1866 / 107 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

1514

Zum Zwecke der Uebermiitelung der zahlreichen kleinen Zah- lungen ift das Verfahren der Poß-Anweisung innerhalb des preußi- schen Postbezirks wegen der größeren Wohkfeilheit und Einfachheit vor- zugsWeise zu empfehlen.

Die Gebühr für die Vermittelung der Zahlung mittelst Posi- Aiiiveisung beträgt:

bis 25 Thlr. iiberhaupt 1 Sgr., iiber 25 bis 50 Thlr. iiberhaupt 2 Sgr.

Beim Gebrauche einer Poft- Anweisung wird das zeitraubende und mühsame Verpacken des Geldes, die Anwendung eines Converts und die fünfmalige Versiegelung völiig erspart. Auch bietet das Verfahren der Poft-Anwcisung den Vortheil, daß zwischen dem Ab- sender und Empfänger Differenzen iiber den Befund an Geld nie- mals erwachsen können.

Um so mehr darf die Poftbchörde an die Versender die erneute Aufforderung richten, sich einer undekla- rirten Verpackung von (Held in Briefe odcr Packete zu enthalten, vielmehr von der Versendung unter Werth?)- Angabe oder von dem Verfahren der Poß-Anweisung Gebrauch zu machen.

Berlin, den 3. Mai 1066.

Der Ober-Poft-Dirckwr. Sachß&

Nichtamtliches.

Berlin, 8. Mai. Ueber den gestern, den 7. d., gegen den Herrn Minister - Präsidenten Grafen von ViSmarck, unternommenen Mordversuch theilt der Bericht des Polizei - Präsidiums Folgendes mit: _Als der Herr Minister- Präsident Graf von Bisiuarck heute Nachmittag nach 5 Uhr Vom Vortrage bei Seiner Majestät dem Könige znriickkchrend, zu Fuß die Linden-Promenade entlang ging, Wurde er von einem ihm unbekannten Menschen in der Gegend der Schadowstraße angegriffen. Nachdem das betreffende Individuum zwei Schüsse aus einem 61c'iufi- gen Taschenrevolver gegen den Rücken des Herrn Minisier-Präfidenien abgegeben, ohne ihn getroffen zu haben, drehte sich Letzterer mn Und ergriff dcn Thäter, Welcher aber wieder auf ihn zielte und wäh- rend des Ringens Gelegenheit fand, noch drei Schüsse abzufeuern. Obgleich diese in unmittelbarer Nähe abgegeben warden und den Herrn Minister-Präfidentcn auf die Brust trafen, ist derselbe Wunder- barerweise dennoch unverleßt. Eine der Kugeln hataUcBekleidungs- stücke durchbohrt und ist bis auf das seidcne Unterhcmde gedrungen. Der Verbrecher nennt sich onitida, ist 22 Jahre alt, will aus Lon- don und erst seit 3 Tagen in Berlin sein. Er räumt sein Ver- brechen unumwunden ein.

- Ein Extrablatt der *Nordd. A(lg. Zeitung: berichtet über das Attentat wie folgt:

-Berlin, 7. Mai, Abends 7 Uhr. Als der Minister-Präfideni Graf BiLmarck heut Nachmittag 52; Uhr, von dem Vortrage bei Sr. Majcßät dcm Könige zuriickkehrend, in der Mitte der Linden- Allee entlang ging, hörte er, in der Nähe des russischen Gesandt- schaftZ-HotelZ“ angekommen, zweimal hinter fich schießen. Er sah fich um und erblickte vor fich einen Menschen stehen, welcher zum dritten Mal einen Revochr auf ihn anlegte. Der Viinifter-Präfi- dent sprang auf den Verbrecher los , der zum dritten Mal schoß und abermals fehlte. Als er fich aber von dem Grafen gleich- zeitig an Brust und am rechten Faustgelenk gefaßt sah, gelang es ihm, den Revolver in die linke Hand zu nehmen und noch zwei Schuß abzufeuern. Der Paletoi, den der Graf über seinem Anzug trug, schwächte die Kraft der Kugeln , so daß derselbe nur kontufio- nirt wurde, und sich nach seinem Hotel zurückbegab, nachdem er den Verbrecher einigen Soldaten des gerade am Schauplaß der That vorübermarschircnden ]. Bataillons des 2. Garde-Regiments iiber- liefert hatte. Gott der Herr hat sichtlich über das Leben des Grafen Bismarck gewachi. Seine Verleßungen sind nur unbedeutend, ob- gleich der Paletot vom Pulver der Schüsse versengt und von den Kugeln durchlöchert ist. Gleich nachdem die That bekannt geworden, erschien Se. Majestät der König im Ministerhotel, um sich nach dem Befinden des Ministerpräsidenien zu erkundigen. Eben so St.König- liche Hoheit der Prinz Karl, Feldmarschall Wrangel und eine große Zahl hochstehender Persönlichkeiten.-

Swinemünde, 6. Mai. geßern nach Kiel in See gegangen.

Sachsen. Weimar, 7. Mai. die Prinzesfin Wilhelm von Baden traf, auf

Preußen.

einer Rückreise

herzoglichen Hofe hier ein und seßte heute ihre Reise wieder fort. Hessen. Darmsiadt, 6. Mai. (Darms. Ztg.) Se. Hoheit der Prinz Alexander und Gemahlin find von Wien wieder hier eingetroffen. Frankfurt a. M., 7. Mai. Der preußische Bundestags-

g-esandte Herr von Savigny ist heute nach Berlin abgereist. Die

, im darauf, doch die »Novaraa sank nicht.

Sr. Majestät Schiff -Gaze[le- isi .

Ihre Kaiserliche Hoheit -

für heute beabsichtigte Sißung des BundesreformaUSschuffes unter.

blieb deswegen.

Bayern. München, 7. Mai. Durch Restript des Kriegs. ministeriums find sofortige Ankäufe einer weiteren größeren Anzahl von Pferden für die Kavallerie und Artillerie angeordnet worden.

Oesterreich. Wien, 6. Mai. (Dresd. J.) Erzherzog Albrecht ift vorgestern Abends in Begleitung seiner militairischen Suite mittelst Separattrains der Südbahn nach Verona abgereist. Gleichzeitig erfahren wir, daß das Schloß Pardubiß fiir die Aus- nahme des Hauptquartiers der Nordarmce in Stand geseßt, und der Ankunft des Jeldzeugmeisters Ritters v. Benedcf daselbst binnen der nächsten vier Tage entgegengeseben wird.

' Der Liiiienschiffs-Capitain von Wisfiak ist zum Contre-Admiral (mit Belaffung auf seinem gegenwärtigen Dienstposten als Hafen- Admiral von Venedig), die Fregatten - Capitaine: Daublcbski, von Stcrnck und Ebrenstcin, von Gröllcr und von Moll find zu Linienschiffs-Capiiains nnd die Linienschiffs-Lieutenants Graf Kielmannscgge, von Wickede, Daufalik und Lund zu Korvetten- Capiiains ernannt worden.

Die heutige -Wicnethg.- bringt einen Erlaß des Ministeriums dcs Kaiserlichen Hauses und des Aéußcrn vom LI. April WSL)", die Ausnahme von Ehrenritiern in den hohen deutschen Ritterorden betreffend. Zn demselben wird im Wesentlichen bestimmt:

1) Die aufzunehmenden Mitglieder haben den Namen »Ehrcnriticr des hohen deutschen RitterordenSa zu fiihren. 2) Als Bedingungen zur Auf- nahme smd erforderlich: 3) Die eheliche Abstammung des Bewerbers von acht Ahnen väterlicher und acht Ahnen mütterlicher Seite von stiftsmäßigcn Adelsfamilien, jedoch har nur der Hauptstamm des Bewerbers deutschen (Heblüies zu sein, und es kann leßtcrer auch ein Llußländer sein; b) ferner kann der Bewrrbcr ledig oder vcrhcirathci sein, in Civil- odcr Militair- dimsien fich befinden, jedoch muß" c) der Bewerber katholischer Religion sein, (1) bei der Aufnahme 1500 J!. S. W. als Statutengeld für den Spital- fonds erlegen und jährlich an denselben einen weiteren Beitrag von 100 Ji. leisten, und t:) schließlich nach den Gescßcn scinss Vaterlandes großjährig sein.

3) Die Qliifnahme erfolgt nach richtig bcfundener Ahnenprobc und traci) gcpfiogcnem Einvernehmen aller in Ordens-Angelegenheiten stimmbcrcchtiq- ien Profcßordcnsritter und es erhält der Llufgcnonnncne ein von dem Hock)- und Deutschmeister unterzeichneies Ernennungsdckrct, in jvclchcm die Er- nennung zum Chrenritter ausdrücklich an die Bedingung geknüpft ist, daß er als solcher in der katholischen Religion verharre, die jährliche Beitrags- quote an den Spitalfonds leiste und die Elite des Adels so wie des Ordéns stets im Auge zu behalten habe, widrigenfalls dic verliehene Ordcnsdccora- tion sammt Ernennungsdekret zurückzustellcn sein wird, da ein Ebrenritter aus allen jenen Gründen des Kreuzes verlustig wird, nach welchcu dcn Ordensstatuten gemäß “dic Llusschließung cines Profeßritters erfolgt.

4) Die Ehrenriticr des deutschen Ritterordcns haben keine Stimme in Ordens - Angelegenheiten und keine wie immer geartete Llutheilnahme an demselben, sondern lediglich das Recht, das übliche Riiierhalskchz am schwarzen Bande, ohne Coulant und ohne Brustkreuz, so wie die Uniform Her Ritter, jedoch ohne Ordensnmnicl, zu tragen, auch das Ordcnskreuz in ähnlicher Weise ihrem Geschlcchiswappcn beizufügen, wie solches Sci .So- norar-Orden gestattet ist. ' E

5) Jedem Ehrenrittcr bleibt es freigestelit, aus dem Ordensverbande zu treten, jedoch hat derselbe den Austritt ordentlich anzuzeigen und das Ordcnskreuz sammt dem Ernennungsdekrcie zurückzustellen, wochen das bei der Aufnahme erlegte Statutcngeld so wie auch die schon eimiczahltcn jähr- lichedn Beiträge dem Spitalfonds verfallen sind, daher nicht rückerstattet Wer en.

6_) Ist es dem Ehrenrittcr nicht verwehrt, jcnenfalls in die Reihe der Prßfcßordcnsriiter Überzuiretcn, wenn er die diesfalls bestehenden staiuten- mäßigen Bedingungen vollkommen zu erfülicn im Stande ist.

. - Ueber den Brand auf der Kaiserl. österrcich. Fregatte *Ncwaraa Wird der »Triest. Ztg.a aus Pola unter dem 4. d. Mis. berichtet:

„Donnerstag kurz nach 12 Uhr ertönte die Lärmglocke des Arsenals und donnerien die Jeuersignaie des Wachtftbiffes. Man sah die »Novaraa im Feuer. Nur wenige waren der Mittagszeit halber zur Stekle und die *No- varaa war daher auch nur schwach bemannt. Doch wurden bald noch Ar- beiter hinauf getrieben. Kaum oben, brachen aus dem Vordertheil und den DecklukendieJlatmnen heraus, so stürzten sich Viele in Verwirrung wicder ins Wasser. Die Offiziere erkannten, daß die neben der »Novaraa liegende »leriaa in höchster Gefahr sci. Nun (*ugfirte man dir Novara in die Mitte des Hafens,“ schon brannte das ganze Vordertheil lichterloh. Da wurde auch die Dampfspriße in Bewegung geseßt, doch nach wenigen Stö- ßen brach das Saugrohr. Die Arbeitenden verzweifelten beinahe. Plößlich sioben die Boote auf Sce zu beiden Seiten auseinander," man hatte Befehl gegeben, die »Novara« in den Grund zu schießen, um fie unter Wasser zu seßen. Mehrere Schüsse aus 48-Pfündern Und einer Kanonenjolle donner- _ . Das war um 2 Uhr, da ver- 1ucht man nut naffen Koßen, Tuchern u. s. w. die noch nicht brennende Hälfte abzusperren, und nach 2 Stunden find dann so viel Sprißen durcb Pontons u. s. w. hingeschafft, daß man den Brand durcb Ersäufung zu löschen aufgeben kann und nach Verlauf von Weiteren drei Stunden des- selben Herr wird. Kaum eine Viertelsunde vor Auöbruch des Brandes war die xNovaraa wie neu aus dem Dock gekommen und sollte ausgerüstet

von St. Pkterstkg begriffen, gestern zu einem Besuche am Gkoß- ; Werden; kaum vor Anker und der Mittagszeit wegen von den meisten

Leuten verlassen,. trifft fie ein solcher Schaden. Alles erklärt man dadurch, daß" wahrscheinlich einer _der Arbeiter zu der That besiochen wurde. Ein Gluck, daß das Feuer bei Tag außgebrochen, sonst wäre vielleicht noch ein größerer Verlust zu beklcigenx

Von anderer Seite, sagt das genannte “Blatt, erfahren wir

é über das beklagenswerihe Ereigniß, daß die Fregatte eben kalfatert

werden sollte und daß fich daher große Wergvorräthe unter Deck

]

befanden. Viceadmiral Bourguignon befand sich bald nach Aus- druck) des Feuers am Bord. Die strengste Uiitersnchimg ist einge-

leitet.

Belgien. Brüssel, 7. Mai. Wie gerüchtweise verlaucet, würde das Ministerium der Kammer demnächst einen Geseßentwurf lecgen, wodurck) cs ermächiigt wird,„den Effektivbestand der Armee anf 80,000 Mann zu erhöhen. Die betreffendeii Einberufimgs-

Zckil'kibk]! sollen [ikreits Unterzeichnet sein,

Frankreich. Paris,- 0. Mai. Der Kaiser hat mir der Kaiserin heute früh Um 0 Uhr die Reise nach Auxerre angetreten, wo derselbe einen Besuch der landwirtöschafilichen AUÖstLÜUUg zuge- sagt hat. Der Zug trcif gegen 1 Uhr in Auxerre ein, Wo das Volk von weit und breit auf Eisenbahnen und Kimsiftraßen herbeigrströmf war und dic hohen Gäste am Bahnhofs mit; begeisterten Ziirufen empfangcn wurden, dann in die Kathedrale ftihren und hiermif die Aiissieilimg Und das Volksfest besnchten. Dcr »Monitcura fiigt hinzu: *Der Ziifliiß der Bevölkerung war nmermeßlicf), dcr Enthusiasmus aiigcunin. Der Kaiser crtheilte aiif dir Anrede des Maire eine po- litifche Kimdgebung.« [S. die gestr. tclegr. Dep. aus Paris.]

Der oMonitcitra meldet, daß die Geranien der Blätter: *Avc- UilU-x oNationalc, »Constituiionucla, oTemps- und »Opinion Na- iionale* zn nächstem Freitag vor das Ziichipolizeigerick)t dcs Seine- Dcparicmcncs geladen sind, weil sie einen anticipirten Bericht der Sigung dcs geseygebcndeii Körpers vom 3. d. M. gegeben haben.

Tonlon, 7. Mai. Die italienische Panzerfregatte *Varcsea ging liciite auf wo:: Florenz eingegangene Ordre in See, nachdem sie vorher in aller Eile ihre channuxig aus“ Matrosen der Handels- marine gebildet hatte.

Italien. Florciiz, 3. Mai. (Köln. Ztg.) Dcr Präfekt von Florenz hat heilte eiiie Ermahnung ziir Mäßigung des demon-

ßraiivcu Enthusiasmns erlassen, deren Wirkung iiideß „schwerlich nach- *

haltig skin diirfte. Die Bildung des Freicorps geht noch“ immer .iiißerhalb der offiziellen Wirkiingsspbéire vor sich. Jedoch scheint Line Regelung des militairischen VcrhéiltnisseZ deffelben jeßt nahe zii icin. Die Blätrer suchen das Publikum iiber die Folgen des Zwangscourscs der Banknoten zu beruhigen. Man weist auf das Beispiel Pienwnis im Jahre 1839, Frankreicßs 1048 Englands von 1797 bis 1810 [)in. Tröstlicher als alles dies ist jedoch die Thatsache, daß die indirekten Steuern auch im März wie in den beiden vorhergehenden Monaten eine Vermehrung gegen “1865 aiif- weisen. Ihr Ertrag beläuft fich niimlich auf 20,571,000 Jr.„wab- rend im März des vorigcn Jahres nur 18,Z95,000 Fr. emgmgrn. Das Gesamnitcrgebniß der drei ersten Moriate dieses Jahres betragt 57,i*()0,000 Fr. gegen 50,269,000 im Vorjahre, " _ *

-- 7. Mai. In allen Provinzen zeigt fich ÉULHUUÜIMUI Fiir den Krieg. In Genua haben Manifestationen Unter Den Riisen: Es lebe der König! Es lebe Garibaldi! Es iebe der Krieg!« stattgefunden. In zwei Tagen haben sich eben- daselbst 500 Freiwillige gemeldet; die Nationalgardcn bieten iiberall ihre Unterstiißung au, die einberufenen Dienstklaffcn smd durcbkveg vollzählig. Die Munizipalitäten von Neapel, Crema und Palermo Haben fiir diejenigen ihrer Bürger, welche sich in dem Nationalkriege aiiszeichncn wiirden, Pcnfionen Voiirt. Prinz Humberi ist iiach der Lombardei abgegangen.

Rußland und Poan. Von der polnischen Grenzr, 5. Mai. (Osts. Ztg.) Nach einem amtlichen statistischen Nacßxveis zählt die deutsche Bevölkerimg im Königreich Polen gegenwartig 282,000 Seelen. Dieselbe hai fick) in den leyten drei Jahren un- geachtet der fortwährenden Auswanderung nach Podolicn und Vol- hi311ie11, um mehr als 30,000 Seelen vermehrt, « Um die Liqiiida- tions-Operaiioncn.möglichst zu beschleunigen und dir?; ganze Oa'uer- liche RegulirungÉZwerk im Lmife dieses Jahres zu Ende zn" bringrn, ist die Mitgliederzahl der bäuerlichen Regulirimgs-Kommisjionen im Königreich Polen in leizter Zeit bedeutend vermehrt worden. - ;Der patriotische Enthiifiasmns fiir den glücklichen Lebensretter des Kaisers Alexander U., Kommissaroff WostroniSLi, hai (Ulch “m Warichau einen hohen Grad erreicht. Der russische Klubb hat ihn zu srmem Ehrenmitgliede ernannt und ihm ein kiinßlerisch ausgefiihrtes Diplom iiberschickt.

Telcgraphische Depeschen aus dem Wolff'schen Telegraphen-Büreau.

Dresden, Dienstag, 8. Mai. Eine an den Straßcneékm angeschlagene Bekanntmachnng dcr Einqnarticrimgs-Kommission er- öffnet der Bürgerschaft, das; Von den eintreffenden Benrlanbien der Infanterie und Pioniere circa 4000 Mann vom .*. an bier ein- quartiert werden sollen.

Leipzig, Dienstag, 8. Mai. Ans“ Böhmen lyier eingetrof- fene Reisende berichten, das; gestern in M*dcnbacl) die Ankunft öster-

|.

()

15

keichischer Truppen aus Theresienstadt für heute angesagt ist. In Bodenbach werden in dcr nächsten Zeit täglich sechs Eisenbahnzüge mit Truppen eintreffen. Jeder Zug ist für 1000 Mann berechnet.

London, Montag, 7. Mai, Abends. In der hkUkiSM Sißung des Unterhauscs brachte Gladstone die bereits angekündigte Retri- butionsbill cin. Dieselbe: nimmt 49 bisher je zwei Parlaments- glieder deputirenden Biirgfleckcn je ein Mitglied, gruppirt kleinere Burgflcckcn mit größkrcn iind giebt von den 49 disPoniblen Sihen 26 den Grafschaften imd “ZZ den Biirgflecken. Peel kündigt seine Opposition gegen die Bill an. Die Bill passirt alsdann die erste Lesung, ebenso die schotiisch-irische Reformbill, DeMUächsi erwiederte Layard aiif eine Interpellation Salomon's: Die Regierung bedaure es, keine befriedigende Information iiber die Lage auf dem europäischen Kontinente mitiheilen zu können. Die Ansichten der englischen Re- gierung iiber die Ursprüngliche Veraiilaffimg seien bekannt; Preußen wie Oesterreich und Italien wüßten Voiikommen, daß England freu- dig seine Freundschaftsdienfte leisten wiirde, wenn fie gewünscht wiirden und Gutes bewirken könnten. Die englischeRegierung habe der französischen den Wunsch ausgedriickt, dieses Ziel gemeinsam an- zustreben, denn allein könne England offenbar nicht handeln.

London, Dienstag, H'. Mai, Morgens. Im weiteren Ver- laufe der Sißung drs Unterhauses erklärte Gladstone, die Regie- rung sei eniscHloffen, die Reformbiii in diesem Jahre durchzuseßen, nötbigenfalls noch eine Parlamenis-Sesfion im Herbste einzuberufen. Auf eine Interpeilation Baillic's erwiederte Layard, die Kon- greßfragc sei diskutirt, aber kein direkter Vorschlag zum Zusammen- tritt eines Kongresses gemacht worden.

London, Dienstag, 8. Mai, Mittags. »Reuter's Office« ver" öffsntlicht das folgende Telegramm aus New-York vom L-Z'sten vor. MW.: Einem Gerüchte zufolge soil Spanien in dem chile- 1iischen Konflikte einen Schiedsrichterspruck) der Vereinigten Staaten vorgeschlagen haben. Offiziell wird gemsldet, daß Drorryn de Lhuys das Versprechen gegeßen Habe, dem Kaiser Napoleon den vom amerikanischen Gesandten in Paris, Bigelow Zemacß- ien Vorschlag vorzulegen, wonach Jrankreiciy Burch Vermirteiung des WaShingwner Kabinets mir dem Geiawrtsxi der mexikanKÉen Rspuölik, Romero in Unterhaiidiiingen eintrexsii Mi:", UM ki: gegenseitige EinsteUimg der Feindseligkeiten in Mexiko bis zum Zäxiz- lichen Abmarsche der Jranzoikn ZU stipuliren.

Paris, Montag, 7. Mai, AÖMÖÖ. Die *Gazette dn miri- moidet, daß die Beariaubien zu Mari'eiiie dem BefehlerHaiten haben, zu ihren Corps zu eilen.

Nach der Börse iriir'dc die 3% ZU (5.32, 70, Jxaiisiiii'Ée Rim; zu 37, 70 gehandelt.

Naeh Berichten ans Messina vom gestrigen Tage isi M.:;- zini daselbst mit ZLI gegen “209 Stimmen zumDepuririem Zerrééi: worden.

Aus VreIcia wird unterm gestrigen Datum gemeiret, T.:? die Festungsgräben von Mantua unter Waser geseßc UUÖ daß Tir Befestigungen Peschiera's und Legnaiw's verstärkt irordcxi siiid.

Florenz, Montag, 7. Mai, Liiic'n'd-Z. Zw. Nr Ösiwizsx: ; der Deputirtenkammer wnrde dic Diskixixirxi (:::: :ck; “"" , Maßregeln fortgeseYt. Der Finanzminißcr erfier. T:; R:;x:.::...: nehme den Kommissionseniwurf an, werde „Mr zii ksixisr 27.3723» derung der vorgeschlagenen Ansagen irre ZUÜMULLMZ “*

St. Peteröburg, Dienstag, Ö. “))-Jai,- Q'Tch-xis. Fx; ::::Mr Artikel des »Journai de St“. PétersiWixrg- !rir? ?:: *i?ch“r:r3x?TK-T::'».Z der Kongreßidee in dringlicher Weiic 2*cf:'::xrcricc. ' in Konflikt geratheiien Mäiixieii kciiie Nc JULTLQTWC ziiixi *Zixxzxxir ergreifen wolle, sich aber eiiie dirckxc VETJZYZMTZUJZ ;1«:-:.I*«.:-“„*-:?'. ?M- selben nicht erzielen [affe- io ici dcr Koxizreß xxx."), :. * als iviinschensiverth.

-- Dai"; Amtsbiiitr Dcr Kéix;;;-.:..'.7 *Z."*::-.;§.é.:.);§i T,; _ waltnng M1“. ['I vom ;"), Mai“ ciicr.iir *.*»I'PKOTCÖTLZL *Bcréi'xxxiiexzw: „:.:-?),)c'rx Monat April in Bezug „mf MULL? “Öici:?i-"Zixx.*i-Jxxaxixp.xi. ».».c “„Wer 3:5: (“FMC der *Diiiisi - *Icpcséycn, die Ji'iorwixg dcr Ö'TTUMÖWF“Z.ZUFJUZU: YTYT-WWXPF siatisiisclM Notizen Von H„ULÖÜÖFQHKTIUU'.! 'Zi-.«»F;.*;.Ödxixi-;: dw.“ "[**csi“*.*cckxix-*«5-- zum Teicgmpickcndicrisic,

F! » Fx"; *. “z', ,:„Y,.:.„.-.:-Q„«