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Bei der Entlassung aus der Quarantaine muß das Vieh mit dem Quarantaine eichen versehen, und nur das mit solchem Zeichen ver- sehm'eVieh :emr Art darf ohne Weiteres im Innern des Landes zugelassen werden. _
Es ist die Oökikgcnheit der in den Einlaß-Orten bestellten Revisoren , der Kreisphysiker und Tbicrärzte, iich mit den Kennzeichen des von anderen Rindvieh-Racen durch Gestalt und Farbe leicht zu unterscheidenden Steppenviehcs bekannt zu machen, und nach diesen Merkmalen allein ist über die Nothwcndig- keit der Quarantaine zu entscheiden.
Wird in einen Ort im Innern der östlichen Provinzen Rind- vieh eingebracht, welches von Sachverständigen, nach seinen äußern Merkmalen, fiir „Steppeiwicb erklärt wird, welches aber mit dem Quarantaine - Zeichen nicht versehen ist , so muß dasselbe, wie nahe oder entfernt auch der Einbrin- gungsort der Grenze liegen mag, sofort angehalten wer- den, und der Eigenthümcr, oder wer es sonsi eingebracht 13111, ck über die ).liwcrdäci)tigkeit ausweisen, daß dasselbe nämlich ent- weder inländischen Ursprungs oder doch schon seit geraumer Zeit (mindestens seit drei Monaten) im Lande gewesen, oder daß dessen Zulassung aus dem Auslande und zum inneren Verkehr von den dazu crmächtigten Behörden genehmigt ist. Kann ein solcher Aiisweis nicht sofort beigebracht werden, so muß das angehaltenc Vieh außerhalb des Orts in beson- deren Futter- und Lagerstellcn außer Berührung mit anderm Viel) gehalten werden. Doch soll eine solche Aufbewahrung, wcnn
dieselbe in Folge des geführten Ausweises über die ).liwcrdi'ichiigkeit
nicht schon friiher eingeßcllt werden kann, nicht länger als 21 Tage statthabcn. Acnfiern fich bei dem angehalicncn
Viel) verdächtige. Symptome, so muß das kranke Vici) sogleich gctödict und mit Haut und Haar vcrgrabcn werden. Sind der «111- gebaltcnen Thiere mehrere: so muß es in solchem Falle mit densel- ben, wie es wegen der auf dcnWirihstliaftsböfcn dcs Jnlmich and- brechendcn Rindvichscuche im §. 88 des Patents vom 2. April [1703 vorgeschrieben ist, gehalten werdcn. Bleibt dagegen das Vieh wäh- rend der Zeit seiner Aufbewahrung gesund, so wird dasselbe dcm Eigenthiimcr, oder wer es sonst eingebracht [mi, nail) geführtem Beweise der incrdächiigkcii fi'cigcgcdcn. Wird aber dieser Ausweis nicht innerhalb 21 Tagen beigebracht, so kann dcr Eigcnihümer die Herausgabe des Vicbcs mir. gegen Niederlegung des WWW fordern; erfolgt diese nicht, so wird dad“ Viel) sofort öffentlich verkauft. Dem Eigciitbiiiiier wird dann von der Orts-Polizci-Bcbördc nach den Umßändcn dcs Falch eine 1111- dcrc endliche Friß zm" Beibringung dcs Liiiswciscs über dir incr- däcbtigkcit bestimmt, imd wenn er solchcn aucli 111 diescr Frist nicht i'cibringt, 10 wird das dcponirtc Geld oder das Kaiifgcld als Strafe icincr Nacbläsfigkcit eingezogen.
Nichtamfiicijcs.
Preußen. Berlin, 1.J1mi. Rahmen bcixtc die Vorträge des Haudministcrd,
Sc. :))?ajcstät dcr Kiiiiig dcs Polizei - Präsi-
deiitcn- dcs Wirklichen chcimen Raths von Olfcrs, dic Monats- J 2111112139111.» W wie die Mcidme dcs Gmemis dcr Kavalierric Prinzen ' yobenidbe entgegen und cnwsmgcn dcn Oderß-Licuicnant vom Gc-
Ueraistadc von Strauß aus Schleéwig.
, Breslau, 31. Mai.. ('Prov. Ztg. f. Schlei.a) JÜrstbschdf hac unterm heutigen Tage an den zeitigen Präfekten des fiirßbisckyöftichen Condiktorimns cine Verdrdiiimg erlaffen, worin den Candidaten der katdoiiickzcn Tbcoiogic in Anbetracht kriegerischer Eventualitäkcn geßattet wird, das (“RUMOR ])1'0 jUZK'L-ZZU 11] 11111111- 11381» schon jeßt abznlegcn. Diese Prüfung wurde in friiheren Jahren erst Anfang August abgehalten. Uebrigens steht heute schou eine nicht unbedeutende Zahl der .Herren Bewerber ald einjährig chiwiÜige unter den Waffen. ' “
Mittels: AnichlaZs am ichwarzen Brett n1acht die medizinische Fakultät dex hiesigen Königlichen Universität Unterm 30. Mai Jol- gendek bekannt:
»Da? Herm Ministrxs Excclleiiz haken girudt- dem Antrags der unterzeicdn-ctcn Jakuiiäi gemäß zu bestimmen,- daß diejenigen Kandidaten der Mkdlzmx weiche „fich iofdrt JUL Abéegung dcs 1321111131311 7115010511111 melden,- von der Vertheidigung cinkr TNettaiidn dispensirt sein, also nach Öcßcmdenexxi Examen auf den Grund der Veriheidiqung, von Thesen promoviit werden, aber vsxpiiicixici icin ioliew die Öiffertaiion
später nachzulieicyn.a
Schlesxvtg-Holftein. Kiel. 31. Mai. W T. B., Nazi; "der ZMP: Zeitung: smd von der ddißeinichen Regierung Emwurse fur em «„trafgeießbuch, eine Strafprozeßordnung und eine Gmchtßoexfaffung ausgearbeiiet worden. Zur Begutachtung dersel- ben bat die Statthalterichaft eine Kommission berufen.
Sachsen. Dresden, 31. Mai. Das :Dresdener Journal-
Dcr Hcrr ?
7 reisbs
' beim den Betrag von 1000 Fi.
bestätigt auch seinerseits die Nachricht, daß die Mitglieder des Frank. furter Bundestags -Ausschuffes einig seien, den bayerschen Staats- minisicr Freiherrn von der Pfordtcn als Bevollmächtigten des Bundes bei den Pariser Konferenzen vorzuschlagen.
Oesterreich. Wien, 80. Mai. Das bereits tclcgraphisch angezeigte Gesch vom 25. Mai 181515 iiber die Ausschreibung cines Zwangsanlehens fiir das lombardiscl)-vcnetianisci)e Königreich im Betrage von zwölf Millionen (Kinlden öficrrcichiichcr Währung lau- tet also:
In der Erwägung, daß das Gcscix Vom 5, M11i181'113 wegen 1111111“- nahme der Banknoten zu 1 Gulden und 5 Gulden auf den Staatssthai; fiir das lombardisch-vcnctianisclzc Königreich nicht wirksam ist, gleichwohl aber es dcn Geboten dcr Billigkeit wie der Staatsnothwcndigkcit eni- spricht, daß auch dieses Königreich in einer feinen Kräften angcnicsscncn Weise zur Deckung der 11usicrordcnilicl)1n finanzicilcn Bedürfnisse des Staats herangezogen werde, finde Iii) anf (Kirund Meines 51111thth vom 20. September 1865 nach “2111116111119 Meines Minisicirathcs zn verordnen:
* [. Es wird im lombardiscii -vcnczianiscl)1n Königrcichc cin Zwangs- Anicbcn im Betrage von zwölfMiilioncn Mulden österreichiscbcr Währnnxx ausgeschrieben.
Die Einzahlungen [31111111 in sechs gleichen, für dicProvinzcn “111111111, Udine, Padua, Treviso, Rovigo und Mantua mit Ende Juni, fiir die Provinzen Venedig, Vicenza mid Belluno mit EndeJUli 181513 beginnen- den Monatsraten in [marek Silbcrmiinze oder in (iioldmiinzc, und zwar in der 1111th nachdem jeweilig von der Sinatsocrwaliung zu bestimmen- den Kittie zn erfolgen.
11. Die NUstlU'ilUUg dcs Anlchcnd' und die “2111111111 1111 den Sinai unter den für die Eindcbung der direkten Steuern gclicndcn Normen ci“- foigt 111111) Provinzen, und zwar entfallen auf die Provinzen Vcncdig 112731100, Verona 1,8132,000, Udine 1,321,1)01), Padua 88311001), Vicenza 1,8-11,1)00, Treviso 1.328,000, Rovigo 1,031),000, Belluno (11 18,000, Mantua 1,108000, sämmtlicl) F|. ö. W.
Jede Provinz ist ermächtigt, ihre “Iliilcbcndtangciitc auf dic cinzelncn (Iicmi'indcn naci) Vcrbältniß der fiir diese vorgeschriebenen '"][1118111 ['1'1*111:1[c mii Inbegriff des 1115111110 ((Lirund- und (Ziciiäudcsicucr) umzulcgcn.
:Die Gemeinden sind zm" leichteren Aufbringung dcs “2111111311111 kmsi dicses Gescch ermächtigt, ihr unbeweglicch odcr bcwcgiicich Eigenihum zu veräußern oder zu verpfänden, Darlehen aufzunehmen und Zuschläge auf die dirckicn Steuern umzulcgcn, dime das; es [ziczu dcr Einholung einer weiteren Erniächiigimg bedarf. Dcd'glciclzcn werden die (Hörincindcn 1)ic11111 1111151011111, zu dem obigen Zweikc fiir die Dancr dci" Jahre 18117 und 18158 fünsproziniigc Zuschläge zm“ ärarisciwn Verzehr1111924011111“ cin- znfiwrcn und dort, wo solciic Zuschläge schon bestehen, sic in demselben Liud'nmsic zu 1111101111.
111. “Fiir die abgesiibrten Anlclicnöbcträge wcrden scilidprozcntige Certificate des Monte Bcncto in “2111110111111" zu 100 “Fl., 10 Fi.und1Jl. 111110. 1. Oktober 18151; in den Provinzen Vciicdig- Vicenza und Belluno, beziehungsweise 11110, 1. Scptcmbcr 181315 in den andcrn sichs Provinzen ;11 11311 diinnisgcgcbcii.
ckDie Ccrtifii'aic lauten aiif die Provinz, für dcrcn “2111iehchinzahlung sic erfolgt wurden. Sie werden vom Jahre 18157 angefangen untcr „Hin- zurechnung der Zinsen, welclie vom Andsicilungdtagc dcr Effekten fiir die bis zur Zeit ihrer Verwendung an Zahiungdstatt voll abgelaufenen 1111- icndcrnwnatc entfallen, in jener Provinz, für deren RDÜWUUJ dic Hin- ausgabe siattgcfnndcn [ml, für jc dic Hiilfte dcr 1111110513 1013111311 mit Inbegriff des (*;151111111 ((xirimd- und Gcbäudcsieucr) sammt Staatszusciiiä- gen wieder 8] 11.111 «111 Jalilungssiait angenommen werden und es sind in gleicher Wcisc dic Riccx'iim'i [110111111an und die [*)888101'1 0011110111110 verpflichtet, die Certifikaic zur Hälfte der in Rede siedenden Staatsabgn- [im von den Kontribncnicn 113111" Provinz an Zahlungdstatt anzunehmen.
10. Die Zinsen dcr Certificate sind von der Einidmmciisicnir befreit.
Die («vinniissimi 3,111 Kontrolc dcr StaatSschuld wird übckwachcn; das; die Hinaiisgadc dcr Certificate den Betrag von zwölf Millioncn Gul- den iii'icrrcicbischcr Währung nicht iibcrschrciic.
K*. Mein Finanzminister ist mit der Vollziehung dicses (Heseßcs bc- aufimgt und zugleich. ermächtigt, Meinen Statthalter fiir das lombardiscii- vcnczianisäzc Königreich mit den entsprechenden Voilnmchten zur Duni)- fübrimg zu versehen. .
- 81. Mai. (W. T. B.) Die Erwiederung Oesterrcichs auf die Einladungsichreibcn zur Konferenz ist abgegangen und lautet zustimmend. Graf Mensdorf f wird als Bevollmächtigter Oester- fimgiren und zu diesem Zwecke fick) demnächst nach Paris-
[Weben,
3 (W. Ztg.) Das böhmische Großpriorat des Johanniter- Ordens hat den Beschluß gefaßt, auf die Dauer des eventuell be- vorstehenden Feldzuges ein Spital für verwxmdete Krieger zu er- richten, zu dessen Erhaltung der Großprior Feldzeugmeister Franz Graf Khedenhül ler - Meisel) einen jährlichen Beitrag von 3000 Fl. und der OrdenSbaiUi Graf Friedrich Schönborn-Buch- , spenden zu wollen erklärten. Ebenso haben die Eßrenritter des Johanniter-Ordcns, die Gutsbefißcr Grafen Franz und Joseph WratiSlaw, sich bereit erklärt, auf die Dauer des eventuell bevorstehenden Krieges in ihrem Schlosse und Garten zu Woitiß in Böhmen ein Spital fiir das Militair auf zwanzig Betten mit voller ärztlicher und häuslicher Ver- pflegung zu errichten.
Prag, 30. Mai. Man scheint maßgebenden Orts , schreibt man dem *Dresd. Journal-, wenig oder gar keine Hoffnung auf Erhaltung des Friedens zu haben, wenigstens wird sortgefahrem Maßregeln für eine kriegerische Eventualität zu treffen.
1793
So informirte gestern Statthaltereirath Klingler, dem das Schulwesen hier untersteht, die Direktoren der Mittelschulen, dieVorträge daselbst möglichst zu beschleunigen, die Prüfungen raschest voUzichen zu lassen, um eventuell eine Schließung der ihnen unterstehendannftitutc schon in den nächsten Wochen vornehmen zu können. Eine gleiche Auf- forderung wird an die Rektoren der U11wersität und des Polytech- nikiims gerichtet werden, an denen sofort bei Beginn eines even- tuellen Krieges die Vorträge ciiigcstcilt werden sollen. -
Olmüy, 28. Mai. (Pr.) (431111111 Nacht [angie Erzherzog Wilhelm hier an und 111117111 11-111 Absteigcquartier in der" Residenz des Donwrälatcn Barons Schneeberg, -- Heute Morgen kam Feld- zcugmcisier Benedef hier an 1111?) stieg in dem Jiirstcrzbischöftichen Palais ab. Anil) Sectidnschcf von Kriegsau, dec Civil-Jntendant dcr Nordarmee, ist bereits in Olmüß 1'117g1'tl'OffLU.
Aus Oesterreichiscl)»Schlesien; 20, Mai, wird der »Sch1.'
ZW“ geschrieben: Die Militairtraiwpdrte aiif dei" Nordbahn dauern iwc!) ununterbrochen fort. Jide Stunde geht ein Militairzug mit /10 Wagen, tbcils von 111111111151 ab, theils won Olmiiy aus.“ JU dcn leizten Txagen wurdcn immciitlich Militairziige von Lemberg iiach Josephsmdt gi'fiiiii't, WO sick) cin bcdcutendcs 33211 zu konzen- 11'11111 iihcint. Aiiszcr dcn Triwpcn giheii aber (11.111) große Träin- kolonncn iiach Olmiiy und Josephstadt. Dic kdlossalen Lieferungen liaben mich bereits begonnen. Wir sahen nnter andern einen Zug mit 180 galizischen Ochsen, der narf) Lcipnik bestimmt war. Ueber die Stellung der (Txriwpen an dcr (Grenze können wir mitthcilcii, das; Vor Krakau eiiie Brigade anfgcftellt ist. Eine zwcitc Brigade bcgiimt bci OMViiZLiL-U und hat die Eisenbahn bis Pi'itcßna beseßt. Sic Umfasst die beiden Regi- menter „Karl ficrdinand und Erzherzog Joseph, ein Ulanen-chiment imd eine Baitcric, sowie cinJäger-Bataillon. Das Jägcr-Bataillon, i'd wie die Batterie befinden sich in Oswiexcim, Die iibrigen Trap- pen find in den Dörfern cm der Grenze verweilt. Ein Bataillon 110111 Regiment Erzherzog Joseph liegt in Biala. Von Pruehna beginnt aisdann eine dritte Brigade, welche bis Oderberg sich auf den Dörfern und Städten Von der Grenze bis ans Gebirge Ver- theilt. Der Mittelpunkt dicikr Brigade befiiidst sich in Teschen, woselbsi dcr Erzherzog Joseph, der Comnmudeur dieser beiden Bri- gaden, seit etwa 14T11ge11 in dem Schlosse residirt und bereits meh- rere Male die (Truppen in den umlii'gendcn Dörfern und Städten besichtigt hat. In Teschen selber liegt ein Jäger-Bataiilon und eine Batterie, so wie der gesammte Train der beiden Brigaden. Ju Skoisciiau nnd der Umgegend ist das ngiment Baron Schmeriing kan- toniiiri. Es ist dies bis in die Gebirgsthäler eiuqimrtiert, so liegt selbst
' in dem 3 Meilen von der Grenze entfernten Dorfe Ustron noch Ein-
quartierung. In dieser Brigade befindet fich cin chimentHusaren, welches 11111 Freistadt kaniomiirt ist. Die Truppen dieser Brigade liegen dis eiiien Bücksenschnß von der Grenze entfernt, namentlich findcn fish schr viele “Yruppen in den Dörfern Pietrowiß und Sei- bersdorf zur Bewachung jcncr Viaduktc, die nahe der preußischen Grenze gelegen sind und durch dcrcnSprengung so leicht die Passage anf der Nordbahn unterbrochen werdcn kann. 2111 diese Brigade rcibi sich noch eine vierte, welche bis Troppau geht, und eine fünfte wird jeßt vis gegen Jauernig vorgeschoben. Dazu werden noch etwa 20,000 Mann erwartet. Cs find in allen Orten bereits noch weitere Einquartierungen angesagt, bcispieldweise ailciii in dem kleinen Orte Skotschau 11011) (1111111 dem dort kaiiwimirench Ba- taillon 1,401.) PÖÜYU.
Ikiederk'andc. Haag, 30, Mai. „13111? Pels-Rycken hat das Portefeuiilc der Marine und Herr van den Bosch das des Kriegs iiberiwmmen. Dic Bildimg des neuen Kabincis ist nunmehr vollständig.
Großbritannien und Irland. London, 30. Mai. Die »(Hazeftea veröffentlicht, daß die Königiii dem Right Hon. John, Baron Wodehouse (Vicekönig VOU Irland) fiir fich und seine männlichen Nachkommen die Würde eines Earl dcs Vereinig- ten Königreichs unter dem Titel »Carl Kimberley of Kimberley (in Norfolk)« verliehen hat.
In der Westminsier-Abtci wurde gestern in Gegenwart zahl- reicher hoher Beamten des indischen Dienstes das Monument ent- hüllt, das dem Andenken Sir James Outram's (im März 1863 daselbst beigeseßi) vom Staatssecretair für Indien errichtet worden ist. Dasselbe ist vom Bildhauer Noble in weißem Marmor auSge- “führt und besteht in einer Büste des Verstorbenen, darunter eine Tafel , die eine Reliefdarstcllung des Zusammentreffens vanutram, Havelock und Clyde in Lucknau enthält.
Durch einetheheimrathsbeschluß Werden die wegen der Rinder- peft erlassenen Verfügungen, deren Geltung mit dem 1. Juni zu Ende gehen sollte, bis auf Weiteres in Kraft erhalten.
Auf Jamaica war nichts von Bedeutung vorgefallen. Dem Berichte der Untersuchungs-Kommisfion wird von den Kolonisten mit großer Spannung entgegengesehen. Man erwartete, daß Sir Henry-Stocks im nächsten Monat die Insel verlassen würde, so- bald der für jeßt mit der Regierung Jamaica's betrauteOberbefehls- haber auf den Babama-Jnseln, W.Nawson, daselbst angekommen sei.
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JW “O [* er 1) au 1“ e ging gestern die Bill zur Einführung von Reformen in ion, 19.111011) und einigen anderen Lateinschulen durch die zweite Lesung. Capi Ruweli beantragt, daß sich das Haus der Adresse der Gemeinen an die Kwne um Unie1suchung des" Bestechungssystems, das bei der Parlameqts- wahl m Lancaster geherrscht haben soll, anschließen mö e. Earl Grey stellt dazu das Ameudeinent, daß nur eine allgemeine Unterßuchung über den Ge- Zenstand etwas iruchtcn könnte. Zehn Burgfleckßen seien speziellen Unter- 1_uchungcn unterzogen worden, es sei bei den Verhören sehr viel falsch ge- 1chworcn wo'rden, aber andere Folgen habe das Verfahren nicht gehabt, und er glaube, 0111c'd1k Corruption überführten Flecken seien nicht schlechter als i_nidcre, diißcr mwfcrn fie sich erwischen ließen. Auf Lord Derby's Vor- schlag wird die Debatte Vertagt,
, J11111nterhause fragte gestern Akroyd den Schaßkanzler, ob es nicht ixmer Aufmerksamkeit entgangen sei, daß der Zinsfuß der französischen Bank 11131 4_pCt.,oder der englischen aber 10 pCt. betrage und daß dieser Unterschiedem großer Nachtheil für englische Handels- und Fabrikantemeh- muri en ici,“ ferner, ob nicht eine Untersuchung über die Operationen der e_nglichcn" Bank am Plaße wäre, da die Schwankungen in ihrem Zinsfuße io mel haufiger iind extremer seien, als die der französischen Bank? -- Der Schaizkiwizlcr erwiedert, jenen Unterschied kenne die ganze Welt. Auch die preiißiiche Nationalbank habe jeizt einen so hohen Minimalfuß, wie die ciiglische. “Ueber das Währungssystem in Frankreich sei vor einiger Zeit eme Untcr1uchungangefteiltivorden, doch wüßte er nicht, daß ihr Zweckschon vollkommen erreicht worden wäre. Warmn die Schwankungen hier häufiger seicn als anderswo, erkläre sich aus nahe liegenden Gründen. Es wür- den in England ausgedchntcrc Geschäfte gemacht als in Frankrcick), und zwar mit einer viel größeren Oekonomie der englischen Währung und daher_ mit einer viel kleineren Reserve als irgend anderswo, während die cngliichcn Geldbcfiizer allgemeiner, als anderwärts ihr (Held zu verwerthen siichen. Er wolle damit nicht sagen, daß dcöhalb nicht von Zeit zu Zeit eine öffentliche Untersuchung am Plaße wäre. In diesem Augenblick sei die Lage des Geldmarktes mehr oder weniger derjenigen analog, die vor zwei oder drei Wochsn herrschte, als die Regierung ein auf die Bank Charter Act bcziigliches Schreiben erließ, und che diese Umsiände fich geändert hät- ten, wäre es Uschi wünschenswerth, die Frage'zu erörtern, ob und wann die Zahl der zu verschiedenen Zeiien über das englische Währungssystem ange- stellten Untersuchungen um eine neue vermehrt werden sollte. Er glaube, daß eine solche Untersuchung in diesem Augenblich schr ungelegen kommen würde. Vivian beantragt die Resolution, daß nach der Meinung des Hauses Jedermann, der durch eine KöniglicheKommission überführt worden ist, bei einer Parlamentswahl bestochen zu haben oder bestochen worden zu sein, 11uf Lebenszeit das aktive und das passive Wahlrecht verlieren soate. Buxton beantragt dazu, daß der Atiorncy-(Heneral verpflichtet sein sollte, jeden bestochencn Wähler gerichtlich zu verfolgen. OZHorne bemerkt, daß alle neueren Gesetze ge„ en die Bestechung mehr geschadet ais genüyt hätten. Die Wahlprüfungsauchhüffc dcs Unterhaiiscs müßten, wenn es diesem ernst wäre, durch ganz unabhängige Tribunalc erfaßt werden. Der Attorney- General billigt das Prinzip des Vorschlages, kann ihn selbst aber nicht gutheißen, weil er nicht auf dem Resolutionöwege , sondern vermittelst einer, Bill vorgebracht werden müßte. Smokett meint, das Haus müssesehr wohl wissen, daß die Sünde der Corruption auch oben grasficc. Die Regierung z.B. könne gewissen Gentlemen kein halbwegs ciniräglichcs Amt geben oder lassen, wenn fie nicht im Hause Eis und Stimme hätten. Jhm selbst habe die Regierung noch keine Bestechung, in der Form von 1000 Pfd. Skjährlich, für seine Stimme während der Session angeboten, aber er würde sich «mei- mal besinnen ehe er ein solches Anerbieten ablehnte. - Vivian ist bereit, die Resolution zurüchzunehmcm da er hoffe, daß die Regierung, nachdem sie das Prinzip seiner Vorschläge gebilligt hat, selbst eine Bill einbringenwerde. » Otway sagt, das Land werde aus diesem Manöver erkennen, was es von der Aufrichtigkeit des Parlaments iii dieser Frage zu halten habe. --
Die Resolutionen Vivianis und Buxton's werden schließlich zurücho genommen. Frankreich. Paris, 30. Mai. In der heutigen Sißung
des gesetzgebenden Körpers begann die DiZkusfion über das Ge- seßprojekt Betreffs der Bestrafung im Auslande von Franzosen be- gangener Verbrechen und Vergehen. Die Hauptpunkte des der Kammer vorliegenden Geseßcs sind folgende: 1) Die Verfolgung in Fdankreich eines jeden Franzosen, der im Auslande ein Verbrechen, sei es gegen einen Franzosen oder gegen einen Fremden, begangen hat, ist bei seiner Heimkunft zulässig; 21 ein- Fran oft, der ein Ver- gehen im Auslande begeht, kann nach &ck& Rü kehr ebenfalls be- straft werden,“ 3) ein Franzose, der fich gegen die F0rst-, Zoid- Steucr- und Ackergesehe versi'mdigt, kann bestraft werden, jedoch nur Unter der Bedingung der Gegenseitigkeit. _
-- 31. Mai. Die preußische Antwort auf die dieffeitige Am- fordferung zur Beschickung des Pariser Kongresses ist bereits einge- tro en.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 30. Mai._Dte »Deutsthe St. Peierdb. Ztg.- Veröffentlicht- folgendes Kaiserl. Reicrtpr vom 26. d. Mts. an den Präses des Minister-Comiiés, Geheimrath Fürsten Gagarin:
Fürst Pawel Pawlowitsch! Die einmüihigen Kundgebungen dcr Unterthanentrcux und des Vertrauens, dix Mir von Seiten des VOY- kes, deffen Regierung Mir die göttliche Vorsehung anvertrautx JU Theil geworden sind, dienen Mir als Bürgschaft für die Gefühkei m "'Liebe" Ick die beste Belohnung Meiner Arbeiten für das Wohl Rußlands WZ“- Je troftreicher diese Ueberzeugung für Mich ist, um so mxhr «1111an es als Meine Pflicht an, das russische Volk vor jenezi Keime!) JUMP" und falscher Lehren zu bewahren; “welche mit der Zeki dxggeieLschaft-Uche Orsdntungü edrschüttern könnten, wenn ihrer Entwichelung n1cht OMAN?“ geeh w r en. ' , .
Das Ereigniß, Welches die Mir von allen Theilen Ruslan?)8 WIS“