1866 / 138 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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oft mehr lichten, als die Geschoffe des Feindes, so müssen die Feld- Lazaretbe so bald als möglich von allen :ransportfähigen Verwun- deten entleert und Anhäufungen der leßieren in der Nähe des Kriegs- schauplaßes vermieden werden.

Es“ werden daher, außer den Feldlazarethen, im Rücken der Armee an den Eisenbahn- und Wasserstraßen bis weit in das In- ncre des Landes hinein ßehende Lazarethe errichtet werden. Je weiter die Vereinzelung der Verwundeten ausgedehnt wird , um so beser läßt sich für ihre Pflege, für ihre Heilung sorgen.

Seitens der Militair-Verwaltung wird zwar auch fiir diese stehenden Lazarethe Alles geschehen, was Pflicht und Nothwendigkeit bedingt. Sobald sich aber mit dem Fortschreiten des Krieges auch die Zahl der Kranken wesentlich vermehrt, kann auch der Fall ein- iretcn, daß die Anstalten des Staates allein nur noch genügen zur Gcwährung des Nothwcndigen, nicht aber zur Befriedigung derjeni- gen Bcdiirfniffe, die zur besseren Pflege wünschenswirth find und in ihrer Herbeischaffung keinen Aufschub gestatten.

Hierher möge sich daher vor Allem dcr Patriotismus wenden, um auf diesem weiten Gebiete seine aiisdauernde Thätigkeit und Opferwilligkeit zum Heile der Armee und zum Segen für das Vater- land zu entfalten.

An den Orten, wo diese stehenden Lazarethc errichtet werden, können die städtischen Behörden durch Vermittelung von geeigneten Räumlichkeiten, so wie-durch Uebernahme der Verwaltung oder Be- theiligung an derselben, die Civil-Acrzte durch Uebernahme der Be- handlung, cdelgcfinnte und opfcrwilligc Männer und Frauen durch Betheiligung an drr Krankenpflege segensrcich wirken.

An solchen Orten wiirden, Um von vorn herein dic iwihwoii- digc Rrgclmäßigki'it zu erzielen mid jcdlersplitterung der, nur ver-

zii bilden haben, die dirckr oder durch Vermittelung der zu diesem Zwecke eingeseßtcn Ccntral-Bcbördc mit den Lazarett)-Verwaltungcn

sien Wege von den Bedürfniffcn Kenntnis; erhalten.

dienenden freiwilligen Gaben aus der Umgegend zii sammeln und den Lazarethcn nach Bedarf zuzuführen.

Um aber auch den Feld - Lazareibcn derartige Gaben der Vater- landsliebc zu übermitteln, werden im Rücken jeder opcrirendcn Armee Lazaretb-Rcscrve-Dcpots crrichict werden, welche die fiir dicse Lazareibe bestimmten Pairiorisckicn Gaben anzunehmen und dnrch Vermirreiung dcs Centrai- Organs für die freiwillige Krankenpflege

:rsixe'r zu “befördern haben. Sie werden voanit „Ul Zeit diejenigen Gegenstande bezeichnen, welche für die bcffere Pflege oder größere Be.ii:riiiiickfeir dcr Verivimdctrn in den Feld-Lazaretheii wünschcms-

wert!) oder zweckmäßig cricheimir

Um iwer i'i'rrraii Jede Zeririitirrung zii rrrmcidcii, wird es nördigz icin, dax"; iich iii di:: eiiizcimn “Proriiizcii Vereine ziir Samm- ! Lung dsr Gaben biid-xxi. Die Organii'aiirn dex? hier in Berlin dc- ! siedendeir Preußisch Verein:“ ziir Pichi der im “Jelch rerwundeten :r. Krieger ÖM, RÜÉ den von des Königs Ma- .' ießärYUerböÖß deüärizriri Srariireii, 'die Bildung solcher Sprcial- „7 COMMIT? vorgesehen. DATEI"; Msbrcre QUÉ derriis bestehen,- wic in Ü Brrsiaii, Magdchurz ::. Ei?». A:».iciriirß an dieie feste, schon restchcnde Z OrZami-arion kam: mir driKZend emrichlen werdeii. Dieser: rind ? adxiiicben Yereinen wiirdexi daher ai!- ireiwiiiigrm (Haden am 3wech- .

mäßigürn zu überweiien kein. , Alien Sendung.“: ireiwiEiZer Gaben an die Vrreirie imd an die Neinre-Lazarrrd-Trx-OTZ i'? T*rrrrireibei: bewiUiJc.“

AU: Diejenigen, “ri: idirbrir Vrreimri ferrier üehen, irréZeri iick; md-

iiÉ direkt andaLCenUal-Örzaii iéxrdie freiwillige Krariken- _

: *“?le wenden. Ua! Nämiiw 7:2“: 1:27». dem Patriorismiis de'? Prerißiiéekm WITTE zu erwartender». freiwiiTi-Zm Berdeiligung an der Jßrirrge für die Dr.r«ze der Verwandexep. CTRL eiiiixeiriiexie, jede narhrdeiiiZe :niriirie- ::rFZ-r-ermeidmde LCÜMJ „;;; „.J.-rm, i!? in der PWM ““rx-:“ :Um KIMZZTÖLU Kommii'i'ar ?'“L'ir 22: der Armee ;UZWM-ieie Pri- :;Zoßrankjenpslege AEerdé-Fä erriaiirireri Wiriiirßrir Gerämm W Graien Eberhard zu STLTÖLTZ Wsriiixerrdr, ein 'US-"ckck *EUR-al-Organ geichafférr Raa“: “re“: ZMF Twhéixaré-An-

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M MMM KWK sr *L'YM“ Gründung Kmnrin'ß „ZU ;

geben, damit er nöihigcnfalis auch hier aushelfend und regelnd wirken kann.

Genossenschaften, deren Zweck die Krankenpficge ist, oder Priwat- personen, welche als Krankenpfleger erprobt find, werden durch Be- theiligung an der Pflege der Verwundeten in segensreicher Weise mitwirken können. Woklcn dieselben ihre Thätigkeit den Lazarethen in der Nähe des Kriegsschauplaßes widmen, so haben fie fich Mich, falls an den Königlichen Kommissar zu Wenden, welchcr ihre Ueber- weisung nach den Vcdarfßpunkten vermitteln wird. Behufs freier Fahrt auf den Staats-Eisenbahncn werden ihnen Legitimationskarten ausgehändigt werden. Daß sich Privat-Eisenbahnen auch ihrerseits an ,de'n Werken der Humanität bcthciligcn und ebenfalls freieFahrt bewrlltgen werden, ist nicht zu bezweifeln. “Zu den Lazarethen selbst erhalten solche freiwillige Krankenpfleger Unterkunft und Verpflegimg

Anerbietungcn zur Aufnahme von Rekonvaleszentcn dcr Arnieé

ein.

zur Pflege in Familien snd ebenfalls an den Königlichen Kommissar ' zu richten. Offerten zur Aufnahme ron Kranken in Civilhcilanstah * ien, so wie Aiierbictungen zur Benußung besonderer, zum Aweck ' der Pflege Verwundetcr errichteter Krankenhäuser werdcn da?;cgen „* von dem Militair - Oekonomie - Departement des Kriegsministeriums .

entgegen genommen werden.

Nähere Ausrunft über einzelne Punkte zu crthcilcn, find die T

chen genannte Behörde, so wie der Königliche Kommissar gern bereit.

- Das Fc-ld dcr Thätigkeit, welches dem Patriotismus des Volkes im xrallc des Krieges fich darbictct, ist schr groß. Die vorstehend dargelegten '

Organisatidns-Umrissc solitcn dartbmi, daß die Früchte der Opfer.

: iiiilligkeithcr Nation rmx" gedrdneien Wegen denen zugeführi werdcn * „. krélnnen, fur die ile benimmt find. Die Resultate werden hoffentlich _ , a cn patriotischen Wi'iiisrhrn Befriedigun'; gewähren wenn 'i 5 reio eint Wirksamer: Kräfte und Hilfsmittel zii vi'rhiitcn, sich Vereine Z i- , 1ch P !

ßriis Männer mid Frauen, ohne Unterschied des Staiides, des reli- gwscn Bcfrnntmiscd nnd der politischer: Meinung, an diesem erha-

benen Werke mit Eiiiiiiiiibigkcit bcthcili en “um Heil d ' 9“ , . , . : , z e ies Outer- m fortlaufender Verbindung nehm und von diesen (1111 dem furzc- ; g ,

laiidrs, zu dessen Vrrthridigung seine Söhne unter die Waffen. ge-

! riifcn'sind.

Aufgabe dieser Vereine würde es, neben der Vermittlung der , ibnen bezeichneten Bedürfnisse, auch sein, die zu einer bcanmcrrn Ausstattung der Lazarethe und zur eruickung der Verwundetcni

Berlin, den 11. Juni 1800. Der Kriegs- und Mariiic-Mixiistcr. von Noon.

Evangelischer Ober- Kirchenrath.

(„Yer ziim Ohcrpiarrrr iii Artern bcrrifenc ieitherige Oberpfarrer imd Superintendent m Belgern, [)x'. Schmidt, ist zum Super- intendenten drr Diiiccse Artern ernannt worden.

Berlin, 13. Juni. Zr. Majestät der König haben Aller-

. Öiiädigst geriiht: deiii Iiiiidrath- Seni zu Neuß die Erlaubnis; zur _ Anlegung des von O1". .Ykillgkelt dcm Papstc ihm verliehenen Kom-

thnrkreuzcs des St. Gregorius-Ordcns zii erthcilcn.

Siimmarisri)? iirbcri'iwr drr immätrikirlirtrn Stii- dirrndrn aiif drr Königlicher: vrrriniZtrn Frirdrichs Universität Halir - Tiiitirnbcrq von

FWU vis Mickiaeiis 1i766.

Voir Michaelis 1565) bis Tsicrii 1860 b'sfanden *sich ans hicsiqrr Unwerfität ................................................. “. . . 830 Daiwn iind abgrgcingrn ........................... " 273

. Es Eik demnach Zrbliekeii 557 Vom 44. «„rzemkrr WW bis 31. Mai 1866 iind hinzugekommen 215,

:? (Biriamriiiziibl drr immatrikulirten Siridirendrn beträgt

iadrr ......................................................... 772

T:. ».“ Jafrilrät zählt.... YYYHLTFM ZZZ

*.*“

[ 343

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Irriirchs ;cakiiirir zählt ....... ? UMWDU *).- * » AUsiandrr Z

53

THE xrchdiziriiichr FakUltäi zählt

éJniändrr 100 AUÉländrr 5

*

105

Die philosophische Fakultät zählt: 51) Kniänder mit dem Zeugniffe der Reife. .. 147 v) „Inländer, auf Grund des 8.35 des Regle- mrnis vom 4. * uni 1834 immatrikulirt .. 3 r) Jniändrr, auf rund des 8. 36 des Regler- ments vom 4. Jimi 1834 immatrikuliri.. 68 (i, AULländ-rr ............................... 54

""TH-

- " , . 2 Außer dieien immatrikulrrten Studirenkrn besuchen die hie- 77

ÜF? Universität:

1) thrmaceuien ................................ 14 2) Hoiviiamen ................................... 2

_ , 16 Es rehme-n folglich an den Vorlesungen Theil im Ganzen. ÜF

Nichtamtliches. Preußen. Berlin, 13.Juni. Se.Majestät derKönig

sabe um Jüfi

Abmarsch zur Armee vorbeimarschirendcn Bataillone des Garde-

trag des Civilkabineis, den des Miiitairkabiiiets ,und des Chefs des Generalstabes der Armee imd endlich den ch Miiiister-Präiidcnien

(CU. eiitgeé- Nach einer von dem Herrn Finanzminister an die Provin- zia(.Steuer-Direkwren erlaffenen Verfügung soll an diejenigrii Per. sonen, welchenindirektcAbgaben, als: Zöilc, Brannxwemfteuer, Riibciiiuckerfteuer und Kartenstenipel, gestundet imd, _die Aufforderung gerichtei werden , ,die, , gestundeten Abgaben- beträgkx nach Abzug eincr, uarh dcm ]CWLi'ilch DiIkonw der Preu- ßischen Bank zu berechnenden ZmI-Vcrgutung, sofort emzuzahlen oder über diese Abgabenbeträge diSkontable Wechsel auszustelleii und solche der Staatökaffe zu übergeben, welche dieselben entiveder diEfon- iiren oder den Betrag seiner Zeit einziehen wird. .

Die Bewilligung eines Kredits auf die erwähnten indirekten Abgaben wird nach Maßgabe der bestehenden Yorschristerr, wie seit- bsk- auch serrier siattfinden. Sofern jedoch diese Kredrteron dcn Kreditnehmcrn nicht alsbald durch baare Zahlung_ gegen. die vorge- dachte Disfdnw-Vergütung abgelöset werden, soll dichwilligung unter der Bedingung erfolgen, daß über die im Laufe eines Moonats grsiundeten Beträge, sobald fie die Summe von 100 Thalrr erreicheii, diskontable Wechsel ausgestellt und an die Staatskaiie emgciendet werden

ü en. in ffDic Zinsvergiitimg von 5 pCt., welche für die vor dem Ver- salliermine bereits eingezahlten Steuerkredite gewahrt worden,“ ist

Nachträglich auf den Betrag des zur “Zeit der Zahlung

bestandenen DiIkon'w's dcr Preußischen Bank erhöhet und danach die entsprechende Nachzahlung angedrdnet ivordcn. _ - Aus dem Striegauer Kreise, i')": Juni, berichtet die -Pr0v. Ztg. f. Schles.-: Auch hier hat fich, im Anschluß an den betreffenden Provinzial-Verein, ein Lokalwerein zur Pf'lege der im Felde verivrindeten und erkrankten Krieger fonstrtmrt. ' Schleswig-Holftein. Die vÖamb. Börs. Halle- berichtet unter dem 12. d. M. die bereits telegraphisch mitgetheilten Nachrich- ien bestätigend: Nachdem gestern Vormittag fich das preußische Panzerschiff »Arminius- nebst drei Kanonenböten vor dem Altonaer Hafen gelcgi hatte, ist zunächst um 6 Uhr Nachmittags .der öfter- reichische Train ans Altona abgezogen," die österreichische In- fanterie Wurde um Mitternacht direkt, per Dampfbodt nach Harburg expedirt , während die iibrigen Truppenthcile und die Bagage die Fähre aii dcr Wilhelmsburg beiiuhten. (Der Prinz von Augustenburg hatte die Stadt Um 11; Uhr der- laffen.) Vorausgeschickt war eine Abtheilung Infanterie und Jager iiach Harburg, um dortOimriicr zu machen. FMI. don (Yahlenz erließ an die Bewdhner Holsteins eine von heute daiirte Proclama- tion mid folgte seinen Triippen erst spät in der Nacht. Der_Alwnaer Pöbei spolirte sofort die unbesetzte RathhauSiiiache. Es heißt, daß die Brigade Kalif fich in Lehrte konzriiiriren wl], Oh'fie Weiter nach Bayern spedirt werde, schrint noch nicht gewiß zu sein. Alwrra ist beuteMorgen vorläiifig von ca. 700 Marin PreUßen beseht worden, denen noch mehrere folgen werden; auch wird Gouverirrur von'Man- icuffrl daselbst erwartet. In Wandsbcck ist starke Einquartierung angekündigt worden. _ " " ...- . Rendsburg, 11. Juni. (H. B. 39.) DrrStandecommrnair Leser ist beate Morgen hier eingebracht in Begiciiung eiiies preußi-

schen Offiziers. Derselbe befindet sich arif dem Amthriuse bei seinem ,

Bruder und hat das Ehrenwdrt abgegeben, die Stadt nicht zu verla“en.

1«ixßannover, 12. Juni. Der Erbprinz Friedrich vori Qiu- gufteiiburg ist heute Nachmittag hier eingetroffen Und nach rmstun- digem Aufenthalt nach „Kassel weitergereist. . &

Sachsen. Dresden, 12. Zum. Wie das »Dr. I.“ ver- nimmt, wird der Schluß des aiißcrordriitlicheii L a n dtags Donnrrsiag, 14. Juni, stattfinden und Mittags 12 Uhr durch den Staatßmrmster Freiherrn von Beust vollzogen werden.

Weimar, 12. Juni. (Weimar. Zig) „Heute um 1,1 Uhrnahm Se. Königliche Hoheit der Großherzog eine Parade uber dre hie- sigen Bataillone des Großherzoglich sächfischenKoritmgents vor ihrem Ausmarsch ab. Dieselben werden nach den bis ie„xzt getroffenenBe- ßimmungeii, die indessen wegen Anhäufung der Zuge auf der Eisen- bahn noch eine Abänderung erleiden können, Mittwoch Abend nach Mainz abgeben und Donnerstag Nachmittag dort eintreffen.

Coburg, 11. Juni. Unser Bundeskontingent hat Ordre 3111? Mobilmachung erhalten. Es ist fiir Rastatt bestimmt und wrrd m der Stärke von 1000 Mann und unter Führung der dazii koni- mandirten preußischen Offiziere in den nächsten Tagen dahin ab- marschiren. " '

Neuß. Gera, 11. Juni. (L.Z.) Fur den 18. d. M. ist

lier - Regiments und um M0 Uhr das 2. Garde-Regiment zu ; Fuß auf dem Kasernenhof des Grenadirr -Batai(lons. Sodann 5 Rahmen Se. Majestät im Palais militairrsche Meldungen, den Vor- ;

J schußbcrichtes der zweiten Kammer befindet fich, gutem Vernehmen * nach, eine Erklärung des Ministers von Dalwigf, in welcher

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der Landtag hierher einberufen worden. Die Session wird dieSmal

* voraussichtlich nur eine kurze sein und wohl hauptsächlich nur die ? Bewilligimg für den außerordentlichen Militair-Etat zur Vorlage

11 heute in den Morgenstunden die beim Königlichen Palais , haben,

Heffen.. Kassel, 12. Juni. Der Durchzug der österreichi- schen Brigade Kalif in der Stärke von 4800 Mann und deren Train ist hier angesagt worden.

Darmstadt, 12. Juni. Am Schluß des btireffenden Aus-

dey'elbe fich dahin ausspricht , daß Oefterreich durch seine Erklärung vom 1. Juni sich von dem Gasteiner Vertrage losgesagt und auf den Boden des Bundesrechts gesteklt habe.

(Oarmst. Ztg.) Heute früh traf der erste Zug der aus Mainz abriickendrn österreichischen Bundesgarnison, ein Bataillon des 'Zu- fanterie-chimenis Nr.16 Baron Wernhardt, dahier ein und fuhr nach kurzer Zeit auf der Main-Rheinbahn weiter. Nach Mainz ist gestern schon ein Zug bayrischer Artiklerie hier durchgekommcn, während bereits 2 bayrische Jiifanterie-Vataillone daselbst eintrafen. Bis die thürin- gischen Besahungsiruppen eintreffen, werden , wie man hört, naffauische daselbst den Dienst mit versehen. Heute Mittag kommi ein zweiter Zug Oesterreicher aus Mainz und gleichzeitig ein solcher aus Rastatt an, dem, morgen und übermorgen weitere aus Mainz folgen. Die österreichische und preußische Bundesgarnison verläßt heute auch Frankfurt.

Frankfurt a. NT., 12, Juni. Heute Morgen ist die preußisch e Garnison mittelst dreier Eisendahnzüge von hier ab- gerückt. Heute Nachmittag hat die österreichische Garnison die Stadt verlassen.

- Die offizielle Mittheilung über die Bundestagssißung vom 11. Juni lautet: Oesterreich macht der Bundesversammlung Anzeige von dem Einrücken der preußischen Truppen in Holstein ungeachtet des Protestes des kaiserlichen Statthalters,“ es bezeichnet dieses Vor- gehen als einen Akt der Selbsthülse von Seite Preußens, gegen welchen die Bundesversammlung nach Vorschrift des Art. 19 der Wiener Schlußakte Einhalt zu thun berufen sei, es beantragt daher die schleunigeMobilmachung sämmtliéher nicht zur preußischenArmee gehörigen Armeecorps des Bundesheeres mit Vorbehalt Weiterer Ent- schließungen der Bundesversammlung. Die Abstimmung über diesen Antrag soll in einer nächstens zu bcrufenden Sißung stattfinden. -- Von Bayern wird die Abberufung des Kommandanten der Bundes- feftung Ulm, Generals Grafen Bothmer, und dessen Erseßung durch den General Helberling angezeigt. - Von dem Präsidenten der Kommission für Bearbeitung eines allgemeinen Obligationenrecbis wird nach erfolgter Beendigung ihrer Verhandlungen der fcstgesteüte Gcseßentwurf vorgelegt.

Baden. Karlsruhe, 11. Juni. (Karlsr.Ztg.) Nachdem Se. Hoheit der Prinz Karl nunmehr die amtlichen Urkunden über den von ihm schon vor mehreren Wochen erbetenen Austritt aus dem K. K. österreichischen Militärdienst erhalten hat, wird S&Hoheii sofort eine Verwendung im großh. badischen Armeekorps finden, und ist der betreffende Befehl hierzu, dem Vernehmen nach, unmittelbar bevorsiehend.

Seine Königlichc Hoheit der Großherzog hat gestern Vor- mittag die beiden leßten Bataillone der Königlich preußischen Be- sahung in Rastatt, welche unter Führimg des bisherigen preußischen Kontingeniskommandanten, Obersten v. Schmeling, nach ihrem Abgang von Rastatt hier durchkamen, auf dem Bahnhof begrüßt.

Ebenso hat Se. Königl. Hoheit am Abend des gestrigen Tages das von hier zum Ersay nach Rastatt abgehende großh. 5. Infan- terie-Regiment auf dem Hofe der hiesigen Jnfanterickaserne besichtigt, und dabei an die Offiziere und Unteroffiziere des Regiments den ern- sten Umständen der gegenwärtigen Lage entsprechende Worte gerichtet.

Der Großherzog wird fich heute Abend nach Nippoldsau bege- ben, um die am 12. Juni stattfindende Feier des Geburtstages des jüngsten Prinzen im Jamilienkreise zu begehen und gedenkt nächsten Mittwoch, den 13. d., schon am Morgen wieder in der Residenz einzutrcffen.

Bayern. München, 11. Juni. (Bayr. Ztg.) In Folge der politischen Verhältnisse der Gegenwart ist nun beschloffen wor- den, daß dir Versammlung des deutschen Juriftcntages, welcher Ende August in unserer Stadt abgehalten werden sollte , für dieses Jahr nicht' stattfinden solle.

- König Ludwig ]. wird am 19. d. München verlassen und zu einem längeren Landausenthalt fich nach Aschaffenburg begeben. Von Aschaffenburg aus wird Seine Majestät die Pfalz besuchen und dortselbft die ViÜa Ludwigshöhe bis zum Beginn des Herbstes bewohnen. .

-- 12. Juni. Der Generaladjutant des Königs, Generalmazor Graf, Rechberg , ist zum Gouverneur der Bundesfeftung Mainz ernannt worden. .

Oesterreich. Wien, 12.Juni. (W. T. B.) Die ::Wiener Abendpost- schreibt; Die österreichische Regierung bert die diploma- tischen Beziehungen zu Preußen abgebrochen und ihren Gesandtrn aus Berlin abberufen. WeitereManifestationen Oesterreichs |ehen m

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