1908 / 41 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 17 Feb 1908 18:00:01 GMT) scan diff

beurteilen können: wir befinden uns jekt im Februar, der neue Etat kringi so und soviel neue Stellen aus, ck find Tausende von Ver- seßm-gen nötig _ wenn die Vernoaltang bis zur Genehmigung des Etats wartete, so würde es ja kaum möglich sein, die Beamten früher als am leßten Tage zu versetzen. Ich verfüge deshalb schon auf meine Gefahr Versevungen früher, in der Annahme, daß der Etat bier angenommen wird; und nur wenige Verfügungen erfolgen kurz vor dem Termine, fie können nicht früher geschehen. Aber die Herren wollen überzeugt sein, daß die .Vnseßung so früh wie möglkb ausgesproeben wird. Wenn Wünsche um Versetzung an die Verwaltung herantreten, so werden in solchen Fällen, wv die Wünsche begründet find, wo also wirklich aus Gesundheits- rückstchten eine Verseßuna notwendig ist, die Versesungskosten gezahlt. Es ist aber dabei nicht zu vergeffen _ und ich glaube, das ift eine Wahrnehmung, die nicht bloß bei der Neichspofi- und Telegraphen- Wallung gemacht ist, sondern bei alTen Verwaltungen _, daß bei den Beamten, die gern Verseßt werden wollen, irgend ein Mitglied der Familie ficherlieb das Klima nicht vertragen kann (Heiterkeit), und daß wir die wunderbare Erfahrung gemacht haben, daß, wenn eine Versetzung gewünscht und auch erfüllt wird, und der Beamte nun nacb dem neuen Orte kommt, dann der Arzt sagt: ja, das ist gar kein richtiger Ort für Sie, was woÜen Sie denn hier? -Sie müffen wieder fort. Bei Beurieilung solcher Wünsche ist also,_ngube ich, eine gewisse Vorsicht notwendig, damit man nicht zu einem an Urteil kommt.

Einer der Herren Vorredner hat dann zum Ausdruck gebracht, daß bei den Vergebungen der Bedürfnisse der Verwaltungen doch*_eine größere Verteilung der Leistung stattfinden möchte und nicht'einzelge Personen besonders berückfichtigt werden. Ich glaube, der Heng. Lattmann führte besonders Fahrräder an. Ich möchte ibm darauf erwidern, daß selbstverständlich bei Einführung neuer Beförderungs- mittel, wie Vor Jahren der Fahrräder, Beförderungßmitfel, die in 'den verschiedensten Bezirken notwendig Wurden, die Verwaltung erst;einma[ Erfahrungen sammeln onte, welche Fahrräder fich am besten eigneten. Nun kann man das doch nur in der Weise machen, daß man einen Typ durch das ganze Reich einführt und fast; obgleich diese Fahrräder nun Von den Verschiedensten Menschen behandelt werden, wvllsn wir einmal sehen, ob der Lieferant, dem wir unsere Anforderungen mitgeteilt hatten, den AnsprüchenYt genügt. Das ist geschehen, und dazu ist eine FirmaZin Dresden ausgewählt worden. Sie hat uns Fahrräder zu unsexxxvollen ZWiedJYxit_geliefert.___Nachdem Jahre vergangen, waren und von den Oberpoftdirektionen auch Wünsche geTtend gemacht wurden, die Versendung zu Reparaturen zu Vermeiden, und dabei an- geführt wurde, daß in den Bezirken geeignete Lieferanten Vorhanden seien, find wir seit einigen Jahren dazu übergeganxen, auch einigen Oberpostdirektionen zu überlaffen, in ihren Bezirken Fabrradunter- nehmer aussuwäblen, soweit Sicherheit besteht, daß deren Produkte ebenfo gut find wie die andern.

Es find im weiteren die Plombenlieferungen angeführt worden. Ja, meine Herren, um in den Bahnposten Siegellack zu vermeiden, find solche Plomben, auch für Wertsachen, eingeführt. Da ist es natürlich notwendig, daß das ganz Vorzügliches Fabrikat sein muß. Wir haben daher geglaubt, nicbt gnders vorgeben zu können, als daß wir nur wenige, ganz zudexläffige Lieferanten für die Lieferung aus- gwäblt haben und uns der Patente von diesen Lieferanten bedienen.

Die Stellung der Postbetwaltung dem Handelsstande und besonders dem Kleinbandelsstande gegenüber ist ja bekannt,“; und ich kann einem der Herren Vorredner, der ausführte, daß" in Plauen die Beamten Selbstscblacbtnngen vorgenommen und die Diensträume zur Hersteüung Von Wurst benußt hätten, nur erwidern, daß, sobald diese Tatsache der vorgesetzten Behörde bekannt geworden ist, fie felkrst- verständlich die Sache gerügt und Verboten bat.

Ich möchte dann noch auf den Fall der Verwendung von Militäranwärtern in Diätarienstellen zurückkommen und dem Herrn Abg. Werner erwidern, daß er doch falsch unterrichtet ist, wenn er glaubt, daß die Pofiverwaltung etwas Unerlaubtes täte, wenn fie die Militäranwärter nun auch für Diätarienstellen annehmeJsxDas geschieht selbflvexständlich nur nach Vereinbarung mit der Behörde, die in erster Linie die Vertreterin der Ansprüche der Militäranwärter P, das heißt mit dem preußischen Kriegßminifterium. Die Annahme der Militäranwärter als Diätarien gereicht den Anwärternßum Vor- teil. Den Herren ist ja bekannt, daß die Reichs-Poft- und Telegravhen- venmltung die einzige Behörde war, bei der Militäranwärter gleich in etatSmäßige Stellen kamen; bei aUen anderen Behörden mußten sie erst durch die Diätariensiellung geben. Nun ist im weiteren be- kannt, daß der Bedarf an Asstftentenftellen gegenwärtig nicht so groß

, wie er früher war, und daß infolgedessen, da di-Militäranwärter nur einen Teil dieser Stellen bekommen, Militäranwärter nur in geringer Zahl hätten angenommen werden können; um diesem Uebel- ftande abzuhelfen, nahmen wir nun auch Militäranwärter für Marienstellen. Jnfolgedeffen bleiben die Aussichten für die Milktäramvärter aueh ferner günstig.

Ich komme nun zu der Ausführung des Herrn Abg. Kuletski, der einen Fall zur Sprache gebracht hat, den be- reits ein Mitglied der Budgetkommisfion zur Sprache brachte, indem er eine Zeitungsnotiz anführte, nach der ein Land- btiefträger wegen seiner Wablabstimmung postfeitig befragt und zur Rechenschaft gezogen sei. Ich habe in der Vudgetkommission damals erwidern müssen, daß der Fall mit nicht bekannt sei, daß ich aber Veranlassung genommen habe, Bericht darüber einzufordern. Dieser Bericht ist eingegangen, und danach |:th fich der Sachverhalt doch etwas anders, als der Herr Vertreter der polnischen Fraktion bier ausgeführt hat, und ich glaube, es wäre recht gut gewesen, da ihm der Fall bekannt war, daß er ihn doch zutreffend geschildert hätte, damit der Eindruck verwischt würde, als ob irgendwie seüeus der Poßverwaltung nach der Art der Stimmabgabe des Briefträgns geforscht wäre. Der Sachverhalt ist folgender: In dem Ort Groß-Lutau war nach der leßten Reichstags- ftitkwahl, bei der auf den deutschen Kandidaten 18 Stimmen ent- fallen waren, derLehrer in Verdacht geraten, den polnisck'en Kandidaten gekräblt zu haben. (Heiterkeit in der Mitte.) Anlaß zu dem Ge- nWte hatte der Umßand gegeben, daß bei der Zusammensevung der Wähle: die 18. deutsche Stimme nur von dem Lehrer oder von dem Land- bkiefträge: Söalski abgegeben sein konnte, und daß Séalski von dem Vostagenten einen Wahlzettel für den deutscheu Kandidaten erbfelen uud uaÖbe: geäußert hatte, er habe diesen gekräblt. KurzeZeit darauf

WZ in degtkbericktet wurde, daß der Lebte: in GroßLatc-u de:: p Kandidaten gewählt habe. In dem aannüag deoLebms Wen den Redakteur eingeleiteten serüdtlichen Strafverfahren wegen Beleidigung ift bund das eigene Zeugnis des SÖaUki, also des Land-

briefttägns, festgeüeat worden, daß nicht der Lehrer, sondern daß Szätskt seine Stimme dem polnischen Kandidaten gegeben batte, also _ ledig- lich, meine Herren, wie hier festzuftenen iß, durch das Verfahren, welches der Lehrer wegen Beleidigung gegen die Zeitung eingeleitet batte. Die Oberpoftdkrektion in Bromberg hat dem Sebalski vor- halten lassen, wie unebrenbaft sein Verhalten dem Lehrer gegenüber ift. Dem damit beauftragten Beamten bat Schalski dq! Unebren- hafte seiner HandlungSweise eingeräumt und zugleich die Bitte aus. gesprochen, mit RückstSt auf sein bobas Alter und seine weit vor- gescbrittene Gebrccblickkeit seine Verseyung in den Ruhestand herbei- zuführen. Da MK 61 Jahre alt ist und nach dem von ihm bei- gebracbten ärztlichen Zeugnis seinen Berufspflicbten nieht mehr ge- wachsen ist, wird seinem Anfrage entsprochen Werden. So fteüt fich also die Socke in ganz anderer Weise dar, als der Abg. Kulerski fie geschildert bat.

Abg. Dr. Struwe (fr. Vgg.): Der Rücknang des wirtschaft- lichen Verkehrs hat natürlich auch auf die Etnnabmen der Post- verwaltung zurückgewirkt. Daß die Aufhebung des Außnabmetarifs für den Orts- und Nahverkehr nicht etwa zur_Erböbung der Ein- nahme,_ sondern vielmehr zu deren Abnahme gefuhrt hat, hat auch die unwerdaÖti e „Deutsche TageSzeitung' anerkannt. ebenso daß auch die Fahrkarten teuer denselben Effekt gehabt hat. Es ist mir erfreulich, einen Sünker zu sehen, der Vuße_tut. Leidernst es die Post- verwalkung, die willfäbrig den Wün1chqn des Retchstags in dieser Richtung entsprochen hat. Die Verbaltmffe in Württemberg könnten unserer Verwaltung zum Muster dienen. An den Schaltern sißen aÜerdings keine so 1chön uni,?ormwrtsn Beam'ten wie bei uns, dafür ist aber das Porto wesentlich biüigxr als bei uns. Wsnn es mabr sein sollte, daß die für die Unterbeamten in Ausfi t genommene GebaltSechöhung des Anfangßgebalts' nur 10 0/0 Straßen sol], so könnten wir uns damit kn_ kem_er Weise zufrieden geben. ' iélleicht teilt uns der Staatéxekretar mxt, Welches (Ergebnis die Ermijtlungen darüber gehabt Haben, inwieweit die Unter- beamten in die SkeUungen der mittl-nkn Beamten einrücken können. Anscheinend sjnd gewiffe amtliche Funktionen von der Bewertung als gehobene Stellen außgeschloffen worden, so die der Geldbetteüer, nach unserer Meinung mit Unrecht. D;:nkbar srkennen_wir an, daß ?ebobene Stellen für Leitungßaufsehßr g€1chaffen werden 1ollen. Sehr

erechtigx find immer noch die Klagen über Nichtanrecbnung der Militärdienstzeit; Ls müßte doch snrlicb etwas geycheben, um der offenbaren Ungerechtigkeit ein Ende zn machen, „daß das Jahr 1895 hier eine ganz underständliche Grenze zog. Em Angestellter kann auf die1e Weiye im Laufe der Jahre_ im Vsrgleich zu einem anderen Angestellten, der mit ihm an demxklben Tage in dßn Dienst trat, um Tausende geschädigt Werden. Es liegt ja nun vielfach dsr Grund für solche Ungersxbtigkeiten nicht in dem mangelnden sozialen Ver- ständnis der Oberxten Spißxn der Verwaltung, !ondern in bzw leidigen Umstande, dax“; jolche Reformen mit Geldkosten verknüpft sind. _ Eine aUmäb_liche Herabseßung der Yienftstundmzabl muß im Inter- effe der ©e7undbeit und Leistungswbigkxit der_Beamten befürwortet xverden. Die Brieftrager in den großsn Stadten haben einen be- yonrers schw:ren Dienst_;_ man sollts für sie eine Leistungsgrenz-x und die Trennung des Briesjendungs- und des Druckjachenverkebrs in Er- wägung nehmen.. Auf dem Lande befinken fich dre Postbeförderer in übler Lage. Dre Erhöhung des Futtergslkes entspricht nicht entfernt den seit dern neuen Zolltarif_ eingetretenen bedeutenden Preis- steigerungen, jo daß ße den Psxrkzen Vom Futter abzisben müssen. Daher ssben denn die Landbriektragerpferde beute auch fast alle jämmerlich aus. Die Tagegelder der Postboten könnten durch Weg- tall des gänzlich ü_berflüsfigen Probejabres aufgsbeffett werden. Der Postvuwaltung ]oUte doch auch nur angenehm sein, Wenn die Beamten mit Reinigungßarbeiten, Siraßenkehren usw. nicht be- schäftigt Werden soUen; dkése Arbeiten könnten doch durch Frauen be- wrgt werden. _ Wenn die Unterbeamten den Beschwxrdeweg be- schreiten, sollte man nicht immer gegen ße vorgeben, 1ondern auch den Vorgeseßten ab und zu einmal zeigen, daß _man Gerechtigkeit zu Üben ewislt ist. Es ist doch ferner „kein erwün7chter Zustand, wenn eine *ame als Fernsprecbgebülfin mcbt angenom_men wird, weil ihr Vater in demselken Orte Pofiunterbeamtxr ixt. Jn Hildesheim wurde einsm Lkbrer von dem Regierungsprasidenten werboxen, Post- untetbeamten Unterricht zu erteilen. Es soUte eine Yo1tsachschule ins Leben gerufen werden. _ Die materieÜe nterstüßung der Erholungsheime für bis Bxamten begrüßen wir mit Freude als ein sehr nachahmenswertes Beiwiel. Die Wünsche dkr Telegrapben- arbeiter, die sicb in einem Bunde zusammengetan babkn, müffen wir fast durchweg als berechtigt anerkennen. Mit dem veralteten System der Vertrauensärzte soUte diE Postverwaltung endlich brechen. Jcb babe einen sehr berechtigten Zweifel, ob nach dkn Vorkommniffen kks [eyten Jahres und nach den Erklärungen des Staatssekretärs in diesen Kreisen noch erbebltcbe Neigung besteht, wetter in ein Verhältnis zur hohen Postverwaltung zu treten. In dem kekannten Faüe des Wiesbadener Vertrnuensarjtes ScheYenberg können wir das Ver- halten des StaatHsekrstärs nur aus das aüerschärfste Verurteilen. Der Staatssekretär hat ja sxlbst mitgeteilt, daß_kie Sache nur durch Re Schwaßbastigkeit einer Keünetin in die Oeffentlichkeit gekommen ist. Er sagte anderseits, die Stimmabgabe sei nicht die Ursache der Maßregelung. Wenn er so genau unterrichtet war, wird er auch wiffen, daß die Obervostdirektion in Frankfurt, dem Dr. SebeUenberg in dürren Worten eröffnet h_gt, daß seine Sttmmabgake der Grund der Lösung des Perhältnines ist. Dr. Schellenberg hat seinen Kollegen am Bierttsch mitFeteilt, da? er den Sozialdemokraten als das kleinere Uebel gewählt ätte. Die e Aeußerung bört eine Keünerin, teilt sie dem nationalen Stammtisch mit, an dem auch ein Postrat a. D. fist, der die Sache Weiter nach Wresbaden und Frankfurt meldet. Zuerst wurde ein Einschreiten abgelehnt; kann aber kam ein Abgesandtn ker Oberpostditektion zu ibm, um Von ihm Auskunft über sctne Stimmabgabe zu fordern. Diese lehnte er ab, worauf der Abgesandte seinen amtlichen. Auftrag für erlehigt erkläxte. privater Unterbaltun mit seinem nunmehrigen_Ga7te teilte diesem Dr. Schellen g mit wen er ewablt batte. Wenige Wochen darauf bekam er seine Kündigung. an versuchte nachher, ihn auch wirtschaftlich zu schädigen, und die ,Norddeutscbe Allgemeine Zeitung" mußte_ekn längeres Exposé briM, worin Dr. ScbeUen- ber als rte angerderSozialdemokratie akte: ert wurde. Dem Poktrat e [lenderg in der Unterredung, er sei kein Sozial- demokrat, ondern ein liberaler Mann und habe nur in der Stick. wabl für emen Sozialdemokraten gestimmt nach der bexanntcn Ma . nung: Der Fürst wünscht Sabor. Der Staatsseertar hat gesagt, daß yon ibm kein Wort über die Sache in die Zettung gekommen sei; ub wia ibm das aufs Wort glauben. Dr. Schellenberg hat jedenfans darüber nichts in die Zeitung gebracht, e! ist dann ein direkter es Uungsfeldzug inszeniert worden; ich werde in der nächsten noch vgrauf zurückkommen. Der Staatssekretär bat offen gesagt, er würde m einem ana en alle ebenso_bandeln. Ich muß daäegen protesjieren, daß dies ne ichtschnur fur die Zukunft Fein so Selbst wenn der Dr. Schellenberg ein Beamter wäre, o könnten wir es uns ni tbieten lassen, daß er in der Weise MaYM würde, weil er ein Stimmrecht auSgeübt bat. SM

Yat BlOmatck hat deutlich genug gesagt, daß er die Fre t der hl der Beamten nicbt antasten woüe; ebenso sprach fich der Minister von Puttkamer aus, das war 1882 und nun leben wir in einer liberalen Aera! Es ist wirklich s we_r, satiraw non sokjboks. Es handelt |ck darum, Leute, die fur wenig Geld in den Dienst der Verwaltung stellen, in eine geistige Kmchtschaft zu

erschien in der Nr.42der .Flatowet Zeitung“ vom 17. April ein

».E- ut, dlAetteULoeku "ber xeß Wieda: st?d.sebÖiI AM 1:- 53:1ng ist vFZaZafch "knen

amtliibmStellengefrc-at worden ob ße nicht a zu derSaibe Stellung nehmen roxuae. Sie Sat erklärt, keinmuJem-d zu haben, au,f die Salbe zuruzkznkommen. Wir Aerzte wollen uns eine getsiige Knebelung mcbt gefallen lassen. Es handelt fich nicht un Sozialdemokratie oder nicht, oudern um ein einfaches ßaatsbürger- liches Necht_ der Stimm Acute aus allen tungen haben elnmutig für Schellen g Pgrtei ergriffen. Kiel ifi ein ahnlicher all _ passert wie tn Wiesbaden, dort ist den: Txlegrapben ekretar Schwan, der als Stadtverordneter ge- wahlt werden sollte, durch keinen Oberpoftdircktor Lauen- stein mitgeteilt worden, da ibm ' nicht die Erlaubnis ertetlt werden könne, als tadtverordueter zu kandidieren. Der Posidirxktor hat seine Befugnisse überschritten, es steht ibm überbaupj ntcht zu, einem Telegrapben ekretär das zu verbieten. Wir 5 nut den Sozialdemokraten in el einen schweren Kampf zu kämp en, und nun beteiligten fich infolge des Uebergriffs des Ober- pofid ektors weniger Postbeamte an der Wahl, und infolgedessen wnrden ft_att 5 bürgerlicher 5 sozialdemokratische StadWerorduete in Ktel ngabslx. Das wird doch auch der Postverwaltung wohl nicht angene m en.

Staatssekretär des Reichspoftamts Kraetke:

Meine Herren! Jeb muß ganz entschieden dagegen protestieren, daß Herr Dr. Schellenberg gemaßregelt wvrden sei. (Lachen und Un- ruhe links.) Ich sehe darin gar keine Maßregelung. Ich stehe auf dem Standpunkte, daß, wenn jemand ein Amt übernimmt, er auch ge- wiffe Pflichten hat und gewiffe Nückfichten zu nehmen hat. Das Vorgehen der Reichspostverwaltung ist erfolgt, weil in die „Kreise der Postbeamten hinein das Gerücht verbreitet gewesen ist, Herr Dr. Schellenberg babe sozialdemokratiscb gewählt, und weil dieses Gerücbl sich als wahr srwlesen hat. Ich konnte nicht jedem Unterbßamten und Beamten sagen: Herr Dr. Scbeüenberg hat zwar sozialdemokratisch gewählt, er ist aber kein Sozialdemokrat, es ist gar kein Makel an dem Herm. Ich habe ausdrücklich gesagt, daß jeder vollständig das Recht bat, frei zu wählen und da es eine geheime Wahl ifi, kein Mensch danach forscht. Wenn aber Herr Dr. Schellenberg so unvorsichtig gewesen ist, darüber zu sprechen, und das in die Kreise der Postbeamten dringt, von denen ich nicht dulde, daß fie der Sozialdemokratie angehören (Bravo! rechts _ erregte Zuruf: und große Unruhe links und bei den Soz.), so würden Irrungen entstehen; dann könnte es beißen: die Höbergestellten können tun, was fie onen, die dürfen sozial- demokratiscb wählen, und bei uns aber duldet es der Chef nicht. (Andauernde Unruhe links und bei den Soz.) Meine Herren, ich habe persönlich als Mensch mein Bedauern angesprochem daß Herrn Dr. Schellenberg dies passiert ist, und es ist unrichtig, wenn Herr Dr. Struve es jsHt umdrebt und so schildert, als wenn ich Herrn Dr. Schellen- berg für einen Sozialdemokraten gehalten hätte. Das ist wir nicht eingefaklen. (Zuruf links: Das ist ja ganz gleichgültig !) Ihnen ist das gleichgültig, aber mir nicht. (Lachen und Unruhe links “bei den Sozialdemokraten.)

Im weiteren muß ich nochmals betonen, daß von meiner Seite oder von seiten der Reichspostverwaltung keine Zeile in irgend eine Zeitung gekommen ist. Herr Dr. Struwe hat ja erklärt, ich hätte das gesagt, und er müffe das glauben und glaube das aucb. JG möchte das auch energisch in Anspruch nehmen und Muß ibn bitten, wirklich zu glauben, daß von seiten derReicbspoftverwaltung nichts in die Zeitung gekommen ist. Ick bin aber nichtin der Lage, ibm zu sagen, wer den Artikel in dieser Zeitung, die ja gan- frei ist, geschrieben hat. (Bravo! chbts. Unruhe in der Mitte, links und bei den Sozialdemokraten.)

Abg. Eickhoff (fr. Volksp.): De: Staatssekretär hat in dieser Frage_ eine ganz andere Auffa ung als wir. JA hätte als Staats- sekretar den ganzen Fall als eUnerinnenklatscb handelt, wie er es verdiente. In der geplanten „Reform der Telephongebübren erblicken aucb m_ meiner Heimat dre Kaufleute und Industrieüen einen bedquerltcben Rückschritt. Wie steht es mit der Erhaltung der Beztrfsfernsprecbneße ?n_ den bergischen Landen? Der Abg. Linz hat gestern schon die Befürchtung angesprocbe'n, daß fie aufgehoben wexken „sollen. Dadurch _würden die Jnteteffenten aufs schwerste ge- schadigt werden,. Ich ware dem Staatssekretär dankbar, wenn er uns eine beruhigende Erklärung gäbe. Wenn die höheren Beamten ein'akaremisckxs Studium duxchmacben sollen, so ist das ein Fort- schrttt, namentlich in der Richtung, daß fie naturwiffenscbaftlicb mehr dnrchgebtldet werden. Yostbeamu und Telegrapbenbeamte müßten wobl eine Verschiedene usbildung erhalten denn bei den leßtnen handelt es fich vorwie end um eine tecßniscbe Aushildung. Es l_st nur freudig zu rüßen, daß sich der Kronprinz ent- 1chloffen hat, an der technischen Hochschule Stukikn zu treiben. Um einen Dualismus zu vermeiden, sollte der Staatssekretär sub dazu entschließen, de_n jeßigen höheren Beamten Rang und Tttel der spateren akademijcb gebildeten zu geben. Die Erklarungeu des Staatssekretärs über_ die Wünsche der Postdirektoren waren leider zu aUgemein und unbestimmt. Hoffentlich folgen nun aber bald den Worten Taten. Zu einem Mißtrauen egen die Postdirekwren liegt aus Anlaß des Herantretens der oZdirektoren an Abgeordnete für ibn kein Anlaß Vor, die Potdkrektoren sind an uns erst berangetreten, nachdem fie monatelang auf eine Audienz gewartet batten. Pie Poftdlrektoren wollten dem Staatssekretär nur den Rücken starken gegenüber der Finanzverwaltung. Wir unserseüs haben doch auch den lebba en Wunstb, einmal wiedergewählt zn werden. Im Ernste gesvro en, wir werden uns niemals das Recht nehmen [offen, für das PetitionSrecbt der Beamten einzutreten. In bezug auf d_ie Unterbeamten freue lcd mich über die Erklärung des Staatssekretars, daß die jeßigen gehobenen Unterbeamten als geprüfte irn Sinne der neuen Verordnung gelten_ und gegenüber den geprüften kerne Nachteile haben sollen. Die Prüfung ist doch nicht das (Fut- scheidende, und auch die mittleren Beamten sollten sieh mit der ck- fung nicbt brüsten. Absonderung und Zersplitterung lie en nich im Intereffe der Beamten selbst. Die Verwaltung ?oüte ihrer- eits den Vereinigungen der Postbeamten keine nderni e n den Weg legen. Ein Koalitionöreebt, das das treikr t involviert, wollen auch wir den Beamten nicbt xugesteben, daß

aber zu roßen Verbänden zusammenscbließen, ist ihr gutes

erbt. Der taatssekretär sollte den Zroßen Vereinigun en mit mehr Vertrauen ent egenkommen und den nterbeamten eine itiou über das ganze R ck gestatten. Auch nach unserer Meinunßa muß in einer so großen Verwaltung Diulfxlin herrschen daneben be rf ck aber des Vertrauens zwischen Ange eaten und Vorgeseßten. Leider cheint das Vertrauen der Beamten zu der Po tung in de: evten Zeit erschüttert zu sein. Möge der St slekretär alles tun, um dieses Vertrauen von neuen: zu befeßigen.

(Schluß in der Zweiten W)

„z,? 41.

(Schluß aus der Wen Beilage.)

Staatssekretär des Reich-Zpofkamts Kraetke:

Dem Herrn Vorredner kann ich auf die Anfrage über 'die. bengj- Heben Telephonneße nur erwidern, daß Lie Angelsgenbett gletchzejltg mit der Eebübrenfrage geregelt Werden wird. Es liegt von vornherein nicht in der Absicht, die Bezirksxelephonneße ganz aufzulösen; aber eine neue Regelung wird notwendig sein. Ueber diefe Frage werden wir dann Gelegenheit Haben, uns zu unterhalten, .wenn eine Vorlage über Fernspreebgebübren dieses hohe Haus beschäfltgen wird.

Ich möchte dem Herrn Vorredner noch einige sonfiig'e Worte erwidern. Ich würde ganz damit einvkrstanden sein, wenn du Herren Abgeordneten die Eingaben von Beamten an Ihre PÉitionsknmmisfion überwiesen. (Abg. Eickhoff: Da bieiben fie liegen!.) _ Bttte! Sie befolgen ja in der Petitionkkommisfion, soweit nur bekannt ist, den Grundsaß, daß Sie sch auf solide Petitionen nur einla'ffen, wenn ein ablehnende: Bescheid der Behörde vorliegt. (Sehr, ncbtig! r-echts.) Und ich glaube, das ist der richtige Weg. Dort knetet fich dre Ge- lesenbeit, einen Kommissar der Verwaltung zuzuxkeben, ,der am'tlicb Auskunft gibt. Aber, mcine Herren, Wohin soll das WF- beltebte Verfahren führen? Wie der Herr Abgeordnete selbft ausgesubrt bat, trägt er hier aUerlei Wünsche von Beamten vor, er nennt keine Namen, ich weiß auch nicht, wieviel Beamte es find. Er glaubt fich aber kerechtigt, zu sagen: die Wünsche haben Anspruch auf Crfüüung. (Abg. Eickhoff: Die Wünsche sämtlicher Vecnnten!) Der Abgeordnete urteilt bier ohne weiteres: diese oder jene Wunnhe smd berechtißj. (Seb: richtig! rechts; Abg. Eic'kboff: RJ:!) menner Meinung!) Ja, meine Herren, ich kann da wtrklich Yvette“): mchts sagen; ich muß Sie aber dringend auf die Gefahren. btnrnersen, l„131: solch ein Vorgehen in sub trägt. So geht es witk11ch mcht! “Ste machen ck dem Chef der Vernntltung ganz unmögltÖ, nut setrem Personal gut außzukommen, wsnn jeder einzelne Abgeordnete, dkm irgendwelche Wünsche zugeben, obne Befragen der _Verwnltung 51er erklärt: bei dieser oder jener Beamtenkategorie schlagt dte Behörk-oe nicht den richtigen Weg ein; die Wünsche find berechtigt. Ick babe 1a garnichts dagegen, daß alles vor JH: Forum kommT, aber dnch anf dem richtigen Wege. (Abg. Eickhoff: Auf welchem kenns?) erwnfen Ste die Sachen doch an die Petitionskommission, [cb bm sehr gern bsreij, Kommiffare binxuschicken, die Ihnen AuOkunft geben. Wenn ich die Ehre hätte, hier als Abgeordneter zu fißen, ich wetß wirklich nicht, ob ck den Mut hätte, zu sagen, eine ganze Kategori-e von Beamten bat Anxprutb auf Erfüllung der vorgebrachten Wunsche; dieser Anspruch ist berechtigt. Ick möchte beinahe glauben, es gehörte auch etwas Sachkenntnis dazu. (Sehr richtig! recht]. “Lathen links.) Sehen Sie einmal, Sie spraben selbst über die Postlaufbcnbn und über die Alt, wie wir sie regekn. Da betonen die Herren unt Recht immer, es ist nothig für die Vexkebrsbeamten, “daß- fie Kenntniffe dem praktischen Dienße haben, daß fie die Verxmltntffe rkchtig be- urteilen können, und deshalb :uuß es bex' der spateren Karriere anch Jo sein. Nun meint aber mancher Abgsordneje, er seXbst, ?bgletch kein Fachmann, beurteile das ganz :ichtkg, ich aber, obglnirb tch „den ganzen Weg von unien bis oben durcbßemacht babe, beurteüe das mch! UclhtigSie haben jetzt an dieser SteUe, m Stelle d'ks Staats- sekretärs, einen Beaméen, 53 aus der Kamm selbst hervorgegangen ist, der Den Dienst gan: “genau kennt, jeden Dienst durchgemacht bat, rompu an wéxnzr; ,und twß5em nehmen Sie an, er behandle skin: Bsamten ntcbt rtchng o-der mc-bt wohlwollend genug. Was hätte ich für einen Gntnd dazuz' (Fr!t- rnals bin ich kein so bÖSartiger Mensch (na! na“: ltnks), daß :ck mir etwaZ daraus mache, andere sch1echt zu bébandsln, und ZWÖUM'Z stecxt in jedem Menschen eine gewéffe Beqnsxnlicbkeit; W;:um soll tch'mtr denn schwere und überfläsfige Mühe machn.“ O_deF halter". _Sxe es für ein großes Vergnügen, daß ich unxicbttgen AUksnx-Ynzen wab,rend der Etaksbcratung immer wieder entgegentreten muL,-- nicbt-memet- wegm, svndern der Beamten wégen? Glauben Fre wirklich, daß Sie Zufriedenheit schaffen, wenn Sie jede exnzelns Hzndlung ker Behörde yon vornherein, obne fie _ datnbxr gehort zu Haben, was entscheidend für fi: SLWLsSU in, alé schlecht oder unzulänglich hinstellen? Das fühxt zu nichts Gutkm. JZ; fuble mich vervfiichtet, nochmals beryorzubek-en, daß es vtel beßcr Uk, wenn solche Gefuxhe an die Petitionskommisfion komnren, denn wenn Ke da gründlich bekandelt worden find, können “€*.; auf Ecnnd der amtlichen Auskünfte, die Sie b:kommen haben, Juftxten und sagen: das ist amtliche Auskunft, danach halten wir R8 SQÖC fur richtig oder wir halten fie nicht für richtig und müFcn tbröefntgenentceten; aber auf dem bisherigen Wege, glaube ich, erzielen c-„te MÖW, als “mmm nur neue Unzufriedenheit. b Wk „t . [

e s dkons. : Tic Ansfü r iz _c1_ exnze ner Nednéxg'stTZtn Ye'T-txungfekelkorte? chkälttris zu de; Starts, in _dcr Bre Fraktionen Vertreten find. „Dsr Abg. KOX'Ö bäx SU! 2an Driftlicbe Zusage eines konferyattven Vereth ÖLZUZ yenommen, kik verurteilen solche scbrtftltcben, unauwrmexten _Zmageln t von Parteisekretären usw. durchauszauch mem Frcnnd Droxrcberßak [ZIS 'Öon getan. Es hankelt fich bret aucb gxr ntcht gm *:n „e rs ar der gesamten konservativen Partei. Datmt erlektgt nch Jer dvonAeé-Zt Ua. Kopsch gegen uns erhobene Vqrwurf Hex Demagogi» RT,?) e? xis- fibrungen des Abg. Kopscb lag em gewtner 3119 von „. mu ,cbt ck wir den Blockbrüdern Von links unlauteren Wsttbswerb max en. Im Grunde haben wir uns doch sehr lteh_und von unlauxxern Yehu- bkwe'rbe kann doch keine Rede sein. 'GewmeZordxrnngsn, dte .er g. ttmann beute erhob, würden zn der raxts nnr den großein Warenhäusern und ähnlichen Etnrtchtungen zugute. kommen nnddxcke, Post zwin en, unter dem Selbstkoftxnprets zu arbeiten, waß wrr “ff 6 Wk wün chen können, In der Yeamtenschafx hat es *etnTgetzxt “_.? Rtßfallen erzeugt, daß auf die Außsubrungen mxxnes KoÜe-„en roy .r k'tueminder ausführlicheAuskunftgegeben wnrdennt. Der 215,3.Hame er kt uns vor eworfen, wir hätten unsere rubmlicbe Tradth auf dem * biete der onntagSrube verlassen. Nein, das haben wir nicht gelttan. ir widerstreben der Resolution wegen des ,frubkren SKF L;)- "Usses namentlich mit Rücksicht auf den kletnen wakée l?" , nicht in der Lage ist, Personal zu halten., Im 57Fnlle »„cbe en- 9 können wir dem Staatssekretar und fernem «)erbalten nur

Zweite Beilage , _ , _, zum Deutsthen Reichsanzeiger und Königlich Preußtschen Staatsanzetger.

Berlin, Montag, den 17. Februar

“zustimmen. Dr. Sikellenberg hat für den Sozialdemokraten ge-

immt und das an zu e eben. Wenn xin in einxm Vetxauens- Ferbältnis zur Behörcxe siZHZUÖer Mann nner Parte! *dtk _Stimme gibt, deren Vertreter Bebel in Dreßden fich_als Todfemd der bürgexlic-ben Geseüsckoaft erklärte, die ex stutzen WU?, wxnn er könne, so kann Von der Fortdauer djeses VertrauenSverbalt- niffes keine Rede sein. Wie stellt fich_der AbZ Hamecher denn zum Falle Grandinger? Diesxr katholyibs Getftltche- der sick) dkk liberalen artei angeschlossen bat, tft vom Erzbifchof yon Yam- berg aemaéregelt worden. Wir danken dem StaatSsekretar, 5.173 er das Eindringen der Sozialdemokratie_in die Beamtenscbaft Verbmdert, und verfichern ibm, daß er bei diejem Bestreben stets auf unsere Unterstützung rechnen kann.

Hierauf schlägt der Präsident Graf zu Stolberg dxm Hause vor, fich zu vertagen. „Das Haus 1ft damn SM- ve anden. _

rftSchLuß 33/4 Uhr. Nächste Stßung Montag 1 Uhr. (Etats der Post- und _Telegraphenverwaltung, der Retchs- druckerei und der Reichöwftizverwaltung.)

Koloniales.

Die bospbatlager von Nauru; ,Das Or an der Dwtscbkn KYonial esellscbaft enthält einen ausfuhrlxckpen, unt ilustra- tionen wersebmm ufsaZ über die Pbospbatlager 'auf Nauru, dem wir folgendes entnehmen: Unser kleinstes Schußgebtet, dre Marsbqll. inseln, „kat einen Flächeninbalt von "Z": 400 AW, der fich auf eme große Anzahl von Wollen verteilt, die mtt wenigen Außnabmen LaLunen- inseln s-mk: und eine einheimische Bevölkerung von etwa 15 000__Oe_elen auf'misen 31 Diesem Schußgebiet gehört die 0,26 Grad 1uxckltcher Brei!: un“: 166,56 Grak östlicher Länge ltegende Insel Nanru. Wahrend die Atos]: eine Bkdxnerbebung von kaum 15 Fuß 5ubexx den Hoch- waffersrée-Zel babkn, ru,;t Nauru etwa 75 m empor. Aus gewaxtigen MeereNieün fteizt die fast kreisrunde Insel tn-ein_em Winke. Von *150 anf nnr büdet eénen abgeflachten Kegel, deffen F1achenau8debnung etwa 2030 da bejrägx Rings um die Insel zieht fich m einer Brxtte von 60-90 m ein NiF, dann folgt ein etwa 100 m _brezter (Gürtel ebenen Landes, auf welchem die KokoZp-lme in' upvxger

ülle gedeiht, und dahinter steil steiniges Gelande auf, m Qdenen Zdweßlichkm Teil eine fle ne, WF: Fuß Uefe „agune liegt. Als ixb Jahre 1886 die deutsche lagge auf den Maxsbnll- inseln gebißx wurde, war Nauru noch eme rer berucbtrgnten Inseln der Südsee. Die Bewohner _ etwa 1500 See1en _ lebten in steter Fehde, und die unter ihnen angestedelten wexßen Händler waren meist schlimme Gesellen, entlaufen? Matrosen oder „gar'ent- prangen: Sträflinge, die auf irgend eine gebeimniOVOÜe Wen: tbren

eg von Australien oder Neu-Kaledontxn nach dieser weltentlegenen Insel, die [te „dSQ-Ob combsrs 341158“ nannten, gefunden hatten und einen außerst schlechten UWH? auf die Emgeborgnen außubten. Unter deutscher Vernoaltung und dem segenßmchen Verbot der Schnaps- und Waffeneinfubr find die Bewohner Naurus nach und nach zu nüchternen, lichen Menschen heran- gezogen worden, und das fteiniae Gelände, das bin dem Kokoßgürtel ansteigt, bat fkch als eine Anbäyfun !) radiger bosvbate erwiesen. Die Ausbeute solcher Dunge yffe war als rivileg der Ialukt-Gesellscbaft übertragen, die bekanntlteb dem Reich die Verwaltungskosten des Schuy ebiets xu erfjatten_batte. Als Has Reick; auch die Verwaltung dieses uSgebiets selbst uhernabm, _belteß man der Gesellschaft zwar dieses Privrleg aucb fernerbtn, setzte 1edoch

Aus u ra abe f t. _

eine Die f„gebnathren UÄtersuchuugen Sackoyustandiger ergaben, daß das Phosphat ux-svrünglicb zweifellos von Vogeln bierbergebracht worden war, welche die damals wobl unbewohnte Insel als Bruwxas be- nutzt haben werden, wie wir eZ _bsute ny_cb_ _tn allerdings kleinerem Maßstab? auf anderen Jm-eln'der Sudxee beobachten können. Je: der aller Wahrscbkmbchkett nach Iahrbunkextc zurückliegenden Zeit, als diese Ablagernngen stattfanden, sxhetnt Nauru ein Korallenatol] gewesen zu xem. UntL vulkannchen (Einwirkungen bat die Insel Hebungen und Senknngen er- fahren, von welchen zwei bejiebungsw'etse drei nachwetsbar nnd. Vermutlich w'er aber eine weit großere Anzahl stattgefunden haben, ebe Nauru die beutiae Gestalt anzencmxnen bat. Das in dem Guano enjbaltene lösliche Phosphat fixkerte mtt dem Regen auf den Koraüex-untergrund, sätti te |ck hier an'. dem erforderlichen Kalk und bildete Pboßpbaxgeftein. Jm Laufe der Jabrkxunderte haken Brandung und Régenfall Tie weniger barten Korallengebilde mggeZasMn, während fich rer pboöpborsaure _Kalk m Hoblungen und Spalten zwischen dem verwjtterten Gestern 'in Form Von_ abgeschltffenen Kieseln und Sand sammelte. In dtexem Zustand 1cheint fich_ die Insel abermals gehoben zu haben und _nach wle vor Von Vogeln besucht worden zu sein. Wiederum 'xtckerte das Phosphat aus diesen jüngeren Ablagerungen und zetnentterte die in den Spalten an. gehäuften PboSpbatgebikOe einer fruherenPeriode zu einem Kon- glomerat zusammen, wie wir es beute x_n aroßen Klumpenßnpen. Diese zusammengescbweißten Gebilde fänd banßg in so werkwurdtger Weise mit den primären durcheinandxr geworfen, daß hieraus schon auf die gewaltige Naturkraft grscblcnen werden _darf, welche bei h_en Hebungen und Senkungen der Insel tatjg gewesen sem muß. Die zahlreichen, uber die. ganze Inke! vor enom_menen Bohrungen haben bis ju einer Tiefe dcn 10 515 15 uberall das gleiche Materia: ergeben, und aüexxtbalken fand fich anf der Oberfläche Phosphat in Gestalt abgescbltnener Kusel, lose umher- liegend. Bis zu welcher Tiefe die bosvbatlager reichxn mögen, ist noch nicht fest tel1t; aber die na ewiesenen Vorräte find so ge- waltig, daß ir Abbau für mehrere Generanonen auSreichen wird. Die Qualität des Phosphates übertrifft die aller bisbe_r_ be- kannten Ablagerungen, sowohl was _den bobxn und vollnandig leicbmäßigen Gehalt an Pboépborscxure betrifft als auch mit ZTückficbt auf die ganz geringe Beimijcbung von Eisen und Ton- erde. Um das Pbosvbat für Düngzweck_e verwendbar zu machen, wird es bekanntlich mit Schwefelxäure ausZeescblan; es findet bei der immer rationeüeren und winenscbafjli ren ewirtscbafnzng des Bodens von Jab: zu Jahr größere Verwendung. Naturgemaß geht ein beträchtlicher Teil der Abladungen nach den die Sudsee um chenden Ländern: Jaran, Australien, Neu-Seeland und Honolulu; auch Frankreich, Belgien, England, Schweden, Norwe en, STU land und vor allem Deutschland beziehen großeMengen, die . nion Stettin allein ]. B. 20000 bis 25000 t im Jahr.

Literatur.

Von kern würdi aus,;eftatteten und mtt_guten AbbiZdun en versehenen Lieferungswegrk .Die deutjchen BeUrciungSkamp e, Deutschlands Geschichte 1806 bis 1815 von ermann Müller-Bobn (Verlag von Paul Kittel in Berlin) legen die Lieferungen 2-4 vor. In ihnen ist die Eescbtcbte der Epoche Von

k R'ck 5 oe 9 an (EWMD bis zum Gefecht bei Heiléberg (10 IJnFa180ZaFLFJeäeUt. An; den farbigen Kunstbeilagen seien die

1908.

ieder aben des Gemäldes- „Breslau in den en der _E:- ÉFY L'I dong Professor R. Knötel und der lebenSoo en GeImlde Vlü er vor der Schwedt kei Kaybach'_und ,Die Kolben-ÖlaYt bei Hagelberg“ an Profeffor Röchling hejonders hervorgehoben. Das ganze Welk ist auf 30 Lieferunsen zu xc 1 «FC, [erÉned N bj _ Trusnachtigall. Van 1). Friedrtcb Opee'ZF. ., es den Liedern aus den: Güüenen Tugendbuck) erxélben Duktus; “NJW der AuSgake von KletnÖens Brentano kmnch neu berau:g J! xn onA1"onS Weinri . ' Ind der fAngabe Von Brentano. Fretburg 1908,“ Herdetscbe Vella??- bandlung. 3,_ „46; geb. 3,80 „46 _ DIZ xtxtgende Jnterche „Yk Brentano, won déffen Angewäbltcn Schrtxxe_n dsr H:r„?:s...e Verlag 1906 eine 2. Auffage erscheinen [Men konnte, 'legte den Gedanken nabe, als Ergänzung dazn eme Neuklxearbettung Von Brentanos Aussabe der [TrugnaäZttgaÜ von Cree, dre längst zu den literarischen Seitenbetten gebortx, zu_ve'ransialten. „Da Brentano nur neue Orthographie anwandge, _tm ubrigen ,abex emen .wörjlicb treuen“ Text bieten onte, mußte 11?!) naturgexnaß dre neue Aukgabe der jest üblichen Rech1schretbung_ beH-renen. Bet der_Yer- leichung mit den Originaldrucksn _sZkÜte 11ch jedoch, wie ker,kr1ttxche anang ausweist, eine Reihe yon me:!tenjs unbeabßckxngten Abweichungen heraus, die, solLTe Brentanos Abßcht eines unvmalsckzten Texteß nicht binsäüig wcrden, vsrmieden wexken mußten. _Desbalb' wurde tn dcr Regrl der ursprüngliche Textwißderbergeneklt, wahrend die Aende_rungen in die Leßarten verwiesen Wurden. Tre Lieder" au? denz Guldenen Tugendbuck) find, erstmals krixiscb berauY-„geben, 15mt1tch aufgenommen, sodaß in einsm Bande der ganze Dt ter (Yves geboten'wkrd.' Um das Verständnis zu erleichtern und dem_ Bucbé'aucb in weiteren Volkskreisen Eiaßang zu vcr1chaffem K_lautxrn du kurz gehaltenen Anmerkungen beate nicht" mehr gebxanch1tche_ Worte und Redx. wendungen. Zu begrüßen Ut dxr unre'randerte A*“;krnck der Btograpbte Sykes, die jxdocb der HercmSgeber, cxném Wumche Brentanos se_lbst folgend, nach dem Stande dxr Fchchung bertchtrgt und xrganzt bat. Besonders wertvvll ist die lttera_rt1|che (FtnlSLxYng, 518 den Beweis zu erbrinxen sucht, Daß die Beschaftigung mit Sp_ee emen be- deutenden Einfluß auf dxn RÄiJiOUSWSÖ'sel BrentanyZ ausseubt h_at, und außer einer voüstänkigen Bibliograpbte alles Wmenswerte Ubkk du Tru nackxtigaü und ihren Dichter enthält. Auch _b_at der Herausgeber die erkunft der Lieder der ,anake“ nachznrret1en ysmoglyt. Zur iexde gereich8n dem Buche ru NachbLlDUTJCI 5der Txtelbtlxer yar Zriginalauxgabe von 1649k und der Axxgabeb ?ck?" Brentano, dre 5811“: inleitun ibxe Er lärung gesunken ,; n. in der_ÉÉZilhoItettenalmangek- für 1908. (Jahrg, 1.) Hrög. von E. Meyer, unTer Mixwirkung von Tr. M. Osborn _u. , R. Weis:. Elég. kart. 3,50 .“ _Verlag (kaunYMeyer, Berl». _ Verleger,“ Sckoriftsteller Und Kür 111_er haken sch L_tkr zusxtmmengetan, um ein in der Idee wie in 7:31: AnésukxtunZ_gl€:ckZ etgenarttges und an- sprechendes Werkchen zu schaffen, das um 1o_großeren Anklang finden dürfte, als die Kunst des lebouenensÖnenxerI, von neuem belebt, beute wiüker vicle Freunke befiyt. Em Anfsaß Von Dr. Max Os- botn über .Die fchwarze Kunst“ führt uns dje Eescbtxhte und Art der Silbouettenkunst Vor und leitet zum Haupxbestandtetl kes Werkcbens über:;u 26 ganzseitigen,z.T.ncch mcbtbekannten Stlhouetten aus 57111 Goetbekreis nacb Originalfilbouetfen LUFT, Kegenubexftebenden aps- ewäblten bezüglicben Merksprüchen. Em _alendgrmm macht den lmanacb für praktische Zwecke brauchbar; Fut Burberliebbaber find 100 numeriert: Exemplare auf echt Bullen, gedruckt und in an: Pergament gebunden. Der Almanach soll in den nächsten J ren ort er t werden. _ f g_sßDeutscher Kolonialkalender fur das'Jabr 1908. Nach amtlichen Qaellen bsarbeitet. 20. Jahrgang. Berltn 1908. Deutkcbke KoloniaWetlag. Preis 1,80 „48 _ Der Kolonialkaxender tst__exn gutes Handbuch für jedermann, dc'r fich wit_K0[ontalvoltttk bescbaxtzgt oder am Gange der Kolonialpolitik Jnterene_ bat. (Fx bringt dle Per- sonalien der kolonialen Reichxbeamtxn tn der thmat und in den Kolonien, cine Uebsrficht über die e_mzelnen kolxntxxlxn Erwerxxx- und AgitationögeséllsÖaften, die evangeli'xcben und'kgxbolxsckpen Mnfignen, die Postbestimmungen in den K_olontén und dte_zzxacht- unk Panazze- preiye der nach den Kolonéen x_ßbrenden Tawr'xrlmten. (Fr enthalt weiter ZollverordnunYn, Erlane über dle AnUkUung Von Béamten sowie auch einige Ta [len für Päanzsr.

Kurze Anzeigen neu erschienener Schriften deren Besrxecbung yorksbalxen bleth. Einfendungen Fav nur xm Tie Redaxtron, Wilhelmnraße 32, zu richten. Rückienkung finkct tn kemem Falle statt.

Aus Natur Und GeisteIwest- Bkcbn. 171, 181 und, 184. Gesundheitslebre für Frauen. Von Dr. Rolgnk _Sttckper. Mit 13 Abbildunßen im Tkkt. Gebdn.1,25_.“ _.Tte P'l'anzen- welt des Mikroskops. Von C.Neukaur. Mtt100Abbtlkungen in 165 Einzeldarfjeliungen nach Zsicbnungen kes Verfaners. Gebdn. 1,25 «46 _ Kolonialbotanik. Von . r F. Tobler. Mtt 21 Figuren im Text. Gcbrn. 1,25 „“ Lewjig, - G. Teubner.

Aus Natur und Geistzßwelt. Bdchn. 18, 186,187un5192. Der Kampf zwischen Mensckoen und Trey. _Von Professor Dr. Karl Eckstein. Gebdn. 1,25 .“ __ Pbtko1ovb_te._ Von

(1116 Richert. Gebdr:.1,25 .“ _ Naturlxche und xnn1tlichx

flanzen- und Tierstoffe- Von Dr, B. Bavtnk. Mit 7 Figuren im T*."rt. (Hebdn. 1,25 „46 __ Tas'deutsÖe Torf. Von Robert Mielke.TMit 51 Akkrldunxn im Text. Gebrn. 1,25 .“ Le" i V. G. * enkner.

PetérwÉJéobs Geständnis. Eine Exzäblung von J. (F. Portsky. 2.“ München, Csvld u. Cc). . _ ,

Salome. Vcn Adam Röder. 0,50.“ Wresbarcn, Emil

e rend. _ . Ban der Vocchetta. Historische Ernglnng Zu! der Zett des

elkjuges Naroleon Bonavaxtes in Oberttalxen 1196. Von Karl Lanna. 2. Aufl. 1,50 „ji; gebn. 2.“ Ratbéncw,Ma„r Babenzien.

Silbouetten-Almanach 1908. ([Jak'rgs HerauSgea.von E. Meyer unter Mitwirkung von Dr. Yk. L*.“- orn und (T_R. Weiß. Elea. fakt. 3,50 .“ Berltn I'. 35, Potsdamerstraße 2- 13,

und M8 lk.

Edeie Kuynst des 19. Jahrhunderjs un'?“ de_r Gegenwart. Ein Grundri der modernen Plastik und Malcxn, unt xtwa 500 A5- bildungen. on Dr. Bertholx Daun. Lnrg. 9 bt§_12. Preis 5 1,20 «“ Komplett inbaY Liexerungxn. Bsrxm X'. 5-, Gocbsn-

22, eor Wat en . _ . straßine Kobgnunct; der Luft. Ein Vortrag von GrafZeppestn. 0,75 .“ Stuttgart, Deuts : Verlagéamtalt. ' _

Die Gottesbotscha t. Drama in_dret Akten. Von Klara Pfudel. 2 ck Berlin M'. 50, Geiskergnr. 40, A. Haack.

Laud- mad Forstwirtschaft. Saatenftand und Getreikebankel in Bulgarien. Kakerli Konsul in Varna hexichtkt unxerxn 6. d. M,: Der DSettand sk:ercheWintersanten wird uberall gnnsttg beurtet'lt. Neichlicber Schneefall im Januar hat dem Bcdxn genugenke Feuchtig- keit ge eben, und auch dée svät anfgegangxnen Saaxen babxn nunmehr binreicßend Wurzel gefaßt, um )elbxt ftatkerer Kalte Wtderstand zu

leisten. Nur die wegen der Dürre im Herbst 5. I. erst spät besäten

Mit den Titelbildern der Originalauxgabe ; :