1908 / 67 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 18 Mar 1908 18:00:01 GMT) scan diff

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_ _ DurÖsÖnilts- am Mz. MMM gering _ mittel _ , _ ! gut V;?aufte Verkaufo- pF“ age (Spalte 1_ * Gejablter Preis für 1 Doppellentner enge wert 1 Do:?pel- _?M- «ÖMZ? . n . U Tag niedrigster höchster |niedrigfter börh'ster niedrigster Höchster Doppelxentner “"t"“ ' preis dem FPYXL l'enxtnetk .li :“ :“ :“ .“ .“ ..“ .“ .“ ' ) _- , . e r |:. ' 17. Allenstein . . . . . . . . . . 12,35 12,35 14 18 14,18 16,00 16,00 . * . . . T orn . . . . . . . . . . . . _ _ 15,20 15,50 15,70 16 00 29 453 15,61 15,60 13. 3. . . Krotoscbin _ . . . . . . . . . . . 14,00 14,00 _ _ 16,30 16,30 5 76 15,20 14,60 13. 3. . . Schneidemubl . . . . . . . . . . 17.60 17,60 17,80 17,80 18,00 18,00 50 890 17,80 17,80 13. 3. . . Breslau . . . . . . . . . . . . 15,00 15,30 15,40 15,70 15,80 16,00 . . . . * . . . . . . . . . . . . Braugerste _ _ 16.00 16,90 17,00 17,50 . . . . . Freiburg i. Schl. . . . . . . . . . 16,00 16,20 16,30 16,50 16,60 17,00 . . . . laß . . . . . . . . . . . . . 15,00 15,50 16,00 16,00 16,50 . 17.00 . , . Neu adt O.-S. . . . . .- 16,10 16,20 17,00" 17.10 17,90 18,00 60 1 026 17,10 16,70 10. 3. . . nuove: . ' . . . . . . . . . 15,40 15,60 _ 17,00 1800 19,00 20,00 . - . . . . . mden . . . _ _ 16 00 16,00 16,65 16,65 20 326 16,30 16,25 10. 3. . . agen i. W . . 15,50 15,50 16 00 16,00 16,50 16,50 . . . emmingen . . _ _ 20,00 20,00 _ _ 3 60 20,00 20,89 10. 3. . . Schwabmünchen . . . . . . . . . _ _ 19,00 19,00 _ _ 3 57 19,00 . bingen . . . . . . . . . . . . _ _ 18 80 19,40 _ _ 81 1 549 19,16 19,09 10. 3. . Pfunendorf - - o o ! o d 1 c o _ _ 17,20 17,20 _ _" 71 1. 22]. 1.7.20 18,72 10- 30 . H a s e r. 17. Allenstein . . . . . . . 14,00 14,00 , 14,60 14,60 15,20 15,20 . . . . . . . Thorn . . . . . . . . _ _ , 15,00 15,30 15,60 15,80 24 371 15,48 15,73 13. 3. . . Krotoschin _ . . . . . . . . . . 14, 30 14,30 14,90 14,90 15,00 15,00 10 147 14,70 14,70 13. 3. . . Schneidemubl . . . . . . . . 14,50 14,50 15,00 15.00 15,50 15,50 60 900 15,00 15,00 13. 3. . . Breslau . . . . . . . . . . 13,50 14,30 14,40 14,90 15,00 15.50 . . _ . . Freiburg i. Schl. . . . . . 14 50 14,70 14,80 15,00 15,10 15,50 . , , , Glas . . . . . . . . 13,70 14,20 14,70 14,70 15,20 15,70 . . . Gloßau . . . . . , . . _ _ _ _ 15,40 15,60 15 233 15,53 15,53 13.3. . . Neu tadt Q-S. . . . . . 13,40 13,60 14,40 14 60 15,40 15,60 90 1 314 14,60 14,60 10. 3. . Hannoder . . . . . . ..... 15,60 16,00 16,50 16,80 17,00 17,40 . . . . Emden . . . . _ _ 15,00 15,50 15,60 16,40 600 9 480 15,80 15,80 13. 3. . . Lagen i. W. . . 16,00 16,00 16,50 16,50 17,00 17,00 . . . . . NFZ . . . . _ _ 16,50 16,50 FZZ - YZÖZ “LR 6 63.0 EFZ 16,63 10. 3. . , . . . . _ _ _ _ , , 1 , 0 15,60 16. 3. 15 . Trier . . . . . . . . . . . . . 18,00 18,20 18,40 18,60 18,80 19,00 . , . Memmingzn . . . . . . . . . . 18 18 80 19,00 19,00 19,30 19 30 157 9 983 19,00 19,10 10. 3. . . wabmunchen . . . . 1 , 0 17,40 17,80 17,80 18,20 18,20 116 2065 17,80 17,80 10.3. . . ngen . . . . . . . _ _ 17,00 17,40 _ _ 38 652 17,23 17,43 10. 3. . . FÜNF i. Wrttbg. . . . . 17,40 17,40 1 175,38 YZF 13,83 13,33 167 2953 17,65 17,63 10. 3. . . 11 en or . . . . . . . . . . _ _ , , , , 925 17.5 1 , 4 . . . . Schwerin_ . Mecklbg. . . . . . . . 14,50 14,60 _ _ 15,10 15,10 . 1 7 3 10 3 . . Saargemund . . . . . _ _ 17,00 17,00 17,75 17,75 1 100 19 300 17,55 17,50 10. 3. .

Bemerkungen. Die verkaufte MZF wird auf volle Do peldentuer und der Verkaufst auf

Ein liegender Strick (_) in den S Berlin, den 18. März 1908.

ten für Preise hat

Kai erliöek Stati Amt. , van der SYNQ

volle Mark abgerundet mitgeteilt. Der DurösÖnittspreis wird aus den an e Bedeutung. daß der betreffende Prei! nicbt vorgekommen ifi, ein Punkt (.) in den lehren sechs Spalten, daß en prechender Bericht feblt.

erundeten Zahlen bweönet.

.. Großhandelspreise von Getreide an deutschen und fremden Riga. Q c: ........... . . . . 123,98 123,05 Börsenplätzen Ro gen, 71 bis 72 113 das 111 , . . . . . . . . 156,82 154,09 Mais amer an., bunt . . . . ....... 118,59 116,94 für die Woche vom 9. m 11. März 1908 W zen. 75 . 76 . . . . . . . . . . . . 172.95 17295 La Plata- selber - - - - - - - - - - 120-70 117-41 nebst entsprechenden Angaben für die Vorwoche. Chicago. 1000 kg in Mark; R am Park.. 134,63 13650 Mai ......... 146,49 152W (Preise für greifbare Ware, soweit nicht envas anderes bemerkr) WN... ) lieferbare Ware kes lanenden Monats ( 180 38 18403 Weiden, Lieferungsware ( Luut- . . ...... FLY 144sz . _ , ; Member . o s . . o 4, 139, WWE Da- Antwerpen. MKW . Msi ......... 107,58 103,87 Y_Y_ erz? FFW“ mittel 7.““';"".'?. . . . . . . . 175,73 175,19 Neu York- - . 8 a o a o a *o o ' o o t o . o ." ""'" "_ 1908 woche Weizen Odea....:*.......... - - “""WMMN'ÜÜU'U'" YZ? ZZZ? sen outer gesundereT-xknTZste-a 712 d 61 19792 20150 ZMPYtNr' 2' ' ' ' ' ' ' ' ' ' ' ' 16318 17673 Liefemngsware 'qu ' ' . . . . . ' M'“ 15625 , , a - [ a a . j *. . : | o . o . | o d ! , , 5 . . . ..... . , MM _ _ _ MTW] _ 208,67 21250 __ Mais . Mai ........ 122,34 119,27 Hafer, . . . 450311111 . 161,75 163,42 W Amsterdam» Buenos Aires- 1 vw . * . t o c . o o . o . . o o 1 - 160,93 W 38 09 138.98 gm Pfälzer MYTQUYTÜ 20750 20500 Roggen SZ. etersburger . . . . . . . . . . ) . 1Z3,00 Mak“ ; Durchschnittsware ' ' ' """ 1 86-42 _ , , , m ........ , ] , e a - o e . o o o . . ' . o . . : . ]. 1,94 Jim“ äber, russischer, amerik., rumäw, mittel . 233,25 233,75 Weizen amerikanischer Winter- . . , . . . . '. . 168,98 1) Angaben liegen “Mt vor. er, baKsKser, rusWher, "'11'13 ........ WL? 2238? Mai, igkmeÖikxtrx bunt ...... . . . . 121,67 J Bemerkungen- a , zer, m . . . . . . . . , ' , a . . . ........... 119,98 1 mperial Quarter ist ür die Weiennoti a derLo d - Gerste! rusfis utter-, mittel . . ...... 155,00 155,00 duktenbörse = 504 Pfund enfgl. erecbnezt; fürz di:1 aus denn "WW: Wien Lo nd o 11. 211157136 _JxrsrerYi ddes(§önig_1_:_:_i s ermitteZterZstDinILcjbnitißslpJse __ür ' : m L e 826 87613 88 YYY!“ befiu Boden . . . . . . . . . . . . YYY? XL,??? Weizen ( engl. MGF (11911: 131119) . . . . . YYY FTF JMFH? ZF? Hafer 60 312,28GsßeslteéK _400 PfunYFZQ angUeFeét? , ....... .. , , ' ue ezen=. ue aS=56 undengis' fer, ungari cher ] . . . . . . . . . . . . . . 144,36 143,53 Weizen englisches Getreide, 146,76 142,84 1 fund en li = 453,6 ; 1 = =' erste, slavakistbe ...... . . . . . . . . . 161,35 161,37 Zafer ; Mittelpreis aus 196 Marktorien : 128,85 127,64 %K), Maisg=fch2000 . 3 Last Rogge" M00“ WM" Mais, ungarischer .............. 124,83 126,55 erste ((La-abba 117619363) 146,52 146,99 _ LdZei x_er _Umre nung dex Prése in Reichswäbrung sind die au en nze nen a esanga en m .Mi Jan ei er“ ermittelten BWW?“- Liverpool. wdchentlichen Durchschnktt81ve selkurse an d:? Zet iner Börse zu W, Mikelware . . . . . . . . . . . . . 178,91 177,22 russischer _____ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Gmnde gelegt, und zwar für ien und Budapest dieKurse auf Wien, , . . . . . . . . . . . . . . 204,40 205,25 roter Winter- Nr. 2 , , , , 162,27 166,25 fur London und Liverpool die Kurse auf London, für Chicago und Zafer, . . . . . . . . . . . . . . 139,69 139,12 Wien Manitoba _____________ _ 133,45 Neu York die Kurse ayf Neu York, für Odessa und Riga die Kurse er_fte,Futter- . . . . . . . . . 127,38 127,40 ez La Plata _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 172,33 174,71 aux St. etersbur , fur Paris, Antrvewen und Amsterdam die Kurse Ma 6, . ...... . ...... 115,32 113,04 Australier _____________ 176,11 178,46 au dies_e sätze. reise in Buenos Aires unter Berücksichtigung der Odessa. Kurkachke * o o . 1 o d o k o o o ' 159,68 162,03 Goldman! e' , 81ng 71 bis 72 1:3 das 111 . . . . . , . . . 148,67 150,84 Hafer“ “"“"sÖek- weiß“ ***** * '''''' “**-02 14902 Bern"“ “" 18 M“" 1908" V den, nua, 75 bis 76 [(J W 111. _ . . _ . . 172,08 174,03 Gerste, Futter- Od a . - . . . ....... 141,67 141,67 KaiserliW Statistisches Amt- ame anische . . . . . . . . . _ _ van der Borgbt.

Deutscher Reichstag. 124. Sißung' vom 17. März 1908, Nachmittags 1 Uhr. (Bericht von Wolffs Telearapbisekem Bureau.)

eFFM zthten Beratung fleht der Entwurf eines Gefeßes, b_etr end dre Fe_ftstellung des ReichshaushaltSetats kur das Rechmznngahr 1908, und _zwar: „Exat für das Reichs- olonialamt“ in Verbindung mit der ersten Beratung der Ergänzunszetats für die Schußgebiete.

_ Der ' eferent der Vadgetkommission Abg. Dr. Semler (nl,) atbt ein Resümex der ausgedehnten Kommisfionsverbandlungen, die fich bei diesem Titel über die Lage und_die Aussichten der deutschen Kolonien. über die Schritte zur wirt1chaftlicben*Hebun1 dersejben, über dre Verhältnisseder Landgesellscbaften, über die Maßnahmen zur methodischen eranbtldung der Kolonialbeamten usw. entsponnen haben. Bei O iafcika wären nur die Hüttensteuerfrage, die Währungs- frgge und die Babubauprojekte erörtert worden. Auf die Herab- mmderun der Kosten für die Militärverwaltung, das Sehmerzenskind un_serer olonien, sei in der Kommission allseitig als auf eine dringende Notmpdigknt hingewiesen wvrden; ein entsprechender An- trag b:“:be au? dre prinzipielle Zustimmung der Verwaltung aefunden. Ia Sudwesta rita standen_noch 4000 M1nn; eine erhebliche Reduktion um etwa 25 % soÜe erfolgen. Mat zw;i Neiterkomvagnien solle eine Umwandlung in Eijenbabnkomvagnien, d. b. eine UMWTMdlUIg (1113 unproduktiven in produktive Elemente, vorgenommen werden; dtese Umwandlung babe zugleich eiye große finanzielle Bedeutxng, 500 Mann Ersparung sei eine Emparnis von 3 Millionen. Die

Molenfrage in Swakopmund sei schließlich im negativen Sinne von der Kommisfion für dieses Jahr entfchieden worden.

_ Staatssekretär des Reichskolonialamts, Wirklicher ;Ge- hermer Rat Bernburg:

Meine Herren! Aus dem Vortrag des Herrn Referenten haben Sie ersehen, welche Fükle der Geficbte uns in der Budgetkommission beschäftigt hat. In nicht weniger als 16 Sivangen sind alle diese Punkte abgehandelt worden, und dabei haben die 3 Etats für Togo, Kamerun, Ostafrika und drr kleine Südseeetat nicht weniger als 3 Woch9n in Anspruch genommen. Ich werde es mir deshalb auch bier versagen, auf alle Einzelheiten einzugehen; es würde dann über- haupt nicht möglich sein, einen Ueberblick zu gewinnen. Sie werden mich aber bereit finden, bei jeder eimelnen Position oder jedem einzelnen Kapitel dem Hause Rede und Antwort zu stehen, wie ich es für meine Pflicht erachtet habe, in der Kommission zu tun.

Meine Herren, wenn die Beratungen des Kolonialetats aucb dirk- mal wieder in der Kommission einen so außerordentlichen Umfang angenommen haben, so ist das ein erfreuliches Zeichen dafür, daß das Interesse der deutschen Nxtion für sämtliche Fragen des kolonialen Wesens sich dauernd in steigender Richtung bewegt und selbst auch Kreise auf der äußersten Linken zu ergreifen beginnt, welche sich bis- lang zu diesen Dingen vollständig ablehnend verhalten haben. Aber es ist noch etwas anderes, was diese Beratungen beschwerte. Ich habe im vorigen Jahre eine ziemlich umfängliche Reise nach Ostafrika gemacht; und die Beobachtungen, die ich dort gemacht habe, haben zu einigen programmatischen Erklärungen geführt, welche, da sie ja

bereits von dem Herrn Referenten angeschnitten sind und auch sonst, wie er mit Recht gesagt bat, für die gesamte Politik auch in allen anderen Kolonien von einer gewissen Bedeutung sind, jedenfalls dieses bob: Haus beschäftigen müffen. Nun waren meine Dar- legungen damals so umfänglich, und zudem find fie in der Anlage zum mündlichen Bericht der Budgetkommission gedruckt in Ihren Händen, daß ich sie in dieser Ausführlichkeit nicht wiederholen will.

Aber ich halte es doch für wichtig, daß ich obne Eingeben auf die Geschichte und ohne Erwähnung der einzelnen Motive bier noö einmal festzustellen suche, was denn eigentlich diese Politik ist.

Ich möchte hier gleich hervorheben, daß ich von vielen Seiten zu diesen programmatischen Darlegungen eine große Zahl von Zu- stimmungSerklärungen erhalten habe. Ich bixt darüber um so mehr erfreut, als die Aufgabe der kolonialen Regierung, diese Fragen der Nation näher zu bringen, und die Aufgabe der Beamten, dort draußen deutsches Wesen und deutsches Empfinden den Schwarzen näher zu bringen, so außerordentlich schwierig sind, daß jede Sorte von moralischer Unterstüvung nur auf das dankbarste begrüßt werden muß:

Die programmatischen Säße sind in kurzem die folgenden: An- gestrebt wird eine deutsche Regierung, welche sich das Vertrauen aller in den Kolonien vertretenen Stände und Berufsarten und Rassen zu erwerben bat, die sich den großen Aufgaben vorwiegend wirtschaft- licher Natur, die die Entwicklung der Kolonien mit sich bringt, ge- wachsen zeigt, die sich auch das Ansehen bewahrt, daß ibren Anforde-

rungen unweigerlich Folge geleistet wird, und die die Kraft bat, fich

durcbzuseßen. Daraus folgt, daß es eine Regierung der Gerechtigkeit

und des Wohlwollens gegen Weiße und Farbige sein muß, getragen von Personen, welcbe die notwendige wirtschqftlicbe Vorbildung be- sitzsn, die fick) die notwendige Kenntnis des Landes und der Leute, die sie regieren sollen, und der wirtschaftlichen Zustände, die dort herrschen, angeeignet haben (Sehr richtig! bei den Nationalliberasen), und eine ruhige und sparsame Verwaltungspraxis durchführen, und die von der Größe und Wichtigkeit der Aufgabe überzeugt sind, die da'rin liegt, große, volkreiche Länder material! zu entwickeln und ihre Bewohner auf dem Wege der materiellen Hebung ihres Wohlstandes und ihrer körperlichen Wohlfahrt einer höheren Gesittung zuzuführen. (Bravo! links.) Und das alles, meine Herren, obne Haft und ohne Eifer, langsam, aber zieibewußt, und in der Erkenntnis, daß eine Kolonisation großen Stils nicht in ein er Generation, nicht in mehreren zu Ende gebracht werden kann.

Ich schulde es den Beamten, sowohl der Reichskolonialzentral- verwaltung, als auch denjenigen, die ich in Ostafrika gesehen, und deren Wirken ich sonst in den Kolonien babe verfolgen können, be- sonders auch den Offizieren der Schutztruppe, die in dem Ver- waltungskörper der Kolonien ein wichtiges erzieherisches “Glied bilden, hier auSzusprechen, daß der Geist, in dem fie ihre Aufgabe anfaffen, den eben gestellten Anforderungen entspricht, und daß die Liebe und die Hingebung für ihren Beruf an gefabrvoller Stelle in schwierigen Lagen der höchsten Anerkennung würdig ist. (Bravo! rechts.) Zur

Außfübrung dieser Forderungen ist es nötig, daß die neu binauözusendenden Beamten rind Offiziere und solche, welche, aus einem längeren Heimatöurlaube zurückkehren, (Gelegen-

heit erhalten und auch unter der Notwendigkeit stehen, ihre wirtschaftliche Vorbildung theoretisch und praktisch möglichst zu ergänzen, und daß sie insbesondere die Sprache ibier künftigen Schußbefoblenen beffer, als es bisher der Fall war, be- herrschen. Ebenso muß durch geeignete Maßnahmen eine größere Stabilität innerhalb der Verwaltungsbeamten und eine längere Dauer ihrer AmtSzeit auf demselben Skye gefichert werden, weil hierdurch die Kenntnis von Land und Leuten bedingt ist. Das der- langt die Schaffung- einer Zwischenstufe in den Lokalverwaltungen für die neu beraußzuscbickenden Beamten, die unter der Leitung er- fahrener Leute dort ihre ersten Schritte auf dem schwierigen Gebiet afrikanischer Verwaltung tun sollen, und es verlangt vor allen Dingen eine bessere Sicherung der Kolonialkarriere als heute, eine solche, die gebildeten Leuten jeder Vorbildung eröffnet ist und allen eine gleiche Chance und die Möglichkeit der Erreichung der höchsten Posten eröffnet, besonders auch durch die Ausstattung der Versorgung, daß dadurch die Schaffung eines wirklichen kolonialen Beamtenstandes möglich wird, der sich diesen Aufgaben sein ganzes Leben widmet und dem gegenüber die Heimat auch ihrerseits ihre Pflicht tut.

Ich habe gesagt, meine Herren, daß die Regierung eine "deutsche ist und sein' muß, und die Pflege des Deutschtums in aUen Kolonien, besonders aber in den Kokonien, in denen Deutsche sich bereits in größerer Anzahl niedergelassen haben, und wo viel deutsches Blut gestossen ist, eine Hauptaufgabe ist. Aber auch in den anderen Kolonien, wo heute noch nicht feststeht, ob Deutsche in größerer An- zahl ohne Schaden für ihre Gesundheit und Forlpflanzung sich cm- siedeln können, muß der Geßchtépunkt, daß die deutsche Herrschaft auf dem Ansehen der weißen Rasse beruht, und daß eine Verstärkung des weißen Elements eine Verstärkung der Marktstellung bedeutet, betont werden. Diese Frage nötigt zur Aufrechterhaltung einer Raffenjustiz, und sie nötigt zu Schritten, welche das Ansehen der weißen Bevölkerung zu erhalten geeignet sind. Dieses Ansehen wird aber am besten erhalten durch eine straffe Selbstzucht der derartig sozial böber gefteÜten Weißen, und fie kann von ihnen wesentlich unterstüßt werden durch die Außmersung solcher Elemente, welche dieses Ansehen gegenüber den Eingeborenen durcb Ungerechtigkeit, Brutalität und Selbstsucht zu untergraben versuchen. (Sehr richtig! in der Mitte.) Einem solchen Bestreben wird die Regierung mit den ihr zur Verfügung stehenden Strafmitteln gern zur S_eiie stehen. (Erneute Zustimmung.)

Die wirtschaftlichen Interessen der Weißen sind erheblich. Sou die Kolonie ihre wirtschaftliche Aufgabe, die Heimat mit Rohstoffen zu versehen und einen Markt für die Produkte der Heimat zu ermög- lichen, erfüllen, so muß die Regierung der weißen Bevölkerung, der man gern bestätigen kann, daß nur mit ihrer Mithilfe die Kolonie erschlossen werden kann, auch die nötigen Hilf6mittel verschaffen und erhalten, welcher sie für ihre wirtschaftlichen Aufgaben bedarf, aber dies nur in den Grenzen, welche die Macbtmittel des Deuisckxen Reiches erlauben und welche nicht die unveräußerlichen Rechte der Eingeborenen unterdrücken oder deren körperliche Wohlfahrt und wirtschaftliche Entfaltung auch auf dem Wege einer Selbstbestimmung unterbinden. (Sehr gut!)

Dabin gehört die Lösung der Arbeiterfrage in Ost- und Westafrika, welche im Sinne bewährter Vorbilder anderer Nationen versucht wird. Ferner eine Unterstüßung des Handels in seinen legitimen Bedürfnissen, wozu in Ostafrika die Erhaltung des indischen Elements in ver- ständigen Grenzen und unter der notwendigen scharfen Beaufsichtigung gehört, vor allen Dingen aber die Eröffnung von Verkehrswegen, welche“ die Kräfte, welche heute in unwirtschaftlicber Tätigkeit ge- bunden find, freimacben und sie einer wirtschaftlichen Tätigkeit mit Hilfe der Wissenschaft und Technik zuführen.

Die Einstbränkung, die ich oben gemacht habe, urd die auf das striktesie aufrecht“zu erhalten Aufgabe der Regierung ist, hat zu einem Konflikt mit den Ansiedlern in Osiastika geführt, der in einer Petition, über die in dcr Kommission berichtet ist, Außdruck gefunden hat. Gleichviel, wie das hohe Haus sich dieser Petition gegenüber steUen mag: deffen mögen die deutschen Pflanzer in Ostafrika verfichert sein: ihr Wohl liegt der Kolonialverwaltung mindestens ebenso am Herzen "wie das der Beamten, der OffizieZ, der Missionare, der Kaufleute, der Farbigen aÜer Art. er freie Entschluß der Regierung, den Pflanzern in der Arbeiterfrage, soweit möglich, zu helfen, bedeutet für sie einen großen Fortschritt. Die Regierung muß über allen Parteien stehen und muß sie mit gleicher Fürsorge und Gerechtigkeit behandeln. Sie darf "und wird sich auch nicht durch Angriffe von kiefer Aufgabe abkxalten laffen. Sie erkennt in der Petition der Farmer einen Ausdruck berechtigter Inter- essen, mit denen sie andere Interessen, die ihr gleichfalls anvertraut sind, zum AUOgleich zu bringen bat. Diesen Ausleeich betrachtet fie als ihre Aufgabe, und fie glaubt, diese Aufgabe obne Verletzung “anderer Interessen lösen zu können. Sie erkennt auch an, welcher

!

wichtige Faktor diégebildeten und verständigen Weißen auch'in ihrer privaien Betätigung für die koloniale Sache smd. Sie vergißt des- halb gern die Beurteilung ihrer Ziele und streckt wohlwollend und loyal den Farmern ihre Hand bin. Mögen sie fie ergreifen und mit uns an der großen nationalen Aufgabe mitarbeiten zum Wohle des Reiches! (Bravo!)

Wenn ich nunmehr zu den Aufgqben der Regierung gegenüber den Schwarzen übergebe, so will ich zunächst der Missionen gedenken, welcbe hierbei eine wichtige Stüve und Hilfe bilden, und ich kann mit Genugtuung konstatieren, daß beide Konfessionen sich mit Opfermut und Eifer dieser Aufgabe widmen. Ick babe begründete Hoffnung, daß durch eine Aussendung ärztlich approbierter Missionare die Aufgabe de'r Hebung des sittlichen Zustandes der Eingeborenen auf dem Wege der Hebung ihrer körperlichen Woblfabrt unterstüßt wird und dadurch den Missionen zwar neue Aufgaben, aber auch neue Erfolge Wachsen werden.

Ich will mich über den moralischen Zustand der Eingeborenen nicht ausführlich verbreiten. Der Kulturstand ist überall und meistens noch sehr niedrig. Die Fähigkeit zu Abstraktionen und Konkretionen ist sehr berabgeseßt, allgemeine und ideelle Begriffe sind dem im Hand- greiflicben nicbt angewandten Denken des Negers nahezu unfaßbar. Er hat ein gewisses Reckxtsbewußtsein, er kennt die Grenze des Eigentums und erhebt Anspruch auf eine gewisse Selbstbestimmung und sieht verdienten Strafen - man ' möchte fast sagen, mit einer gewissen Genugtuung entgegen. (Heiterkeib) Er ist weder dankbar noch un- dankbar, und seine Wahrhaftigkeit ist nicht weit her. Er hat aber nicht nur einen außgesvrochenen Erwerbssinn, sondern ist geradezu be- gebtlich. Wer die Ackerbaukulturen der Neger im Innern gesehen hat, kann nicht daran zweifeln, daß er einer selbständigen, regel- mäßigen und sich steigernden Produktion durchaus fähig ist, voraus- gesetzt, daß er seine Produkte abseßen kann und für seine Arbeit einen angemessenen Lohn erhält.

Aus dieser Charakteristik ergeben s1ch die Aufgaben der

Verwaltung. Der Neger soll zu einem willigen und ge- horsamen Sebußbefohlenen gemacht werden, und die Mittel liegen in einer scharfen Strafe gegenüber Unbotmäßigkeit

und einer leidenschaftslosen Rechtspflege gegenüber Schwarzen wie Weißen. Nur so wird er Vertrauen zu der weißen Regierung be- kommen, ohne welche unsere afrikanischen Kolonien nur immer einen unsicheren Besitz bilden werden. Das ist um so notwendiger, meine Herren, als die Machtmittel, über die wir verfügen, nur gering sind, und ein Zwang gegenüber den Eingeborenen sie auf eine sehr harte Probe stellen wird. Da der Neger sich mit der Heimat, dem deutschen Vaterlande, in die gesamten Lasten des deutschen Schuhgebietes nahezu teilt, muß ihm das Wohlwollen der Regierung immer dadurch klargemacht werden, daß er sieht, daß für feine Beisteuer ein Ent- sprechendes für seine Wohlfahrt geleistet wird. Um solches durch- zuführen, dazu gehört zunächst eine genaue und intime Kenntnis des Negercbarakters, seiner Gewohnheiten und eine Achtung der- selben. Weiterhin gebieten ethische wie wirtschaftliche Gründe, der Gesundheit, der Fortpflanzung, der Leistungsfähigkeit des Ncgers die größte Aufmerksamkeit zu schenken und sie durch sanitäre Maßregeln und verständige Einwirkung dauernd zu heben. Der gesunde Neger ist für Plantagen wie für. den Eigenbau der bessere und auSgiebigere Produzent. Ebenso aber muß für die materielle Wohlfahrt genügend Fürsorge getroffen werden, und zwar dadurch, daß durch die Erfahrungen der weißen Rasse“ in bezug auf Landeskultur, Viehzucht, Bekämpfung von Viebseuchen,Erschließung von Wasser, Schaf- fung von Verkehrswegen ihre Produktion vervielfacht, die Konsumkraft gesteigert wird. Die Produktion der Eingeborenen ist zur Zeit das Rückgrat des osiafrikanisrhen Wirtschaftslebens und kann durch Plantagenbau nicht ersetzt werden. Machen Sie den Neger zu einem gerecht behandelten, woblsiändigen und gesunden Schußbefoblenen, so werden Sie in der Zukunft mancherlei an denjenigen Außgaben sparen können, welche als unproduktive beute schwer auf dem Reichs- etat lasten. Diese Säße gelten für alle Neger ohne Unterschied, welche unter deutschem Sebuße stehen.

Die entsprechenden Vorkehrungen sollen zunächst für Ostafrika durch die Einsetzung von Eingeborenenkommissaren, eines Landes- kulturamtes und eines Landessanitäwamtes getroffen werden und durch die wirtschaftliche Vorbildung der zu entsendenden Beamten Unter- stüßung erfahren. Diese Politik ist die Politik aller erfolgreichen kolonisierenden Nationen.

Meine Herren, man hat mir in der Presse öfter vorgeworfen, ich sei mit meinen Ansichten schroff hervorgetreten. Ich meine, diese Säße sind so einfach und so selbstversiändlich, daß ich auf einen Widerspruch gar nicht gefaßt sein konnte. Aber nachdem er aufgetreten war, konnten sie auch nicht scharf genug außgesprochen Werden. Meines Erachtens liegen sie in der Brust jedes kolonialfreundlicben humanen Menschen wie in Erz geschnitten.

Es ist nun nicht unintereffant _ und ich führe das zur Unter- stüßung dieser Politik an _, wie sick) die anderen kolonisierenden Nationen gerade diesen Fragen gegenüber verhalten haben, und ich möchte Ihnen ganz kurz nach der .Kreuneitung“ vorlesen, welches das Referat der Budgetkommission der französischer: Kammer in diesem Jahre gewesen ist.

„Den Kolonien mit Ausbeutewirtscbaft muß eine Eingeborenen- politik entsprechen. Da fick) die meisten unserer Besißungen in den Tropen befinden, so werden sie auch Ausbeutungskolonien bleiben, d. h. Bessungen, wo der kolonisierende Bestandteil nur einen schwachen Teil der Bevölkerung bildet. Unsere Lage ist sehr klar: allein vermögen wir nichts. Mit den Eingeborenen können wir alles. Er ist bei sich daheim Herr des Bodens und seiner Reichtümer. Also als Teilhaber und nicht als Unterdrücker müssen wir uns vorstellen. Wir können nicht bei den mühedollen Arbeiten unmittelbarer Be- wirtschaftung an seine Stelle treten, das Klima verbietet es uns. Was wir tun können und müssen, ist, mit ihm arbeiten, indem wir ihn führen und zur Betätigung erziehen. Wir müssen im Austgusch der Körperkraft, der Handarbeit, die er uns verschafft, ihm als Ein- lage in die Gesellschaft die Geldmittel, das Wirtschaftherät und die neuzeitlichen Arten seiner Verwertung bieten. Alles drängt uns diese Genossenschaft auf, sowohl der wkrtschastlicbe wie der politische Vorteil. Die Eingeborenen werden unsere Macht erst von dem Tage an achten und demnach verteidigen, an dem ihnen durch eine folgerichtige und menschliche Politik mehr (He- rechtigkeit Und mehr Wohlfahrt verschafft worden ist. Alles ge- bietet uns sonarh diese Eingeborenenpolitik: sie ist zu gleicher Zeit

eine Notwendigkeit wie eine Pflicht. Und treffend sind die Namen,

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mit denen man sie bezeichnet hat: Eingeborenenpolitik, Schußbern schaft, Rassenpolitik, Genoffenscbaftöpoiitik. Dieses VerWaltungs- syftem hat übrigens seine Probe in der Vergangenheit bei uns und bei unseren Nachbarn abgelegt. Die erhaltenen Er bniffe müffen eine Lehre sein. Wenn Englands Kolonialpolitfk Erfolge gehabt hat, so ist dies dem privaten, verständigen und tätigen Selbst- antrieb der Briten zu verdanken. Vom Augenblick seiner Ankunft auf der neuen Erde prüft der englische Anfiedler sein Selbst- vertrauen, er untersucht einfach und praktisch die Sitten, Ein- richtungen und Ueberlieferungen ihrer Bewohner. Als leßter An- kömmling begreift er sdfort, daß nicht die neuen Zustände sich ibm aLZupaffen haben, sondem daß er sich befinden muß, sich ihnen zu :! ern.“

_ Gerade darin ist von uns sehr gefehlt worden. (Lebhafte Rufe:

Hört, hört! und Sehr richtig! auf allen Seiten.)

Meine Herren, diese Säße nehme ich als eine Bestätigung der- jenigen programmatischen Erklärungen, die ich eben abgegeben. habe. Sie enthalten eine volle Wahrheit. Sie find viellricbt W Bret ganzen Diktion mehr unserem französischen Nachbar angepaßt, und wir würden manches anders ausdrücken. Aber ich nehme daraus die Ueberzeugung, daß wir mit dem, was ich Ihnen eben vorzutragen die Ehre gehabt habe, uns auf dem richtigen Wege befinden.

Verbunden, meine .Herren, mit der zweiten Lesung des Kolonial- etats ist die erste Beratung über die Eisenbahnvorlagen der Regierung, und ich möchte mir dazu einige einführende Worte gestatten. Wenn die deutsche Nation viele und große Opfer besonders" in Südwest- afrika gebracht hat und materiell durch eine Entwicklung der Wirt- schaft der Kolonie nicht ganz entschädigt wird, so liegt das neben der geringen Spanne Zeit, kt de_r wir überhaupt kolonisieren, nur daran, daß wir ängstlich in der Schaffung der Verkehrswege gewesen sind, und daß wir uns von unseren Nachbarn auf aUen Seiten hierin haben schlagen laffen. (Sehr richtig! rechts und bei den National- liberalen.) Als ich vor anderthalb Jahren zum ersten Male vor Ihnen zu erscheinen die Ehre hatte, habe ich Ihnen zwei Denkschriften vor- gelegt, von denen sich die eine damit beschäftigte, festzustellen, welches der Wert unserer Kolonien sei. Die darin außgedrückte Ansicht ist jest derartig Gemeingut geworden, daß ich es nicht für notwendig halte, hier darauf zurückzukommen. Ick; kann nur aussprechen, nach dem, was ich gesehen und erfahren habe: wir haben im tropischen Afrika so gute Kolonien, wie sie dort überhaupt erhältlich gewesen sind. (Zurqu und Heiterkeit in der Mitte.) .

Die zweite Denkschrift befaßt sich mit der Entwicklung der kolonialen Finairzen und der eigenen Hilféquellen der Kolonien und ging dahin, zu zeigen, daß wir gar nicht so rückständig geblieben sind, wie damals die Meinung war, die allerdings unter dem furchtbaren Eindruck der großen und vielen Opfer gelitten hat, die der südwestafrikanische Aufstand erfordert hat, von denen wir heute sagen können, daß fie vielleicht zum großen Teil vermeidbar gewesen wären, wenn wir die entsprecheriden Vorkehrungen rechtzeiiig getroffen hätten. Ich werde Veranlassung haben, auch auf““ diese Denkschrift noch zurückzukommen.

Schließlich babe ich Ihnen vor einem Jahre eine sehr ausführ- liche Denkschrift über die Eisenbahnen Afrikas, Grundlagen und Ge- sichtspunkte für eine afrikanisäp) Eisenbabnpolitik in Afrika zugeben [affen und habe darin die Resultate zusammengefaßt, welcbe sich aus der Geschichte des afrikanischen Eisenbahnbaues ergeben. Ich habe sie auf Seite 211 dieser Denkschrift in kurzen Säßen zusammen- gefaßt, und bei der Wichtigkeit des Gegenstandes will ich sie hier der- lesen:

1) Nahezu alle afrikanischen Eisenbahnen mit sehr verschwindenden Auönabmen haben bereits von der Eröffnung an oder inner- halb sehr kurzer Frist nachher mindestens ihre eigenen Betriebs- auögaben einschließlich der Unterhaltung zu decken vermocht; eine größere Anzahl hatte von vornherein eine Rente.

2) Die Wirkungen von Eisenbahnen sind überall gewesen:

9. Eine erhebliche Erhöhung des Import- und Exportbandels und damit eine entsprechende Steigerung der Zolleinnabmen auf Grund einer erhöhten Produktions- und Konsumfäbig- keit besonders auch der Eingeborenenbevölkerung und einer Auödebnung der Handelsbeziehungen.

b. Erhöhung der Steuerkraft überhaupt; wesentliche Sicherung der Verwaltung und damit eine Steigerung der den Ein- geborenen auferlegten Kopf-, Hüttem, Wege- oder Arbeit!- steuer.

Die Steigerung der Einnahmequellen aus 9. und 5 hat fast in allen Fällen dazu bingereitbt, die finanzielle Last für Verzinsung und Tilgung der für den Eisenbahnbau aufgewendeten Summen mehr als, außzugleicben, sodaß fich die Gesamifinanzen der Kolonien durch den Eisen- bahnbau nicbt verschlechtert, vielfach aber erbeblich ver- bessert haben. '

0. Eine friedliche Ausdehnung der zivilen Gewalt, wo solche noch nicht bestanden hat, die Eindämmung von Aufstands- bewegungen, beziehungsweise deren voliständige Verbinde- rung und damit eine große Ersparnis in den Auögaben für Feldzüge und Expeditionen.

41. Durch den Bau von Eisenbahnen ist die sanitäre Hebung der Eingeborenen durch Vermeidung von Seuchen und ihre Erhaltung durch Vermeidung von Hungerönöien und die Verminderung der zerstörenden Einflüsse don Naturgewalten nahezu überall ermöglicht worden.

0. Der Eisenbahnbau schafft Arbeitsgelegenbeit für die Ein- geborenen und ist ein geeignetes Mittel, sie zur Tätigkeit heranzuziehen, indem durcb Eröffnung von Eisenbahnlinien das im tropischen Afrika übliche Transportmittel der Träger- karawanen entbehrlich wird. Dadurch wird eine außer- ordentliche Anzahl von kräftigen Arbeitern für die ander- weite Entwicklung der Kolonien gewonnen. Die er- leichterte Zufuhr von LebenSmitteln und die Erhöhung des Wertes ihrer Produktion sichern den Eingeborenen eine verbesserte Lebenshaltung. Der Einzug der Kultur wird erleichtert. Es werden nicht nur den in den Schutzgebieten ansäsfigen Weißen bcffere Lebensbedingungen geschaffen, ihnen die Gründung bezw. Ueberfübrung einer Familie er- leichtert, das heißt die Ansiedlungstätigkeit in den dafür geeigneten Gebieten ermöglicht, sondern es wird auch das Eindringen europäischer Kultur bei den Eingeborenen wesentlich gefördert, das Werk der Missibnare von einem