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30,000 Thlr. 24 1000 Thlr.,
40,000 - 500 -
50,000 - . 100 -
15,000 - - 50 -
5,000 - - 25 -
' WFWT Thaler, „ „ „ nach dem anliegenden (a.) Schxina „auszuferttgen, mu Hulfe einer Kreisfteuer mit fünf Prozent jährlich zu verzmjzn und nach der durch das Loos zu bestimmenden Folgeordmmg 1ahrlich vom Jahre 1880 ab mit wenigsiens jährlich Einem Prozent des Kapitals unter Zuwachs der Zinsen von den gxtilgten Schuldverschreibungen zu amortifiren sind , durch gegmwärtiges Privilegium Unsere landes- herrliche Genehmigung mit der rechtlichen Wirkung ertheilen, daß ein jeder Inhaber dieser Obligationen die daraus hervorgehxnden Rechte, ohne die Uebertragung dcs Eigenthums nachweisen zu durfen, geltend zu machen befugt ist. . ' Das vorstehende Privilegium, welches Wir vorbehaltlich der
RWß-Dritter ertheilen und wodurch für die Befriedigung der In- haber dcr Obligationen eine Gewährleistung Seitens des Staats
händigung der neuen Zinscoupons-Serie 91) den Inhaber der Schuld- verschreibung, sofern deren Vorzeigung rechtzeitig geschehxn ist.
Zur Sichexheit dex hierdurch eingegangenen Verpflichtungen haftet der Kreis mit seinem Vermögen. . 4, -
Dessen zu Urkunde haben wir diese Ausfertigung unter unserer Unter. schrift ertheilt.
Gerdauen. den „„im .......... 18... . '
Die ständische Kommission für den Chausseebau tm Gerdauec Kreise.
Provinz Preußen. Regierungsbezirk Köyigsberg.
Erster (bis ..... ) Zinscoupon zu der Kreis-Obltgatton des Gerdauer Kreises.
Nr. ...... über ..... Thaler zu fünf Prozent Zinsen
über ..... Thaler ..... Silbergroschen.
Der Inhaber dieses Zins-Coupons empfängt gegen dessen Rückgab€ am ..ien ........ 18.. und späterhin die Zinsen der vorbenannten Kreis" Obligation für das Halbjahr vom ............. bis ...... . ......... mit (in Buchstaben) ..... Thalern ..... Silbergroschen bei der Krets-Kommunal- Kaffe zu Gecdauen. * Gerdauen, den . „ten .......... 18, „„ .“ Die ständische Kreis-Kommisfion für den Chauffccbau im Gerdauer Kretqe. Dieser Zins - Coupon ist ungültig, wenn dessen Geldbetrag nicht innerhalb vier Jahren,
[.itir.
nicht übernommen wird, ist durch die Geseß-Sammlung zur allge- meinen Kenntniß zu bringen. . " . . Urkundlich unter Unserer Höchstergenhandigen Unterschrift und
beigedxucktem Königlicher: Jnfiegel. __ Gegeben Berlin, den 18. Juni 1866.
([.. Z.) TIiihelm.
von der Heydt. Graf von Jhrnplih. Graf zu Eulenburg.
3.
Provinz Preußen. Regierungsbezirk Königsberg. Obligation des Gerdauer Kreises. biin", NY ....... _ über ........... ... Thaler Preußiich Courant.
Auf Grund der unterm .................. bestätigten Kreistags-Be- schlüsse vom 17. März und ,29-November 1864 wegen Aufnahme einer Schuld bis zum Bettage von 140,000 Thal-ern bekennt fiel) die ständische ,Kymm-isfion für ,denChausseebau des Gerdauer Kreises, Namens des Kreises, durchdiese, für jeden Inhaber gültigx , Seitens des Gläubigers ankünd- barx Verschreibung zu einer Darlehnssehuld von .......... Thlrn, in Buch- staben von .......... Thalern, Preußisch Courant, welcher Betrag von den Kreis baar gezahlt worden und mit fünf Prozent jährlich zu verzinsen ist.
Die Rückzahlung der kontrahirten Schuld geschieht vom Jahre 1880 ab a-llmäl-ig aus „einem, zudiesem Behufe gebildeten Tilgungsfonds von wenigstens. Einem Prozent desga-nzen Kapitals jährlich unter Zuwachs der Zinsgy von den getilgten Schxxldverschreibungen.
Die Fh; xordnungder Einlösung der Schuldverschreibungcn wird durch das Loos be'sJimmt. Die Außloosung erfolgt vom Jahre 1880 ab in dem Monate Februar jedes Jahres. Der Kreis behält fich jedoch das Recht vor, den Tiigungsfonds durch größere Ausloosungen zu verstärken, so wie sättimtliohe noch umlaufende Schuldverschreibungen zu kündigen. Die aus- geloosten, so wie die gexündigteu Schuldverschreibungen werden unter Be- zeichnung ihrer Buchstaben, Nummern und Beträge, so wie des Termins- an welchcm die Rückzahlung erfolgen soll, öffentlich bekannt gemacht. Diese Bekanntmachung erfolgt sechs, drei, zwei und einen Monat vor dem Zab- lungs-Tetmine im Staats-Anzeiger, in dem leisblatte der Königlichen Regierung zu Königsberg und im Gerdauer Kreisblaite.
Bis 'zu dem Tage, wo solchergesialt das Kapital zu entrichten ist, wird es in halbjährlichen Terminen, am 24. Juni bis 2. Juli und am 28. Dezem- ber bis 6. Januar jeden Sabresxxygheute an gerechnet , mit fünf Prozent Jährlich, in gleicher Münz orte mit jenem verzinset.
Die Auszahlung der insen und des Kapitals erfolgt gegen bloße Rückgabe der ausgegebenen ins-Coupons, beziehungsweise dieser Schuldver- schreibupg, bei der Kreis-Kommunal-Kasse in Gerdauen- und zwar auch in der nach dem Eintritt des Fälligkeitsiermins folgenden Zeit.
- Mit der zur »Empfangnahme des Kapitals präseniirien- Schuldverschrei- bung find auch die dazu_ e_hörigen Zins- Coupons der späteren Fälligkeits- Termine zurückzulicfern. Für die fehlenden Zins-Coupons wird der Betrag vom Kapitale abgezogen.
Die gekündigten Kapitalbeträge, welche innerhalb dreißig Jahren nach dem Rückzahlungs-Termine nicht erhoben werden, so wie die innerhalb vier Jahren, vom beia-Uf „dcs Kalenderjahxes der Fälligkeit ab gerechnet, nicht erhobenen Zinsen, verjähren zu Gunsten des Kreises.
DaS; Aufgebot und die Amorzxisation verlorener oder, pernichteter Schuld- vehfchrxibungen erfoiginach€Loxschrist der AUgemeincn (Heyichis-Ordnung Thxii [. Titel 51, „120 sec]. bei dem Königlichen Kreisgerichte zu Wehlau.
Zins-Coypon können weder aufgeboten, noch amortifirt werden. Doch soli _,demjen'_ en„ welcher den Verlust _von Zins- Coupons vor Ablauf der MM rigen _ erjährungsfxifi bei der Kreis-Verwaltung anmeldet und den fia g'eha'btex't 'Besiß- der Zins-Coupons durch Vorzeigung der Schuldverfchrei- buiig', oder svnsi in *glaubhafter-Weise darthut, nachAblauf dev Verjährungs- friß der “Betrag «der angemeldeten und bis dahin nicht vorgekommenen Zinst-oupous .gegen Quittung „ausgezahlt werden.
_Mitzzdieser Schuldberschxxibuyg smd ...... halbjährige Zins-Coupons bis,.zum, Schlussedes Jahresl1870 ausgegeben. „Für die weitere Zeit aver- den Zins-Coupdns auf sunfjährige Perioden ausgegeben.
Die Ausgabe, einer „neuxn Zinscoupons-Serie erfolgt bei der Kreis-
vom Ablauf des Kalenderjahres der Fälligkeit an gerechnet, erhoben wird.
„___ _ „._.-......- --
Provinz Preußen. Rigicrungsbezirk Königsberg. T a l o n
zur Kreis-Obligation des Gerdaucr Kreises. Der Inhaber dieses Talons empfängt gegcn dessen Rüchgabe zu
der Obligation des Gcrdauer Kreises
bittr. ..... Nr. ..... über ..... Thalcr ä fünf Prozent Zinsen,
die ..te Serie Zins -Coupons fiir die fünf Jahre 18.. bis 18.. bei der Kreis Kommunal-Kasse zu Gerdamn, nach Maßgabe der diesfälligcn, in dcr Obligation enthaltenen Vefiimnxungen.
Gerdauen, den ..tcn .......... . .. , , Die ständische Kreis-Kommiifion für den Chausseebau im Gerdauer Kreise.
Haupt-Verwaltung der Staatsschulden.
Bekanntmachung, betreffend die Ersaßleistung für die präkludirten Kassen -Linwei/sungen von 1835 und Darlehns- Kassenscheine.
Durch unsere wiederholt veröffentlichtenBekanntmachungen find die Befißer von Kaffcn-Anweisungen von 1835 und von Darlehns- Kaffenschcinen von 1848 aufgefordert, solche behufs dcr Ersaylcistung an die Kontrolle der Staatspapicre hierselbst, Oranienftraße 92, oder an eine der Königlichen Regierungs-Hauptkaffen einzureichen.
Da dcssenungeachtet ein großer Theil dieser Papiere nicht einge- gangen ist, so werden die Befiher derselben nochmals an deren Ein- reichung erinnert. Zugleich Werden diejenigen Personen, welche der- glcichen Papiere nach dem Ablaufs des auf den 1. Juli 1855 fest- geseht gewesenen, durch das Gcseh vom 15. April 1857 unwirksam gemachten Präklusivtermins an uns, die Kontrolle der Staatspapiere oder die Provinzial-, Kreis- oder Lokal-Kassen„abgeliefcrt und den Ersay dafür noch nicht empfangen haben, wiederholt veranlaßt, solchen bei der Kontrolle der Staatspapiere oder bei einer der Regierungs- Hauptkaffengegen Rückgabe der ihnen ertheilten Empfangscheine oder Bescheide in Empfang zu nehmen.
Berlin, den 21, April 1863.
Haupt-Verwaltung der Staatsschulden. von Wedel]. Gamet. Löwe. Meinecke.
Amtliche Nachrichten vom Kriegsschauplaya
Berlin, 7. Juli. Der nachstehende amtliche Bericht über die Thätigkeit des Detachements Stolberg bringt eine zuver- lässige Darstellung der Vorgänge, über welche bisher viele theils ungenaue, theils zusannncnhangSiose Miitheilungen in die Oeffent- lichkeit gelangt find.
*Vor Beginn der Feindseligkeiten war auf Befebl des König- lichen Ober-Kommandos der zweiten Armee, die Grenze scharf zu bewachen, die Dislocation der diesseitigenTruppender-artig getroffen, daß innerhalb zwei Stunden das Detachemcnt, in und um-Niéolai concentrirt, ein Gefecht annehmen konnte. Starke Vorposten w§1ren bei Myslowiß und Berun vorgeschoben, um die Przemza-Uebergange zu bewachen. Die südliche Landesgrenze von Wohlau bis zur Oder beobachtete ein Eclaircur-Corps von 10 Offizieren und 40 ausgesuch- ten Pferden der sechsten Landwehr-KabaUerie-Brigade.. ,
Am 21, Juni Nachmittags wurde die Kriegserklärung m Oswiecim überreicht. Am selben Tage gingen,.behufs Ausführung des Befehls des Königlichen Ober-Kommandos, die Eisenbahn zwischen Oderberg und Oswiecim zu zerstören, 1 Compagnie Infanterie, 1 Compagnie Jäger und 1 Abtheilung Pioniere auf 65 Wagen
Kommunal-Kasse zu Gerdauen, gegen Ablieferung des der älterén Zinscoupons- Serie beigedruckten Talons. Beim Verluste des Talons erfolgt die Aus-
nach-Sohrau,-wohin schon früher vonOrzesthe ai's 2 Eandrons
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Husarenbeordert waren. Von Sohrau rückten genannte Truppen am 22. 4'5 Uhr früh gegen die österreichische Grenze nach Pilgrams- dorf aus, mit dem Vorhaben, den Eisenbahn-Viaduft bei Pruchna zu sprengen.
. Als die Infanterie, die Jäger und Pioniere dort angekommen waren, ging die Avantgarde, 1 Zug Jäger und 1 Zug Infanterie, vor, durchsuchte den an der Eisenbahn liegenden Wald , überschritt die Eisenbahn und klärte das jcnscitige Terrain aus.
Nachdem die Pioniere 2 Pulversäcke Zi 5 Ctr. unter dem Bogen dcs Viadukis aufgssiellt hatten, warden diese angezündet. Die erste Explosion zeigte fich als erfolglos , bei dcr ziveiten erhielt der eine Pfeiler einen Sprung von ca. 4 Zoll Breite von oben bis unten, so daß die Brücke für die nächste Zeit als unfahrbar betrachtet wer- den kann.
Zugleich Wurden von Patrouillen 2 Hos brückcn in Brand ge- steckt, die Telegraphenstaugen und Drähte 3er ört und die Schienen an verschiedencn Stellen aufgerissen. Das Detachement verließ hierauf Pilgradeorf und ward in derselben Weise, wie es gekommen, zuriick- befördert.
In Folge des Eingangs der Depesche vom Königlichen Ober- Kommando, welche den Abzug der schlesischen Armee nach Westen mittheilte, fand am 25sien eine Besprechung der Generale Graf zu Stolberg Und von Knobelsdorf in Nendza statt. Dieselbe fiihrte zu dem Uebereinkommen, Z Escadrons Husaren gegen 2 Compagnieen Füsiliere und 2 gezogene Geschühe auszutauschen. Lehtcrc Truppen trafen am Abend des 25sicn in Nicolai ein.
Am 25sicn und 26sien fanden österreichische Rekognoszirungen unter spezielier Führung des Genercils Trentinaglia gegen Zabrzeg und Neu-Bernn statt, 1Vklchc ailcin den Zweck hallen, den Bahn- hof von Neu-Berim, die Zollhc'iuser und das Dorf Zabrzeg math- willig zu demoliren, resp. abzubrenuen, was einen Schaden von etwa 20,000 Thlr. Verursachtc.
Um fich durch eine gewaltsame Refognoszirung von der Stärke drs in Oswiccim stehenden JciUdks zu überzeugen, war bereits am Morgen des 26. die am 27. ausgeführte Unternehmung beschlossen, als am Nachmittage des nämlichen Tages der Befehl vom König- licbcn Oberkommando einging, Unternehmnngcn ins feindlicheGebiet zu machen.
Nach dem Gefecht wnrde Lieutenant Graf v. d. Recke als Par- lamentair zum General Trentinaglia nach Oswiecim geschickt, um die Auslieferung unserer Todien zu beantragen, was jedoch mit dem Versprechen abgelehnt ward, ihnen ein ehrenvvlles Bcgräbniß zu bestellen.
Da man am 28. einen Angriff des verstärkten Feindes auf Nicolai erwarten konnte, so wurde dem General-Major v. Knobels- dorf die militairische Situation des diiffcitigen Detachements tele- graphisck) mitgetheilt und der General noch am Abend deffelben Tagcs dadurch veranlaßt, fich mit dem Detachcmsnt des Grafen Stolberg in Nicolai zu vereinigen,
Ein ernstlicher Angriff des Feimdss Ersoigie jedoch nicht, und Z beschränkte siuh disser auf Denwnstx'aiidncn gegen die Vorposten bei ?
Alt-Berun und Mhslowiß.
In “Folge eines durch Pariameniair überbrachten Briefes des Gesiemls Trentinaglia, welcher die Beerdigung Unserer Todten noti- fizirte, dic Ausliestiung dcs V1“. Friedländer aber verweigerte, Wurde Lieutenant von Wihleben ais Pariamentair nach Oswiecim und Chrzanow cntscndet. Derselbe iiberrkichtc dem General Trentinaglia ein Schreiben, das in Bezug auf die vcrjveigertc AuSliefcrung wie Folgt iaiitetc:
»Jn Bkkkéff des 1)» Friedländer erlane ich mir Ew. Excellenz mitzuiheiikn, daß derselbe auf speziellen Befehl seines Regiments- Commandeurs anf dem Schlachtfelde znriickgeblieben ist, um den gefallenen österreichischen Ulanen den dringend nöthigen, ersten ärztlichen Beistand zu leisten. Dies geschah in dcr Erwartung, daß der ic. Friedländer als nenirale Person angesehen Werden würde, und in der kaolZimg eines Befehls Sr. Majeßät des Königs, meines erhabenen Hirrn, nach welchem die preußischen Truppen gemäß den in der Genfer Conyention von 1864 fiipu- lirten Grundsäßen zu verfahren haben, wenn auch Se. Majestät der Kaiser von Oesterreich dieser Convention noch iiicht bei- getreten sei.-
Eine Antwort hierauf ist biSher nicht erfolgt.
, Inzwischen hatte der Feind am 28stcn Abends die Stellung bci Oswiecim verlassen, die Eisenbabubriicke bei Breschkowiß und die Uebergänge bei Chclm zerstört und sich nach Chrzanow zurückgezo- gen. Da nunmehr fein feindlicher Angriff unmittelbar zu gewärti- gin stand, ging General- Major von Knobelsdorf am Z0sien mit seinen Truppen nach Ratibor zuriick.
Da behufs Formirung dcr 4.Batai[10neaufGrnnd der AKO. Dorp 25. d. Mts. zwei Bataillone der Landivehr nach Breslau und Neisse am 30. Juni abgingen, der Abmarsch der iibrigenBataillvne dex Brigade, von Gillhausen zu gleichcm chck bevorstand und eine feindliche Invasion bei Myslowiy Seitens der bei Chrzanow kon- zentrirten 6-7000 Mann starken Oesierreichkr durch die LandWehr- KavaUerie-Brigade und die Jäger-Compagni'e nicht verhindert Werden
konnte , marschirtcn am 2. Juli die fehlen Tru en na “ le ua“! durch Expeditionen nach Kenty, Biala, Biliß,ppSkotstlc)?1uP,Tße,s 'm und Umgegend die auf der Kaiserstraße gehenden Transporte an zu. ?„ekri'en UF, für die in Zabrzeg verübten GeWaltthätigkeitm Repréffa- te zu en.- *
. Berlin, 8. Juli. Neuere amtliche Nachrichten liegen hier m_chi vor. Die Telegraphenlinien in Böhnten werden durch öster- reichische Telegraphen- und Eisenbahn-Beämte, die sich im Lande umhertreiben, häufig unterbrochen. '
Nichtamtliches.
“Preußen. Berlin 8. uli. Aus it chin den .“u
Abends 8 Uhr, wird uns [),ericth: G s * , 3 I li,
" Nachdem Sue..Majcsiät der König sich heute fünf Uhr fruh zufden _sudltch von Horiß aufgestellten Truppen begeben hatie, hörte man hier um 8 Uhr den Kanonendonner eines sehr heftigen Gefechtes „beginnen, welcher bis ge en 12 Uhr an- daueite und um dtesx Zeit so hefti warde, da fich eine Schlacht ezrtwwkelt haben mußte, Von 1 bis ungefähr ZL Uhr trat eine Pquse ein, so daß man glaubte, es habe sich nur um em. ähnliches Gefecht wie bei Sichrow, Gitschin und Scaliß zwischen einzelnen Arn1cc-Corps gehandelt. Dann fing aber das Kanonenfeuer und zwar schon in größerer Entfernung wieder an imd dauerte„ wenn auch schwächer herübertönend , bis gegen 7 Uhr soit. Nachrichten kamen gar nicht, oder so unbestimmt und über- trieben, daß man ihnen keinen Glaubenschenken konnte. Gegcn4Uhr traf der Befehl ein, die Feld-Lazarethe vorzuse-nden, wie schon d'en ganzen Vormittag 15 Munitions-Kolonnen durch Gitschin vorge- zogen„1porden warezz. Man hörte wohl, das; die Schlacht lange haijtnacktg stand, daß Se. Majestät der König wiederholt selbst im scharfsten Feuer gewesen sei, da aber bis 8 Uhr Abends gar keine Nachrichten eintrafen, und selbst das Hauptquartier ohne Nachricht blieb, ob es nachkommen sollte, oder ob Se. Majestät der König zurückkommen würden, so begann eine besorgte Stimmung sich zu verbrei- ten.Gcgen5Uhr war auch Se.HoheitderHerzo g Ernst v onSachsen Coburg-Goxtha zu Pferde von Turnau her hier eingetroffen. Endlich um 8 Uhr Abends kam die telegraphische Depesche vom Kampfplaße scibft, welche sofort in der ganzen Stadt bekannt und von den Preußen mit unendlichem Jubel aufgenommen wurde, daß cinnglänzender Sieg nach hartem Kampfe bei König- grah, also beinahe zwei Meilen hinter dem" Anfangspuiikte dcr Schlacht, und zWar iiber die ganze österreichische Notd- Armee erfochten worden sei , daß die Verluste auf beiden Seiten sehr bedeutend und die erobßrten Trophäen der Zahl nach noch gar nicht zu übersehen seien, so wie daß im Augenblicke des Abgangs der Depesche die Verfolgung noch fortdaucre. Von den Details der-Schlacht konnte natüriich noch nichts bekannt sein, auch ijt Se.Ma1estät der König jeßt - 10 Uhr _ noch nicht vom Schkachtfclde zurückgekommen, und wird vielleicht in der Nähe der Siegcsftättc'übernachten. (J| geschehen.) Die Freude war besonders groß, daß die Truppen diesen glänzenden nnd vielleicht entscheiden- den Sieg unter den Augen des Königs erfochten und Allerhöchst- dersclbe selbst den Gang der Suhlacht geleitet. Eben fahren [ange Wagenkolonnen zum Abholen dcr Verwundeten auf das Schlacht- feld, und die Ankunft vieler Gefangenen ist angemeldet. Mit fieber- hafte'r Unruhe sieht man den Details dieses für Preußens Zukunff schwerwiegendcn Ereignisses entgegen,
- Aus Horih, 5. Juli, (Hauptquartier Sr. Majestät des Königs in Böhmen) wird uns mitgekheili: Da es nach Beendigung der vorgesirigen Schlacht und n'ach der Begegnung Sr. Majeßä'i des Königs mit Sr. Königlichen Hoheit dem Kronprinzen", Höchstwclcher Von seinem Königlichen Vater in Anerkennung des Erfolges der 11. Armee, auf dem Schkachtfelde den Orden ])0U1' ]S 1115.er erhalten hatte, - zu spät geworden war, um nach Gitschin in das am Morgen verlasseiie Hauptquartier zurück- zukehren, so geruhte Se. Majestät das Anerbieten des Prinzen Friedrich Karl Königliche Hoheit anzunehmen, und brcéchte die Nacht in dem Horißer Schlosse, dem Hauptquartier des Ober; Kommando's der 1. Armee, zu. Dienerschaft und Gepäck“ kamen, durch den Telegraphen berufen, erst am 4. 3 Uhr Morgens hier an. Im Laufe des 4. und auch noch heute, siellte es sich heraus, daß die Schlacht ,bei Königgräh sehr viel bedeutendere Resultate ge- habt, als man am Abende nach derselben und erst beim Beginnen der Verfolgung hatte übersehen können, wo gleichwohl die "erste Depesche iiber den Gewinn der Schlacht abgehen mußte. Die Zahl der Gefangenkn und zwar nur der gesunden, noch dienstfähigen, war gestern im Lane dss, Tages bereits auf 15,000 gestiegen, wurde aber durch heute früh eins gelaufene offizielle Verzeichnise noch um 4000 vermih'rt, so daß in diesem Augenblick 19,000 Mann aller Waffen und Grade konstatirt