1887 / 247 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 21 Oct 1887 18:00:01 GMT) scan diff

_ 20. Oktober. (W. T. B.) Die Vorlage des Budgets für 1888 durch den Minifler-Präfidenten von TiSza im Unterhaus e dürfte voraussichtlich am Sonnabend erfolgen.

Großbritannien und Irland. London, 19. Oktober. WC.) Der Marquis von Salisbury traf heute in

leitung seiner Gemahlin' und seiner Tochter von seinezn bei Diepye gelegenen Landfiß, Chalet Cecil, kommend, m London ein. _

Die geftrFe Amtszeitung macht bekannt, daß in Ge mäßbeit von erirägen, welche in den letzten dm Monaten abgefchloffen wurden , der Küstenstrick) zwischsn dem britischen ProtektoratLa0os und dem rechten Ufer des Rio del Rey an seiner Mündung, ebenso die Gsbiete im Becken des Niger, wclche der Königlichen Niger- JHJelZschaft gehören, sich fortan unter britischen Schuß

e 11 en.

Die Regierung läßt einen umfassenden Plan aus- arbeiten, betreffend die Vertbejdigung der Seesiädte, Marinehäfen und Flußeinfahrteti sowie anderer ver- wundbarer Punkte der englischen Küste Mittels To rpedos. Es soll zu dem Behuf ein 30000 Mann zählendes, aus Regulären, Freiwilligen und Milizen bestehendes Küsten: vertbeidigungscorps gebildet werden.

In Devenport wurde am 17. d. ein viertes, nach dem Muster der „Rattlesnake“, des „Graßbopper“ und der „Sandfly“ gebautes Torpedo-Kanonenboot vom Stapsl _gelasscZn, welches den Namen „Spider“ erhielt. Das neue Schi besißt 3000 Pferdekrast und wird nach seiner Vollendung 36 Pfd. Sterl. kosten. _

_ 20. Oktober. (W. T. B.) Etwa 3000 beschäftigungs- lose Arbeiter, welche heute im yd0park eine Versamm- lung abhielten, beschlossen, eine bordnung 011 den M1- nifter des Innern zu senden. Troß Abmabnenß ihrer Führer bégleitete die versammelte Men 0 die Deputatwn bis nach Piccadiüy, wo dieselbe von der 011301 auSeinander gesprengt wurde. Drei Mitglieder der Deputation wurden 111 das Ministerium des Jnneru eingelassen, 100 eme Unter: redung stattfand.

_20. Oktober, Abends. (W. TB.) Der Lord-Mayor bat die Mitglieder des 601111109, welches im vorigen Jahrs zur Unterstüßung Notbleidender Gelder sammelte U11d vertheilte, zu einer Zus ammenkunft eingeladen, Um sich mit ihnen über Maßregeln zu berathen, durch welcbe dem in den unteren Vevölkerungésklassen hier augenblicklich herrschenden Noihstande gesteuert werden 15111110. _

Nach einem von den Aerzt0n 131: R0010 und 131: Crit- chett heute abgegebenen Gutachten hat sich das Augenleiden deS frü eren General-Sekretärs fiir Irland, HickS:B0_0ch, so gebe ert, daß demselben die Wiederaufnahme seiner politi chen Thätigkeit gestattet werden kann.

Frankreich. Paris, 20. Oktober. (Köln. (tg.) Die republikanischen Gruppen der Wiih1er des eparte: ments Jndre - et : Loire haben auf den 25. Oktober ihren Deputirten Wilson zu der großen Wählerversamm: lung eingeladen, welche veranstaltet werden soll, um ihn über die jüngsten Skandalgeschicbten zu vernehmen. _ Dem „Gaulois“ Jfolge werden die Mitglieder der Rechten der

eputirtYnkammer zum 25. Oktober eine Erklärung ' entwerfen, die auf der Nednerbühne verlesen erden soll und worin

FTS sich verpflichten, gßgen dis 'eßige 1111, gegen jede künftige egjerung keine systematisckZe Oppo ition zu machen; ie Werden in Folge de en auf keinen Ja mit der äußersten inken Coalitionßpoliti treiben, dagegen der R0gieru11g nach- drücklich entgegentreten, wenn sie mit dem Radikalismus, der Frankreich ins Verderben führe, cin Abkmnmen treffen wollte. _ Der Kriech-Minister traf gesisrn 11011 der Besichtigung der Befestigungen 011 der Ostgrenze wiedsr in Paris ein und wird heute im ObchriegL-ratb und am Sonnabend im Vertheidigungsratl) d011 Vorsiß 0511105111011.

_ 20. Oktober. (28. T. B.) Dic Blätter vcr- öffcntlichen ein Schreiben Wils 011'9, worin derselbe anzeigt, daß er der Versammlung, welche auf den 25. d. M. nach Tours einberufon sei, u1111'iber dis gegen ihn erhobenen Nnscbuldigu 119011 zu verhandeln, bei: wohnen werde. Derselbe dankt zugleich den Veranstaltern der Versammlung dafiir, daß ihm auf diese Weise Gelegenheit zur Abgabe öffentlicher Erklärungen gegeben werde.

Caffarel ist heute Abend in das Gefängnis; dcr Conciergerie übergeführt worden.

_Jtalien. Rom, 16. Oktober. Der „Pol. Corr.“ wird berichtet: Ob nun die von England eingeleitctén Versöhnungs: u_nd VerständigungSversuche zwischen Italien und Abessinien emen praktischen Erfolg haben werden oder nicht: die italie: nische Expedition gsgen Abessinicn ist voUstiindig bermt und ausgerüstet und geht in der, ersten Hälfte dos November 011 den Ort ihrer Bestimmung ab. Die 6011011111119 Allgemeine Schiffahrts eseUschaft sieüt fiir den Transyort der _nach Afrika abgezenden Truppen zwölf ihrer besten Schiffe _ welche, von drei Krisgsdmnpfern ("91011171 und unter: stüßt, ie erwähnten Truppen an den Ort ihrer Bestimmung befördern. Bis zum 5. November wird das ganze Spezial: corps für Afrika, 5000 Mann stark, die “101111 0111101011. Am 10. November geben sodann sechs Batai one Infanterie

und vcrschiedene Abtheilungen anderer Waffengattungen in“

der Gesammtstärke 11011 ebenfaüs 5000 Mann, 0111 15. No: vember weitere 4000 Mann und endlich am 30. No: vember der Rest der nach Afrika bestimmten Truppen, gleichfalls 4000 Mann stark, ab, sodaß in der ersten Hälfte des Monats Dezember das ganze Expeditions: corps, vollständig mit allem Nöthigen mtsgeriistet, am Ort se1110r_Beftimmung eingetroffen sein wird. Das für die Operation 8089" Abessinien bestimmte Corps Mrd daher unWähr 24 _Mann stark sein, und zwar etwa 6000 Mann,

0 sich bereits in Afrika befinden, 5000 Freiwillige und 13 Mann weitere reguläre Truppen, welche, wie oben angegeben, von Neapel nach Maffovah ab ebrn werden. Diese 24000 Mann werden in visr Briga en und ein vom_ General Saletta befehligtes _ Befaßungseorps ein- getheilt werden und führezi das für die Expedition in YUM Gegenden nothwendige Material mit sich. Unter nderem wird das Expeditionscorps auch über eine Anzahl so enannter beweglicher Forts verfügen, welche aus 1zndur dringlichen Stahlplatten gebildet, außeinandergelegi und in Wer Zeit wieder zusammengestellt werden können und daher tranJortabel nnd. Nachdem die Trupxäen in Maffovah außelangt 1_nd, wird sofort die frü ere Ste ung von Sahiti 1111 1101) Wieder eingenommen und 093 Corps in fester Stel- lung konzentrirt werden. Der Rest der Operath hängt dann

von den Erei ni-Fen ab welche. rüber entscheiden werden, ob das Corps so ori: die five' er.?reifen odxr in fesxer Stel- lung den Angriff der - sfinier a warten Wird. _ Einen sehr guten Eindruck hat es Kemacht, daß der frühere Ober-Kommandant des italienischen editionScorYs in Maffovah , Generql Gens, ein aktives mmando ei der neuen großerz Exp_edi- tion erhalten hat; es ist* dies eine glänzende; Satisfaktion, welche dem oft so eftig und unverdient iingegriffenen General nun von Seiten. er obersten Kriegsxeitung gegeben wrrd. Dec gegenwärtige Ober-Kommandant 111 Maffoval), Genera1 Saletta, wird das Kommando jenes Platzes führen, welcher als Basis für die künftigen Operationen gelten wird. _ Es herrscht nur eine Stimme der Anerkenwung über die Energie, Präzision und Geschicklichkeit, mrt we1cher in einer verhältnißmäßig kurzen eit die ggnze Expeditiqn zusammengestellt und mit alLem ür_ die Kmegéoführung in jenen“ uncivilisirten Ländern Nothwendigen ausgerüstet wurde. Das Ministerium CrisPi und speziell der Kriegs-Mnnster haben sich durch die Energie und Thätigkeit, die sie auch bei dieser Gslegenheit bewiesen, den Dank der ganzen Nation er- worben und man zweifelt nicht daran, daß die ttalienische Expedition nach Afrika bald gläYende 9195111010 erzielen und dem italienischen Namen neuen [anz verleihen wrrd.

_ 20. Oktober. Die „Agenzia Stefani“ meldet: _Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz hat auf den Geburtstags = Glückwunsch, den der Mi111ster:Präsident CriSpi im Namen der Regierung und als Dolmetscher der Gefühle des italienischen Volks an Ihn gerichtet batte, geantwortet: Er danke für die wa 0119- gesprochenen Wünsche. Er freue Sich, daß das italienische Klima dazu beitrage Ihm Seine Gesundheit wiederngeben. Er weile gérn in Italien und fühle Sick) immsr glücklich, wenn Er die Bande zwischen den beiden Nationen (16) enger knüpfen sehe.

Bulgarien. Sofia, 19. Oktober. (Prag. Ztg.) „Reuter's Bureau“ meldet: Seit einigen Tagen wird unter den Flüchtlingen an der serbischen Grenze eine gewisse Thätigkeit bemerkt zu dem Zweck, in das bulgarische Gebiet einzufaklen. Dieselben durchziehen die angren: zenden serbischen Dörfer und erklären offen die Absicht, die bulgarischen Grenzzollpoften anzugreifen. Dies ist das erste Mal, daß die Flüchtlinge von Ssrbien 0119 agitiren. Ser: bien ertbeilte der bulgarische11 Regierung die Zusicherung, eine solche Agitation nicht zu dulden. DecZgleicben sicherte die Pforte eine strenge Ueberwachung der Grenzc zu. Auch Ru: mänien verfolge aufmerksam die Bswegungen dcr Flüchtlinge. Die Régierung beschloß, gegen jeden Versuch, den Frieden zu stören, energisch vorzugehen.

Schweden und NorWe en. Christiania, 20. Oktober. (W. T. V.) Die Mini terkrisi-Z gilt 015 bee11d0t. Sämmtlicbe Minister haben sich entschlossen, im Amt zu verbleiben.

Dänemark. KopenZzagen, 20. Oktober. (W. T. B.) Durck) eincn offenen ' rief des Königs wird der Reichsta bis zum 5. De ember vertagt.

Ein )eute verö entlic11tes neues provisorisches (Hefe ermächtigt die egierung, im laufenden Finanzjahr die b tehenden Steuern weiter zu erheben und die 11015: wendigen Augga-ben» bestreitßn. .

Amerika". New:York 17. Oktober. (R. B.) Der Präside_nt Cleveland traf heute, begleitet von seiner Ge: mathn, 111 Nashville ein, wo er begeistert empfangen wur 0.

Afrika. Egypten. Kairo, 17. Oktober. (21. C.) Von der 3000 Mann zählenden Garnis 011 liegen zur Zeit 10 Proz. krank darniedcr. _ Die Derwiscbe stehen noch innner in Sarras, scheinen sich jedoch vor 01110111 Angriff zu fürchten und rckogtiosciren fkeißig die (510130110 Die dies: seitige Taktik besteht darin, ihre Bewkgungen zu bsobacbtcn.

Zeitungsftimmen.

_ J11_ den „Berliner Politischen Nachrichten“ [01011 11111“:

Folgcnchdruckt eine Reihe freisinnigcr Organe kritiklos ab:

.Es bdstatigt fick), daß 11013 der 11011011 Branntjvcinstcucr der nächste Rcichctaf wieder ein Defizit aufweisen und cineentsprcckxnkc Erböbung der von den (Einzelstaatcn aufzubringendcn Matrikular- beiträge 1151510 machen wird.“

Als_ob der Ertrag der Branniiiwinstcucr irzcnd einen Einfluß auf die Pöbe der ?).)kairikularbciträge übcii könnte! Allerdings 11111 das Inkrafttreten des Bramiiwi'instcixcrgeschs mit dem 1. Ok- wbcr d. J". sicb finanziel], 10100111 für das Reich, als für die Eixizolstaatcn, erbcblicb bemerkbar 111005011 und eine nicht un- ivc1cntliche Veränderung der Jsteidnabmcn beider gegenüber dem ctatsmaßi cn Betrage [)erbeifitbren Denn nur die MaisÖbolticbstcucr und dic ranntweinmaierialjtcuer fließen zur Rcicbskaffe, dic Vcr- brauch§abgab0 gelangt daaegen, auch soweit sie nach F". 42 des Gsscst vom 24. Jun_1 d. J. an Stelle der Maischbotticbstcuer tritt, nach dem Matrikularfuß zur Vertheilung an die Bundesstaaten. Dic Nack)- steuer folgt derselben Regel. Sowohl der Gesammtertrag dcr leytercn als der auf das Jabr 1887/88 zu verrecbncndc Reinertrag der Vor- brauxbsabgabe kommt daher dcn Bundesstaaten zu gute, so daß diclse in dieser außerctatsmäßigen (Einnahme eincn Aquleich für die 1101)- chdig_gcwordcnc Erhöhung der Matrikularumlagen erhalten.

_ Dic umgekehrte Wirkung wirddie Einführung des (Hefe ls für die _Reicbskaffe haben. Diem: fließen allerdings außer der aisch- bott_1ch-_und Yi“_alerialsteuer aus der früheren B1anntweinstcuergcmein- schaft die Extra 1: diescr Steuern 0119 Süddsutschland zu, dafür aber kommen die Er öbunFn der Matrikularbeiträge in Fortfall, Wclche 11011 “0211 süddeutschen e*taalen und für Hohenzollern bisher als Aus- gleich iür die Branntweinsteuer zu entrichten warm und n'elcbe dcn Jahresbetrag des Aufkommcns jcncr Steuern erheblich übersteigen durfted. Außer diesem Ausfall trifft die Reichskaffe cin rvettxrer aus denjcnigen Erleichterungen und Ermäßigungen der Mai1chbotiich-_2c._Steucr, welche in den §§. 41 und 42 fiir die kleinen imd landwirtb1chastlichen_Brennereien vorgesthen find. Nicht minder ist, soweit von der Ermachtigung Gebrauch gemacht wird, eine Riick- vergütung auch zu eil-, wissenschaftlicben oder zu Pury, Heizungs-, Kocb- oder Belcu tungszwccken zu gewähren. Während daher die Kassen der Einzelstaaten durch_ das Inkrafttreten des Branntw7in- steuergeseßes in _erwünschtxr Weiie gespeist werden, werden die Ein- nahmen des Reichs selbit gekürzt, sodaß, wenn nicht bei anderen Etatsposten ein Außgleich eintritt, ein rechnungsmäßiger Fehlbetrag sich ergeben wird._ _

_ Die Verdreisackoun der Mai1ck1steuer und der Ausfubrrergütung m dsr Zeit vom 1. Huli bis 1. Oktober d. I. wird fich finanziell allein bci der Reichskame, die Wirkung der mit der Verkündung des Gesetzes eingetretenen Zollerböbungen dagegen bei der Ueberweisung aus den Zöllen an die Bundesstaaten geltend machen. _ Also nicht „troxs', sondem wegen des neuen Branntwänsteuergesetzes muß eine

- oder kleineren, des mehr oder minder wohlfeilen

' . ErböFung der Matrikularumlagen stattfinden; natürlich steht dieser Erbö uns eine dem Mebrertrage des Branntwrins entsprechende Vermehrung der HerauSzablungen an die Bundesstaaten gegenüber.

_ Dgs „Posener Tageblatt“ widmet der Getreidx zollfrage emen Artikel, 111 welchem es ausführt:

Die Oppofition, Welche immerfort die ?)brase von der Be ehrlich. keit des Agrariertbums im Munde führt, gnorirt gefliffentl ck), da der Schu des landwirtbscbaftlichen Arbeitsmarkts wesentlich an im Jntere e des ländlichen Arbeiters und mithin, da alle verschiedenen Branchen der nationalen Arbeit einander ergänzen, im Interesse der deutschen Arbeiterirelt überhaupt gelegen ist. Die Frage des größeren

rotes ist durchaus nicht eine bloße Preisfrage. Selbst Wenn das aus beimischem Getreide erzeugte Brot infolge emer nachbalti wirkenden Normirung der Getreidezoklsäße anscheinend einen 111") eren Preis bedingen soÜte, so wäre immer noch zu berücksichtigen, daß es der Gesammt. beit bedeutend billiger zu stehen kommt. als das aus dem denkbar woblfeilsten fremdexi Getreide HergesteUte Produkt. Denn von den ErstcÜungskosten wird die gesammte in dem heimischen Getreidebau tbätige nationale Arbeitskraft bezahlt, während von den in der frem- den Geireideproduktion steckenden Arbeitslöhnen 2c. der deutschen N0- tionalwirtbsÖaft kein Pfennig zu gute kommt. Um deutsches (Ge- treide bezw. deutsches Brot herzustellen, wird deutsches Kapital in deutscher Arbéitskraft befruchten?) angelegt; um aus fremdem Ge- treide deutsches Brot- zu erzeugen, muß "unser Geld die landwirth- schaftliche Arbeit des Auslandes befruchten. Es fragt sich also, ob wir wirtbschaftlich klüger tbun, wenn wir, um unser täglich Brot zu essen, den fremden landwiribscbaftlicben Arbeiter in Nahrung seßen oder den einheimischen. Von diesem Gesichtspunkt aus betracbtet, ist die Preisfrage für jcden biÜi0 denkenden Wirthscbaftspoliiiker schon im Voraus entschieden. Das deutsche Brod 0118 deutschem Getreide Hergestellt, ist für den einheimischen Konsmnentcn unter 01101111mständen billiger als das aus fremdem Produkt bergestcllte. Es scheint, das; auch unseren arbeitenden Klassen das Trüqliche der 111011chesterlichen (Getreidezoü- und Brotprcisthwrje aklmäblicb zum Bewußtsein kommt und 10 sich einer minder einseitigen und rngberzigcn Ariffajsuxig Wirtl)sch0ftli er Tagesproblcme zuzuwenden anfangen. Für die natwnalgcfinntcn Wirtbscbaftsparteien könnte in dieser Tendenz Mitcror Kreise mir der Antrieb licgen, auf dcm be- tretcnrn Wege Entschlossen und ziclbewußt Weiter vorzugebi'n und 011111 dcr deutschen Landwirtbschaft die Möglichkeit ihrer cdeihlicben Fort- existcnx durch Ergreifung solcher Maßrcgeln zn gewä ren, irclckie dem deutschcn Getreidebau sein natürliches Vorzugsreckyt auf dem deutschen Absatzmarkt gcwährleistcn.

_ _ _Das „Leipziger Tageblatt“ äußert iiber dte sächsischen Wahlen:

„„ Wenn wir dem Wahlergebnis; noch einige Worte der Betrachtung widnwn, so haben wir zuvördci'st freudig die Thatsache zu konstatiren, daß die Aufrechtbaltung dcs Wahlkartch untcr dcn Ordnungsparteicn unseres Landes sich auf das Vortrefflicbstc bewährt und von Neuem günstige “Früchte getragen bai. Es kann keinem Zweifel unicrlicgw, daß der 9116101111 dcr Sozialdemokrajic, 11101610 in nicht Weniger 019 17 Wahlkrkiycn cigcnc Kandidaten aufgestellt hatte“, ein (10115 [12- drnti'nder und 111 manchc'n Wahlkreisen iiicht ungefährlicher War; die Sozi0ldemvkraien babcn genau so wie andere Parteien agi- tircn können, und es ist ihnen in Bezug auf die Wahl- agitation nicht das geringste gcseßlichc Hindcrnis; in den Wkg gelegt worden; sie konnten ibrc Aufrufe nnd Stimmzettel ver- öffcntlichcn und katbcilkn, ibrc Wachrsmntnlnngcn 0511011011 0011; nach ihrem Bclicbcn 11110 genau so, wie die Ordnungépacteicn. Unter solchcn Umständen ist der glänzende Erfolg der KartelWarteien um so höher zu 11010111ch10g011, und es Hat sich von Neuem gezcigt, das;. Wenn die OrdnungN'artcicn zusammenhalten und sich nicht 000011- seitig bekämpfen, die Sozialdemokratie unschädlich gemacht werden kann. Das: in dcm einzigen Kreis, dcr cine Außnabmc bildet, in Leipzig-Land, das Karickl seine Wirkung vor der Hand nock) versagt hat, das liegt Hauptsächlich 011 der beispiellos ungünstigen Zusammen- setzung dicics Wahlkreises und fäUt für die Beurtheilung des Ge- sammtresultats nicht in das (Gewicht. '

' Wir sind überzcugf, daß auch die Sozialdemokraten selbst den Umstand, daß fie Leipzig-Land 1 bebauptctcn, nicht für eincn großen (Erfolg ibrcr Sache 0111350100080 werden, nachdem sic in 011011 andcrcn Wahlkreisen so schlechte Geschäfte gemacht baden und insonderheit ihre ki'atiipfbaftcn Anstrcmgungcn, ihrem Hauptfübrcr Licbkncäxt, der 111111 1901101 fick) Von dci" Tbcilnabme 011 den parlmnentarisckycn Veri Handlungen ausgeschlossen siebt, wie'dc'r zu einem Landtagkimandat zu verhelfen, erfolglos geblieben sind. __

Einen 110ch größcrcn Mißerfolg bat die dcntschfreifinnigc_ Partei erlitten, indem fie in 011011 vier Wahlkreiscn, 1110 fie 011111110111“.

Aktion trat, vollständig Fiasko machte. Selbst in dcm 11011 Zittau _

01123 stark infizirtcn Land-Wablkreise RciÖcimu-Ostriß bat es der 110111101- frcifinnigc Kandidat, twßdcm daß die „Zittauer Morgen-Zeiiuzig" Himmcl und Erde für ihn in 2401110911110 setzte, nur zu einer Mino- rität von etwa einem Drittel der abgcgcbcncn Stimmcn (30110011, und 0110) in Pirna, das bis vor Kurzcm noch 010 11111 Hochburg des „deutschen Freisinnö“ galt, ist der _Karth: kandidai, 979011 den die Gemicr ganz besonders sxcb aZ- gestrcngt batten, 'mit großer Mebrbcit gewählt worden._ .I." Wurzcn-"OsäIaß 11101 ebenfalls alles Licchivcrben dcr Dcuixckysrxl- finnigcn völlig unfruchtbar. S0 sicbt fick) denn die deutscbfrciimmgc Partei in Sachsen aucb bsi dcn Landiagßtvablen gänzlich 0111110112111?- sterbi'etat verscyt und es schcint nicbt, als ob die Wähler ibr 1101111 welcbe „“T-61011011 nachweincn 111011100. Sowie iti Siiddcutscblanddké demokratische Volkspartci, so kann die deutsckyireifinnigc Partei M Sackcks€11 als 311 1011 Todtcn gkbörcnd 011001011011 wcrden. __ _

Eine ndeiti'rc Genugtbuung bat uns noch das Wahlergcxmx; 10 Annaberchuchbolz bcrcitct. 68 War das der einzige Kreis, U“?- durch lokale Vcrbältniffc hervorgerufen. von konservativer Satte dcin Wahlkartcll nicht nachgegangen wurde. Der Erfolg 51 gcgknde Herren in Buchbolz, die 00111 Kartell nick1ts wissen woüten, 011511?“ schlagen, und boffentlicb 1110111211 sie sich nunmehr beruhigen 111011111 Annaberg wieder Fricd.11 jcdließen. _

Möge, das ist unser 011frich1ti00r Wunické, das loyale Handmkand- geben dcr KarieUpartcicn in unserem Lande fick) auch 111 Zukunék erbalion, damit, wenn das Vaterland seine Bürger wieder 011le 518051111110 11111, dsffcn innere Feinde 11011 Ncucm zu Boden (181132761- Wkrdcn.

_ Die Lond0n0r „Allgsmeine Correspondcnz meldst:

Mr. Baker, dcr amcrikanisckw Konsul der Vereinigten S_iaaicn in Buerros-Avrcs, schlicfzt ssinen Bericht pro 1886 übcx den 19.111111 mit dcr argentinischen Republik mit der Aeußerung, daß er (MW deutschon Hand?! mit Argentinien eine große Zukunft 110101151713)- Er fügt hinzu: .Was in 50110111 Grade zu dem Wachstk111m 101de Permanenz des deutschen Handels beigetragen hat, smd die dciMcbw Damvfcrlinien, welcbe jetzt einen direkten und schnellen Bkrkék zwischen drn beiden Ländern ermöglichen“.

Statistische Nachrichten.

Nach Mittheilung des Statistischen Amts der Stadt Berk"- find bet den hiesigen Standesämtern in der WOÖC M, 9. Oktober bis inkl. 15. Oktober cr. zur Anmeldung gekomWMx

685 Eheschließungen, 923 Lebendgeborene, 24 Todtgeborene, 499

Sterbefälle.

_ Uebersicht von den Außgaben der Landes-HaW; kasse und der Institute der Provinz Westpreußen vr- Etatsjabr ]. April 1885/86 nach den .Verbandlun en de 10.1vestpreußiscben Prodinzial-Landtageß.“ 4.H0uptfonds. a. aUkaM Auggaben 1. Allgemeine Verwaltung. Kap. 1. Verwaltungsw

22 967 „M 82 „z Besoldungen, (_ 1329 .“ 4

egen das _Soll _ 5032 ..“ 18 persönliche Außgaben 2c. . _ Kap. 3.

). _ Kav. 2. Z D ck"[) 860dcké KL «5

111: * ur u rung er reis- ordnung 170 761 “M (ck). _ Kap. 4. Landeßmeliorationen 6300-46 Außgabxn für Kunst und Wissenschaft

Zuscbuffe an WohltbätigkeitSanstalten . Zur WegebauverWaltung 748 091 „16. 64 „3 (ck). _ Summa Abschnitt 1. 1 100 481 .“: 30 «5 (_ 8361 „13 65 „Z). _ 11. Verwaltung und Unterhaltung der Provinzial-Chauffee. Kap. 8. Verwaltung der Provinzial-Chausseen 91 660 „15 49 «3 Kap. 9. Unterhaltung der Cbauffeen 511 732 „16 93 „_Z . _ Summa Abschnitt 11. 603 393 «19 42 «3 . _ 111. Landarmenverwaltung, Resiverwaltung „Z). _ Kap. 10. Unterstü

(_ 2000 „M). _ Kap. 5. 36500 «(1). _ Kap. 6. 2000 „M (:!:). _ Kap. 7

(_ 6529 „46

51 .

_ 267 „M 07 «3 _ 6796 „119. 58 37286 «_86 H + 36497 „ja 47 _ und Beibulfen aus geseßlicher Verpfticbtung 254 090 „14 Zuschüsse an die Institute Kap. 12. Sonstige _ Summa

+ 15 008 „14 79 „z). _ Kap. 11. 488447 «116 10 45 (+ 1891 „13 15 „Z). _

_ (_ 5086 „10 05 „z). bschmtt_ 111. 807939 „14 29 „5 (+ 48 311 ,14 36 „z). Fur Unterbringung verwahrloster Kinder zur Zwangsixrziebung, Kap. 13. 52511 „2 15 „z (_ 9838 „2 85 wesen. Kay. 14. 18404 „19 67 wirtbscbaftlicbx Lehranstalten. Kap. 15. 711. InSgemem. Ka . 16. 91472 „46 75 43 (_ 21 529 «40. 90 „Z). _ b. Außerordentli e(Ausgaben.

:1:

«J). _ 17. Hebeammen- „5 (_ 5995 „14 33 „z). _ 71. L 5000 .14 (_ 3000 „14). _

Kap. 17. Einmalige AuLgaben . _ . 1. Provinzial- Cbaffecbau - Pramwnfonds. (_ 35 785 «10 98 „1).-11.518016

- 45 _ sskaffen- und Meliorations- Kap. 19, 940198 „11

_ _ (_ 748205 „16. 31 «Z). ]. Reserbefonds des Provinzial-Hülfskaffen- und Meliorations- „3 (+ 5470 «15 68 «Z). _ 17. Pferde- Kap. 21. 72 010 „16 81 „Z (_ 5574 „Fl: 82 „Z). 7. Pferde-Verficherungs-Reser0efonds _ _5 (+ 42711 010 06 „Z). _ 171. Rindviek)-Verficherungsfo11ds. Kap. 23. 27 300 014 89 „Z (+ 4217 „40. 86 „J). _ 711. Rindvieb-Ver- sicher1mgs-R0se111010nds. Kap. 29. 37 533 214 07 „Z (+ 19205 „14 70 „J). _ 17111. Krankenpflegefonds für den Regierungsbezirk Danzig. _ _ (_ 79 „11- 84 „Z). _ 111. Provinzialständiscber Stipendienfonds. Kap. 26. 804 145 60 „_Z (+ 354 „40.3 „3. _ )(. W ( preußischer Fcuer-Sozietätsfonds. Kap. 27. 1021153 „13 20 Westpreußische 38 793 210. 94 Wiederbolang , 2679 202 «. 58 „z (_ 4510 e/FE 95 „Z). _ b. Außerordentliche 5211199051311 581916 „16 25 „3 (ck). _ Summa .4. 3261118 „14 83 „1 (_ 451093. 95 „z). 2280 898 33 75 „3 (_ 1034 210 114 67 „z)._ 8111111119. 10011115 (41. und 13,) 5542 017 ail: 58 «J (_ 1038 721 e/M Die Jstcinnabme betrug 7049 374 „15 12 „_1, Giebt „Bestand“ 2034339 „16. _ Dazu der__ besondxre Bestand laut JabrcSrccbnung über “0011 Spezial-Efat für Kunst und Wissenschaft: 10403 «15. 69 „F. „reck1111111091näßigen“ Bestand am Schlusse dcs (810th05108 1885/86: 2044 743 „ck 03 „1.

_ Ueber den Stand der eVangelisÖen Kirche im Groß- berzogtbum Hcssen im Jahre 188511115011 die Nr, 394061: „Mit- tbi'ilungcn der Großberzoglicb Hessischen Centralstelle fiir die Landcéstaiistik“ folgende Daten: Die 3051 der 11011 der e110111101isch211 Landcskircbe (formcU) Getrennten betrug: Ali-Lntbcraner 1161, im Vorjadkc 1150. Darbdsten 13 (100011 15 im Vorjahre, Baptisti'n LC. 955 gegen 926, Mitglieder der Brüderversammlung 2T. Freiprotestanten 3824 gegen 4588, zusammen 5976 chen 6711 1111 Jahre 1884. _ Im Jahre 1885_sind zur evangeliscben Landekkirclye übergetreten: 11011 der katboliscbi'n Kirche 30 gegen 41_ im Vorjcibrc, von andern christlichen Konfesfioncn 145 geg811164, sonstige 10 gcgen 8, zusammen 185 gegen 213; 0119 der ibangcliscbcn Landes- kircbc ausgetreten: zur katholischen Kirche 5 gegen 9, zu andern christ- lichen K'onfcssionkn 8 gegen 22, zu andern Reli ionen ], obne Ueber- tritt 4, zusammen 18 gegen 31. _ Die Z _ _ _ war: im öffentlichen (Gottesdienst 335 574 gegen 332 488 tm Vorjahre, privatim 5444 gegen 5359 im Vorjahre, zus0m111en 341018 gegen 337 847 im Vorjahre oder 53,0 gegen 53,6 tm Vorwbre auf_ 600 evangelische Bcwvbncr, in Starkenburg 34,4 gegen 34,2 _1m Yorxabre, in Obsrbesscn 78,9 gegen 78,7 im Vorjahre, in Rbembesien 45,2 Wird drr Berechnung der Prozknizablen legt, so erböben fick), da nach ebölkerung aus 34 0/0 Kindern

fonds 17164 «16 Versicherungsfonds. 80477 215.

Kavf25. 1625 «16.

329 817 “M

13 293 «14 4, Hauptfonds.

_ Prodiwial- Waisenkaffe. d

_ 13. Ncbcnfcnds.

_ Balance. die Zstauégabe 5015 034 «15. 78 41.

23 gegen 32.

der Kommunikanien

gegcn 47,1 im Vorjabri'. die Zahl dcr (81'1110cbsknkn zu (Grunde den (Ergebnissen dcr VolkSzäblung die 1111101“ 14 Jabrcn und 66 % CrW0chsenen (Personen 0011 14 Jahren und d0riibcr) bestand, die angegebenen Prozentzahlen der Kommunikanten um bciläufig die Hälfte. _ Auf 100 bürqcrliche Eheschließungen kamen 85,0 gegen 84,9 im Vorjahre kirchliche Trguunaen durcb evangelische Geistliche: in Starkenburg 87,5 gegen 87,6 im Vyrjabre, i_n Oberhessen 97,0 gegcn 96,6. in Rheinhessen 65,5 gegen 64,8. Die Zahl der Konfession _voUzogciicn _ _ Evangelischen, also namentlich 11011 Mi1cl11'brn,_ ist Hierunter nicht be- griffen und konnte in zuverlässiger Wezse nicht angegeben 111010011. Zahl der nur bürgerlich abgeschlossenen Ehen im Jahre 1885 nicht voÜständig zu ermitteln, _bon det) evangeliscbcn Pfarrämtcrn ist deren Zahl zu 243 gegen 2701111 Vbrxabre angegeben Worden, 4,7 grgkn 5,4 % 0l1€r bürgerlichen Ebcschlie ungen. _ _Auf 88,3 gegcn 88,3 von evangel schen Geistlichen 88,5 gkgcn 88,4, in_Oberheffen 97,2 gegen 95,7, in Rheinbessen 76,2 gcgen 78,2. 21qu hier fehlen dii- 511110011611 der von Geistlichen andrer K011feifi011_6501011f_ten_0119 Mischebxn. Ferner kommi hikr in Betracht, daß die Verhaltnißzahlcn der Ge- scin wiirden, wenn die in dcn ersten tauft gestorbenen Kinder außer Bc- Die Zahl der Taufberweigerungen gen 1 im Vorjaßre angegeben. _ lischen (Eben 12246, im Vorjahre

durck) Geistliche Trauungen

Ebcns 1) War die

100 chendgcborenc kamen Gekaufte, in Starkenburg

tauften zu den Gcborenen höher Wochen nack)_der Geburt unge rechnung gclasicn werden könnten.

ist von den Pfarrämtern zu 3 ge Konfirmirt Wurden aus rein evangc _ _ __ betrug dicse 3051 12779; aus Mischcben 1111111011 _konfirmnt 628 718 im Jahre 1884, zusammen 12874, im Vorjabre 13 497.

firtnationöentziebUngen sind 2 verzeichnet. Evangelischen (13121 im Vorjahre), worunter" 515 unter 6 Jahren und 8525 (8257) Yrrsonen uber

unter Mitwirkung evangelischer Geittlich€11 1 2205 (2045) Kinder unter 6 und 7998 (7785)

ohne Mitwirkung 3472 (3282), darunter 2943 und 525 (472 Personen über 6 Jahre, beerdigt. kkkxgungen 11 er 6 Jahre akte Mitwirkung evangelischer Gci scheidungen betrug 55, von We

Von 13 675 verstorbenen 0 (4864) Kindcr 6 Jabre wurden 0203 (9839), darunter Personen über 6 Jahre, (2810) Kinder unter 6 Von je 100 Be- r Personen fandkn glso 6,2 stliche11 statt. _ Die qul der Ehe- lchen 50 auf rein _evangeliickx Eben, 5 auf MischebLn kamen und zivar 4 ayf solche, bei wcklchcn der und 1, bei Welcher die Frau ebangéliscb ivar. _ Die von, dem Staiisiis zu Hamburg bearbeitete und burgischen Staaxes“ [01116 die Volkszähluna vom Ewleitung im ersten Theil: zweiten Theil: die Zählung de gende Angaben entnommen: Es

(1880 453 869, 187

chen Bureau der Steusr-Deputation bene „Statistik des Ham_- behandelt in dem Heft 1117.71. Abthei- ]. Tezkmber 1885 und cntbalt nach der die Ausführung der Zählung l_lnd 1111 Dem letzteren smd fol- beirua die Anzabl der Bewvbner dcs ischen Staatsgebietcs 1885 518620 5 388 618. 1871 338974, 1867 306 587 ' dxlkcbscbnittlicbe jährliche Zunahme der Bc die Jahre 1867/71 auf 8117 oder 2,51 0/0, oder 3,41%, für 1875/80 auf 13050 oder Mf 12 950 Personen Etnwobnersclwft (1880 410127, 1875 348 447, 187 * und auf das Land ebiet 1885 47193 1871 38 362, 1867 Bcvölkerungßzunabme in de '?UJahren 1875_80 iibrigen deutschen Gro

r Pcrsr-nen.

wohner berechnet ("1

für 1871/75 auf 12 411 3,10 0/0, für 1880/85 gesammten 1885 auf städjischcs Gebiet 471427 1 299179, 1867 268 510) Seelen (1880 43 742, 1875 40171, _ Dic Erscheinung, _ 5 eine geringere 0115 111 ck aucb bei den weisten betrug die d111chsch1111111che 80 30 656

6686) Personen. 11 Jahren 1880-8 Wesen ist, zeigt_ 1" ßtädten; in Berlin __ unabme der Bewohner in den Jahren 1815_

jährliche 3

oder 2,93, 1880_85 aber 38 591 ersonezi oder 3,17 0/11, dagegen hat fich Breslau, welches 1885 299 40 Einwohner zählte, 1875-80 durchschnittlich um 6772 Einwohner yder 2,65 0/0 vermehrt, 1880_85 aber nur um durchschnittlich 5346 Einwohnern odcr 1,87 0/0; ferner München (mit 261981 Einwohner in 1885) batte 1875-80 eine durchschnittliche Zunahme von 6239 Personen oder 2,91%, 1880_85 6392 oder 2,60%; Dresden_(1111t 246 086 Einwohnern in 1885) zeigte 1875-80 eine durchschnittliche Zunahme um 4705

ersonen oder 2,25 0/11, 1880_85 um 5054 oder 2,16 0/9; Leipzig mit 170 340 Einwohnern _in 1885) gewann durchschnittlich in 1875 _80 jährlich 4339 Cinmobnek oder 3.14%, in 1880_85 4252 Ein- wobner oder 2,66 0/0 xc. _ Vom _1. Dezember 1880 bis zum 30. No- vember 1885 wurden im bambuxgisckpen Staatögebiet lebend geboren 44 773 männliche und 42 947 werbliche, zusammen 87 720 Personen; es starben in derselben Zeit 32112 mannliche und 27 807 weibliche, zusammen 59 919 Personen; demnach betrug der Ueberschuß der Ge- borenen über die Gestorbenen 12661 mannliche und 15140 iveib- liche, zusammen 27 801 Personen. Da aber die gesammte Zu- nahme 64 751 (31 331 mänriliche_ und 33420 weibliche) Per- sonen betragen bat, so verbleibt ein Ueberfchuß der Zugezogenen über die Weggezogenen von 36950 (18670 männlichen und 18280 Weiblichen) Personen. _ Unter den am 1. Dezember 1885 überhaupt gezählten 518 620 Bewohnern des _HambUrgischen Staathebiets be- fanden sich 252 853 Personen mannlichen und 265 767 weiblichen Ge- schlechts; die ersteren bildeten sonach nur 48,75 0/0 der Einwohner- schaft gegen 48,81% im Jahre 1880 und 49,24 0/0 in 1875. Das Ueberwicgen des weiblichen Geschlechts findet jedoch nur in dem städtischen Gebiet statt, in Welchem 1885 auf 1000 männliche Per- sonen 1062 Weibliche, 1880 1056 Und 1875 nur 1035 weibliche kamen. Jm L011dgebiet Wurden dagegen auf 1000 männliche Personen in 1885 nur 956 weibliche, 188“) 980 und 1875 997 weibliche gezählt. Im Deutschen Reich kamen im Jahre 1885 auf 1000 männliche Personen 1043 weibliche.

Kunst, Wiffensthaft und Literatur.

„Unsere Marine" betitelt fich eine 0011 dem Contre- Admiral a. D. R. Werner i_m Verlage von D. B. Wiemann (Barmeü) heraiisgegebene Schrift (Aus dem Rkiche für das Reich! Heft 1). Der Verfasser giebt in derselben einen interessanten Ueber- blick über die'GescHickÜe und Entwickelung der deutschen Seemarine. Den ersten Versuch, eine Krieadflotte zu gründen, machte der große Kurfürst. Er knüpfte überseeische Beziehungen an, gründete Handels- eseÜschasten und Kownien; senze Scbiffe scheuten sich nicht, den *ampf mit der damals bedeutendsten Seechbt, der spanischen, auf- zunehmen. Ungünstige politiscbc Verbqltnisw und mangelndes Ver- ständnis; auf Sciten des Volkes ließen diesen ersten Versuch mißglücken. Fast 150 Jahre lang_ entbehrte Deutschland eines Schußes zur See, und erst gegen die Mitte unseres Jabrbunderts wurde das Verlangen nach eincr deutschen [0110 dringend imd 011001111111. Aber auch die Bewegung des Ja res _1848 vermochte 11101113 0011 Bestand zu schaffen und auch der 111 dieser Zeit veran- staltete Versuch zur Gründung einer deutschen Flotte mißlang. Als 111111 damals die deutsche Flotte öffentlich Verkauft wurde, reserbirte Preußsn seinen Anjbeil für fich; er bestand aus 42 Ruder-Kanonen= booten, einigen Raddampfern, einer kseineren Segclkorbette und zwei noch Minercn Segclschiffcn. Von bervorragcndem Einflnß auf die Entwickklung unseres MarineWesens soUte es Werden, daß Prinz Adalbert 11011 Preußi-n sicb an die Spitze dessslben stellte Und mit aller Energie für dessen Hebung eintrat. Seit'. 11ächsies Augenmerk richtete sich auf die VcrmeHrmig geeigneter Schiffe und die Uebernahme der Frcgatte „Gefio11“, Welche 500 Mann Befassung erforderte, war der erste Schritt. Bald folgten zwei andere Fregatten und zwei Briggs. Diese-Schiffe unternahmen längere Reisen 1111?) zeigten nach fast 150 Jahren zum ersten Mal wisder die dcut1cbe Kriegsflagge in fremden E-rdtbeiken. Unabläsfig war der Prinz auf die Verstärkung der Flotte bedacht; seine nächste Sorge war, an Stelle der KriegSraddampfer Schraubendawpfer ein- zuführen, da erstere den Anforderuü'en der Zeit nicbt mehr entspr0ch€n. Unsere ersten Schrauben- regatten Waren „Arkona“, ,Gache“ und .Vineta“, mit denen glcicbzeitig zMi Korbetten, die „Nympbé und „Medusa“ , in Danzig gebaut Wurden. Die „Bauzeit dieser Schi e dauerte von 1859_64. Die Ein- richtung eines Nordsee-Kriegs afens erwies sich als unumgänglich nötbig, aber erst nach vielen SÖwierigkeiten gelang es, dkn Jade- busc'n zu diesem Zwecke zu «Werben. Cin 1101181: Umschw11ng im Skbiffsbau trat ein, als sich die Panzerung der KricgssckÜffe gegen die verderblichen Bomben als nötbig erwies. Frankreich ging hierin voran, England und die iibrigen Seemäcbtefolgfen; im Anfang der 60erJabre gab Prcnßcn in England sein _erstes Panzerschiff, den „Arminius“ in Bau. Dem 0110111111111in Eifer des Prinzen Adalbert gelang es, die Flotte bis zum Jahre 1864 mehr und mebr kriegstiichjig zu machen. Im Ganze11_besaf; Preußen damals bereits 26 Schiffe und Fahrzeuge mit 151 GUÖÜHM, welche 011 einem Kam f tbeilnebwen konnten, wenn auch die 19 Kanonenboote in erster Rei 8 für die Kiistknvertbeidigung in Betracht k011ie11. Acht Segelschiffe, welche bisher zu Schulzwecken acdient hatten, mit zuiammen 144 und 10 Rudcrkanonenboote mit 76 Kanonen sind hier nicbt mitgerechnet; sie .waren nach der 01102- meincn Einführung drs Dampfes für den Krieg so gut wie wertblos. Jm däni1chen Kriege konnten, da Verschiedene Schiffe 152119 in entfernten (Gegenden, theils noch nicht ganz slefertig Waren, der überlagenen dänischen Flotte nur die „Arkona', .Nympbe“, .Lorclcv“ und 17 Kanonenbootc entaegengesteÜt Werden, Welche zusammen 81 Geschiiye führten. Die Dänen stellten dieser Streitkraft eine Flotte Von 8 großen Schraubenscbiffkn, 2 gepanzertkn Schuncrn, 1 Monitor, 7 Kanonenbooten und 4 Raddampfern ent- gegen. 3510 Feuertaufe erhielt die junge preußische Flotte in dem Gefecht bei JaZmund, wo Kapitän Jachmann mit der „Arkona“, „Nympbe' und „Loreley“ mit 47 Kanonkn das dänische Blockade- gescbwadcr, bcstcbend aus 1 Linienschiff, 2 Fregatten, 2 Korvetten, 1 Pmizerscbuner und 1 Raddampfer, mit zusammen 173 Geschüßen 011- griff. Das Gefecht bcwies, daß die preußische Kriegsflotte zu kämpfen verstand und die auf 92 gescyten offnungen zu rechtfertigen wußte. An dem bald darauf stattfindenden Kampf bci Helgoland 11011111 die preußische Marine gleichfalls ebrenvollsn Antbeil. Die Eroberung von Schle§wi0-Holstein hatte das wichtige Resultat zur Folge, daß die preußiscbe Marine den so überaus wichkigen Hafen von Kiel Lkbikls, Welcher allen Anforderungen entsprach. Eine Weitere Verstärkung der_ Flotte war die Folge, und vor Ausbruch des deutsch- östcrreichifchcn Krieges Mitte 1866 war die preußische M0rine,1velcher noch immer Prinz Adalbert seine Thätigkeit widmete, auf 36 wirk- liche Kriegöschiffe und Fahrzeuge mit 243 Kanonen angewachsen. Die Gründung des Norddeutschen Bundes bedeutete auch für die deut1che Marine einen weiteren Aufschwung. Im Jahre 1867 Wurden die Mittel zur Vergrößerung der Flotte bewiüigt; die Aus- führung war auf einen eitraum von zehn Jahren berechnet und die Flotte soÜte am S _luß dieser Periode umfassen: 16 Panzer- schiffe, 20 Fregatten und KNVLÜM, 8 Avisos und 22 Dampf- Kanonenboote; Weichzeifig wurden Gelder für die VOÜendung dcr Kriegshäfen in ilbelnisbavcn und Kiel bewilligt. Das Jahr 1870 sah die deutsche Marine noch nicht so weitgekräfiigr,11m einen offknen Kampf mit der ihr weit überlegenen französisÖen aufnehmen zu können, sie mußte sich daber auf die Defensive beschrän_kcn, l_md e_s slang ihr vollkommen, eine Invasion der feindlichen Sch1ffe 111 die lußmündungi'n zu verhindern, was namentlich mit Hülfe der damals in Deutschland zum ersten Mal angewandten furchtbaren Waffe, der Torpedos, ermöglicht wurde. Die gan ? Aktion der französischen Flotte beschränkte sich daher auf die _lockade der Küstßn. Prinz dalbert, Welcher damals dem Kaiser 1116 Hauptquartier gefolgt War, Wurde nach dem Friedensschluß zum General - Jnspectcizr der Marine ernannt, während General von-Stosch die Admircrlitat übernahm. Mit dem Frieden und der Aufrichtung des Deut1chxn Reichs trat die Marine abermals in eme neue Pbasx. 1873 wiirde ein neuer Flottcngriindungkplan aufgesteÜt und die Admiralitat erbielx aus der Kriegskntschädigung nicht weniger als 200 Millionen Mark uber-

wiesen. Ein Triqmpb deutschen Gewerbefteißes naar es, als endlich die deutschen Kriegsschiffe auf deutschen Werften gebaut werden konnten; eine wie hohe Entwickelung der deutsche Schiffsbau in neuester Zeit gewonnen, das bewcist die Anerkennung, welche die vom Auslande gemachten Bestellungen überall fanden. Ge enwärtig beträgt die Zahl der großen Panzerschiffe 13, die der Pan er abrzeuge 14. An ungepanzerten Schiffen besißt die Marine die na dem Gründungs- plan vorgesehenen 10 Kreuzerfregatten, großeKanonenboote Kreuzer) 5, kleinere 4, Avisos 8; außerdem sind von den 150 in usficbt ge- nommenen Torpedobooten bereits 70 fertig. Somit kann die deutsche Marine bei einer kriegerischen Verwickelung schon jeßt 27 gepanzerte Schiffe mit 164 der schwersten Geschüye, 25 Kreuzer, 4 Kanonen- boote und 8 Avisos mit 315 Kanonen und 70 Torpedobooten dem Feinde entgegensteuen, während die Gesammtflotte eine Vesa un von 15000 Köpfen beansprucht. Das Andenken des 1873 ver tor enen Prinzen Adalbert von Preußen, dem die preußische und mit ihr die deutsche Marine so unendlich viel verdankt, wird bei ihr in hohen Ehren bleiben.

_ Jm Verlage von J. L. V. Laderrenz in Berlin (77. Alvens- lebenstraße 13) erschien soeben in der Sammlung „Lustige Bücherei“ alsNr. 4: „Von den Spötterbänken der Prima und Sekunda. AÜerhand Gymnafial- und sonstige Permal- bumoresken aus den Schubkästen eines bemoosten Hauptes. _Von Herb ert Kühn.“ 3 Bogen clegant geheftet mit bumoristischem Wirel- bild von G. Brandt. Preis 50 Pfennige _ Unter dem seudonym derbirgt sich ein gewandter Schriftsteller, der hier eine ammlung von allkrliebsten kleinen Humoresken bietet, die so drollig und so lebenswabr sind, daß fie den Leser unwillkürlich in die frohe, un- getrübie Jugendzeit auf dem Gymnasium zurückverseßen.

In demselben Verlage e_rschten: „Deutscher Humor:“ Band 2. ,Lerche's Wilde GesckUcbten. Cin Humoresken- und Satiren- Cyklus von Hermann Rosenthal.“ Elegant aussestattet mit burnoristischem Titelbild von G. Brandt. Preis 1 «10. _ Der Ver- fasser bietet cine Reibe kleiner, scharf pointirier Satiren und 0:1- sprechender Humoresken, die man mit Vergnügen [ksen wird.

Aus dem gleichen Verlage liegt nock) vor: „Europäische Wanderungen Nr. 3: Im Weichbilde des Bären. Berliner Skizzen Von Paul Lindenberg." 8 Bogen. Hoch- elegant geheftet mit Titelbild (Das Rathhaus) von . Goetze. Preis 1.115 _ analtSberzeichniß. 1) Hinter den (5011111 en des Opern- bauses. 2) Von den Berliner Theatern. 3) Des Kaisers Heim- stätten. &. Das Kaiserliche Palais zu Berlin. 1). Schloß Babelsberg. 4) Der HofbaÜ. 5) Rbcinsberg. 6) Am Gesundbrunnen. 7) Die Markthallen. 8) Ausderkäufe und Auktionen. 9) Einiges über Fandel und (Keiverbe. 10) Berlin im neuesten Zabl:nlicht. 11) Das .lsyk für Obdachloie. 12) Ja Moabit. 13) Berliner Sonntage. 14) Heiligabend in Berlin. Auch in diesrn Skizzen bebandelt der bckannte Verfaffer das Berliner Leben in seiner Vielseitiakeit wieder ebenso getren, verständnißvoll und unterhaltend rrie in seinen früheren Berlin-er Skizzen.

_ Aus Darmstadt wird gemeldet, daß die in MÜnÖLn in so vortrefflicher Weise wiederbergestellke Holbein'1che Madonna am 17. d., Nachmittags, wieder eingetroffen und dem Großherzog übergeben wvrden ist. Dem Vernehmen nach 1011 das Bild auch in Darmstadt ausgesieUi werden. _

_ Die Ueberführung der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel in das neue Bibliotheksgebäbd: sowie die Neuaufstéllung und Ordnung der Bücherschäße ist, dem „Hann. Cour.“ zufolge, nunmehr voüendet. In den ULUM Räumen konnten die Bücherfchäße unter Leitung des_ Ober-Vibliotbekars Profeffors von Heinemann in übersichtlicbster Weiie aufgestellt werden; nicht minder angenehm ist es fiir die Besucher der Bibliothek, daß si? jetzt ein großes scbönes Lesezimmer vorfinden. Vom 18. d. M. ab ist _dis Bibliothek an aÜen Wochentagen Vormittags von 9 bis 1 Uhr ,für die Besucher geöffnet. _ _ _ _

_ ,Heymann's Terminkalender “sur die Deutichen Rechtsaanxlte und Notare auf das Jahr 1888“ ist soeben erschienen. Derselbe enthält außer eii1€1n,praktiich _angelegten Kalen- darium für tägliche Eintragungen das Verzeichnis; 1ämmilicher deut- scben Rechtsanwalts und Notare, d_en gesammten Status allkr deutschen Gerichtsbebörden und zabxreicbe, sveziel] für den Gebrauch der Recht80111v0lt0 und Notare bestimmte Beilagen. Dsr Kalender, welcher nunmehr in sein neunundzwanzigstes Lebénsjaßr tritt, Ésnießt durch den Umstand, daß er 5011 dem Schriftkabreramf “de:“- ereins deutscher 2101110110 5910059806560 wird, ein beyonderes 2111185811 und hat sich so eingebürgert, daß er 1110 den Gebrauch der Rechtßanwalte und Notare unentbehrlich geworden iyi. Aus den Einband des Kalenders ist besondere Sorgfalt verwandt; die zur Anwendung gskommene Drabihestung erhöht die Haltbarkeit um ein Bödeuxendes. Der Preis desselbdn beträgt 3,60 «10., mit Schreibpapier durcbicßosien 4 .45.

_ Soeben erschien im Verlage von Pauk Parey in Berlin ZW.. Wilhelmstraße 32: „Die Anwendung des 11011011 Brannt- weinsteuer-Gekeizes. Anleitung zum praktischen GdbraUÖ für Brennereibesißcr und Brennereiverivalter 11011 E. F0_erster, Ritter- gutsbefißer. (Kartonnirt. Preis_2 348 50 „F.) _ Die Orakiische Ar.- wendung des neuen Branntweinstkucrge'eßes bietet große Sch1rierig- keitßn, und den meisten BrennereibsfitZern und Verwaltrrn wird es nicht leicht Werden, sich in den Ausführungsbestimmungen 051188111011 Führer zurecht zu finden. Einen solcbrn Führer bietet der Vcr1aner mit der obigen Schrift, in der er eine systém0tische Darstellung dsr gesammtcn Materie mit besonderer Bkriickiicktigung dcr für Brennerei- besitzer und Venyalter wichtigstcir Punkte _unter Aué-laffung 01105 Nebensächlichen giebt. Das Buch setzt in den Erlauterungen zu dkn gesetz- lichen Bestimmungen auseinander,wie der Brennereibefißer oder Verwalter sich in jkdem einzelnen Fall zu ver_b_0lten bat. Die_bs:bsiligtenKrei1e werden es dem Verfaffcr Dank 113111611, daß er sie in _cinfacbcr, kxarsr und Vexftändliclxer Darstellungßwstie mit 1811 vcrwrckclten Be1tim- mungen des Neuen Geseycs Oeriraut mackot. _ Die Vorlagen für_ die nötbigftcn Betriebsformularc find dcr Schrist 015 Anhang beigxügt.

Land- und Forstwirthsrhaft.

Praktisches Tbierarzneibrxck), cntbaüend dic Krankbsitcn unserer Haustbicre, ib1e Ursackxen, Kennzeichen und Hcilimg, nebi': einer Anleitung zur Geburtsbülie, dcn gxbrauckylicbstcn Operationen, zur Errichtung einer HauSapotbcke :c., wwie das bestehende Vieb- seucbeacseß. Neu bcarbcitct fiir Landwirtbe und Viebbcfixcr von H. Haselbach. 3. Aufl, Oranienburg, 1888. Ed. Frevbon's Vkrlag. (Preis ele . brosch. 2,50 „44, 0100. geb. 3 «M) _ Da die Wissensckoaft der TbierKsilkunde mit Hülfx der Cbemie und 808 Mikroskops in [e?terer Zcit cgorme F0111chritte gemacht, [101 es sich der Autor an- ge egen sein 101160, in die vorliegendq ncue Auflage sämmtliche neueren und neuestcn_Erfabi-ungen urd_ For1chungen dcr Veterinärkunde auf- zunehmen. Pakelbach's _vraktiiclyes Tbicrarmeikuch 3eichnct sich durch seine einfache Sprccbwciye und praktischc Behandlung des gegebenen Stoffes aus. Von jeder Krankbxit giebt der Verfasser zuerst eine Er- klärung dcrsclbcn, dann die Uriacbc und das Entsteben, darauf die Kennzeichen und schließlich die Behandlung mit den Rezepten, Today"; dieses Tbierarzneibucd gerade in Gegenden, in denen tbicrärziiicbc Hülfe nur schwer und konspieligzurrlaygcn iii, Jedem, der aufSclbst-

ülfe angewiesen ist, gute Diemte [eiiien und sich durch seine Nüs- licbkeit bald unkntbcbrlich machen wird.

_ Milchwirtbsrbaft in der Schweiz. _ Untcr diesem Titel bat dcr Aktuar des schweizerischen milcbwirtbscbaftlickxn Vereins und Redacteur der „Schweizerischen Milcb-Zeitung“, F. Mm, bei Gelegenheit der schweizerischen landwirtbschcxitlickym Ausstellung in Neuenburg, welche im September 1). J. stattgefunden bat, eine interessante Arbeit veröffentlicht. Darnacb bat fick) die Käsefabü- kation im Laufe dieses Jahrhunderts in großem Maße ausgedehnt. Große Länderstrecken, Welche in (rüberon Jahrhunderten mit Korn bebaut Waren, find chi mit Käscrcicn übersät. Dic Milchproduktion bat fich in den _lc ten 50 Jahren weni stens verdovvüt, Wenn nicht verdreiia 1. Im ersten Zabrze nt dickfes Jabr- bunderts wurden ungefähr 6000 kg Käse ausgefübrt, in da! 50er Jahren durchschnittlich 70 000, in den 60er Jahren 150 000, i:!