Auf Grund des §. Zemeingexährlichen Bestrebungen der- „ 1. Okto er 1878 wurde mit Entschlt ung der unterfertt rex SteUe vom HeutKen die Druckschri t: „Zur nge er arbeiten den lasse in Bayern, eine volkSwrrthschaft- liche Skizze von Dr. Bruno Schönlank“, Nürnberg, Druck und erlag von Wörlein und Cie., 1887_verboten, was w1r hier" t zur geeigneten Veröffentlichung m1ttheilen. Ansbach, den 19. November 1887. Königliche Regierung von Mittelfranken, Kammer des Innern. Freiherr von Herman.
11 des Reictheseßes gegen die
Yiehtamtliehes. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 21. November. Se. Majestät der Kais er und König nahmen heute den Vortra drs Cl)??- des Civilkabinets, Wirklichen Geheimen Raths von _1lm0ws i, entgegen, empfingen Nachmittags den neuernannten siamesischen Gesandten und bev011111ächtigten Minister, Phya Damrong Ra'a Bolakhanth, und den Königlich württembsrgischen Ge- sandten, Obersten Grafen von Zeppelin, behufs Entgegen: nahme der Kreditive derselben, owie vor dem Diner den FinanzMinister Dr. von Scholz.
_ Den Kammerherrndisnst bei Jhr'erMa'estät der Kaiserin und Königin hat der Kömglrche ammerherr Graf Wedel Übernommen.
_ Se. Königlichc
Hoheit der Prinz Hrinrich' ift, dem„W. T. V.“ zufolge;
gestern um Mitternacht in Genua eingetroffen und am Bahnhofs daselbst von dem deutschen (HeneralKonsul ])r. Bamberg empfangen worden. Heute friih 7 Uhr ist Höchstderselbe nach San Remo weitergereist. ;_;-„*
“' Z'_ In der am 19. d. M. abgehaltenen Plenarsitzung des BundeSraths wurden festgestellt: die Etatsentwürfe für 1888/89 für die Verwaltung drs NLichHhLLWS, Über den Reichsvaalidcnfondß, der Reichsschuld, fiir daI Auswärtige Amt und für das ReichsSckmßamt, ferner der Entwurf zum Besoldungs- und PensionE-Etat drr Reichsbankbeamten mit Aus- nahme der Mitglieder des Reick)sbank-Direktoriums fiir das Jahr 1888. Die Zustimmung wurdc: ertheilt: dLn Geselxsntwiirfeu iiber die Heimschaffung der Hinterbliebenen im Auslande angrstellfer Reichsbeanrten sowic: wrgsn Unterstiißung von Familien in den Leeresdisnsteingetretencr Mannschaftrn, und dem Antrags, betre end die Ergänzung des Formulars für das den Seeleuten bei der ersten Anmusterung zu Übergébende See- fahrtHbuck). Der Enlwurf eines (Hsseßes wegen Feststeilung des Reichshaushalts-Etats für 1888/89, der Geseßentwurf, betreffend die Aufnahme einer Anloihe fÜr Zwecke der Ver: waltungen des Reichsheeres, der Marine u. s. m, der Antrag Württembergs „wegen Abänderung dss VetriebH-Reglemsnts für die Eisenbahnen Deutschlands u11d die Vorlage, betreffend die Bildung einer Beruergenoffenscbaft der Unter- nehmer land: und forstwikthschaftlrcher BLtriebe für das Gebiet des Herzogthums Sachsen-Altenburg, wurden. den zu- ständigen Ausschüssen zur Vorberathung überwiesen. Den Vorsiß führte zunächst der Staats-Minister, Staatssekretär des Innern von Boetticher, sodann nach eingetretener Behinde- run desselben der Königlich bayerische Gesandte Graf von Ler enfeld-Koefering.
_ Der Achschuß des Vundexs-raths für Rcckmungs: wesen hielt heute eine Sißung.
_ Als eine aus §. 130 Str. G B.
„ zu bcstrafende öffentliche Anreizung
verschisdener Klassen der Bevölkerung zu Gewaltthätigkeiten gegen einander ist nach- einem Urtheil des ReichtderickUs, 11. Strafsenats, vom 23. September d. J. nicht zu bestrafen die öffentliche“. Anreizung einzelm'r Personen, welche verschi€denen Bevölkerungcsklaffen angehören, gegen einander.
_ Durch AÜerhöchstE Ordre vom 7. Novrmder d. Z. ist genehmigt worden, daß dem Mansfsldsr Gebirgskreise, welcher den Bau von Chausseen 1) von der Krengrcnze bei Westorf im Kreise Aschersleben über Welbsleben, Harke: rode, Alterode, Stangerode bis zur Grenze mit drm Herzog: tbum Anhalt, 2) von Mansfeld über Möliendorf nach Gorenzen, 3) von Klostsrmansfeld über Thondorf nach Siers- leben bezchlossen hat, das EnteignungSrecbt für die zu diesen C ausseen erforderlichen Grundstücke verliehen worden.
_. __ Der „Bevollmächtigte zum Vundeßrath, Königlich sachs1sche Geheime R:*grer11ngs:Rath Vodel, ist hier an: gekommen.
Königsherg i. Pr., 19. November. (W. T. V.) Se. ngestat der Kaiser von Rußland nebst seiner Famrlte „traf heute Mrttag um 11/4 Uhr auf dem Nan ir: bahnhof ber Ponarth cm und wurde von dem dänis en Konsul Gadecke nebst Gemahlin, dem kommandirenden General, dem Ober-Präsrdenten, dem olizei-Präsidenten, dem Stadt-Kommandanten *und dem ru sischen Konsul be-
rüßt. Um 1 Uhr 35 Minuten séßten die Majestäten die
eise“ nacYUEydtkuhnen fort. (Hann. Post.) In der
"!!-* . , 'H a n n o v e r, 16. November.
heutigen Sitzung" der 4. ordentlichen hannoverischen
Lan d esst) n r) d e _ wurde _der Entwurf eines Kirchengeseßes,
betreffend dre K1rchenvis1tation, an eine Kommission von
10 Mitgliedern verwiesen.
Saxhsen. _Dreßden, 16. November. Der M. „AÜg. tg.“ wird'geschrwben: Das Bild der wirthschaftlichen
erhaltntsse Sachsens, insbesondere feiner Finanz- lage, durch “welches der im AÜgemeinen '“günstige Eindruck der ühngens auch dnrch lhre fremdwortfreie Sprache sich aus- e1_ch,nenden Throyrede gqnz wesentlich verstärkt worden ist, at-darm natürktch nur-m großen*Un1rissen egeben werden können. Yar und scharf dagegen bis in jede inzelheit zeigen xs ' die Ziffern, welche“ die Regierung den Landständen rm, Staatshaushaltsentwurf für die nächste Finanz- pertode unterbreitet hat._ Was zunächst die Einnahmen überhaupt. anbelangt, xo hat' dre Regierung bei aller rxnserer Finanzverwaltung zur Gewohnheit gewordenen Vor- stcht der Veranschlagung die _e_l„bxn nicht unbedeutend höher be- messen können, ,als m der orperiode 1886/87. Damit ist es aber auch möglich geworden, für eine ganze Reihe zum Theil
Sozialdemokratie vom _“
“dermalige Kapita[rentensteuergc'sey vom
sehr wichtiger AuSgabezwecke entweder erhöhte Bewilligungen oder Neubewilliäungen m den Staatshaushaltsplan emzzxstellet). Während näm, ck)", in der jeßt zu Ende gehenden Periode dre gesammte Brutto-Einnahme auf 142 314 „9.94 41.5 trnd daher in gleicher Höhe auch die gesammte AusZabe ]ahrhch veran: schlagt worden ist, hat in dem Staatshaußhaltßplan fur 1888/89 eine Brutto-Einnahme von 154961421 „FH, und danpt auch Eine gleich h0he Auggabe in jedem der betdßn Jahr? M Aus- fickszt genommen werden können. Als_ sehr gimsttg durfen ms- be ondere die vorausseßlichen Ergebmffe aus dem „Ertrag:? drr Steuern und Abgaben bezeichnet werden. Denn insofern dre Ueberschüsse bei den direktrn Steuern auf 20 939640 «14 gegen 19 461 300 «14, und bei den öllen und, Verbrarxchs: steuern auf 16 390600 „% gegen 125 1 460 «% 1nder1eY1gen Periode beziffert werden, bedeutet dies ein Mehr von 1 478 3 0916 bei ersteren und von 3839140 916. ber leßteren, zusqmmen also ein Mehr von 5317 480 „FH jährlich. Bet dsp dtrekten Steuern wird das Mehr hauptsächlich vim der Einkommen: steuer getragen, welche in Anbetracht theils der Vermehrung drr Zahl der Steuerpflichtigen, theils des Stetgens des steuer: pflichtiZen Einkommens pro Jahr um 1398000 „16 höher (17 71 000 gegen 15 820000 «. im vorigen Etat) hat em- gesteÜt wcrden können. Bei den Zöllen und Verbrauchs: steuern erklärt sich das Mehr aus der höheren Bezifferung, welcbe einerseits der Antheil Sachsens am Ertrage der ZöÜe, der Tabacksteuer sowie der Reichs: stempel: und Branntweinverbrauchssteuer (13419314 «Fr; gegen 9391560 „16 im Vor:Etat, mithin 4027 754 «FH mrhr), andrerseits das Erträgniß aus der Schlachtstruer und d€r Uebergajigsabgabe von zoklvercinsländischem Fleischwertl) (4 070 000 «. gegen 3879500 „16., demnach 190 500 «, mrhr) erfahren hat. Dresen Mehrbeträgen sto t freilich auch ein wesentlich erhöhter Matrikularbeitrag an as Reick) gegenüber; derselbe erscheint im neuen Staathhaushaltsplan mit 11304009 «M gegen 766173 M in dcr jstzigcn Fimmz- periode, beansprucht also 3642274 916 mehr. Bei den StaatSciscnbahnrn hat die Brutto-Eimiahme auf 72 147 000914 oder um 3627 300 «M mehr als im Jahre 1886/87 ver- anschlagt werden können, und das Mehrrrtrc'igniß wiirde hier noch ein bedeutend größeres sein, wenn nicht den zu erwarten- den Mehreinnahmen sowohl wrsentlick) Erhöhte sächliche Vsr: waltungs: und BetriebsaUSgaben (+ 1537 873 «FH), als auch sehr bedkutcnde Mehrbedürfnisse für pcrsönliöhe AUcZgaben (+ 1 932 241 W.) gegenüberständen. Leßtere haben ihrsn Grund nicht bloß in der durch Eröffnung neuer Linien 2c. veranlaßten Vermehrung der mmestLÜten Beamten um 359, sondern auch in beabsichtigten Grhaltserhdlmngetr und dvr V9: gründung einer Pensionskasse für ständig bcschäftigte Wbciter. Auch der außerordxntlicdeStaatslquwlts-Etat umfaßt drr eincm Gesammterforderniß von 25547000 «16. außer einrrNachfordcrung von 242000916. für die Erbauuung dos Winterbafens beiNiesa lediglich Aufwendungen im Interesse des StaatSeissnbayn- betriebL-Z, insbesondere zum Ankauf der auf sächsischem Grbist gelegenen Strecke der Verlin-Dresdensr Eisenbahn und znm Bau von fünf m'uen Sekundärbahnen. SLM Gssammtdedarf M! aus den vxrfiigbaren Beständen drs dewrglickxen Staats: vermögens (ein1chließlich deS rechnungßmäßigen Ertragsübor- schusses von 8 657 956 (M der Finanzperiode 1884/85) Drckung Linden, so daß die Aufnahme einerneuen Anleihs nicht in Fragß ommt.
Baden. Karchrühe, 19“. November. (Karlßr. Ztg.) Bei der heute in Mannheim vorgenommenen Wahl Lines grundherrlichen Abgeordneten zur Ersten Kammcr im Be: zirk unterlalb der Murg wurde Landgericht-Z-Ratl) Freiherr Albrecht Üdt von CoÜenl1era=Bödigbcim in Offenburg gé- wählt. _ Bei dsr heute stattgehabten Ersaßwalgjl im 18. Wahlbrzirk (Stadt Freiburg) fiir die Wahlen zur zweitsn K a m m e r der Ständsvrrsammkung wurde Ober-Hofgerichtß-Nath a. D. Brßimgrr in Freiburg mit 86 gegén 80 Stimmen zum Abgeordneten gcwählt. _ Nack) drm Abschluß der Kapital: rentensteuer=RegistLr bkläuft sich die Gesannntsummr der fiir das Jahr1887festgeftellten Rentrnstcuer=Kapitalien auf 1 021 834 260 «16. ngeniider den fiir das Jahr 1886 kon- statirtsn Rentensteuer-Kapitalirn im Beträge von 994830 000 «FC, ergiebt sich hiernach eine Zunahme von 27 004260 „Fk. Dis Gesammtzahl drr Rentensteuerpflichtigen ist von 51441 im Vorjahre auf 52 507, somit um 1066 gestiegrn. Im Jahre 1886 betrug die Zunahmc der Kapitalisn gßgcnüber dem Vorjahre: 11982340 „FL., 1885: 52 059 480 «W, 1884: 43 212 940 «16., 1883: 36 015 580 „46, 1882: 40 302 760 «14 Im Ganzrn [Wläuft sich seit drm Jahre 1875, für welches das 29. Juni 1874 erst- mals zur Anwendung gelangts, diE Gesammtzunahme der Rentensteuer-Kapifalien auf 351994100 „46. oder 52,5 Proz. der für 1875 konstatirten Summe von 669840160 «XU
Metklenburg-Sckzwerin, Schwerin, 19. November. Auf Befehl det.?- Großherzogs wird morgen sowie an dem niichften Sonntage in denKirchen drs Landes für S?. Kaiser- liche Hohen den schwer erkrankten Kronprinzen des Deut- schen Reichs und von Prsußen Fürbitte Eingelegt werden. Dre _Theilnahme an dem k)art8n(Heschick,welches das preußische Königshaus durch die Krankheit des Thronfol ers betroffen hat, ist _hier , eme aÜgemeine und herzliche. ZLie lebhafter Sympathien sich hier der erlauchte Kaisersobn erfreut, zeigte fich besonders vor Jabrésfrist bsi desscn hiesiger Anwesenheit der der Hochzeit des Prinzen Reuß, namentlich durch einen glänzenden Fackelzug, den der hohe Hsrr mit der Ihm cigdnen huldvolLen lebenswürdigkeit entgegennahm.
Schwarzburg-Rudolstadt. Rudolstadt, 18. Novem- ber. (Mgdb. Ztg.) Heute ist der Landtag durch den Staats- ratL) von Holleben eröffn€t worden. Für diese Session liegen 15 Vorlagen vor.
Schivarzbur ZSondershausen. Sondershausen, 18. quewber. ( etpz. Ztg.) Dem Landtage ist als eine der W1cht1gs16n Vorlagen ein Geseßentwurf, betr. Einfüh- rung eines neuen Gericktskosten- und Verwal- tun gskosten - Gesetzes, zur erathung und Beschlußfassung vorgelegtwordcn. Durch das VerwaltungskostewGeseß werden die VerwaltungskostewGebü ren welche bisher kaum noch5000914 betrugen, nichr unbeträ ,tli gesteigert werden, doch sind im Allgememen d1e S ortelsätze niedriger gestellt als in anderen Staaten und mu eine Neuordnun des Sportelwesens in unserm Lande als durchaus nothwendig erachtet werden. Die Vorlagen der Regierung smd an die Deputationen vertheilt und werden dort einer weiteren Berathung unterworfen werden.
Oesterreich-Ungaru. Wien, 19. November. (W-T-B) Die österreichische Delegation genehmthe in der heuri- gen Sisung das Ordinarium desHeeres udgets samMé den Anträ en, betreffend die Subsistenz ulage für die sub alternen ilitärbeamten und die Aufbe erung für die Ko der Mannschaften und nahm alsdann daS Extraordinarjum mit der Erklärung an, daß der in Höhe von 521/2 MjÜjonen eröffnete Kredit, soweit derselbe noch nicht lombardjn wurde, erloschen sei. Hierauf wurde die Verwendungg; dauer einiger im vorigen Jahre bewilTigter Kredite, Wie der Kredit für die okkupirten Länder und die Schlußreckanng pro 1885 genehmigt. Im weiteren Verlaufe der Sißung
wurde die vollständige Uebereinstimmung der beider;
seitigen Delegationsbeschlüsse bezüglich der Etats des Auswärtigsn, der Krie Smarinr», der Finanzen, des Rechnungg; hofes und drr 20l1ge?älle zur Ksnntniß genomweu und eine Resolution betreZYks größerer Betheiligung des Kleingemerbeg an drn Armeelie srungen angenommen.
_ 20. November. (W. T. B.) In der heutigenSißung der österreichischen Delegation wurde die Ueberejm stimmung der Beschlüsse beider Delegationenkon- statirt. Hierauf sprach Minister Graf K:“rlnokr) deng[e, gation den Dank und die besondere Anerkennung des Kaisers für ihre patriotische Opferwiliigkcit sowie den Dank der Regierung für das derselbsn bezejgxe Vertrauen aus. In einem an die Delegation ge,- richteten Schlußwort hob der Präsident die Delegation offen ausxzesprochrn habe, daß Oesterreich einsn Frieden mit Ehren, kein Preisgeben seiner Geschicke an den Wilien Line-Z Anderen und ein Festhalten am Völkerrécht und an der Vertragstreue woÜe. Unter begeisterten Hochrufen auf den Kaiser wurde darauf die Delegation geschlossen,
Agram, 19. November. (Prag. Ztg.) hat nach einer Erwiderung drs Banus anf die Angriffe der Opposition das Budget in der Genrral- Und Spézialdebatte unverändrrt angenommsn.
Großbritannien und Irland. Lon do i!, 20. November. (W. T. V.) Die Mitglisder der radikalen Vereine und Klubs von London, unter denensick) viele Zrländer befinden, begaben sich heuta Nachmittag in geordnetcm Zuge und unter Mitführuvg nwhrerer Musikcorps nach dem Hydepark , wo die Abhaltung von Versammlungen gestattet ist. Die Zahl der betrug etwa 15000 Persmwn; eine noch größere Anzahl Neu.- gieriger hatte der Zug hrrbeigelockt. CH wurdenmehrkrc Reden JLLWUSU und schließlich einige Resolutionen angsnommen, in denen ge_ en die Einspsrrung von O'Brien und gegsn das erhalten der Behörden protestirt wird, die das öffsntlickx VersammlungSrecht verleßt hätten. Die Manifestanten vsrließen darauf den Hydepark unter den Klängen der Marseillaise, wslche die an dcr Spißr der einzelnen Vereine lwfindlichen Musikcorps spislten. Die Sozialisten waren der Kundgrbung fern geblieben; es zrigtc sicb Nirgends cine rothe Fahne, Der Trafalgar-Sqnars und die dahin führenden Zugänge waren von der Polizri streng bewacht.
Frankreich. Das Ministerium R ouvier ist der Verbindung der äußersten Linken mit der Rechten dsr Kammer erlrgen und hat seine Demission gegeben. Das „W.T.V.“ meldet über den Verlauf der Minister-Krist's:
Paris, 19. November. In der Deputirteukammer wurde hsute die Interpellation der äußersten Linken eingebracht. Der Minister-Präsident Nouvier bean: tragtc, dic Berathung im Interesse der Rentcnkonversion auf dsn 24. d. M. zu vertagen, und stelltr die Vertraxtrns: frags. Clémenceau meinte: es ssi eine seltmme Art Und Weise, den Renteninhadern dis Versicherung zu geben, daß sie bis zum 24. d. M. in Frieden [Ech könntcxn, indém ihnsn dann rim? noch _ „ gewcssne Kriss in Aussicht gestellt wsrde. Zu lange schdnsex eine Erklärung erwartet wordsn; es gebe keine Regierung mehr; das Ministerium sei außer Stande, die republikmnschs Politik zu leiten. Das Parlament ssi der Leitung der Rechten Überlassen; die Gerichte und die Polizei bekämpfton ei11qxxdqr; dis Unordnung in dcr Vsrwaltung sei vollständig. Schlwßlri lehnte die Deputirtenkammer mit 328 gegen 242 Stimménde Vertagung ab. Der Minister-Präsident ROUVM zeigte darauf die Demission des Kabinets an. Nuymehr zog Clémenceau seine Jutsrpcllation zuriick, "Wem er erklärte: er one nicht Ein Ministerium interpeliiren,da1 nicht 1nsl)r vorhanden sei. Die Sitzung wnrde sodann (UU nächsten Montag vertagt. „_
Nach Schluß der Kammersitzung begaben sich die Mimxkkx zu drm Präsidenten Gréxvy, um ihre Demission 31“ geben. Die Minoritär für das Kabinet bestandays 221. Republikanern und 7 Konservativen; die Majorttql umfaßts 169 Republikaner und 148 Konservative. Wik es heißt, sagte Nouvier beim Verlassen der Kammer zu Clémenceau: „SiS haben mich von einer schwerer Bürde befreit; ich werde Grévy den Rath „(WW Sie zu berufen.“ Goblet erklärt?, in den Wandelgangk"; er würds einen Auftrag zur Kabinetsbildung nicbt Übernehmrxx _ Die Situation ist sehr verworren. Die republi kanischenGruppen bemühen sich, eine allgemeineVW sammlung der Républikancr zu Stand?, zu bringcn, “"' mittelst derselben eins starke, unbcstriitene RegiermngsLWk1 zu begründen.
_ 19. Novembcr, Abend?). Der Präsident GVÉUZ hat die Demission der Minister angenommex! ""“. dieselben beauftragt, die laufenden Geschäfte [ns UW Weiteres zu erledigen. Gleichzeitig ließ Hr. Gré-Vl) d' Frercinet zu sich bitten, um sick) mit ihm über die Lags,zl be prccben. Auch mrhrere andere politische PsrsönltchksU“ so en im Laufe dLÉ Abends zum Präsidenten entboten 1191 den sein.
_ 20. November. mit: Präsident Grévy habe sich lange mtk de' Freycinet besprochen, jedoch ohne demselben Mission zur Bildung eines Kabinets anzubieten. Grévy habe erklärt: Er werde keine Mühe scheuen, um e Kabinkt zu konstituiren, aber er sei entschlossen, keinemt1er fassungswidri'gen Zwange nachzugehen und WEL, nicht demissioniren. _ Die Journale erwartey 91 Beendigung der Kriéßs nicht vor Dienstag oder Mxttwo'
_ 20. November. räsident Grévy hat, wre "" lautet, heute im Gespräch mit mehreren Personen ernk den festen Entschluß, von seinem Posten nicht 3ka zutreten, sowie die Hoffnung ausgesprochen, daß es 1hm|ß lingen werde, ein 11 e u es Ka b in et zu Stande zu bringen. S"
Die „République francx-aiseZ“ theril
Revertera hervor, daß .
Der Landtag
an der Kundgebung Theilnslxnenden '
nie da- ,
' lei wo [ auf unüberstei liche Schwierigkeiten stoßen, ez: WTF Zr dérrchhden Senax die Zlaflösung der Kammer Leantrag e n. Er würde sich dann zurückziehen., nachdem er dem Lande durch eine an das Parlament gerichtete V o t-
chaft seine Ansicht über die Lage, deren Ursprung und F9 [gen zu erkennen gegeben habe. ' _ Das Bureau der drei Gruppen der Lrnken hat
sich über die Einberufung einer Plenarversamm:
lung der Republikaner nicht zu einigen vermocht
' erlei Ent [ießung gefaßt. und IMM. NoveYber, Nachmittags. In einer heute Vor- mittag abgehaltenen Versammlung der Gruppe_der ogenannten „Unabhangrgen“, zu welcher Brisson, Goblet, Ribot, Lockroy und Sadr Carnot gehoren, wurde be: schlossen: an einer Plenarvsrsamtxrlung aller Gruppen der Linken nicht theilzunehmen, wxnn nichr em vqrhßr festgestelltes bestimmtes Programm vorliege. Dre beabßchngte Plenar- „erfammlung aller Grypyen der Lrnken'wrrd nach diesem Beschluß der „Unabhangxgen“ als geschertert an-
en. , . „ . gesthDie Union der Linken xnachte sick) dahm schlusstg, daß es ohne den Gedanken an eine Plenarverscrxmxrlung aller (HZuppen der Linken zurückzuwxrseu, „rm gegenwartigen Augen- blick" doch nicht von NUHLU sch€me, eme solche Plenarversamm: Lung hsrbeizufiihren. " . , .
_- 20. November, Abénds. Prasident Grdpy lreß am Absnd Clémenceau ersuchen, morgen Vornnttag zu einer Konferenz in daS Elyséc zu kommen.
_ Wie das „W. T. B.“ ferner unter déxn 19. d. M. melde't, ist Graf d'Aubigny zum französtschrn Ge: sandten in Kairo ernannt worden. _ Sparnen hat, demsolbcn Telegramm zufolge, edenfalls seme Zustimmung zu der Suezkanal-Konventron gegeben.
Der „Polit. Corresp.“ wird aus Paris gemeldet, daß die Vertreter FrankreichH ani 14. d. M. den Mächten, bei welchen ste, beglaubmt srnd, drrr Text _der Suezkanal : Konventro n nebst emer dre Zysttm- mung zu der Konvention empfehlenden Note drs franzdszsch€n KabinetS sowie das Schlußprotokol! des et1glr1ch:franzostsche„n Uebereinkommcns Übrrreicht haben. Dir Uebergabs cm die Mächte erfolgte mit Rücksicht_auf die Stellung der Pforte als souzcräne Macht später als die Uebergade an dWsS.
_ (Fr. C.) Die Dokumente der mit Ching abgrschloffsyen neusn Handslskonvention smd in Paris emgetroffexr China eröffnet dadurch die Städte Long-Tschqir 111 Kuangsi und Mongtseu in Yunnan dem französischen Handsl, der hier eine Reduktion der Enmangszlle um 8/10?enic»ßt, auch dis Opiumausfuhr aus Yunnan üdsr die Qaridesgrenze nach Tongking und dsr Durchgang der französischen und anamitischen Schiffe auf dem chL1lesisch€n Theil der Flüsse Song-Ki-Kong und Caobang (zwrschrn Langson und'Caobang) wird gestattet. Dagegdn wrrden fiir die chinesische Einfuhr nach Jydo-Chma dre 'Säße französisch-anamitischen Generaltarrfs um 4/10 ermäßigt.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 20. No: vember. (W. T. B.) Das „Journal de St. Péters- bourg“ bebt yrrvdr, daß der Empfang der russischsxt Majestäten rn Berlin ein überaus herzlicher gewesen ser. Die tiefempfundene Sorgfalt, mit welcher Kais er Wilhelm persönlich iiber die Vorbereitungen zu detrr'Empfange “gemacht habe, zeugten aufs Neue für seine Anhängltchkeit an, dre moj]- archischen Traditionen sowie für die Familienbande, dreckn_m1t dem russischen Kaiserhaus verknüpfen. „Die s:!)merznchen Beforgnisse wegen der Gesundhrit dss Kronprtnzen, denen die russischsn Majestäten sich von ganzem Herzeir anschlossen, brachten er.?- mit sick), dciß den Monarchsn dre Beobachtung eines ermüdenden Ceremonieils erspart und ddr Charakter Liner Familien=Zusannnextkunft gewahrt wurde„ dW um so hsrzlickxr war, als die Umstände auf die gegdnssitigen Sympathien besonders hinwiesen. Die Bekundung dieser Gefühle, die sich stärker als aUe Prüfungen gezeigt haben, wird sicherlich beiden Souveränen theuer genossen sein. Wir sind Überzeugt, daß die russische Gesellschaft daran theilnehmen wird, und dürfen gern glauben, daß auch die deutschr Nation sich in derselbenWeise an den von gegen: seitiger Zuneigung getragenen Intentionen ihres Monarchen betheiligen wird. Mögen diese guten Eindrücke sick) tren in den Beziehungen der beiden großen Reiche wider- spiegeln !“
„_ 21. November. (W. T. B.) Der Kaiser und die Kaiserliche Familie sind gesternNachmittagin Gatschina emgetroffen.
Schweiz. Bern, 20. November. (Bund.) In weiterer Ausführung des BundeL-geseßes, betreffend g_e= brannte Wasser, und gemäß den Brnrdesrathsbefchlüsxen vom 1. und 15. November wird nach einer Bekanntmachung des eidgenössischen Finanzdepartements auf alle vom 1. De: zember 1887 an eingeführte, mit Alkohol hergéstellte pharmazeutische Produkte und Dro uerien, ferner fur die Alkohol enthaltenden Par?ümerien und kOthetischen Mittel, wie zum Beispiel Kölnisches Wasser, 113311 (18130t0k, ]ZriUrmtinL, Kopfwaschwaffer, Münzen: geist (1116001 (12 111611610) 11. s. w., gleichwie fiir die. O_ua: lLtÜtSsPikitUdsSU, nebst dem tarifgemäßen Eingangszoll eme feste Monopolgebühr von 80 Fr. vom Metercentner brutto erhoben werden. Die Importeure von pharmazeutischen „Pro- dukten, Droguerien, Parfümerien und kosmetischen Mitteln baden daher bei Vermeidung von Strafe wegen W1d€rhandlung gegen“ das Alkoholgeseß in den ZolX- deklaraxionen jrweilen genau anzugeben, ob . der In- alt„ 'cmer Sendung aus Spirituosen, resp. mrt Alkohol abrtztrten Produkten bestehe, welche leßtere bei gem1schten Se_ndungen separat zu deklariren sind. Auf den nämlichen Fertpunkt fallen die für einige schweizerische Parfümrrre- d
des
abriken ertheilten Bewilligungen zur Einfuhr von relativ enaturirtem Alkohol dahin. Bezüglich der Rückvergütung des
onopolgewinnes für exportirte flüssige spirituöse Erzeugmsse er genannten Fabrikatbranchen ist das Reglement vom 1. No- vember 1887 maßgebend.
„ Belgien. Brüssel, 20. November. (W. T. V.) In „LUNBY fand“ heute eine zahlreich besuchte Versammlung tndustrreller Gesells aften unter dem Vorstß des
Ürgermeisters statt. ieselbe war einberufexz worden, um gegen die Bestellung von Kanonen rm Aus- ande Verwahrung einzulegen. Es wurden mehrere Reden gehalten und ein Brief des GeneralZJacnzart verlesen, in welchem , dieser im wirthschaftlicben, mdustrtelXen
und militärischen Interesse die, öffentliche Ausschreibung der Kanonenlieferungen verlangt. Die Versammlung nahm mehrere Resolutionen in diesem Sinne an.
Zeitungsftimmen.
Die „Germania“ begirzrrtneme Vesprechun züge zlur Alters: und InvaltdttatH=Versorgung wie 1) t: „
(fOieg Grundzüge find am Jahrestage _der Kaiserlichen Botschaft des Jahres 1881 dem Urtheil der öffentirchey Memung unterbrettet worden. Sie sind auch im Geiste. der Kaiserlichen Brtschaft gehalten, und wer auch noch so viel im Emzelrren anders wunfchen mag, er wird gern anerkennen oder der Wahrheit gemaß wenigstens aperkennen müssen, daß im Sinne des praktischen Cbrtstenthums wrrder em Wesent- licher Schritt vorwärts gethan Werden soÜ, vorwärts zu einer gerechteren und würdigeren Ausgestaltung der. Lebensvedmgungeri der arbeitenden Klassen, undzwardieserKlaffen in rmem sehr wetten Sinne des Wortes, vorwärts zur Beseitigung vieler „Nothg'tande und 'grrcchter Klagen. Und auch das wvllc'n wir gleich hrerzufugen, daß xvrrzwar mancherlei wichtigere und weniger wichtige BefferungSvorschlage machenfwerden, wie sie grwiß noch im verschiedensten Sinne von den verschiedensten Seiten kommen werden, daß wir aber gern anerkennen„ auch 111 den Grundzügen selbst liege schon ein "tüchtiges Stuck Arbeit vor uns, eine wobldurchdachte Leistung gegenuber der neuen _und so, udergus schwierigsn und verwickelten Aufgabe. 'Vor AUem jm Klkmen srnd Ausführungsschwierigkeiten oft in el_ner' sebr geschickten, vxel Nachdenken Und scharffinnige Kornbmaiton, verratbenden Werse gelöst. Außerdem handelt es s1ch 1a jetzt. erst nur ,um die . Grundzüge“ , um den konkreten Nredrrschkag „eines der „verschiedenen Bilder“ oder eincr Kombination von Einzel- heiten der „verschiedenen Bilder“, Welche dle brtreffenden Be- hörden, nach einem Wort des Ministers von Boetticher, schon. vor einiger Zeit von der Alters- “und Jnvalrden-Yerficberun'g fick) gxbtldet Hatten. Und diese „Grundzüge“ geben nun fur den, wre es heißt, zu berufenden Volkswirthschaftsrath dix Unterlage zn seiner Berathung, der Bundesrath wird sich noch damtt 'befgffe'n, und zuletzt wird ohne Zweifel dem Reichstag, wozu auch ,die ]eßrgen Grundzüge schon fich eignen würden:, eine Unterlage für seine Beratdung zugx'Hen, das der, wie kaum zu zweifeln, schon in der brvorstehendrn _Sejjwn em Werk hervorgehen kann, in welchem, um tmt der Kaiserltchen,Botschaft zu reden, die realen Kräfte des cbristlicheonlkSlebcns theils schon zum Yusdruck kommen, tHcils Gelegenheit finden zu weiterer Be- r ätigung. . . .
_ Die „Deutsche Ddrf:Zeitung“ schreibt über dW Terminspekulation in Getretde: _
Wie an aklen Börsen, so stehen fich auch an der Produktenbßrje mwi Parteien gegenüber, die Haussepartei, Welche die Prktse zu trcrben sucht, und die Baissepartei, welche einen Preisdruck anstrebt. Der Hausficr Hat das Interesse, das Angebot zu vermindern, also Waaré, Weche sich am Ort befindet, möglicHst Hinwegzusckpaffen; während. der Baisfier Waare Hrranscbafft, um den Preis zu drücken. Der Batsfier ist daher der berufsmäßige Importeur. Er tmportirt, um durch Waarcnangebot den Preis zu WWW, und gclkgentltck), um fruhere Blankoverkäufe zu decken. ' . ,
Indessen darf man nicht glauben, daß der Batfsier immer'wirk- lich importirt; im Gegentbcis, das Geschäft wird, so lange es irgend angeht, nur durch Lieferungsverträge, d. b. auf dem Pawter, mrtteist ,thteln“ gemacht, die Vom Baissier zum Hausfier berübxr rind [)m- über gehandelt werden. Der Hausfier seinerjeits kauft die ihm vam der anderen Parisi angebotenen Zrttel auf, in der Erwartung, daß die Preise steigen und ihm einen Gewinn verschaffen werden.
Halten sich nun die beiden Parteien so ziemlich die Waage, so mag das Ergebniß ihrer Operationcn eine gewisse Ayßgletchunq drr Preise sein. Die letztean Werden fich auf einem Mittleren Stande erhalten. der dem Verhältniß von wirklichem Yngxbot und Nachfrage ungefähr entspricht. Sobald jedoch die Verhaltnisse dkrarttgefind, daß fie der einen oder anderen Partei ein starkßs Ucbngswrchr de_r- schaffen, so Werden nothwendig durch das Termrngxschaft dre Preise in der einen oder anderen Richtung übertrieben beeinflußt, auf un- natürliche Weise crhödt oder berabngth werden. ' ,
Nun ist gegenwärtig und schon feit [anger Zett dre Lage drs Ge-
treidehandels eine wiche, daß in Folge des massenhaften Angebots VM amerikanisrhetn, inkischrm, rusfi chem Getreide die Batffepqrtei cm dauerndes Uebergewicöt über die ihr gegenüberstehendr Party: erlgngt hat. Die Lkßtere ist Entmutbigt Und vermag der Gegnerin Yemen ebenbürtigen Widerstand zu leisten. Daß _untsr solchen anstandcn die Preise fortwährend sinken und wahrscheinlich soggr „weit unter das Maß sinken, Welches durch das wirkliche Verbaltmß von An- gebot und Nachfrage erechtfertigt wäre, lie t auf der Hand. Dénn das Termingkscßäft _verstärkt das ngebot m Kunst- licbcr Weise. Die Getreidemasyen, mit denen an dcp Prodrzktenbörsen gehandelt wird, cxistircn größtentheils garnicht in Wirklichkeit, soxrdern nur aaf dem Papier; aber da unter den gégenwartxgcn Umstanden aÜerdings niemals ein wirklicher Mangel an (threrde emtrttt, so wird die Thatsache, daß das_ Angedot in Wahrheit nicht en'tfernt so roß ist, als es nach din Hantirungen an der Börse crsch_emt, der- is]chleiert und das dapierne An ebot wirkt Kenan ebenso drricYeUd aus" die Preise, als wäre es ein t atsächliches, hinter dem Wirklich Ge- treidemassen stehen. ' . ' ' .
So trägt die Termmspekulatwn alLer „Wahrschetnltchk:crt nacb mebr zu dem Sinken der Getreideprcise bei, «Zs selbst dre_ scharfe Konkurrenz dcs amerikanischen, indi1chen und „russischen „Getreides auf den europäischen Märkten. Denn die auswärtigen Getreidexxroduzcnten haben kein Interesse daran, ihr Getreide 1o billig aks moglich nach Europa zu verkaufen; im Gcgentbcil haben die Produzenten uberall das Interesse, so tbeuer als möglich. z_u verkaufen,.und dies Besxrebxn findet seine natürliche und rechtmäßige Grenze tn dcm Verhaltnis; zwischen Angcbot und Nachfrage. _ Wenn 9er das Verbaltm'ß, Wie es durch das Termingeschäft faktixch geschieht rind nothwendig ge- schehen muß, im Interesse des Handsls gefalscbt wird, so ist die unrermeidliche Folge davon ein PreiSdruck," unter Welchem dre Produzenten alLer Länder aufs Arußerste leiden muffen. Das Getreide ist nicht die erste Waare, die auf diese Weise von den Machenschaften des Handels in unnatürlicbcr Weise entwerthet worden ist., Mit dem „König Baumwolle“ ist es ebenso geschehen, und m wexnger un en- fälliger Weise geschieht es mit allen anderen Verbrauchsarttkeln, so ald fie vom börsenmäßigen Verkehr erfaßt werden.
Wie aber it jener Fälschungworzub-Zugen? Kann man das Termingescbäft und die Zettelspekulation verbieten?, , _ '
Die Folge eines derartigen Vorgehens von Seiten („sines em'ztgen Landes würde nur die sein, daß die Börsengefchgfte sick) von tbnrn binWea und nach einem ausländischen Platz hinziehen. Der Preis des ausländischen Getreides würde anstatt an einem dentschen Play, an einem andrren bestimmt werden und von da aus denselben Druck auf den Preis des deutschen Getreides ausüberz wre jefst. Cine radikale Abbülfe wäre also nur vo_n ciner internattonalen Geseßgcbung zu erwarten, die begreiflicberwäke ihre gutxn We e haben wird. Für jeßt wird kaum etwas Anderes ubrt ble ben, als dte Spekulation in auswärtigcm Getreide dur Zölle dermaßen“ zu entmutbigen, das; sie wenigstens in Deutschland die Preise ntckz't uber aÜe Gebühr verderben kann. Ob m späterer Zeit vrcllenhdfur eine Verstaatlichung dcs Getreidehandels der Boden geebnet sem wrrd, mag dahingestellt bleiben. , _ *" _
Nach "dem Obigen halten wir das Termmgefchaft ganz im All- gemeinen für einen Krebsschaden des Getreidehandels, wie jedes anderen Waarcnhandels übk'rbaupt. . . .
der Grund- er Arbeiter
Statistislhe Nachrichten.
Unter den im Ersaßjahre 1886/87 bei dem Lgndheer und bei der Marine eingestellten 101456 preußtschen Mann- schaften waren 1160 oder 1,14 0/0 ohne _Schulbi[dung, welche sich auf die preußischen Provinzen bezw. Regierungsbezirk ,wie folgt vertbeilen: auf Westpreußen 244 oder 4,44 0/0 der „dortigen Aus- gehobenen bezw. auf die Regierungsbezirke Marienwerder 174 oder 5,22 0/0 und Danzig 70 oder 3,24 0/z) _ auf 'Ostpreußen 349 oder 4,14 % bezw. auf die Regierungsbezirke Gumbinnen 175 oder 5,00 0/0 und Königsberg 174 oder 3,53 0/0 _ auf Posen 305 oder 3,86 % bezw. auf die Regierungsbezirke Pdsen 267 oder 4,87 0/9 und Bromberg 38 oder 1,57 0/0 _ auf Schlesien 130 oder 0,82 0/0 bezw. auf die Regierungsbezirke Oppeln 111 oder 1,82 0/0, Breslau 14 oder 0,24 0/0 und Liegniß 5 oder 0,13 !)/0 _ auf Brandenburg mit Berlin 42 oder 0,40 0/0 bezw. auf die Regierungsbezirke Frankfurt 32 oder 0,74 0/0 und auf Potsdam mit Berlin 10 oder 0,16 0/0 _ 'auf Pom- mern 24 oder 0,39 % bezw. auf die chierungsbeztrke Koslrn 13 oder 0,54%, Stralsund 4 oder 0,49% und Stettin 7 oder 0,249/o'_ auf Heffen-Nassau 12 oder 0,22% bezw. auf die Regierungsbezirke Kassel 8 oder 0,27% und Wiesbaden 4 oder 0,16% _ auf Han- nover 15 oder 0,20% _ auf Westfalen 14 oder 0,20% bezw. auf die Regierungsbezirk Minden 5 oder 0,27 0/0, Arnsberg 9 oder 0,24% und Münster 0 _ auf Rheinland 19 oder 0,13% bezw. auf die Regierungsbezirke Koblenz 5 oder 0,22%, Diimeldorf 9 oder 0,18%, Trier 2 oder 008%, Köln 2 oder 0 08% und Aachen 1 oder 0,05 0/0 _ auf Sachsen 4 oder 0,05% bezw. aufdicRegierunas- bezirke Magdeburg 2 oder 0,06 0/0, Erfurt 1 oder 0,06 '1/0 und Merse- burg 1 oder 0,03% _ auf Schleswig-Holstein 2 oder 0,05% und auf Hodenzollkrn 0. _ Hinsichtlich des relativen Antheils_an den eingestellten Analphabeten ordncn sich dir Provinzen bezw. Regierungs- bezirke folgkndermaßen untsr: Westpreußen, Ostpréußen, Posen, Schlesien, Brandenbarß mit Berlin, Pommern, “Heffen-Naffau, Hannover, Wc-stfalen. Rheinland, Sachsen, SchleSth-Holstxm und Hohenzollern bezw. Marienwerder, Gumbinnen, Posen, Königsberg, Danzig, Oppeln, Bromberg, Frcmkfurt, Köslin, Siralsund, Kqffel, Minden, Breslau, Arnsberg. Stettin, Koblenz, die hanndverjchen Regierungsbezirkk, Düsskldorf, Potsdam mit Berlin, Wiesbaden, Liegnitz, Köln, Trier, Magdeburg. Aachen, Schleswig, Merseburg, Erfurt, Sigmaringen und Münster, wrchxr bsi den [eßtixren keine Analphabeten gestellt Haden. Auf die drei erstgenannten Provmzen und den Regierungsbezirk Oppeln kommen allein von den 1160 ausgehobenen schulbiidungsloscn Mannschaften 1009 oder 86,98 6/0, Unter den 100296 eingestellten Mannschaften mit Schulbildung batten solche nur in der nichtdcutschen Muttersprache 4395 oder 4,33 % genossen, von welchrn 4278 oder 98,46 % aliem auf die Regierungrbezirke Posen, Oppeln, Bromberg. Marienwerder, Danzig, Gumbinnen. Königsberg und Schlxßwig cntfaÜen; denn Ls Waren nur in der nicht dentschcn Mutteryprache unterrichtet von den Aus-
ebobrnen in dem Régierungsbezirk Posen 1794 oder 34,38 ()/a, prän 1333 oder 22,06 0/0, Bromberg 507 oder 21,26 0/0,_ Marien- Mrdxr 239 oder 7,56 0/0, Danzig 102 oder 4,88 0/0, Gumbinnen 115 oder 3,46 0/0, Königsberg 135 oder 2,90 0/0 und Schleswig 50 oder 1,26%, wäbrcnd der Prozentsatz für die übrigen RegierungHbezrrke nur zwischen 0,40 (Sigmaringen) und 0,00 (Stralsund, Merxrburg, Münster, Kassel, Wirsbaden, Koblenz, Diisseldorf und Köln) sick) be- wegt.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Von dcn Weite Kreise interesfircnden „Grundzügen zur Alters- und Jnvalidenversicherung der Arbriter nebst' einer Denkschrift“ ist in Carl Heymann's Verlag hier eine hand- liche Außgabe zum Preise yon 0,60 „14 erschienen.
_ Jm Verlage Von W. Friedrich Nachf. (Herß u. Süssenguth), Berlin, erschienen vorzweiZahren die „Emanuel Geibel-Den_k- würdigkeiten“ von K. Tb. Gaedery. Von diesem Werke ist, wie die Verlegrr mittheilen, eine größere Anngl auf Befehl Ihrer Majestät der Kaiserin zur Vertheilung an Hojpital-Bibltotbeken „an- grkauft wvrden; auch der Minister der geistlichen 2c. Angelegenheiten hat den Ankauf einer gleich großen Zahl verfügt. Der günstige buch- händlrrische Erfolg dcs Buches Hat die Verlagsbandlung vxranlaßl. einen größeren Betrag an das Comité des Geibel-Denkmals m Lübeck abzuführen.
Halle a, S., 18. November. (Voff. Ztg.) Jm "ngtur- wissenschaftlicbcn Verein für Sachsen und Tburrngqen erstatfete gestern Abend Hr. Mcdizinal-Ratb ])r. Ovarbeck, dcr nch im Bcfi eines Thrils der Sammlunchn Alexander von Humbo dt's befindet, iiber dieselben Bcrtcht. Das von Hrn. ])1'. O. aufgestelite Verzeichnis; der einzelnen Gegenstande, hauptsach- lich Mineralien, aber auch botanische und antike Objekte erzthalchd, umfaßt 290 Nummern. Es befindrn fich dartmtcr auch kleine ergYn- händige Aufzeichnungen Humboldt's. Dre Mineralien und YGestxrch gedenkt Hr, Dr. O dem Mineralogischen„Museum der Unwerxrtat Halle zum Geschenk zu, machen, sowie dre Sawnckungsgegenttande überhaupt im Laufe des Winters in den Vereinöfißungen _vorzulxgen. Bereits gestern Abend konnten die Anrvcsenden in die handjchrtftlrchen Notizen Einsicht nehmen. '
Mörs, 16. November. (Dtsch. Tabl.) Em Ackersmann auß Ostrum stieß Vor cinigen Tagen beim Umgrgbcn seiner? Ackersfaus einen festen Gegenstand. Er grub tiefer, und m der Meinung, emen Stein herauszugraben, förderte er einen steinernen Krug an dre Ober- fläche, ivelcher mit einer eisernen Kugel zugedeckt War. Der Krug war mit 96 Silbermünzen und 26 Goldmünxen axigefullx. Die ersteren babrn dia Größe der alten flachen _Zxdngrdxihenstuckc. dle leßteren beinahe das Gewicht unserer Zebnmarkz'tncke, Und jedoch in der Form größer und dünner. Die Münzen Und aus 1321514. resp. 15. „Jahrhundert; die meisten tragen das Btldmx; des Erzbischofs von Köln. Dem glücklichen Finder sind bereits 1000 „16 fur seinen Fund geboten worden.
Leipzig, 19. November. (W. T. B.)_Der Psychodbvfiker und Aestbetikcr Professor Fech ner ist gestern gestorben.
Brüssel, 20. November. (W. T. B.) Der berühmte Maler Gall ait ist gestorben.
Land: und Forstwirthschaft.
Hamm, 18. November. (Köln. Ztg.) Der in der Kornzoll- frage von dem heute hier Versammclterz Ausschuß des Land- wirtbschaftlicben Provinzialoercrns _für Westffalczn und Lippe gefaßte, Beschluß spricht sich in wesqytitckyer Ueberemstuxmiuyg mit den entsprechenden Beschlüffcn dcs Wcstsaltschcn„Bauernveremo flxx eine erhebliche Erhöhung der Eingangszölle auf Getretdev und Mehl, die Einführung eines wirksamen 301123 für Getrexdr-Abfalle, welche als Futtermittel dienen, und die unveränderte Betbehaltuna „des Iden- titätSnachweises aus. In den an den' Rethstag und den Reichskanzler zu richtenden Eingaben soll nach ernem' [nfrage des Freiherrn von Schorlemcr-Alst b.“ onders darauf bingcwresen wcrdxn, daß man _von der Erhöhung der 6116 in erster Linie für den m_ittlern und Yemen Grundbesi wesentliche Vortheile voraussebe. Die" StaatSrcgterung war bei en Verhandlungen durch den Oher-Prasidcnten und die Regierungs-Präsidentcn von Münster und Minden Vertreten. '
ZWeibrücken, 18. November. (Köln. Ztg.) Etne gestern hier auf Anregung des nationalliberalen qulverems-Ausschuffes _ab- gehaltene Versammlung von Landwtrxben aus dem Retcbs- tagßwablkreisc Zweibrücken-Pirmascnd ertbeilte txach aus edebnten Verhandlungen bezüglich der Getreidezollcrbobung olgender Entschlicßung ihre Zustimmung: "
In Anbetracht, daß in Folge der Vervollkommnetcn'Bcforderungß- mittel zu Wasser und zu Lande sowie der dadurch vermittelten maffen- haften Einfuhr von ausländischem Getrelde und Mehl die Frucht-
reixe bereits so weitgesunxen find, daß die deutsche Landwirtb- : chat nur noch mit Verlust zu, erzeugen dermag, daß ferner ein 1weiterer! Sinken der Fruchtpretse zu bcfitrchtcn ttt, das den