nun durch die Thatsachen seither enugsam ertmesen. Cine Besserung dsr Absaßvcrbältniffe hat fick) ü erall be- merkbar gemacht, und Wo diese nicht, wie erwartet, eingetreten, wäre es ohne den Schutzzoll sicherlich noch schlimmer geworden.
„ , Konstatiren nun auch dicSmal wieder zahlreiche Handelskammern tn l„l)ken Jahresberichten, daß die Lage der Industrie au Grund dcs reirdrucks immer noch eine wenig günstige 1er, so „ma „en nun die auf, der Seite des Freihandels stebknden hierfür lediglich die Schuszoll- Pylitt'k verantwortlich; das objektive Urtdcil dagegen gikbt die„rclati„v gunstige Einwirkung der Scbußzölle zu und bestätigt im Uebrigen die Wahrnehmung, daß das Mißverbältniß der Produktion ziim Absay W ?cker innsetnMarkt'die Hauptursache unserer mißäichen wrrtbschaft- en age ei.
„ Komisch aber wirkt es, wenn man bemerkt, wie die' Berichic der freibandlerischen Handelskammern mit sick) selbst "1 Widerspruch ge- .Utben, sobald sie die Wirkungen der Schußzölle_auf die Industrien MJ Auslande darstcllen. Nach der Meinung eines richtigen Frei- bandlers nämlich ist die Wirkung von Scbußzöllen auf die gewerbliche
Thätigkeik [eich Null, oder aber eine schädliche. Dies wird für das Inland au? aue mögliche Art zu beweisen gesucht. Sobald es sich aber um das Ausland bandeit, tritt dczs Gegentbeil ein: die Schuß- zölle find dann von so frappirender Wirkuiié, daß unser ganzer Export nach dem betreffenden Auslatide durch die elben vernichtet oder aber aus; das böchste gefährdet wird. Wieqsicb solches zusammenreimt, weiß, wie gesagt, nur ein richtiger ?retbandler zu sagen.
„Neuerdings wird nun in un enz freihändlerischen Or anen mit gewisser Schadenfreude auch darauf hingewiesen, daß der Freihandel in England je i das Ziel 1mn„1er_siarkerer innerer Angri e werde, besonders in olge der prote_ktiomsttfchen Haltung, welche die Kon- tmeytglstaaten angenommen hatten. Auch hierüber mögen fick) unsere
reihandler keinen Kummer machen. Hat die englische Industrie
chu zblle jeßt nicht nötbtg, so bai der Freihandel der englischen Jndu trie nie etWas geschadet, ulnd Wird ihr auch in Zukunft nichts schaden„ da dieselbe vermöge ihrer „günstigeren Produktions- und namexitktck) Absaßbedingungen der kontinentalen Industrie immer noch um ein E hebliches überlegen ist. In maßgebenden Kreisen Englands denxt man aber auch nicht im Mindesten daran„ zum Schu system zgruckzukebren, denn man würde damit den festländischen ebay- zbünern die stärkste Waffe in die Hand geben und die Hoffnung auf cm? dereinstige, wieder mehr freiheitliche Regelung der Handels- beziehungen unter den Industriestaaten auf unabsebbare Zeit Verlieren.
_ „Glaser's Annalen“ vom 15. d. M. berichten über den deutschen Markt:
Der Robeisenmarkt in Rheinland und Westfalen ist durchaus fest unnd ist der Preis für Gießereieisen am 8. cr. vom Rheinisch“ West- falischen'Roheisenverband, der 17 Hütten (d. s. alie mit Ausiiahme der Trmsdorfer Friedrich-Wilhelmshütte und der Siegerländer Werke) iirnfqßt, um „1 „ck erhöht worden. Eine Erhöhung der anderen Sorten Ut fiir die nachste Zeit in Ausficht genommen und wird aucb schon dadurch erforderlich, daß die Eisensteinpreise bei den besseren Sorten entschieden steigende Tendenz haben, und daß die Hochofen Kokskoblen, Koke uxid Kalksteine zum Theil schon jeßt, ficher aber ab 1. Januar wese'ntltck) tbeurer bezahlen müssen als bisher. Für diejenigen Werke, Welche bereits'imVefitZ der besten neuestrn Einri tungen find und günstige Material'emkäyfe gemacht haben, smd die heutigen Robeisenpreise leid- lich „gewinnbringend, während die noch mit älteren EinriÖtungen arbeitenden Werke kaum auf ihre Selbstkosten kommen. Bei den Hochofemverkcn bestxht der lebhafte 'Wumck), ein Syndikat zu bilden, doch smd sebr vielfache Schwierigkeiten zu überwinden, deren Lösung wohl noch ["angere Zeit beanspruchen wird. Einstweilen hat man be- schlossen, fur den bestehenden Verband einen Geschäftsführer einzu- steÜen, dem 'aÜe_Abschlüffe mitzutbeilen und aÜe Fakturen zur Ab- stexnpelung emzuschicken smd. Man bezweckt damit, jedes Mißtrauen zrmschen' den Konventionßmitgltedern bezüglich Jnnebalfung der Konventionsbesttmmungen zu beseitigen und eine ganz genaue, zur BeurthetluM' der jeweiligen Markila e höchst wichtige Statistik zu erhalten. te schon gesagt, ist die timmung auf dem Roheisen- markt 61.116 sebr feste gervorden und werden bei den zahlreichen An- fragsn fiir 1. Quartal 1888 höhere Preise verlangt und in mäßigen Grenzen auch bezahlt.
Das Stabeisengeschäft ist sehr günstig und find aÜe Werke hoch erfreut, daß, das Syndikai zii Stande gekommen ist. Wenn nun auch noch, wre zu hoffen, die mer größeren Gruppen zur Vkreinigung komxnen, so können die Stabeisenwerke in Ruhe auch ur-iiünstigeren K'onxunktixren entgegenseben, da dann solche Preissckpleudereien, wie sie in den chien Jahren üblich Waren, nicht mehr zu be- fürchten find.
Das Blechgcscbäft ist lebhaft und Arbeit Verseben, ebenso haben die Fadon- isenwerke in Trägern und dergl. 'nock) itzimer brel zu tbiiti. Dasselbe gilt für Gießereien und YAsÖZUFsnwbrckM, bei denen freilich die Preise noch sehr zu wünschen u rig a en. .
Im Allgemeinen ist demnach die Lage eine nicht ungünstige, und Wenn aucb “0.16 Nachxichten aus England, Amerika und Frankreich nicht gerade ammrrend wirken, so können die rheinisch-wesifälischen Werke, dci sie auf Monate hinaus gedeckt find, einstweilen die weitere Ent- wickeluxig obne Unruhe abWarten. “
Die Siegener Hüiten haben ihre Hauptproduktion an Eisen, es mag Namen haben, wie es wxli, bis Ende des Jabres zu [obnenden Prersezi verkauft, so ,da Geschaffßabsckxlüffe pro 17. Quartal kaum noch in die Oeffentlich ett dringen. Wird hier oder da noch etWas abgegebxn, so handeit es sich nur um kleine Pöftcben, wvfiir in der Regel am guter Preis erzielt wird.
Auf dem_Koblentnarkt in Rbeinsand-Wesifalen find Kokekoblen und Koks „forme grobe Scparatwnßprodukte, bcsonders von mageren Sorten, die zu, Osrnbrand starke Verwendung finden, fortwährend ge- sucht und fest im Preise.
ind alle Werke gut mit
Amtsblatt des Reicbs-Postamts. Nr. 58. _ Inhalt: Verfagungen: "vom 10. Oktober_1887, Feststeliung der Bestände an Reichs - Goldmunzen, Emtbalerttücken , Reichs - Silbermünzen und Neichs-Kaffenschemen, _ vom_1_0. Oktober 1887, Ausschluß von Drucksachensendungen mrt unzulasngen handschriftlicben Ergänzungen, Untrrstrerchimgen M. von der Pojtbeförderung, _ vom 11. Oktober 1887, Zulasfixzkett vvn,Posipachet_qn im Verkehr mit Jamaika und West- Austxaliexi. __ Hierzu: Tarn für Telegramme. (Fiir den billigsten und gebrauchlich1ien Weg berechnet.) Abgeschlossen den 13. Oktober 1887.
Landtags- Angelegenheiten.
Bet der im 6. Merseburger Wahlkreise (Sangerhausen- (Eckartsberga) stattgebabten Erwßwabl füt den Geheimen Regierungs- Raih Grafen „Hue de Grats, welcher sein Mandat wegen seiner Besordcxung im Staatßdienste niedergelegt hatte, ist derselbe mit 247"Sttmmen zum Mitglikd des Hauses der Abgeordnetén wieder- gewablt worden. Prrdxger Rick7ter und Amtsrichter Picschel _ beide natwnalstbcral _ erhielten 49 resp. 7 Stimmen.
Kunst, Wiffensthaft und Literatur.
Jm Verlage von Max Babenzien, Rathenow, e chien eine .Ge- schichte der Kavallerie des Deutschen Rekiscbs“, bearbeitet yon R. v o zi H a b er, Premier-Lieutenant a. D. Der Verfaff er unterzieht sich hier keiner leichten Aufgabe, indem er es unternimmt, die Geschichte einer "der rubmvollstep Waffengattungen unserer Armee dem Leser vorzufuhxrn. Er„hat1e„doch woblweislick) den Rahmen des Werkes von d'ornberein beschrant, indem er nicht eine ausführliche Geschichte jedes einzelnen KavaÜerte-Regiments bietet, was ja ein Bwch von kolossalem Umfa'nge außmachen würde, sondern indem er in kurzen Daten die wichtigsten Momente aus der Geschichte des betr. Regiments bietet. Er hat das folgendermaßen gemacht: Dem Namen des Regiments folgi der Name der Garnison, dann die Zahl des Armee-Corps, der Division, der Brigade, Welchem das Regiment angehört, Hierauf giebt er kurz an, Welche Uniform das Regiment trägt, indem er jedes Stiick genau nach Farbe und Art beschreibt. Darauf giebt er den Stiftungstag an, und zwar wo es nötbig ist, denjenigen der einzelnen CLcadrons, ]cnach dercbronologiscben Reibenfol e, wiesick) das Regiment aus den cinzelnexi CScadrons gebildet bat. kun folgt ein knapp ge- bgltener Ueberblick uber die Geschichte des Regiments, die Entstehung, die erste_n Kriegstbaten, die Verschiedenen Garnisonen, die Vluszeichnungen, wel'cbe tm Felde „erworben wurden. Daran schließen sich in chrono- loßxscber Folge die chmen der Commandeure, welche das Regiment LL'UHÜ haben. , Es liegt auf der Hand, daß dieses System Wegen einer Knappheit und Ueberfichtlicbkeit viel für sich hat, mit [eiidier
Mühe kann nian sich" über Alles unterrichten, was man über eine Trupve zu wtffen wu_nfcht. „Jm Eingange seines Buch beschäftigt sich der Verfasseyzunachst zmt der Eintheilung der aktiven Kavallerie des Deutschen Reichs. Wir entnehmen diesen Mittheilungen, da es 93 Kavallerle-Regtmentxr giebt, davon kommen auf Preußen 73 egi- menter, auf das'Königrcich Sachsen 6, auf Württemberg 4 auf Bayern 10 Regimenter. , Sodann geht der Verfasser auf die Standarten der vaaürrte ein, deren es drei Arten giebt: die Garde-Standarte, die Lmien-Standarte und die Landwehr-Standarte, Axle drei werdxn nacb Fbrm, Farbe und Emblemen geschildert. Den Kizrassier-Regrmentern ist darauf die erste Betrachtung gewidmet. StZ kind durchweg alt und blickxn auf eine ruhmvolle Vergangenbeü zuru . Das Garde du Corps-ist am 23. Juni 1740 gegründet, bat (x_lio von den schl_es1schen Kriegxn an bis auf den leßten deutscb-fran- zofischen eme kTanzende Geschiebxe. Das Garde-Kürasfier-Regiment wurde am 21. ebruqr 1815 "gegrundet. Das Leib-Küraffier-Regiment (Schlefiscbeß) Nr.,_1 ist das alteste und blickt auf einen Zeitraum V9." 213 Jahren „zuruck;„"eH “focht bereits bei FehrbeÜin mit. Das Kurassier-Regiment Konigm (PommersÖes) Nr.2 stammt aus dem Jahre 1717, das _Qstprxiz-ßisM Kürassier-Regimenf Nr. 3 Graf Wrangel, das Westfaltjche Kurassier-Regiment Nr, 4, das Wistpreußische Kurassier-Regimeyt Nr. 5„aus' demselben Jahre. Das Gründungsjahr desßBrandenburgischen Kurasftxr-Regiments (Kaiser Nikolaus [. von Rußland) Nr. 6 ist 1807,“ das emge des Maadeburgiskhen Kürasfier- Regiments Nc; 7, des Rheims en Nr. 8 das Jahr 1815. _ Von den Dragoner-Regimeniern'ttt das Neumärkifche Nr. 3 vom Jahre 1704 da_s altetste; daran schließt sich dcxsjenige Prinz Albrecht von Preußen (LrttbaUlsÖLS) „ Nk- ] VOM Jahre 1717, Das Brandenburgische Dra'goner-Regiment Nr. 2 stammt aus 1807; das 1. Garde-Draqoner- Regiment stammt aus dem Jabie 1815, ebenso die 1. Sablksischen Dragoner Nr. 4. Vom Jahre 1860 sind die 2. (Harde-Dragoner, die beimschen Dragonßr Nr. 5, die Magdeburgiscben Nr. 6, die Wrstfalischew Nr. 7, die 2. „Schlesischen Nr. 8. Von 1866 die ]. Hannovsrxscbrn Nr. 9, die Ostpreußiscben Nr. 10, die Pom- merschxn' Nr. 11, dre 2. „Brandenburgifcben Nr. 12, die Schleswig- Yolsteimschen Nr, 13, die'Kurmärkisckyen Nr. 14, die 3. Schlesischen ir. 15, die 2. Hannovßrischen Nr. 16, Von den nichtpreußischen Dragoner = Regimentern ist das älteste das 1. Großherzoglich Hessische Dragoner - R'Jgiment (Garde - Dragoner - Regiment) Nr; 23, WWW 1790 gestixiet wurde. _Die Husaren-Re imentec find theilweise sebr ali. Die beiden Leib-Husaren-Regimenter r. 1 und 2, das Brandenburgrscbe Huiaren-Negiment (Zieten) Nr. 3 stammen aus dem Jahre 1741. Das 1. und 2, Schlefiscbe Husarxn-Regiment Nr. 4 und 6 stammt aus dem Jahre 1808, diePommerscben Blücher-Husaren Nr. 5 aus dexn'Jabre 1807 (1785). Die Königs-Husaren ( 1. Rheinischen), die 1. Westfaliscksey Husaren, die 2. Rheinischen, die Tbüringisiben aus 1815; die 2._Westfa[11chen und-dte Magdeburgischen aus dem Jabre1813; aus 1866 die 1. und 2. Hesfiicben, die Hannoberischen und Schleswi - Holstciniichxw _ Von den Ulankn betrachtet das WestpreußisZe Ulqnen-Regimenf Nr. 1 fick) als das älteste, Stiftitngstag auf dZn 17. August 1745 seizt, Wo es als BoSmakencqrps gearzmdet wurde; als Ulanen-Regiment wurde es 1808 „errichtet. Die ], Garde-Ulanen daiiren von 1819, die 2. von 1821“, die 3, von 1860, die Schlesischen von 1808, die 1. Brander:- bykgisÖenNr. 3 von 1809,“ Von 1815 die 1. Pommerschen Nr. 4, die JVestfgliscbizn Nx. 5, die Thüringischeia Nr. 6, die Rheinischen Nr, 7, die Qttpreußtschen Nr.'8, Von 1860 die 2. Pommerschen Nr. 9,1312 Poienscben Nr. 10, die 2. Brandenburgischkn Nr. 11, die Lrttbamschen Nr. 12, von 1866 die 1. und 2. Hannoveriscben Nr. 13 und 14, dre SckyleSWig-HolstelnlsÖen Nr.15, dic Altmärkischen Nr. 16. Das Buch bringt ferner die Regimentßgeschichten der KavaÜerie von Sachsen, Wurttemberg und Bayern.
indem es 1" einen
Gewerbe und Handel.
Mit Rückfickyt auf die durcb das Reich§gese?, betreffend die Be- steizerung des Branntweiris vom 24 Juni 188 , bedingten Modifi- kationen des Handels in Robjpiritus hat das Kollegium dec Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin in seiner Sißung vom 17. Oktober 1887 folgende Beschlüsse gefaßt.
1. Anlangend die amtliche PreiSnotirung.
Es werden nechn deanreisen für Spiritus, für welchen die VerbrauchSabggbe bereits “entrichtet, oder für welchen sie festgestellt aber gestundetist, [owobl im :Handel mit Loco-Waare als im Termins- ban_de[_ zur reaelmaßigen taglichen Preisnokirung zwei Katégorien von GsicbainsbetaM: S t [ck
a. e äs e in piri us, we er bei seinem Eintritt in de freisn Verkehr einex VsrerUÖSabgabe von 50 «44, n
. b. Gescbafte, m Spiritus, welchcr bei seinem Eintritt in den freirn Verkehr einer “VerbrauckySabgabc von 70 „M, pro Hektoliter reinenVAlkobfols untferliegen [)wird. s
, oraus eßunZ izr die ei die en zu a und 1) bezeichneten reis- notirungexi zu berucksichttgenden„Geschäfte ist, daß fie unter solsYnden Hauptbedmgungeg geschloffen sem müssen:
1) der Verkaufer darf _solcben Spiritus, welcher der Maisch - rgum- bezw. der M'atcrialsteucr nicht unterlegen hat, überhaupt nicht23)url Lfrefxrungs ?anen; t ck
" ie er er 0 en Spiri us, Wel er einer höheren als der kon- iqutlicb bedungenen Bcrbrauch3abgabe unterliegt, so hat er die Differenz zwischen dieser [)öbercn und der kontraktlicb bedungenen Verbrauch§abgabe dem Empfänger sokort zu vergüten;
3) dre Abnabwe' des Spiritus erfolgt nach Gewicht unter Zugrundelegung dxrxemgeirTabi-„Üen, Welche dic Steuerbehörde bei
rrmttelung der fur quzusubrenden Branntwein auf die Maischraum- stcuer zu zabienden Ruckvergütung znr Antvendung bringt.
11. Anlangend die Höhe der Maklergebübr für ' " Loko-Sviritus obne Faß. Die ortégcbrauchliche Maklergebübr (Art, 82 des H.-G.-B.) wird nach dcn'gngestxüten Ermittklungen über die tbatsäcblich bestehenden Verhaltnime aus 10 „14 Pro 10 000 1 5. 100 0/0 festgeseßt.
. Die auf Grund des Art, 30 des Revidirtcn Statuts der Korpo- ration der Kaufmannichaft von Berlin bestebende ständige Deputation der Produktenbörsx, welche nach §. 14 ihrer Geschäfts-yrdnung vom "22; Mai 1872 die Aufgabe hat, die Vereinbarung von Börsen- ge1chafts- und Borsxii-Verkehrsbedingungkn oder deren Beseitigung dem Aeliestxn-Koüegtum vorzuschlagen, hat in den Bedingungen für den Berlincr'Loco - ?Piri'dushandel, Welche als Orts- berauck) gelten, im Fall 111cht zw11chen den Kontrahenten besondere Ierabrcdungeu getroffcn Werden, 511 der Abtheilung: 4 Spiritus- handel _loco obne Faß fret _Haus, aus Anlaß des neuen Branntkvemstcncrgeseycs i_olgende Abanderungen vereinbart:
1)'Dem.§, 1 wird gm zweites Alinea zu eseyt, Welches lautet:
Die drei Hayptbedmgungen, von wel en nach der Bekannt- machung der „Nellejtxn derKaufmgnnfckzaft von Berlin vom 17. Ok- tober 1887 die Berucksichtigung Llnks Spiritusgescbäfts bei der regel- maßigm taaltzben Pretßnottrung abhängig gemacht ist (Ausschlicßung des, der Maijchraum7 _bczw. 'der Materialsteuer nicbt untertvorfenen Spiritus viZn dcr _thscrbarfeit, Au3gleichun Wegen etwaiger die beduxigene Hobc uberiteigender Verbrauckysabga e und Abnahme nach Gewicht), finden Anwendung auf die den gegenwärtigen Geschäfts- bedmgixngen untersteÜten Geschäfte.
Ych§§§ 265is50 l;)leiben fivafcränZeTrtc.k
“ n '. wrr ie Tri ür ü liefern" der ä er er“te und leßte" Zeile) von 15 Tagen auf 10 Tage beraYgeseZQF er zéveite Saß erhalt folgende chffungz .Die Rücklieferung gilt als rechtzeitig Jefcheben, ,wenn i_die Faffer innerhalb der 10täaigen Frist zu einer iefigcn mtt amtlichen Atckxun sbeiugniffen ausgerüsteten AichunJSstelle gesandt worden sind. Vor 101 er Absendung der Fäffer bat Empfänger den Lieferer unter Beziehiing dor Aichungsste11e unverzüglich zu benach- richtigen und gle1ch„zeiti_g,_fal_ls nur ein Theil der Fässer zur thbungsstelle gesandt ist, die ubrigen Fässer dem Lieferer zur Ver- fuguer zu stellen.", _
er §. 7 bleibt unverändert.
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