1888 / 27 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 31 Jan 1888 18:00:01 GMT) scan diff

i en Stellen im Verhältniß u den ülfsarbeitem 16800 „44 zugksg t, ebenso dem Fonds zur emunenYung von ülfSarbeitern, wo «: er 13200 „ja wegen Umwandelung der Sie en in etals- ge ab eseht find. Zur Verstärkung der Arbeitskräfte sind in Fo ge der unabme der escbäfte bei dem Oher-VMaltunngericht aus Anlaß der Einführung des nxuen Geseßes m Westfalen rin der beborfiebenden Einführung in die Rheinprovinz u. A. 3 Ratbe in Aussicht genommen und dafür 29 700 976 m_,AnsaBßel-racbt, dagegen ist nach Ueberweisung eines Dienstgebäudxs fur das er-Venvaltungs- ericht die früher gezahlte Miethe mit 13000 „M 111 Wegfall ge- ommen. Auch bei der Remunerirung der Staydesbeamten ergiebt'sicb ein Minderbedarf von 5753 „;ck Für dix 17 Landratbe in _den neuen Kreisen treten 71400 «M, für die Kreissekretare 45 900 „,x, fur die Kretsbyten 15 810 .“ hinzu, au erdem im Ganzen21490,“ Wohnunfßgeldzus uffe, ferner 123191 „M ienstaufwands-Entschadtgyngen. D e Verwa tung der Polizei in Berlin wird durch 2_ oltzet-Hauptleute, 8 Polizei- Lieutenants, 2 Abtheilungs-Wachtmei ter, 1,6 Schußmanris-Wa t- meister und 100 SchuYänner vermehrt!" die Gehälter bixrfur e- tragen 286175 „M, die ohnungSg-ldzuscbusse 60 600 „ck Die Kosten der Polizeiverwaltung in den Provinzen erhöhen sich um 190 012 „js, die für die Land endarmerie um 168183 „M, die aügemeinen Aus- gaben im Jntere e der Polizei vermmdern fick) um 116 371 „M Der Wohlthätigkeitsfonds erhöht sich um 31 785 „ck ,

Zu einmaligen und außerordentlteben Auögaben sind in 5Positionen, darunter 3 für StrafansialtHbauten_ 75120094 (+ 191 574,34 ausgeworfen, darunter neu fur em Isolzrgebaude in Rawitsch 1. ate 90 000.76 und einen Crivertcrungsbau m Graudenz 1. Rate 125 000 «M 4

Die GesammtauSgabcn betragen 44 316 376 „;ck (+ 1 213 033 «M).

_ Die )(1. Kommission des Hauses der Abgeord- neten zur Vorberathung des Geseßentwturfs, brtrdffedd den Erlaß der Wittwen- und Waisengeidbeitxäge der unmittelbaren Staatsveamten, hat sich konstituirt und zu ihrem Vorsißenden den Abg. Brandenburg, zum Stel!- vertreter des Vorsißenden den Abg. Francke (Tondern), zum Schriftfü rer den Ab . Raemisck) und zum Stellvertreter des Schriftfü rers den A g. ])1'. Scheffer (Schlochau) gewählt.

_ Die Ansiedelungskommissi'on für _P'osen uiid Westpreußen hat einen ausführlichen Bericht über ihre Thätig- keit im Jahre 1887 erstattet. Demselben entnimmt die

„N. A. ZYX“: ' „Jm abre 1887 sind 27 Riiterguter und 13 'ielbsiandtge BauernwirthsÖastcn angekauft worden. Das_größtentbe1[s im Re- gierungsbezirk Bromberg gelegene Areal betrug insgesanxthGutSareal 14 835 ba mit einem Kaufpreise von 8719251 „xz, baUetltches Areal 575 118. zu 352080 «!k- Unter Hinzurechnung der „Erwerbungen aixs 1886 befanden fich Ende 1887 in fiskalischem BMI 27 260 ba mit einem Kaufpreise! von 15 833 576 „Fr., davon waren GutSareal 26 474 113. Noch im Jahre 1886 war für zwei Güter der An- siedelungsplan aufgestellt und genehmigt Worden. "Hierzu sind 1887 noch 27 bisher großwirtbschaftliäy betriebene; Guter getreten. bei denen die Besiedelung iheils durchgeführt, theils begonnen, theils iiur die planmäßige Bearbeitung vorbereitet ist._ Ueber 'dqs eigeytlicbx Ansiedelungsgeschäft erfahren wir, daß die Kommission keinerlei Schritte gethan hat, um BeWerber beranzrzziehen, und es war schon schwierig für sie, die aus eigener Initiative an sie hncrantretenden Wünsche zu befriedigen. In vielen Hunderten Von Folien wurden die aus fast allen Gegenden Deutschlands zugereist Kommenden 'Ne- werber in persönlichem Verkehr unterrichtet. „Es 1st erstaunlich“, heißt es in dem Bericht, „welch hohes Maß von aeFundem Urtbeil und klarem Blick oft bei diesen Unterredungrn von Mannern bekundet wurde, die der Klasse der einfachen ländlichen_Bevölkerung ange- hörten und die kaum je über die Flur des Hetmathdorfes hinaus- ekommen, zum ersten Male sich die hiesigen Verhaltnisse auf dem Lande angesehen hatten." Unter den Bewerbern des schriftlichen Ver- kehrs waren nach den von ihnen ausgefüllten Fragebogen 2482 Evan- elifche mit einem durchschnitilicben Yermögrn von 3584 „M.. 333 atholiken mit 2888 „M, 9 Mennoniten rnit 10 944 „16, 3 Juden mit 11667 „jk Durchschnitisvermögen Als Anwärter haben fick; für Resigüier 122, für kleinbäuerlichen Betrieb 2252, für Hand- werkerstellen mit Landwirthschaft 453 gemeldet. Aus dem Berichts- jahre sind 142 bindende Punktatzonen mrt Ansiedlcrn verblieben, auf Grund deren von dem Präsidenten demnächst der Zuschlag eriheilt wurde. Von besonders großem Interesse wird die Fest- stellung des finanziellen Resultats sein, welches bezüglich der Schad- losbaltung des Staats bei „den Anfiedelungen erreicht wird. Eine solche Berechnung läßt sich in jedem FaÜe machen, wenn die Ver- gebung des Gutes in vollem Umfange erfolgt, die Beträge für Bauten 2c., 3. B. Schulen, belegt find u. s. w. LeYeres ist noch in keinem Falle völlig geschrben. Von dxn 10 im erichtsjahre zur Besiedelung außgelegten Gütern sind bei vier neben vollständig abge- schlossener Besiedelung die'Baukosten aufs Sorgfältigste veranschlagt und die Bauten zum Theil “schon Unter den ?lnschlagspreifen ver- geben. Die hiernach auigrstellten Rechn_ung§abschlüff_e ergeben das überraschende, jedoch erfreuliche Facit, daß die Kolonimtion ohne er- hebliche Opfer an Kapital durchführbar ist. Selbst bei einer recht auskömmlicben Dotirung der neuen Gemeinden mit Schul- und Woblfahrtßeinrichtungen auf Kosten des Staats haben leßtere m-rr zwisckxen 4,73 0/0 und 7,18% gesÖWankt, und nicht unerhebliche Beträge smd zur Weiterverwendung in die durch das Gesetz aus- gewiesenen Fonds zurückgefLoffen.“

_ Ein Gläubiger, welcher von seinem Schuldner einen Wechsel nicht an ZahlunJSstatt, sondern zahlungshalber, also _nicht behufs Tilgung seiner Forderung, sondern behufs Befriedigung seiner Forderung aus der event. eingehenden Wechselsumnze, angenommen hat, ist nach einem Urtheil des Re1chSger1chts, 11. Civilfdnats vom 23. Dezember 11. J.,“ dennorh yerpflichtet, die wechyelrecHtlich erforderlichen Schritte ?ur Einziehung der „Wechselsumme Zu thun und überhaupt, alls er Kaufmann isi, hierbei die orgfalt eines ordentlichen

Kaufmanns anzuwenden. Vermag er nicht daYrZuthun, daß er

diese Pflicht hinfichxlich des nicht honorirten echsels erfülkt ha?), 10 kann er nicht seine ursprüngliche Forderung geltend ma en.

_,Am 26.Januar cr. hielt die KöniglicheAkademie- der Wissenschcxften die öffentliche Sitzung zur Feier des Geburtstags Friedrich's des Großen. Der vorfißende Sekretar, „Hr. Curtius, eröffnete die Sißung, welcher der Staats-Mmrster Dr. von Goßler und der General-Feldmarschall Graf von Molxke heiwohnten, mit einer Festrede und berichtete sodann überodie seit dem letzten Ja restaxkxe eingetretenen Ver- änderungen in dem Personalstande er 21 ademie.

.“ Durch T_od smd aus derselben aus eschieden: die ordent- lichen Mitglieder 'Hrrn. Eichler, Gutav Nobert Kithouff, das auswärtige, Mitglied Hr. August Friedri Pott in a e, die korrespondirenden Mitglieder der phy ikalisch-mat ema- tischen Klasse„ die Hrrn. G. Nosenhain in Köni sberg, ern-

ard Studer in Bern, J. B. Bousfingault in axis, G. Th.

echner in Leipzig 21. _de Barr) in Straßburg i. E. und die orrespondirenden itglreder dethilosophisch-historiéßhen Klasse, die rrn. A. Fr. Stenéler m reslau A. von eumont in Burt cheid, L. Stephan in St. Petersdurg.

* eu eingetreten ind als ordentliches Mitglied in der . .physiYaYY-mathemati eri Kla e Hr. K. Klein, als Ehren-

mitglie on Carlos anez in adrid. Als korrespondirende

MitÉlieder der p si alisclxmathematis en Klasse die Hrrn. E. chönfeld in onn, A. Krueger 11 Kiel, Nicolai von

“Nachbarrechtsxzeießes.

Kokscbarow in St. , ersbur , . Rosenbusch in Heidelber , Z. Zirkel in P“, (:*HduerrdH van Veneden in Lütticß,

. H. D. B In t in Utrecst; als korrespondirende Mit- glieder der iloWYÖ- iftorisäxen Klasse: die Hrrn. Zange- meister in ZMA g, raxiadio Isaia AScoli 1n„Mailand, Panagiotis abbadias in Mhen, Ingram Bywater in Oxford, Th. Zomolle in Paris.

terauf hielt Hr. Schmoüer einen Vortrgg über die Ein- führung der französischen Regieverwaitung im Jahre 1766 durch Friedrich 11.

. _ Den Kommunal-Landta der Kur'mark beschäf- tigte in seiner 5. Plenarsißung am 2 . d. M. der Bericht der beiden ständischen Deputirten bei der Hauptverwaltung der

“Staatsschulden über *die La e des Kurmärkischen Kriegs-

schuldenwesens. Danach verb ieben am Ende des Rechnungs= jahres 1887/88 der Kurmark noch zu tilgen 1 721 3024/14 Diese Tilgung wird am Ende des Jahres 1892 erfolgt sein. _ Im Uebri en beschloß der Landtag auf 25 Unterstüßungögesu e mildthäliger Vereine und Stiftungen. Fri 23 Fällen konnte den vorgetragenen Wünschen durch Be- w1l11_ungen aus dem ständischen DisPositionsfonds der Kur- mär ischen Hülfskaffe wenigstens theilweise entsprochen werden. Zwei „derartige Gesuche mußten abgelehnt werden; das eine, weil eine Nothlage nicht dargethan war, das andere, weil es der Be ründung entbehrte. Die dem Landtage vorliegenden Beschlu sachen sind hiermit erschöpft.

In der am d. M. abgehaltenen Schlußsißung des 60. Kommunal = Landtages gab der Vorsißende voii Nochow; Pleffow eine Uebersicht der in zehn- tägi er Session von dem Landtage erledigten (He- schä te. Danach sind 75 Sachen zur Verhandlung ge- kommen, von denen der 1. Ausschuß 23, der 11. 22 und der 111. 4, der ritterschaftliche Konvent 3 bearbeitet haben. Das Plenum hai aber über die von den 3 Ausschüssen berathrnen _72 Sachen „rn 6 Sißungen, der Konvent über die 3 Vorlagen 111 einer Sißun Beschluß gefaßt. Der Vorsitzende schloß den 60. Kommunal: andtag der Kurmark mit einem Hoch auf Se. Ma1estät den.Kaiser und König in welches die Versammlung mit begeistertem dreimaligem Ruf einstimmte.

, „_ Der Bevolxmächtigte zum Bundeßratl), Königlich sächsische Geheime Negierungs-Rath Vodel ist von hier wieder abgereist.

_ Der General-Lieutenant von Oppeln-Broni- kowski, bisher Commandeur der 3. Division, welcher kiirzlich um Gouverneur von Meß ernannt worden, ist aus diesem 'nlaß zur Abstattung persönlicher Meldungen von Stettin hier eingetroffen.

1_ Nach Schluß des Kursus bei der Artillerie- Schießschulx, hahen sich die zu demselben kommandirt gewesenen Offiziere in ihre resp. Garnisonen zurückbsgeben.

_ Als Aerzte haben sich niedergelassen die Herren: 131“. Goldfeld, ])1'. Ittmann, ])r. Lindner, ])r. Mannaberg, Pr. Perls, *sämmtli in Breslau, ])r. Hoven in Falkenstein 1. Taunus, ])r. Klin [er in Wiesbaden.

Potsdam, 30. Januar. (N. A. Ztg.) Am estrigen Sonntage vor dem Kirchgange verabschiedete Sich der isheri e Commrmd'eur des Garde: Zusaren-Regiments,Se. Königli e LOCLLU “der Prinz Wiélhelm, von dem Regiment, welches

ö stderselbe über zwei Jahre kommandirt hatte. Das Regiment war mit sämmtlichen Offizieren, Beamten und Mannschaften auf dem Kasernenhofe in offenem Carré auf-

rstelit. Der Prinz trat vor dasselbe hin, um in kurzer

nrede an die bisher von Ihm befrhligte TTUPPL Seinen Dank für den im Dienst bewiesenen treuen Pflichtrifer auszusprechen, für welchen dem NeiZinient zu verschiedrnen Malen auch die Anerkennung Sr. V ajestät des Kaisers und König?- zu Theil geworden sei. Mit der Bitte, das Regiment möge seinen bisheri en Commandeur nicht vergessen, spra Höchsiderselde die Ho fnung aus, das; Er von dsr Truppe au ferner nur Gutes hören werde. Er werde dem Regimrnt ach) Noch in Zukunft angehören und dessen Uniform weiter tragen.

Württemberg. Stuttgart, 26. Januar. (KarlSr. Ztg.) Die Kammer der Abgeordneten hat grstern, wie bereitstelrgraphisch berichtet, ihre Sißungen wieder eröffnet und mird morgen ihre auf eine Ta ung von 4_6 Wochen berechneten Arbeiten mit dem Aus?]ührnngsxieseß zu dem Reichsgeseß vom 5. Mai 1886 beginnen. Die Kammer der Standesherren beginnt mit der Berathung des von der Zweiten Kammer bereits erledigten ' _ . Der soeben erschiendne Kom- mrssropremchx bestätigt die frühere Nachricht, daß echebliche MemungSverschiedenheiien zwischen beiden Häusern si ergeben und das Gesetz in Folge dessen auch die Zweite Kammer-riochmals_eingehend beschäftigen wird. Ob die Kam- merri iii diesrr Session mit der vielbesprochenen V e r f as s u n g s = revision sick) zu bexchäftigen haben werden, ist noch ungewiß. Man nimmt ap, da vor den im Herbst stattfindenden Neu: wahlen noch xine prinzipielXe Entscheidung getroffen werden sol1e„um diese Frage nicht zum Gegenstand der Wahl- agitation „werden zu lassen, doch ist Alles, was die Blätter bisher über die, Angelegenheit gebracht haben, m_isicher ynd unzuverläslsig. _ Der Prinz und die Prinzessin Wi helm, welche seit einigen Woche11 den yon der verstorbenen Prinzessin Marie ererbten sogenannten W1lhelm§palast auch Prinzessinnenpalais genannt, M der. oberen Neckarstraße öezogen aben, veranstalteten gestern zur Einweihung der neu eingeri teten Räume einen großen Hofbag, zu dem gegen 600 Einladungen ergan en waren. Es war ein glänzendes Fest, das erste, das seit ahrzehnten in dem bisher von der still und zurückgezogen lebenden Schwester des Königs bewohnten prächtigen Bau veranstaltet wurde.

Bremen, 29. „Januar. (Wes-Ztg?) Nachdem der durch Beschluß drr Bürgerschaft vom 29 uni 10. J. genelZmigte- Vertrag zw1fchen Preußen und Bremen über die Korre tion der Ynterwefer bereits im Juli 11. J. von der Königlich

rxußischen Rx ierung wie auch von Seiten des Senats rati- ZUR worden 191, läßt der Senat nunmehr auch den zwischen

ldrnburg und Bremen unterm 22. November v. J. kommrssarikch verrinbarten Vertrag, welcher zugleich mit dem demse ben beigefügten Schlußprotokoll zulol e Schreibens des Großherzoglich oldenburgischen StaatS-M ni teriums vom _24. d. M. vom oldenburgischen Landtage genehmigt worden ist, Jer Bürgers chaf t zur verfassungsmäßigen Genehmigung zuge en.

' liche Urtheil einig in der

Oesterreiéh-Un m. Wien, 29. Januar. Dem Abendblatt“ wird gx chrieben: Die Regierung hat szjiaYäx Ursache, mit dem Eindruck zu "eden zu sein, den die von i bei Wiederzusammeytriti des bgeordnetenéauses eingebrachten Geseßvorlagen 111 der öffentlichen Me nung hervorgerufen haben. So verschiedenartige Materien auch den ein- schlägigen Entwürfen zu Grunde liegen _ die- selben betreffen das Heereswesen, die NechtSpflege, die Hochschulen und die Handels olitik _ so ist doch das öffent:

, nerkennung, daß die Regierung bestrebt war, den Bedürfxnffen des Staats in gleicher Weise Rechnung u tragen, wre den Wünschen und Bedürfnissen der vaöl erring. Jede einzelne iner Vorlagen ist das Ergebmß gewrffenhafter Prüfung, re flicher Ueberlegung und sorgfältißer Beachtung alLer emschlä igen Verhältnisse.

xi, 30. gnuzir. (Prag. Ab bl.) Die Verhandlungen des _1nanz- _1n1sters mit der durch die Ungarische Kreditbank vertretenen Finanzgruppe sind beendet, Hiernach werden demnächst 30 MiÜionen vierprozentiger ungarischer Goldrente emittirt.

Großbritannien und Irland. London, 28. Januar, (A. C.) Daß Orgaxiisations- Comité für das zu gründende Reichs-Jnstitut hielt gestern unter dem Präsidium de? Prinzen von Walxs im Marlborough-Houfe eine SLHUUJ 115 und beschloß, bei der Königin darum einzukommen, dem Jystrtut die Ne'cbte einer juristischen Person zu gewähren, Der mrt den Konnmssären der Weltausstellung von 1851 zu schließende Vertrag zur Abtretung von Grundstücken in Süd- Kensmgton, auf welchen das Reichs-Jnstitut erbaut werden sol], wurde an eine Unterkommission verwiesen. Der Bau wird iti Bälde beginnen.

,Die, Bildung eines Regiments berittener Infan- terie ist ]eZi volXendet, und es werden die aus den ver- schiedexirn englischen Tryppenkörpern genommenen Mannschaften am'néichsteri Dienstag 11n_,Lager von Aldershot zu einer zweimonatlichen Uedung eintreffen. Das neue Regiment wird der Kavallerie-Divismn des 1. Armee:Corps einverleibtwerden.

Der General:Postmeister Raikes äußerte sich gestern bei dem Jahresfestmahl der Handelskammer von Wolverhampton „Über die in Aussicht genommenen Re- formen im englischen Postdienst. Beim Abschluß der Kontrakte zur Beförderung der Post nach dem Orient sei bereits 1th eine Ersparnis; von 107000 Pfd. Sterl. erzielt wdrden und ständcn weitere Ersparnisse noch bevor. Bei der steigenden Bedeutung „der australischen Kolonien sei Sorge getragen, die' Postderbmdung regelmäßiger und schneller zu gestalten. Die Regrerung hoffe auch, im nächsten Jahre das Porto iiach Australien herabsetzen zu können. Er, der General- Posimeister, habe ferner bereits die Zustimmung des Schaß= amis erlangt, daß die Musterpost wieder eingerichtet werde und zwar mit berabgeseßtem Porto.

Aus qubay, vom 27. Januar, meldet ein Telegramm dds „Reuter'ickwn Bureaus“: Das indischeBudget für das Fiskalxahr 1888/89 wird wahrscheinlich am 25. März ver- öffentlicht werden., Mr. James Westland, der Finanz- sekretär, der indischen Regierung, hat im geseßgebenden Rath einen Entwurf ein ebracht, welcher emen Ein- fuhrzol1 von 5 Proz. au Petroleum beantragt. Er erklärte, daß die Finanzlage Indiens infolge der aus den Wechselcoursen entstehenden Verluste, der Außgahen fiir die Befestigung Indiens, der Kosten des Feld- zugs in Birma, des Rückgangs in dem Preise von Opium und drr'Abnahme dsr Einkünfte aueZ den Eisenbahnen eine undefricdigende sei. _ Die Stärke der im Khyberpasse statromrtsn Truppen soll um zwei Compagnien vermehrt werden, von denen _cine die alte Tataren-Noute nach Lundi Kotal eröffnen imd die_a11dere das Bazarthal überwachen soll.

Aus Indien Wird dem „Neuter'schen Bureau“ tole-

graphirt:

_ Calcutta, 30. Januar. Der erste Minister von Ncpal wird in Calcutta chir erwartet. Der Zweck seiner Reise ist, eine Unterredung mit dem Vize-König, Earl Duffcrin, zu haben. _ Der Mabaraxal) _vonX Jodbpur hat sich drr Mrgicrung er'botcn, 5 Jabra, lang eine Summe von 5 Lakbs Rupien als seinen Beitrag zu den Kosten'der Grenzweribeidigung zu zahlen.

Aus Birma meldet dasselbe Bureau:

Ma'ndalay, 28. Januar. Gestern Abend bestand eine Abthei- lixng britticber Soldaten etwa 20 Meilen von Myingyan ein glück- liches „(Gefecht mit Rebclkcn. Die Leßtcren Verloren 10 Todtr und vrch Vrrwundetc. Es briszt, daß die Bevölkerung gegen das weitere Vordringen der Simu-Abtheilnng ist und der Woontboo Tsawbwa sein Arußcrstes aufbieiet, den Erfolg der Mission in seinem Lande zu hindern. '

_,30. Januar. (W. T. B.) Der wegen aufrührerischsr Rdden m Armagh verhaftete katholische Priester Mac- faddnen NWZ Dunfanqgh wurde heute zu drei Monaten GeYangniß- verurtheiit, jrdock) bis zur anderweiten Ver- baxi lung beim Appeklgericht in Freiheit geseßt. _ Heute früh wurde der kath911sche Pfarrer Stephens wegen aufrührerischer Reden m Dunfanagl) verhaftet.

Frankreich. Paris, 28. Januar. (Fr. C.) Die Minister des Handels und des Ackerbaues unter- breiteten dem „heutigen Ministerrat die Frage der ?iegdelung der Einfuhr frischen Fleis es aus dem Aus- an e.

Die Abgg. Méline, Mérillon und Laroze haben nachstehenden G es 6 tz e n t w u r f eingebracht:

Art. ]., Die Abgeordneten Werden auf sechs Jahre gewählt und smd „alle drei Jahre zur Hälfte zu erneuern. Bei Beginn der ersten Sessiotz werden die Departements in zwei Serien elbeilt, die beide die gleiche Anngldon Abgeordneten haben. Die erie, welche nach der „ersten dreijabrigen Prriode zu erneuern ist, wird durch das Loos bestimmt'Werden. „Art. 2. Im Falle einer Auflösung Werden die zwei Seriendoüstaridig erneuert und die Departements der Serie, wel e als die erste zu erneuern War, werden die Serie bilden, die zuert mch Ablauf der dreijährigen Periode zu erneuern ist. Art. 3. Das vorliegende Gesetz wird bei den ersten allgemeinen Wahlen zur“ Anwmdrmg gelangen.

Did Vexrfammlung von Abgeordneten aller republikaxiis' en Gruppen, welch? das Programm eines republikam chen Einvernehmens prüfen sollte, hat be- schloYen, das Pro ramm der Arbeiten „anzunehmen, aus denen glle ragen artsge [offen werden sollen, die zur Spaltung in der republikanis en Kartei Ihren könnten.

_ 30. Januar. ( . T. .) Bei der im Departement Faute-Saöne stattgefundenen Nachwahl zur Deputirten- ammer wurde Mercier, Kandidat der Republikaner, mit „34000, Stimmen ewählt. Der konservative Gegen- kandrdal erhielt 27 000 timmen.

Ru land und Polen. St. Petersburg, 31.Januar. (W. T. .) Das „Journal de St. Pétersbourg“ erklärte

das Gerücht, daß die ' rgssische Gesandtschaft in Bukarest anlaßlich des mit „einem Stallknecht derselben vor- gekommdnen Zwrschqxifaüs ihre Beziehungen zu den rumänischeti Behorden eingestellt habe für gänz- lich unbegrirndet. Der Vorgang sei ohne je e Bedeutun , es seien bezüglich deSselben Erklärungen erbeten und ertbeit worden, darauf beschränke sich Alles, was vorgekommen sei.

Bezügl1ch,des Gerüchts von der Aufnahme einer neuen Anleihe, welche Rußland in Paris aufzunehmen beabsichtige, sagt der Börsenberichterstatter des „Journal de St. Pétersbmzrg“, es. sei „überflüssig, zu sagen, daß man das Gerücht als em unsinniges zu betrachten habe. Das„Jour- nal de St. Pétersbourg“ habe erst vor einigen Tagen die zu ergreifenden finanziellen Maßregeln dargelegt und innerhalb der wenigen seitdem ver-Xoffenen Tage fei sicherlich keine Aenderung in dieser BeziTeiÉunZ eingetreten.

- 31. Januar. . . B.) Der „Regierungs- Anzeiger“ meldet: Auf Befehl des Kaisers wurden am 6“. Oktober vorigen Jahres folgende acht Personen einer besonderen Session des Senats für Staats- verbrechen zur Aburtbeilung iiberwiesen: die Kleinbürger Orshich und “Petrowskij,. Kofaken-Kapitän Tschernow , Edelmann Alexandrin, Kleinbürger Ssigida nebst Frau, Beamtenfrau Trinitatskaja und Kleinbürgeriu Feodorowa. Dieselben waren angeklagt, einer geheimen revolutionären Vereinigung, die sich die Partei der „Narodjana Wolja“ nennt, beigetreten zu sdin und zum Zweck der; Verübung terroristischer Theilen Explosiv-Wurfgeschoffe aufbewahrt zu haben. Einige Angrklagte errichteten außerdem eine geheime Druckerei in Taganrog, welchc (111123. Januar des Jahres 1886 entdeckt wurde. Die Aburtheilung Orshich's mußte wegen Krankheit desselben vertagt werden; die übrigensrßben Angeklagten aber wurden von der obengenannten Behorde für schuldig befunden und zur Hinrichtng durch den Strazig verurtheilt, fiinf Angeklagten wurden Milderungsgründe ein- geräumt. Sechs Angeklagte reichten Begnadigu11gßgesuche _em. Schließlich begnadigte der Kaisrr' 9116 sieben Ari- geklaJte und zwar Pdtrowskij und SstZida zu ZwangSarbert auf un estimmte Zeit, Alexandrin zu ] Jähriger, Tirherpow zu 15 jähriger, die Fraurn Trinitatskagi zu '121ahr1ger, Ssigida und Feodorowa zu 8 jähriger Zwangsarbeit.

Italien. Rom, 30. Januar. (W. T. B.), Der Papst empfing heut? eineDeputarion dr? katholischen Vereins für soziale und ökono1ni1che Studien, darunter den Fürsten Löwenstein und die Grafen Pergen und Kuefstein, gefühit von dem Bischof von Lausanne, Mer- milldd, und bezeichnete den Zweck des Vereinß als emen uber: aus niißliclwn und seinen eigenen Anschauungen enisprrchen- den: Es sei nöthig, daß der Vatikan sick) immer Mit diesem ernsten Problem befasse, dessen Lösung nur in den katho- lischen Doktrinen zu finden sei. ,

Die „Tribuna“ kündigt cine neus Kreditforde- rung von 20 MiÜionen zu Rüstungszwecken für Afrika an. . ' _

_ 31. Januar. (W. T. B.) Amtlich wrrd bekannt ge- macht, das; Sahati mor en beseßt und das Haupt- quartier dahin verlegt wer en solX.

Türkei. Konstantinopel,28.Januar.„ ( rag.Abdbl.) Baron Hirsch reist demnächst ab, ohne daß em rran ement zu Stande gekommen wäre. Kiamil Pascha lehrtte es a , dem Arrangement zuzustimmen und beantragte die Entscheidung durch ein Scl)iedsxzericht. _ ,

_ 30. Januar. (W. T. V.) Uebrr die durch"__er11e11 türkischen Polizeibeamten in ngankys im frayzdnschen Konsulathgebäude erfolgte Verhaitun g emes franz of is chen StaatMngehörigen aus Algier meldet das Journal „Paris“: die Pforte habe eine strenge Untersuchung deS Vor- gangs anbefoblen. Der Contre:2ldmira[ „Obry, welcher die französischr Flottenabtheilung in den Gewä sern voii Smyrna be- frhligd, fei angewiesen worden, sick) mit dem anzerschiff „Vauban“ und 2 Avisos sofort nach Bsirut 511 begeben, iim den fran- zösischen Staathgehörigen bei etwaiger Erregtheitjder musel- männischen Bevölkerung zum Schutz zu dienen. Die„France“ sagt, die dem französischen Botschafter de Montebelldvon dem türkischen Minister des Auswärtigen _auSgedrückten Gesinnungen ließen annehmen, daß die Pforte mcbt zögern werde, dex Be- amten zu bestrafen, sobald desién Schuld sick) durch die em- geleitete Untersuchung heraussteilen sollte.

Schiveden und Norivegen. Stockholm, 27. Januar. Die in beiden Kammern drs Reichstages gestern ftattgehabten Generaldebaiten des Budgetvoranschlages fiir das Jahr 1889 sind wider Erwarten sehr ruhig veriaufen. ' Zn , der Ersten Kammer richtete nur Freiherr von Klmckowsirdxn emen Angriff gegen das Budget „des in den letzt'en' Zügen liegrnden Ministeriums“. Seiten?: der anwesenden MUzifter wyrdegedoch nicht darauf geantwortet, und die Kammer mies einstimm1g den Vudgetvoranschlag an den FinanzauSsÖuß. _ In "der Zemeiten Kammer wurden von den Abgg. _Wczldenstrom,

edelius und Brodin einige Ausstellungeri bezüglich der Er- träge aus der Stempelsteuer, der finaiizieilen Stellung der Königlichen Theater, der Tarife der Staaiseisenbahnen u. s. w. gemacht, die von dem Finanz-Minister, Freiherrn vox) Tadim und dem Minister des Innern, von Kru e11st1erna, 111 langeren Ausführungen widerlegt wurden., Die Vorlage wurde schließ- lick) (zusch von dieser Kammer einstimmig an den Finanzausschuß verwre en.

_ 30. Januar. (W. T. B.) Die Kronprinzessin ist" seit einigen Tagen unpäßlick) und muß'gegennxärtig das Bett hüten. Die le te Nacht verlief ziemlich ruhig. Das Leiden scheint gastris er Natur zu sein.

Amerika. New-York, 28. Januar. (21. C.) Einem Telegramm des „New:York Herald“ aus Washington zufolge werden wahrscheinlick) drei Wochen verstreichen, ehe die Tarifbill dem Finanzausschuss unterbreitet werden kann.

- Es heißt: der Ausfchuß werde auf der freien/Einfuhr von

Holz bestehen.

Zeitungsstimmen.

Das ultramontane Münchener „Fremdenblatt“ bringt eine us rift „aus Reichstagskreisen“, welche für Annahme der I ove e zum Sozialistengeseß durch das Ceritrum plaidirt. Die Expatriirung freilich hat jedoch den Beifau des Em- senders nicht.

,Das; die politische Polizei eines Landed, welche dezi anar iftischen und sozialdemokratischen Umtrieben auf die

“Spur kommen soll, fich eines ganz besonderen Apparats dazu

bedienenmuß“, erkxärtder „Hamburgische Corre spondent“ für selbstverständlich und fährt fort: . '

Wenn d e Gesinnung enofsen des Hrn. Singer bewiesen haben werden, daß die deutsche ozialdemokratte keine Berührungspunkte mit den Anarchisten hat, dann werden auch Außnahmema regeln nicht mehr nothwendig sein. Die Herren, welche der „rot en Fahne“ folgen, erklären aber bei jeder Gelegenheit aufs, Nrue, daß der Um- sturz der bestehenden staatlichen Ordnung das Ziel tbrer Bestrebungen Lei, fie erkennen nichts an, qu der Staat zyr Besserung der Lage

er arbeitenden Klassen unternimmt, sie, sehen in qllen sozial-reforma-

torischen Maßnahmen nur eine .kärglrche" Erweiterung der Armen- pflege, sie brüsten fich damit das Wort „Y_atrrlandsLefübl“' aus ihrem Lexikon gestrichen zu haben, sie find unablasfig bemubt, die Bevölke- rung gegen die Staatßgewalt aufzuFeHxn, und dann Verlangen sie, von der politischen Polizei mit Glacé anosckZuhen 'anZFfaßt zu, werden. Wenn es noch erforderlich gewesen" ware, dre oi wendrgkeit des Sozialistengeseyes nachzuweisen, so ware das durch die gestrige Rede des Sozialdemokraten Singer geschehen.

Die „Konxervative Correspondenz“ bespricht das- selbe Thema un erklärt:

Das Einzige, was auf "".s Eindruck machen kön'nte, wäre also die Behauptung und der Beweis, daß aÜe die am Freitag im Reichs- tage genannten und sonst bekannten Arxarcbtsten eben solche Schau- spieler und in Wahrheit von den Regigrunch zu dem Zweck, dem friedlichen Bürger „gruselig“ zu machen, oeza lie Subjekte sind. Ist diese Behauptung aber unsinnig, strtd Weder die revvlujionären Rede- wendungen eines Singer, Bebel, Liebknecht, noch die anarchistischen Thaten cines ReinSdorff, Stellmacher 2c. Komödie, dann ist auch die NotHWendigkeit erwiesen, diese Umsturzpropaganda, ym ihren An- schlägen rechtzeitig vorbeugen zu könnxn, mit jedem sick) darbietend-sn Polizeimittel unter scharfer Observation 3," halten, und dann ist die Art und Weise, wie die „Naimnal-Zertung' diese Dinge und die Singer'schen Enthüllungen bespricht, em Akt unverzeihlicher Parkei- nabme für die Feinde der bestehenden Staats- und GeseÜschafts- ordnung gegenüber der Regierung.

In einem Artikel “PÜWFÜ. der Wehrpflicht“ unter- suchen die „Hambyrger N11 richten“ die Chancen der Wehrvorlage, konstatiren, daß die Annahme derselben tro „der Höhe der Kosten dinem ernstlichen Zweifel n1cht unter iege, und betonen hierbei: _

Auch diejenigen Parteien des Reichstages, Welche fick) sonst aÜen militärischen Forderungen gegenüber ablehnend verhalten, scheinen be- greifen zu wollen, daß die dieSmal geplante Erhöhung der Wehrkrast insofern eine höchst befriedigende genannt werdrn muß, weil sie, ohne den Militär-Ctat höher zu belasten, dennoch für„den KriegsfaÜ eine derartige Steigerung der militärischen Leistungsfaßigkeit des Reichs garantirt, wie sie auf anderem Wege sclbst bei viel höheren Kosten nicht zu erreichen wäre. Es ist durchaus zutreffend, Wenn zur Em- pfehlung derVor1age gesagt wird, daß jede agdere Art der Anspannung der militärischen Kräfte des Reichs dcn Friedens-Etat in höherem Maße belasten, der Kriegsstärke aber in' geringerem Grade zu Gute kommen würde. Folglich wird der Patriotismus auch noch von der Klugheit unterstüßt,_ und die Vorlage, trois der 300 Millionen, die ihre Ausführung kostet, und troxz des Fehlens der Versicherung, daß damit di:: Sache abgeschlossen sei, angenommen werden.

_ „Die Werkstatt, Meister Konrad's Wochenzeitung“,

bemerkt zu der Wehrvorlage in ihrer drastischen Weise:

200 Miüionen Mark sol] das neue Landsturmgeseß dem deutschen Volk kosten, So viel verlangt der KrießßMinister, um die Landwehr- leuie anständig bekleiden und gehörig ewaffnen zu können._ Das ist freilich kloisig viel Geld und kostßt 8 MiÜionen Mark Zinsen, im Jahre. Es 11th aber nichts es muß in den saueren Avfel gebissen werden! Denn ebe wir zulä en," daß die Kosaken und Kirgisen ihre Gäule in der Elbe tränken, lieber den leßten Groschen dabingegeben!

_ Die „Ddutfche Hutmacher-Zeitung“ schreibt über das humanitäre Moment in den Grundzügen zur Alters: und Invalidenversorgung:

Bei den stattgefundenen Erörterun en der Grundzüge zur Alters- und Juvalidenvcrsorgrmg hat man ckck bisher lediglich auf das materirlLe Momrnt erstreckt, während das in denselben ebenfalls ent- haltene rein humanitäre Moment keine Berücksichtigung gefunden hat.

Man wird sich daran erinnern, das;, lange bevor das Unfallver- ücherung§geseß zu Stande gekommen war, vielfach an die verbündeten Regierungen die Aufforderung gerichtet wurde, es möchte auf dem Wege der Geseßgebung irgend ctivas zur Verhütung der in den Fabriken vorkommenden und Leben sowie Gesundheit der Arbeiter bedrohenden Unfälle geschehen. Es wurde deshalb im Jahre 1881 eine Sachwerständigenkommission einberufen, welcbe fick) in eingehender Berathung mit der Materie beschäftigte. Je Weiter mau jsdock) auf diesem Gebiet vorschritt, um so lebhafter drängte sich allen beiheiligten Kreisen die Ueberzeugung auf, daß auf dem Wige einheitlicher Geseygcbung diese Seite des Arbeiterschußrs nicht geregelt werden könnte, ohne das; man auf die einschneidendkie und gefährlichste Weise in die Vcrßältniffe der einzelnen Industrie- zweige eingreifen müßte. Man zog es deshalb vor, die Unfallverhütung als eine lediglich den einzelnen Jnd11strtebranchen zufallende Aufgabe zu erklären, und bestimmte in richtiger Würdigung der Thatsache, daß man, um hier Erfolge zu erzielen, das materielle Interesse der Betriebßunter- nehmer engagiren müßte, durch die §§. 78 u. .des Unfallversicherungs-

eseßes vom 6. Juli 1884, es soUte den erungenossenscbaften die efugniß crtbeiit sein, zur Verhüxnng von UniäÜen, deren finanziekle Folgen ch lediglich von den BetrrebSunternebmern getragen werden, mit Vor1chriften vorzugehen, Welche sich auf die ganzen ihnen unter- steÜten Bezirke oder auf einzelne Industriezweige oder Betriebsarten erstrecken dürften. Der Erfolg hat gezeigt, daß man damit die MMX Bahn betreten hatte. ' ine diesen Paragraphen des"Unfallversicherungsgescßes analoge Besiimmun enthalten die Grundzuge zur Alters- und Jnvalidenver- sicherung. unkt 40 derselben besagt daß die in Aussicht genom- menen Veréichrrungsansialten Vorschriften zur Verhütung Von Krank- Heiten erla sen dürfen. Wie mit ,der modernen Art und Weise des industrieÜen und zu einem großen Theil auch bereits des landwirtbschafi- lichen Betriebes Unfallgefahren untreizixbczr Verbunden find, so hat sich auch aufGrund der" von unserer, med1z1n1schenWiffenschaft anÜeftellten Forschungen ergeben, daß es eme ganze Reihe spezifi cher rbeiter- krankheiten giebt die als Folge der Beschäftrgungßart anzusehenqfind; Da diese Kranköeiten eine frühere als die normale Invaliditat bet den von ihnen betroffenen Arbeitern herbeifubren, so werden die- Ver- sicherungsanstalten das größte Interesse_darag haben, dieselben auf das nun einmal nicht zu beseitigende Mmimatmaß u beschränken, und dieser Thätigkeit darf ein um so größerer rfolg in Aussicht gesteth werden, als bei der Alters- und „Invalidenverficherung, nicht wie bei der Unfallversicberung der Arbeit eber allein, sondern auch der Arbeiter und das Reich finanziell mZeres rt sind. Man sixht, auch in humanitärer Hinsicht eriZffnet sich fur die Zukunft ein weites Feld der Thätigkeit, und gerade in dem Umstand, daß unsere sozial- politische GeseLgebung in meisterhafter Weise es versteht, humane Bestrebungen urch materielle Interes'jen anzure en und aufrecht zu erhalten, ten wir mit eine der egensreicbßten Folgen erblicken, welche mit die er Gesetzgebung verbunden sind.

Land- und Forstwirthfthaft-

London, 27. Januar. (A. C.) Der Lord-Stattbalter empfing Yestern die Ackerbausiatistik von Irland für das vergangene abr. Nack) derselben hat gegen das Vorjahr der Anbau von Weizen um 2365 Acres, der von Hafer um 6929, der von Gerste um 19 429 und der von Kartoffeln um 2908 Acres abgenommen. Mehr wurden

“dagegen bebaut 800 Acres mit Rüben, 4320 mit Mangel

[, 2394 Acres mit Flachs und 4909 Acres mebr wurden als W und be- nutzt. Die Ernte des vergangenen Jahres war keine &ute und ergab gegen den Durchschnittßertrag der Dekade 681039 ntner Weizen, 3195066 Centner Hafer und 1064 993 Centner Gerste weniger. Kartoffeln wurden 95 748 Centner mehr geerntet.

Sanitäts-, Veterinär- und Quarantänewesen.

Oesterreich-Ungarn; Das Königlich ungarische Ministerium fur Ackerbau, Industrie und Handel hat mit Verfügung votzi 15. Januar 1888 die seiner Leit gegen Provenienzen aus Italien angeordneten Quarantane- Maßregeln sammtlicb aufgeb-ZFlZen.ßl d 11 an . Zufolge einer Anordnung des General-Gouoemerxrs von Odessa sind auf dem Festlande Italien nunmehr alle Quarantcrne-Maßregeln für diejenigen Schiffe aufgehoben worden, _ welche die Hzifen des italienischen Festlandes und die Inseln Sardinien und Sizilien nach dem 30. Dezember (alten Stils) 1887 verlaffen haben. vpern.

Zufolge Verfügung der Lokalregierung' der Insel vaern sind die seiner Zeit gegen Provenienzen aus Sizilien und Malta ver- hängten Quarantänemaßregeln („R.-A.' Nr. 196 und 204 vom 23. August und 1. September 1887) nunmehr aufgehobrn und durch eine ärztliche Untersuchung erseßt worden.

Gewerbe und Handel.

Der Einlösungs - Cours für die hier zahlbaren „Oester- reichischen Silber-Coupons ist auf 160 „M 7543 fur 100Fl. österreichisches Silber erhöht worden. . _

_ Der Aufsichtsrat!) der Pommerschen Eiiengteßerei und Maschinenbau-Anstali Hat beschlosjen, der zmchsten ordent- lichen Generalversammlung die Vertheilung einer Dividende von 0/0 für das (GeschäftsjaHr 1887 in Vorschlag zu bringen. Dieses RZsirliat ist nicht außergewöhnlichen Einnahmen, sondern dem regelmaßigen Geschäftsgang zu verdanken.

_ Dem Gesckéäftsberickü der Kieler Bank fur1887 entnehmen wir Folgendes: Dcr Bruttogewinn stellte fick) auf 102 315 „% Nach Abzu der Unkosten, drr Abschreibung auf Jnven1ar und statuien- gemäJer Verwendung für Re1ervefonds und Tanttéme verbleibezi 54 374 «;ck zur Verfügung , von welchem Betrage 54000 5444 rmt 21,60 „xe. pro Aktie = 90/0 vertbeilt und der Rest dem Spezial- ReserVLfonds überwiesen werden sollen.

_ Die Nr.5 (1888) des „Gewerbeblatts ausWürttem- berg“, herauSgegeben von der Königlichen Centralsteue für Gewerbe und Handel, hat folgenden Inhalt: Gefahren des Fiillofen-Fruernsvüber Nacht. _ Verschiedene Mittheilungen.'_ Entscheidung des Re1ch6ger1chts, _ Leistungen der Modrllirwerkstaite der K. CentralsteÜe vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1887. _ Reichs-Patentc von Erfindern aus Wür1temberg. (Patent-Anmxldungen. Patent-Ertbeilungcn.) _ Ankündigung. '

_ Die .New-Yorker Hdls. - Ztg.“ schreibt unter dem

große Strike an der Pbiladrlpbia & Reading ist noch immer nicht beigelegt, und je t droht auck) ein Ausstand der Arbeiter m den Spinne- reien von Fall iver. Dabei geben die EisenWerke, in Anbetracht des in den leßten Monaten eingetretenen Preisrückgangs, mit der Ab- ficbt um, ihren Angesteilten eine Lobnreduktion von 10% vdrzu- schlagen. Unter diesen Umständen, die über kurz oder lang ihren Einfluß auf alis Industrien und Geschäftßzweige geltend maxhen müssen, wird die ziemlich verbreitete Erwartung, daß eine Periode frischer Prosperität für die Vereinigten Staaten im Anzuge fei, wieder sehr fraglich. Das Geschäft am Waaren: und Pro- duktenmarkt hat im AÜgemeinen keine Befriedigung gegeden; dcr Ausfali im Export ist ein bedeutender, und die merkten Artikel befanden sich in rückgängiger Bngung. Von Brotstof en ging Weizen langsam aber unaufHaltjam herunter, und dir statt- gehabten TranSaktioncn zeigten eine ziemliche Abnakxme gegen die Vor- woche, Baumwolle ging zwar Höher, die Umsgye waren indessen nicht groß. In Sympathie mit Havre schlo Kaffeextwas niedriger und lustlos. Die Stimmung für Robzu “er war im Allgemeinen eine günstige, der Schlußiedock; matt, und Preise "etwas niedMer. Rakfinirter Zucker oline Leben bei underänderten PreUen. Von e- ta len war Blei bci mäßigem Begehr etwas nachgebend. Für Eisen war die Stimmung eine abwartrnde, und TranIaktiom-n waren "dem- zufolge sehr limitirt. Kupfer War anfqnas matt, zizm Schluß aßer etwas lcbhaftcr und frst im Prris. Zink bei unveranderten Preitrn stil1. Zinn schließt, den Londoncr Nytirungen folgend, niedriger. In einheimischen und fremden Manumkturwaaxen, besonders in letzteren, ist es in dieser Woche recht lebhaft gewejen.

Glasgow, 30. Januar. (W. T. B.) Die Verschiffungen von Roheisen betrugen in der dorigxn Woche 6200 Tons gegen 5900 Tons in derselben Woche des vorigen Jahres. .

Bradford, 30. Januar. (W. T, B.) Wol_le flau, Geschaft ruhig, Londoner Auktion abwartend, Garne ruhig, Stoffe un- vrrändert.

New-York, 27. Januar. (U.S.) Der Außenhandel der Vereinigten Staaten im Jahre 1887 hatte folgende Ergebnisse: Einfuhr 708 807 311 Doll.. Ausfuhr 715 320 956 _Doll. Verglichen mit 1886 ver rößerte sich die Einfuhr um 45 Millionen ur_1d dreAys- fuhr um 2 ViiÜionen Doll. Im Jahre 1887 landeten in Amerika 509 281 Einwanderer, d. i. 122 650 mehr als 1886.

Submissionen im AuZlande.

S ebw e d en. 18. Februar, Mittags. Stockholm. Schwedischen Staatsbahnen. Lieferung von: 48 000 kg Baumwoüabfall, 4000 kJ Baumöl, 43 ()00 ];Z Lrinöl, 86 000 kg Rüböl 13 000 kg Walfifcbthran, 160000 kg amerikaniscßen Petro[aums, 14 500 kg Schmierseife und 28 000 kgITalg. Näheres an Ort und Stelle.

Verkehrs - Anstalten.

Koblenz, 31. anuar. (W. T. B.) Der Rbeintrajekt bei Oberkassel ist* seit heute morgen wegen Eisgangs für den ge- sammten Verkehr ein estellt.

Krefeld, 31. anuar. (W. T. B.) Der Rhein - Trajekt Grietbausen-Welle der Strecke Kleve_ evenaar ist wegen Eisganges von heute ab für den Verkehr ge perrt. Die Reif enden nach und von den Niederlanden müJen die rechts- rheiniscbe Bahnstrecke Köln_Oberhausen_Zevenaar o er die Strecke über Nymwegen benußen.

Theater und Musik.

Das Wallner-Tbeater war am Sonnta wieder aus- verkauft, und die im ublikum. herrschende überaus ?röbliebe Slim- mung zeig_te, daß die epertoireßücke „Ein toller Ein 411" und Der Mizekado , welche an diesem A end bereits um 64. ale in Seen: gingen, an n kraft noch nichts eingebüßt ba en.

_ Na illöcker's .7 Schwaben“, denen die volle Gunst der

VctriebSdir „ktion der

Friedrich -Wil elm tädtischen T eater das jüngste Werk des Komponisten der „Nanon“ und des .Seekadetten' zur Auf-

führung. Carl-Theater vermöge ihres durchweg lustigen Inhalts und ihrer

20. d. M.: Der Gang des Geschäfts ist im Allgemeinen stil]. Der ,

Berliner sich nun cbon sseit Wochen zu ewendet bat, _..gelangt im“

Es ist GenSe's Operette „Die Dreizehn“, die am Wiener -

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