1887 / 249 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 24 Oct 1887 18:00:01 GMT) scan diff

Yb ereisi: Se. Excellenz der Ober-Hof- und Haus- marsäga , General-Lieutenant Graf von Perponcher, nach Wernxgerode.

Bekanntmachung.

Es wird ierdurch zur 5 entlichen Kenntniß ebracht, dqß Seitens des errn Fmanz- inisters die chemi che_Fabrtk der Hüftener Gewerkschaft in Bruchhausen bei.?üsten, Provinz Westfalen, bis auf Wcitercs zur Zusammen eßunZ des angemeinen Branntwein-DenaturirungEmrttels gemäß §_. des Regulativs, betreffend die Steuerfreiheit des Branntweins zu gewerblichen ec. Zwecken, ermächtigt worden ist, und _daß vorau'ssichtlich binnen Kurzem der Bezug des aÜgexnemen DenaturirunFmittels aus dieser Fabrik wird erfolgen können.

Berlin, en 20. Oktober 188 .

Der Provinzial-Steuer-Direktor. Hellwig.

Bekanntmachungen auf Grund des Reichsxzeseßes vom 21.0ktober1878.

Auf Grund des §. 12 des ReichSgeseßes gegen die gemein- efährliéen Bestrebungen der So ialdemokratie vorn 21. Okto- Fer 187 wird hierdurch zur öféentlichen Kenntmß gebracht, daß die Nr. 248 vom 23. Okto er 1887 der_ hierselbst rm Verlage von Max Bading erscheinenden p eriodrschenDruck- Zchrifi: „Berliner Volksblatt, Organ für die Interessen er Arbeiter“ _ nach §. 11 des gedachten Gefeßes durch _den UnteFeichneten von LandesPolizeiwegen verboten worden isi.

erlin, den 24. Oktober 1887. Der Königliche Polizei:Präsident. Freiherr von Richthofen.

Yiehtamtliahes. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 24. Oktober. Se. Majestät der Kais er und König hörten gestern und heute den Vortrag des Chefs des Civilkabinets, Wirklichen Geheimen Raths von Wilmowski, und nahmen militärische Meldungen entgegen.

_ Der Ausschuß deS Bundeleatbs für Rechnun s- wesen sowie die vereinigten Ausschüsse desselben fiir Han el und Verkehr und für Rechnungswesen hielten heute Sitzungen.

_ Durch AÜerhöchsten Erlaß vom 7. d. M. ist geneh- migt worden, daß die dem Chauffeegeldtarif vom 29, Februar 1840 angehängten Bestimmungen wegen der Chaussee- polizei=Vergehen auf die im Kreise Minden belegenen Chausseen: 1) von der Minden-Schlüffelburger Chaussee bei Minden Über Aminghausen und Päpiiißhausen nach Frille mit Abzweigun en von Päpinghausen' 123 zur Fürstlich schaumburg-lrppißchen Landesgrenze bei Kammer, bezw. bis zur Päpinghauser Koppel, 2) von der Minden-Schlüffelburger Chaussee nach West, zur Auwendung kommen.

_ Zufolge Allerhöchster Ordre vom 4, Oktober 1887 ist das StaHSquartier des 2. Bataillons (Iserlohn) 7. West- fälischen Landwehr:Regiment§ Nr. 56 am 1. Januar 1888 von Jerlohn nach Hagen zu verlegen, und hat genanntes Batai on von diesem Zeitpunkt ab die Bezeichnun 2. Ba- taillon(Hagen) 7. Westfälischen Landwe r-Regi- ments Nr. 56 anzunehmen.

Das bisher vorläufig in dem Barackenlager auf dem Schießplaß bei Hagenau untergebrachte 2. VataiÜon Zn- fanterie-Regiments Nr. 137 ist nunmehr_nach Straß: burg verlogt. Die vorläufig in Forbach bez. Psalzburg unter- Ybrachten beiden Vataiüone des JnFanterie-Negiments

r. 136 werden zum 1. November d. s. mit dem 1.Bataillon des Regiments in Dieuze vereinigt.

_ Aus Anlaß der A(lerhöchften Verordnung vom 25. Mai 1887, betreffend die Einrichtung einer ärztlichen Standes: vertretung, macht der Kriegs-Minister bekannt, daß den Militärärzten die Theilnahme an derselben gestattet ist. Seitens der SanitätSoffiziere des Friedensstandes würde jedoch die Annahme einer auf sie entfallenden Wahl zur Aerzte- kammer von der einzuholenden Erlaubnis; des uständigen Corps-Generalarztes bez. des Generalstabsarztes er Armee abhängig zu maéen sein. Militärärzte des Friedensstandes unterlie en in einem Falle den Disziplinarbefugniffen des Vorstan es der Aerztekammern.

_ Der BevollmächtiÉte zum BundeSrath, Königlich bayerische Regierungß-Rath andmann, ist hier angekommen.

_ Der General-Lieutenant von Schlichting, Com- mandeur der 1. Garde-Jnfanterie=Division, hat mit einer größeren Anzahl von Offizieren der Division eine mehrtägige taxtische Uebungßreife nach Straußberg in der Mark an- ge retsn.

_ Als Aerzte haben sick) niedergelassen die Herren: ])r. Teifert in Sorau als Assistenzarzt der Landes-Jrren- anstalt, ])r. Ficker in Neuenkirchen (Reg.-Bez. Münster), ])1'. Rau in ortmund, ])r. Körfer in Aachen, Assistenzarzt ])1. Brecke und Gutsche in Kottbus.

_ S. M. Kanonenboot „Wolff, Kommandant Kapitän- LieutenantJaeschke, ist am 22. d. M. M Shanghai eingetroffen.

Breslau, 22. Oktober. Der Fürstbischof von Breslau hat bei Antritt seines Amts einen Hirtenbrief erlassen, welcher morgen (Sonntag, den 23. d.) von allen

an ln der Diöcese zur Verlesung _ gelangen wird. Die „SckXesische Ztg.“ entle nt demselben die folgenden Stellen: „Seit einem Jahre at sich die Lage unserer kirchlichen Ver- hältnisse entschieden zum Beffern gemandt; eine Reihe von wicbti en Freiheiten ist unserer Kirche zurückgegeben worden, und wir bo en, daß dur das wiederhergesteüte Vertrauen und versöhnlicbe Zu- [__ammenw rken der kirchlichen und staatlichen Gewalt die kircbli en ngelegenbeiten sich immer mehr ordnen Werden. Allein während wir uns der wiedererrungenen Segnungen des Friedens freuen und dankbaren Jerzens die Urheber segnen, vernehmen wir um uns ber die efürchtung, als seien die Rechte des Staats be-

-Leben, wenn fick) diese Herrschaft verwirklichte? wenn Treue und (Ge-

' Kirche und Sfaat sich zur Versöhnung die Hand reichten. Stets

einträcbti 1 durch die Tui ten, 'die uns zurückgewährt smd, und als läge dar n eine Gesa r ' den konfessionellen neden. Welch selt- same Verkennung dessen, was dem Staatswo [ dient! Ist derzn nicht der Frieden in seinen eigenen Grenzen das Grundgeseß fur das Glück und die Woblfabrt des Staats? Haben Vernuyft, Staatswäsheit und Geschichte sie anders gelehrt? Und ist mcbt Alles, was für den Frieden“ ecbeben ist, Zuruckgcrbe der Rechte, welche zu den wesentlichen Le ensbedingungen der Kirche und zur freien Ausübun ihrer segensvoüen Aufgaben gehören, _ wo_bet immerhin dem Staat noch so mancher Etnftizß auf_ das_k1rchl1che Leben eingeräumt ist? Und wozu erstrebt die Kirche dre freie Betha- tigung ihres Wirkens? Sou denn immer der alte Vorwurf: Wlk_dek' Volt werden, daß es ihre Herrschsucht sei? _Wobl bat die erche eine Herrscht)? ierde, es ist die Begierde, daß tbr Herr und Meister in den Seelen errsche, daß seine Lehren_ und O_efinzmngen die ganze Menszbbeit durcbdrin en und alle bürgerlichen. haus11chen und sozra_len Verhaltnisse beherrs en. Und wäre es em Unglück fur das öffentliche

borsam ge en die Vorgefeßten, Gerechtigkeit gegen die Mitmenschen, Gottesfur t und Gewiffenhaftigkeit erhalten urid gepflegt werden? Und kann das Staatswobl darunter leiden, wenn die Kirche frei und urige- hindert durch die Menschheit geht, um zu thun, was von ihrem gytt- lichen Stifter gesagt wird: .Er ging umher, i_1m Gutes zu thun.“ ? Nicht Weniger bedauerlich ist die Kla e, als ob dre Zurückgabx von Rechte_n an unsere Kirche eine Gefahr ür Andere enxbalte. Gingen doch dre schweren Wunden, welche der katholischen Kirche eschlaézen Wurden, auch unseren nicbtkatboliscben Mitbürgern yabe. n ed em Rechts- aefüble halfen sie die Fesseln lösen, als die höchsten Gewalten von

werden wir dessen dankbaren Herzens eingedenk sein!_ Aber so_l] pun der (Geist der Feindschaft und Enffremdung sick) zwischen diejenigen drängen. die noch soeben zum Frieden zusammen wxrktezi? Nun, ge- liebte Diöcesanen, wir wenigstens wollen die _Kluft _mc_ht erweitern, die zwischen dkn Kindern eines Landes durch die Ver1chied€nbett des religiösen Bekenntnisses besteht. Wenn ww auch init Urber- zeugung, Wort und That gcgen _Unsern _quubetz Trexze und Hingebung bewahren und die _Kräfte, die in ihm _fur ein gottgefäüiges, sittlicbes Leben liegen, an uns_ zu einer immer voükommeneren Entfaltung bringen, so kaken wrr dock) (11126 vermeiden, was Andere mit Recht verleßen oder m_itGrund empfindlich berühren könnteK Wir tvolXen dabei wetteiferti nut ihnen i_n der Aus- übung aÜer Bürdertuaenden und nich1zurückbleibem Wo csgtlt, unseren AntHeik zum Wohl des Gemeinwesens und des Väterxandes betzutragrn. Wir woüen endlich in gemeinsamer Arbeit die Saulen aufrecht er- halten. Welche das Cbristenthum in unserem Vaterlande noch tragen und stüßen. Wer wollte die Gefahren verkennen. Welcke von allen Seitrn gegen dasselbe heraufziehen?“

Hannover, 23. Oktober. In der vorgestrigen zweiten Sißung des Hannoverschrn Provinzial-Laudtages begann die Berathung dees Haushalts-Etais de_s Provinzialverbandes von Hannover für dlSFSlt vom 1. Januar 1888 bis 31. März 1889. Die Berat ung wurde in der gestrigen dritten Sitzung fortgesetzt.

Bayern. München, 22.0ktober. (Allg. Ztg.) Der 1. und 111. Ausschuß der Kammer der RerchSräthe haben gestern in vollzähli besuchter Sißiing_ und m (Hogen- wart sämmtlicher Königichsr Staats:Mitii1ier dsn Gsseß- entwurf, betreffend den Tit.11. §. 18 dEr Verfassungs- urkunde, berathen und entsprechßnd dem Referat und den Erläuterun en des Reich§racks Dr. von Neumayer, welcher hervorhob, durch die Bestimmungen im Abs. 1 des Grieß: entwurfs der Wider“-pruch“*zwischen §. 18 und §._ 2 und_3 der 1x. Verfaffungsbeiliage aufgehoben werde, cnnstimmrg 112: schlossen, den Geseßeuiwurf mit der von der Abgeordneten- kammer beschlossenen Ueberschrift zur An n ahme zu empfehlen.

Württemberg. Stuttgart, 22.0ktoder. ((St.-A. f.W.) Der König und die Königin sind heute Nachmittag von Friedrichshafen wieder hier eingrtroffen.

Merklenburg-Séhiverin. Schwerin, 23. Oktober. Die dritte und leßte der dem diesjährigen Landtags, der in Sternberg am 16. k. M. usammentritt, von der Großherzog- lick) mccklenburg-schwsrins en Regierung zu machenden Vor: lagen betrifft, wie schon kurz berichtet ist, die wsitere Verhand- lung iiber den Vorbehalt in Artikel 111 Absatz 2 der unter dem 30. Juli 1870 publizirtenVereinbarung über die Revision dsr inneren Steuergeseßgebung und die Regelung der ordent- lichen Kontribution. Dieselbe war auf Grund verfassungs- mäßi er Berat ungen, die mir!) dem Boitritt Mecklenburch zum orddeuts en Bunde und zum DeutschenZoÜvereinL, wo: durch die gewerblichen, steusrlichen und finanzieüen Verhäkt: niffe des Landes wsfentlick) verändert wurden, an den Land- tagen der Jahre 1868 und 1869 stattgerden hatten, erfolgt. Zum theilweisen Ersaß des durch eine nzahl in Folge dieser

erständigung aufgegebener Steuern den landesherrlichen Kassen erwachsenen Ausfalles erhielt laut der angcführten Vereinbarung der schwerinsrhe Landesherr die jährliche Summr von 177 640 Thalern 16 Sch. Courant, wogegen Serenissimus erklärte, abgesehen von der ordentlichen Hufensteucr in der damaligen Höhe, von dem ihm JUstLYLndM Recht der Be: steuerung dees Domaniums zur Au bringung der Kosten des LandeSregimenicZ oder zu allgsmeinen Landeszwecken keinen Gebrauch machsn zu wollen. Daneben ward jedoch in dem oben citirten Artikel 111 bedungen, daß eins Verringerung der Zahlung von 177 6401/3 Thalern dann einzutreten habs, wenn neue Bundessteuern eingeführt werden, und zwar nur den Ertrag derselben, soweit er nach der Kopfzahl (1111 Mecklenburg-Sck)werin entfällt. Auch ward statuirt, daß weitere Verhandlungen iiber die Modifikation jener Verein- barung vom 30. Juli 1870 dann eintreten sollen, wenn die für Mecklenburg-Schwerin zu zahlenden Beiträge entweder Über 600000 Thaler sich steigern oder unter 300000 Thaler sich abmindern, und zwar haben die weiteren Ver?andlungen auch in dem Falle siattzufinden, wenn die Matriku arbeiträge, einschließlich der von der ordentlichen Kontribution abzu- rechnenden neuen Bundessteuern, die Summe von 60000 Thalern übersteigen.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 22. Oktober. (W. T. B.) Der Ausschuß für den Geseßentwurf, betreffend die Börsensteuer, beschloß einstimmig, m die Spezialdebatte des Gesetzentwurfs einzutreten. Der Vertreter der Regierung, Hofrath C iari, erklärte: betreffs der mit dem Entwurf ver: bundenen esolution werde sich die Regierung mit der unga- rischen Regierung in Einvernehmenießen. _

_ 23. Oktober. (W. T. . Der Kön1g_ von Serbien machte dem Kaiser eute seinen Abschieds- besuch und begab sich alsdann na Laxenburg, um sich von

Voranschlags in: Nachtragskredite seien unnöthig; die Me 1:- an aben wür en durcb Ersparungen kompetifirt, mdem_ an er dur Ersparungen auf administrativem Gebiet durch _die Vor- lagen über Tabackgefälle, Konsumsteuer und Gebühren Mindestens 6 Millionen gedeckt würden. Durch Aufhören verschiedener vertragßmäßiger Verpfti tungen und dur Annahme des Spiritussteuergeseßes wer e der Voransch1ag_ ür 1890 höchstens mit einem Defizit von 2 Millionen, derjenige für 1891 mit mehreren Millionen Ueberfchuß schließen.

Schtveiz. Solothurn, 24. Oktober. (W. T_. B.) Die neue demokratische KantonSverfassung ist gestern vom Volk mit großer Mehrheit angenommen worden.

“' *;I-x1§_;

Belgien. Brüssel, 23. Oktober._ (W. T. B.) Wie die „Chronique“ meldet, gab der Minister des Innern und des öffentlichen UnterrichtS, _Thonissen, seine EntlaYung und sol! der bisherige Justiz-thster Devolder das ortefeuilTe des Ministeriums des Innern ühernehmew Dexodeleer, Deputirter von Alost, dürfte Justiz-Minister wer en.

Bei den heutigen Stichwahlen fiir die Kommunal: räthe wnrden gewählt: in Brüssel 2 gemäßigt Liberale, jn Schaerbecck die auf der Liste der gemäßigt Liberalen stehenden

in Renaix, Ypern, Hasselt und „Brains le Comte die katholi: schen Kandidaten.

Großbritannien und Irland. London, 22. Oktober. ZA. C.) Die amtliche „London Gazette“ _machte gestern ekannt, daß der Admiral W. Gore Jones pensionirt und der Vize:Admiral Herzog von Edinburgh zum Range eines Admirals erhoben worden ist.

Chamberlain wird sich am 29. d. M. auf dem Cunard: Dampfer „Etruria“ in Liverpool alS britischer Kom: missär bei der in Washington abzuhaltcnden Konfsren zur Beilegung der canadischen Fischereifrage na Amerika Litlschiffén. Vorhsr wird derselbe aber 1106!) am nächsten Dienstag in Islington (London) eine Rede halten.

Bei den bei Argostoli abgehaltenen Manövern des britischen MittelmeergeschwaderS stießen am 12. d. M, zwei Torpedoboote so heftig zusammen, daß eins der: selben sofort unterging. Zwei Matrosen ertrunken.

AUS Pietermaritzdrtrg (SÜddft-Afrika), vom 21. Ok: tober, berichtet das Reuter'jche Bureau:

Eine Abtheilung berittener Infanterie bat den Befrbl er- halten, sic!) bereit zu Halten, in das Zakuland cinzurückcn. Der Zäuptling Dinizulu soll von Weißen angestacbelt sein, stine jeZige

altung anzunehmen.

Aus Brichane (Australien) meldet ein Telegramm deHsslden Bureaus, vom 20. d. M.:

Die auf die Regierung 8011 Ncu-Guinea bezüglichc Bill ist jkxzt erst dem Parlament von Queensland vorgelegtworden, weil die Regierung vor. Neu-Südwales noch imrmrnicht den vorgcfchlagcnen Ybändcrungcn beigestimmt hat. Da die Regie- rung von QUkensland nicbt länger waricn wollte, so wurde die Bil] in der letzten Woche dem Parlament vorgelcgt, Welchcs“beute die dritte Lesrmg beendigtk.

_ 23. Oktober. (W. T. V.) Auf dem Trafalgar: Square fand heutc Nachmittag wiederxtm eine Versamm- lung von mehreren Tausend beichäftigungslosen Arbeitern statt. Disselde beschloß, sich mit der Bitte um Beschäftigung an die Regierung zu wenden. Die Menge zog sodann nach der West1ninster:A_btei, wohnte daselbst dem (Hottrsdienst bei und begab sick) demnächst nach dem Trafalgar-Square zurück, wo sis sick) in Ruhe zerstrcute.

Frankreich. Paris, 21. Oktober. Das „Prtit Journal“ bringt folgcnde Note: „Es ist von dem Rücktritt des Herrn Rouvier dis Reds. So viel wir wissen, dot aber Hsrr Rouvier denseldon nicht eigentlich dem Präsidenten der Republik an. Er Erklärte sich in seiner ersten Unterredung mit Hrrrn Grévy nur bereit, sick) zuriickzuzishen, wenn der Präsident der Republik glauben sollte, daß dadurch eine Be- s chwichtigu11g im politischen Lager erzisltwsrden könnte. Natürlich entgegnete Herr Grévr): er WOÜL nichts auf eigenß Hand untcr: nehmen. Die Kammern werden sich kategorisch zu c'iußrrn haben. Wenn die herrschende Spaltung der Parteien nicht gehodsn würde, so wäre di:" Auflösung der Kammer unver- meidlich. Nock) muß das Budget durchbcrathen werden, und vielleicht zählt man darauf, um das Ende des Jahres zu erreichen.“ _

Dis radikalo „Francc“ schreibt: „Nach und nach treffen die Abgeordnrten aus ihren Departrments ein. Wir haben uns mit einigen derselben über dir politische Lage miter- [1611611 können. Das allgemeine Gefühl, das sich aus diesen Unterredungrn ergiebt, ist der Idee jeder sofortigen Interpellation fsindlich. Dir radikalen Abgeord- neten machrn geltend , daß sie nicht die Verantwortung dafur übernehmen wollen, das Votum des Budget?- von 1888 _zu pkk- zögern. FaÜs provisorisch? Zwölftek neuerdings nothwening smd, so liegt viel daran, daß das Land sich nicht über die wahren Ursachen drr Verschleppungen an drm Votum des Finanz- gesetzes täusche. Andererseits “hat das Kabinet, _Wic man weiß, fick) die einzige Mission angewiesen, Ersparnisse_vor- zunrlmren. Es gebührt sich, ihm die Muße zu geben, zu 59199"- daß es seine Vcrsprechungsn gehalten hat, und daß_ WWT- sparniffe, die ks bcwrrkstelligt zu haben vorgiebt, keine .Mu- schung sind. Die radikalen Abgeordneten erachten dem- nur?, daß man die Regierung wedsr Übsr ihre; (111981119111? Vo itik noc!) iiber die verschiedenen Zwisckienfääe interpeÜth" darf, welche die öffsntliche Meinung während der_ FW,?" beschäftigen. EH erscheint vortheilhafter, die allgemein? Dis- kussion Über das Budget für 1888 vorzunehmen. DWL Berathung wird auf eine genaue Art und Wcise feststeüen-o die Ersparnisse des Kabinets thatsächlich solche smd. Sollte die republikanische Majorität sick) während der Debatte vom Gegentheil Überzeugen, dann würde die Kammer ihren fßsksn Willen, das Kabinet zu stürzen, bei einem der zahlrel 911 Budgetkapitel äußern, dcren Votum nothgedrungen das Vekr“ trauen in sick) schließt. Das wird wahrscheinlich der von de republikanischen Mehrheit befolgte Weg sein.“_ x

Der Krieg?; : Minister wird demnächst M der Ka_mm§,_ drei Gesetzentwürfe einbringen. Der erste betrtfft * Schaffung besonderer (Hebirgstruppen, we_lche nur UU__ Infanterie und Artillerie bestehen werden. Die Infanteku wird 12 BataiÜone sogenannter Gebirgsjäger umfaffzm, MZ,; je sechs Compagnien statt vier gsbildet werden. Hierzu Pßig den die kürzlich abgeschafften Depot-Compagnien der dret .

dem Kronprinzen und der KronpriirZeffin Su verabschieden. Pest, 22. Oktober. _HW. T. _.) as Exp_osé_ des Finanz-Ministers weit auf die strenge Sachlichkeit des

Jäger:.Bataillone verwendet. Die 12 Batterißn stark_e ArÜÜlZ'Y wird zwei Gebirgs-Regimenter bilden. Die zweite Vor 9

Kandidaten und ein Unabhängiger, in Lüttich die Liberalen,

AssUan große Bestürzung.

bezieht sich auf die Bildun von ' '

Artillerie-Regtmentern ign MMZ??? FFIÜTYHL 1,5912“, welche? die von den verschiedenen Regimentern detachirten _18 Batterien ersYen sollen. Das dritte Projekt schlägt die B1ldung_ em_es Et enbahn-Regiments, die Aufhebung vor) zwei art111811§r8 ])?ntonnisrs-Negimentern und die Ueber- WLLsUU _deS Brückendienstes an das Genie vor. Das Eisen- bah_n: egxment, gebildet aus den schon bestehenden weiVatqillonen u1_1d e_mem dritten noch uerrichtenden würde in Versailles _ garnisomren. Endlich wir eine Erhöhung des Effectivs d_e_s Trains beabsichtigt, der mit dem TransPort des Bxuckenbau:Materials betraut werden sokl. Da die Theilung der__ T_rain-Schwadronen im Mobili- firungsfalx wegen der zu p_loizlrchen und zu großen Zunahme der Effektwe großen Schwierigkeiten begegnet, so schlägt der Minister die _Err1 tung 16 einer weiteren Compagnie in jeder der 19 T_ram-S wadronrn vor. Wie es heißt hat der FZrYÉZrTrZ'egZZYÜTh 11) ferner hkutigen Sißung diss Projekte, geheißen. is on onmers und das E1senbahn:Regiment, gut

__ 22. Oktober. (W. T. B.) Wie aus * ' wrrd, isi der Gouverneur von Cochi11chié1éilguilliziesn§€lxeit Y_Yg Y_onrsdeH ___ _Tßertbisherige französiscße Gesaödte ir;

, , a eu e 21 " ' ' angétrethÖ-Z Ok ! ne Ruckreise nach Frankreich

_ . tober. (W. T. B, Der T a_1_1d_LrE Adendblätter melden: ZH sei JWFÖLTLMÖTF frxL? zosischvn und der_ englischen Regierung ein Ein- vernehmew bezuglichder Neutralisirung' des Suez- kcrnals sowre uber die Neuen Hebriden erzielt worden. Die_betreffenden__Cotrventionen sollen morgen durch den englmrheq Geschafißlrager Egerton und den Minister des Yuézwartigen, Flourexzs, unterzeichnet und alsdann den ubrigezi Machten nntgetheilt wsrden. Die Convention bezu 116?) _der Neuen Hebriden bestätigt die von Frankreich und Eng and 111 den Jahren 1878 und 1883 übsrnonimensn Ver- pflichtungen und bestimmt, daß dis Ueberwachung dsr Sicher- he1_t auf den Inselii _gemwnsam durch französische und englische Krichschiffe arthcubt wsrden soll. Die französischen Mi1itär: posten auf den Neuen HLbNdLn wrrden in Folge dessen zurück- gezogen werden.

_ 24. O_ktober._ (W. T. B.) Die Morgsnblätter sprechen sick) nder die vom „TempS“ und andern Abend- blattern gebrachtq Meldung, daß zwischen der französi- schew u_nd englischen Rrgierung ein Einvcrnehmen bezuglich der Nixutralisirung des SuezkanalS erzielt wordrn, sehr hefrisdrgt aus. Die „République frank,“.aise“ ist der Hd "mig: Herr Flourens werds es verstrhsn, den von der .)isgrrrng und der Kammer im Jahrs 1882 be- gangenen Frhlcr voÜjtändig wieder gut zu machen. Ein neu: FUZFÜZM brdruxe HiinsTtZ; einfneutralrs Egypten und ebenso

te n (: nung 1111 er e ung reund a tli' er Vs'ie un zwischen Frankrrick) und England. sch s ch 0 [) JM

Italien. Rom, 22. Oktober. (W. T. B.) Die Ver- l)a_ndlungsn ub_er den ngidelSvertrag mit Oester- rei_ch:Ungarn_smd heute_Nachmittag durch den Ministrr: Prasidenion CUSPL e_röfsnrt worden. Dersekde wies in einer Ansrxrache auf di? freu11dschaftlichen Binehungen beider Siaaten hm und drückie den Wunsch aus: diEse Bande mo_chten durck) rasches Gelmgst) dcr Verhandlungen noch be- festigt wrrden. Der dsterrrichische Botschafter erwiderte in gleichem Sinne.

__ _ (Allg. Ztg.) Wie das Kriegs:Minisierium den Blgttern 1111ttl)eil_t, hat am 20. September ein Kampf zw1schen dem Mit den Jtalisnern verbündeten Stamm der Habab, angefiihrt von Hamed Kantibay, und den auf SStten der_Adefstnier stéthdSU Temariam stattgefunden. Hamed _Kantibay, dsr am 17. mit den Seitiigen, denen s1ch auch Araher von €„?_udeid und LEUTE des Vechta Hagds anschioßen, von adid aufgebrochen war, stieß qm 20. der Ghelamet auf die Feinde und [le_ferteghnen em Gefecht, in welchem 50 der Leßtcrrn fielen. DLS Sieger Lrlwuteten eins Menge Kameele und Schafe und zogen sich am 22. nach dem Bache Albora zurück. Sirden abesstmsck)? Sdldatcn nahmen am Kampfe theil; seeds drrselben entrannen, einrr wurdc getödtrt. _ Nach Berichten aus Massovah ist daselbst seit geraumer Zeit kühlchs W::ttsr eingetreten und das Befinden der Truppen ist ein zufrieden- stechidrs. Jm Lazaretl) befinden sich 107 Mann und 2 Offizisre. 40sftziere sind als Rekonvalescenten nac!) Assad geschickt. Scit dem leßten Sanitätsbericht ist nur ein Soldat (anUnterleids- typhUtZ) gestorben. Der Dampfer „Scrivia“ ist mit don Ar- bxiterxi eingetroffen, welche gemeinsam mit den Genissoldaten die _Eisendghn voir Mukula nach Sahati bauen sollen. Die Jerichte konnen nicht genug Riihmrns von der Kampflust der wruppen machen.

Schw_eden_und Norivegen. Stockholm, 22. Oktobsr.

Der Konig mird am Montag von Christiania zurückkehren und unierwe s dem Kronprinzlichen Paare auf Tull- garn emen esuck) abstatten. Der „Post-och Jur.:Tidn.“ geht durch da?- „Schwedische welegraphenburcau“ folgendes Telegramm aus Christiania ZU: „Dre Zeitungsinittheilungen, daß das Ministerium bei déxn Zusammentritt des StorthitYs in Veranlassung des Kkkchengeseßvorschlages ein ertrauenSvotum zu verlangen beabsichtige, sind grundlo s.

Die Kaiserlich russische Yacht „Czarewna“ ist Ystern von Kopenhagen hier eingetroffen und im Hafen zu

nker gegangen.

_Amerika. New:York, 20. Oktober. (R. B) Dem qusidenten Cleveland wurde in Mont dmeri) ein bngsterter Empfang u Theil. Nachmittags ?uhr derselbe nach Wqshington ?urüZ.

Ch1cago,2.Oktober. (R. V.) Die Rechtsazxwätte der zum Tode verurtheilten Anarchisten haben eme Az)- pellation an den obersten Gerichtshof drr Vereinig- ten_Staa_ten eingereicht und in der Berufung die Punkte an- gefiihrt, in denen Bundesfragen mitspielen. Das Gericht hat daraux die Anwälte aufgefordert, diejenigen Protokolle der

Me Verhandlungen, in welchen die bstreffenden Punkte vor- ommen, sofort drucken zu lassen.

Yfrika. Egy ten. Kairo, 20. Oktober. (A. C.) Cs mird gemeldet, Laß in Fol e der drohenden Haltuyg der

?bellen, die sich bereits eit einiger Zeit am N11 ver- sammM- sämmtliche eingeborenen Kaufleute aus Wady Halfa MMM. Aus derselben Urfache herrsche auch in Zwei Nebellsn-Spwne, die m

Assuan ergriffen wurden, sagen aus, daß es die Absicht der Rebellen sei in nächster Zeit, wenn sie weitere Verstärkungen erhalten haßen, einen neuen Angriff zu machen.

Zeitungsftimmeu.

Dre „Pos äußert:

_Unter einer gemeinsgmen Kgmpfparole Haben die Gegner der Sozialdeznokratte fich _bet den sachfisxben Landtags-Ersaßwablen zur Verthetdtgung gegen dre Umsturszxrtet zusammengefunden, und unter dieser Kampfparole balJen sie_ glanzende Siege errungen. Nur ein Sozta_ldemokrat, allerdings einer der bervorragendsten Führer der Partei," hat zur Wahl _in den Landtag zu gelangen vermocht, und uberall sZnst bezeichnxte das Wahlresuktat eine Nieder- lage_ ebenso _ fur die Sozialdemokratie, wie für den frei- sinn_1ge_n RadikaliSmus. Nach altem Recht wird es für eine naturlich? Tbatsarhe erachtet, daß der Verurtheikte das Urtbeil schilf; und in diesem Sinne vermag es auch nicht nur nicht zu überraschen, sondern es „kann im Gegentheil nur darauf hinweisen. wie sehr das von der sachfischen Wablerschaft abgegebene Votum das Richtige getroffen, daf; der WM: Ingrimw der Besiegten und ihrer Freunde und getreizen Nachbaxwsick) über die Parole äußert, die mm durcb dies Votum _thre Bekrafttgung erfahren, die den Zielen der Sozial- demokratie und des Radikalißmus gegenüber gesteÜte Kampfparole „Ordnungsyartei“.

_ Daß die Sozialdemokratie, deren Programm ganz offen die Zer- trummerung des Fyndaments des Heutigen Staats und der Heutigen Gesellschaft prczklamxrt, in diesein Punkt ihren unüöerbrückbaren Gegen- sqß zu aÜcn burgerlrckwn Parteien von vornherein kundgsgeben, bedarf mcbt crs_t der Betonung; aber es bedeutet eine besondere Dreistigkeit, fich_ daruber befremdxt zu steÜen, daß dieser Gegensaß Vor allem der Wahlerscbaff vor dte Augen erück't und von ihr ins Auge gefaßt wird, nazbdem auf dem c“"t. Gallener Sozialistentag neulich geradezu “em besoyders schroffer VoWurf gegen diejenigen VW treter der Sozraldemokratie in dkn Parlamenten gerichtet wvrdep, _welche nicht genügende Fürsorge dafür getro en, daß die feindselige SteÜtzng der _?)artei gegenüber dem Bürgertmm und den Firndcrmenten serner_Exrtenz genügend Hervortritt, nachdem als danptsacbltcbster ZWeck 1eder_Vetbei[igung von Sozialdemokratie an der parlamxntartschext Arbeit die „Kritik“ der Negenwärtigen Ordnuyg und dre Verbrertuna de_r Auffassung der Sozialdemokratie ubrr dieserdnung, das heißt klipp und klar die Erregung der Un- ztzfriedrnbeit nber ge _ebene Zustände, die Diskreditirung dcr Verhält- mff_e, m die sich zu ugen die gegenwärtige Ordnung ebietet, die Er- _schtherung der Schußmauern des Friedens und der ube, hingesteÜt wer kn.

Der Beruf des Parlaments ist die Beratbung, Verhandlun und Vxscblußfassung über Fragen und Angelegenheiten, welche sich aZf die Lertnng 11711) Behandlung des Gemeinkvesens und der Bürger des- srlbrn ßczteben, Und _das einlene Mitglied des Parlaments bildet emen Vertreter der sich auf dre Theilnabme an diesen Beratbungen, Verhandlungrn und Beschlußfassungen erstreckenden Rechte des Volkes.

Dxr xyffen proklamtrte Zweck der Sozia1demokratie ist, den Thkil der leJltcder des_ c_§_P(1rlameiits, welcher fick) zu den Zielen dieser Partel_ ekemxt, ni 1 nur diesen Aufgaben _zu entfremden, sondern waar die BasiY, auf Welcher der Aufbau des Parlaments überhaupt ruht, der Fcrstorung zu _überantworten, nicht nur fick) der Arbeit an den_ Aufga en des Gemeinwesens zu entziehen, sondern darüber hinaus men zu legen, um dies (Gemeinwesen zu degrsnzen und zu zertUÉnmerx._ _ch__ __

_ anz ogxrr tg war es, a 1ch an diese Bezeicönunq der ..Pfltrhten" syzialdemykratrscber Abgeordneter auf dem St. Gallener qutettag die Erklgrung schloß, es solle künftig jeder Pakt mit „burgrrlichen“ Parteien auSgesrbloffen sein; aber die natürliche Kon- sequrn; dieser _scharfen_u_rx_d, wre zugestanden werden muß, durckxaus progrannzigcmaßen Prazinrung der besonderen SteÜung der Sozial- dgmokratte kann 1793?) auf der anderen Seife auch nur die se_tn, daß es kerne bür etliche Partci gkben kann , die ntcht ix_i der Unterdrü ung der Sozialdemokratie , in der_ Behinderung _ der Erlangung eines Abgeordnetenmandates Seitens eines Sozialdemokraten ihre erste Pf1icht erblickt, ganz ab- grsehen von_ den spezteÜen Wünschen, Ansprüchen und Forderungen, die sic sonst in Bezug auf die Behandlung der Fragen des Gemein- Wksens aufstellt _und :iergde_ die Parteien, we!che auf die Würdignng dcs parlamentarisÖen_Prtnzrps ein besonderes Gewicht legen und in der lederzdtgstch Verbattgyng des Volks“ bei der Leitung seinrr An- gelegenheitexr dre Vorbedingung einer fortschreitendcn Entwickelung erblicken, Hattsn besondere Ursache, dem Attentat entgegenzutrcten, ZessexisVcrubung, wie 5161: dargelegt, jest so offen angekündigt wor- en tt.

Dr_e Partrr, welche 66 ablchnt, sich drn Reihen der Vertheidiger grgxn dre Soztaldexnykrattc anzuschließen, lehnt es ab, sich in die RSthcn der_VrrtHeidtger der _Ordnung zu stLUen, “a bekrnnt vielmehr selbst damt_t [bre Syxnvatkyte für die Gegner, Für die Frinde der Ordnuiig, fur den Umsturz, für die Revolution.

_ Die _Abstufungen_ zwrschcn konservativ, gemäßigt liberal, ent- schieden lr_bcral findenmnerHall) dieses Verhältnisses durchaus logischer Welse kemcn Raum mehr, und es kann sich im besten FaÜe nur darum handeln, ob man in dcnienigsn, Welche sick) abseits von den der Vcrtrcrung der Rechte des Volkes und der Interessen des Staates u_nd der Gesellschaft axmewtcscnen Grenzen halten, Verblendete oder ztelbewdszte Gegner_zu 125211 hat.

_ Die NotHwendleeit, fick) ihrer mit ganzer Kraft zu erwébren, wird durch dcn Zwerfel darüber nicht berührt.

_Gxxvtß, man hat gerade in dem Umstand, daß unter der aus- schllkßllch€n Kampfyarole_Ordnungspartei je t in Sachsen gekämpft und gesiegt wwrdrn tsr. emexx Vorgang vor ich, der mit besonderer B_Lf[l€d1911t1g_ zu verzeichnen ixt in der Geschichte der politischen Ent- wrokelung, emen Vorgang, an den man mit vollem Rechte weitere Hoffmmgkn zu knüpfen vermag.

_ Die „De_utsche volkßwirthschaftliche Corre- spondenz“ schreibt über Getreidezöüe und Brodpreise:

In Betreff_ der Frage, ob_ die Getreidezökle die Brodpreise in dem Grade beernfluffen, Wie dies die Freihändler behaupten, ver- dffcntlxchte Herr Von Scheel in den Conrad'schen Jahrbüchern eine mtcreßgntc Zixsammenftellung, aus welcher die Presse beider Lager Material zu ihren Zwecken entnahm. Ueber die Auffaffung der Zahlen find nun vielfach differirende Anschauungen zu Tage getreten, unter Anderem auch zwischen de_r „Deutschen volkswirthschaftlichen Correspondenz“ i_md der „Frankfurter Zeitung“; Es ist dies ganz naturlich, denn in der Frage handelt es sich darum, was man be- deutend nennt oder nicht, und deshalb wird darüber nie eine regel- rechte Diskussion stattfinden können. Die „Deutsche volkswirthscbaft- liche Correspondenz“ hatte folgende Tabelle veröffentlicht:

das zu 1 kg Brod Diffcrenzztviscben Verwendete Mehl diesem Preis und dem kostete Preis für Lkg Brod 1878.,.....16,2-Ö H 1879.......16,7„ 1880.......22,3 1881.......23,2 1882.......18,6 1883.......18,3 1884..,....17,3 , 1885......,_17,0„ 4,2

Dann wurde darauf hingewiesen, daß daraus hervorgehe, wie der Unternehmergewinn mit dem Preise_ des Rohstoffs falle und steige, und daß der Preis für das_ ferttge Produkt nicht gleich großen Schwankungen unterliege. Dre Differenzen zwischen dem niedrixjsien Unterschied des Mehl- und Brotxrxises und dem höchsten, zwi chen 1880 und 1885, ist verbaltmßmaßtg größer als die Differenz der Brotpreise.

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Diese Schlußfolgerung will die „Frankfurter Zeitun indeß icbk eel_t_1;_t_1___l_c;c_fff_n,d ?_eaztiehx detÖDxrsYschZitt der Axgaben fic'txr den hattjmn n e en ur m s ' ' -

über. Alsdann ergiebt fich: preisen le Jahrespretse gegen

Gegen den achtjährigen Durchschnitt war a o der Mehlpreis der Brotpreis tbeil:

1878 um 2,5 H niedri er; um 2,0 niedri er“ ' 0 1879 2,0 , „g 2,6 ““I „g ' “MY /" 1880 ., höher; 2,4 ., höher;

1881 , ., _ 4,2 , ZZZ 1882 niedriger; ., 0,3

1883 .„ . unverändert;

1884 , , um 1,0 H niedriger; . ,. ,.,- 1885 _. 1,7 , , , , 82,35

Wtr_ finde_n gerczde durch _diese Tabelle bestätigt, wie wenig der Meblprers allem bestimmend fur den Brotpreis ist. Es gebt daraus hervor, _daß besonders darm, wenn die Schwankungen des Meblpreises Fo sind, d_er Brotpreis dieselben am wenigsten mitmacht. In:

a _re 1879, _m detp der Meblpreis nur um 2 H gegen den Durch- schnitt hoher 1st_, ntmmt der Brotpreis an dieser Schwankung mit 130 0/0 Theil, tm ngre 1880/81 hingegen nur mit 66? und MF 0/0. Etye bedxuiepde Erhohung der Mehlpreise hat also lange nicht die gleiche Einwirkung auf_den Brotpreis, und ebensowenig kommt ein Sinken"der_Getretdxpretse voll beim Brot zum Ausdruck.

Fur die Geiretdezölxe hat_ nun die Frage ziemlich wenig Bedeu- tung, s_o lange_ntcht_erwiesen ist, daß die Getreidezölle im Stande find, dte_Getretdepxe1se_ zu erhöhen. Und daran zweifeln wir unter den Heuttgen_ Verhaltnissen _entschieden. Eine zcitweilige Erhöhung kann Wohl etntrxien, aber dtese ist nicht die Wirkung der Zölle an fick). sondern _dte Folge der Spekulation. Ohne deren Eingreifen Wurde auch die vorubergebende Erhöhung nicht cintreten.

_ Zu_ den bevorstehenden Berliner Stadtverordneten- wahlen wrrd der „Elberfelder Zeitung“ von hier ge- schrieben:

In den Programmreden von Kandidaten der Kartellparteien zu den Berlnirr Stadtverordnetenwahlen taucht häufig der Vorschlag auf, dre Mr_ethssteuer, welche bekanntlich ganz unverhältnißmäßig scbwer auf_denkle1nenL_euten lastet und zu den wirthschaftlick) und sozial- poltxtsck) verwerfl_1ch_sten Steuern gehört, aufzuheben und durch eine Erhohung der stadtrsckZen Einkommensteuer zu erseßen, Welche vorzugs- Wctse _au_f dt_e vermogenden Klasen faÜLn würde. Es ist der dezitfchfretfinmge Vorschlag der Reichs-Einkommensteuer und Ver- mmderung der Abgaben _won unentbehrlichen Lebensbedürfniffen auf die komrnunalen Vrrbaltniffe übertragen. Man soÜte daher chnken, der L_:orschlag wurde_ weyigstkns im Prinzip freudige Zu- stimmung het den Deutschfretfinmgen finden. Aber in Kommunal- gngelegezihetten hat dt_e Fortschrittspartei ganz andere Grundsäße als in poltttschen_. Hr. Richter vergißt da sofort die schönen RedenSarten, Von dcnez1 serye Partei bei den Dkbatten über das Reichs-Einkommen- st_eu2rp_ro„1_eki uberströmtc, _und Warnr in seiner „Freisinnigen Zeitung“ dte_Wa_bler erster und zwetter Abtheilung Vor diesem, ihrem Geldbeutel gefahrltchen Programm der KarteÜparteien. Da ist der arme Mann auf cmmal vergessen.

Arx der Auf- oder A5- wartsbewezung des Mehlprek'es nahm also der Brotpreis

Armer _- Verordnungs - Blatt. Nr. 27. _ Inhalt: Verlegung e_lmger Truppkntbeile F7. Armee-Corps _ Verlegung des Stabsquqrners ch 2. BataiÜons (Iserlohn) 7. Westfälischen Land- wrbr-Rrgtn1ents_Nr. 56 Von Iserlohn nacb Hagen und demnächsiige anderw_et_te_2_3ezetchnung des genannten BataiÜous. _ Betheiligung der I,)ktlrtargrzte an_der arztlicben Standesvertretung. _ Winterfaer- pxan der Militär-Eisenbabn. _ Nachtrag zu dem Verzeichnis; der queren Lehranstalten," welche za]: Ausstrllung Von Zeugnissen über die wtffenschaftlzchc Befahtgung_ fur den einjährig-freiwilligen Militär- dienst 5erechttgt smd. _ Beschcmtgnng über empfangrnes Feldgeräth. _ Garn_1son-Vrrpflcgungßzuschuß für Dieuze für das 4. Viertelja5r1887, _ Zrclmumtwns-Vorschrtft. __ _ Vertheilung von heiligen Schriften m_1 dre Armrc. __ Fcsd-Magazmdwnstordnung. _ Schießvorschrift für die _ ufz-Arttürrtc. _ Außgabe des 11. Abschnitts des Anhangs des in der 5icubcarbeltung befindlichen ]. Theils der Kriegsfeuerwerkerei. _ Wiederholnng de_r Melduxigexi der in den Betverbcrverzeichniffen dcr Vehyrdrn aufgefiihrten Mrlitaranwärter. _ Cisenbabnbeförderung von Militaxpxrsoncn und Militärtransxzorten mit Schnell- 2c. Zügen. _ LederÉreUc. [___

Entra att dcr Abgaken-Gcse ebun und Ver- maltung 1n_ dan Königlich preußischenZÉtaath. Nr.22.- anglt: Anzeige; der xn der (Gesctzsammlung und im Reichs-Geseßblatt erschienenen (HLW? und Verordnungen. _ Indirekte Steuern: Aus- Zletchungsabgabe sur __den aus Luxemburg eingebknden Branntroein. _ _?Ze'ststLUUUZ der Starke und Menge des Lutters von weniaer als 30%, scheinbaren Alkdholgchalds. _ Personalnachrichten. _ Beilage: Fortwyung der Ausfuhrungsberttmmungen zum Branntweinsteuergeseß, und zwar:_Anw_e1s_ung_ zur Erhebung und Konlrolirung der Brannt- weinsteuer nn Kömgratck) Preußkn vom 18. September d. J, und An- leiiung z__ur Feststeuung dcs Alkoholgehalts und der Menge des Brannt- weins, fur wxxlchen beider Ausfuhr eine Steuervergütung in Anspruch genommen Mrd, Vom 20. September d. J.

Landtags - Angelegenheiten.

Bet der rm 2. Liegnitzer Wahlkreise (Sa an-Sprottau) vorgemzmmcnen Ers (&;le für den verstorbenen JUZtizratk) a. D., LandrSal_testcn und Rtxtcrgutsbesißer Schmidt ist Graf zu Dohna- Mglmtx; (kopf.) Mit 187 grgen 55 Stimmcn, Welche der AmtSrajb Reinecke (nat[r_b.) erhalten hat, zum Mitglied des Hauses der Ab- geordneten gewahlt worden.

Statistische Nachrichten.

Ueherficht iiber die Kosten der Verwaltung und materiellen Untxrbaltung der Provinzialstraßen der Proyinz SFleßwrg-Holstcxm naeh den „Verhandlungen des zwunzt stexi Schleswig -Holstetmschen Provinzial - Landta s'. Die Cbau eelange betrug im Rechnungsjahr: 1876 144111111, 187 1475 km, 1878 1498 km. 1879 1503 km, 1880 1503 km, 1881/82 2066 km, 1882/83 217715111, 1883/84 2180 km, 1884/85 2288 km und 1885/86 2345 km. Die GZsaMmtunterbaltungskostcn betrugen für 1 km im Rechnungsjahr: 1876 588,96 «44 (Kosten der Verwaltung und Auf- sicht 121,02 e/j4__c)8er 20,55 0/0 der Gesammtsumme und materielle Unterhal1ung 467,94 „M oder 79,45 0/0), 1877 586,52 „56. (Kosten der Verwaltung und_ Aufsicht 120,26 „M oder 20,50 0/0 und materielle Unterhaltung 466,26 «16. oder 79,50 0/0), 1878 601,79 „14 (Kosten der Verwaltung und Aufsicht 116,87 „is: oder 19,42 9/0 und materieüe Unterhaltung 484,92 „44 oder 80,58 [)/9), 1879 581,88 „M (Kosten der Verwaltung und Aufsicht 115,10 „ja oder 19,48 0/0 und materielle Unterhaltung 475,74 „74 oder 80,52 9/0), 1880 590,84 «M (Kosten der Verwaltung und Aufs1cht115.10 «14 oder 19,48 0/0 und materielle Unterhaltung 475,74 „44 oder 80,52 U/9), 1881/82 554,38 .“ (Kosten der Verwaltung und Aufsicht 90,93 9-4 oder 16,41 '/0 und materielle Unterhaltung 463,45 «ja oder 83,59 0/0), 1882/83 472,72 „46 (Kosten der Verwaltng und Aufsicht 85,14 „ck oder 18,01 0/0 und m'akeJelle Unterhaltung 387,58 „16. oder 81.99 0/0)_ 1883/84 479,32 „M (Kosten der Verwaltuyg und Aufsicht 84,74 914 oder 17,68 0/0 und materielle Unterhaltung 394,58 „54 oder 82,32 o/o), 1884/85 462,70 «44 (Kosten der Verwaltung und Aufsicht 79.78 „ck oder 17,24 0/0 und materielle Unterhaltung 382,92 «76, oder 82,76 0/0) und 1885/86 473,98 ck (Kosten der Verwaltun_g und Auf11cht 77,04 „14 oder 16,25 9/0 und materielle Unterbaltung 396,94 „M. oder 83,75 0/9); im Durchschnitt jährlich

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