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fich vorbehalten habe „ die Frage direkt und nicht auf diplomatischem Wege ,
Oliphant spricht die Regierung von aller Schuld frei und glaubt, daß die Vereinigten Staaten von selbst es in ihremJnteresse finden würden, den Vertrag zu erneuern oder einen andern, beiden Theilen noch vortheilhafieren zu schlicßen. Cardwell bemerkt. daß die Suspendirung des Vertrages den freien Gütertranßport per Eisenbahn zwischen beiden Ge- bieten und ebenso die Schifffahrt auf den Schiffm, Seen und Kanälen un- gestört lasse.
-- 21. Mai. Die von verschiedenen deutschen Zeitungen ge- brachte Nachricht, die Pariser Filiale der hicfigen Agra and Master- man's Batik habe ihre Zahlungen eingestellt, entbehrt jeder Bc- gründung.
zu erlediqen.
Frankreich. Paris, 20. Mai. Jm gesetzgebenden Körper Wurde die DiEkusfion über die einzelnen Artikel des Generalratbs- Gesetzes vorgestern fortgesetzt. Bei der DiIkusfion Über den zweiten Artikel, der von den Befugnissen handelt, die den (Heneralräthen gegeben worden, außerordentliche AUSJabcu zum Nußen der Depar- tements zu votiren und Departnncnts-Anleiben abzuschließen, ergriff zuerst Herr C'. Picart das Wort. Der Artikel 2 wurde angenom- men. Die Debatten über die iibrigen Artikel, die zur Bcrathung kamen, boten kein besonders hervorragendes Interesse dar und nahmen keine große Ausdehnung an. Mehrere Artikel wurden sogar ohne DiZkusfion angenommen. Beim Schluss: der Sitzung wurde der 13. Artikel angenommen, und die Kammer beschloß, am Dienstag ihre Berathungen fortzuseßen.
- 21. Mai. Die 'France- meldet: Die Pariser Wechsel- Agenten wollen für den Fall, daß die Stcuer von 8 Prozent auf die italienische Rente aufrecht erhalten wird, lcytcrc (1116 den
Notirungen streichen.
Italien. Die -Jtalic« bringt cinen Bericht über die Mobil- machung und Konzentrirnng der Armee. Danach War am 16. Mai Alles fertig. Seit dem 15. sind die Jutendanturen der Didifionen, so wie die Militairpost und alle iibrigen Verwaltnngszwcigc in voller Aktivität, dic Endres smd komplet, das Königliche Dekret, das fie auf Kriegdfuß erklärt, ist alles, was noch felylt.
Die Zöglinge der Seminaricn find, wie die -80m[»ardia- mel-
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det, in voller Aitflchnnng gegen die Rektoren u. s. w., welche sie ?
beschwören, nicht mit den Feinden der Kirche zu zicbcn. Ein großer Theil der Seminaristcn aus der Mailänder Diözese läßt fich in Frei- corps aufnehmen.
Ein Köuigliclyes Dekret vei'drdnct, daß die am 1. Juli ic'illigcn Renten-Coupons bei allen Zahlnngen, die bis Ende Juni «11 den Staat zu machen find, als kliiigsndc Münze zu ihrem Nominalwerth anzunehmen find. Diese Coupons werdcn gleichfalls von der Natio- nalbank und von den Banken TDIcana's, Neapels und Sicilicns angenommen Werden.
Aus Ancona ist die Nachricht in Triest, den 21. Mai, Nach- mittags, eingetroffen, daß für die anftmft einer 40 Schiffe zählen- den "Flotte Vorbereitungen getroffen werden.
Türkei. Bukarest, 21. Mai. (W. T B.) Der feierliche Einzug des Prinzen Karl von Hohenzollern in Bukarest wird morgen stattfinden. Es wird verfichcrt, der Prinz babe in einem Briefe an den Sultan die Versicherung gegeben, cr wcrde den Vertrag, welchcr die Donausürstenthiimcr mit der Türkei verbindet, respektiren.
Aus Alexandrien, 12. Mai, meldet die lcßte Uelierlandpdß: Unter den in Suez aus Mekka eingetroffenen Pilgern herrscht ein vollkommen befriedigender Gesundheitsznstand. Die Nachrichten aus Mekka selbst lauten günstig.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 9. Mai. Ueber *die bereits telegrapdisck) gemeldete Aufhebung der Stelle eines Militair-General-Gouvernenrs von St. Petersburg bringt der amt- liche Theil der -D„ Petersb. Ztg.- nachstehende Mittheilung:
Die Angelegenheiten der Verwaltung des Militair-(Heneral- (Homocrneurs werdcn folgendermaßen vertheilt: Die Militair-An- gelegenheiten Uild Alles, was das Kommando des Platzes betrifft, gehen an die Verwaltung des St. Petersburger Militairbezirks über," die Arigelegenheiten der allgemeinen Verwaltung des St. Peters- burger Gouvernements, so wie der adminastrative Theil der Stadt- Lingelegenheiten an das Ressort des Gouverneurs von St. Peters- burg; was die Polizei-Angelegenhciten der Hauptstadt betrifft, so
reffortiren dieselben künftig unter die Verwaltung des St. Petersburger ;
Ober-Polizeimeifters. In Folge dessen ist der bisherige Militair- General-Gouverneur, dcr General-Adjutant, General von der Ju- fanterie, Fürst Jtaliisfi, Graf Ssuworow-Rymnifski dieses Amtes enthoben , unter Ernennung zum General-Jnspecteur der ge- sammten Infanterie und Belassung in allen übrigen von ihm be- kleideten Aemtern und Würden.
Warschau, 17. Mai. Bei der drückenden Geldflemme, in we1cher fich die Mehrheit unserer Erundbesißer befindet, ist es erfreu- lich, schreibt man der -Prov. Ztg. f. Schleie, daß das Einrichtungs- Comité die erste Außloosung aller derjenigxn LiquidationSbriefc an- geordnet hat, Welche drei Monat vor der Ausloosung, die durch die polnische Bank unter Mitwirkung der "StaatSschulden-Tilgungs-
Kommisfion des Königreichs am 1. Juni und 1. Dezember d. J, vorgenommen werden wird, ausgegeben worden find. Ebenso ist die Auszahlung der Coupons der Liquidations-Briefe angeordnet und die polnische Bank mit den nötbigen haaren Fonds versehen wor. den. - Eine andere wichtige Verordnung bestimmt auf Grund des Ukases vom 2. März 1864: das; zwar den Bauern frristcht, ihre Grundstücke zu verkaufen, zu Verpfänden oder zu verpachten,“ es darf dies aber niemals an andere Pkrsoncn als Bauern, und niemals der Grund ohne die Gebäude geschehen. Auch eine Parzellirung zu kleineren Theilen (als 6 polnische Morgen, ohngefähr 13 preußische Morgen) ist nicht gestattet, Weder bei Verkäufen, Verpfändungen 110ch Verpachtungen, selbst bci„Erbthcilung nicht, und diejenigen Wirthschaftcn, welche bei der Eigontbums - Verleihung weniger als 6 polnische Morgen betrugen, müssen zusammen crhaltcn; werden. 'Alle dergleichen Lifte müssen vor den Notaren abgeschlossen werden, welehe für jede Abweichung vom Gesetz, fie möge unter einem Vorwandc, welcher es sei, stattgefunden haben, mit ihrer Person und ihrem Vermögen fÜl“ jeden daraus entstandenen Schadcn und alle Kosten, außer der Ungiiltigkeit des Aktes selbst, verantwortlich smd. Lille außergerichtliche Abmahnungen smd ungültig. - In derselben Korrespondenz werden mit Bezug auf die Gerüchte über Umgestal- tungen bei der Branntwein-Fabrication folgende statißische Daten mitgetheilt:
Es find im Verflossencn Jahre in allen Dörfern durch 13,811 und den (345) Städten durch 3315, zusammen von 17,126 Brannt- wein-Schänkcn, 5,023,800 russische Eimer Spiritus von 78 Grad kon- sumirt worden, welchen 2215 Brennereien produzikt haben. Da 100 Eimer gleich find mit 1075 pr. Quart, so ergiebt fick) eine Spiritus- Fabrication von 5-1 Millionen preußische Quart, welche als gewöhnlichek Branntwein 108 Millioncn preußisch Quart, mithin bei 51, Mill. Ein- wohner imcd Abzug von 12“ Mill. Nichttrinkcr und Kinder, auf 4 Millionen für jede Person 28 Quali Branntwein jährlich, ergiebt. Dazu find 1,745,678 Czctwert Kartoffeln und Rüben ;6,666,000 preußische Scheffel) nebst 5775488 Pud 5-1 40 Pfd. -- also ca. 1,665,1*00 preuß. Ctr. “Ge- treide, Malz und Melasse verbraucht ivordcn. Dic Port», Bayrisch- und gcwölmliibe Bicifadrication dat 5,566,182 russische Eimer Bier gklicfcri, was pr. 4 Mill.Köpfe dcn Vikdrauch von nur halb so Viel Bier (141310111 preuß.) als Branntwein beträgt.
Aus Turkcstan wird dem »Itnff. Juw- folgcndcr ausführ- 11chcr Bericht über das Treffen mitgetheilt, welches der General- Major Romanowski am 17. April mit dcn Truppcn des Emin? von Bitchara zn bestehen gclmbt. Dcr wesentlichste Inhalt desselben dcstcbt etwa in Folgendem:
Auf die Nachricht von dem Erscheinen bedeutender bucharisckycr Streit- kräfte am Syr-Darja, 25 Werft von unserem Lager entfernt, unternahm (Honeral-Major Romanowsfi am 17. April mit 2 Ssotn. KVsÜkkU, eincm Raketcn-Komnmndo, 5 Compagn. Infanterie und 4 gezogenen und 2 rei- tenden Geschützen einc Rekognoszirung. Dic Kolonne batte nocl) nicht das Lager verlassen, als die feindliche Reiterei crschicn und fiel» auf ein kleines Kdmnmndo Orcnburgscher Kosaken warf. Diese, rechtzeitig durch eine cntscndctc Jufantrrie-Compagnie unterstützt, sctzlugen jedoch den Angriff ab und vcr-anlnsztcn den Feind, fiel) mit Verlust zurückzuziehen. DicKolomie verfolgte dic Zurückweicdendcn und stieß 18 Werft vom Lager, auf eine bedeutende feindlichc Kavalleriemaffe. Unsere Kavalleric, von einer Insauterie-Compagnie unicisiüyt, machte unter Führung des Jlligcladjutantcn, Obersten Fürsten Wordnzow- Dascbfow einen Angriff auf die minde- stens 10 mal stärkere feindliche Reiterei. Diesk wurde auch durch den kräftigen Choc geworfen, 20 Wert? weit verfolgt imd erlitt eincn bedeuten- den Verlust. Wir nahmen 15 Mann gefangen und erbeuteten über 14,000 Stüch Vieh. Wir hatten bei dieser Gelegenheit gar keinen Verlust, da nur ein Kosakenpferd verwundet wurde.
Dänemark. Kopen hagen, 17. Mai. Hier werden augen- blicklich mehrere Kriegsschiffe ausgerüstet. Gestern verließ auch die Schrauben-Korvctte vHeimdal- das Flottenlager, und Wird? im Laufe des heutigen Vormittags von dem Jlotten-Jnspektox, Contre- Admiral van Dockum, befichtigt. -Heimdal- wird vorläufig Sec- Kadettcn an Bord nehmen.
- 18. Mai. Ein Armeebefehl vom heutigen Tage ordnet in Gemäßheit desfallfigen Beschlusses die Auflösung dreier der jetzt be- stehenden 22 Jnfanterie- Bataillone, so wie die Beschränkung der Jnfanterie-Vrigaden von 8 auf 5 an.
Asien. Bombay, 28. April. In Afghanistan herrscht vollständige Anarchie. Die Russen haben die Truppen des Emirs von Bokhara in zahlreichen Gefechten geschlagcu. Der rusfische Gesandte ist in Samarkand eingekerfert.
Telegraphische Depeschen
aus dem Wolff'schen Telegraphen-Büreau.
Hamburg, Dienstag, 22. Mai, Morgens. Die 'Hamburger
Nachrichten- melden in einem ihnen aus Schleswig zugegangenen
Telegramm, daß der Gouverneur Freiherr “v. Manteuffel gestern
per Extrapdft nach Kiel gereist ist und heute früh zurück er- wartet wird. *
Darmstadt, Dienstag, 22. Mai. Prinz Alexander von Hessen
ist zum Generalissimus sämmtlicher österreichischer Truppen, in01uxjm:
der Brigade Kalif, auf außeröfterreichischcm Gebiete ernannt.
HannoVer, Dienstag 22. Mai. Prinz Solms ist unerwartet angekommen. Es heißt, daß derselbe 3 wegen cines bevorstehenden Durchmarsches einer öfterreichischenHeercso '
Der österreichische General
abtheilang Eröffnungen zu machen beauftragt sei.
Kassel, Dienstag, 22. Mai. Der österreichischeOberst Wimpffen ist hier eingetroffen, um wegen österreichischer Truppentransportc Verabredungen zu treffen,
Paris, Dienstag, 22. Mai, Morgens. Der heutige »Consti- tntionnel- sagt: Frankreich und England find Über die Form, in welcher sie ihre Eröffnungen an die in Konflikt befindlichen Regie- rungeii richten wollen, einig,“ der zustimmenden Antwort Rußlands wird entgegen gesehen und hat man allen (Hrnnd, zu hoffen, daß in wcnigm “Tagen die drei Kabinette in dcr Lage sein werden, den be- regtcn Schritt zu thun.
Florenz, Montag, 21. Maik, Abends, Ein Königliches Dekret ermächtigt den Kriegsminister, Pferde znm Kriegsdiensic zu rcqmrircn,
Kunst“: und wiffcnsclzaftlic'ixc Ikacbricbten.
«_ Zim 17. d. M. ist nach langen Leiden der Profrssor an der hicsiqen Universitat ])r. Adolph Bernhard M nrx verschieden. Durch seine musika- lischen Werke, wie durch seine Lebensbescyrcibungcn Gluck's und Beethoven's is er in weiten Kreisen bekannt. '
-- Nack) miitlictyen Berichten befindet fiel) die neurusfischc Universität in Od csi a in einem durchaus nicht beneidenswcrthcn Zustande. Die Studenten verlassen dieselbe mehr und mehr und zwar nicht bloß wegen der am Orte Herrschenden Theuerung, sondern auch wohl wegen des Mangels an Pro- fessoren. Die juristische Fakultät ist die bei Weitem zahlreichste. Nach dem Univer- sttäis-chlement soll dieselbe 13 Professoren und 6 Prioat-Dozentcn haben," augenblicklich halten aber in dieser Fakultät nur 2 Privat-Dozcuten und 2 stellvertretende Profcfforen Vorlesungen. Die »R. S. P. Za, der diese Nachricht entlelmt ist, schreibt dicse Uebclständc der geringen Besoldung der Lehrer und Profcfforen zu. »Die Bcsoldungcna, heißt es daselbst, »sind im Unterrichtsministerium allerdings verbessert worden, aber nicht in dem Grade- wie in andeicn Branchen." Der Privatdozent, der doch den Grad eines Magisters haben muß, erhält 1200 R. Erwicbt er den (Grad eines Doktors und die Stellung eines außerordentlichen Professors, so hat er im Ganzen 2000 R., was bei der allgemeinen Theuerung keine hinreichende Entschädigung für die zur Erreichung diescr Stellen verwendete Arbeit ist. Ein (Hyiimci; fiallehxer, der 600 R. jährlich zu Verzehren hatte- ist zur Acciseverwaliung übergetreten und erfreut fich nun einer Einnahme von 10,000 R, jäl)rlicl).a
Statistische Nachrichten.
London, 10. Mai. Nach einem Auchise des Armenpflcge-Amtcs betrugen die Aiislagcn zur Armen-Unterstüyung in England und Wach während des mit Michaelis 1865 cndigenden Halbjahrcs 2,116,216 Pfd. odcr 0,6 Prozcnt mehr als in dem entsprechenden Zeitraum des vor- hergehenden Jahres, welche Steigerung aus dem gestiegenen Preise von Fleisch, Weizen und Kartoffeln zu erklären ist. Von genannter Summe kommt ungefähr ein Viertel auf dichrpflegung in den Llrbeitshäuscrn, die übrigen Dreiviertel auf sonst gcreicbte Unterstützung.
- Ein eben erschienenes Blaubach giebt Auskunft über die während des _Jahres 1864 von der Mannschaft der Königlichen Flotte 4em1chließlich der am Lande beschäftigten Marinesoldaten und der Küsten- wache) begangenen Vergeben und die dabei zur Anwendung gekom- xiienen Strafen. Im Ganzen ist darin im Vergleiche mit den vorhkrgehcn- dtn Jahren eine beträchtliche Abnahme zu bemerken. Dic Vergehen find uiiter die folgende:: Rubriken gebracht: »Jnsubordination [Md unehrer- vieiiges Bctragena, »Diebstah1,« »Trunkcnheit,- »ungcrcchtfcrtigte Ab- we1enl3eita und »geringere Vcrgchsna, Es zeigt fich, daß die wenigsten Fälle von Jnsubordination und Trunkenheit auf Schiffen m der Helmuth, die meisten bei dem ostindischen Geschwader Und auf der Südostküste von Amerika vorkommen, während das Geschwa- der am Cap der guten Hoffnung fich durch die größte Anzahl Von Dieb- stßhlen und die Kanalfldttc, so wie überhaupt die Schiffe daheim durch das haufigsle Vorkommen ungerechtfertigter Abwesenheit (aus der Nähe der Hei- nmtl) leicht erklärlich) fich auszeichnen. Die Peitsche kam weit seltener zur Anwendung als in den zwei vorhergehenden Jahren (am häufigsten bei der Mzmnschaft auf der Westküste von Afrika, in Ostindicn und Australien), wahrend nämlich 1862 noch einer unter 54 dazu verurtheilt wurde, geschah daß 1863 nur noch bei einem unter 65, im Jahre 1864 bei einem unter 84. Die (Hcsammizahl der begangenen Verbrechen und Vergehen, welche im Jahre 1863 109,638 Fälle betrug, ist in genanntem Jahre auf 104,599 gesunken. Durch Desertion gingen 1864 der Flotte 2,59 Prozent der Mann- schaft, gegen 2,10 Prozent im Jahre 1863 verloren.
-_- Die außerordentlich rasche Steigerung der Nettd-Einnahme der cn_gltschen Post- dieselbe wirft gegenwärtig cinen Reinertrag von 17500000 Pfd. St. ab, der im Verhältniß von 300,000 Pfd. Si. per Jahr steigt »- erregt eine nicht geringe Aufmerksamkeit auf den Grund dieser erfreulichen Erscheinung. Dieser nun liegt nicht sowohl in der Ver- mehrung der Posten im Lande überhaupt, als in der Vermehrung der
Posten innerhalb der großen StädtL, wo jede neue Verkehrserleichterung „
von „einer entsprechenden reichlich lohnendcn Steigerung des Briefvcrkchrs begleitet ist. -Die Kohlenausfuhr aus Großbritannien während dcßl'er-
flossenen Jahres betrug 8,861,403 Tonnen,“ nach London allein wurdcn ; é nächst folgt Preußen (1862) mit 5,634500 SUM.
während dieses Zeitraums 5,909,940 Tonnen gebracht,
5 Vereinigte Staaten (1860)
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]
i 1 :
Gewerbe- und Handels:Nackrickten. » Aus Beuthen OS., 18. Mai, schreibt man der *Schles. Ztg.“:
«_ x_Leidel haben in Mischicdenen Zeitungen Korrespondenzen Raum gefunden, , die von 30,000 airbettswjen Arbeitern des hiefi'gen Kreises sprechen. -- Zn ** der That abcr nnd nennenßweribe Arbeitseinstellungcn bis jeyt überhaupt
noch "*th vorgekommen, und wo solche, durch die eingetretenen Konjunkturen VLl'_(1_n[(1ß1, stattfanden, sind die überflüssig gewordenen Kräfte sofort ander- ':NL'J- placirt worden. Daß auf manchen Gruben und Hütten nur mit ; “Schichtcii weiter gearbeitet wird, berechtigt noch lange nicht' dazu, von Arlicitseiiinclluann zu sprechen. Im allgemeinen Jntereffe ist es von großer_2_Llchngclt_, dies zu konstatircn, damit bei der ohnehin so großen Kalanntat des „Handels und Verkehrs nicht unnöthige Schreckschüsse das
allfgemcinc Uebel verschlimmern und unnöthigc Angst und Sorge hervor- ru en„« ' ,
- Aus Erdmannsdorf ist von der Direction der Flachsgarn- „
L_)ILaZ'chÖtTietz-SRanchrci dcr/LKöniglichen Scehandlung unter dem . . ' . ie c acion der »C- le“, 21.4: “7- klärung ersucht: ch 1 Oz; um Aufnahme folgender Lr
„ »In der 1. Beilage zu Nr. 224 der »Schleischen “eiiun * (10 (1310
11._d. M., findet fick) unter der Chiffre [(. ein LkorrespFndenzéATtikel aus
13111chbcrg, »Zur Situation« betitelt, in welchem ausqesprochen wird,
dai; dem Eiadlissement der Scehandlung zu Erdmannsddrf die Weisung zugegangen sei, nur, noch die bereits angefangenen Arbeiten zu vollenden, dann_abcc dic ngrik ganz zu schließen. Gegenüber dieser Behauptung
ch „Herrn Korrcypondenten sehen wir uns zu der Erklärung veranlaßt,
dak; uns,_der unterzeichneten Verwaltung des in Rede stehenden Etablisse-
ments, keinerlei derartige Weisung zugegangen ift.a
__ _ Lias. Tannhausen, Kreis Waldenburg, 18. Mai, wird der »Schles. ;)tg-r getcbmebcn: Zu unseren großen Jabrikdörfern ist von militairi- ichen Maßregeln noch wenig zu bemerken. Den Fabrikbefißern Reichenheim, Kauffmann, Websky :c. gereicht es zur Ehre, daß ße trotz des gänzlichen Mangeßls an Bestellungen auf Wanken ihre Leute fortbeschäftigen und nur eine furzwc ?lrbcitszeit angesetzt haben, dabei aber auch dafür zu sorgen suchxn, dak; dtc Arbeiter auch während der freien Stunden fich nützlich be- schattigen,
_ “ Ucbcy dci: Handel der. Russen mit Japan ibeilen die »Nach- kiciztien dex Kaiserlich rus11schcn geographischen GeseUschafta folgende Einzeln- )m en Ml :
_ U_n1er Handel mit Japan hat fich leider sehr Wenig entwickelt. In Nikolaxcwsk, de Caftries und Wladiwostok befindet er fich größtentheils in den Handen von Außläudein. Sehr schwierig ist der Traanort der Waa- rxn _dantkolajewsk nach Japan und umgekehrt. Wenn auch ein aus- landttxhcs Schiff, welches eine Ladung nach Nikolajewdk gebracht hat, es ubcrmmmt, dieselbe nacb Hakodate oder Nangasafi zu schaffen, so. istesweqen der kurzen"Dauek der Schifffahrt nicht möglich, daß es noch in demselben Jahre zuruckkchrc. Für die Bcschaffung der Waare auf den VerkaufSplaß braucht man daher mindestens 1'5 Jahre, was natürlich den Preis der Wanke erhöht und den Absatz erschwert. Was die Einfuhr aus Ruß- land nach Japan betrifft, so sind die Holzprodukte des Amurs 11:71) der ganzen Mandschurcnfüstc, Steinkohlen Von Sachalin, Thierhäuie, Pelzwcrk“ und Talg _ger_ade solche Gegenstände, welche die Japanescn nicht nöthiq hcibcn. _NTU „Holz werden sie von Jesso und von der Nordküste Ripons', nut Stxmkohlcn von der Insel Jesso versorgt. Pelzwerk tragen die Japa- nescn nicht,“ sie Brauchen dasselbe Überhaupt nur zu kleinen Tcppicben- so daß mati in Hakodate gute Fuchßbälge zu 60»70 Kop. kaufen kann. Talg fi"ndet kcincn Ahsaß wegen des Ueberfluffes an Pflanzenöl, das noch ausge)- fuhri wird. Die Stearinlichie gefallen dcn Japanescn wohl, sie können fich nu_r_noch nicht an die Preise derselben gewöhnen. Außerdem wer- den ruifitcbe Stcarinlichte über Hamburg eingeführt. Die Europäer und Amerikaner importiren vorzugSiveise Baumwollcn- und Wollenstoffe, Zinn, Blei, Rhabarber, Blech, Eisen in Stäben und Draht, fie exportiren “robe Seide, Thee, Baumwolle, Tabak, Oel, Fischthran und eine geringe QUM- tität lackirter Waaren und Porzellan,“ für Chiwa noch besonders Holz, See- gras, getrocknete Holothurien, Fische und Pelze. Die Aquuhr des Reißes außJapan ist verboten, und alles, W(ls für die Einfuhr deffelben nack M- kolaxewsk gcsxlxchen kann, ist, daß man ein bestimmtes Quantum als zur Verpflegung sur die Mannschaft unseres in Hakodate stationirten Schéffés h_esttmz1it„ka11ft. Jm Anfange des Jahres 1865 wurden einige Pyridnen, ch heimlich Reis an Kauffahricischiffe verkauft hatten, in Hakodate ms (85:- fangniß gesetzt und sogar zum Tode vcrurtheilt.
Landwirthschaftliche Nachrichtcn.
-- (Oßpr. Ztg.) Nachdem fich die Vesorgniß eincr Einschleppung dc: Rindcrpest aus Polen nacli Preußen gemindert, bat diE Königliche Regie'rdng Erleich_te_rungen _der Grenzsperre eintreten lassen, indem ße die vollständig: Abschlrcßung ausgehoben, dagegen für Rindvied eine 21cägige Quarantaine, für Schweine und Schafe und deren Treiber eine gründliche Reiniqun»! durcb Schwemme und Wäsche, und für tbicriscbe Rodprodukte Hekoäderß Vorficht§maßregcln angeordnet hat. Jngleicben smd für die in di:: Grenz- distrikten in den vorigen Monaten aufgebol'emn Vied- und Krammärkxk Nachtermine bewilligt worden.
London, 18. Mai. Die Rinderpeft in Irland bat, Faak km rasch getroffenen Präventivmaßrclzeln- bis" jekt keine weitsrm Fortx'kkrim Z'?" macht. -- Nach einer gestern crlasscnen Ordre der Regierung Haben die rer- schiedenen Distrikte Irland:?“zur Entscbädigung der Befißer von zu THDTMNR Vieh einen Fonds von 13,474 Pfd. St. aufzubringen.
Hinsichtlich des Reichtbiims an Rindvied ßsbt- wie «ck e::xsm jüngst erschiencnen Parlamentsausircise hervorgeht, Großbritannicn und Zr- land unter den reichstcn Ländern an fünfter Steak. „Es des: ck Nämliw: Rußland (nach der Zählung für die Radke [8519458254 (Ü) Stü-kx
16.01.14?5; Frankxctcd 11862" 14.197556; Oesietrcicl) (1863) 14,257-116, Großbritannien um ““mir-nd 51316960 ZU-
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