1908 / 51 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 28 Feb 1908 18:00:01 GMT) scan diff

s DCUY S'dwe afrik , etw Wim füdößlsö vou YbYFoTKUTf? eßne cko'ftaunftaf1t QYgeritbtaet worden, deren 915 auf die Annahme und Ausgabe von gewöhnlichen und

MPM einge (drübenen Briefsendungen

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be nach der britischen Kolonie Barbados

Briefe mit zum Höchstbejrage von 8000 .“ (bisher

können von jetzt ab 2400 .“) versandt werden.

Nach Britis -Neu uinea (Papua) find b'mfort osianwei- sungen bis 20 MF. Stkl.g (410 .at) zulässig. Die Gebü r beträgt 30 .,3 für je 20 .“

Theater und Musik.

Kammerspiele des Deutschen Theaters.

Alle Versuche, des Aristophanes Stücke auf der modernen Vübne zu neuem Leben zu erwecken, dürften vergeblich sein. _TrcF aller Genialität, die in ihnen, übermütig bis zur Frechheit, sprubt, nd sie so sehr Gebilde ibrer Zeit, daß nur der des griecbistben Leberxs und der griechiseöen Sprache völlig Kundige den Reiz, den fie ursprunglich angeübt haben müssen, einigermaßen nachempfinden kann. Keine Ueber- seßung vermag ihn im entferntefien wiederzugeben, „ganz abgesehen davon, daß wobl jedes Ariftovbanistbe Stück gelegentlich von Dingen sprickvt, die fick) nur auf griechisch sagen lassen.

Die .Lysistrate'-Auffübrung, die gestern in den Kammer- spielen zum ersten Male geboten wurde, gab wieder einen _Beweis bietfür. Direktor Reinhardt batte eine Bearbeitung des Stacks von Leo Greiner gewählt, obwohl jene von Wilbrandt in jeder Beziebung den Vorzug vor ihr verdient. So frei aucb Wilbrandt mit dem Text des Originals geschaltet bat, er hat den Kern der Dichtung un- angetastet gelaffen, und wenn er mit dramatischen; Takt den Gefühlöumscbwung der getrennten Männlein und Weiblein von Alben in den Mittelpunkt der Handlung stellt, so tut er das in einer für uns genießbaren, d. b. gemilderten Form. Greiner gebt mit dem Oriainal völlig willkürlich um. Die sehr derbe, aber doch natürlich-nawe Erotik des Aristovbanes yerzerrt er obendrem zu LiebeSraserei und fcbwüler Sinnlichkeit. Vtelleicbt bat_gerad'e dieser Umstand seine Bearbeitung besonders geeignxt fur ' dre Kammerspiele erscheinen laffen; und doch konnte auch cm von jeder

"deri: 001110 refer sicb don Einzexbeiten der geftrxgen

uffübrung nur 0 gestoßen fühlen. S0 wxrkte das Brustgebupfe der Männer im 16 ten Akt nicbt komisä), sondern [ed lieb widerwärtia. uf die szenische Ausstattung war telb verständlich die allergrößte Mühe und Sorgfalt verwendet, und so boten sicb denn dem Auge Bilder 0011 berückender Farbenpracht und feinfühlige? Durchbisdung bis in die kleinftx Einzelheit. [1110 dennoch war diese prächtige und schöne Jnsunteruna wiede; em augenfäüiaer Beweis für die geradezu bruéale Rückfichtslosigxett, uzit der die Reinhardtsche Inszenierungskunst ausschließlich auf außerltcb prächtiae Bilder bfnarbeitet. Man soüje meinen, das alte Athen, wie es eknfl tatsächlich in Licht und Farben gestrahlt, hätte dankbare Bühnenbilder geben können. Nein. Als bobe Burg Athens schillerte in Perlmutteralanj, Silber und Gold ein phantastisÖer Aufbau, ledialich darauf berechnet, einen glißernden Hinter- grund für die Sabat der Athenerinnen zu bieten, die, in dünne, lose, in allen Farben des Regenbogens schillernde Seikengewänder gesteckt, wie ein Flug Kolibris vor ibm auf- und abwogten. Ein schöner An- blick für ein farbenfrobes Auze; nur unwabr und zudem ermüdend auf die Dauer. Das Publikum nahm die Darbietungziemlicb zurückhaltend auf. Die durch zwei Stunden gedehnte Lvfistrate des Herrn Greiner schien es trcÉ der Umarbeitung ins SÖwül-orgiastiscbe nicht recht zu feffeln; ein chicksal, das die echte Lyfiftrate des Aristophanes wahr- scheinlich geteilt hätte.

Friedrich Wilbelmstädtisches Schauspielhaus.

_Das Schauspiel „Lokomotivführer Claaßen“, mit dem Untertitel „Im Dienste des Verkehrs“, von Exnst Erik Eberbart fand gestern bei seiner ersten Aufführung bei dem sebr erwartungsvoll gestimmten Publikum eine freund- liche Aufnahme. Lediglich als dramatische Dichtung betrachtet, von der rücksichtslosen Tendenz, die das Stück verfolgt, loégelöst, wird man dem Werk kaum größere Bedeutung beimeffen können. Dazu fehlt der Arbeit Vor allem die dramatische Bewegun . Alle bedeutenden Ereignisse, die verhängnisvoll in das Leben kesLo omotiv- fübrerö Claußen einareisen, bleiken dem Bübnenbilde fern; fie lassen nur schwarze, gleichförmkge Sebatten auf den lrübfeligen szenischen Hintergrund faüen. Des armen _Claußen Tochter Kati, deren Gesch1ck dem Vater den Geist trübt, rubt 110011 von allem Erdenleid aus, wann das Schauspiel anbebt; der folgende Eisenbabnunfall und die Gerichts-

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verbaudlmt die da! Mikkel des W Manna - bleiben 41381511- von der Bühne «ut; so füllen mattM klagen und ““f“-1,5: Eatrüßuugöausbrütbe nur allzuoft die Szene. Die klar! tendenz se Färbung der Handlung beekn te auch die ganz ut ankckegten Bübuenfigvren ungüusi'F; ie einfache natürluße Line erschien nur zu oft versoben oder gar verzerrt. So entsaguugsvoll und pflichtn'eu die eine Partei handelt, so lei tfettig und gewiffenlos geht die andere Seite vor. Im übrigen skb die Dktktuua stark beeinfl von der realististben Richtung, die besonderen Wert auf eine möglich naturgetreue Milieu- scbklderung UF; ueuwarindeffen derbebandelte enstand, das Wesen da inneren tseubabndienftes, das Leben und reiben der Kha, Streckenwärter, Werkstättmarbeiter, welcbe fich um die upt- person den Lokomotivführer , gruppieren; fie alle erfuhren eine breite szenische Aukmabmg, über der die eigentliche andlung fast vergessen wurde. Wenn man von dieser oft gelungenenzk einkauft, die eine scharfe Beobaehtungßgabe für die Einzelheiten des alltäg- lichen Lebens bekundet, abfie t, werden bedeutsame dichterische oder dramatische Vorzüge kn dieem Stück nicht mit Sicherheit zu entdecken sein. Die Aufführung dagegen unter der Spiel- leitung Rudolf Leitingers war tadellos _und holte mit glück- lichem Griff manche Bübnenwkrkung heraus. edricb Holthaus verkörperte den Titelhelden inscblichter, manchmal ogarin ergreifende: Weise; 11:11 diese Hauptfigur schart |ck eine große Zahl glekapwerti er Bübnengextalten, die alle vortreffliche Vertreter fanden; man müxle fast jeden Mitwirkenden beim Namen anführen, um ihnen (: en einzeln nacb Gebühr Anerkennung zu zollen. Sie alle leisteten Vor- treffliches im séimmunasvollmZusammenspiel, und ihnen hatte der Vetfaffer die freundlieben Hervorrufe mitzu verdanken, die ihn wieder- holt auf die Bühne nötigteu.

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Jm Königlichen Opetnbause wird morgen, Sonnabend, .Aika“, mit Fräulein Rose in der Titelrolle, wiederbolj. Den Radames singt Herr Bachmann, dle Amneris Frau Gosse, den Amonaöro Herr Berger, den Rampbis Herr Knüpfer, den König Herr Griswold. _ Jm choreograpbischen Teil find die Damen Urbanska und Kürschner mit größeren Aufgaben betraut.

Die Schwestern Grete, Elsa uns Berta Wiesenthal, die in Wien als Tänzerinnen in einer Reihe von Matineen mit unge- wöhnlichem Erfolg aufgetreten find, veranstalten in den Kammer- spielen des Deutschen Theaters zwei Vorstellungen, von denen die erste am Mittwoch, den 4. März, die zweite am Sonnabend, den 7.fVTärz, stattfinden wird. Der Beginn ist jedeSmal auf 44 Uhr fest- ge ey .

Das Lessinatbeater bringt am nächsten Mittwoch eine Neu- eirzftudierung von Arthur Schnislets Einaktmeibe .LebMdige Stunden“, mit den Damen Ella Sabri, Grete osmann, Irene Tti_efch und den

extra Albert Bassermann, Bruno carli, Karl Foren, Hermann Uwegeä, Paul Marx, Emanuel Reicher, Kurt Stieler in den uptro en.

Der andauernde Erfolg der Operette .Der Opernball“ bat die Direktion des Neuen Operettentbeaters bewogen, diese Opsrette 1101!) dem neuen Heim mit hinüber zu nehmen. Mit dem gestrigen Tage endete das Gastspiel im Berliner Theater; das neue Haus (Schiffbauerdamm 25) wird mit dem genannten Werk am 5. März eröffnet werden.

(Der Konzertbericht beßndet fich in der Dritten Beilage.)

Mannigfaltiges. Berlin, 28. Februar 1908.

Die Stadtverordneten batten |ck; in ibrer gestrigen Sitzung mit dem schon mehrfach zurückgestellten Anfrage der Stadt!). Baxtb und Genossen, betreffend die Eas- zufübrung in den vnschiedensten Stadtteilen, zu befaffen. Der Antrag bemängeln, daß seit längerer Zeit die Gaßzufübrung in den verstbiekensten Stadtteilen unzureitbend sei, und ersuchte deu Magistrat um Auskunft, welche Maßnahmen er zu ergreifenÉe- denke, um diesem Uebelsjande abtubelfen. Begrünket wurde dieser n- t1ag von dem Stadtv. Bartl). Seitens des Dezernenten 066 Ma istrats, Stadtrats Ramßlau, wurden die gerügten Fehler auf technische SKWketig- keiten zurückgeführt. Die Versammlung fühlte fich darth die er- haltene AuSkUpft befriedist und verließ diesen Gegenstand der Tages-

ordnung. _ Eine längere AusspraÖe Mie ein Antrag der Stadtvv.

Dr. Axons und Gen., betreffend die cbtung ftäktifcber Krippen und Kindergärten. Vom yorberatenden Ausschuß war der Antrag ab- gelehnt, jedoch von der sozialdemokratiscben Jaktion wieder aufge- nommen wolden. Er wurde von dem Stadtv. urm begründet, fand aber in der Versammlung sehr wenig Entgegenkommen. Diese stellte sich

auf den Standpunkt des Ausschusses. _ Die f ordnung stehende Vorl e; .Gmdsäve für die An und Besoldung des LFq-afonau an den Farb- [(halt-1" wurde vom StadlsQulrat Michaelis unt Darstellung des Eutwlckluugsaangu uud Standes schnlweseoj eingeleitet. Von den Stadtvv. Dr. GlYel, Rosenow wurden einige wesentlitbe Punkte dieser otlage

und die Uebetwrisuug an einen Ausschuß beantragt. Die Versamm- lun bescblo in diesem Sinne. Im übrigen wurde noch eine

Nei e von orlagen, datunter Baueniwürfe mit sehr roßea Kosten. ansäßen, erledigt. _ Auf die öffentliche folgte eine 9 time Sisuag.

Kiel, 27. Februar. (W. T. B.) In der St. Nikolaikirche wmde heute mittag für den vetftoxbenen Wirklichen Geheimen Rat, Professor Dr. von ESmarcb eine Trauerfeier abgehalten, zu der fich außer den Apverwandten des Dabingescbiedenm eine zahlreiche Trauergemeinde em funden balte. Der mit kosibaren Blumen. spenden nich gesTmückte Sarg war vor dem Altar auf.

estellt, Umgeben von den Bannern der fatbentragenden fudeutlsÖen Verbindungen, wie auch zahlreicher Vereine. Orgelsptel uud Gemeindegesang “leitete die ergreifende Feier el_n. 'Der Generalsupetintendent 1). Wallrotb hielt die Ge- dachtmörede. Nach abermaligem Gesang wurde der Sarg von 12 Unteroffizieren des 85. Jnfanterieregiments aufgehoben und zum

chemvagen gebracht, womuf ßch der Zug unter Voranuüt der Kampfgenoffen von 1848 und anderer Vereine nach dem Friedhof Eichhof in Bewegung seht:- Dke studentischen Verbindungen, Abordnungen und viele Leidtragende folgten. Im Laufe 008 Vor- mitta 9 110116 Seine Königliche Hoheit der Prinz Heinrich von reußen im Auftrage Jbrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin zwei herrliche Kranzspenden am Sarge des Verewigten niedergelegt.

Dessau, 28. ebruar. Amtlich wird gemeldet: Am 27. d.M., 4 Uhr 9 Munten acbmitiags, entgleiften bei der Durchfahrt des BedarfsÉÜterjuges 7512 von Roßlau nacb Cötben am Süd- ende des abnbofs Dessau 13 leere Güterwagen. DieUrsacbe ist noch nicbt festgefiellt. Personen find nicbt verlevt. 10 Wagen wurden stark,!)escbädigt. Beide Hauptgleise von und nach Cötben und das uptgleue Deffau-Bittetfeld wurden gesperrt. Die Reisenden bei den ersonenzügen 681 und 682 von und nach Cötbm wußten an der Unfallfteüe umsteigen. DerHers-onenverkebr von und nach Bitter- feld wurde nicht gestört. Das leis Deffau-Bitterfeld war 5 Uhr 55 Mirxuten Nachmitta s und das Gleis Alten Dessau 8 Uhr 10 Minuten Nachm1ttags wieder rei. Das Gleis Deffau-Aljen wird vorzus- fichtlich am 28. b. M. Morgens wieder betriebsfäbig sein. Die Untersuchung ist emgeleitet.

Straßburg, 27. Februar (W. T. B.) Laut Mitteilung der Kaiserlichen Hauptstation für Erdbebenforscbung wurden dort die beiden großen seismischen Störungen am 11. und 15. Januar auf dreiBeben zurückgeführt, deren Evizentren im ersteren Falle in einer Entfernung von 9800 14111 von Straßburg südl von Japan anges t wurde, im leßteren in 9500 14111 Abstand in 11an selber. Nacht ckt0n, die der Hauptstation vom Kaiserlichen General- konsulat tn Yokohama zugegangen stud, bestätigen diese Verubnungen. Das Beben vom 11. Januar erschütterte die ganze Wefthälfte der Insel Formosa um 4 Uhr 36 Minuten Morgens in einer Stärke von 7_8 0 der Skala Rosß-Forel. Das japanische Beben vom 15. Januar batte ein Hauptschültergebiet im nördlichen Teile der Hauptinsel und reichte in derselben Stärke von Grad 7_8 südwarxs bis Yokohama. Der Hauptstoß erfolgte ] Uhr 57 Minuten Nachmtttags.

Paris, 28. Februar. (W. T. B.) Im Militärgefängnis zu Amiens meutetten die Sträflinge und zettxümmerten die Einrichtung der Werkstätte; ste bedrohten guck; die Wächter. Gendarmerie und Jäger mußten aufgeboten werden. um die Ordnung wiedetbnzufjeüen. Die Meuiner ergaben sieb aber erß, nachdem sie mit einer Feuersprise bearbeitet worden waren.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten, Zweiten und Dritten Beilage.)

“KRM . WW? Oprr. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Zirkus Irhnmann. Sonnabend, Abendmznhr: Tiefland.

Theater.

Königliche IckMspiklk. Sonnabend: Opern- haus. 56. Abonnementsvorftellung. Dienst- und Freipläße find aufgehoben. Aida. Oper in 4Akten

Sevilla.

Bildern) von G. Verdi. Text von Antonio bislamoni, für die deutscbe Bühne bearbeitet von Julius Schanz. MusikalisÖ; Lritunq: Herr Kapell- meister Blech. Regie: Hrn Reaiffeur Dabu. Ballett: Herr Ballettmeifier Graeb. Anfang 711 Uhr.

Schauspielbaus: Geschlossen.

Sonntag: Opernöaus. 57. AbonnemmtöVorftellung. Dienst- und Freirläve find aufaeboben. Salome. Drama in einem Aufzug: nacb Oskar Wildes gleich- namiger Dichtung in deutscher Uebetyesuna yon Yedwig Lachmann. Mufik von Richard Strauß.

nfang 8 Uhr.

Schauspielhaus. 60. Abonnementsvorstellung. Dienst- und Frelpl : stud aufgehoben. Die Naben- leiuerin. auspiel in 4 Akten von Ernst von Büdenbruch. Ankang 71 Uhr.

Neues Operntbeater. Nachmittags R Uhr: Auf Allerböcbsten Befehl: Vierte Vorßellung für die Berliner Arbeiterschaft. Wie die Alten sungen. Lustspiel in 4 Aufzügen von Karl Niemann. Die Lisette werden durch die Zentral- stxlle für Volkswoblfabrt nur an Arbeitervereine, Fabriken usw. abgeaeben. (Fin V::kauf an einzelne Personen findet nicht statt. _ Abends 7; Uhr; 98.Bil1ettreserve"as. Dienst- und FreipläKße find aufgehoben. Der Barbier von Sevilla. omiscbe Oper in 3 Aufzügen von Rossini. , Dichtung nacb Beaumarcbais von Cesar Sterbim, überseyt von Ignaz Kollmann.

Deutsches Theater. Sonnabend : Die Räuber. Anfang 7k Ubr. Sonntag: Was ihr wolli. Kaunerspiele.

Sonnabend: Lvsiftrata. Ankana 8 Uhr. Sonntag: Lyfiftrata.

Garten.

Reue; Ickansmelhans. Sonnabend, Nack- ruittags 3 Uhr: Aufführung der Overnscbule des Sternscbxn Konservatoriums. Vorher: Szenen aus Troubadour. _ Abends 8 Uhr: Wolkenkratzer.

telsngtheater. Das Tal des Lebens.

Sonntag. Nachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. _- Abends 8 Uhr: Das Tal des Lebens.

Montag, Abends 8 Uhr: Hedda Gabler.

Hebbeltheater. (Königgräßer Straße 57/58.) Sonnabend, Abends 8 Uhr: Der Andere.

Zchtllerjheater. 0. (Wallnertbeater.) Sotxnabend, Abends ZUbr: Auf der Souneuseite. Lusiwiel in 3 Aufzügen von OOkar Blumenthal und Gustav Kadelburg.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Der Kaiserjäger. _ Abends 8 übt: Reiteratt-cke.

Montag, Abends 8 Uhr: Der Revisor.

Charloüenkurg. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Der rote Leutnant. Eduard Goldbeck und Hermann Kienzl.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Der Ritbter vou

alauea. _ Abend! 8 Uhr: Kaiser und Galiläer.

rster Teil: Cäsars Abfaa.

Montag, Abends 8 Uhr: Aus der Sonnenseite.

Theater des Ueaenx. (Station: Zoologische: Kantstraße 12.) Sonnabend, Abends anr:

Ein Walzertraum. Sonntag und folgende Tage: Ein Walzertraum.

suaspielhauz. (Friedtiedßraße 236.) abend, Abends 8 Uhr: Panne. Sonntag und folgende Tage: Panne.

Der Barbier von

von M. Schönau.

Sonnabend, Abend! 8 Uhr: Hierauf: Der selige Octave.

Der selige Octave.

Thaliatheater.

Musik von “Paul Lincke.

_ meine Frau.

Schauspiel in 3 Akten von

schaidk

Sonn-

Kefideuztheater. (Direktion : RickardAlexander.)

Sonnabend, Abends 8 Uhr: Bibi! Schwank in 3 Akten von de Gorffe und de Marsan. Deutsch (Bretillot: 01in Alexander.)

Sonntag und folgende Tage: Bibi!

Sonnabend, Abends 8 Uhr:

Gastspiel von Alexander Girardi. Immer oben aus! Posse mit Gesang in 3 Akten von Kren und Buchbinder. Gesangstexte von Alfred Schönfeld.

Sonntag und folgende Tage, Abends 8 Uhr: Gafsxspiel von Alexander Girardi. Immer oben an

CWMYMU. (Georgenstraße, nabe Bahnhof NMUN.) Sonnabend, Abendssübr: Baron

Sonntag und folaende Tage: Baron Toto. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Fräulein Iosette

Konzerte.

Iiugakademu' . Sonnabend, Abends 8 Uhr: Konzert von Marie Hegner (Klavier) mit dem WWW ischen Orchester. Dirigent: Dr.Cruft

a .

Baal lethaein. Sonnabend, Abend- 74 Uhr: Klavierabend (letztes Konzert) von Paul Gold-

Beethoven-Iaal. Sonnabend, Abends 8 Uhr: u. Liederabend von Elena ßeröardt, unter Mitwirkung von Profeffor Arthur Nikiseh.

xxl". (:*-tano Soirée [u:]- - Uto. Nefisto, das elektrisckje Rätsel. Kuuftradfahrer- truppe Kika: und das neue Riesenprogramm. Um 9x Uhr: Amerika. .

Sonntag: Zwei Vorßellungeu: Nachmittags 31 Uhr und Abends 78 Uhr. Nachmittags: Die luftigen Heidelberger mit der Regensxene. In beiden Vorstellungen: Refißo, das elektrische Rätsel. Nachmitkags ein Kind frei, weitere Kinder zahlen halbe Preise.

_ Familieyuachrichten.

V erlo b t: Frl. Margarethe Grosse mit mann Bruno Stieler don Heydekamp (Oschers- leben). _ Fxl. Gertrud Eberhardt mit Hrn- Fabrikbefißer Erich Quincke (Berlin),

Geboren: Ein obn: Hrn. Regierungs. und Yrstrat Kordvabr (Hildesheim). _ Hrn. von * ck:Lacbmes (Dargun).

Gestorben: Hr. Geheimer Postrat Friß Penfivky LErfurt). _ Hr. Geheimer Regierungsrat, Pro- effor Dr. Adolf Kirchhoff (Berlin). _ Hr. Medizinalrat und Kteiöarzt Dr. med. Heinrich Meinhardt (Anklam). _ Hr. Kommerzienrat Ludwig Lehmann LBerlin). _ Hr. Hauptmann 0011 Mar 29 (Berlin). _ Hr. Polizeirat a. D. Emil Krieger (Berlin). _ r. Oberst a. D.Hugo Thies (Bonn). _ Hr. Ob leutnant1.D. Eugen von Reppnt-Biömarck (Stendal).

Hierauf:

Verankvortlicher Redakteur: Direktor Dr. Tyrol in Charlottenburg.

Verlag der Expedition (Heidrich) in Berlin.

Druck der Norddeutschen BuYruckerei und Verlags- Anstalt Berlin ZW., W“ elmstraße N:. 32

Neun Beilagen (einschließlich Börsm-Beilage).

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zum Deutschen Reichsan

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Berichte 'von deutschen Fruchtmärkten.

Qualität mittel _ gut

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Gezablter Preis für 1 Doppelje'utner böch|tr niedrigster .“ » .“ -

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Doppckzentuer

zeiger und Königlich Preußischen Staatsanzeiger.

1908.

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Bemerkunge n.

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Ein liegender Strich (_) in den Spalten für Preise hat die Bedeuxung,

Berljn, ben 28 Februar 1908.

Deutscher Reichstag. 110, Sißung vom 27. Februar 1908, Nachmittags 1 Uhr. (Bericht von WMP Telegrprischem Bureau.)

Zur ersten Beralung steht der Entwurf eines Geseßes, betreffend die Abändexung der Gewerbeordnung.

„_ Stellvertreter des Reichskanzlers, Staatssekretär des Innern, OtaatSminifter von Bethmann Hollweg:

Meine Herren! Die vorliegende Novelle zur Gswerbeordnung ifi keine neue Arbeit, sie liegt dem Reichstage bereits seit dem 24- Aplil vmigen Jahres vor. Sie ist auch insofern nicht neu, 019 s" Mit der Einführung des sogenannten kleinen BefähigungSnacbweises ei"9111 Wunsche Rechnung txägt, auf den |ck) diegroßen Vereinkgungen des deutschen Handwerketstandes mit der großen Mehrzahl der Parteien des Reichstages bereits seit längerer Zeit vereinigt haben.

Für die besonderen Freunde des Handwerks mag die Verlockung "abe lisßen, bei der Beratung dieses Entwurfs noch andere Wünsche des Handwerkerstandes zur Sprache zu bringen. Aber wenn es, "eine Herren, nicbt unbescheiden ist, möchte ich die Bitte aussprechen,

wir die vorliegende Materie, welche einen völlig einheitlichen und "“ck außen abgegrenzten Gegenstand behandelt, n1cht mit anderm Fragen belasten, so wichtig und bedeutsam diese auch sein mögen. Wk eine stoße Reibe von Wünschen des Handwerkerstandes der

ÜÜUUL noch hatten, haben wiederholte Besprechungen in diesem hohe" Hause auch in der laufenden Sesßon dargetan. Troßdem

Die verkaufte Menge wird auf volle Dovpelzentner und

W e i z e 11. AM " - 21.20 21,40 . 21,40 2 070 W,30 ' 19,50 100 19.50 420 1980 . ' 3

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16,50 13,60 1440 15,20 ; 15,60 “_ck

1500 19Z0 Z'; 18X0 19750 L* - , 15,00

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1700 -

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KaiserliÖU Statistisches Am:. ben der Vorab 1.

werden die Freunde des Handwerks diesem den größten Dienst enveisen, wenn fie eine Materie wie die vorliegendx, die ich wobl als spruchreif bezeichnen darf, baldigst verabschieden, obne fie in andere Fährlichkeiten xu verwickeln.

Die Tendenz des vorliexenden Geseßentwurfs ist einfach und klar. Sie stelLt den Grundsaß 0111 das; nur derjenige lehren sol], der selber gelernt hat und der dies nabweisen kann. Wenn die Vorlage für den Nachweis des eigenen Lanens denjenigen Bildungsgang vorsieht, den die waetbeordnung übabaupt als den regelmäßigen aufstellt, so scheint mir dies die von selb't gegebene und natürliche Konstruktion zu sein. (Sehr richtig! rechts.) Ich habe die Hoffnung, daß diejenigen Be- stimmungen des Entwurfs, w-lcbe solche Fälle ordnen, wo der Bildungs- gang abweichend von der Razel zurückgelegt ist, den tatsächlichen Be- dürfniffen in genügendem Mxße Rechnung tragen. '

Meine Herren, mit zünUeriscben Bestrebungen bat die ganze uns beschäft1gende Frage nichts z.: tun, fie liegt lediglich auf erzieheriscbem Gebiet, und ich bin der Anßckpt, daß an der Heranbildung eines guten Nachwuchses die Allgemeitbeit ein ebenso großes Interesse hat- wie der Handwerkerstand Abst. (Sehe richtig! rechts "Kd in ker Mitte.)

Die Einwürfe, die max wohl nach der Richtung bin hört, dax“; der vorgeschriebene Lebrcanx doch keine sickere Garantie für die gute Ausbildung des späteren Le'nbertn biete, baden 111611168 Dafürhaltens nur genau dieselbe Berechtig11m wie Einwürfe gegrn einen bestimmten Studiengang, gegen die Fotoerung von Prüfungen auf irgend welchem

sonstigen Wissensgebiet. (Sehr richtig! in der Mitte und rechts.)

Z““)

1700

19,20; 16,50

15,90

240 20.00 3 250 16,25

»»

16,82

302 16,78 14,20 §

276 13,80

. IZ. »»

16,20 * 15,90 1

16,13 7 15,80 ' 1081

18,07 : 18,00 ; 19,70

15,10 ,

1 .

336 16,00 2 844 15,80

1210 16,13 2 180 15,57 200 20,04

1 715 18,22 535 18,01 177 19,70

15 150 15,15

MW» 999 »»

WW »»»» »»» »»

. „FIJI

2000

der Verkaufowert au; volle Mark abgerundet mitgeteilt. Der DurösÖnittspreis wir.?) 0114 den unabgerundelen Zahlen berechnet. da:"; der betreffende Pei; nicbt vorgekommen ist, ein Punkt (.) in den festen sechs Spalten, daß entsprechxnder Bericht 751110.

Absolute Garantie kann auf diese Weise nirgends gewährleistet werden. Aber für die große Mehrzahl der Fälle wird eine Sicher- heit geschaffen, die gegenüber dsm gegcnwättigen Zustand einen Fort- schritt bedeutet. In welchem (Grade der Grundfaß absoluter Lebr- freibeit eine Verschlechterung des Nachwuchses nach sich ziehen kann, haben uns diejenigen Zeiten gelehrt, in denen 016 Geseßgebung rück- sichtlicb der Ausbildung der Lehrlinge dcm Grunksaße 0681818561- 1911-13, 1813561" 61161“ bulkigte. (Sehr richtig! rechts und in der Mitte.) Wenn ich schließlich die Bestrebungen des deutschen Handwerker- üandes, aus denen die Forderung des kleinen BefähigungSnachweifes hervorgewaäysen ist, richtig Verstehe, so wird als ein Ergebnis der Einführung dieses Nachweises eine weitere Hebung nnd Kräftigung des Standesbetvußtsekns der Handwexker erhofft _ und auch dies nicht in zünftleriscbem oder kastenartigem Sinne, sondern in dem- jenigen gesunden Sinn, der für die Erhöhung des Selbstbewußtseins die Grundlage in der gesteigerten Tüchtigkeit, in der erhöhten An . forderung an sich selbst findet.

Nach 'der gesamten Vorgeschichte dieses Entwurfs glaube ich im gegenwärtigen Moment der Verpflichtung überboben zu sein, auf die Einzelheiten seiner Bestimmungen einzugeben. Ich darf mir dies, fans es sicb als notMndig herausstellen sollte, für den weiteren Ver- lauf der Diskussion vorbehalten. Die verbündeten Regierungen haben die Hoffnung, daß die Vorlage, welcbe allgemein politische Gegensäye nicht berühren dürfte, in diesem boben Hause eine freund- liche und xufiimmende Aufnahme finden wird. (Bravo! rechts und in der Mitte.)