1908 / 73 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 25 Mar 1908 18:00:01 GMT) scan diff

wir hoffen, auch bis aus Ende geführt werden wird. (Bravo! bei den Nationalliberale») Die Babugesellslbaft bat die Bahn bisber bia Bugurlu fertiggestellt, einem Orte am Fuße des TaurUS. Der

Weiterbau konnte bis jest nicbt gefördert werden, weil die türkische *

Regierung die finanziellen Sicherheiten, welcbe konsesfionsgemäß für jede einzelne Sektion zu geben sind, noch nicht bereit gestellt hat. Die Vorteile, welcbe silb aus dem großen und großgedacbten Unternebmen für Deutschland ergeben, liegen auf der Hand. Zunäcbft ergibt sich Aussitbt für erbebliche Beteiligung der deutschen Industrie an den Lieferungen für Schienen, für Rollmaterial und sonstigen Eisenbahnbedarf. Dann dürften auch deutsche Ingenieure, deutsche Bauhandwerker, deutsche Bauunternehmer lobnenoe Beschäftigung an dem Bahnbau finden. Endliib ist mit Sicherheit anzunebmen, daß mit der steigenden Kultur und mit den steigenden Bedürfnissen der Bewohner des Landes ein neues Absatzgebiet erschlossen wird. Daß dieses Gebiet sich nicht dilein für uns erschließt, sondern anz für andere Nationen, können wir neidlos zugeben. Uns liegen _ und das betone ich nachdrücklich -- bei der Vagdadbabn politische Ziele und Hintergedanken gänzlich fern. Was wir im Auge haben, ist die kulturelle Erschließung von Ländern, welche dieser Erschließung wert erscheinen, das ist, daß wir mithelfen wollen, ein im Altertum blühendes Kulturland aus jabrtausendlangem SÖlummer wieder er- wecken zu helfen und damit uns und anderen ein neues Absatzgebiet zu schaffen. (Bravo! bei den Nationalliberalen.) Bei diesem rein wirtschaftlichen Charakter des Unternehmens fallen alle pbantasiischen Kombinaiionen, welche von Zeit zu Zeit im Ausland daran geknüpft werden, in sich zusammen, so die Fabel von der Kolonisierung der von der Bahn durchschnittenen Gebiete mit deutschen Ackerbauern und ebenso die Fabel von der Besitzergreifung eines Hafens im Persischen Golf. Den Gedanken, die Bahn in irgend einer Weise zu kolonisa. torischen Zwecken zu benußen, bat die Kaiserliche Regierung niemals auch nur erwvgen. Die von der Bagdadgesellscbaft durch die Kon- zession erworbenen Rechte sind von keiner Seite in Frage gkstellt worden, ebensowenig wie andererseits auch das deutsche Gepräge, welches, wie ich vorhin ausführte, das Unternehmen trägt. Was die Stellung der Kaiserlichen Regierung zu der Frage betrifft, so isi es selbstverständliib, daß wir dem Unternebmen unsere volle Sympathie und Aufmerksamkeit widmen und alles daran setzen werden, um dasselbe zu fördern. Wir hoffen auch, daß die mannigfachen Miß. deutungen, Besorgniffe und Befürchtungen, denen das Unternehmen bei anderen Nationen begegnet ist, nacbgerade als irrtümlich und gegenstandslos erkannt werden und allgemein einer freundlichen, wobl. wollenden, vertrauensvollen Stellungnahme Plak machen. Wir werden eine solche Steüungnabme des Auslandes mit Freuden und mit Entgegenkommen begrüßen. (Brady! bei den Nationalliberalen.) Es bleibt mir noch übrig, kurz einen Gegenstand zu berühren. Das ist ein etwaiges Abkommen über Nord- und Ostsee. Ick bedauere, in dieser Beziehung nur wenig sagen zu können, denn die Verhandlungen über diesen Punkt sind noch in vollem Gange, und mir sind dadurch die Hände gebunden. Ick bedauere das um so mehr, als ich glaube, daß manche Bedenken, welcbe hier in diesem Hause geltend gemacht worden sind, verschwinden würden, wenn ich in der Lage wäre, Ihnen genau und im einzelnen zu sagen, um was es |ck handelt. Nur so viel möchte ich doch beute sagen, daß keine Rede davon sein kann, daß uns von irgend einer Seite etwas auferlegt werden soll, was unseren Jntereffen nicht entsprechen würde, daß wir etwa von irgend einer Seite gedrängt oder beeinflußt werden. Wir beteiligen uns an den Ver- handlungen voükommen aus freien Stücken. Die Anerkennung und Sicherstellung des Ikarus quo in den Gebieten, um welche es sich handelt, erstbeint uns geeignet, ein Moment des Mißtrauens zu be- seitigen, welches in den kleineren Ufersiaaten gegenüber ihren größeren Nachbarn und insbesondere gegenüber Deutschland öfter hervorgetreten isi,wie,'es nccb gestern der Herr Abg. Freiherr Von Hertling in anschaulicher und zutreffender Weise geschildert hat. Wir glauben mit der Bereitwillig- keit zu solchen Abmachungen einen neuen Beweis unserer friedlichen auf keinerlei terriioriale Expansion gerichteten Poiitik zu geben und, damit der ZSache des Friedens einen neuen Dienst zu erweisen. (Bravo! rechts.) Zu einem Akte, der im Auslande als Zeichen der Schwäche aufgefaßt werden könnte, würde die Kaiserliche Regierung dessen können Sie sicher sein, nicht die Hand bieten. (Lebhaftes, BravoLEUebrigens liegen keinerlei Anzeichen dafür vor, daß etwa wo es auch sei, der Gedanke auftauchen könnte, daß Deutschland nich; im vollen Bewußtsein seiner Stärke wäre und danach handelte. (Lebhaftes Bravo! rechts und bei den Nationalliberalen.) Es kann uns doch sicher nicht als Schwäche gedeutet werden, wenn es dazu kommt, daß Staaten mit uns zusammentreten und sick geloben an ibremj Besitzstand nicht rütteln und rühren zu wollen, wenn hier in Berlin eine dabingehende Vereinbarung zustand; kommen sollte, und damit eine Entente geschlossen würde von Be- deutung für die Erhaltung des Friedens, "und war eines Friedens mit Ehren. Es wäre auch falsch zu glauben, daß uns in den Ab- machungen, welcbe geplant werden, etwa besondere Lasten auferlegt oder Rechte beeinträckztigt werden sollen. Davon kann keine Rede sein. Ich wiederhole es: es handelt sich um nichts anderes als um Anerkennung und Sichersteliung des territorialen Zharus quo.

Daß es sich, was insbesondere die Ostsee betrifft, nicht darum handelt, einen Zustand zu schaffen, welchen man mit dem AuSdruck mars oiausum bezeichnet, ist bereits bekannt. Ich brauche es daher nur von neuem zu bestätigen.

Ganz besonders viel Irrtümlicbes ist über die Frage der Alands- inseln verbreitet worden. Wie Ihnen bekannt, hat Rußland nach dem Krimkriege eine kgewiffe Beschränkung seiner SouveränitätSrechte auf diesen Inseln auf sich genommen. Da es sich nun, wie ich erwähnt babe, sowohl in den Verhandlungen über die Nordsee wie auch bei denjenigen über die Ostsee nur um den territorialen Zbabus quo handelt, so ist es klar, daß die Frage einer eventuellen Aufhebung jener Servityt mit den jetzigen Verbandlungen nichts zu tun hat. (Hört hört! bei den Nationalliberalen.) Rußland bat, soweit uns bekannt“ keine Anträge an die beteiligten Mächte gerichtet, in welcben es die' Aufhebung dieser Servitut beantragt, und soviel ich weiß, beabsichtigt aucb Rußland fürs erste nicht, derartige Anträge zu stellenk Damit, meine Herren, fällt eine Unmenge irrtümliche: Kommentare und Prseßxerxetsgxtgjeusik sicb Fammen, insbesondere auch diejenigen, welche un , es a , sei es , eine un WW Mum passiv schöne Rolle haben

wonach der schwedische Minisiapräsident - so glaube ich, hat Herr Bebel uns erzählt -- gesagt haben soU, daß er wit- seinen Sympathien, und zwar nicbt. er allein, sondemquö sein-Land, mehr nach Norden, nach Osten. als-gegeu Süden stände. Ich weiß uicht, ob ck ein Lapsus gewesen ist, «den Herr Abg. Bebel inzwischen selbst _ erkannt bat, aber- um den schwedisckxn Ministerptäsidenten kann es sich nicht handeln, denn jene Zeitungsnotiz shricht von dem dänischen Mnisierpräsidenten.

- Nrm, meine Herren, ich habe Nathritbteu, welcbe besagen, daß der dänische Ministerpräfideut Herr Cbrisiensen eine solche Aeußerung, zu wem es auch sei, nicht getan hat, und ich weiß, daß er eine solche Aeußerung nicbt tun konnte, weil es seiner Denkungsart nicht ent- sprochen baden würde. Ich habe die Ehre, den Herrn Minister- prasidenten näher zu kennen, und bringe ibm meine ungeteilte hohe Verehrung entgegen, einem Manne, der es vom Volksschullehrer bis zum Mnisierpräfidenten gebracht bat. Ich weiß - ich wiederhole es -, daß derartige Aeußerungen, wie sie ihm in den Mund gelegt worden sind, nicht seinem Sinne entsprechen und, ich glaube, auch nicbt dem der großen Majoriiät seiner Landsleute. (Lebbafter Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.)

Damit schließt die Diskussion über die auswärtige Politik.

Das Haus wendet sich“ zur Debatte über die innere olitik

wozu foJende 11 Resolutionen vorliegen: P

1) raf Hompescb und Gen. (Jean,): zum Schuhe des

YrijälslliZeek-b e 282212 i us s es FÖGYZBÉM xtriuxineUeniBesirafung der

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ErgäFuÉg ?esHWaßlreßslrzrnmts; :: or an Smitgl eder und eine

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suehen, Anordnung dahin zu treffen, daß den B e a m t ibn ?!;zäreziixhesr-

betrieben das Recht, Vereine zu bilden, auch wenn sie das Laub: Reicbscxebiet umfassen, nicht beschränkt werde“;

) atiman n u. Gen. (Wittich. Vgg): o.ä 1 dieselbe Forde- rung, wie die vorstehende Zentrumsresolution erhebt, aber auch Ausdehnung auf die Handwerker und Arbeiter in Reichbetrieben, sci 2 Beamten-, Handwerker- und Arbeiterausscbüffe, welcbe aus freier Wabx beZorZeben; Gen.

_ e rens u. (Wirtscb. Va . : eine D k uber _rt und Umfang der (Fiuwanderung auslägniziscber Arbeittleichrfiifi landwirtschaftliche und gewchbliche Untemebmungen und über den FLIRT? diefer Einwanderer in sittlicher und wirtschaftlicher Be-

5) 'Stoxz (linksliberale Ftaktions emein at : dli - legung der wiederholt zugesagten Novell? zumstßGxsZße elitbercheErYF- bung63de) Vetluki der (BlazideZiefund StaatSangebörigkeit;

r. e n e n. : - RÜYSFUXFJMÖ tz d G erung amtlicher Wablurnen bei den „_ re un en. Soz.: Vorl eeiesG s

Einfuhrung des allgemeinen, gleichen,) gebeimerilg undndirektxrfietzeWaiiik rechtes_ ,in allen Bundessiaaten für alle über 20 Jahre alten Reichs- interiißwßxebri'obne Unterschied des Geschlechts nach Maßgabe der Ver-

8) Béck-Heidelberg (ul.): Abänderung des Geseßes vom 1. Juni1870 über den Erw b - und Stauwangebörigkeit; er und Verlust der deutschen Reichs

9) Al b r e cbt (Sox ): Y_orleguug eines Gesetzes, nach dem A u s - weisungen von Auslandern nur auf Grund richterli en [L_rtetls und auf Grund reicbsgese icber Vorschriften über die u- lasfig1k5i)t Hon AuswexsisunßenquläL g lsein s-Éllen;

ran un en. oen): in ellun i S den Etat von 190 zur Bestreitung der Kostefii einegr UxNejixlstijcigis? ÜlierFtkckonudrTSl-Fimiotglxiiteiiäom Yalbtc'kljtenigesestm Enquetekommidsion zur o im TZFUZLLPFÖS; d x :; n sse der polnischen Bevölkerung e er un en. b.): Sicherung der siaaisbürgerlicben

Rechte der Beamten, Einst an von Be te s " der Reichsbetriebe unter di? Ggewerbeins;.)lerlktiiixkl schuffen, Unterstellung

Nach mehreren Reden aus dem Hause erklärt der

Reichskanzler Fürst von Bülow:

Meine Herren! Auf die Anfrage des Herrn Vorredners will ich folgendes erklären: Der EntwicklungSgcmg der elsaß-loibringiscben Verfaffungsfrage im ersten Jahrzehnt der Zugehörigkeit Elsaß- Loib'ringens zum Reiche wird gekennzeichnet durch die in verhältnis- maßtg rascher Folge erlaffenen gefeßgeberiscben Akte, nämlich das Gesetz vom 9. Juni 1871 über die Vereinigung von Elsaß und Lothringen mit dem Deutschen Reiche, das Geseß vom 25. Juni 1873 über die Einführung der Verfassung des Deutschen Reichs in Elsaß- Lotbringen, den Kaiserlichen Erlaß vom 29. Oktobn 1874 über die (_Finseßung des Landesausschusses, ferner das Gesch vom 2. Mai 1877 uber die Landessesevgebung von Elsaß-Lotbringen, und schließlich das Geseß vom 4. Juli 1879 über die Verfassung und Verwaltung Elsaß- Lothringens.

Während hiernach die Weiterbildung der Verfassung Elsaß- Lotbrmgens in den 70er Jahren obne wesentliche Unter- brechung Fortgang genommen hat, ifi seitdem eine Siockung eingetreten. Ich bin der Meinung, daß die Entwicklung durch das Gesetz vom 4. Juli 1879 keineswegs endgültig zum Ab- schluß gelangt ist, daß vielmehr nachdrücklich angestrebt werden muß- die staatsrechtliche Stellung Elsaß-Lotbringens im Sinne einer An- nabening an bundessiaatliche Verfassung weiter auSzugesialten. (Bravo!) Jeb bm zu eingehenden Erörterungen hierüber mit den verbündeten“ Regierungen in Verbindung getreten und hoffe, daß diese Verhandlungen die erfüllbaren Wünsche der elsaß-lotbringiscben Bevölkerung ihrer Verwirklichung entgegenbringen werden. Die ßaatSrecbtlicben Schwierig- keiten, welche sich einer befriedigenden Lösung dieser Aufgabe entgegen- stellen, sind bekannt und von mir wiederholt hervorgehoben worden. Enndgultige Entschließungen haben deshalb noch nicht gefaßt werden konnen, sodaß ich es mir versagen muß, beute auf die Einzelheiten der Frage näher einzugeben. (Bravo!) '

Nachdem no me r wird Vertagung chschwffkxnrre Abgeordnete gesprochen haben,

Zur Geschäftsvrdnung bemerkt der

Abg. Gröbe (Zentr.): Meine Herren exsönliche Ebrensa e, meinen verehrten F-kr-liegeiis ifßlgetiiix: Xi? [(WM abzugeben: In der Siyun des Reichstags vom 19. ärz hat der Abg. Erzberger 'in einer Rede über die Kolonialpolitik gesagt: .Der Eingeborene ist auch ein Mensch, aus- geßattet mit einer unsterblichen Seele und zu derselben ewigen Bestimmunz berufen wie wir.“ Nach Anhörung dieser Worte, wie ich ausdrü lich hervorheben will, verzeichnet der unkorrigierte amtliche steno rezvbiscbe Bericht Unruhe und Zwischenru e von der Iournalistentr bune, lebhafte Entrüfiungsrufe aus izer Mitte Glocke des Präsidenten. An den lebhaflen Entrüstungsrufen aus der, Mitte war auch ich beteiligt. Das GeMter von der oumalisien- tribüne war so auffallend, daß ich mit anderen ollegen den Eindruck ewonnen habe, es handele sich um eine Verhöhnung des Im

Ick möäte nur eine Kleinigkeit noch berühren. Der Aba. Bebel bat geftern auf eiue Zeitungsnotiz Bezug genomZeeT

«*„

einen Zuruf, der dann vom Präsidenten gerügt worden ifi Der stenograpbis Bericht . über di S v 19. ' bestätigt. daß sol : Störungen von deer MYaliftTYiribüneMaY

WWW" Z““ ?"“ “(Zina uo _ rage me net das - arlamentariZhen Ausdruck geg: enug habee,r so l;.itetleääixr ZIRKU- Guldigung.

Schluß gegen 61/ Uhr.“ Nächste Sißun Donnersta 1 Uhr. (Fork'eßung de? Etaisberatung; VersicheZungsvertrag.

Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten. 60. Sißung vom 24. März 1908, Vormittags 11 Uhr. (Beritkt vo_n Wolffs Txlegrapbiscbem Bureau.)

Ueber den Be“ inn der Si un i i Nummer 1). Bl. beriihtet morden.ß g | n der gestrigen

Auf der „TageSoxdnung steht die ersie Beratung des Entwurfs eines Eisenbahnanleihegeseßes (Sekundär- bahnZTrlÉgeY. f d

e or age or ertins eamt502850000 u .

Bau von zwei Haupteisenbßxkinen (Kreuztbal-ÉeidßxeiiivLZillaenbiiZ und Oberbaysen-West-Hobenbudberg mit einer neuen Ei eu- babnbrucke uber den Rhein bei Rubrort). 5. zum an von 13 Nebeneijenbabnen und a. zur Besthaffung von Betriebs- mitteln fur diese neuen Linien zusammen 132 525000 11. zur Anlegun des zweiten bezw. dritten und vierten Gleises ck 22 Strecken 62 17000 .“, 111. zur Fertigiiellung des Baues von zweiten, dritten und vierten Gleisen, Vorortgleisen und Verbindungs- babnzn auf 30 Strecken 32184000 .“, 117. zu verschiedenen Bau- ausfubrungen (Erweiterung des oberschlesisch SÖmalspur- ne es, Herstellgng einer Umgebungsbabn bei Elm, Deckung der

ebrkosien fur bereits genehmigte Bauausführungen bei 9 Strecken! 20424000 .“, 7. zur Beschaffung von Betriebs- mitteln fur die bestehenden Staaisbabnen 220000000 .“, 71. ur Auffüllung des Disposi-ions onds der Eismbabnverwaltung sur ermebrung ker Betriebsmittel, weiterun und Ergänzung der Bahnanlagen sowie zu Grundeerbungen bebu s Vorbereitung der- artiger Erwäterungen im Falle eines nicht vorherzusebenden Bedürf- :bYSZdeÖkéitYYZJbWWW erwarZerder Verkehrsfteigerung (Gesetz Baues von Kleinbabnen 5000000 „1114 M weiteren Förderung des _ Es findet zunächst eine all emeine B re un , lei uber die in der Vorlage vorggesehenen eeiiiizeclliieng BYZUUY fahrungen, statt.

Minister der öffentlichen Arbeiten Breitenbach:

Die beute zur Beratung stehende Kreditvorlage der Staatseisen- babnverwaltung schließt mit einem Betrag von 502850000 .“ ab. Hiervon entfallen 18911000 .“ auf Beiträge des Reichs und anderer Jntereffenten, sodaß 483 933 000 .“ vom Staat zu tragen sind. Dies ist die umfangreichste Eisenbabnkreditvorlage, die seit dem Bestehen der Staatseisenbahn eingebracht ist, und übersteigt diejenige des Jahres 1907 um erheblich mehr als 200 Millionen. Der Grund liegt in den hoben Beträgen, welche für die Vervollständigung des Betriebs- apparates der SiaatSeisenbabn, der baulichen Anlagen sowohl wie des Fuhrparks erforderlich sind, um die Staatseisenbabnen leistungsfähig zu u_1achen und zu erhalten zur Aufnahme des Verkehrs, den sie zu bewaltigen haben. Ich erinnere daran, daß allein in den Jahren 1905 und 1906 der Personenverkehr um 17 o/o, der Güterverkehr um 18 0/9, die Robeifenerzeugung um 20% und die levtere in den Jahren 1901 bis 1906 ummebr als 50% gestiegen ist. Wenk auch gegen- wartig die wirtschastliche Entwicklung eine Abschwächung zeigt, so wird sich doch bald wieder eine Aufwärtsbewegung geltend machen, ;md die Staatsbabnverwaliung hat allen Anlaß, für die Zukunft zu orgen.

Den Hauptteil des erbetenen Kredits bilden daher die Mittel für die Ausstattung des bestehenden Staatseisenbabnneßes. Hierfür deen in Anspruch genommen 96 519000 .“ für den mebrgleisigen Ausbau einschließlich der Erhöhung früherer Bewilligungen, 220Mi1. lionen für die Vermehrung des Fuhrparks, von denen 50 Millionen im Jahre 1909 Verwendung finden folien, 30 Millionen zur Auf- füllungxdes Dispositionsfonds der Staatsbahn, hierzu treten noch die Mae für den Bau einer Umgebungsbabn bei Elm mit 11 721000 .“ und ferner für die Ergänzung des Schmalspurneßes in Oberschlesien mit 2483000 .“, sodaß im ganzen 360 723 000 .“ zur besseren Aus- rüstung der bestehenden Bahnanlagen erbeten werden.

Die Gründe, die zu den außerordentlichen Anforderungen dieser Kreditvorlage geführt haben, sind bereits bei der Verhandlung des Etats in der Kommission und in dem boben Hause eingebend erörtert. chfaffe sie daher nur kurz zusammen. Die starke Beanspruchung des Kredits beruht einmal darauf, daß wir in früheren Jahren das Staatßeisenbabnnetz nicht genügend ausgestaltet baben, namentlich von 1890 bis 19(0. Ferner berubt sie auf der erfreulichen, alle Erwartungen übersteigenden Entwicklung des Verkehrs der Staatseisenbabnverwaltung, die be- sonders in den leisten Jahren eine ungewöhnliche gewesen ist. Endlich beruht sie auf den sehr stark steigenden ordentlichen Ausgaben der Betriebsverwaltung aus Gründen, die ebenfalls in den früheren Verhandlungen des näheren erwogen und erörtert worden sind, und die es unmöglich machen, aus den eigenen Einnahmen und Ueber- schüffen der Staatseisenbabnverwäiung die Mittel für die weitere Ausgesialtung des Staatseisenbabr-parkes und für den Ausbau zweiter Gleise im früheren Umfange bmugeben. Die von Ihnen erbetenen erheblichen “Bewilligungen sind in der Denkschrift im einzelrien be- gründet worden. Ich darf mir vorbehalten, nähere Erläuterungen sowolZl in der Kommission wie in der xweiten Lesung nach Erfordern zu ge en.

Ungeachtet der hohen Anforderungen für die bestehenden Babnen hat auch für die Erweiterung des Staatseisenbabnnetzes, die Herstellung neuer Bahnen, ein erheblicher Betrag bereit gestellt werden können. In § 1 des Gesetzentwurfs werden hierfür gefordert 132 525000 .“, zu denen noch fernere 4602 000 .“ zur Erhöhung fruberer Bewilligungen binsutreten, sodaß im ganzen 137 127 000 .“ für den Bau neuer Bahnen erbeten werden. Von diesem Betrag entfallen auf den Bau von zwei Hauptbahnen 52500000.“ und von 13 Nebenbabnen rund 70000000 .“ Die beiden Hauptbahnen find vornehmlich dazu befiimmt, die Leistungsfähigkeit des Staats- eisenbabnneves im Wesien der Monarchie zu erhöhen, insbesondere den schw“ belasteten Abfubrlinien des rbeiniscb-weftfäliitben Indusirie- reviers nach dem Westen und dem Süden neue, ebenbürtige Verkehrs- wege zur Seile zu stellen. *

halts det uefübrungen des Rednets. möchte bluntfüaen d üb Wenige Tage vorher, ä li i durch eiiien Zuruf voii nbuch3ouuun misieub" WaesiörtwmwbrédenRM

(Mk in der Zweiten Beilage.)

sonst wiederholt er olgt sind. Wenn ich in Erinnerung an*diefe Vor- ' ts des" Ernstes der von dem Redner *

* .

Zwe i t c -Bei]... g . .-

. .

' zum Deutschen Reichsanzeiger und Kö)“, “lith- Preuß

Berlin, Mittwoch,de125*_Mäch

„zx 73.

(Schluß aus der Ersten Beilage.)

Vor alLem bedürfen wir eines neuen leistungsfähigen Rbeinüber- gangs im Norden des Reviers, da bekanntlich der Koblenbergbau fjark nacb No;den vorschreiiet und sich gleichzeitig auf der linken Rheinseite ein bedeutsames neues Koblenrevier entwickelt. Um diesem Verkehr zu dienen, bedürfen wir einer neuen Hauptbabnlinie mischen Oberhausen und Hobenbudberg mit einer neuen Rhein- brücke unterhalb Ruhrort. Die zweite Hauptbahn soll aus dem Siegerland nacb Dillenburg in Naffau führen und im Verein mit der bereits im Bau begriffenen Hauptbabnliuie zwischen Dortmunder- fad und Schwerte und der bestebenden Rubrsiegbabn für die Ver“ bindung des Rubrreviers in südlicher Richtung nach dem Main einen neuen leistungsfäbigkn Babnweg schaffen. Diese neue Babn- linie wird die dringend erforderliche Entlastung der überlasteten rechts- rheiniscben Linie bcrbeifübren.

Wenn sich die Vorlage auf diese beiden Hauptbabpxn beschränkt hat, so ist doch, wie ich wiederholt darzulegen die Ehre hatte, auch in anderen Teilen des Staatseisenbabngebieis ein dringlicbes Bedürfnis für den Ausbau weiterer Hauptbahnen vorhanden. (Sehr richtig!) Insbesondere erfordert der mächtig anwachsende Verkehr von Berlin mit seinen Vororten die Schaffung neuer Durchgangslinien. Die Anforderungen auf diesem Gebiete werden in den nächsten Jahren xicht nachlassen.

Auf neue Nebenbahnen sollen rund 70 Millionen Mark ver- wendet werden, einéchiießlitb der erforderlichen Betriebßmittel 78 Millionen Mark. Von diesen 78 Millionen entfallen "als Beiirag des Reichs 11400000 .“ Für den Kredit sollen gebaut werden 406 kw Nebenbahnen, und zwar 204 km im Bereiche der öfiiicben Provinzen, 180 km im Westen der Monarchie und 22 km in Waldeck in und Oldenburg. Im Osten find für Ostpreußen zwei neue Linien mit rund 99 km vorgescben, die zur wirtschaftlichen Hebung der Provinz beitragen werden. Die Verbindung der Städte Glogau und Frausjadt mit ibrem Hinterlande wird den nationalen Jniereffen in dem schlesisch-pos_enschen Grenzbezirke dienen. Die Ver- bindung des vorpommersckoen Festlandes und der Stadt Barth mit der Insel Zingst und dem Darß soll einen unter der Ungunst seiner geographischen Lage leidenden Landesteil an das Verkehrßneß der Staatseisenbahn anschließen, ebenso wie die geplanten Eisenbahnen in der Eifel,- im Westerwald und an der Nabe der wirtschaftlichen Förderung dieser Bezirke zustattcn kommen weiden. Die Bahn von Nienburg nacb Diepholz wird einen beträchtlichen Teil der Provinz Hannover links der Weser durchschneiden und diesem Gebiete eine beffere unmitieibare Verbindung mit der Provinzialbauptstadt und den östlich davon gelegenen _VerkebrSgebieten geben.

Wenn auch manche Wünsche noch nicht haben erfüllt werden können, so wird doch, wie ich hoffe, auch dieser Teil der Vorlage Ihre Zustimmung und im Lande Beifall finden. .

Für die Förderung des Kleinbabnbaues sind wiederum, wie in den Vorjahren, 5 Millionen eingestellt worden, wodurch der Klein- babnfonds auf 99 Millionen ansteigt.

Zum Schlusse sei mir noch ein kurzer Rückblick gestattet auf die seit der Begründung des StaatSeisenbabnneves von 1880 bis jetzt extraordinär bewilligten Geldmittel. Sie stellen sich bis zum Schluffe dicses Etuisjabrs auf rund 4T Milliarde Mark. Davon sind be- stimmt gewesen U Miiiiarden für den Bau von 14 359 km neuer Buhnen, die Beiriebßmittel nicht eingerechnet; ferner 1850 Millionen für die bauliche VervoÜständigung des Netzes, etrvas über 1 Milliarde fir die Vecmrbrunz des Fuhrparks und etwa 106 Millionen zur Förderung des Baues yo.! Privatöabnen, insbesondere Kleinbabnen. Von diesem Betrage von 41 Milliarden wurden rund 2,8 Milliarden aus Anleihen und 1,7 Milliarden aus den laufenden Einnahmen bestritten. Trotz des steten Steigens der be- sonders in den leisten Iabrcn ganz außerordentlich stark ge- förderten Bauten sind immer noch erbéblicbe Beträge, wie “das am!) der Baubericht der StaatSeisenbabnverwaitung nachweist, nicht ver- wxndet worden, zum Teil weil die geseßlichen Vorbedingungen für den Beginn der Bauten noch nicht erfüllt sind. Die Verwaltung ift indes nach Kräften bemüht, auch auf diesem Gebiete kräftig vorwärts

zu ichreitcn und die ihr bewilligten reichen Mittel sobald als möglich

zum Segen des Landes zu verwerten. (AÜseiiiges Bravo.)

Von den zur Vorlage gemeldeten 140 Rednern aus dem Hause nimmt als erster das Wort , .

Abg. von Quast (ions): Rund eine halbe Milliarde ist dieSmal für die Zwecke eingcstellt, die früher unter dem AuSdruck .Sekundärbabn- voxlage“ be kiffen waren, später nannte man es Nebenbahnengese? dann Klein abnengeseß und jeßt Anleibegeseß. Von den Einze - beiten will ich bervotbeben, daß unter 11 zur Auberge neuer Gleise auf der Strecke Cbarioitenburg-Spandau die Summe von 5030000 .“ gefordert wird. Hierzu sollen die Städte Charlotten- burg und Spandau einen unverzinslicben Zuschuß von 3420000 .“ leisten. Man muß aber bedenken, _daß diese Arbeiten (Groß- Beriin sebr zugute kommen, und man mußte doch Mittel und Wege finden, um auch die Stadt Berlin selbst zu derartigen Aufwendungen heranzuziehen. Die Fraue wegen der Auffüilun des 30-Mil1wnen- fonds, die der Abg. Gyßling bei der zweiten_ e ung zur Sprache brachte, werden wir am zweckmaßtgsten ausfubr ich in der Budget- kommission erörtern können; _ich beantrage, den vorliegenden Gesetz- entwurf dieser Kommission zu uberweisen.

Ab . Wallenbnrn (Zenit): Fur die Beschaffung der Betriebs- mittel ,aben meine Freunde bereits ihr Einverstandnis bei der Etats- beratung erklärt. Wir lcgen Wert darauf, daß nach den Anregunäen des Abgeordnetrnbauses bei dem Bau von Nebe_nbabnen in (: en Fällen die Interessenten die Grunderwetbskosißn zu uberne_bmen haben, wobei aiierdings den leistungsstbwachen Kreisen "Zusibusse gewahrt werden sollten. Eine sorgfaltigere Veranschlagung durfte sicb empfehlen damit die Nachforderungen von Mehrkosten verwieden wurden. Ö möchte dem Minister meinen Dank abstatten fur die Einsevung der Linie Jünkkratb- Bütgenbacb.

Abg. Macco (nl. : Es ist nicht uberraschend, daß wir jeßt eine Vorlage von solchem mfange bekommen haben, denn die Bedurfniffe des Vcrkebrs müssen eben befriedigt werden. Es wäre aber wünschens-

werden, und dazu müßte diese Vorlage «Yig mit dem Etat eingebracht werken. Die Vorlage fordert Millionen Mark zur Auffüllung des Dispofitionsfonds; meipelßäeunde wünschen aber, daß diese Forderung regelmäßig im Etat _ sieht, denn dieser Fonds kann nicht von dem jeweiligen Stunde der Finanzen ab- hängig “gemacht werden. Mein Freund ,-Effen hat schon auf die Notwendigkeit des Umbaues der Güterbabnböfe hingewiesen; das würde nur dem Interesse der Eisenbahnverwaitupg dienen, denn der Verkehr würde erleichtert werden, und der durch ebende Verkebr könnte beschleunigt werden. Durch differe Einx turXen müssen wir diakoin streben, eine bessere Rente von den E cnbabnen zu er- z e en. Abg. Vorste r (ftkons .) : Meine politiscbm reunde haben von jeher- den Standpunkt vertreten,_kaß zu den Neuem a en von Haupt- und Nebenbahnen, die erforderlich md, die Mittel ereit- estellt werden müssen, um forigeseßt unsere isenbabnen auf der e ibrer A f- aben zu erhalten. Auch in Zeiten schleäpter Finanzlage sollen diese euanlogen nicbt gehemmt, sondern erst recht gefördert werden. Durch sie werden dann der Industrie neue Auftrage zugeführt und damit auch unserer Arbeiterfcbaft,-*die sonst unter der wirtschaftlichen Depression zu leiden bat, neue Erwerbs ellen eröffnet. Die vorgesehene Neuanlché9 Oberbausen-Weft-Ho enbudberg ist für den Westen von roßer ichtigkeit. Mit dieser Linie ist derBau einer neuen Rbein rücke veibunden, die von ubrort nacb Homberg führt. Bei der außerorientiicben Ueberlastuug des Industriereviers Ober- bausen-Duisburg ist diese neue Rheinbrücke eine dringende Noi- wendigkeit. Sie wird Wesentlich dazu beitragen. den Verkehr auf das ,linke Rheinufer überzufübren und die. dort vo andenen, weniger be- nußten Bahnen für die TranSporte nach dem üden heranzuziehen. So gern wir also die neue Rheinbrücke „begrüßen, so scheinen doch gegen die Linienführung Bedenken vormlieZen; fie sind nieder- elegt in Ein aben der Orte Duisbur und omberg, ferner des ZZercins zur abrung der Rbeinscbiffa rtSintereffen und der qudeis- kammer in T*uiSbur . Es wird eine Störung der Rheinicbtffabrt befürchtet; auch so en die Jndusirieugternebmen des rechten Ufers durch den jeßigen Plan der Brücke gestbadigt werden. Alle diese Ein- wände bedürfen einstiicher Prüsun in der Budgetkommisfion. projeitiette Anlage der Rheinbrü e würde die großen Hafenanlagen der Zeche Rdeinpreußen am rechten Rbeinufer sebr beeinträchtigen. Auf Einzelheiten will ich nicht eingeben, _indes die dringende Bitte aussprechen, daß neben den anderen Einwanden namentlich auch die Interéffen des linken Rheinufers, insbesondere der Zerbe Rbeinpreußen eingehend berücksichtigt werden.

Ab . von Ne uman n= Großenborau (kons.): Nach der Vorla e soll das Babnneß in dor Pxovinz Posen durch eine neux Linie von olzig nach (Glogau mit Abzweigung nach Fraustadt erganzt werden. Die Linienführung ist auSgezeicbnet, sie erschließt reiche und arme Gegendxn, und vor ckck D ngen schafft fieiür diese Westseite der Provinz eine weitere Verbindung nach Stklesi'en und wird die berubrten Dörfer in wirtschaftlicher Beziehung kräftißen. Wir können deshalb für die Vorlage dankbar und damit zufr eden sein, aber wir baden noch den dringenden Wunsch, daß diese Babu, welche den KreisBomst und den Kreis Glogau auf1chließt, auch in der Richtung"uber Kontop durch den Grünberger Krexs efübr? wird und Anschiuffe erhalt, fei es nach Tschicberzig, sei es na Züllicbau. Wir können nur dringend wünschen, daß mit derselben Schnelligkeit, mit der der erste (Gedanke in dieser Vorlage verwirklicht ist, auch diesxs andere Projekt verfo'gt werden möge. Wir würden dafür unendlich dankbar sein, und es würden fruchtbare und gewinnbringende Gebiete erschlossen, werden, in denen heute noch die Leute 20 km weit mit ihren Frachten zu fahren haben. _

Abg. B o ys : ti ons .) dankt fur die Aufnahme derLinie, Angerburg- Gumbinnen in die orlage, indem „er zugleich anexkennt, daß die ge- wählte Linienführung sehr glücklitb ist und die meisten Interessenten-

kreise befriedigt. _ . Abg. Meyer-Diepbolz (ul.) dankt fur die Aufnahme der Linie

(Nienburg a. d. Weser) Lemke-Diepboiz, die einem von ihm stets vertreienen Wunsche entspreche. . '

Abg. Hofmann (nl,) bittet, bxi Eisenbahnbauten möglichst ein- heimische Arbeiter zu verwenden. '

Abg. von Bockelberg (*kons.) bittet den Minister, stets vorher mit den einzelnen Persönlichkeiten eines Kreises beim Bau oon Neben- bahnen xu konferieren, cs entstünden sonst oft unnötige Kosten durch die voxbereitenden Arbeiten, wenn sich die Sache, nachher zcrschlage.

Abg. von Schubert irakiionslos) ibt seiner Feude AuSdruck, da? lldieistBalm Heimbach ( abe)-BaumFolder in die Vorlage ein-

e e t . gs Abg. Rosenow (fr. Volkßp.) dankt für den Nußbau der vor- esebenen Strecke Schönbols-Hermsdorf und bittet, daß dieser Aus- bau bald vor sich gebe; die Zustände auf dem Bahnhofs in Herms- dorf bedürften dringend einer Verbesserung. - Herr von Quast babe wieker Berlin Kostxn für aligemeine Staaiszwecke auferlegen wwlien, dießmai sogar für Bahnbauten. Man müsse doch itximer bedenken, Zviieviel Berlin zu den ailgemeinen StaaiSeinnabmen uberhaupt schon 8 tra e.

??bg. Dr. Hauptmann(3ertr.): Die Vorlage bat„einen gewissen poetischen Gehalt, sie kommt jedes Jahr wie das Madchen aus der Fremde mit neuen (Gaben. Für das Rheinland sind sogar zwei Hauptbahnen mit 54 Miliionen Mark eingestellt; in mancher anderen Beziehun find aber die Rbeiniandetscbleäoter weggekommen, als es ihrer wiri1chaftlichen Bedeutung entspricht. -

Abg. von Quast (kons.) macht den Abg. Rosenow darauf auf- merksam, daß, die Stadt Berlin bisher niemals wie andere Städte durch Hergabe von Grund und Boden bel Eisenbahnbauten zu den Kosten herangezogen worden sei; er babe (“l_uch Weniger die Stadt Berlin gemeint, als (Groß-Verlin unt seinen samtlichen Vororten.

Abg. Ro enow (ir. VolkSp.)weist demgegenüber daraufhin, daß Berlin durch nkauf ei ener Siraßenbabnlinien nach Möglichkeit sein Interesse für die Bedürxini e dss Verkehrs gezeigt habe, ebenso werden jetzt Untergrundbabnen in ngriff genommen.

Abg. von Quast (pxrsönlicb): Ich habe nur yon dem geiprocben, was Berlin bisher nicht Yetan bat, nicht von dem, was es xeßt nach den Ausführungen des A g. Roxenow beabsichtigt.

Das Haus tritt darauf _m dre Besprechuyg uber neue Eisenbahnlmien_und Bauausfubrungen ein, die 111 dem Gesek- eniwurf noch nicht vorgesehen smd.

Abg. 1). Hackenberg (nl,): Ich vertrete den Hynörück, deffen Name besagt: Graue öhle, das ist bezeichnend, es ist ein raubes, armes Gebirgsland. ie StaatsregierunY'muß dort mindestens fur die Verkehrsbedücfnisse durch den Bau einer mie Simmern-iisemünden sorgen und sodann den mittleren Hunörück umsehen Trarbach und

Kirn durch geeignete Verkehrsverbindungen erschließen. Abg. Student (freitoni): Wir _petitionieren schon seit langen Jahren um eine Bahn Schwiebus - Zuliicbau bis zum Tschicherziger

Oderbaien und bitten, unserm Wunsch endlich zu erfüllen. Wißmann (ul.) empfiehlt den Außbau der Babn Jauer-

Ab . Robustogck als Vollbabn weil ein besserer Schienenwcg von Liegnitz nacb Hirschberg ein unabweisbares Berürfnis sei. Das Beste aber sei der Ausbau der Linie Liegniv-Goldber?“ era:6dorf als Vollbabn irekte Fortsetzung bis nach H rsch erg

' mm al! emein erwartet hätte, und bitte es wen

Süden des Eichsfeldes noch nicht in dieser Vorlakie enthalten sei. wie _ asiens in die näcbsi- jahrige orlage aufzunebmm, sowie die chou bewilligte neue Linie im Kreise Worbis endlich zur Ausfübrung zu bringen.

Abg. Dr. Becker (Jenin) erkennt dankbar an, daß durch die Auf- nahme der Linie Jünkeratb-Büigenbacb in die Vorlage ein dringr-ndes Bedürfnis erfüllt sei, macht aber daraufaufmerkiam, daß nicht minder wichtig ein_ankeres,ogleichfalis seit langer Zeit gewünschtes wirkt !ci, nämlich der Ausbau der Sirccke Wipperfürxb7Bergisch-G adbach zum Auschluß drs bergischen Landes und zu dessen Annäherung an '- die Metropole der Rheinprovinz, an Cöln.

Abg. Heckenrotl) (kons.) macht den Minister nochmals auf die von ibm schon früher geitend gemacbxen Wünsche zum Aufschlu d Westerwaldes aufmerksam und wünsch besonders mehrere Ans li": “. nach dem Siegerland.

Abg. ammet (kons.) empfiehlt eiue neueLinie von Fürstenwalde nacb Bees ow an dem schönen Scharmüßelsee vorbei. Schon 1867 sei ein solches Projekt Vorgeprüft und 1873 noch einmal nachgeprüit worden. Man babe dann mar eine Bahn von KönigSwusterbausen,nach Storkow zum Scharmü xlsee gebaut, dadurch aber gerade das schon

- am meisten befiedeite Ncr ufar des Sees obne Verbindung gelassen. Dort

bestehe fchon ein Koblenbergwerk mit Brikettfabrik, farurr in Ketschen- dorf bei Füistenwalde eine Backsieinfabrik obne Bab anschluß. Die Bahn würde bedenkende Abkürzungen zwischen Fürienwalde, Beeskow und Fürstenberg nach Sachsen bin und andererseits nach dem Oderbruch usw. bringen, ebenso zwischen Hamburg, Berlin und Schlesien. Eine Rentabilitätsberxchnung babe Linen Ueberschuß Von 39 000 .“ ergeben, seit deren Aussteliung sei aber der Verkehr noch bedeutend lebhafter geworden, namentlich durcb Ausflügler Von Berlin. Auch im Interesse der Berliner müsse der Scharmüßeisee schnelier zugänglich g€macht werden.

Abg. Lusensky (ni.) empfiehlt eine Verbindung von Hobensaiza nach der LandeSgrenje mit einer Abzweigung nach Kruschwiß; anderer- seits bestehe der Wunsch, von Hobensalza eine Verbindung mit Labischin und Sebubin zu schaffen. Er wolle kein bestiu-mtes P:!)- jekt vorziehen, jedenfalls aber müsse im Jntereffe des Deutschtums auch dieser Landesteil aufgeschloffen werden.

Abg. Prieße (ni.) wünscht verscbikdene neue Linien im Saar- revier, nämlich Lebach-Tboley-St. Wkndel, die Fortseßung der Bahn vowSt. Wendel über Freisen-Oberkircben nach Kusel- Heimchh-Baumboider und dmüber hinaus, ferner ron Ottweiler zur Fiiäybacbbabn.

Kreise Groß-Strebliy in Oberschlesien den Bau eiwer Bahn Kosel- Kandrzin-Voffowska, um den Berkebr von Breslau nach Oester- reich übc'r Oderberg zu entlasten, abgesehen von der lokalen Bedeutung dieser Babu.

Abg. Dr. I d er 1) off (freikons .) befü1Woriet den Bau einer Vollbahn Aurich-Sande, um eine Verbindung berzusteiien zwischen den beiden wichtigen Häfen Wilhelmshaven und Emden. ' -

Untersiaatssekretär Fleck weist daraufhin, daß nicbt die Eisenbahn- direkiton Kattowitz, sondern die Zentraiivstanz die bisherigen Ent- scheidungen für ren Bau event. neuer Bahnen im Kreise Groß- Strebliß getroffen babe.

Abg. Hirt (ions .) bittet um Verbefferung der Verkehrswerbindungen nach dem Zobtengebirge; die Stadt Zobten werde sich dadurch Yneiicr zu einem Vorort und ErholungSort Breslaus entwickeln

nnen. .) Abg. Heine (ni.) wünscht den Bau einer von mehreren Handelskammern als notwendig erachteten Babu von Münden nach Bodenfelde im Oberwesertal. Auch in den Kreisen Heiligenstadt und Worbis müßten die Bahnverbindungen verbeffert Werden.

Abg. Gottschalk-Sauerwalde (kons.) regt den Bau einer Linie Gumbinnen-Trappönen an, um die Ostbahn mit dem Memelstrom zu verbinden, ferner eine Verbindung der Tilfit-Königsberger Bahn von der Station Skangirren mit der Tiisit-Staliupöner Bahn.

Abg. Hoch (freikons.) bringt feine ichon öfter zum Außdruck ge- brachten Wüns e für din Bau einer Bahn Laskowiß-Schweß in Wesjpreußen in Erinnerung. '

Abg. Malkewiß (kons.): Ick wünschte, auch einmal bier nicht als Bittenker, sondern als Dankendsr sieben zu'können, um zu danken für die Erfüllung der Wünsche, die wir sert Jahrzehnten biermr Sprache bringen. Am Schluß dieser Beratung sagt der Minister alljährlich, daß er alle Wünsche prüfen wolle, aber wir müffen immer wieder damit kommen. Man soUte zuräcbst dort Verkehr [(hoffen, wo es noch keinen gibt, anstatt den Verkehr da zu vervolisiandigcn, wo er schon befriedigt ist. Das gilt von meiner Heimat Pommern. Die verstorbenen Abgg. Praetorius und Manteuffel würden sich im (Grabe umdrehen, wenn sie vernehmen könnten, daß der oft geäußerte Wunsch noch immer nicht erfüüt ist, daß eine Babuvsrbindung von Schwedt über Vierraden und Gary n«*ch Stettin geschaffen werde, eine Verbindung, die nicht nur für die dortige Gegend, für die Städte Vierraden und Gary eine dringende Notwendigkeit ist, sondern auch die Rentabilität dcs Großscbiffabrtstes BerliN- Stettin erhöhen würde. Ich bitte den Minister, in die näcbstjäbrige Vorlage dieses Projekt aufzm ebmen. . _

Abg. Meyer-Diepbolz (nl) wünscht eine Linie von Lemförde nacb Rabdkn.

Abg. Engelmann (nl,) schließt sich dem Vsdamrn des Abg. Hackenbsrg an, daß der meliorationsbriürfiig; Hunsrück in dieser Vorlage nicht berücksichtigt sei, und wün!cht, tax; in der nächstjäbrigen Vorlage ein? Linie Simmern-Gemünden mit Fortsxßung 5:5 zur Nabe erscbxint, ferner empfiehlt er eine rkcbte Mojeiuferbabn Von Koblenz über Senbeim.

Abg. Braemer (frkons.) wünscht Line Vkrbindung Wm Pilikalien nach Skaisgirren über Kassen, Malwiicbken, Kraupikchken und Sziiien und ferner Anschluß daran von (Gumbinnen nach Malwischken.

Abg. Kante (_Zentr) emrfirhlt in den erisen Gersfeld undHHünfeld die neuen Linien Hildérs-Wüjjcnsackpsen, Luttcr-Poppenbauien und Eckwsisbacb “Hünfeld. _ , , , . .

Abg.Kesternich(3entr.)befürwortet verickx-ZdeneLmteg im Kreise Schlridxn, und zwar Abrdorf-Blankenbeim, Pölientbal-Sandfit und Ausbau der Rubrialbabn von Heimbach nach Kaiterverbkrg.

H Abcgk. Mies (Jenin) wünscht Aufschluß des nördlichen Teiles drs unérü s.

Abg. Faitin (Zentr) empfiehltden schnelleren Ausbuu ier Strecke Voffowska-Groß-Strebliß in Oberschlesien und Bewilligung der Forrskßung nacb Kandrzin. Ferner empfiehlt der Redner, daß dis Stationßanlagen des Haltepunktes Petrowiß an der _Strecke Ida- Weicbe-Nicolai den dortigen Verkehrsbedürfniffen gemaß auSgébaut werden.

Abg. Graf von Praschma (Zenir.) regt den Bau einer Linie von Deutsch-Raffelwiiz über Friedland nacb Lamsdorf und deren Fort- seßung nach Grottkau an.

Abg. Kerköof (ni.) wünscht die Weiterführung der Babu Nienburg-Rabden nicht nach Lemförde, sondern “nach Bohmte.

Abg. Ernst (fr. Vgg.) bittet, daß die ieit 10 Jahren ge- wünschte Linie _Sebneidemübl- Bentsiben, für die die Stricke Schneidemübl-U]ch-Cjarnikau endlich bewilligt sei, nun auch aber Wronke-P'mne nacb Bentscben weitergeführt wsrden möchte. erner

wüns t der Redner im Jntere e der aufblühenden Stadt S weiin

Abg. Tourneau (Zaun.) bedauert, daß das ieii langer Zeit von

wert, wenn wir schon bei der Etatsberatung übersehen könnten, welcbe Mittel für Eisenbabnzwccke insgesamt “im Jahre erforderliih sein

den interessierten Kreisen gewünschte Projekt von Heiligenstadt nach dem

in Pc) en eine Linie Gleißen- önigswalde nacb Schwerin. Der bereits

Abg. (Graf von Strachwiß-Bertelsdorf (Zenit) empfiehlt im *

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