1887 / 263 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 09 Nov 1887 18:00:01 GMT) scan diff

, .“ «„. ,- - - «.,:- „.*r -* ,- ? -., .-. ***-«5:7- *.,»-; QP-Wxxy, . . , . * * „. .

** . ,«x». 4,4!

da die freundschaftlichen Beziehungen zu Serbien au, künftig fortbestehen würden, um so mehr,_ als die

Klugheit und Erfahrung des Königs Milan, true dessen Sym athien für Oesterreich:Ungarn hierfür eme werthvoÜe ür schaft böten. Auf die Anfrage Thun's wegen der Handelsverträge mit Deutschland, Italien und Rumänien, erklärte Keilnoky, die Ein- wirkung des auswärtigen Ministeriums sei hierbei nur eine vermittelnde, die Entscheidung liege ganz in den Händen der beiden Handels-Minister. Den Stand der Verhand: lungen mit Deutschland könne er als einen wenig aussicht?- vollen bezeichnen, weil man hüben wie drühen _durch'die eingeschlagene volkswirthschaftliche Richtung sich in. einer La e befinde, aus der heute schwer herauSzukommen sei, am?; sei man beiderseitig nicht geneigt, die ZoUerhöhungen zurückzunehmen. Demnach werde die angestrebts Verlängemzng des gegenwärtigen Vertragßzustandds Dasjenigo s ein, was errexch: bar und zur Sichersteüung einer gewissen Stabilität wünschens: werth sei. Die Verhandlungen mit Italien seien in vollem Zuge; beiderseitsseider aufrichtigc Wunsch nach dem Zustande-

ommen des Vertrages vor anden. Rumänien gegeniiberseiein Stillstand eingetreten. Die ntwortNumäniencZkauf die Seitens

Oesterreichs zugesagten bedeutejiden Konzessionen habe nicht aus: reichende Gegenkonzsssionen enthalten. Dies sei der rumä- nischen Re ierung mitgetheilt worden, eine weitere Antwort derselben Fei noch ausstehend. Der Eröffnung der fertigen Orientbahn stehe die Bestimmung der 0051379st Zi quatro entge en: bei dieser sri auf Antrag der Türksi, die sich von dem ekcmnten Mißtrauen gegen Oestsrreick) we en der Fabel des Vormarsches auf Saloniehi habsn leiten asen, ausbe: dungen, daß die Linien nach Konstantinopel und Salqnichi

leichzeitig zu eröffnen seien. Oesterreich sei entschieden Für eme möglichst baldige Eröffnung der Bahn und hoffe auf Erfolg der bezüglicléen Schritte 031 der Pforte. Betreffs der Regulirung des Ei ernen Thores werde die Finanzirung dem- nächst erfolgen, die bezüglichen Arbsitsn würden im nächstsn

Friihjahr vorgenommen werden. Auf Antrag drs Referen- ten wurde dem Grafcn K:T[noky ein VertrauenSvotnm ertheilt.

' ZinHeerecZausschuß der ungarischanelegation gab der Kris s:Mi11ister die verlankzten AUfkliirUngen Übsr die Ein iihrnng des Achtmil imetcr-Gewehrs, welchss sich nach dmr eingehendstcn Versuchdn mit dem zn diesem Zwexk wesentlich vsrbesserten Schießpulver ach bedeutsnd voFtheilhafter gegen das ElfiniUimeterWewehr erwiesen habe. Der KriegEMi-zister detaiÜirte sodann die Vortheile des kleineren Kalibers und lirß diesbezügliche Demonstrationen an Elf: und Achtmiüimstcr:Gewehren vor: nehmen. Nachdem der Kriegs:Mi11ister drn Agitationen gegen das Manlicher-System, das vollständig auf das Ackt111i11imeter- Gewehr iibertragen sei, entgeg€tig€treten war, versprach derselbe noch weiters Aufklärungcn in morgigsr Sitzung.

Nach dem von dem Ausschuß der Ungarischen Delsgation genehmigten Bericht des Refrrenisn wurden die Erklärungen m der Thronrede, sowie diejenigen ÖGS Ministers des Aeußern zur erfreulichen Kenntnis; genommen. Der Bericht schließt mit dem Anfrage auf Billigung der aus- wärti en Politik und mit dem Ausdruck der Anerken- nung iFiir den Minister des Aeußern.

Großbritannien und Irland. London, 8. November. A. C.) Die Minister traten gestern wieder zu einer erathung zusammen, in welcher die in nächster Session des arlaments einzubringendrn Vorlagen "den Haupt: gegen tand der Erörterung bildetrn. _ 9. Novexmbc-r. (W. T. B.) Ein Erlaß des Yolizei-Che s Warrsn verbidtet mit Zustimmnng des iinisters des imern bicZ auf Writers?) das Abimltcn von Volksiversammlungcn und das Haltsn von Reden auf dem Trafalgar-Square. Dublin, 8. November. (W. T. B.) Eine Bande von „Mondscb Einlern“ drcmg hsute friih in die Wo!)- nung eines Wächters in Kirby bei Tralee ein, riß densslben ach seinom Betts imd tödtsts ihti durch Flintrn: schüsse in Gegenwart seiner Familie.

Frankreich. Paris, 7. November. (Kökn. 2tg.) Auf den Antrag dss KriegKMinisters Hat ÖR“ rc'isirsnt dsr Republik eine Verfiigung erlassen, wel 6 bestimmt, daß nicht nur alle kommandirenden Genérale, fondern auch die- Zenigen Mitglieder drs OberKrisgsrath-s, welche keine Corps

eerligen, dem Besärder11ng§=Ausschuß als ständige,

voll erechtigte Mitglieder angehörizn soUrn. Von den neun Mitgliedern des ObchriegsrathS sind sieben kom: mandirende Generale, die beiden anderen aber die'. Generale (Hallifet und Miribel, diLsE von den Radikalen und Revolutionären bestgrhaßten Mitglieder der Armee. Die radikalen Abgeordneten kündigen daher auch schon )'th ihre Absicht an, dcn KrisZs-Minister wegen der oben erwähnten Verfügung zu intérpriiiren.

Der DSP. Varodet und eine Anzahk seiner KoUegen von der äußerxtenLinken haben folgenden Antrag gestallt, welcher an die Deputirten heute auSgetheilt wurde: .

Art. 1. In Zukunft wird dcr Orden der Ehrenlegion nur solchen verliebeix Werdrn, die fick) im Militärdienst durch ihre [I)Tabpferkeit und Aufopferung im Angesicht des Feindes ausgezeichnct

(1 en.

Art. 2. Es wird in Zukunft an Bürgerliche keine Deko- ration von irgend einer Art und aus irgend einem Grunde mehr verlieben Werden.“

Aus dem Bericht des Dep. Msnard-Dorian's iiber das Budget der Marine erheÜt, daß am 1. Januar 1888 die französische Kriegsmarine aus 386 FaZrzeugen bestehen wird; fie wird zählen 18_Geschwader-Panzerschi €, 9 gepanzerte Kreuzer, 9 gepanzerte Kiiftenwächtsr, 4 gspanzerte Artillerieschiffe, 1 ge: paiizerte schwimmende Batterie, 9 Batterie: Kreuzer, 9 Kreuzer erster Klasse, 14 KreuFer zweiter Klasse, 15 Kreuzer dritter Klasse, 15 Aviws erter Klasse, 31 Avisos zweiter Klasse, 16 TranSport-Avisos, 8 T0rpedo:2(visos, 16 Kanonenboote, 12 Kanonen=Schaluppen, 11 Dampf=Schaluppen, 10 Torpedos für das offene Meer, 62 Torpedos erster Klasse, 41 Torpedos zweiter Kla e, 7 Vedeiten-Torpedos, 10 TranSportschiffe erster lersse, 10 ' ranSportychiffe zweiter Klasse, 4 Trans ortschiffe dritter Klgffe, 13 Segelschiffe, 29 ? 'scherei-Wa tschi e, 3 Ka- dettenschiße. Im Jahre 1888 so en 92 “7a rzeuge erbaut werden, die 46 Millionen Franken kosten soäen.

_ (Fr. C.) Das obere Personal Jndo:Chinas ist pumpe r folgendermaßen zusammengesetzt: Constans, inter: MUstLs „er Getieral:Gouverneur mit Klobukowski, als General: Sekretar; Richaud, General-Nesident in Tongking; Dillon,

stäéz über das Kabinet Ristic zu beschweren; es sei zu hoffen

Ober-Resident in HUS, interimistif durch Hector vertreten; Piquet, General-Gouverneur in Co incbmcz' de Champegux, General-Resident in Kambodscha. Die ÉUhlkStÖen, landkundigen Beamten Cochinchinas sol1en nur in ,ongkin lichste Ver- wendung finden und keine Neulinge aus zran reich rnehr lXZaZin geseßt werden, da diese so viel Schaden angerichtet a en.

_ 8. November. (W. T. B.) Die Kommissiori für die Enquete ist heute von den Bureaux der Drputirten- Kammer gewählt worden und seßt sich aus zehn Mitgliedern der extremen Linken, sechs Mitgliedern der radikalen Linken, drei Mitgliedern der gemäßigten Linken und dreien von der Rechten zusammen.

Das Tribunal für Strafsachen seßte heute das Verhör der Zeugen in der Angelegenheit Caffarel fort. Madame Limouzin erklärte: Caffarek habe gewußt, daß für die Vermittelung von Dekorationen Belohnungen in Geld versyrochen worden, was jedoch von keinem Zsugen be: stätigt wird. Caffarel behauptete: er habe niemals auch nur einen Sou für eine derartige Sache genommen.

Bei der heute stattgehabten Beerdignng des ehe- maligen Mitglieds dsr Commune, Polier, waren mehrere Deputationen mit rothen Fahnen crschiensn, welche die Polizei entfernte. Hierbsi kam es zu einem u- sammenstoß welcher mit der Verhaftung mehrerer _ er: sonen, untcr dcnen sich der Munizipal-Nath Jofsrin befand, endete.

_ 9, November. (W. T. B.) General de Courcy, friiherer Ober-Kommandant in Tongking, ist gestorben.

Die bei den gestrigen Unruhen anläßlich des Begräbniffes des ehemaligen Commnne=Mitglirdes Poticr verhafteten Personen sind am Abend wieder freigelassen worden.

Italien. Rom, 2. November. (Pol. C's) Die erste Expedition dss zur Operation gegen Abr sinisn be- stimmten italienischen Corps ist, mit drm OberBefsblH- haber, Gexwral-Lieutenaiit di San Marzaiio, und den (Henérälen Lanza und Baldissrro an der Spiße, [dsreits auf dem Wege nach Afrika. Gensral Marzano wird am nächsten Sonntag, den 6. d., in Massoval) eintrsffsn (s, u.). In wenigen Tagen folgt die zwsite Exp Edition, Und gegen Ende dieses Monats werden gegen 20000 Mann mit etwa 6000 Pferden und dsm nöthigen Krichnatrrial in imd um Massoval) vrreinigt sein. Es steht nunmehr fsst, daß das italienische Expeditionswrps in Afrika, ohne! Riicksicht auf den Erfolg odcr Mißcrfolg der cine Vsrstiindigimg und VSL“: söhnung ansirebenden Vormittrlutmsvcérsuche, sobald es am Ortr semkr Brstimmmig eintrifft, sofort sLile Opcration be- giimen, die früher innegehabte Stellung zwischen Saliti und Uni) einnehmsn, von dort aus gegrn dic abdsZinisckMn Stcllungen vorgshen und die zwischsn KMU! und Massoval) liegende, das Gebiet des Bogos Umfassrnde Grbirgskeétte besetzen wird. Eine Verständigung zwischen Italien und Abessinien ist überhaupt blos unter der Bsdingung möglich, wenn Jtalirn eins Grenze zugesichert wird, welche seine militärische SteÜung in Afrika und seinen'Truppen eine gesunde Dislokation, besonders in den Sommermonaten, sichert. Jedenfalls istJtalien entschlossen, mit aller Energie vorzugehen, und wenn es die Umstände erfordern, wird dasselbe auch vor einer Expedition in das Innere Abessiniens nicht- zurück- weichen, um seine künftige Steüung in Afrika zu sichc-rn. Das Material, über welches das italienische Expe- ditionScorps verfügt, ist das vorziiglichste, für Operationen in jenen Gegendkn eingerichtet, der Griff der Truppen din ausgezeichneter. Man darf daher einen Erfolg der italieni- schen Waffen in Afrika mit Zuversicht Erwarten. Seit der Katastrophe von Dogali istAUes grsckzehen, um die italienische Stellung in Und um Massovah zu brfeftigen. Die vsrschiedsnen, die strategischen Stellungen der Truppen sichsrnden Forts sind mittelst Eisenbahnen unter einander verbunden, die Vcrbii-i- dung mit dem MSSW in jéder Richtung gcsichcrt, die Position in iaffovah verstärkt. Seitdem man in Afrika den Ernst dé]: italienischsn Expedition gegen Abessinien rrkannt hat, mshrsn fick) die Allianz: ansrbietungenverschiedener, thsils von Abessinion direkt, theils indirekt abhängiger Stämms, und wem: Italien in die Lage kommen sollte, zur vollständigsn Abrechnung mit Abcssitticti zn schreitsn, so wird es iLm an Bundssgonoffrn nicht fehlen. Das herzliche, zwischsn .;talirn und England gegenwärtig bestehende Einvernehmen sichert Italien von disser Seits dio moralische Unterstiitzung seiner Expedition. _ _ 8. November. (WTB. DerDampfer Anicrika“ ist mit dem General San 5 karzano an Bord heuts in Massovah eingetroffen. General Saletta hatte mit San Marzano, welcher morgen das Ober:K0n11nand0 Übernimmt, eine [ängsrs Unterredung,

„_ 9. November. (W. T. B.) Wir der „Agenzia Ste: fam“ aus Massoval) gemeldet wird, erläßt Gcnéral San

-Marzano hrute bri drr Uebernahme des: Ober-Kom-

mandos einen Tagesbefehl cm die Truppen und ein Manifest an 1" Kolonie. In dem Tagesbefehl heißt es: Italien habe, um seine Rechte auf diese: Gegenden gegenüber (LULU Ansprüchen zu wahrem, ein starkeS_§Expedition-Zcorps konzentrirt. „Wir werden, welche Eretgmße auch eintretsn mögen, dsm Vertraurn des Königs und des Vaterlandes zu entsprrchen wissen und haben dir Zuversicht, Jedermann werde stets seine Pflicht thun.“ Zu dem Manifest versichert dcr Ober- Kdmxnandant: er wsrde die Rechte der Kolonie schiißen. Die imposaxite Macht, welche in Maffoval) konzentrirt werde, bLWSLsL dax; Italien jeßt mit Liebe auf dieses Gebiet blicke, an de en Zukunft es großes Interesse habe. Die befreun- deten Stämme könnten an Jtalicns kräfiigen Schutz glauben.

Schiveiz. Bern, 8. November. (W. T. „B.) Der Bun- deSrath „hat beschlossen, den Handelßvertrag mit Oesterrerch-Ungarn, vom 14. Juli 1868, zu kündigen und dem Gesandten der Schweiz in „Wien den bezüglichen Auftrag ertheilt.

Belgien. Brüssel, 8. November. (W. T. B.) In der. Heutigen 'Sißung „des Senats theilte der Justiz: Minister rnit, daß die Regierung sich demnächst mit der Frage der Begnadigung der bei den leßten Arbeits: Einstellungen Verurtheilten beschäftigen werde.

Süd - Amerika. Argentinien. BuenoS-A'ires, 8. Novxmber. (_W. T. B.) Während des Monats Oktober d. J. smd hier 50 Dampfer mit 14257 Einwanderern em etro en. Die Zolleinnahmen betrugen während des- sel en o_nats 3463000 Piaster für Vuenos:A'§res und 483 400 Piaster fiir Rosario. -

Asien. Afghanistan. Aus Calcutta, vom 6. No- vember, meldet ein Telegramm der „Times“:

Ueber Cyub Kban's Aufenthalt ist iioch nichts Gewisfes be- kannt. Der Emir hat mehrere Proklamationen erlassen. In der einen heißt es, daß Eyub in der Wüste verdurstet sei, in anderen wiederum, daß er in Teheran im Gefängnis; fiße. Jn Candahar geht das Gerücht, der Prätendent sei nach Rußland geflohen., Wahr- scheinlich aber ist, das; er fich auf perstschem Gebiet der- steckt hält, nahe der (Grenze. Im südlichen, Afghanistan ist Alles ruhig. Der Emir hegt noch immer die Absicht, Candabar zu besuchen. dock) glaubt man, daß er sich fürchtet, Kabul zu verlassen. Zahlreiche Gerüchte geben, daß in Bajour, Dir, Swat, Kobistan und Hagara Aufstände Vorbereitet werden. Es Heißt, daß Taj Mahommrd Khan, ein Anhänger Eyub's, in der Provinz Hexat Un- ruhen anzettclt. Der Emir erfreut sick) fortwäHrend der betten Ge- sundheit. Der Freibeuter Sadu, welcher Nur Mahommed bei der Eroberung von Khost behiilflicl) ivar und seitdem sich mit der Plün-

derung der Karawanen des Emirs beschäftigte, ist am Fieber gestorben.

Afrika. Marocco. Tanger, 5. November. (R. B.) Amtlichen Nachrichten aus Mequinez, vom 1. d. M., zufolge befindet sich der Sultan von Maroccoaußer Gefahr. Sein Befinden hat sich so weit grbessert, daß sr am 31. 1). M. im Stande war, die Provinzial-Gouverneurc in einer Audienz zu empfan en. Die Gouvrrneure sind jsHt ange- wiesen worden, auf i)re Posten zurückzukehren. Der fran: zösijche (Hesandtc traf am ]. d. M. in Mequinez ein und- wurde herzlich empfangen.

Zeitungsstimmen.

Die (Schweizer) „Thurganer Zeitung“ verwahrt sich dagegen, daß ihr [181 Gelegsnheit der dortigen Nationalraths: wahlen drr, Vorwurf gemacht worden sei: „sie bete BiZMarck an“, und sagt: .

. . . Es ist ganz natiirlich, das; es in Lincm rrpublikanischrn Volk Tausende grben muß, Miche unbefangenc Anerkennung drs Wirkens nnd der Leistungen rinrs Staatsmannd, drr rinrr Monarcbic dient, absolut nicht zu vcrstchrn Vermögen und diesclbr fiir „unrcpublikanisch“ Halten. Wir baden Uns srlbst nie eine Illusion darüber gemacht, daß wir fiir Weite Kreise weitaus populärer gesckirirbcn haben würden, Wenn wir an Bismarrk und scine Politik geschimpft Hättcn wie die Robrspach. Dann würden wir Vielen als ein tapferer Held er- schienen sein, obnwleedcr ginaU Miß, daßjrcdcr von Angriffnock) von Anerkrnnung ein Sterbrnsniort zu O1)rcn BiSrnarck's kommt. Bcdor wir Uns über den Vornvnrf artßsprcckxn, mit Wißmarck zu sympathi- sircn, wäre im (Grunde crst zu untersuchen, ob diss iiberkyaupt ein Vorwurf ist. „Anbctcn“ tbun wir Bismarck nicht. Wir iytnpatbifircn auch nicht in drr Weise mit ihm, wie cin de:,tsck26r Staatsbürger unter seinen Anbärigern cs thut. Untertban sind wir nur drm cigcnen Vatrrlandc, und nur dicscm arbörcn dabei" unsere Gefühle unbedingt. In allen Sympatbicn Oder Antipathirn, mit denen wir ausländische Pcrsonkn und Dinge brtrackytrn, ist daher die Treue gr an das eigene Volk als etwas sick) ganz Von 1clbst Vrrstcbcndcs mid ciner Weiteren Erwähnung Bcdiirftigcs immrr vorbehaltcn. Dies ausxzesprochen, lassen wir um? es dann aber von Niemand nebmrn, fiir das Rsckyte rinzutrrfcn, w_o “wir es smdrn, und wäre es in der Monarchie, und fal1che (45515451 von ihren Picdestalen stürzen zu helfen, wo sie sich finden, und wäre es in der Republik. S0 Haben wir anch nicht die Werke ViIrnarck's bewundert, weil sie von Wißmarck kamcn, sondern wir haben BiIMarck hochschäxzen lernen, Weil wir ihn immer auf den Wegen fanden, die zum Wohl seines Landcs führtrn. Wenn wir nun sagen sollrn, Weshalb wir mit Bikiniarck's Wirkrn sympathifircn, so kann dies in Wenig Sätzen gc- schckcken: Wir crinncrn uns gern, das; Bisinarck 95 War und nicht Napoleon, 1518 man in dcr Schmeiz die längste Zcit glaubte, der die Ncucnburacr Frage in cincr fiir die Schiveiz so glattc'n Wcisc aus- trng. Wir vcrgrsien cs aucky nicht, daß cr nach der Niedrrwcrfung Frankreichs der Schw«iz die französischen Sympathien, Miche ein Theil drrsclch wäbrcnd dcs Krirgcs gehegt batte, nicht nachtrag und sick) in kcinrr Wsise dafür an ibr rächtc. Wie hätte im Umgrkcbrten FM Frankrrick) uns seine Yantbrrtaize zu fühlen gcgcbrn! Wir bc- lmliéii in trrucm Gedächtnis; dgs Versprcchcn, WclchczZ (HrafBismarck nach der Ausrichtung des D61111chen Rcicbs an die Mächtc richtete, es wurde die weitere Entwickciung Deutschlands cinc st) ststige sein, „daß sie von ganz Europa nnd besonders von den Naciobarläitdsrn Deutsch- lands nicht aUcin obne “Besorgniß, sondern auch mit Grnugthunng wkrdc brgrüßt werden können.“ ZuletZt noch ist von der Erklärung. BiNnarck's im Reichstage am ], Dezrmbcr 1884 gute Vormerkung grnmmnrn wordcn, ,das; dic deutsche ngierung, fest cntschloffen sei, der Neutralität der Schwiiz und der Gotthardlinie Rchnnng zu tragen.“ Sodann Vermögen wir dem Außerordentlicbcn, was Bismarck für sein Volk (xctban Hat. unscre Hochachtung nicht zu versagen. In der Einigung Deutschlands erblicken wir ('in Erxignis; von der aÜrrgrößtcn und heilsamstrn Bcdeuiung. Und wiltc endlich unsere Anorkcimung nicht auch drr Sorge gebühren, mit welchrr Bistnarck' fiir die Erhaltung dcs Frichns wacht? Ohne seine unvergieichlicbc Staatökunsi wäre das Elend dcs LUWDäjsÖM K'rirgcs sclwn längst übrr Uns bereingcbrochcn. Das find die (Griinde, tvrshalb wir dk" großen Arbeiten BiItiiarck's mit Ver- traucn folgsn. Troy allcs Widerspruchs haben dieselben noch immer nur das (Gute im Auge gehabt. Und nun krhren wir den Spieß um und frasrn, warum man denn diescm Siaatömannc durchaus die An- erkennung zu Versagen Verpflichtét sein soll. Ist denn die Mknschhrit wirklich so niedrig gesinnt, daß fie die größten Dienste nur mit drm Esrlstritt zu datiken vermag und sich drffen noch dazu rühmt? Sollte fie wirklich so unheilbar blind sein, daß sie in alie Ewigkeit nicht zu lernen vermöchtr, Oppofitiorismacherei von Frrisi-n und freisinniges Sckyrr-ätzen von freisinnigem Handeln zu untcrsckyeiden ? Wie? Der Mann, der sein Volk einig und Kro gemarhi, der im Verkehr der Völker die tnaccbiadeüiitische Politi ch Lugs und Trugs durch eine bock;- finnige Politik des Auskxleicbs dcr Jntcrrffcn ersetzt, drr mit mutbiger Hand die Lösnng der verderbcnschwangeren sozialen Frage durch die wirthschaftliche Sicherung der Arbeiter in die Hand genommen hat, der sollte ein beschränkter preußischer .Junkcr' sein, der nichts Anderes 916 die Sondervvrrechte seines Standes im Kopfe hat? Und das 1ollte unrepubltkanisck) sein und einem freien Manne nicht anstehen, solchen Leistungsn und ihrem Urheber die verdiente Anerkennun voll zu gewä'brcn? Deuter rs nicht vielmehr umgekehrt auf einen Yßangel an richtigem Gefühl, ivcnn man im Stande ist, dem Achtungswertben die Achtung zu Versagcn? Oder ist es etwa republikanischer, mit dem politischer: Grfindel . . . . zu sympathisiren, nur weil es fick) republikanisch nennt und obchhl es nichts verfolgt, als Cinzelintcressen auf Kosten der Gesammthcxt? Was ist überhaupt der Wahre, [9th Grund des unüberwindlicbcn WiderwiÜens bei Vielen gegen die Ge- währung der Anerkennung, die Wißmarck unstreitig von Seiten aller rechtlich Denkenden verdient? Es ist nichts als der gemeine Ncid, die Eifersucht auf das Grö ere, dasselbe Gefühl, aus dem jener Bauer im Scherbengertcht zu then den Aristidcs Verbanncn half, Weil er es nämlich „unrepublikanisckz“ fand, daß Aristides der Gerechte ge- nannt Wurde. Oder fürchtet man etiva, daß durch Sympathien die Unabhängigkeit des Lauch gefährdet werden könnte? Würde sie nicht unendlich mehr durch gefährdet? Wie man es anxehe, es kann nicht unredubltkanisch ein, das GroLa, das sich und se n Leben dem Besten seines Volks und der Mens heit o fert, neidlos anzuerkennen. Mix der Stunde ivo Wißmarck nicht me r sein wird, werden dies plötzlich Alle wiÜig zugeben, und Niemand wird das Mißtrauen und den Widerstand mehr begreifen, mit dem ihm während seines Daseins das Leben verbittert worden ist.“

“'VW-“**,; ._. ._.“!

_ _Jn emem „Reges Schaffen“ überschriebenen Artikel äußert die_„Nord-Ostsee-Zeitung“:

Zn un1erer Zeitperiode, in Welcher der Verkehr und die Oeffent- lichkeit als cbarakteristische, bestim'mende Merkmal? hervortreten, haben sich die Klagen über schlechtx Zetkin in geometri1cher Progresfion ge- häuft, während dieYebelsiande in Wahrheit sich nicht einmal in arithmetischer Progreffwn steigerten. Es liegt nun einmal in der mensch- lichen Natur, daß mitleiderreaende Schilderungen und Schwarzmalereien die läglick) in aÜen möglicbexi Variationen wieder aufgetischt Werden, endlicÖ Glauben finden oder doch die Meinung erwecken, als ob „Etwas daran“ sein müsse. . . . Der Racker Von Staat, dixser arme Sündenbock für die Gebrechen unqunklagen der Pittivclt, ist es ganz besonders, der unter den Keulenschlagen der extrcmrn Richtungen zu leiden hat. Es ist so uncndlicb ]L1cht mid bequem, ach Schuld, die der eigenkn Unfähigkeit entspringt, auf diesen angeblichen Störcnfricd abzuwälzen. Was in Wirklichkeit der moderne Staat für die Ausbildung des Ver- kehrétvesens, . die Außgleichung der Preise der nothwendigen Volksbedürintsse, die allgemein? geistige und technische Aus- bildung, fiir Hebung der Landtrirtbschaft, des Handels- und Unter- ncbmergeistrs, fiir Vérbefferung der Lage dcr arbeitenden Kiassen thut und gétban hat, ist frrilich in dcn Augrn ruhiger Beurtheiler und des objcktiv zuschauendc'n Auslandes kcincdwc s so unbedeutend, wie 66 die geweranäßigem Parteipcsfimisirn zu ebaupten belieben. Gilt es dock), um jeden Preis Unzufricdrnheit mit dem Erreichten und den bestehendrn Zuständrn im Staat und in der GeseÜschaft hervorzurufen. Indessen, grrade die toilkn Verdächtigangcn der soziai- politischen Gescygehung und der Absichten der positiv schaffenden Richtungrn Haben bis jrßt nicht dermocht, die stetige Organisations- arbeit im Staat ernstlich zU gefährden. Jm Gegsntbeil, die Unend- lich hohe Bedeutung dcr sozialvolitischen (Heseßßebung für die rnbige Pdlitische und aesrllschaftlicbe Entwickriurix] des drutscdrn Volks wird jryt endlich auch in Arbeitcrkrcisén mrhr und méhr anerkannt.

Centralblatt dsr Abgaben-GeseßLebUng und Ver- waltung in den Königlich Preußischen Staaten. Nr.23.- Inhalt: Anreige dcr im RciÖS-Grscyblatt crschicnenen (Gesetze und Vrrordnnngcn _ Alixirmcir-c Vsrwaltnngsgcgcnständc. Veränderungen in dcm Stande und in den Bciugnisscn dcr ZOÜ- Und Struersteücn. _ Pferdcasldc'r kommissarischer Steüendcrwaitcr. _ Indirekte Struern: Bekanntmachung, betreffend di? (Einfuhr von Pflanzrn und sonstigrn Grgenstäiidrn des (Hartctibaucs. _ Gcwickytsrrmittclung der Gebinde und 17:36 in dicselbc'U Übcrgrfiiiltrn Branntkveins. _ Er- läiiicrung der Bestimmungrn drs Branntwein-Nachsicuerrkgulativs brtreffcnd. _ Erlärttkrung der Ausfiihrimgsbestimnmngrn des Brannt- Minsirurrgcscßes bctrcffcnd. _ Erkenntnis; ch Reichsgerichts. _ Stcmpcl zu den NotariatSurkundcn in dem Bezirk des Ober-Landes- gcrichts in Köln. _ Persoxiainachrichtrn.

Eisenbabn-Verordnungs-Blatt. Nr. 32. _ Inhalt: Ailc'rböchstcr Erlaß, betr. das Enteignunxisrcciht fiir die Eisknbabn von Tuttlingen nacky Sigmaringen (anigkofkn), Vom 3. Oktobrr 1887. _ Berichticiuna dcr Brkannimachung dcs Rrichskanzlcrs, bctr. Abäiidcrung ch chulativs iiber die zollamilicbc' Brhandlung dcs Güter- und Cffcktcn-Traiißports (Mf dkn Cisrnbabncn. Vom 9. Ok- tober 1887. _ Crlaße drs Ministi'rs der öffentlichen ?lrbeitczn: Vom 17. Oktober 1887, bctr. Befördcrung von Blumenzwiebeln auf dcr Eisrnbabn; vom 21. Oktober 1887: brtr. Urbcrtragung des Baues dcr chigbahn vom Babiibofe ('»)ifhorn über Stadt Gifhorn nach drm großen Torfmoore daselbst cm das.§1*öi1i„lichcEisenbaHn-Betricbs- amt (Bcrlin_chrte) zu Berlin; vom 21. Oktober 1887: betr. Aus- bildung der Königlichen Rrgierungs-Baiifiibrcr dcs H0ck)- und Inge- nicurbaufaches im Dirnstbcreich drr Militärvern*a[t11iig._ Nachrichten.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Jol). Calvin's christliche Glanbcnslebrc, nach der ältesten AuSgabc Vom Jabrc1536 zum ersten Mal ins Dcutscbe übersetzt von Dr. Bernhard Spieß, Oberlehrer und e-.*angeiischer Religionslehrer am Königlicben Gymnasium zu Wiesbaden, Wies- baden, Verlag von Chr. Limbarti). 1887. Pr. (;./js _Als die 6. Kon- frrrnz rcformirter Prediger, Aslteykcn und Gemeindeglieder am 19., 20. und 21, August 1884 in Marburg tagte, gelangte. außer einem Briefe des r. Kraft zu Elberfc'ld, in Welchrm auf die „Herausgabe von Schrift n zur Geschichte der rcformirten KircHe aufmerksam ge- n1acht wurde, auch ein Schkkibk11 dcs Pastors Kuhnert zu SÖwisbus an den Moderator dahin, in Welciacm derselbe u. A. bemerkte, die chrisilichc Glaubenslebre von Calvin sci rrcgrn ihrer Abfassung in lateinischer Sprache den Gemeinden in Deutschland nicht zugänglich; sir sci aber von unbrreckpenbarem Einfluß auf die Ausgestaltung der christ1ichcn Lehre getvesen. Das bci Schwetsckykc u. Sohn in Braun- schweig erscheinende Corpus Kezt'ormat0rum bringe ddn Calvin's Werken 3 Audgaben, die ursprünglickxc von 1536, die Zusammenfaffung derer von 1539-1554 und die lc» te yon 1559. Die urspriingjiche sei in der einfachstrn Form abgefa t; sie bestebe aus einer Erklärung der 5 Hauptstückc, (Gebote, Glaubensartikel, Unscrvater, Sakramente und Liner Abhandlung über den Wandel des Cbristcn. Die zweite sei cine voliständig anEgefübrte Dogmatik und fast viermal so groß, wie dicrrstc; dic leßtc, die Caivin auch französisch abgrfaßt habe, sei fünfmal so umfangreich wie die erste. Dic urspriingliche Außgabc nun sei es, die Von größtem Werth für die reformirten Grineindcn Wäre. Sir würde ein Büchlein «[»gcben, das zu einem billigem Preise kcrgesteUt Werden könnte und sich sicherlich bald bxi den rcformirten Gemeinden einbürgern würde, nur müßte sie in fließendem Deutscky, auf die Gemeinde berechnet, abgcfaßt Werden. An diese Zuschrift knüpfte fick) nun eine längere chaitr, wobei darauf hingewiesen Wurde, das; die Ueberse?nng der Aiisgabc von 1559 durch H. A. Krmnmachsr nur zur Fri fte (1823) bcendct wvrdrn sei. Endli be- chloß man, eine Ua erseKUng der ersten Aitsgabc zu Veranstalten urid übertrug diesc Ar eit dem 131: Spieß. So Entstand dic vorstehende genaue, sorgfältige und "gute Ueberseßung drr ältrsien AuSgabe von Calvin's chrritlicher (Glaubens- 1ebre vom Jahre 1536 und dereiiHcrausgabe. In den1Buche Werden folgende 6 Lebrstückc behandelt: 1) Vom Gcseß, rine_Auslcgung der Zehn beoie enthaltend. _ 2) Vom Glaubén, woselbii auch das sog. apostoli1che Glaubcnsbekcnntniß angelegt wird. _ 3) Vom Gebote, wobei auch das Gebet erklärt wird. _ 4) Von den Sakramenten, insoxiderhcit von der Taufe und dem Mahn: desHerrn. _ 5) Worin bewiesen wird, daß die fünf übrigen, die man bisher'ailgemein dafür ebalten hat, keine Sakramente find, und sodann ezeigt, welcher Art [Sie seien. _ 6) Von der christlichcn Freiheit, kicmlichen Amtsgewalt und der StaatSverkvaltung. _ _ _

_ Geschichte der sächsischen Klöster tn der Mark Meißen und Oberlausiß, von ermann Gustav Hasse, Ltzenttaten der Theologie ec. (Gotha, riedr. Andr. Perthes. 1888. Preis 6 „FC) _ Ein Veteran auf dem Gebiet kirchlicher Speziai- Zstorik liefert hier einen interrffanten und werthvvÜen Ausschnitt der sacbsischen Kirchengescbichte, eine frühere Arbeit in erweiterter und VoÜendetcrcr Form vorlegend. Geschrieben find diese Kloster- geschichten aus den Quellen, den vorhandencn Urkundensamm- [ungen, Chroniken und gediegencn Spezialgeschichtén unter Herbei- ziclmng anderer einschlagendcr Geschichtswerke. Die erste (Frößere Hälfte umfaßt die je nach der Bedeutung und Wi tigkeit ausführlichere oder kompendiösere Geschichte Von 33 Mönchs- kiöstern aus sieben verschiedenen Denominationen, der zweite kürzere die Geschichte von 16 Nonnenklöstern, dgrunter von zwei zur chZeit nyck) bestehenden. Nickyt nur für die spezicüe und aÜgemeine Kir en- btstorie, sondern auch für die Kultur cschichte, die der Verfaffc-r mit Unparteiiicbkeit behandelt, finden sich aÜcntbalben _scbäßbare Mit- tbeilungcn. Interessant ist der Gedanke, die Wirksamkeit jener Pflanzstätken christlicher Zucht und Sitte mit,dcn Unternehmungen der Innern Misfion in der Gegenwart zu vergleichen.

_ Im Verlage von Otto Tesmer in erlin „erscheint: „Die Umgebungen der Kaiserstadt Berlin' tn Wort und Bild“. Geschildert von A. Trintus. Illustrtrt von G. Brandt, Z. Dietrichs, Emil Doepler d; J., H. (Horse, G. Schoebel,

. Söborq u. A. (VoÜständig in 12 Lreferuxigen s, 1 «is) _ In diesem Werk find zum ersten Maio Stift und Griffel im Vercin bestrebt, die landschaftlich Lyle histormcb denkrvürdigen Punkte der Umgebungen Berlins in treu Widerspiegelnden Btidern dem Leser und Beschauer vorzuführen, ibm Anregung iind Anletiung zu geben, Hinaus zu wandern und mit eigenen Augrn dre Schönheiten der Mark Brandenbur zu schauen. Für das Berliner Haus so„[[ das Werk ein

amilienbu von dauerndem Werth sem und die Liebe zur engeren eimath, den Sinn für ihre rub'mvolle Gesch1chte fördern und be- estigen helfen. „Dem Fremden jedoch wird das Werk ein bunt-

* farbiger Blüthenstrauß eigener Erinnerungen an froh Verlcbte Stunden

bleiben. Denn auch draußen im Reich soll znan endlich erkennen. daß die Mark Brandenburg, das so oft geschmabte Sticfkind der Natur, eiiie FüÜe des Schönen, Interessanten und Herszerfreuenden birgt, daß über ihren blauen, schilfumsäumten Seen, in ihren vers [afenen Kiefernwäldern, um ihre verfallenen Burgen und Edelfiße, i re ein- samen Heidedörfer ein Zauber weht, der uns tief bewegt und in Lied und Sage oft seinen reinsten und schönsten Ausdruck empfangen hat.“ Ein Meister in der Kunst landschaftltck'zer,Schilderung, ein hervor- ragender Kenner märkischen Landes, marktscher Geschichte und Sage ist der bekannte Autor dieses Werkes, dessejn Name für eine außge- zeichnete Bearbeitung des Stoffes bürgt. Eine Reihe hervorragender Berliner Künstler, von denen mehrere durch ihre treffliche Dar- stelTung Märkischer Landschaften wvhlbrkannt sind, haben das Buri) reich illustrirt und durch cbegiso werihvolie als charak- teristische Beiträge zu eiiiem eigenartigen Prachtwkrk gestaltet. _ Die beiden vorliegenden Lieferungen haben folgenden analt: 1) Auf- wärts die Oberspree. Einlsiiung. ,_ DieOberspree. _ Eine Dampferfahrt von Berlin bis Köpenick. _ Dt? Jannowißbrücke. _ Stralau. _ Treptow. _ Eierbäusckyen. _ Neue Krug. _Johannis- thai. _ Süßegrund. _ Schönrveide. __ Die Sommerlokale am grünen Strand der Spree. _ Spindlcrsfeld. _ Köpenick. _ 2) Aus dem Gebiet drr Dahme und Spree. Grünau. _ Schmöckwiék. _ Seddin-See. _ Kolonie (Hosen. _ Zeutbrner Scr. _ Neue 2 üble. _ Königs-Wnstcrbanfen. _ Mittenwalde. _ Friedrichsbagrn. _ Müggelsre. _ Die Müggcisberge. _ Müggelsbeim. _ (Große Krampe. _ Rabné-dorf. _ Erkner. _ Woltersdorfer Schleuse. _ Kranichbergc. _ Kalk-See. _ _Riidersddrfkr Seebad. _ Rüdersdorf und srine Kalkbcrac. _ Dorf Kagel. _ Möllen-, PLrH- und Werl- Sec. _ Fangschlcnse. _ Die_ erste Lieferung ist mit folgenden Illustrationen geschmückt: Titelbild (Babeleerg), G. Schochel. _ Kopfbild der Einleitung, Emil Doxpler d. J. _ Cin Berliner Angler, G. Brawdt. _ Die Jannowrybrtickr, Blick Von der Stadt- bahn und von der Sprceterrasse aus, H. Goeße. _ Kirche von Stralau, P. Söborg. _ Sonniagnachmittag in Sadowa, G.Brandt. _ Schloß Köpenick mit der auf, dcm Dach:? befindlicbrn BaUUstradc, H. Dietrichs. _ Dsnkmal Joachim “riedrich's beiGriinau, H. Goetzk. _ Stammsi? derer don Hake, MackZFnow, deSgl. _ Wie man schoxi aus den JUU trationen ersehen kann, find Zebcn den landschaftlichen und geschichtlichex1, auch soziale Verbältnimc beriicksichtigt; leZtcre erörteri der Verfasser in seinem bekgnnten gemütbvoklcn Humor. S9 knapp er im AÜg-Zmeinen seine Schilderungrn Hält, grschichtliche Er- eignissr, Welche aus märkischem Boden gespielt haben, werden aus- führlich in fcssclndcr Weise erzählt. so z. B. jene tranrige Episode aus dem Leben König Friédrich's 1). Gr., dersn SchauplaZ das Schloß Köpenick im Jahre 1730 War. Das Werk wird gewiß die wohl- vrrdirnte weite Verbreitung finden; es soll möglichst zum Weihnachts- fest voslendet sein.

_„DerNibilismus, das einzig Wahre in drr Medi- zin, mcdizinisch-Hdgiknische Streifzüge fiir Denkende jedeg Standes“, von Dr.Hellmuth Stendl, nach dem Tode des Verkaners Heraus- ZTgrbrn und mit eincmBorwort versehen von Sanitäts-Ratk) Dr. Paul

icmeyer, 2. unveränderter Abdruck. Leipzixi, Tk). Gricbcn's Verlag (L. Fernau) 1887 (Pr. 1,25 «;ck-.). _ Das Büchelchen ist bezeichnet als „Stimme eines ärztlichcn Veteranen über den Widerstreit zwischen adprobirtrr Medizinhrilkunde und freier Naturheilkunde.“ Der (1886 in Bregenz vcrstorbsne) Verfasser ist, nur!“) dem Zeugniß drs Heraus- gebers: ,ein erster Kiindigrr der hygienisrben Heil-erhrc“; er häit nicht:“; (daher der Titel NihiliSnms) don Rezcdten, insondcrheit von den fortwäHrend neu auftauchenden Heil- mitteln, desto mehr von der Propiöylaxe, der Vorbeugnng durch dic Hygiene. Das kleine Buck) ist nicht nur für Gelehrte grschrieÖcn, sondern muß auch den Laien intrressircn, dsr es mit seiner sigencn Gesundheit gat mcirit und der an dcn sc) zritqrmäßen Bestrebungen der Gegenwart, den Krankheitrn durch allgemeine Maßrcgrln vorzu- beugen. Anthrii nimmt. Die Broschüre ist drastisch JLslhriSbM, und wer die Ansicht des Verfassers über einzelne bestimmte Punkte, 3. B. über Vegetarismns kennen [LMM wii], findrt dic nöthigen Hinweisr am Schluß in einer aipbabeiischen Auslese.

_ DW in Nr. 255 d. B1. skizzirte Schriftchcn: .Die Ge- iireidczölle und die Ausbe_bung des Jdrntitc'itßnacb- ivcises“, von J. B. Staub, ist im Selbstverlage drs Verfassers (J. B. Staub, Nürnberg) erschienen und bei Leßterem fiir 30 «3 (5hExcmplare 1,10 „W„ 11 2,40 „W., 110 17,34 (5 Kilo-Packrt) zn be- zte cn. ,

_ Als einen willkommenrn Nachtrag zur Berliner akademischen Ausstellung bringt die „Kunst für Alle“ (MiinÖen, Bruckmann; Herausgegeben von Fr. PLÖT) in ihrem neuesten Heft (3) „Hoilqvist's Bild „Zaneta Zimp1jcjtag“, Yin Iliustrationen bietet ("6 ferner Leistungen der Maler Hoeßlin, Ditscheiner. C, C. Müller, der Bild- Hauer Veni", Kundmann, Weyer und Siemcring, sowie Anton von Werner's .Kaiser-Adreffe zum 22. März 1887“. Von den Textbei- trägen sei insbesonders eine außerordrntlich anziehend geschilderte Krichcrinmxrung vom Schlachtenma1er Heinrich Lang und ein il1u- strirter Aufmß iiber Sicmering's Washmgwn-Denkmal Hervorgshobcn. Der Preis des Heftes beträgt 0,75 „Z.

_ Von den bclicbten Jugendschrif'ten Ferdinand Schmidt's find wieder zivei neue Bändchen Zrschtencn: „Otto 117. mit dem Pfeile“ (1278) und „Der falj'cbe Waldemar" (14. Jahrb.) (Verlag von Felix Bagel in Diisseldorf). Die Erzählungen des Verfassers bedürfen keiner Empfekxlung; es giebt fiir Knaben kaum eine anziehenderr, anregendere und btldendere Lektüre als die Schmidt- schen Jugendscbrificn. Jbrc weite Verhreitung wird durch den billigen Preis von 1.36 für den Band begiinstigt.

_ Die Nr. 46 des im Verlage von Fr. Will). (Grunow in Leipzig erscheinenden „Evangeltfch-Lutk)erischcn Gemeindc- blatts für die gebildeten Glieder der evangelischen Kirchen“ hat folgenden anali: Em wandernd Volk: 1) Das Wanderziel. _ Was ist Materialismus? 4) Was Materialismus ist und was er nicht isi._Das Diakomfferiwesen der evan elischen Kirche: 1.) Das Leben und Wirken Theodor liedner's. __ esuitiscbc Vor- bilder und griechisch-katholische Nacha txtnng. Em Beitrag zur bal- tischen Kirchengeschichte. _ Die Provrnzial-Synodcn in Rbcinland und Westfalen 1. _ Von der Héidxnzmssion: Ein Nachfpicl zum Karokinenstreit; römisch-katholische Misiion nx'Ost-AfrikW evangelische Mission in Ost-Afrika; frischesMtsstonsk'rafte. __ Verschiedenes: Nürnberxier Gustav-Adolf-Fest; cine evangeliscly-katboltscheBibelgesell- schaft; Professor Lutbardt und die, ultrarantane Presse; Geschtttac_k- losigkeit aus Abneigung gegen die Religion; Predigergehälter tn New-York.

_ Von .OttoHarrassowiß' Buchhandlung und „Anti- quariat in Leipzig“ erschien vor Kurzem: „Antiquartscher Katalog 138,“ Fretberrlick) vori Arnswgldt'sckye Bibi]?- tbek in Hannover, Theologische „Abrberlung 11. Patristtk.

irchen- und Dogmengesckpichte, einschließlich kirchliche Archaologte. Kdn- zilien. OrdenögeHZhichte. Geschichte des Heiligen LandeH und der Kreuzxuac. Mission. Die eformation und ihr? Gegner. Kirchenrecht. Dog- matik. Der vorstehende Katalog verzeichnet im Ganzen 1456 Schriften, unter denen sich viele werthvolle und seltene Werke aus dem 17. und 18. Jahrhundert befinden.

_ Soeben erschien da;Z Blättchen ,Tafelschm uck und Tafelfreuden, zusammengestellt von J. E. Schmidt in Erfurt, Kaiserlich Königlicher Hoflieferant“, wdrin derselbe die Blumen vor- zugswrise in ihrer Verwsndung als Taselschmuck empfiehlt.

_ Die „Zib110ßb668 epjäemiowZ'joa. [LFU, Ver- zeichnis; des mediziniichen Bücher-Lagers der A. Moser'schen BUch- und Antiquariatsbandlung in Tübingen, Franz Pieycker“ ward soeben Veröffentlicht. Dasselbe enthält „Pathologie und Therapie Abth. 11“ (mm Nr. 6415_9583) in folgenden Unter- abtheilungen: Infektionskrankheiten, Bakterien, Epidemirn, Pilze; Yarafiten; Zoonosen (HundSwuth, Wafferscheu, Roß, Milzbrand,

ftinomykose); Tuberkulose; Toxikologie (Vergiftungen, Gifte, AlkoholiSmuS).

Land: und Forstwirthschaft.

Das Landes-Oekonomie-Kol[egium beendete gcstrrn die am Montag begonneneDiskusfion übrr dsn Wollhandel durch An- nahme folgendrr Resolution: „Landes-Oskonomie-Koklsgium spricht fich über die vorliegenden Anträge wegen Concentration des WOÜbandels dahin aus: 1) daß die Bsseitigung der kleinen lokalen WoÜmärkte anzustreben, die Provinzial - Wollmärkte dageßen beizubehalten seien, die Konzentration des WoÜmarkts an einem Orte der Monarchie nicht als im allgemeinen Interesse der Wollvroduzenten liegend ge- balten Werden kann; 2) da" die Abhaltung von Ankiionsn der Jnitiafide _der Produzenten Ü erlassen bleiben möge; 3) daß das Bochbackrr'1che Wollpackverfabren nicht geeignet sei, znr allgsmeinen Verwexidung smpfohlcn zu Werden

Dir bcutiqe Sitzung begann mit drm Re:frrat übst die neurren Fortschritt? der Kultur der Hoch- und Niederiings-Mdore, insbesondere in der Provinz Hannover.

Das Koilegmm sprack) den MoorkultUr=Bestrebung€n Aner- krnnung und Förderung zu.

Nack) einkr Pause machte Gef). Rath Srttegait-Brriiii dir Mit- ibeilung- das; auch für dad nächste Jahr in den Tagrn vom 5. US 14. März in der Hiefiarn Landwirthschaftliäyen H0chschiil€ Unser- richtskurse für praktische Landwirtbe stattfmdsn würdrn.

Hierauf rrferirtc: Prof. Fiéischer-Brcmen iiber die nsusrer. Fr::- schritte der Kiiltur der Hoch- und Niedrrungsmoorr.

Kopenhagen, 7. Novrmber. Am Sonnabrnd ist Hirr im Lokal des Jndusirievrreins, wie in den VorjnHrC-i, cins Malz- gerste-Ausstellung xröffnrt trorden. Die: erste AÖthkilung, rst- anstaltet von den vrrrmigirn secländisrhcn Landbauvercinrn, umfaßt 66 Grrstcprobrn aus alle'n Theilsn des Landss nnd girbt somit einen Ueberblick iibcr die diesjährige Gerstenerntc. Dir Brurtbriiunq dieser Proben ist von der UiLdeÜkskYtLU Kommission aaf Grund- lage der Forderuugen erfolgt, Weichs von drn rnglisckyen Mälzern gestellt Werden: Klaffe 1: Ertrafrine Maizgersté. Feine volle Form, matik sirobgslbe_ Farbe, stark mrbihaÜig. 2 Proben, beide von der Jasri Möen. Klasi? 2: Feine Malzxzsrsts. Groß- körnig, glcickcke Form, matt? Farbe, vorziigiicky mxblkyaltig. 8 Prrdsn. Klasse 3: Schöne Malzgersts. Gleichariig in Form und Farkakxlb Mich, Halb bart. 27 Proben. Klasse 4: Gute Ykalzgsrstc. Ziem- lick) gleichartig in Form und Farbe, abrr Etwas harr. 14 Probrn. Klasse 5: Malzqerste. Unglkirhariig in Form und Fardc, rorbsrr- schend Hart. 9 Proben. Klass? 6: (HrwöhnléM-Handsiswaars. Un- gleichartig in Form und Farbs, Weniqér guts Sortirung, stark gläsern. 3 Proben Kiaffs 7: Simrlkre Handelswaare. Keine Probs. Die zwriir Abtöeikuna drr Aussteiiung umfaßt ca. 900 Gerstevrobrn, Wklché von dem Arisschß drr Kömiglich dänisckzsn Landbaa- gesellschaft für die Anbauverfuche von Malz,]srste eingrsammslt wor- den sind. Usher diese Vérsuckys rnit rerschirrknrn Gerstensortrn, welche seit fünf Jadrén auf Vsraniayiimg der; erwähnten Ansschuiirx auf vielen Gütern Vorgknommen wurden, bcrichtets anddaukandidat Sonne ausführlich. AiF dis bestcn Sdrtrn Habsn sick) erivisssn: Stdnsgnardsgärste mit dUrchschnittlich 2573 Pfd., ercherikorggerste 2543 Pfd., Saalegecste 2434 Pfd. Und schostisch€ Gerste 24:51 Pfd. Gerste per Toim: Land. JU drn [LZTLU Jahren i'm? QUÖ Printice unddHaUrtWeriie in Dänkmark mir sehr guicm Erfolge aiigskaut w:)r en.

Getverbe und Handel.

Der AufsichtSratH der Bsrliner BOCk-Brausrci Hat die von der Dircktion vorgslcqie Yilcmz sowie das erinn- Und Verlust- Conio acnehmigt und beschlomen, der (_chcralversammlung nach den AbschreibUUgcn und 40 000 „74 Rescrvcxicüung fiir Grnndstücksreguli- rung, die Vrrtbeilung Von 6 0/0 Dividrnde vorzusch1ageii

_ Dem GesckxästsbrriÖtder BerlinerUnions-Braurrci pro 1886 87 entnrhmen wir Folgendks: Der Absatz hat auch im letzten Jahr;: zugenommsn, von „83 968111 auf 86 073 111, ist also um 2105 111 («stiegen. Das Flaschenhtcrgcschäst Hat sich dermaßen crfreulick) ent- wickelt, das; von dem in der Brauerei direkt abgszogenrn Bier in diesem Geschäftsjahre ungefähr 4200 000 Flascbrn vcrkauft wurden. Von den CHarlotfcnburacr Terrains sind im Laufe des Jahres ca. 100 Qn-Ruthen fürnrtw 60541574 vsrkauft. DieseEinnabme ist dem Gebäude-Conw abgrichrirben worden; leßterrs stehtdurcky dic vorjäbrige und diesjährige Abschrkibung Um 228 700 „M niedrigrr zu Buck,). Der vrrblribcnde Rsst dcs Cdarlottenbrirgsr Grundstücks enthält ca. 320 QU.-Rutk)rn Und bestrHt (ms ver1chi8denen Bauwarcslirn. an der BiEtnarrk-, Wilmersdorfer“ und Schillrrstraßs, unweit destarlotten- burger Stadtbahnhofes. Gcgsnüdcr drr Vorstebcndcn Absrhrribiin-Z find dcm Gebäudekonw für Kanaiisationsanlagcn in dem Restaurations- Etablisscmcnt auf dcm Grundstück in der Hascnbaide 20 867 574 zu- geschriebcn worden. Nach den diesjähriarn Abschreibungen er- scheinen fcrnrr niedriger in dcr Biianz das Maschinen- mid Brauarei- Indentar-Conto um 12 343 514, das Kiihlanlaar-Coxiw 11111 21838“, das Lagerfäffer-Conto "um 7221 „46, das Vcrsandtfäffkr-Conw um 1935 514, dagcgsn höbcr das Pferde-Conio mn 2580 „46, das Wagon- Conw um 1570 „N, das Mobilien-Conto um 2729 „74 Die Partial- Obligationö-Schuld iit durch weitere Verloosung um 20 000 „jz. kleiner cwordrn. Ueber die Vertheilung dss Netw-(Hewinncs licgcn folgende

orschläge drr Vsrwaltung vor: 5% Von 243 849 5-6 dem Reserve- fonds: 12192 „415, 69/0 yon 243 849 „M dem Aufsichksrath: 14 630 „44, 69/0 Von 243 849.36 der Direktion: 14630 «FQ, 770 Divi- dsride vom Aktienkapital: 210000 «16, Vortrag auf neue Rechnung: 65 „M

_ Dem Aufsichtsraik) dcr Wcißbier-Akticn-Brauerei vorm. H. A. Bolle xvurde Seiter der Dircktion die Bilanz Pro 1886587 vorgelcgt. Diejclbe ergiebt nach Absqung von 4098 «M für das [LParaturen-Conto und 16 388 «M für bscbreibungen xc. (10/0 dcr Feuerkaffc auf Grundstück, 50% auf Pferde und Wagen und Masckxinen-Utcnfilien und 66:3 0/0 auf Fastagen, k,sowie 112542.“ Uebrrweisung auf Dclcredere-Conw) einen dcrfüg aren Reingewinn von 41487 «44 Nack) Kürzung der Onotc für den Nesrrvefonds mit 2074.24 und der Tantiétnen in Höhe don 3941574 vcrbiribcu 35 200.46 zur Vertheilung eincr Dividcnde von 54-“70 (gegen 331% im Vorjahr) auf das 660 000 „46. bctragende Aktienkapital und ein Rest Von 271 „ck als Vortrag auf neus Rechnung disponibel.

_Rußlands Spinnereien undWebereien. (Wochcnschr. f. Spinn. u, Web.) Gegeniiber dem Memorandum, welches von der russischen Regierung Schutz der innc-ren Industrie gegsn die der Grenz- gebiete yrrlangt, weist der .Dzien. Lodz.“ auf das Vorbältniß der Jahresergcbniffe von letien-GxseÜsÖaften im Innern Rußlands zu solchen im Königreich Polen bit]. Er hat zu diesem Zweck die Bi- lanzcn einer Anzahl Akticn-Spmnereien nnd chrreien zusammen- gestcÜt. Das in dicscn Unternehmungen ins esammt cngagirtc Ka- pital beträgt 116271000 Rbl. Von 60 abriken des Kaiser- reichs haben 40 sehr gute Dividendrit, nämiick) durchschnitt- lich über 9 0/0, ausgezakxlt bci etnrm Anlagckapital von 76 756000 Rbl. Der niedrigste Prozcntsa betrag etwas über 50/0 (5 Fabriken), der höchstc, von 19 Fabrien gcleisteic. etwas über 10%. Von den übrigen 20 Fabrikcn ergaben 4 durchschnittlich über 30/0, 14 Hatton keine Dividende, aber doch einen geringen Gewinn, der zum Rcservekapifal gxschlagcn Wurde; nur 2 batten Verluste zu vermerken. Jm Königreich Polen existircn 6 auf Aktien