1908 / 42 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 18 Feb 1908 18:00:01 GMT) scan diff

sckoauuzigcn? Wir sind fest davon überzeugt, übxrbgufung im Lehrplan mit Realien nicht vorliegt, sondern daß es lediglich SZcbx der aufsicbtfübrenden Beamten ist, dem Lehrer so viel Bewegungsnetbeit zu lassen, daß er den Stoff nach seinen Er- iabryngen verteilen kann. Es kommt nicht darauf an, daß die Schuler !. B., jeden Fluß in Australien kennen, wohl aber soll der Geist durcb'dtese Stoffe geweckt werden. Gewiß, wir wolien keine Kylonialpoltitk in der Schule treiben, aber wenn wir in allen Erd- tei_len Schußgebiete haben, in die unsere Söhne einst binauögeben, so muffen sie 0111 der Schule am!) darauf vorbereitet seiti. Wir müssen uns alie darin Vereinen, alles zu tun, was wir für uniere Volksschule

tun können. Abg. Heckenrotl) (kons.): Der Antrag hat auf allen Seiten die freudigsie Aufnahme _gefunden, er hat auch bei uns die volie Svmpqthie erregt. Ick jprecbe dem Minister für seine Ausführungen unserseits den herzlichsten Dank aus; alles, was er tut zur bung unserer Volksschulen, findet unsere Unterstützung. Die Er- ebungen über die Fortbildungsscbulen sind kein Beweis für das, was unsere Volksschule leistet. Der Antrag ist gleichwohl dankens- wert, weil er „diese Debatte mit ihren vielen Anregungen veranlaßt bat. Hoffeniltch wird aus diessr Beratung etwas Gutes und Er- svrxeßitcbes für unsere Volksschulen herauskommen. Gewiß gibt es Mangkl in_der Vplksschuie. Die Resultate. der Schule müssen wegen der Verschiedenheit der Verbältniffe und des Lebrerpersonals ver- schieden sein, aber wir können gleichfalls unsere höchste Anerkennung

für die Leistungxn unserer Volksschullehrer aussprechen. Es besteht für €te Kinder der gleiche Schuljwang, aber das eine Kind hat im Elternhause noch nichts elernt, das andere

dringt bereits viel für diecSchule mit, und a e diefe Verschiedenen Kinder sdll der Lehrer in gleicher Weise ausbilden. Demgemäß müffen die Leistungen, die unsere Lehrer und Lehrerinnen aufzuweisen baden, unsexe Bewundérung erwecken, und es sei ihnen hier der Dank dgfür 9u9geixrochew Auch ich bitte, daß staatlicherieits mehr Mittel tur Kindergarten und Vorschulen gegeb-n werden, damit auch die axmen Kinder, denen die häusliche Beaufsichtigung fehlt, die Kinder- arten besuchen können. Bei den reichlichen Anforderungen an die ©chulc_ müffen wir dafür sorgen, daß die Lehrer den Anforderungen ewarhien sind, und danach müssen wir ihre Ausbildung gestalten. tr unterßüyen die Anregungen für die Frbung der Seminare und 'der Praparandenanstalten und für die Be ersteüung der Lehrer, damit wir die Lahrer auf dem Lande dauernd festhalten köxnen. Einem Lehrer, dsr 10 Jahre lang txcu in [“Einer Stellung 9u1_ dein L_mde ausbarrt, die vielleicht nicht gerade er- itrevenswert iii, müffen Gxatisikationen gewährt werden, um ihn für die Entbehrungen zu enticbadigen, die er fich dadurch auferlegt hat, daß er nicht in_ die Stadt gegangkn ist. Der Lehrstoff in Unserer Volksschule ist vielleicht zu umfangreich, jeder neue Gedanke soll immer gleich von der Volkschule aufgenommen Werden. Man kaun in den Anforderungen an die Schule in dieser Beziehung auch etwas zu weit gehen, und so kommt es, daß die Schule etwas [Liften soll, was sie nicht leistén kann. Man kann z. B. die USUS ZeiÖEnMLtbode durchaus biÜigeti, darf aber nicht vergeffén, daß die Einführung dieser Methode _1ebr viel mehr Zeit in der Schule in Anspruä; nimmt. Man muß sicb cine gewiffe Béschtänkung auf- erlegen und nicht sofort nach der Volksschule rufen, wenn ein neuer Eedanie auftaucht. Ueber die Methode im aÜgemeinen kann ich dem Wg. Kesiernick) zustimmen. Wir sollten dem Lehrer es ermöglicbkn, fich ngch seiner Individualität zu bilden, und ihm nicht allzuvixl Anweiiungen mitgeben. Durch die vielen Anweiiungen und Erlane kann die Berufsfreuki keit der Lehrer gehemmt werden; deshalb darf nicht zuviel in die Schule bineinregiert werden. Wenn der Lehrer sich in seiner ganzen Psrsönlichkeit ausdrücken kann, werden wir gute Resultate erzielen. Mit Freuden können wir es begrüßen, wenn tüchtige Seminaxlehrer und Rektoren zam Lohn in die Schulaufsiibt übernommen werden. Ferner wollen wir die Mittel zur Hebung des Lebrerman cls unterstüven. Ich freue mich über diese Debatte und hoffe, daß sie unserer Voikßscbule zum Segen getrieben möge. Abg. Dr. Glattfelter (Zenit): Wir müffen den Lehrer in den Stand seven, seine hoben Aufgaben zu erfüÜLn. Mit Entschieden- beit ist die beffernde Hand an die Besoldung der Lehrer an den Lebrerbildungéanstalten zu legen, damit der häufige Wechsel der- mieden werden kann. Die Kosten, welche den Eltern_für die Aus- bildung ihrer Söhne an den Präparandenansialten erwachien und etwa 700.“ betragen, sind zu hoch. Das Skminar muß eine Fachbildungs- anstalt bleiben, und nur Von diesem (Hssicbtxpunkte aus kann man an neue Lehrpläne herangehen. In der Volksschule ist bereits manches beffer geworden, die Methode hat Fortschritte gemacht, aber ich möchte auch betonen, daß man _nicht jeden neuen (Ge- danken sogleich in_ die Volksschule aufnehmen möchte. Ich babe einmal geisien, das; es 40 Diézipiinen gebe, deren Aufnahme in den Volksschulunterrickxt noch gewünscht wvrden ist. Ich freue mich, daß eine neue Anweisung ergangen ist, wonach den Lehrern möglichsie Beweguvgsfreibeit gelassen werden soll; _denn es führen verschiedene Wege nach Rom. Es kommt alles aus die Persönlichkeit des Lehrers 011; wenn er aber etwas leisten soll, muß er Vor Not und Sorgen ge1chützt werden; namentlich muß ihm auf dem Lande eine Entschädigung gewährt werden für die vielen Ent- behrungen, die ihm das Landleben auferlegt. Reglementierung Ver- trägt kein Stand weniger als der Lebreriiand. Eine gute Volks- schule stellt die Zukuanunser'es Y.;iterlandes fieber. Damit schließt die Diskumon. Der Antrag wird an die Unterrichtskommisfion uberw1esen.

Es folgt der Antrag der Abgg.Bachmann(nl.)u. Gen.:

,die Staalßregierung zu ersuchen, St_aatömittel bereit zu itelien, um besonders befähigten Volksichülern in größerem“ Um- fange als bisher die weitere Ausbildung zu ermöglichen“. Abg. Schiffer (ni.) führt zur_Begründung des Antrages aus: Auch auf dem Gebiet des Schulweiens ist nach der erfaffung die Gleichheit Vor dem (Geiss uns Verbürgt. Es gilt aber auch hier, wo Vorläufig nur eine tbeoretische Anerkennung Vorhanden ist, sie zu einer wirklichen (Gleichheit zu machen, ebenso wie auf dem Gebiete der Vertragsfreiheit der Staaat erst aiimähiicb dem Schwachen einen wirklichen Schuß gewähren konnte. Schon bei unseren wirtschaft- lichen Verbältniffen ist eine gxwiffe Summe von Kenntniffen not- wendig, um eine Steliung außfüllen zu können, viel mei); ist das noch im Staatsieben der Fall, das sick) wie bei uns im wesentlichen auf Beamte aufbaut. Es hilft nichts, das; jeder zwar das Recht des Zuganges zu allen Aemtern und Stellen hat, wenn ihn materielie Gründe bindem, aus den niederen Bildungsklaffen emporzukommen. Ist es nicht ein Gkbot der Sittlickkeit des Staates, daß dem, der begabt ist, auch die materielle Möglich- keit zur Ausbildung geboten wird? Es liegt auch tm Jnterefie dss Staates, daß er nicht bloß die Woblbabenden, sondem auch die Tüchtigsten zu seinen Tiensten heranzieht, ec mu Inzucht des Beamtentums vermeiden, und manches wäre viel- lei t anders, wenn genügend neues Blat im Veamtentum Vorhanden wäre. Da auch die Kluft zwiscbsn den beiden großen Kiassxn der Wohlbakenden und der Mcnderbemittelten immer mehr zu_ wachien droht, so ist es auch dringend notwendia, daß unter den Repräjentanten des Staates Männer sind, die die Leiden des Volkes aus eigener Erfahrung kennen. Wiederholt ist eiörtcrt, ob nicht gerade unsere Diplomatie darunter leidet, daß fie sich aus ganz en,;en_Kreisen er- gänzt, und ob nicht überhaupt aus de_m Jungbrunnen unieres Volkes mehr geschöpft werden muß. Mir iit_wiedeiboit don Lehrern gesagt worden, wie weh es ihnen ums Herz ist, wsnn sik sehen, daß ein be- gabter Schüler nicbt weiter ausgebildet werden kana. Ein so_ickyer Zustand muß am Ende auch verbittern, anderseits können Tau1ende Versöbnt werden, wsnn sie einkn Höberzesteiltcn aus ihren Kreisen hervorgegangen seben. Deshalb hat unser Antrag wc-ittragende Bedeutung. Wir denken an keine Umwälzung, man kann in dem einem Falle wobl sch_c_)n durch den Erlaß von Schul- geld helfen, in einem anderen münen Zuschüsse gewährt werden. Jedenfaiis muß das Ziel erreicht werden können. Es ist nieht zu

befürchten, daß durch allzu reichliche Stipendien nicht besonders

daß eine Stoff“ -

Begabte weiter außgebildet werden, denn es wird sich immer nur um ?xieptionelle 'Swüler handeln. Zu unterschäßen ist auch nicht der Geist der Brüderlichkeit und nerkennung, der gerade aus dem Beamtentum heraus einer solchen Förderung Sympathie entgegen- bringt. Die sZeßigen Zuwendungen des Etats für diese Zwecke _ 3000 nv umulänglich. Ich bin der Ueberjeugung, da ein genügender Ausbau aller der auf dieses Ziel gerichteten Maßna men außerordentlich l_Seixignet sein wird, das feste Gefühl unserer Volks- einbeit nock) siä er zu stei ern.

Abg. Henning (konsé): Wir sind durch den Antrag und den Ge- danken, der sich durch die Ausführungen des Abg. Schiss: bindurchzog, in hohem Maße sympathisch berührt, aber_das Gcfubl der Verant- wortlichkeit zwingt uns docZ dazu, in eine nahere Prüfung der Sache einzutreten und uns den rwägungen nicht zu verschließen, die uns durch die Möglichkeit einer UeberspannunÉ? dieses Gedankens auferlegt werden. Durch die Erweiterung der olksscbulbildung vermehren wir den Andrang in höhere Stellen, und, die Folge könnte auch auf diesem Gebiete eine Arbeitslosigkeit sein, die in den höheren Standen noch viel schlimmer ist als bei den unteren Ständen. Der Antrag kann daher Aussichten eröffnen, daß wir Bedenken dagegen doch nicht

anz von der Hand weisen können. ES könnte darin auch eine Förderung des sozialistischen Prinzips exblickt weiden._ Es ist zudem nicht auSgeschloffen, daß sich nicht nur die wirklicheBefabigung, sondern auch die Mittelmäßigkeit nach der höheren Ausbildung drängt, denn wie sollte ein Vefabigungßnacbweis erbracht werden'? Der Antrag spricht ganz allgemein von eiiier weiteren Ausbildung Ist es schwer, die wiffenscbaftlicbe Befgbigung zu erkennen, so ist es ebenso schwer, die technische Befabigung zu, erkennen. Es kanji sich nicht darum handeln, unsere niederen Schichten. auf ihrem NiVeau zu erhalten und künstlich böbere Schichten zu ,scbaffen, sondern wir müssen danach streben, alle Berufsstande in ihrem Wirkungskreise an ich zu heben. Wir dürfen auch nicht an der künstleris en Befähigung vorbeigehen, das Urteil auf diesem Gebiete darf nicht verschoben werden. Allerdings sind auch aus unseren Volksschulen große Künstler hervorgegangen, und gerade unter Entbehrungen in der Jugend bildet sich der Mann. Wir wünschen, daß die Regierung aus diesen Verhandlungen den Kern herausscbält, und daß es ibr„ge1ingen möge, an der Lösung,der großen Kulturaufgabe unserer Zeit auch auf diesem Gebiete zu arbeiten.

Minister der geistlichen 2c_. Angelegenheiten Dr. Holle:

Meine Herren! Der Grundgedanke des Antrags, besonders be- fähigten Volksschülern die weitere Ausbildung zu ermöglichen, bat zweifellos etwas Sympathiscbes und muß bei jedem auf Zustimmung rechnen, der überhaupt Verständnis dafür bat, daß der Staat seiner- seits auch ein großes Interesse daran bat, wirklich besonders Vefähigte für den Staatsdienst auskubilden und für seine Dienste nußbar zu machen. *

Aber, meine Herren, es ist im Antrag: weiter darauf hingewiesen, das; doch in größerem Umfange als bisher die weitere Ausbildung er- möglicht werden möchte, und demgemäß wird es wohl zunächst darauf ankommen: Was ist denn bisher vom Staate geschehen? Nun darf ich darauf hinweisen, daß ich zu meinem Bedauern nicht in der Lage bin, über aUes Auskunft zu geben, weil die einzelnen Ressorts diejenigen, deren Ausbildung in das Gebiet der Ressorts bineinfäiit, aus eigenen Fonds bisher gefördert haben. Zum Beispiel hat der Handelöminister einen Fonds von 100000 .“ zur Ausbildung von Personen, die fich einem gewerblichen oder kaufmännischen Beruf hingeben wollen. Der LandwirtschaftSminister bat erhebliche Fonds, um den Besuchern der landwirtschaftlichen Winterfcbulen, der landwirtschaftlicben Hoch- schulen, der Gärtnerlebranftalten und der Seminarien für Landwirt- schaftslebrer den Besuch dieser Anstaltxn zu ermöglichen. Auch bei anderen Refforts sind noch eine Reihe von Fonds vorhanden. Speziell bei der Unterrichtsverwaltung find, was die höheren Lehranstalten betrifft, folgende Bestimmungen zur Erleichterung ihres Besuchs getroffen: es kann eine Stbulgeldbefreiung bis an 10 0/9 der Schüler nach Verfügung des Lehrerkollegiums bewilligt werden. Es gibt dann an einer ganzen Reihe von Alumnaten Freistellen, sodaß der Besuch dieser Lehranstalten den Kindern eigentlich ohne aile Mittel möglich ifi; feiner werden aus Stiftungen eine ganze Reihe von Stipendien an bedürftige und würdige Schüler Verlieben; an den Hochschulen wird ärmeren, bedürftigen Studierenden Freitiscb, Studium und Wohnungswergünstigung gewährt, im Staatshaushalt sind außerdem 74 0130 „Fi zu Unterstüßungen außgeseßt; endlich steht eine ganze Reihe von wohltätigen Stiftungen zur Verfügung, deren Einkünfte dazu bestimmt sind, derartige Schüler zu fördern. Aber in umfangreichsten: Maße ist die Unterrichtsmrwaltung in der Lage, bei der Ausbildung Von VolkSscbullebrern zu helfen. Etatömäßig sieben zur Unterstützung von Seminaristen und Präparanden über 3 Millionen Mark zur Verfügung. Aus den Unterstüßungm, die hieraus den Anstalten überwiesen werden, werden den einzelnen Seminaristkn die Unterstüßungen nach dem Maße ihrer Bedürftigkeit gegeben, und abgesehen Von den 3 MlÜionen besteht noch ein Zentral- fonds für solche Fälle, in denen eine besonders weitgehende Unter- stüsung wegen der besonderen Bedürftigkeit der einzelnen in Betracht kommt. Dann haben wir bei einer Reihe von Seminaren Internate, in die ebenfalls bedürftige Schüler unentgeltlich aufgenommen werden. Schließlich ist solchen jungen Leuten, die eine ganz besonders hervor- ragende Begabung auf dem Gebiete der Kunst haben, die Gelegenheit geboten, die Akademien der Künste und der Musik zu besuchen oder das Kunstgewerbe weiter zu siudieren, und auch dazu steht im Etat unter Kap. 122, Tit. 32 ein Fonds von 492000 .“ zur Verfügung. Außerdem sind auf diesem Gebiete auch noch Fonds vorhanden, aus denen solche jungen Leute unterstüßt werden. Endlich wirken ja viel- fach die KommunalVetbände _ ich darf sogar darauf hinweisen: selbst die Provinzialverbände _ mit, um besonders befähigte junge Leute _aus ihrem Gebiete weiter zu fördern.

Meine Herren, daraus ergibt sich, daß jedenfalls schon viel getan worden ist. Es ist zuzugeben, daß nicht alles damit geschehen kann; aber immerhin geschieht schon jetzt außerordentlich viel.

Ich möchte mir erlauben, darauf hinzuweisen, daß alle tüchtigen Leute nicht getroffen werden können. Denn jeder Stand braucht tüchtige Leute für sich selbst (sebr richtig! rechts), und es dürften nach meiner Meinung nur solche in Betracht kommen, die eine ganz be- sondere Befähigung zeigen, wie sie seltener vorkommt, sodaß sie dieser- baib aus ihren Verhältnissen berauögeboben werden. (Sehr richtig!

rechts.) Man muß immer damit rechnen , daß man sonst sebr viele in Lagen bineinbringi , in denen sie später un- glückliche Menschen werden. (Sehr richtig ! rechts.) Ich kann

aus der Erfahrung der wenigen Monate, die ich an der Spiße meines Ressorts stehe, darauf hinweisen, wie viele Künstler hier in Berlin brotloz dastehen, die in früheren Jahren ebenfalls mit Unterstüßungen auSgebildet worden sind (bört! hört! im Zentrum), weil sie Drang und Kraft in sich spürten, später etwas Besonderes zu

leisten, _ und später haben sie versagt oder wenigstens nicht das er- ; füllt, was heute die Allgemeinheit von Künstlern fordert. Daraus er-

gibt" sich also, daß eine besondere Schwierigkeit darin besteht, diejenigen auskuwäblen, die wért sind, in der Weise berau9geboben zu werden, und in der Beziehung muß meines Eraihtens mit einer gewissen Vor. ficht- vorgegangen werden. Immerhin ist es erwünscht, daß, wenn bei der Prüfung ficb ergibt, daß der Betreffende würdig ifi, die Mittel zur Verfügung stehen, um ihn weiter zu bringen. (Bravo !)

Abg. RzeSnißek (frkons.) steht dem Anfrage Bachmann und Genossen mit seinen politischen Freunden im Grundzug sympathisch gegenüber und verkennt nicht, daß bei einer rechten Außlxgung des Antrages der soziale AUSJleicb und ein ideales Fluktureren der einzelnen Bevölkerungskreise befördert werden kann. Ex kann sich aber den Bedenken, Welche der Vorredner in so sachlicher Weise geäußert Hat, nicht verschließen, besondeis nachdem sicb der Minister unter Darlegung von bestimmten Fällen diesen Bedenken angeschlossen bat. Daß die unteren Bevölkerungsklafsen von den allgemeinen Bildungsbesirebungen nicbt außgescbioffen werden sollen, das zeigen die hohen Summen, welche von den einzelnen Ministerien zu dem edachten Zwecke bereits jetzt eingestellt sind. Wenn glso der Antrag iatt des erhofften Segens nicht das Gegenteil herbersühreu soi], so wird eine eingehende Prüfung erforderlich sein. Der Redner beantragt deshalb die Verweisung des Antra 9 an die Unterrichtskommission.

Abg. Cassel (fr. Volkkp.): der Antrag Schiffer berechtigt ist, beweisen die Ausführungen des Ministers. Denn wenn schonrßonds vorhanden find für diesen Zweck, so hat der Staat damit ane axmt, daß ein Bedürfnis dafür vorliegt. Die orderung des Herrn Schiffer ist gar nicht gänzlich neu, sondern ste t gerade in Deutschland mit der historischen Entwicklung in Verbindung, denn gerade in Deutsch- land ist immer den Unbemittelten Gelegenheit gegeben, an der böbetren Bildun teilzunehmen. Seit dem Mittelalter ist immer die Möglich- keit ges affen worden, sich den wissenschaftlicben Studien zu widmen. Erkennt man das Bedürfnis an, erkennt man gn, daß dies eine Folge der Entwicklung gerade in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern ist, so muß man auch anerkennen, daß das Ziel in systematischer Weise erreicht werden muß. Der Trieb nach beerer Bildung ist in unserem Volke ungemein stark. Namentlich widmen sich unter großen Entbehrun en viele Lehrer einer höheren Ausbildung, ck ist deshalb ein Jntere e des Staats, solche Manner zu fördern. Insbesondere sollte den Volksscbülern der Zugang zu den höheren Realanstalten ermöglicht weiden, damit sie _fich den höheren techmscben Berufen und auch der Landwirtschaft widmen können. Die_Be- fähigung nachzuweisen, ist nicht so schwierig: bei uns in Berlin wable_n das Lehrerkollegium und der Rektor diejenigen Schüler aus, die fur die 10 % Freistellen an den höheren Anstalten diesen überwiesen werden können. Immerhin bleiben noch Elemente genu übrig, daß es einen Verlust für unsere Volkskraft bedeutet, wenn i nen nicht die Möglichkeit höheren Studiums gegeben wird. Hier ist ein Feld, ivo auch die Priyatwobltätigkeit immer wieder ermahnt werden muß, fich zu betätigen. In gleicher Weise iit aber der Staat verpflichtet, denn es muß namentlich für Kinder des Mittelstandes gesorgt werdeii, deren Eltern nicht geneigt sein würden, die Privatwobltatigkeit in Anspruch zu nehmen. Hier kommt das Schulgeld in Frage" ich meine, daß der Staat ein Jntereffe daran haben mu , den Éesucb der höheren Lehranstalten nicht bloß den Kindern _der oblbabenden zu überlaffen; deshalb darf dem Mittelstandes nicht durch zu hohes Schulgeld der Besuch der höheren Anstalten erschwert werden. Leider ist erade in der letzten Zeit vielfach das Schulgeld noch erhöht worden. Zn Berlin beträgt das Schulgeld an den Gymnasien 140 .“, an den Realanitalten aber nur 80 „18 Alle diese Fragen werden nicht an einem Tage gelöst werden, aber es ist angeze gt, sie in der Unterrichtskommiifion eingehend zu prüfen. Jm Jntere e des Staats und des Gefühls der Gleichberechtigung und der Versö nung der Gegensäye ist jedenfalls wünschenswert, daß nicht einem Talent 7111477!) pekuniche Verhältnisse der Weg zur böberen Ausbildung ver-

o en wir .

bg. Lusensky (ni.): Erfreulicherweise haben alle Parteien den Gedanken des Antrages zugestimmt. In unserer Zeit, die so zerriffen ist vom sozialen Unfrieden, kann nichts Versöbnlicher wirken, als wenn allen Klassen die Möglichkeit geboten wird, ihren Kindern die höchste Ausbildung zu teil werden zu lassen. Die Außwabl der be- fähigten Schüler wird der Staat schon Vornebmen können, denn er hat schon schwierigere Aufgaben gelöst. Ick weise auf die Erfolge des polnischen Marcinkowski-Vereins auf diesem Gebiete bin, womit ich allerdings nicht sagen will, daß der Staat dabei eine bestimmte Tendenz verfolgen syl].

Abg. Ernst (sr. Vgg.) stellt zur Lösung des Problems anheim, einige Anstalten, möglichst verbunden mit Pensionaten, einzurichten, auf denen solche Schüler das Pensum in kürzerer Zeit erreichen können. Man habe in Charlottenburg mit einer Außwabl begabter Schüler aus den oberen Volksschulklaffen darin die besten Erfahrungen gemacht, daß man ihnen zur Erlangung einer besseren Karriere Unterricht im Französischen gab. England gebe für derartige Zwecke Millionen aus.

Abg. Geisler (Zenit): Was hier vorliegt, ist nichts Neues. Früher haben die Klosterschulen das getan, Was bier vom Staate ver- langt wird. Jedenfalls mu bei der AUSwabl derartiger Schüler mit außerordentlicher Vorsi t zu Werke gegangen werden. Meine Freunde werden sich an der Beratung des Antrages in der Kom- mission beteiligen, wir werden dazu aber unsere besonderen Anträge

steilen.

Damit ist die Besprechung geschlossen. Der Antrag wird an die Budgetkommisfion verwiesen.

Hierauf wird die Beratung des Etats des Ministeriums der geistlichen, Unterrichts: und Medizinalange-

legenheiten bei demKapitel des Elementarunterrichts-„

wesens fortgescßt.

Die Einnahmen werden bewilligt.

Sodann werden zunächst die Anträge, betreffend die Ostmarkenzulagen, beraten.

Die Nbg . Lusenski) (nl,), Viereck (frkons), W e n 15 el (kon?) beantragen :

die Regierung zu ersuchen. die widerruflichen persönlichen Zulagen an im Dienste befindliche und pensionierte Volksschul- lehrer und -lebrerinnen in der sFHNW] Posen und den gemischt- spracbigen Kreisen der Provinz esipreußen in Verbindung mit deZöbbevorstebenden anderweiten GehaltSregulieiung angemessen zu er en.

Die Y_lbgg. von Oldenburg (fans,) u. (Hen. beantragen dasselbe, ]edoci) mit der Aenderung, daß die Zulagen an in den bisher dcwon ausgeschlossenen Kreisen der Provinz est- preußen (Danzig:Stadt, Danzig-Land, Elbing-Stadt, Elbing- Niederung und Marienburg) gewährt werden.

Die Abgg. Ernst (fr. Vgg.) u. Gen. beantragen:

die Regierung zu ersuchen, 1) die persönliche Zulage der Volksfchyllebrer und Volkßscbullebrerinnen in den Provinzen Posen und Wejtvreußen nach 5 Dienstjahren auf 300 „76, nach 15 Dienst- jahren auf 400 “14 zu erhöhen; 2) fich damit einverstanden zu er- klären, daß der hierfür erforderliche Betrag schon in dem vor- liegenden Etat durch entsprechende Erhöhung des Fonds verfügbar gemacht werde.

Abg. Lusensky (nl,) begründet_seinen Antrag: Wir haben schoß wiederholt eine Erhöhung der Ditmarkenzulage besonders für die Lehrer beantragt, sind aber stets van der Regierung abgewiesen wvrden. Unter wie schwierigen Verhältnissen die Lehrer im Ostetn zu arbeiten_ haben, babe ich selbst im vorigen Jahre noch zur Zeit des Schulitreiks beobachtet. Der Boykott der polnischen Bauern zwingt die Lehrer, sich neben anderen NabrungStuitteln selbst Milch aus der Stadt herbeizuschaffen, nacb Zuschriften aus meinem Waibl- kreise beziffern si die Unkosten dafür auf 300 „FC jäbrltzb- Es steht ja das Le rerbesoldungßgeseß vor der Tür_; da möchte :ck unseren Antrag der Regierungzu wohlwollender Crwagung empfehlen

von

'.

Den Antrag Ernst boxte ich nicht für unbegründet, aber es hat d wenig Zweck, mit Antragen zu kommen, die schon wegen etatsi'ecbtlicb r Bedenken auf Ablehnung zu rechnen haben.

Abg. Ernst (fr. Vgg.) bemerkt, er habe seinen Antrag gestellt, weil durch die beabsichtigte Beamtenbesoldung die Differenz zwischen Beamten und Lehrern wieder zu groß werden würde. Die Schwierigkeiten, Lurie: tdenen die Lehrer im Osten zu unterrichten hätten, seien ja

7 ann , Abg. Dr. Kr ü g e r - Marienburg (kons .) : Unser Antrag unxerscbeidet cb you'vem' Anfrage dW Abg. Lusensky nur dadurch, daß er für alle bret der Provinz Westpreußen die Osimarkenzula e fordert; denn bisher Und von derselbxn 5 Kreise auSgenommen. Be der Einleitung der An edlungspolitik iin Osten in den 80er Jahren konnte man z.B. von einer polnischen Agitation im Kreise Danzig (Land) nichtsprecben. I_eßt aber stellt das Fehlen einer Zulage in den genannten 5 Kreisen fur die Lehrer geradezu eine Strafprämie dar. Ich schlage vor, unseren Antrag der Budgetkommission zu überweisen.

Minister der geistlichen 2c. Angelegenheiten Dr. Holle:

Meine Herren! Durch den Etat für 1903 war den VolkssJu-f- lehrern und den Volksschullehrerinnen in den gemischtspracbigen Landesteilen der Provinzen Posen und Westpreußen eine Ostmarken- zulage von 120 resp. 200 „74 nach einer bestimmten Dienstzeit gewährt Worden. Bestimmend dafür war die Tatsache, daß den un- mittelbaren Staatsbeamien in demselben Gebiete eine- Osimarken- zusage von 10 % ihres Gehaltes zugebilligt worden war. Wenn nun eine Erhöhung der Gehälter der Volksschullehrer nach der geplanten Novelle zum Lebrerbesoldungsgeseß eintritt, so würden 10 0/0 dieses neuen Gehaltes jedenfalls durch die bisherige Ostmarkenzulage nicht gedeckt werden. (Sehr richtig!) Daraus ergibt sich ganz von selbst, daß wohl auch eine angemeffene Erhöhung der Zu- lagen für die Volksschullehrer eintreten wird. Ibre Höhe wird aber erst bestimmt werden können, nachdem durch die Verhandlungen in diefem hoben Hause das künftige Gehalt der Lehrer festgestellt worden ist. Daraus ergibt sich meines Erachtens, daß dem Anfrage, der die Mittel in den laufenden Etat eingestellt sehen möchte, nicht wird entsprochen werden können. Ebenso glaube ich aber auch, daß dem Antrags auf Ausdehnung der Oftmarkenzulage für Lehrer auf alle Kleise der Provinz Westpreußen wobl schwerlich wird entsprochen werden können. Jedenfalls kann die Frage nur einheitlich geregelt werden, da die Volksschullehrer aliein keine Ofimaxkenzulage werden beziehen können, während die unmittelbaren Staatsbeamten sie nicht erhalten.

A .Viereck reikon. : Bei den ea n, ' 0 beziebeX tritt die Éxböhunsg)derselben ZtoÜctxijsckzlenF d/eor YMFYZ dex; Gebqits ein. Bei den Lehrern, die eine feste ulage erhalten, tritt die]: Wirkung nicht ein. Die Lehrer haben ?esonders unter den Schwierigkeiten in der Ostmark zu leiden, weil fix es mit der Jugend zu tun haben. Wenn wir bewährte Lehrer haben wollen xmier diesen schwierigen Verbältniffen, so müssen wir einen Außgleich tn der Besoldung fur sie schaffen. Wenn nach der Erklärung des

Ministers bei der Besoldun svorla e die E " i t t

so KFL?) ich unferÉn AtitiragkziZFHUFYM. rbohung en re M soll, 9. von zar ns :) e) spricht si 9 en das

Y_rinzip der Osimarkcnzulage aus, die in den Herzén dgergpolnischengYX

volkerung einen dguernden Stachel zurückgelaffen habe,

"Abg. Dr. reihen voii Ersfg Cons.) bemerkt, daß, wenn nach der Erklarung des imsters die Antrag: mit der kommenden Besoldungs- vorla e in Verhindunk; standen, es keinen Zweck habe, sie der Budget- komm ssioix zu uberive sen, [ondern daß sie der Kommission überwiesen werden mußten, die ch spgter mit der Besoldungsvorlage zu befaffen bgben werde; am beten ware es gewesen, die Aniräge jest überhaupt nicht zu beraten.

Abg. Ernst zieht darauf seinen Antrag ebenfaiis zurück.

Damit schließt die Diskussion.

Der Antrag v0n Oldenburg wird der Kommission für die Besoldungsvorlage uberwiesen.

Gegen 4% Uhr Wird die weitere Beratung des Kultus- etats auf Dienstag 11 Uhr vertagt.

Statistik und Volkswirtschaft.

Die Ausländer an den deutschen UniVersitäten.

_ Die Zahl der an den deutschen Unwersitäten studierenden Aus- länder, die in den leßten Jahren ununterbrochen und ganz erheblich in die Höhe gegangen war, ist Von 4151 = 9,2 0/9 der Gesamtzahl der Studenten von 46 471 im Winter des Voijabrs auf 3869 = 8,3% im laufenden Wintersemester zurückgegangen; im Sommer 1907 betrug ihre Zahl 3766 : 8,0%, 1904 erst rund 2800, vor zwanzig Jahren etwa 1800 und zu Anfang der 1880er Jahre etwa 1200. Die erhebliche Steigerung ihrer Zahl in den Jahren 1904/06 beruhte fast ausschließlich auf dem erhöhten Justus; von Nuffen, der indesien schon im leßten Sommer infolg_e einer Verscharfung der Aufnahmebestimmungen Verschiedener Universitatea bedeutend nachließ. Aus Rußland stammen gegenwartiL 1466 der Studierenden der deutschen Universitäten gegen 1600 im Sommer 1907, 1890 im Winter 1906/07 und 1326 vor 2Jabren. Wix die Zahl der Russen ging in den le ten Jahren auch die der Englqnder, Schweizer und Schweden ezw. Norweger nicht unerheblich zuruck,_ wogegen bedeutendere Zunahmen die Zavgner, Bulgaren, Serben und Türken, die Franzosen, Zoüander, Bel ier, Luxemburger und Italiener aufweisen.

on der heut gen Gesamtzahl der Ausländer stammen aus Europa 3375 (gegen 3349 im Sommer 1907), aus Amerika (Vornehmlich gus den Staaten der nordamerikaniscben Union) 301 (261), aus Asien (uberwiegend aus Japan) 177 (144), aus Afrika 12 (9), aus Australien 4_(3). Von den Europäern gehören an: Rußland, wie bereits erwahnt, 1466 (gegen 1600 im Sommer), Oesterreich- Ungarn 690 (654), der SchWeiz 328 (282), England 146 (151), Bul- garien 163 (142), Rumänien 90 (88), Serbien 78 (63), den Nieder- landet! 57 (54), Frankreich 64 (52), Griechenland 54 (44), Luxemburg 54 (43), der Turkei 42 (39), Schweden und Norwegen 29 36), Italien 50 (36), Spanien 23 (25), Belgien 25 (18), Portugal 7 11), Dänemark 8 (9), Liechtenstein 1 (1). ; An die einzelnen Studienfacber verteilen sich die Ausländer, wie .olgt: edizin ist das am meisten bevorzugte Fach, ihr widmen sich 990 (gegen 958 im Sommer des leßten Jahres), Philosophie Sprachen oder Geschichte studieren 945 (915), Mathematik oder Naturwiffen- säkasten 636 (660), Staatswissenscbaften, Landwirtschaft oder orst- w senschaft 567 (528), Rechtswiffenschaft 500 (479), evangelisch: beo- logie 163 (167), katholis e Theologie 25 (30), Zahnheilkunde 29 (29) und Pharmazie 14 (9). bgenommen haben demnach nur die Natur- wiffenscbaftlex bezw. Mathematiker und die evangelischen Theologen, Während _die Zahl der_ katholischen Theologen gleich blieb und die ubrigen Studienfacber ziemlich gleichmäßige Zunahmen auf- weisen. Von den einzelnen Unidersitäten bat Berlin auch in diesem Winter wieder absolut die meisten Außländer, nämlich 1077 (argen 12189 im Sommer vor. Jahres), in München studieren 573 (512), in “„eipzig 567 (563), in Halle 220 (228), in Heidelberg 219 (275), in Jena 166 (189), in Göttingen 142 176), in Frsidurg 127 (155), 111 Bonn 106 (104), in Königs erg 104 (82), in Straß- burg 98 (92), in Breslau 83 (67), in Gießen 75 (90), m Wurzburg 74 (68), in Marburg 64 (77), in Tübingen 50 (68), in Greifswald 37 (49), in Erlangen 33 33), in : Rostock 21 (11), in Kiel 20(32) und in Münster 13 (13). in Ver- “; baltnis zur Gesamtzahl der Studenten sind in desem Semester 1

den die von

Mit 0,8 0/0.

7, Freihörg

mit 98

Mßnchen mit ni mit 7,0, Gießen mit6?

Berlin, Leipzig und Heidelberg mit 13,1% ausländistben Studieren- Ausländern am meisten besuchten Hochs folgen Jena mit 12,1 0/9, Halle berg mit 9,1, Göttingen mit 7, Straßburg mit 5,7, Würzburg mit 5,3, Greifswald mit 4,6, WWW mit 4,0, Marburg mit 3,8, Bonn mit 3,3, Tübingen und Rostock mit je 3,2, Erlangen mit 3,1, Kiel mit 1,9 und zuleßt Münster

ulen dann ,6, 5“

,

Deutsche Seefiscbereistatiftik für Januar 1908.

Seetiere und davon Nordseegebiet Osiseegebiet gewonnene Erieuaniffe kg' Stück .“ 1:3 ] Stück .“ 1. FisÖe. Schellfisch. groß . . . . 39112 _ 26061 _ _ _ mittel . . . 104 696 _ 41359“ _ _ _ klein . . . . 248 252 _ 72 919 _ _ _ 17./?.Sorte und Witt- linge . . . 1100 358 _ 163 519] _ _ _ Jölander . . 81 686 _ 33 355 _ _ _ ohne nähere Bezeich- nung . . . 692644 _- 128 4391 _ _ _ Kabliau, groß . . . . 160 801 _ 49 361 _ _ _ mittel, klein Do_rsch) . . 117 726 _ 32 644 77 513 10 660 25 928 slander . . 868 119 _ 213 623 _ _ _ ohne nähere Bezeich- nung . . . 275 040 _ 59 297 _ _ _ Rochen . . . . 151464 _ 21095" _ _ _ Seebecbt . . . 5233 _ 2718. 13 448 _ 16126 Schoile Gold- butt, uit), ' ?roß, mittel 32 591 _ 19 082 _ _ _ lein . . . . 51510 _ 20004 _ _ _ ohne nähere Bezeich- nung . . . 66 480 _ 28277 19 784 16 520 4068 Knurrhabn (Seeschwalbe) 44 216 _ 9 351 51 _ 1 Petermann Joker - nurrbabn) 1 080 _ 324 _ _ etermann . . 4 141 _ 1 097 _ _ _ öbler und Pollak(Blau- * fisch) ..... 165 090 _ 38 080 _ _ _ Lengfisch . . . 64 721 _ 13123 _ _ _ KaifiW. . . . 7 059 _ 1251 _ _ _ atfi 5184 _ 1788 _ _ _ Rotzunge. . . 123931 _ 81229 _ _ _ Stör ..... 283 _ 621 320 _ 320 Leilbutt . . . 13 551 _ 17 887 _ _ _ eezunge, groß . . . . 15857 37172 _ _ mittel, _klein 11 468 _ 19 564 _ _ oYe nahere ezeicb- nung . . . 14 262 _ 26 358 _ : _ _ Steinbutt (Turbot), FLF, mittel 11 867 _ 26 941 _ _ _ ein . . 10 641 _ 13034 _ _ _ obne nahere Bezeich- nung . . . 7676 _ 13 473 17 _ Glattbutt 18 (Kleist). groß. mittel. . . 6 855 _ 7 894 _ _ klein . . 8717 _ 4786 _ _ _ obne nahere Bezeich- nung . . 16 233 _ 12018 _ _ _ Lachs ..... _ _ _ 6 008 _ 22 579 Zander . . . . _ _ _ 5626 _ 7 495 Fxxkct-rpfen . . _ _ _ 489 _ 693 in ..... 6 378 _ 1 852 3 000 _ 80 Barsch und Rotbarscb (Vegiit) - - 54 556 _ 9 786 5 585 6 000 4 184 Kaulbarsch . . _ _ _ 76 260 54 000 11 227 Karausche. . . _ _ _ 110 _ 68 89115" 3"; " "" 1138 * 3851 ra en _ _ _ 120 10 978 (733 e e u. kleine '.)ikot- zunge. . . . 31814 _ 9077 _ _ _ cblei . . . . _ _ _ 1270 _ 1905 xZink;t . . . . 12 413 _ 1883 78 640 2737 060 38 858 ro e (Breitling) . _ _ 1955948 1 529 320 90 875 Stichling. . . _ _ ] _ 47 850 _ 1436 Aal ...... _ _ 8 574 _ 10 495 Ouappe (Nutte) . . . _ _ _ 1652 210 1283 Seeteufel 16 939 _ 5 432 _ _ _ Makrele . . . 586 2687 652 _ _ _ Kander . . . _ _ _ 2 763 35 350 1742 eerforelle (Lachsforelle) _ _ 98 _ 356 Neunauge . . _ 50 _ 6 Plöß ) (Rot- auge . . . . _ 30192 1620 12 701 Schnäpel. . . _ _ _ _ _ _ VFXUB tt) r u . _ _ _ 2 186 _ 261 Wekßfiscb (_Giester) . . _ _ _ 11 100 _ 5148 Zarte ..... _ _ _ 150 _ 100 NYM) “4.- e . . . _ _ _ 1450 _ Herschiedene 920 (Gemengfisckpe) 46 262 _ 10 857 2 300 1 912 756 zusammen 4 697 492 2 687 1 277 283 2381240 4 392 772 274 458 11. Schaltiere. Seegranat . . 1814 _ 695 _ _ _ Krabben . . . 10 _ 4 _ _ _ Lummer . . . 16 _ 29 _ _ _ eekrebze . . . _ 90 9 _ _ _ Taschen rebse . _ 933 50 _ =_ _ Austern*). . . _ 308509 16 231 _ _ _ Muscheln usw. 8680 _ 427 12455 _ 848 zusammen 10 520 309532] 17 445! 12 455 _ 848

zember Berlin, den 17. Februar 1908.

28285 Pferde. Es wurden eingeführt:

Kaiserliches Statistisches Amt. Van der Vorgbt.

Seetiere unddavon Nördseegebiet Ostseegebict gewonnene . Erzeugniffe kg j Stück! .); kg | Stück [ .“ 111. Andére Seetiere. Seehunde . . _ 2 13] _ 4 69 zusammen _ 2 13] _ 4 69 17. Erzeugnisse won Seetieren. is lebern . . 172 745, _ 10928 _ _ is rogen .. 980 _ 58 _ _ _ an ..... _ _ _ _ nxsammen 173 725 _ 10 986 _ _ _ hierzu 111 . . _ 2 13 _ 4 69 , 11 . . 10 520 309532 17 445 12 455 _ 843 1 . . 4697492 268711277 283 23812404392 772 274 456 jus. [_17 4 881 737 312221 1305 727 2393695 4 392 776 275 375 ] 275375 Nord- und Ostseegebiet Gesamtwert ......... 1581102

*) ierunter 130 330 Stück im Werte von 6523 „46, die für De- 907 anzumelden gewesen wären.

Deutschlands Viebein- und -aus.fuhr im Jahre 1907.

Nach den .Monatlichen Nachweisen über den auswärti en ndel des deutschen Zollgebietß' ist die Einfuhr Von PferdengimFabre 1907 erheblich kleiner als im Jahre 1906 gewesen; nur die Ein- fuhr von Kutsch-, Reit- und Rennpferden, ferner woa billigen kleinen russischen Pferden unter 1,40 m Stockmaß sowie die von Abiaß- und Saugfoblen hat ein wenig zugenommen, und außerdem wurden zwei leichte Zuchtbengste mehr als im Vorjahre eingeführt. Wie die nach- stehende Zusammenstellung zeigt, beträgt die Mindereinfubr im ganzen

1907 gegen 1906 We " _ in 1000 .“ Arbeitstpferde , leichte, 11 S 11 en . . . . . 983 fck. _ 8 656 Stck. 5 416 Arbeitspferde , leichte, ' engste, Waliacbe . 35 034 , _ 17 389 , 13 068 Ar eitspferde, schnoere,“ Stuten . . . . . 20 898 , _ 994 , 25 934 Arbeitspferde , schwere, Hengste, Wallache 31 036 , _ 6 275 , 36 405 uchtbengße, leichte . 148 , + 2 , 581 uchtbengfte, schwere . 164 . _ 117 , 657 Zischi), Reid, Raum 5 369 er e . . . . . . . + 563 7 361 Schlachtpferde . . . . 11 _ 21 , 2 Pferde unter 1,40 111 Stockmaß 19 381 . + 4 571 . 4 341 Absaßxoblen 3 149 , + 26 1 244 Sang oblen 466 . + 5 , 142 127 639 Stck. _ 28 285 Stck. 95151.

Die Ausfuhr von Pferden,!)at im Jahre 1907 in den meisten Gattungen weiter erheblich abgenommen, nur die Von scbrveren Zucht- bengften und Schlachtpferden bat eine so große Zunahme erfahren,

91689000 ..“

nicht Weniger als 65 427 Stück oder Einfuhr,

1907 sogar 2558 Stück

Zolisäyen eingeführt worden

gleichen Zollsäßen mehr eingeführt

Vorjahre. über 2 der

die Einfuhr folgendermaßen:

Monaten des Vorjahres seit dem 1. waren.

daß schlie [ich noch eine Ausfubrsteigerung 1: ver ei nen ii. Die Ausfuhr Feat sich im einzelnen folgendermaßenz: ' ck s

1907 gegen 1906 ,n YZF.“ Arbeitspferde , leichte,

Stuten . . . . . 322 Stck. _ 408 Stck. 150 Arbeitspferde , leichte,

Fengste, Waüache . 251 , _ 447 . 147 Ar eitspferde, schwere,

Stuten . . . . . 234 , _ 114 . 189 Arbeitspferde schwere,

Hengste, aiLacbe . 248 . _ 25 . 226 ÄÖFengZe,_ch leichte 1.73? . _ 45 326

u eng e,) were . ' , + 114 . 452

Ick», Reid, Nenn-

p erde . . . . 941 _ 99 , 1 243 Schlachwferde 4 398 , + 1 265 , 660 Pferde unter 1,40 m

Stockmaß . . . . 23 _ 66 . 6 Absavfoblen . 201 , _ 70 , 62 Saugfoblen . . . . 6 . _ 1 , 1

6 926 Stck. „+ 104 Stck. 3 462.

_ Nach Abzug des Wertes der Ausfuhr Von der Ein 11 r verbleibt fur das Jahr 1907 noch ein Einfubrüberscbuß iifanerte von

Die Einfuhr von lebendem Rindvieb ift im Jabr1907 noch beträchlich stärker zurückge?angxn als im Vorjahre, um _ ast ein Viertel der yo äbrigen

was in d_en Produktionswerhältniffen der in 5 e kackt kommenden Ausfuhrlander seitien Grund hat. So ist die Enfubr von_ Rindvieb aus Oesterreicb-Ungarn im ganzen um 24 509 Stuck kleiner gewesen, und es kamen von dort im ganzen Jahre

weniger , als in den zehn März zu den höheren Aus der S ck w e is

sind im ganzen 24815 Stück weniger ein efübrt worden, und ier stellt sich bei einer Gegenübersteliung der Ein uhr der letzten 10 Mokkate des Vorjahres unter demtneuen ZoUtarif und derjeni en des ganzen Jahres 1907 die Minderetnfubr 1907 troß des um 2 Zeitraums sogar auf 19 083 Stück. Die Einfuhr aus Dänemark ist dggegen im ganzen nur um 7091 Stück kleiner gewesen als im Vorxabre; von hier aus sind im Jahre 1907 27 556 Stück zu den worden als in vom 1. März bis 31. Dezember 1906. glso kein Hindernis fiir die Mehreinfubr gewesen, und trotzdem ist es nicht Belangen, die gleiche Ausfuhr zu erreichen wie im ganzen _ _ie dänische Einfuhr ist nunmehr an die erste SteÜe ge- xuckt, sie betragt jeßt 48,3 v. 'H. der Gesamteinfubr ( egen 39,5 v.H. im Vorjaer, und die osterretchis e Einfuhr, die nocß

esamteinfgbr au9ma te, beträgt jeßt nur noeh 49 v. H.; sie ist voxi 267 702 Stuck im Jahre 1903 aus 90 597 Stück im Jahre 1907 zuruckgegangen. _ In den einzelnen Viebgattungen stellte sich

onate längeren

der Zeit

Der Zollsas ist hier

vor 4 Jahren

1907 gegen 1906 1121305th

Kälber unter 6 Wochen . . 6721 Stck. _ 4841 Stck. 551 Juzigvieb bis ju 1? Jahr . 13 320 , 1 732 Mann!. Jungvieb 1)qu 21 . 40 424 ck _ 15 198 , 12 693 W_eibl. , 2x . 19 373 , 5 512 Kube . . . . . . . . 69 328 , _ 29 789 , 25 998 Bullen . 8 863 , _ 410 4 254 Ochsen . 47 843 , _ 15 189 . 31 002

205 872 Stck. _ 65 427 Stck. 82 042.

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