1866 / 95 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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2. d. M. ist dem Pariiculier C. Hansen in Pinneberg die Erlaubniß eriheilk worden, behufs der Anlage des im Artikel 7 der Gasteiner Convention vom 14. August v. I. vorbehaltenen Nord-Osisee-Kanals in der Richtung von Eckernförde nach St.“ Margarethen auf dem holsteinischen Gebiete nochmals technische Untersuchungen anstellen zu lassen, mit der Verpflichtung zum Ersah alles etwa dadurch Verur. sachten Schadens. - Eine andere Bekanntmachung meldet die Er- richtung eines statisiischen Büreaus für das Herzogthum HOlsiein unter der Leitung des Professors 1)1*. Seelig in Düßernbrook. Hadersleben, 19. April. (Nordsl. Tid.) Des 18. April, des Düppeler Sturmtages, ist natürlich auch hier in der-nörd. lichsten Stadt Schleswig-Holsteins gedacht worden. Schon früh * Morgens wurde geflaggt, Mittags 12 Uhr wurde große Militair. Parade abgehalten und Abends versammelte fich zu einem, zur Ehre des Tages veranstalteten Souper im Saale des Bürgerwereins eine Gesellschaft von 60 Personen, bestehend aus den Offizieren dcr (Har. nison, Beamten, Lehrern und Bürgern der Stadt.

Sonderburg, 20. April. (Nordd. Ztg.) Die Administration

Justiz . Miyifterium.

Die Advokaten Biesenbach Küstxr und Lübevlcr zu Düssel- dorf sind zu Anwalten bei dem (Königlichen Landgericht zu Düssel.

dorf ernannt worden.

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emeine Patentgesehgebung erklärt Großherzogtbum Heffcn, daß we- eintragen werden mit Be eichnun der'eni en von den

Zen ihrer Abweichung von der bestehenden Gesehgchung und der in Kommissionen, für welchczfie gcwgählt 1zu (werden wünschixßréigm fünf Kraft bestehenden Zollvereinsvorschriften der Beitritt vor der and Die ungarisch - kroatische Deputation hält beute Abends abgelehnt werden müsse. Aehnliche Erklärung wird von Reuß ä terer Sißung. *Magyar Viläg- theilt mit, daß Graf Anton M ajläth Linie und Lippx gegeben. - Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg- in der kroatisch - ungarischen Deputation, allein das Präsidium Strelih, Reuß jüngerer Linie, “Lippe und Frankfurt erklären ihre Be- führen werde. Das Protokoll wird gleichmäßig in ungarischer und reitwiliigkeit, dem Entwurf emer aligemeinen deutschen Maß- und kroatischer Sprache geführt werden. Die Deputation wird den Gewichisordnung beizutreten, untcr unwesentlichen Modificationen. * Gang der Berathungcn Wahrscheinlich geheim halten und nur wirk- Von Liechtenstein wird angezeigt, das; der Entwurf eines Geseßes liche Vereinbarungen den Zeitungen mitthciien,

gegen den Nachdruck angenommen jverdrn solle, sobald dies von der Agram, 21. April. Das Präfidium des kroatischcn Land- Mehrheit anderer Staaten JLschehe. - Ein Yiusschußantrag über Her- tages reproduzirt in der heutigen 'Agrarnethg_- den Landtange- ausgabe des Geseyenirvurfs und der Protokolle der Kommisfion zur schluß vom 12. März d.J. in Betreff der Wiederaufnahme der Land- Ausarbeitung einer allgemeinen deutschen Civilprozeßordnung wird gc- tagsfiyungen und bringt zur Kenntniß, daß die Wiederaufnahme nebmigt.-AndereAnträge über die Dotation derBundesfeftungMainz der Landtagsberatbungen nicht am 1. Mai d. M. stattfinden werde, und die Erbauung eines Wagenbauses daselbst werden zum Beschluß sondern einem späteren Zeitpunkte vorbehalten bleiben müsse,

Finanz : Yiinisterium.

Bei der heute fortgesehten Ziehung der 4. Klasse 133. König-

licher Klassen-Lotterie fiel 1 Hauptgewinn von 30,000 Thlr. auf c. 81730. ,

N 5,Gewinne zu 2000 Thlr. fielen auf Nr. 10,205. 19,435. 39,120. 65,557 und 71,308. _

54 Gewinne zu 1000 Thlr. auf Nr. 2414. 3971. 4030. 5698. 6232. 7154. 8636. 8929. 10,576. 10,692. 11,137. 11,800. 13,175. 15,335. 16,799. 20,504. 23,323. 25,545. 29,047. 33,154. 35,012. 35,331. 36,070. 38,526. 42,354. 42,665. 45,065. 45,735. 46,083.

46,284. 46,971. 47,970. 48,818. 50,817. 50,894. 53,900. 54,123. 54,195. 56,720. 57,014. 62,867. 63,617. 68,367. 72,965. 73,907. 77,450. 79,413. 81,554. 86,116. 86,450. 92,814. 93,131. 93,759 und 94,504. . .

39 Gewinne zu 500 Thlr. auf Nr. 2850. 3665. 3793. 8329.12,598. 15,484. 16,007. 16,834. 21,810. 21,854. 23,172. 25,910. 26,865. 29,580. 33,836. 38,163. 42,514. 43,959. 45,298. 48,519. 51,721. 53,319. 55,108. 57,101. 58,788. 59,274. 60,099. 60,433. 63,124. 64,955. 69,346. 72,055. 76,392. 76,775. 77,634. 81,539. 85,075. 89,357 und 90,178. . _

74 Gewinne zu 200 Thlr. auf Nr. 153. 1804. 3737. 4128. 4293. 5391. 6125. 11,235. 11,756. 13,938. 15,110. 15,138. 15,369. 16,766. 18,805. 18,910. 19,584. 20,990. 21,153. 21,706. 22,502. 22,609. 25,292. 25,400. 27,595. 27,622. 27,762. 27,910. 28,304. 30,483 31,880. 37,788. 43,312. 45,030. 46,232. 46,408. 46,763. 48,732. 49,688. 49,796. 51,709. 52,380. 53,848. 55,070. 59,444. 59,526. 59,916. 59,954. 61,303. 63,422. 65,339. 65,897. 66,526, 70,376. 74,751. 76,172. 77,217. 77,459. 78,944. 79,031. 80,671. 81,061. 84,157. 84,999. 85,380. 85,933. 87,112. 87,502. 87,930. 89,09 . 89,955. 91,55 . 93,539 und 94,995- Berlin, den 23. April 1866.

Königliche General-Lotterie-Direction.

Berlin, 23. April. Sr. Majestät der König haben Aller- gnädigst geruht: dem preußischen Unterthanen und Rabbiner der jüdischen Gemeinde zu Odessa, Simon Leon Schwabacher, die Erlaubniß zur Anlegung des von des Kaisers von Rußland questat ihm verliehenen St. Stanislaus-Ordens dritter Klasse zu crthetlcn.

Nichtamtliches.

Preußen. Berlin, 23. April. Sc. Majestät der König empfingen heute Morgen die Vorträge des KriegSminisiers und des Miiitair-Kabincts und arbeiteten dann mit dem Kabinets- Rath von Miihler' “Und dem Wirkiichen GeheimenObcr-Regierungs- Rath Coftenoble. Hierauf geruhten AUcrhöchftdieselben den Flügel- Adjutanten Sr. Majestät des Kaisers von Rußland, Obersten von Weimarn, zu empfangen, welcher die Ehre hatte, Sr.Majestät einen Brief des Kaisers einzubändigen; sowie dem Erzbischof von Posen und Gnesen, Grafen Ledochowsky, eine Abschieds-Audicnz Aller-

gnädigft zu eriheilcn. . *

- Jhrc Majestät die Königin wohnte am vorigen Frei- tag der Jahresfeier des unter Allerhöchstihrem Protektorate stehenden Berliner Kirchenbau-Vcreins im Dome bei und speiste vorgestern mit Sr. Majestät dem Könige bei der vcrwittweten Königin in Charlottenburg. Gestern wohnte die Königin dcm Gottesdienste in der St. Maricn-Kirche bei und besuchte Ihre Königl. Hoheit dic Kronprinzessin in Potsdam. -- Das Jamilien-Dincr fand bei Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen Carl statt.

- Durch Kabinets-Ordre vom 24. v. M. ist, wie die »Aach. Ztg.- meldet, bestimmt worden, daß die Jesisiellung der Landes- grenze des Landkreises. Aachen und des Kreises Geilenkirchen zwi.- schen der preußischen Gemeinde Gangelt und der niederländischen Gemeinde Schinveld, der preußischen Gemeinde Meristein, so wie den jenseitigen Gemeinden Kerkrade, Urbach ober Worm nnd Eygels- hoven, ferner der preußischen und der niederländischen Gemeinde Nimburg, endlich der preußischen Gemeinde Effeld und der nieder- ländischen Gemeinde Vlodrog im Wege kommissarischer Verhandlun- gen mit der Königl. niederländischen Regierung erfolge. Zu Kom- miffarien find ernannt worden RegierungSpräfident Kühlwettcr und Kataster-Jnspcktor 'Steurrrath Pelher.

Schwelm, 17. April. (W. M.) Die Aufhebung des Ein- zugsgeldes vom 1. k. M. ab ist nunmehr gestern vom Stadirath beschlossen worden.

Schleswig-Holstein. Kiel, 18. April. Das heute aus- gegebene 30ste Stück des rVerordnungsbl. f. d. Öerzogth. Holstein- enthält u. A. eine Bekanntmachung vom 9. d., betreffend das Ni- vellement einer Kanallinie von Eckernförde nach St.

Margarethen. Zufolge Reskripts der K. K. Statthalterschaft vom

der Grafschafi Reyentlow veröffentlichte gestern eine Bekannt- machung, laut welcher die Festungsbehörde zu Sonderburg es fiir nothwendig erkannt hat, daß die für den Festungsbau erforderlichen Arbeiten bis zum 15. Juni auch Sonntagsfortgeseht Werden. zufolge wcrden nur am Buß- und Bettage, den 25. April, sowie am Himmelfahrtstage und am 1. Pfingsttage die Arbeiten ruhen.

Dem-

Der 18. April wurde von den auf der Insel garnisonirenden preußischen Truppen durch einen feierlichen Gottesdienst auf den Düppeler „Höhen begangen. Dcr Militairprediger Frank hielt am Monument eine Rede, worauf der übliche Salut über die Gräber der Gefallenen abgefeuert Wurde, Welche von Damen aus Sonderburg und Augustendurg reich befränzt worden waren. Außer dem Militair waren der Amtmann, der Bürgermeister und der Ma- gistrat Sonderburgs, sowie eine Anzahl Civilpersonen, Herren und Damen, aus Sonderburg und Augustenburg anwesend. Am Nach- mittage hatte das hiesige Offizicrcorps ein Jesidiner im »Holsteini- schen Hansea veranstaltet.

HannoVer, 21. April. Die gewählten Präsidenten beider Häuser, Graf Bennigsen und Herr v. Schlepcgrcll, haben die Königliche Bestätigung gefunden.

Sachsen. Weimar, 21. April. Der Staatsminister von Waßdorfs hat fich zu der Konferenz der Minister der süd- und mitteldeutschen Staaten nach Augsburg begeben.

Frankfurt a. M., 21. April, Abends. (W. T. B.) Ju der heutigen Sitzung der Bundesversammlung stimmte Oester- reich für die Verweisung des preußischen Rcformantrages an eine be- sondere, aus 9 Mitgliedern bestehende Kommission,“ zugleich erklärte die österreichische Regierung ihre Bereitwilligkeit, auf eine Berathung der Bundesresorm einzugehen. Der Kaiser habe die Nothwendigkeit derselben durch seine Initiative im Jahre 1863 bereits anerkannt, und alle deutschen Regierunxu, mit Ausnahme Preußens, hätten sich damals geeinigt. Preußen wcrde fich hoffentlich der Verpflich- tung nichtentziehen, seineVorschläge eben so bestimmt zu formulircn.

Auf die Motive des preußischen Antrages übergehcnd, erklärte die österreichische Regierung, daß Artikel 11 der Bundesaftc und .Ar- tikel 19 der Wiener Schlußakte allen Bundesgenossen gleichen Schuß gewähre. Die Regierung wiederhole die von dem Kaiser von Oeser- rcich bereits in der Note vom 31. März gegebene Erklärung, daß er den Bundcsfriedcn nicht stören werde, und erwarte das Gleiche von Preußen. Nur wenn Achiung vor den Bundesgcschn die oberste Norm für alle Regierungen bleibe, könne das Vertrauenwiederkehren, welches allein eincn gedrihlichen Arrsgang dcr Bcrathungen über die Bundesresorm hoffen lasse.

Preußen brzdg fich einfach auf die Motive seines Antrages. Nur Sachsen und Hannover gaben ausführlichere Erklärungen, und zwar Sachsen, um die gegen den Bund gerichteten Vorwürfe zu entkräften, während Hannover namentlich die Wahrung des Bun- desfriedens betonte. Die meisten anderen Regierungen stimmten einfach für die Verweisung an den Ausschuß.

-- Das rFrankf. Journal- enthält ein Telegrammaus Wien Vom heutigen Tage, nach welchem dem Vernehmen nach die öfter- rcichische Finanzverwaltung das Domainengeschäfi im Betrage von 60 Millionen Gulden mit“ einem aus Pariser Banquiers gebildeten Konsortium abgeschloffen habe.

- Die offizielle Mittheilung iiber die vorstehend erwähnte Bundestagssitzung vom 21. April hat folgenden Wortlaut: Die Bundesversammlung empfing von Ihrer Majestät der Königin von Spanien die Notification von der Entbindung Ihrer König- lichen Hoheit der Herzogin von Montpensier von einem Jufanten, welchem die Namen Antonio Maria Luis Felipe Juan Florencis beigelegt worden. - Von Württemberg ward die Anzeige erstattet, daß der seitherige Vice - Gouverneur der Bundesfesiung Ulm, General - Lieutenant“ von Hardegg , zu anderweiter Bestimmung abberufen und an seine Stelle der General- Mäjor v. Malchus ernannt worden sei. - Von Kurhessen werden Stan- deslisten und Ueberfichien der Leistungsfähigkeit der Eisenbahnen überreicht. - In Betreff der vorliegenden Entwürfe für eine all-

erhoben. - Hinfichtlich der geschäftlichen Behandlung des preußischen Antrags auf Bundesrcform ward mit überwiegender Majorität be- schlossen, daß selbiger einem besonders zu wählenden Ausschuß iibcr- wiesen wcrde. - Ueber den Antrag einer gemeinschaftlichen Phar- makopöe ward beschlossen, die Anfichten dcr Bundesregierungen ein- zuholen, und fand schließlich die Feststellung des Bundes -Belage- rungsparks statt.

Baden. Karlsruhe, 21. April. (N. B. Ldsztg.) Die erste Kammer hat heuic den von dem Freiherrn von Andlaw gestellten Antrag, den Präfidentcn des Ministeriums des Innern, Staatsraih Lamey, wegen Amtsmifzbrauch und Verfassungsbruch in Anklagesiand zu versehen, mit 11 gegen 8 Stimmen verworfen.

Bayern. München, 21. April. Der österreichische Ge- sandte am hiesigen Hofe, Graf Blome, isi durch ein Telegramm nach Wien berufen worden.

Oesterreich. Wien, 20. April. (Boh) Ein Kaiserliches Handschreiben isi nach St. Petersburg abgegangen, welches den Kaiser wegen der Rettung von dem Attentate beglückwiinscht.

Die Auswanderung aus Vorarlberg ist der *Pressea zufolge in stetem Zunehmen begriffen. Das Ziel der Auswanderer ift nicht, wie bei den glaubenseinheiilichen Nachbarn jenseits des Arlberges, die unwegsamen, aber katholischer: Gegenden am Pozuzu in Peru, sondern die westlichen Staaten der Union, Missouri, Jowa,JUinois und Michigan. Aus der Gemeinde Dornbirn allein wanderten seit Neujahr 1E66 gegen 150 Personen nach Nordamerika aus. Die Bodenseedörfer Gaißau, Höchst, Juffach und Haardt haben vielleicht ein noch größeres Coratingent gestellt.

Prag, 20. April. (W. Z.) Die Handelskammer hat in ihrer heutigen Sitzung den Entwurf der neuen vom Reichsrathe modifi- zirten Konkursordnung angenommen. Ferner wird eine dreijährige Wahlperiode statt der jeßigen zweijährigen fiir die Handelskammer- wahlen einzuführen beschlossen, die Wahl eines Comité zur Berathung, mit Welchen Staaten die Gegenseitigkeit des Markcnschuyes anzu- bahnen sei, vorgenommen und der Antrag Doßauers, an das Han- delsminisierium eine Eingabe wegen Wahrung der Rechte des Han- dels- und Gewerbestandes auf Vertretung im böhmischen Landtage zu richten , mit großer Majorität angenommen und zu leßterem

ZWecke ein Comité von acht Mitgliedern und dem Präsidenten,

gebildet. __

Pefth- 20. April. Die Quäßur dcr Deputirtentafel giebt bekannt, daß Wegen der im neuen Landhause vorzunehmenden Aenderungen die nächsten Sißungen wieder im Museum stattfinden werden.

- 21. April. (W. Ztg.) Das Repräsentantenhaus hieli heute im Muscumsaale Sißung. Deaf war anwesend. Nach Verlesung des Protokolls wird Baron Ladisl.Majthenyi eingefiihrt, welcher den die Annahme der Adresse betreffenden Protokoll- auszug der lehren Sißung der Magnatentafel überbringt. Der Auszug wird verlesen und mit Eljen aufgenommen. - Nach dem Monatsbericht der Hausbudgetkommisston, kommt der Bericht der 12er - Kommission an die Reihe. Derselbe wird nebst zwei Zusatz- anirägen verlesen, von welchen einer eine besondere Verfügung des Hauses über die Theiß-Regulirung verlangt. Deaf Weist nach, daß dieser Gegenstand theils der Volkswirthscbaftlichen, theils der Codi- stcations-Kommisfion zusteht, also keine besondere Verfiigung er- heischt. - Der zweite, von Vertretern der Nationalitäten unterzeich- nete Antrag verlangt, daß die betreffende Kommisfion aus einer der Wichtigkeit des Gegenstandes entsprechenden Mitgliederzahl bestehe. Deak seizt mit lebhafter Betonung auseinander, daß es fich bei der Nationalitätenfrage nicht um Unterbandlung des Hauses mit den Nationalitäten als Parteien handle. Das Haus vertrete das Land, nicht Nationalitäten. Es handle sich um die Lösung der Frage im Jntereffe des Ganzen. Die Zahl der Mitglieder vorschreiben, das Ver- trauen binden, wäre nicht zweckmäßig. Der Zusaßanirag der Nationali- täten- Vertreter wurde nach langer Debatte verworfen. - Dienstag erfolgt die Abstimmung zur Wahl der Kommissionen fiir die sie- benbürgische Frage, für die Revision der Hausordnung und fiir die Nationalitätenfrage. Nach Publizirung des Resultats wcrden Bogen aufgelegt, in welche die Mitglieder des Hauses ihre Namen

welchen das Präfidium des Landtages nachträglich publiziren wird.

Lembrrg, 19. April. Landmarschall Fürst Sapieha giebt kund, daß Se. Majestät der Kaiser die Landtagssesfion bis 28. April zu, derlrrngecn geruhte. Hierauf wird die Debatte über die ad- ministrative Landeseintheilung fortgeseht. Auf Antrag Golejewski's Wird nur über die Bezirköamtssiße diskutirt und werden die Bezirks- a'bgrenzungcn der Regierung mit dem Ersuchen um Bestimmung einer “sechsnwnatlichcn Reclamationsfrisi überlassen werden. Nach zweistündiger Pause werden die resiirenden Paragraphen des Straßen- baukonkurrenzgeseßcs angenommen und wird sodann das ganze Ge- setz in dritter Lesung genehmigt.

Großbritannien und Irland. London, 20. April. Jm Oherhause gelangte gestern die Eidbili zur Comiiéberathung. Der Marqms von Bath stellte das Amendement, daß die Formel mit den Worten schließe: „und ich gebe diese Erklärung ab beim wahren Glauben eitxes Christena -- was die Judenemancipation wieder rückgängig machen wurde. Earl Russell spricht gegen das Amendement, und dasselbe wird zurückgenommen. Lord Chelmsford beantragt darauf den Zusaß des schon seinem Wortlaut nach früher erwähnten Vorbehalis zu Gunsten des Supremats der Krone. Lord Ellenborough fürchtet, daß man über kiirz und lang auch die Abschaffung dieses Vorbehalts verlangen werde, eme Vefürch1ung, die Lord Derby nicht iheilen kann, während Earl Grey bemerkt, daß es ihm gleichgültig scheine, ob der Vorbehalt in der Parla- meniseidbill siehe oder nicht,“ er Werde weder schaden noch nüßen. Earl Russell nimmt das Chelmsfordsche Amendement als Kompromiß an, und ist'erfreui, daß die edlen Lords keine factiöse Oppofition mehr gegen die Bill Versucht haben. - Das Amendement Lord Chelmsford's wird geneh- migt, und die Bill ist durch das Comité gelassen, folglich schon so gut wie zum Geseß erhoben.

Jm Unterhause fragte gestern Sir "H.. Verney den Uniersiaats- secrciair des Auswärtigen, ob die britische Regierung der preußischen den Befiß jones Theiles von Sachsen, der durch den Wiener Vertrag ihrem Gebiet einverleibt wurdc, gewährleistekhabe, und ob diese Garantie, in dem Fall, daß Preußen jeßt Krieg führen sollte, aufrecht erhalten bleiben würde. -- Layard sagt, daß Preußen bekanntlich durch den 17. Artikel des Wie- ner Vertrages für den erwähnten Theil Sachsuns eine Garantie von Eng- land, Oestereick), Frankreich und Rußland erhalten habe. Falls ein Krieg ausbräche, könnte es die Pflicht der Regierung Ihrer Majesiät sein, die Re- gierungen der drei andern Garantiemächie zu befragen, um zu ermitteln, was fie in der Sache zu thun gedächten. Er sei jedoch außer Stunde- zu sagen, was für ein Ergebniß eine solche Beraihung haben würde. - Layard giebt ferner die Erklärung ab, daß eine Mittheilung des »Würiirmberg. Staats- anzeigersa über eine angebliche Antwortnoie Oestreichs auf eine angebliche Noir Englands total unwabr sei. - Die Foriseßung der veriagien Debatte üder die Reformbill beginnt Graham, der in aklen Stücken der Bill seinen Beifall giebt und nur die Weglaffung jener Artikel wünscht, weicke dm Werftarbeitern das Stimmrecht entziehen und es den Sparkaffen-Depoßtärs geben. -- Lord Elcho sagt, die Regierung hade mit unanständiger Eile den Tod Lord Palmerstons benußi, um ihr Rcformprojekt gleich nach jenem Er- eigniß dem Lande aufzudrängen. Eine Verpflichtung dazu Habe nicki vor- gelegen, wie mehrere der Minister vor Jahresstist selber gesagt hätten. Auel: er könnte fich mit einer Reformbill befreunden," habe er NW 3. 1859 für die von Lord Derby gestimmt.“ Liber diese Bill habe lauter Grundfrioicr. Einerseits unvollständig, bezweche -fie auf der andern Seite die 5521:- wiegende politische Macht in die Hände Einer Klaffe, der :rrbeitknden, zu legen, England zu demokraiifiren, es gleichsam von seinem alten festen Ankergrunde loszureißcn und 2000 Meilen xrciier nach Wesien zu treiben zu (affen. Er glaube nicht, daß die große Maxie der ii- beralen Partei von Herzen der Bill zustimme, sie spräche prirarim anders als öffentlich. Dou lion (von dem es fälschlich geheißen batte, daß cr iich von der Opposition gegen die Bill babe abbringen [affené 17.11": die Einwei- lung der Nation in Wahlkörper für eine viel wicbiigerc Frage, ais die Höhe des Wählercensus und kann zu einer Vill, welche die beiden Probieme trennt, kein Vertrauen fassen. In sehr wichtigen Fragen, wie die Kiriden- abgabe und die Oxforder Reverse find, babe fich die Regierung mit einer von Wenig aufrichtigem Liberalismus zeigenden L.:ubeii benommen, indem fie dieselben als offene Fragen behandelte. Srixon aus diesem Griinde könne er mit ihren Rcformplänen nicbt sympatbiüren. -- Miiner (Hibion fragt,

* wie es komme, daß Doulton, der jest eincr bloßen Crniusbiu seinen Bed

stand nicht geben könne, es doch in voriger Session über iich vermoä)! habe, für die Burgsteiken-Censusbill von Values zu Kirnmm. Dein Hause liege einfach die Frage vor, ob der Crnsud' deradgeießi _wetden wii? oder nicht. Sei das Prinzip der Herabseyung angenommen, io (ass,; iich ta_ kme allenfalls nöibige Modification im Comité durrvführrn. Er bietdr des festen Glaubens, daß der Gesekeniwurf Grieß werden und „zur Beießtgun * dec ' freien Institutionen Eng ands wie zur aligemeinen Wohlfahrt der ation