Gemeinde-„Abgaben vorgelegt werden und zwar in dem Sinne, wie dies auf Grund eines wischen der Großherzog- lt en Regierun und Preußen a geschlossenen, heute ver- 3 entlichten taatsvertrages über die u dem Noxdhausen-Erfurter Eisenbahn-Unterne men ge- hörigen Strecken vorläufig hinsichtlich der Gemeinden vereinbart ist, in derexi Gebiet Stationen jener Bahn liegen. Diescn ist die Berechtigung ur Heranziehung der Bahn zu Gemeinde- Waben nach Ma gabe des preußischen Geseßes vom 27. Juli 1 zugesprochen worden.
Sthwarzbur -Rudolftadt. “ Rudolstadt, 4. Novem- ber. (M db. Ztg. Der Landtag des Fürstenthums ist auf den 18. ovember einberufen worden.
Lippe. Dem „Hannov. Cour.“ wird aus Detmold, vom 4. November, eschrieben: „Durch den unermüdlichen Eifer des Kabinets- inisters, Freiherrn von Richthofen, ist die Eisenbahnfrage endlich geregelt. Der Minister begiebt sich am Sonnabend nach Berlin, um mit Minister Maybach die Angelegenheit zu ordnen. Das; Eisenbahngesetz lautet u. A.: Der seiner Zeit von der Fiirstlichen Domanial: verwaltung zum Bau der Eisenbahnlinie Herford-Det- mold, bezw. zur ortseßung derselben nach Süden, mit Zustimmung des andtages geleistete, aus der Substanz des Fürstlichen Fideikommißvermögens entnommene Zuschuß von 240000916 soll aus Landesmitteln an die Fürstliche Domanial- verwaltun ratenweise zurückgezahlt werden, und zwar in der Weise, da Jährlich der Betrag von 12000 «14 bis zur vol]: siändigen A tragung der Gesammtsumme, ohne daß eine Ver- zinsung des 'eweiligen Nestbetrages stattfindet, zur Abführung gelangt. Dieser Jahresbetrag von 12000 «% sol] inO-uartalßraten u je 3000 «FQ aus der Landkasse an die Fürstliche Domanial- asse gezahlt werden. Dagegen verpflichtet fick) die Fürstliche Domanialverwaltung ihrerseits, iiidem sie den Rückzahlung?- modus acceptirt, die an die Landkaffe zu zahlende Domanial- rente zu "54000 9% um den Betrag von jährlich 6000 «47;
schon 1th zu erhöhen.“
Oesterreich-Ungarn. Wien, 5. November. (W. T. B.")
In der heutigen Sißung des ungarischen Delegations- ausschussss für auswärtige Angelegenheiten ge- langte der Referent Falk auf Grund einer Erörterung der auswärtigen Situation zu dem Schlitß, daß das AUSWärti 2 Amt durch seine, während der verflossenen Jahre 116 olgtc Politik nicht nur feinsm eigenen, von der Delegation acceptirten Programm vollständig treu geblieben ::U, sondern auch aÜen vernünftigen Erwartungen voll- tänhig entsprochen habe; er beantrage daher, der Dele- ation vorzuschlagen, sie möge die bisherige äußere Folitik Gilli en und dem Minister ihre Aner- exinung aus prechen. Graf Julius Andrassy billigte gleichfaüs die Politik Kälnoky's, jüngsten, die öterreichisch-ungarischen Beziehungen so er- freulick) und giinstig entwickelnden Ereignisse und be: trachtete den Anschluß Italiens als eine nicht hoch genug Zu schäizende Errungenschaft. Redner erörterte dann die ulgartsche Frage und richtete an den Minister mehrere Anfragen betreffend die' definitive Lösung derselben. Der Minister Kälnoky dankte für die zustimmenden Er- klärungen der Vorredner und sagte in Erwiderung auf die Anfragen des Grafen Andrassy, die T ronrede bezeichne die bulgarische Frage als ungelöst, deute a er gleichzeitig die Art ihreix Lösung an. Er sei Überzeugt, diese Lösung werde allgemeine Zustimmung finden; sie entspreche sicherlich den ©ntentionen der befreundeten Kabinette, _was sehr wichtig:,ei, da ie Lösung auf europäischem Boden erfolgen müsss, und auch seiner Ansicht nach jede Einzel-Jntervention in der bulgarischen Frage un- bedinghausZusMießen sei. Er gebe zu, daß die Entwicklung Bulgariens durch verschiedene Zwischenfälle in einzelnen anenten aufgehalten worden sei, aber der aufmerksame Be- obachter der Erei niffe müsse zugeben, daß gerade durch die Ereignisse und S mieri keiten der Patriotismus Und dae; Selbst- gefühl der Bulgaren Lich bedeutend gkhoben habe und daß ohne diese der bulgarische Charaktsr sich vielleicht nicht so yräZnant hätte zeigen können. Gérade der Umstand, daß in jeder Einmischung einer fromden Macht Unbereckzenbare GL- fahren lägen, mache die Frage zu einer iiberaus eiklen. Den Umsiand_ allczm, daß dieie Gefahr einer Einmis ung bisher und,hofsentl1ch für immer abgewendet und den 5 ulgaren die Freiheit der inneren Entwickelung gewahrt worden sei, be- trachte er als einen bedeutenden Erfolg. Was den Prinzen von Coburg anlange, so könne er (Redner) nur bestätigen, was her Referent gesagt habe, nämlich, daß dsr Prinz kein Kandidat Oesterrewh-Ungarns gewesen sei. Der Prinz habe alierdings um Raik) gefragt, und die Miiiisisr hätten ihm, auch die Schwierigkeiten, denen er entgegéngehe, Yfchildert. Anfänglich habe der Prinz auch versucht, den „05611 des Berliner Vertrages einzuhalten, es sei ihm aber nicht gelungen, die Bestätigung der Pforte und die Zustim- muiig der Mächte zu seiner Thronbesteigung zu erwirken. Der erz von Coburg sei nach Bulgarien gegangen nicht als andidat irgend einer Macht, sondern als Kandidat Bulgariens, und dies vermöge ihm vielleicht eine“ fßstere SteÜung zu verleihen, als wenn er Seitens einer einzelnen Macht unterstützt wäre. Artikel 3 des Berliner Vertrages sichere Bulgarien die freie Wahl eines ürsten, verlange aber die Zustimmun der Pforte und die Arier ennung d'ér,Mächte. Das erstere echt habe Oesterreich stets un- bednigt anerkannt und nicht untersucht, ob die Sobran'e konstitutionell zu Stande gekommen sei oder nicht. Die Waél des Prinzen von Coburg entspreche der Bestimmung, daß der Gewählte nicht der D nasiie eines europäischen Groß: taats angehören dürfe. aß jedoch die Zustimmung der foxte eine ausdrückliche Bedingung wäre, sei nicht nur die Axisichi Oestexreichs, sondern auch der iibrigen Mächte. Ferner sei die Zustimmung alLer Mächte zur Wahl deZ Fürsten nothwendig. Was Oesterreich in nächster Zukunft hinsichtlich Bulgariens zu thun gedenke», könne er nicht eingehend dar- 'legen. Oesterreich erkenne die bulgarische Regierung als eine (16 facto bestehende an, vermöge aber den Prinzen von Coburg als legalen Fürsten Bulgariens nicht anzuerkennen und müsse amtliche BeziethiZen mit ihm vermeiden. Alles, wax; das Interesse und das ohl der Balkanvölker zu fördern Yxignet „sei, werde von Oesterreich stets unterstüßt werden. 19 Regierung Fi gegenwärti ehrlich bemüht, auch andere Machte zu Freun en dieser Völ er zu machen. Die bulgarische
begrüßte freudig die
Unsicherheit und der alleinige Grund, der Alle zu außerordent- lichen Anstrengungen zwinge, sei die bulgarische Frage nicht. O “Ferreich-Ungarn und Deut chland hätten mit ihrer seit Jahren be olgéien “;Friedenöpolittk eine segenSreiche Propaganda emacht; er An chluß Italiens, der ja nicht erst seit dem e ten Jahre bestehe und nur jetzt zu prägncknterem Ausdruck ge ommen fei, “sowie die Identität der Ziele, welche England mit Oesterreich teile und die auch von dieser Seite eine Unterstüßung der riedenSpolitik im Orient hoffen lasse, seien zu den erfreulichsten Faktoren der jetzigen Situation zu rechnen. Er glaube schließlich erwä nen u solXen, daß er stets bemüht
ewesen und noch sei, ,die ezieZungen zu Rußland fo freund- ?chaftlich als überhaupt mö lich zu erhalten, wie denn dieselben auch heute nur als freunds aftliche bezeichnet werden können. Er gebe die Hoffnung nicht auf, daß Rußland sich mehr als gegenwärtig den friedlich konservativen Bestrebungen der Centralmächte nähere und daß Oesterreich-Ungarn mit dem großmächti en Nachbar auf einem Fuße bleibe, welcher den beidxr eitigen Völkern größere Beruhigung fiir die Zukunft biete. Er werde diese Bestrebungen nie auf- geben, da er dieselben nicht nur mit den Interessen der Monarchie vereinbar, sondern beinahe für die Grundbedingung der Herstellung eines verläßlichen FriedenSzuftandes in Europa halte. Csernatony betonte, daß die bulgarische Frage durch die Fra en im Westen Europas in den Hintergrund gedrängt sei; er onsiatire mit Vergnügen, daß auch die österreichisch: ungarische Regierung vor Allem die Gesammtlage Europas vor Augen habe, was durch dsn beinahe demonstrativen Anschluß Italiens an die Centralmiichte den prägnantesten Ausdruck gefunden habe; er stimme deSWe-gen für den Antra dss Referenten. Apponyi erkannte gleichfalls an, daß si Kälnoky's Voraussicht richtig erwiesen; die europäische Kon: steÜalion habe sich durch den Beitritt Italien»? zu dem deutsch- österreichischen Bündnis; und durch die sympathische „altung Englands günstig gestaltet, da Italien seit längerer eit in der Orientfrage einen den Interessen der österreichis :unga- rischsn Monarchie kongruenten Standpunkt einnehme. Das Hauptgewicht legte der Redner auf eine selbständige Thätigkeit des Answärtigen Amts; die Haltnng des Ministers gegenübor dem Projekt, betreffend die Entsendung Erriroth's, Habe ihn Überzeugt, daß es dem Minister mit der Durch: iihrung seines Programms Ernst sei. Redncr stimmte daher dem Autrag des Referenten gern bei. Audra y erörterte noch- mals eingehend die bulgarische Frage, deren efinitive Lösung namc-ntlick) im Interesse des guten Verhältniffks zu Rußland geboten fei; Julius Horvath hielt ein bessereé; Verhältniß zu Ruß: land alkerdmgs für ein Mittel, dLU Frieden zu erhaltcn, dock) sei schließlich die Erhaltung des Friedens nur unter Wahrung der Jntexeffen Oesterreich-Un arns anzustreben; bei dem Gegen: satz zwiichen den österreichiscZ-ungarischen und russischen Jntcr- effsn sei jedoch eine Vereinigung beider schwer denkbar. Eine gute auswärtige Politik müsse sick) nicht nur an eine gute Armee, sondern auch auf gute finanzielle und volkswirthschaftliche Zu: stände stützen. Die Regierung MYC sich bemühen, auf die Besserung der volkSwirtNchaftlichen eziehungen zu den befreun- deten Mächten hinzuwir en. Apponyi wünschte, daß das Aus- wärtige Amt für die Anerkennung deS Prinzen Fer- dinand wirke; alS Freund de-Z Friédens stimme er dem Wunsch dss Ministers, bei, daß das Verhältniß OEstLkWick): Ungarns zu Rußland em freundschaftlichcs sei, (WW nicht durch Prengebung des Programms, welches die Interessen Oester- Öreichs im Orient korr-„ekt defmixe. Graf Kéelnoky erklärte sick) -mit der Intsrpretation des Ver?ältniffes . zu Rußland durch Apponyi einverstanden; freundscha tliche Beziehungsn zu Rußland seien im beiderseitigen und allgemeinen Interesse nothwendig, um so nothwendiger, je? größer man die STLÜUUJ OesWrreichs als Großmacht aufsaffe; das könne? jedoch selbstverständlich nicht sine Asnderung dcr östsrreichischcn Politik bedeutén, welche durch das gehobene Selbstgesühl dsr Balkanvölker eim», mächtige Förderung erfahrén habe. Der Antrag des RL: ferenten: die Politik Kälnoky'?» zu billigen und diesem selbst eine Anerkennung dafiir auSzu: sprechen, wurds einstimmig angenommen und der Etat des Ministeriums des Auswärtigen mit dim Nachtragskrediwn unverändert g e 11 6 k) mi g t.
_ 6. November. (W. T. B.) Der Erbprinz von Sachscn=Mei111ngen traf heuté: Vormittag um 9Uhr hier ein und wurde aufd€1nBalnchof von dem ihm während seines hiesigen Aafenthalts zugetheilten Obsrst-LieUtSnant BenkWe und dem Major von DeineS, Militär=AttacheZ der deutschen Botschaft, emp ungen. Der Prinz stieg in der Hofburg ab und meldete si ) heute Mittag in seiner Eiacnsckmft als Com- mandeur 5253 Kaiser Franz Garde-Grenadier:Regiments bei dem Kais er als dem Chef dieses Negimsrits. Am Abend wohnte dor Prinz dem Galadiner in der Hofburg bei.
Großbritannien und Irland. London, 4. November. (A. C.) Ueber dis estrige Kabinstsfißung w-eiß der „Daily Telegrap “ mitzntheilen, daß dieselbe mehr vergangenen Vorgängen und der gegenwärtigen Lage gewidmet gewesen sei als dcr Formuliruna bestimmter (Heselzentwürfe, welche dem Parlament bei dessen Eröffnung vorzulegen wären. Mit Befriedigung sei der sehr günstige Stand der Beziehungen zu allen auswärtigen Mächten berührt und hervorHehoben worden, daß es auch nicht an Anzeichen einer essernng der Geschäftslage in Großbritannien und Irland fehle. Was insbesondere Irland angehe, so glaube die Regierung mit berechtigter Zuversicht auf eine baldige Wiederhersteüung der Ordnung und der Autorität des (Heseßes rechnen zu diirfen. Troß weitverbrei- teten gegentheiligen Gerüchten meine dieselbe Grund zu der Ueberzeugung zu haben, daß ihre Bemühungen dem irischen Volk Vertrauen emflößcn, und während die Agitation nach: la e, Handel und Industrie aÜmählich, aber sicher wieder: an blühen würden.
Der Herzog pon Cambridge voÜsndc-te am 3. No- vember sein 50. Dienstjahr in der britischen Armse, deren Chsf er seit 31 Jahren ist. Das Dienstjubiläum wurde heute von 200 Militärischen Mitßliedern des United Service Cluh im Hotel Metropole durch ein großes Bankett Lefeiert, welchem u. 91. auch der Prinz von Walsß eiwphnte. Den Vorst HMM Feldmarschall Lord Napier, der na dem Feimal dem Jubilar eine goldene Cig_arrentasch_e a s Geschenk der militärischen Mitglieder des United Service Club überreichte und ihm zugleich die Mit- theilung machte, daß die Königin ihn zum Ober:Befehls- haber d 1: Armee ernannt habe, welchen Titcl vor ihm der Herze) von WeUington besessen. Bisher führte der Herzog
Frage hiete allßrdings eine QuelXe der Beunxuhigung in der allgemeinen Situation, allem der wesentlichste Punkt dieser
_ 5. November. (W. T. V.) Der diesseiti e Bot:
schafter in Wien, Lord Paget, ist gestern A end hier eingetroffen.
_ 6. November. (W. T. B.) Die internationale Konferenz zur Berathung über die Zuckerprämien wird am 24. November cr. die erste Sißung abhalten.
Der Poli ei-Chef Warren hat für den Tag des LorpmayorSZÖuges, den 9. d. M., alle Aufzüge oder- sonstigen Kundgebungen in den Straßen untersagt.
_ 7. November. (W. T. B.) Die meistßn Morgen- blättex besprechen die Rede des Grafen Kälnoky in der ungarischen Delegation in günstigem und beistim- mendem Sinne, namentlich den Hinweis auf die Identität der Ziele Englands. Dieser Hinweis, sagt das „Daily. Chronicle“, bestärke die Ueberzeugunß, daß England, obwohl es nicht thatsächlich einen T )eik der Allianz bilde, doch innerhalb des freundlichen Schutzes derselben stehe und erforderlichen FaÜs bereit sei, an der Erhaltung des Friedens mitzuwirken. Der „Daily Telegraph“ bezeichnet die Rede als das neueste Zeichen am politischen Horizont, wexchets bessere Friedensaussichten für das kommende Jahr an eu 8.
Frankreich. Paris, 4. November. Bei der gestrigsnAb- stimmung Über die Umwandlung der 4prozentigen Rente in eine 3pr0zentigen bestanden die 311 Anhänger des Ministeriums, der „Köln. Ztg.“ zufolge, aus 249, zum größten Theil den Opportunisien angehörigen Republikanern und 62 Mitgliedern der Rechten; die Minderheit bestand aus 104 Republikanern, worunter der ehemalige Minister Lockroy, und 63 Mitgliedern der Rechten. Der Abstimmung enthieltßn sick) 38 Republikaner, worunter di? ehemaligen Minister Goblet und Granet, und 41 von dsr Rechten. Das Wichtigste bei der Abstimmung war aber dic», Spaltung, die in aÜen Gruppen erfolgie. Die Vereinigung der Linken (Opportunisten) hielt alkem stramm zusammen. .Die äußerste Linke lieferte 59 Mann gegen, 16 für das Kabinet, 7 enthielten sich der Abstimmung. Von der radikaler: Linken stimmten 27 gegen, 40 fiir das Kabinét, 18 stimmtennicht. Von der Rechten tratsn 62 Mitglieder für daS Kabinet ein, 63 stimmten gegen dasselbs und 41 enihielten sich der Abstimmung- Nou: vier konnte iibrigens gestern beim Beginn der Sitzung mit Bestimmtheit nur auf die Opportunisten und den Théil der Radikalen Wehnen, der in der That für ihn stimmte. Außerdßm warkn die Anhänger 112€, El sé? gegen ihn, da diese, glauben, daß, wenn die Radikalen ans uder kämsn, dieseH Hrn. Grévy's Schwiegersohn zu statteii kommsn würde. Bemerkt zu werden verdient auch, daß der Präsident Floquet sick) Nouvier gegen: iibsr ziemlich schroff zeigte, was nicht ohne Einfluß auf viele Deputirte blieb. Nach der Pause um 5 Uhr ändern“ sich aber plötzlich die Stimmung unter der Rechten, und wenn auch ein Thsil derselben gegen Nouvier stimmte, so traten die Uebrigen doch für ihn ein oder enthielten sick) dEr Abstim- mung, sodaß er eine glänzende Mehrheit erhielt.
Das „Journal dss Débats“ hebt in der Besprechung der Sißung hervor, daß man während derselben eine zeitlang denSturz des Kabinets vor Augen gesehen habe und die Krisis nur durch eins Schwsnkmig der RECHTS]! während des Kampfks ver- mieden worde sei; die Annahme des Antrages» Daynaud auf Umwandlung der 41/9 auf 4 Proz. sei um ein Haar ange: nommen WOWLU, da die äußerste Linke bereit stand, der Rechten dis Hand zu bieten; aber die Rechte habe es nicht wieder wie im Dezember 1886 machen molien, _wo sie Freycmet, und im Mai 1887, wo sie Goblet stürzte; 1ie zog ihre Hand zurück, Uiid die äußerste Linke stand am Pranger. Ueber die Um: wandlung selbst ist das „Journal des Délzats“ offexnberzig genug zu bemerken, die Verhandlunßen 1elbst die Sache nicht wciter aufgeklärt hätten und es bedürfe dessen auch kaum: „Wir haben ein außerordentliches Kriegs: imd Marinebudget, und weil wir das haben, Und weil Niemand daran denkt, es zu beseitigen, sind wir Fezwungsn, die nöthigeu Gelder zu be- schaffen, und es handet sick) bloß darum, ob mir das besser durch Schaßschßine odsr durch Umwandelung der Rsnte bs- zwcécken. Das EML wärs so gut Ein Aushiilmeittel wie das Andere, (WER die AuBgabs von Schaßscheinen wärs ein schle'chterss. Im Grunde zeigte die Sißung, daß man sick) wenig um die technische und finanziellß Seite der Frage kümmerte.“ Es folgt dmm eine treus Charakteristik der Radikalen: „Wenn dis ROCHTL nicht nach ihrer Pfeife tanzt, sieht Clémencean W'- ratheu und verkauft; die: Radikalen allein haben das Rscht, ihre Namen mit denen der Monarchisten zu vermengen; sie sind iyror 120 bis 130, aber sie verkange'n, daß sie, die Rechts im Schlepptau, bei der Abstimmung eine Msksheit von 300 Stimmen haben!“
_ 5. November. Deputirtenkammer gelangte der RS olutiOUSentwnrf CUUÉO d'Ornan_o's auf Ernennung einer Unter- suchungskommis1ion zur Bepathung. Zu der alkgemeinen Bsspreckwng ergriff nur der Royalist Baudri) d'Asson das Wort, um sick) gegen dis Untersuchung aus: zusprechßn, da; man eigentlich die Auslieferung Wilson's zur gérickt1ichen Verfolgung hätte beantragen sollen. Colfavru brachte im Namen stiner KolTegen von der radikalen Linken ein (Hegenprojekt ein., wonach die Enquete eiiie «Ügemeine' und so aus;]edelmte sein soll, das; auch das Ministerium vom 16. Mai 1877 in dieselbe einbezogen werden könnte. Cunéo d'Ornano vsrwahrte sick) gegen den Vorqu, als hätte er mit seinem Antrags die Republik treffen wo en, Wenn die Republikaner sich unruhig zeigten, dann käme dies dahsr, weil sie sick) schuldig fühlten. Ein General, der vielleicht mehr unglücklich als schuldig sei, sei der Siindenbockgewesen,indeß man einen anderen während dreier Tage ebsten habe, sich zu absentiren. Der Conseils-VräsidentRo uv i ex emerkte: „Ich steÜe dieser Behauptung das formellste Dömenti entgegen, das ist eine Verleumdung.“ Cunéo d'Ornano erwiderte: „Die Flucht sei, wie es heiße, mit Rücksicht auf die Mitschuldigen des Generals d'Andlau begiinstigt worden. Er (Redner) bleibe dabei, man habe die Enquete unter- drücken wollen.“ Der Conseils:Vräsident Rouvier meinte, die ganze Angelegenheit sei stark übertrieben und bald alH ein Komplott gegen den Präsidentkn der Republik, bald gkgen einen früheren Minister auSgelegt worden. Hr. Rouvier ging sodann auf den Ursprung des vorliegenden Antrages zurück: Der Polizei-Präfekt wurde benachrichtigt, daß an einem Ort von Paris die auf die Mobilmachung bezüglichen Papiere wären und daß daselbst auch mit Orden Han- del getrieben würde, und 'schritt sofort ein, wobei", er auf einen hohen Offizier tieß. Dies veranlaßte ihn
(Fr. C.) In der heutißxen Sitzung der
e von Cam ridge nur den Titel „Ober-Befehlshaber“ (00m- manäsr-jn-(Ibitzf).
nngyforschen, ob keine für die Sicher eit des Staats w1 tigen Papiere in den Händen dsr Beschu digten wären, In
bwesenheit des Ministers des'Jnnern hätte der Poli ei-Präfekt Jm die Resultate seiner Schmtte mitgetheilt, und NIL von der Regierung angestellte Utitersuchung habe den Beweis für die höchst betrübende Thatsache geilefert, daß die erhobenen Anschuldigungen be ründet seien." Da_ em Blatt den Handel an die Oeffentlichkeit ge racht haae, haxte die Staatanalsschaft die Sache in die Hand genommen, und die Urztersuchungapelche von einem Richter geleitet worden sei, der gleich allen seinen _KoÜegen über jeden Ver- dacht erhaben sei, sei „nunmehr ließndigt; außer den zwei e- nannten Generalen sei keine politische Persönlichkeit, kein ?- amter betheiligt. Man hat behauptet, fuhr Herr Rouvier fort, wir hätten UPS angestrengt, um einen der Angeklagten ur Flucht zu bestimmen. „In welckxem Schlamm haben Sie olche Anklagen, aufgelesen?“ Der Minister erklärte die Unter- suchung bezüglich solcher Angelegenheiten, welche unter parla- mentarischer Koytrole stehen, für überflüssig und be- merkte, daß die übrigen Angelegenheiten vor das Gericht gehörten. Er spreche fich gegen den Antrag auf Untersuchung „aus , ohxie aber die Vertrauens- frage zu stellen. Die Deputirtenkamzner nahm den Antrag Colfavru's mit 264 gegen 257 Stimmen an, in Folge dessen dis Untersuchung bis auf den 16. Mai 1877 ausgedehnt werden wird. Jolibois (von der Rechten) erklärt: die Rechte habe gegen die Fassung dss Antrages Col- favru gestimmt, wokle aber die Untersuchung. ' Er stelle den Zusaßantrag, die Untersuchunas-Kommiffion mit den weitgehendsten Vollmachten auszustatten. Dieser Zusatzeintrag wurde mit 315 gegen 184 Stimmen, und sodann der gesammte Untersuchungs- Antrag mit 445 geg61184 Stimmen angenommen. Die Konnnission des Senats hat sich fiir dW An- nahme de? Umwandlung der 4prozentigen Rente in eine 3prozsntige ausgesprochen. Dis Berathung wurde auf nächsten Montag fssigeseßt.
Italien. Rom, 7. Novsmbér. (W. T. B.) Die „Ri- forma“ sagt anläßlich der Rede des Gxafen Kiilnok'y: sie fasse dieselbe als eine erfrsuliche Bestätigung emsr gliic'x“: lick)en Sachlage auf, zu deren Schaffung ihre erunye bei- getragsn hätten, und welche aufrecht zu halten diese 111 der Lage seien. *
Rußland und Polen. vember. (W. T. B.)
St. Petersburg, 7. No- Das „Journal de St. Pétersbourg“ bemerkt anläßlich ' der Rede; des Grafen Kétlnoky: es WOÜE bis Juni Eintrßffen des offizieüen Textes der Rede, welche m gewrssen Theilen zu manchen Bemerkungen Aiilaß gebs und. große Ueberraschung hcrvorrufe, hsute nur 516 Art und Weise her- vorheben, wie Graf K-ilnoky die Lage _des „Prinzen von CobUrg auffaffe. Dieselbe _imierschcIide_ sich wssent- (ick) von der Auffassung der rusxischen Regißrung. Nack) K-ilnoky ermangele die Lage des PYMZLU, um eme gesetzliche zu sein, nur der Bestätigung der Mächte. Rußland abox habe niémals die Gesetzlichkeit der Wahl dss Prinzen durch die So- branje von Sofia anerkannt, da diese Versammlung sel_bst nux ein Produkt der Gewaltthat und 'der Uiigeseßiichk91i foi. BEL dieser tiefgehenden MeinungSvexWiedtheit hinslchtllch de,?- Aus- gangspunktes sei es schwierig, sich übe; den Charakter her [3111- garischenKrisis zu verständigen. Was die meixhungen Kultioky s angebe, Rußland an die Sache dss “Uedem? anzuschließen, so bedürfe es keiner besonderen Hervor ebung, daß diese Be- mühungen anderswo besser angebracht wärext. “Dieser Friche werde von Rußland ebensoweni bedrolt wre die Ynabhangig- keit der Balkanvölker. Derglei en Aenéerungcxx waren Worts, welcbe ihres Erfolges vor den Paxlamenten F1ch€r seien und welche auch keinen andern Erfolg Ml Auge hatten.
Schweiz. Bern, 5. November. (Bund.) Dsr'Vunud e's- ratk) hat in seiner gestrigen Sitzung der Baux 111 Zurich die Bewilligung erthéilt, ihre Banknoten = Em1ss10n'unter der nach dsm Banknotengeseß durch das,. Wechselportsféuxlle zu leistenden Garantie von 8 auf 10 MLÜWULU Francs zu er- höhen. _ Ueber die Rückvergütung dex, Monopol- gewinns an ausgeführten Alkoholfabrikqten wurde ein Reglement und in Betreff dsr AgBrichtung von Bundesbeiträgen an Kantons und _Gsntßmdeix zur Be- kämpfuxig gemeingefährlicher Epideniisn em Negle- ment und ein Kreisschrexben an dxe Kantone erlaffen.
Niederlande. Haag, 5. November. (W. T. V.) Die Erste Kammer nahm heute in dex zw-Ziten Lesung die Re- vision der Verfassung vollständig an. _ Die iieuen Kammern werden im Friihjahr 1888 auf der Basis des neuen Wahlrechts gewählt werden.
Dänemark. Ko enl)agen,6. Novxmher. DieKiönigin ist gestern friih, begeitet von dém Konig, von hlér nach
. (Hjedfer abgereist, von wo die Reise mit dem Königlichen
Dam er „Danebrog“ nach„Lübeck foxtgeseßt_ wurde. Dortpferfolgte, nach telegraphiscbex Nixchxixht, die' An- kmift um 6 Uhr Nachmittags. Die qugm beabsichtigte die Nacht Über an Borh zu bleiben und dann hLUtL direkt nach Leipzig zu fahrext, um dort dem Kronprinzen von GriecheanaJH „emen Besuch ab- zustatten. Von Leipzig gedenkt 516 Konigm, am Moxitag Abend nach Meran in Tirol zu reisen, wo ihre Schwester, die Prinzessin _ voii Yyßalt nebst Tochter verweilen. Hier Will die Komgm s? Fange bleiben, bis sie die Nachricht 'von Mr, hoffentlich giucklrchen, Entbindung der Prinzessin Thiim, Herzogin von Cumberland erhiilt. _ Bezuchh „einer Reise ,des Königs nach Penzing, um die Herzoglich Cumbe'xlanHsche Familie zu besuchen und seine Gemahlin 'auf der Nuckreise zu begleiten, sind noch kE-WL definitiven Bestimmungen getroffen.
Amerika. Chicago, 6. November. (W. T. B.) 'Bei einer heute vorgenommenen Unters uchizng derjxmgen Zellen, in welchen die verurtheiltexi sieben Anarchisten gefangen ehalten werden, wurden in der ZeÜe des Lingg sechs gefü lte Bombexx gefundeiz, welche uiiter
eitungsblättern verborgen waren., Diese Nachricht verbreitete „ck mit größter Schneüigkeit m dxr ganzer) Stadt und erzeugte große Aufregung. Es smd bereits strengere Maßregeln bezüglich der Zulassung von Besuchen,“ vim Geschenken und der Zustellung von Journalen an die (He- fangenen getroffen worden. _ DerRefereiit des obersten Gerichts von Ylinois hat den Repxasentarzten der Vereini ten taaten und den aroßten Zeitungen Europas en vollständigen Text der Verhqiihlung gegen die Anarchisten vor dem Gerichtshof pon Illinois zugesteüt, um das betreffende Verfahren des Gerichtshofes darzulegen.
Afrika. Eg pten. Kairo, 6. November. (W.T.V.) Ein Tele ramm Les „Reuter'fchen Burßaus“ meldet: Mit Riicksicht arau , daß die neuesten _Nacbrtchten aus Wady- Halfa friedli er lauten, wurde, em Theil der „dorthin .be- stimmten Verstärkungen_ FuruckZehqlten; mdeß ging ein aus Eingeborenen gebildetes ataillon Gendarmen heute nach Wady-Halfa ab.
Zeitungsftimmeu.
Die „Berliner PolitischenNachr1chten“ schreiben: „Auf unsere nationalgesizmte Jugend ist die Oppyfition, insonder- heit die Opposition .freisinmgen“ Schlages bekanntlich sehr schlecht zu sprechen, und das gilt nicht etxva Von _der ftudirenden Jugend allein; nein, man hat auf jener Seite neuerdings die schlimme Ent- deckung gemacht, daß die jungen Leute schon „verdexbt“ smd, wenn „sie Tie Hochschule beziehen, und Verlangt zur Abhulfe dieses „Miß- standes“ eine durchgreifende „Reform“ _der Unierricbtßmethode an unseren höheren Lebxanstalten. Diese nörgelnde Kritik, Welche der .Freismn“ neuerdings nun auck) unserem, in der ganzen Welt als vorzüglich anerkannten Schuxwesen angedeihen läßt, wird in eine ei entbümlicbe Beleuchtung _geruckt ,dizrck) Berichte, die ganz kürzlich Leim französischen Unterrichts-thsier Seitens der auf Staatskosten nach Deutschland behufsxAbsolviryng des Kursus Her Unter- und Ober-Gymnasialprima geschickten 181ungenFranzosen eit)- getroffen und des Lobes über Unterrichtsmetbode und Schulzucht m den Von ihnen besuchten deutscbexn Anstalten voll sind. Dix Ent- sendung dieser Zöglinge gehört in das System, chcbcs seit dem [eßien Feldzug in Frankreich _angenommer) ist und darm-besteht, alle deutschen Einrichtungen praktisch" zu siuiZiren Und das als gut_Bc- fundene bei fick) selbst einzufahren, mcht um dsr" Sache, n::Yken, sondcrn als Mittel zu dem Ziveck, Dcu1schland'spater mtt iemen eigenen Waffen schlagen zu können. Desßalb will man auch'den französischen Höheren Unterricht _nach deutschem Muster refornztren, während gleichzeitig aus den Kreisen unse'rer Opposition Unterrichts- reformen verlan t werden _ chenfalls 'nicht uni d'er Sache willen, sondern behufs eranziehung xines gesinnungsxuckxtigen Nachwuchses für die geWaltig gelicbteten Reihen der grundsaßlrckzen Vernemurxgs- parteien. Die Franzosen rühmecn unserem SchUlWesen nach, es bilde gute Schüler und bereite treffltcx)? Soldaten Vor; der Tadel urzserer nörgelnden Oppofitioiiskritiker lauft im Grunde 'auf “dasselbe Hinaus und beraubt sich dadurch von vornherc-m der Mögltck)keit, ernst genom- men zu werden.“
_ Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“
(in ert: v
ßVon Verschiedenen Skiken wurd; bekanntlich Klage iiber die Höhe der Kosten der staat1ichen Unfallvcrsicherung erboben. Den) gegenuber verdient cine Aufstellung Beachtung, welche über seine; xeßtgen und früheren UnfaÜversiÖerungskosten dec_ Inhaber eines EisenwerYs gc- mackot hat, und dcr wir im Bericht der Haxidclskammer fur den Kreis Lennép begegnen: *
„Die Kosten der staatlicHen Versicherung betrugen Vom 1.0ktober 1885 bis 31. Dezember 1886 im (Ganzen rund 2350 „ck bei einer Zahl der Versicherten Von 450, so daß „nicht ganz 5 «M pro KOPF und Jahr in Ansay zu bringcn sind. Die Kosten dar PUVÜWLrsLWLUUnJ (bei einer' Leipziger Versickyerungskank) Haben betragen: 1883 bei 420 Arbeitern 2184, 1884 bei 410 Arbeitern 2917, 1885 der 390 Arbeitern 4123 „M Die Firma bezahlte_cxlso frßber mehr"als jstzt, und dabei wird heute jeder Unfall entschadtgt, Wahreiid fruher nur die durch Schuld der Vorgeseßten oder durch" xyungelbafte Eni- richtungen der abrik herbeigeführten Unfälle entschgdtgi xvurden. Die Firma macht ierzu die Bemerkung: „Es ist em Gluck, ,da die frühere Bebaudlung de Unfälle aufgebi'zrt bat, fie war auf die auer
anz unhaltbar geWordcn, denn fie fuhrte zum Betrug nach AUM Züchtungen,“
_ Das„Posener Tageblatt“ schreibt zu den Berliner Stadtverordnetenwahlen: _ ,
Ein an Parteimißwirihschaft krankender StagiHorgamSmus zrxht naturnoihjvendig die einzelnen Gemeinhen in die Gesammtmxssre hinein, wohiUgegc-n ein unparteiisch regterter'upd Verwalteier “Staat es ertragen kann, Wenn unter den Auspizien politischen Parterregtmeyts auf dem Gebict der Kommunalverivaliung Hin und, Wieder korrupxwe AnWandlungen sick) brcit machen. Gesiebt dock) Nietpand anders als der von der „Frais. Ztg.“ böch1ichst belobte nationalltbcrale Beßbdxr dcs Karteüs bei den Berliner StadtMrordnetanaHYenjausdru_ckltch die Möglichkeit zu, „daß es zu einem „fortschrtttlzchcn Ringe“ in der Kommunalverivaltung käme, wenn ww- 61110 schwache Staatsregierung Hätten“. Nun, zum Glück b'esitZen ww: eme Staat's- regierung, welche stark ist, stark im Bswußtsem ihrxs Rechts und m der Ausübnng ihrer Pflicht. Ylleizi Wer hat von xeber am *lautesten diese starke StaaiSregierung gexch_mak)t? wer hat ihrem Wirken 'von je die aUererdenklichsten Hemmniffe in dan Weg gelegt? er hai "tkm: bloße Cxistsnz schon für eine öffentlicHe nationale „Kalamüat erklgrt? Wer hat „diesem Ministerium keinen Groschen betmlligcn“, dcn [elfen- den Staatsmann .fort von seinem Plaße: „haben 717011611? Wer hat sick) noch gelegentlich des 25jabrtgen, Minister- jubiläums des Reichskanzlers geriibmt, ,wahrend dieses ganzen Zeitraumes sick) in ununterbrochener Opposition befundxn zu, Hab'ené Und die Antwort muß immer wieder lauten: die „„deutschfreisinmge Partei, sei es direkt und unmittelbar, sei es indirekt und mittelb'ar als Erbin und Pflegerin der Ueberlieferun en, aus der Konfliktszcit! Und dieser selbe ,Freisinn“ läßt jetzt dur pte ihxn ?rgxbcne Presse [eine Zustimmung zu dem verkündet) Was ibm cm mitmsr'Frxund 1chriftlich giebt, daß nur die Exiétsnz der 'von der forischrtttltchen Fresse erbittert bekämpften starken StaatSre'gierung, Berlin vor dem
nfall an das Jock) eines „fortschrittlichen ngeö“ in dcr Kommunal-
verwaltung bewahrt.
_ Der „„Deutsche Landbote“
Weizenbau in Indien: , „
In England greift mehr und „mcbr die Ansicht" Platz, daß die ' rage des indischen Weizenbaus eme Lebxnsfrago fux England „set. Fiir die Ernährung des englischen Volks ist der Weizenbgu Indiens jeßt von großem Vortheil, aber er hat auch Yen Nachtbeil, _ daß die Landwirtbschaft Englands mehr und mehr emgxschrankt ryird. Es ist deshalb begreiflich, daß man in England die Außbrettung des indischen Weizenbaus, welche den Anstoß zu der gxschrlderten Ent- wickelung der Verhältnisse in England liefert, mit, aufmerksamen Au en verfolgt, und auch für uns vxrlobnt es sich, die Konkurrenten in Yndien kennen zu lernen. Aus einer Station der Prafidxntscbaft Madras gebt einem englischen Fachblatt enge mterxffante Schilderung des indischen Weizenbaus zu. Dex We_tzen wird. dort nur Von kleinen Leuten angebaut, die etwa em Drttxel der ihnerz zu Gehote stehenden [äche mit Weizen besäen und die anderen.!)etden Drittel unbesteUt affen. Wo die Eisenbahnen noch fehlen, rvird_ chr Wetzen nur zu ErnährungSzwecken kultivirt. Sobald abe'r Dj_strixte durch neue Eisenbahnen erschlossen werden. vaztebt sicb eme ganzlrckye 11m- wälzung. Dann kommen die Agxntcn der großen Ausfubrgeschaste und bieten den Bauern fehr veriockende Preise. Sie bringen ihnen Kunstdünger, damit der Bauer die drei Drittel seines Besixztbums auf einmal mit Weizen bestellen kaxm. So kotzimx es, daf; m exwa zwei Jahren der in einem neu er1chloffe„nen Distrikt gebaute Weizen das Dreifache des früher gezogenen betragt. Jene mehr erzeugten zwei Mittel werden dem Agenten zur„Deckung der "erhaltßnen Vor- schüsse und als Zahlung für den gelieferten'KunstdungeZ ubergebey. Die Weizenbauern erhalten alsdann wredec frische Vorschuffe fur die nächste Jahresernte. Es geht daraus hervor, paß dix Menge der indischen Weizenausfuhr allein von dem Fortschritt abhangt, welchen
bemerkt iiber den
d' E' 5 machen. Es find bis jetzt erst Herhältni mäßig sebr rlenigxseanicslthketT erschlossen, und es bleibt noch eme ungeßeuer große
läche, die aber ganz bestimmt in verbältnißmäßig kurzer Zeit, von Jokomoiiven durchdampft werden wird. Die Ausfuhr, muß folgerichtig zu einer riesigen Menge anschwellen, we"an sxbon die Zynabmß der Ausfuhr nicht gerade mit großer Regelmaßtgkeit sizb voUnehen durfte. Sicher ist auch, daß mit der Zunahme der Etsexibahnen und des Weizenbaus die Transport-Tarifsäizx noch wesentlich heruntergehxn werden. Es bleibt allerdings noch die Frag? zu erörtern, ob du; in den leisten Jahren so billigen Seefrachten kerne _Vextbeuerung erleidsn werden. Ohne billige Seefrachten_ kann, der indische Weizen aber nicht woblfeiler als etwa amerikanischer m Europa 'verkguft werden. Der indische Weizenbauer kann und darf bet deux eingefuhrten Vor- schußsvstem nicht mehr als bisher für sein ErzeugniZ_verlangen. Durch das Vorschußsystem ist der Bauer mit gebundenen anden dem Wohl- oder Uebelwoüen des Agenten überliefert. Der Anbaix von Gerste und anderen Halmfrücbten nimmt stetig zu. Che noch em Mcnscbenalter verstossen ist, wird die englische Landwirth1chaft nur noch eme A'rxvon Marktgärtnerei sein; denn die indische Konkuxrenz muß_den britijxcben Halmfrucbtbau unmöglich machen, ,so resixmui ielbst xenxs englische Blatt. Daß aber der Weizenbau m Indien immer und immer noeh steigen wird, ist nach dem Gesagten sicher.
_ Der „Hamburgiséhe' Coxrespondetzt“ sagt in 61116111 weiteren Artikel Über die Pflicht der nationalen Par- teien, zusammenzuhalten: ' '
, . . . Auf beiden Flügeln der nationalen Paxteren, vorwiegend allerdings im Hochkonservativen Lager, fehlt es nicht an Elementen, welche noch nicht innerlich für die feste Vereinigung aller nationalen Elemsnte gewvnnen find und daher jedeJrrung innerhalb der Kartei],- Parteien nur zu gern benutzen, um dieseVereimguna zu lockern. Das sind Kinderkrankbeiten, Welche bei längerem gedeihlichen Zusammen- wilken der nationalen Parteien von selbst verschwinden Werden, vor- erst aber noch volle Beachtung erbeischcn, wenn fie nichk einen gefahr- drohenden Cbarakter annehmen soUen. . ' Die Mitglieder und die Presse derjenigkn Partejren , „welcbe ernstlich und aufrichtig dem Zusammsnwirken der dxer nationalen Parteien zugethan sind, werden sich daher dasferkforderl_1che Maß von Diniplin und Zurückhaltung selbst in schwierigen FaUerx anUgne'n müssen, welches nothwendig ist, um zu Vexhüien, daß die zur Zett zwar zyrückgedrängten, aber noch nicht vöütg überwundeNLn centrifu- galcn Kräfte zu neuem Leben erwach5en. . . .
Armee - Verordnungs - Blatt. Nx.„28. _ Inhalt: Einführung der Pariser Stimmung bei den Militqr-Mufikkapellen. _ Sckpießübung des Personals der Lander-Bczirkskommandos. _ Schießvorschrift für die Pioniere. _ Wobnnngßanmcldungen xc. der nach Wiesbaden beurlaubten Offizikre. _ Nachtrag zu dem Ver- zeichniß der Höhkrcn Lehranstalten, Wclche zur Yußsieüung „v"on_Zeuiz- nissen über die wissenschaftliche Befähigung fur den etnjahrtg-frei- willigen Militärdienst bkrkchtigt find. _ Eisenbahnbeförderizng von Militärpersonen und Militäriranöporien mxt Schnell- 2c. Zugen. _ Yielmunitions-Vorsckyrift. _ Packtaschen unix Patroneybuchrxn' der . avallerie. _ Zeichnungen vom Train-Matertal. _ Ztekmunttrons- Pulver. '
Archiv für Eisenbahnfvefen. 1887. Heft 6. (Carl Hey- mann's Verlag, Berlin.) _ analt:_Zur Nebenbaßnfrage m Oyster; reich. Sebkuß) Von S. Sonnenickxein. _ Uebkx Bremsen ber Eiscnba nzügsn Von Baron v, Gosikowski under. Zttnmermaxm. _ Ueber eine einheitliche chckrnäßige Stückgutbesörderung. _ Die h_el- gischen Eisßnbabzien im Jahre 1885. _ Die Nebenbahnen in Belgien im Jahre 1886. _ Die Eisenbahnkn in Spanierx in 1884. _Notxzen: Die Uebernahme dEr Nikolaibahn in Staatsbetrieb. _ Brilctremsion in Belgien. _ Der Zutritt zu den Perrons der Bahnhöfe in Italien. _ Die Eisenbahnen in Algier und_Tunis ani 31. Dezember 1885. _ Die Eisenbahnen in den franzöfischsn Kolonien am31. Dezember 1885._Der Bau einer Eisenbahn durch Kleingsien. _Rxbemnabmen dcr italienischenEisenbahnen._Bctriebsergebmffe dsr rusnschen Eisen- bahnen. _ Rechtsprechung und Gesetzgebung. Rechtsprechung: Reichs- baftpfiiÖtgesey. (Erk des Reichsgerichts vym 5. Januar 18878) _ UnfaUversicberungSaesY. (Erk des Reictherxchts vom 14. Mar]„ 87.) _ Geseßgebung: S weiz. _ Frankreich. _ Rußland. _ Buche_r- schau: Besprechungen. (Waring, Charles. anßS-kurabach of 129.11- ways. _ Schreibkr, J. F. Die Eisenbahnen als öffent'ltck)? Vex- kebrsanstaltcn und ihre Tarifpolitik. _ Krauss, R. Friedrich List und die erste große Eisrnbahn Dcut1chland§._ Zimmermann, F. Sammlung der Bestimmungen iiber die Tagcgclder urid Retskkostcn der Beamten der StaatseisenbaHn-Verwaltung. _ chms, G. B?- siimmungen über die Tagsgelder, Réise- und Umzugskosten der prsußr- schen Staatseisenbabn-Beamten. _ J." W „ Zeiger der Fabc- iznd Frachtenaebübrcn zum Z).)kilitärtarif fur Eisenbahnen,) _ Uebersicht der neuesten Hauptwerke über Eiyenbamesen und aus verwandten Gebieten. _ Zeitschriften.
Reichstags - Angelegenheiten.
Aachen, 5. Nowember. (W. T. B.) Bei der heutigen Wahl eines Reichstags-Abgeordneicn fiir den 3.Aachenex Wahlkreis (Stadt Aackxen) an StLÜL des verstorbenen Kanfmanns Viktor'Gtélen wurde der Bürgsrmeister von Eupen, Mooren (EWU,), mrt 4309 Stimmen gewählt.
Veterinärivesen.
Kopenhagen, 6. Novamber. Auf der Insel Amagcr ist der Ausbruch eines OSGariigen tvpboidcn Fie [) e rs unter den S ck) w e t n e n konstatirt morden. Da diese Krankbkii in außerordentlichem Grahe ansteckend und Ködtlicb ist, sind Saitens der Polizcibehörden die nöthigen Absperrungmaßnabmcn getroffün worden.
Gewerbe und Handel.
St. Petersburg, 7. November, (W. T. B.) Der „Börsen- Zcitung“ zufolge unicrhandelt die (Zentralbank Hes russischen Bodenkredits mit französis chcn Bana urers wegen der Ko nvertirung von ZLF MiÜionen McxaUruhel 5 0/0 und von 77/10 Millionen Mctallrubel 5Z 0/9 Pfandhrtefß m Zi 0/0 von der Regikrung garantirtc und durchaus steuerfreie Pfandbriefe.
Verkehrs - Anstalten.
Hamburg, 7. Roycmbcr. (W. T. B,)“ Der Postdamvfcr ,“?rancia“ dcr Hamburg-Amerikqntscben Packetfalzrt- Aktiengesellschaft hat, von Westindien kommend, gestern den
Kanal Passirt.
Berlin, 7. November 1887.
Offizieller Strecken=Napp_ori. ,Die am Sonn- abend, den 5. d. -M., im Saupark ber Springe abgehalterze Hofjagd auf Roth:, Dam- und Sckgwarzwxld ergab die Strecke von 2 Hirschen, 9 Stück Rothw1ld, 5 Schauflern, 9 Stück Damwild und 309 Saueq. , ,
Hiervon erlegten Se. Königliche Hoheit de,): Groß- erzo von Hessen und bei Rheinn'1 Stuck Rot5-, Stü Damwild und 16 Sauen; Se. Koniglicbeéoheit
der Prinz Wilhelm 1 Stück Roth:, 7 SM, Dam- wild und 31 Sauen; Se. Königliche Hohetx der Yrinz Heinrich 2 Stück Rothwxld i_md 36 'Sauqn' e. Königliche Hoheit, der Prrjiz Friedri Leopold 23 Sauen; Se. Kön1glicheHoheit der Herzog Maximilian Emanuel in Bayern 2 Stück Roth:,
1 Stück Damwild und 16 Sauen; Graf Otto zu Stol-