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Der Abg. Bode befürchtete, _daß die projekntirten Linien Ballstädt_Herbsleben und von einem 111 der Nghe von Buf- leben belegenen Punkt der Bahn Gotha_Leranelde nach Großenbehringen den Ort Mühlhausen schädigen konnten, und bat um möglichste Beschleunigung des Vahnbaus Langen- salza_C*r rt. „ _ _
Der g. Knebel wünschte eme Verbindung der Eifel- Hochbahn mit der Na e- und der Saarbahn.
Der Abg. Wirth efürwortete einen Ausdau der Taunus- bahn im ntereffe des Regierungsbezirks Wresquen.
Der bg. von Strombeck beklagte, daß dre schw) vor zwei Jahren beLckzloffene Linie Leinefeldr_Worb1s noch rmmxr nicht zur Aus ü rung gekommen ser, _da der arme _Krers Worbis die Grun erwerbskoften noch nicht habe aufbringen können. Die Regierung möge den Kreis von der Verpflich- tung dazu entbinden. , , .
Der Abg. Bödiker vermißt? m' der Vorlage dre„noth- wendige Verbindungslinie Marienheide_erperfürth m der Rheinprovinz und die Linie Meppen_Haselünne_Qurrken- brück und em fahl ferner die Verlängerung der Bahn HildLS- hsim_Braun chweig nach Oebisfelde. '
Der Abg. Wsffel empfahl die m der Vorlage vorge: schlagenen Linien Hohenstein_Marienburg resp. Mieswalde_ Maldeuten und Miswalde_Elbing besonders zurAnnahme.
Der Abg. Olzem wünschte Éur besseren Verbmdung dW Nahethals mit der Pfalz- den an Einer Bahn von Baum- holder nach Kusel. , . . '
Der Abg. Sander bat um den baldigen Bau emrr Lime Elze-Gronau_Seesen. ' , ,
Der Abg. Jacobs (Landsberg) piardrrte für den Bau einer Eisenbahn von Landsberg nach Schwerin a. W. (Schluß des Blanes.)
_ Das 111. Verzeichniß der bei dem Hause der Abgeordneten eingegangrnen Petitionen ist zur VLB- theilung gelangt.
_ (Bewährt ein Konkuréögläudiger drm Gemein- schuldner ein Darlehn, um dissen in den Stand zu seßen, einen Zwangsvergleick) mit [srinen Gläubigern zu schließen, wogegen dieser sich dem Dar ehnL-geber gegenüber zur Bevor: ugung seiner Konkursforderung vor den iibrigen Koykurs- Forderungen vsrpflichtet hatte, so ist nach 01116111 Urthrri drs ReichSgerichts, Ersten Civilsenats, vom 7. Dezrmder v.J., zwar das Abkommen des Kridars mit dem Darlehaneber hinsichtlich dessenVevorzugung nach §. 168 der KonkurHordmxng nichtig, der Anspruch aber auf Nückza [ung dss Darlehxis wrrd von der Richtigkeit des Gegenvrrsprc ens in keiner Weisr [)e- troffen; hat für diLsLS Darlehn ein Dritter Bürgschaft geleistet, so hat er gemäß seines Bürgschaftswersprechrns dafiir aufzu-
kommen.
_ Daß ReichéWersicHerunchamt hat dem Vor- stande einer Beruf2genossenschaft unter dem 18. Januar 1888 (Nr. 473) eröffnet, daß es einer Annahme der Wahl zu den Ehrenämtern in der Genossenschaft nicht bedarf; in der Wahl liegt die geseßliche Uebertragung des Amts und es kann tmr etwa eine Ablehnung aus den geseßlichen Gründen (§. 24 des Unfallversicherungsgeseßes) in Frage kommen.
_ Das KommunalabgabewGeseß vom 27. Juli 1885 bezieht. sich nur auf die das Einkommen treffenden Steuern _ so insbesondere auch im §. 14 Absaß 2, betreffend die ver- staatlichten Eisenbahnen (Endurtheil des 11. Senats des Ober- Verwaltungsgerichts vom 18. Oktober 1887).
_ Der G9neral=Jnspecteur der Fuß=ArtilXerie, General- Lieutenant von Roerdansz, ist von Urlaub hierher zurück- gekehrt.
_ Als Aerzte haben sich niedergelassen die Herren: ])r. Herrmann, ])r. Podlewski, ])r. Mertsching, siimmtlich in Oder erg i. M., ])r. Puczynski in Neu-Trebdin, ])r. Cramer in Witlenberge, ])r. Rau inAhrensfelde, ])r. BWH inMeyerich, Kreis Soest, Grevemeyer in Sachsenhagen, ])1'. Zain in Hünfeld, Henßmann in Burgdamm, ])r. Proelß in S ceffel.
SchleSwig, 19. Februar. Am heutigen Tage, Mittags 12 Uhr, wurde in der Stadt Schleswig, nacl) zuvor in der Domkirche stattgehabter kirchlicher Feier, der )()(1. Schles- wig-Holstsinische Provinzial-Landtag in Gegenwart von 55 Mitgliedern von dem Ober-Vräsidenten Steinmann
mit nachstehender Ansprache eroffnet: Hochgeebrte Hrrreni
Ernst" und triibe ist die Zert,_ in welcher dieSmal Sie sich, Hirr bereinigen. Jn danger Sorg? blickt mit Sr. Majrstät dem Kaiser und König und mit dem geiammtrrx Königshauses die Nation nach dem fernen Süden, Wo der geliebte Kronprinz, von schweren Liidcn befalirn, Milt. Aus Miliionen Herzen sieigrn Gebete auf, die Seiner Heilung Uiid Wredrrbcrsteliung zur alten Kraft gelirn. Kaum irgendwo im weiten Vaterland; werdcn dieselbrzr aus trrucren Herzen stammen, als in unserer Provmz, die sick) in bcionderer Dank- barkeit des herdorragenden Antheils erizincrt, den der edie Prinz an ihrer Befreiung genommen, Und des rerchcn_Woblw-)[lens, das Höchst- derfeibe ihr seitdem bewahrt und oft und Vielfach betbätigt hat.
Inmitten dieser schwere_n Sorge, welcde die Stimmung des ganzen großen Vaterlandes scrtMonairnkeherrsckyt, ist in drn jüngsten Tagen unsere Provinz _von einem besondcrcn Verluste betroffcn worden, welchcr uns aus_ das Schmerzlichste erschüttert und drn wir grradr in dieser Stunde tiri enzpfinden. Graf Emilzu RanYau-Rastorf, den Ee. Majestät der König in siebzehn aufeinanderfolgenden Jahren zu dem Amt des Landtags-Marscixalis berufen hatten und der in diesem langen, für Schleswig-Hoistcrn so _bcdcutungsvollen Zcitraume seines [when Amts m selbstlosesier ngebung und edclstcr Würde, mit glänzenden) Geschick und zum reichsten Segcn fiir die Provinz gewaltet hat, ist am 15. diescs Yionats _ einen Tag. rachdcm Se. Majestät ihn durch eine neue hohe AUSzeichnung grebrt Hatten, die mir leider erst in 'die Hände seiner Hinterbliebenen zu lrgen vergönnt worden ist _ emem schweren Leiden erlegen. Unsercr Alier aufrich- tigste Verehrung, unsere herzliche Dankbarkeit und warme Zuneigung folgt dem edlen rmd bochverdienten Mann. Sein Andrnken wird un- vergessen und sem Name unter den Söhnen seiner Heimarhsmovinz für al1e Zriten als einer dcr besten genannt sein.
Das IaHr, welches seit Ihrem letztenZusammer-sein verfloffen ist, hat der Provinz den Besuch St.Majestat des Kaisers u'nd Königs gebracht, Alierböchstwelckxer Sich in unsere Mitte begeben hatte, um, umgeben von den Prinzen des Königshauses, den höchsten Würden- trägern des Reichs und. des, Siaatrs und den parlamentarischen Körperschaften, den welthrstortscben Akt der Eröffnung der Bauten für den Nord-Ostsee-Kanal zu vollziehen. Unauslöscdlici) wird der große Tag in den erzen aller Tbeiluehmer desselhen eingeschrieben bleiben. Unvergeßl cb namentlich wird den „Schleswtgéolsteinern die
uld und Gnade sein, mit der der ebrwürdrgeMonar dcnjubelnden mpfang, der Ihm unter uns zu Theil wurde, entgegennabm.
Die“ Entwickelung, welche im Laufe des letzten Jahres das wirth- scbaftliche Leben in derProvinz genommen hat, ist eine ziemiicky ruhige gewesen. Der alte solide Wohlstand bat ernstere Erschütterungen nicht erfahren. , _
Die Ernte des letzten Sommers war im Ganzen befriedigend.
Die Preise der landwirtb*'cbaftlichen Erzeugnisse bewahrtxn indeß fast außnabmslos den unnatürlich niedrigen Stayd der Vorjahre.“ Unter dem Großgewerbebetrieb zeigt namentlich die Cewentfabnkgtron zu- nehmendes Gedeihen, während in der Lage der _ubrrgen Betriebsstvetge wesentliche Veränderungen gegen das Vorjahr ritcbt zu verzeichnen sind. In der „Rhederei und im Handel scheint sich eme, wenn auch vorerst nur geringe, Besserung der Lage anzubabnen.
Die Bahnlinie Heide-Hoidding _ Schleswig-Holsteinische Mars - .
bahn _ ist im Lauf des Jahres 1887 fertiggesteUt und dem Berker übergeben worden. Ebenso die Linie Schwarzenbek_O_lde„sloe. Die Zwergbabnen Wrist-Jßehoe und Flensburg_Leck_NtebuÜ werden _voraus 1chtlich im laufenden Jahre fertig gesteUt werde'n. szuglrcb einer eihe anderer Zweig- und Anschlußbahnen sind die Projekte in der Vorbereitung. , ,
Für den Bau des NordOstsee-Kanals smd dre Vorherertungen so Mit gediehen, daß bei Eintritt der besseren Jahreszeit dte Ausfuhrung mit voUer Kraft wird in Angriff genommen werden Yönnrn.
In der Stadt Altona werden, mit sehr brtracbflrcher Unter- stüßung aus Staatömitteln, umfangreiche Kai- und Straßenanlagen ausgefiihrt, welche im Interesse von Schiffahrt und Handel in Foige des dAnschluffes der Stadt an das Gebiet des Zoilvereins erforderlich Wer en.
Für die schleswigsche Westküste wird zur Hebung der Hochsee- ßscherei für Rechnung des Staates die Anlage eines Hafens bei Emmerles'f im Kreise Tondern und dessen Verbindung mit der Staatsbahn geplant. Die Aufsteüung drr Baupläne ist brreits in Angriff genommen.
Mehrere größere MeliorationSanlagen sind im Laufe des lcßtcn Jahres zur Ausführung gelangt. Zn riner Reihe von Bauten der- selben Art sind die Vorarbeiten mitHüiic von Zuschüffcn avs Mitteln der Provinz im Gange. Die Herstellung des Nord-Ostscr-Kanals wird zu weiteren wich i en Ent- und Bewäfferungßanlagen in den betref- fcnden Gegenden nlaß grben. Auch für dieselcßteren Uniernebmyngrn wcrden Zusciéüffe zu den Vorarbeiten cms Ihrem Meliorationswnds nachgesucht wcrden.
Mit Grnuytbuung werden Sie aUs den Vorlagcn Jbrrs Ver- waltunJSausschuffes von Neuem von dem iibrraus ÜÜUstigkn Stavde der provinzicUcn Vermögenswerwaltrmg Kcrniniß nehmen. In der That werden fick) nur wenige Landrstheilr glrich günstiger Ergebnisse auf diesem Gebiet rühmen können. Die Provinz dankt diesrldcu drr Treue und dem angrzcichurten Gescßick Jkres chvalfnngd- aus!,riwffrs und des Herrn Landesdirektors, dersn Thätigkeit auch die StaaiSregierung auf das Freudigste anzurrkcnnrn fick) verpflicHtel“ fiiblr.
In der von der Köriglichcn StaatIrrgirrung rin beiden Häascrn des Landtaßes qemachtcn Vorlage cincr KreiSordnung fiir unsere Provinz haben die Von dem Provinzial-Landtage früher gräußcrten Wünsche ausnahmslos BerücksicHtigung gefunden. Frisörsondrre ist dies auch bezüglich der Beiträge das_Staats zu den Kosicn der Amts- verwaltung dcr Fali. Das nrueGeicßgebrmgswerk wird desdalb Jbrcr ungrtdcilten Befriedigung begegnen.
DieVorlagen derStaatSregirrung fiir dir gegenwärtige SÖHUUJÖ- periode ixcrrrffen 1vr1cntlich Fragen lokaler Natur; insbesondere ergeht an Sie die Aufforderung zur vrrfaßungSmäßigsn Acnßcrung über dir Einfiihrung der VOÜSU Städteordnung in dcr Sfadt Elmsdorq, sowie über ein Kreisstaiut fiir die Foridildung dcr Kirchipieis . Verfassurgrn im Krrisr SüderdirhmarsÖLr. nnd zur Vrsckzlußnahme iiber die a::drrwriic Kiajsifizirung verschiedener che. Außerdem ladet Sie die StaatSrcgicrung nur noch zu cinrx Anzahl von Wahlen, insbesondere zur Wahl don sechs Mitniirdexn dcr Provinzial-Sciyulkommission, ein Ihre Beratbun-Zen werden de§[)a[b voraussichtlich wiedrrum nur von kurzcr Dauer sein und sick)_im Wesentlickyen auf den Haushalt des Provinzialvcrbaxidrs Und sonstige mehr interne Fragen der ständischen Verwaltrmg brichränken.
Indem ich Sie, meine Herren, bei dcmEintritt in Ihre Arbeiten Namens der König1ichen StaatSregicrung herzlich wiiikommen heiße und indem ick) dieirn meinen Gruß namenilici) an den rcrx _rten Mann “richte, den Se Majestät an Siclie dcs unrergeßlichrn Gr ien Ranxaa zur Leitung Ihrer Verhandlungen berufen hat, und dem Sie _ as weiß ich _ das gleich unbedingte Vertrarxen entgegenbringcn wie die KöniZlicbe Staatörcgicrung, etkiärrick) im Namen Sr. Yiajcstät dcs Kaisirs, unseres Aliergnädißsten Königs, den )()(1. Schlc§wig-Hol- steiniscben Provinzial-Landtag für eröffnet. „
Der LandtagsZMarschall, Klosterpropit Graf von Nsventlow, begrüßts darauf dre'Versammlung und brachte, nachdem Lr des vrrstorbensn ÖTSerlg-M LandtagH-Marschalls, Grafmx zu Nanßau:k)iastorf , mit warmrn Worten _gedacht hatte, auf Se. Maj Lftät den Kaiser und König ein dreimaligrs Hock) aus, in wrlches dis Versammlung begeistert einstimmte.
Bayern. München, 21. Frbruar. (W. T. B.) DLL" Fiiianz: Ausschmß stelltr die Matrikular:Ouot-3 Bayerns auf 30 700000 „ck fest. Der Finanz-Ministrr stimmtr dem AUslblaM ch Refrrats zu, wonach der Zins- betrag der Reichßschuldsn auf 40 Millions" Mark und der Anthril Vayerms fiir das Reichsheer um 61/2 Millionen Mark anwachse, sprack) jrdoch die Hoffnung ans, daß die VETOXÜUch§= abgabe fiir Niibrnzucker sick) steigern wsrde.
SacHseu. Dresden, 20. Frbruar. Aus Leipzig wird drm „Dre-Zdner Journal“ berichtet, daß der König und die Königin gestern Abend 91/2 Uhr dort eingefrofsen und am Bahnhof von dem Kronprinzen von Griechenland, drm Prinzen Maximilian von Baden, dem Fürsten von Thurn und Taxis, dem Prinzen von Schönburg, drm Général- Lirutenaut von Tschirschk'y und mehreren anderen hohen Offi- zieren, drm SeriarS-Präsidrnten beim Rrick)s;]€richt 1)» Drechsler, dem Ober:Rrick)§aiiwa1t Tessendorff, drm KrciEhauptrnann von Ehreirstein, Ober:Vürgermrister ])r. Georgi, Raaror nmxniücug Professor Dr. Nibbeck und anderen hohen Beamten empfangen worden siiid. Die Majestären, in deren Gefolge sick) auch der Kultus:?)Jiinistrr ])r. yon Gerbrr befand, uuterhielten sich mit den Anwesendsn und fuhren dann unter den Hoch- rufen einer zahlreich längs des ganzrn Weges angrsmnmelten Menschenmenge nach drm Valais. Vor dem Palais war das ge- sammte Offiziercorps der drei in Leipzig garnisonirenden Regi- menter sowie eine EHrsn-Compagnie mit Fahne und Regiments- musik aufgesteüt, Ihre Majestäten nahmrn nach der Ankunfr im Palais mit dem Kronprinzen von Griechcnland, dem Prinzen von Badrn, dem Genrral-Lientenant von Tschirschky und dem Kreishauptmann von Ehrenstein den Thee ein.
Die Zweite Kammer hat dem (Hefe entwurf, betreffend einige Abänderungén drr VerLassungs- urkunde vom 4. September 1831 _ derselbe bezweckt eine Abändernng insofern, _ als der König in Zukunft nicht mehr behindert sein 1011, über dasjenige Vermögen, welcbsß ihm während der Regierung aus Privatrechtstiteln zufäÜt, auf den Todesfall zu verfügen _ mit 64 bejahcndrn Stimmen (4 Mitglieder'enthielten sich der Abstimmung) mit eintrZr,ltlediglich redaktionellen Modifikation ihre Zustimmung er er .
Würtremberg. Stuttgart, 20. Februar. Der „St-A. ;. W.“ veröffentlicht folgende Bulletins über das Be-
inden des Königs:
Florenz, 18. Februar, Vormittags: Nacht relativ gut. Diegestern konstatirte Wendung zum Beffern hält an.
Florenz, 19. Februar, Vormittags. Verlauf ies gestrigen Tages und der Nacht befriedigend. Die Rückbildung auf der Lunge schreitet, wie zu erwarten, langsam, docs) stetig vorwärts.
])r. Feßer. Prof. Liebermeister.
Baden. „KarlSruhe, 20. Februar. (W. T, “B.) Ueber das B efrnd en des an der Lungenentzündung erkrankten Yrinzen Ludwig Wilhelm,_ des zweiten Sohnes des
roßherzogs, wrrd gemeldet: „Ber anhaltend hohem Fieber ist der Kräftezustand befriedigend. In der verflossenen Nacht trat etwas mehr Ruhe und Schlaf ein.“
Oesterreirb-Ungarn. Wien, 20. Februar. (Prag.Abdb[_)
Das Krieth-Miuisterium gestattete, daß die im Okkw
pationsgebiet befindlichen Res ervisten die s iebentägige Waffenübung bei den bereits mit dem neuen Gewehr versehenen Truppenkörpern mitmachen. _ Die gestern fort- geseßte ol [ko nfe r enz stellte die Instruktionen ür die österreichi chen Delegirten zur inter nativ n als n . u cker- prämienko ufer enz fest, welche am 5. April in London zusammentritt.
Lemberg, 20. ebruar. (W. T. B.) Das amtliche B [ att demcntirt ent chisden die Lembrrger Meldung eines Warschau er“ J o urnal s, nach welcher eine nach Krakau entsrndete Kommission der StatthaNerei mit der dortigen Militärb el) örde die Modalitätcn zur Berg ung der Staatskasse n und öffentlichen Fonds für grwiffe Eventualitäten zu vereinbaren hätte,
Großbritannien und Irland. London, 19. Februar. (A. C.) Dir Königin traf am Freitag Morgen, von Comes, auf der Insel Wight, kommend, im Schlosse Windsor Lin, welchrS die Residrnz Ihrer Majestät bis zum Antritt der ge: planten Reise nach talien sein wird.
Die neue (556 chäftSOrdnungs-Vorlage ist an die Mitglisder drs Parlamsnts verthcilt worden. Wie dsreiis berichtet, sollsn Sitzungrn [)infort am Montag, Dienstag, Donnerstag Wld Frritag von 3 Uhr Nachmittag-Z bis 1 Uhr Nachts stattfinden. Ist die Tägréoordnung deiSckUuß dsr Silzungnicht crlsdigt, so soll sie an dem nächsten Tage, an dem das “Haus versammelt ist, zu Ende geführt werdrn. Von 8 bis 0 Uhr Abends ist eine PÜUsS- Terzweite Abschnitt der Vorlazis [)andrlt vom chattenschluß, welcher erfolgen kann, wenn die Majorität fiir den Antrag 100 Mitgliedrr drträgt. Durch den dritterr Abschnitt rrhéilk der Sprscher rrsp. der Vorsitzende das NCM, Abgrordnrtr, derrn Benehmen gröblich gegen die Würde ch Hausrs vsrstößt, aus dem Saals auSzuwcisen. Zn minder starken Fällen ist er befugt, das Haus über disselbrn aburthrilcn zu lassen. Der Sprrchrr und Vorsißendr kann nur!) einem Mitglieds das Wort ent: ;.ichen, wenn daHselbe seine eigrnen oder die Argnmrme Anderer zwecklos wiederholt. In cinrm bsiondrren Para- graphen erhält die Régirrung das Recht, ngierungsvorlagen cm drnjeirigrn Tagen, wo Régierungsgrsckwfte die Priorität hasen, zur Vcrhandlung zu bringen. Dsr Sprecher kann auch Kine Abstimmung vornrhmen, indrm er dir Mitglieder ersucht, sick) nur von ihren Sißen zu erhebsn.
_ 21. Fsliruar. (W. T. B.) Baron Worms ist, wie nunmrhr amtlich mitgetheilt wird, zum U nter-Staatcs: sekretär der Kolonien, und Carl Onslow zumparla: mentarischen Sekrrtär des Handeléoamts im Ob-zr- hause ernannt worden.
„TimeS“ und „Standard“ widmen dem Deutschen Kronprinzen theilnahmcvoÜe Artikel. Der „Standard“
sagt: „Die BuUstin-Z aus San Remo werdrn in London mit *
dcr glricdsn Spannung wie in Berlin gelefen. C'n [and beantwortet jeden Wschsrl in drn Hoffnungen und BLZÜLÖ- tungen der: drutsckxn Volks mit denselben Gefühlen der Sympathie Und Bekünmrernisz.“
In drr gestrigen U21 terhaussißung Erklärte dcr Unter- Staatssekretär des LluZwärtigen, Fergusson, auf 0111? bkziiglicix Anfrage: dir ULULU Hsdriden seien diE cht noch nicht geräumt; Frankrrick) habe sich jedoch zur Räu- mung derstlbcu iimerimld vier Monch, vom 16. Novcmber 1887 ad, vsrpflichtet. Das Gerücht: England *sei im Begriff oder hadi: dir Absicht, grgen Venczurla militärisch vorzugrhen, sci total unwahr. Die englische Regierurig sei im Prinzip nicht dagegen, die Streitfrage mic Vrnozucla einrm Schiedsgericht zu unrerdreiten, halte adrr dir? von Vensruela fiir Linen Schiodcssprucl) vorgeschla: gens" Grundlagen für unannehmbar. _ Bei der darauf fort: gessßtc'n Adreßdebatto kündigt drr Kanzlsr dss Horzogthmns Lancaster, Lord Mariners, an: die Regi-Zrung werds Eine Vorlage behufs Errichtung Lines Ackerbau-Dcparxe: m cn t s eindringeU.
Frankreick); Paris , 19. Fcbrnar. (F. C.) Die Deputirtcnkammer scßtr grstern dis Berathung des Budgets fort. Zu drm Kapitel, welches auf daS Beamten: prrsonal des Enrrgistrements Bezug hat, hatte die Kmmnission cine Hrradseßmig ch Kreditkz um 234000 Fr. vorgeschlagen und dieselds durch dir Uebrrflüssigkcit einer Anzahl von Inspek- town motivirr. Drr MinisterTirard erklärte sich mit großer Lebhaftigkeit dagrgén, doch wurdcn die Ziffern deH Aus- schusseS mir 280 grgen 104 Stimmen gsnchmigt.
_ (Köln. Ztg.) Der Ministerrath hat im Einver- ständnis; mit dem ZoÜauHschuß der Deputirtßrikamnwr be: schlosieri,d€n Zusatzzoli auf ausländischen Alkohoi um drei Monate z_u verlängern, um Zeit zu gewinnen, den Zol] auf daß WeLWkr-rxr und das endgüitige Steuersystem fiir den Alkohol festzustellen.
_ 20. Februar. (W. T. V.) In dem Prozrf; gkgrtr Wilson und Genossen wegen des OrdenShan eis depo- nirte dri dem hsutr fortgeseßten und beendeten ZeuYenveryör der Destiilateur Delozr), er habe eine OrdeerauSzeichnung gewünscht, Wilson habe aber von ihm verlangt, er foÜe 200000 Fr. fiir ZeitungS-Unternehmungen zeichnen, er habe daraus geschlossen, daß es sich darum handele, die Ordens- auszeichnung zu kaufen und sei nicht wieder in das Elysée zu Wilson gegangen. Morgen beginnen die Plaidoyers,
_ 21. Februar. (W. T. B.) Die radikal-sozia- listiscbe Partei in St. Etienne hat beschlossen, den (Mmeral Bdulangcr als Kandidaten fiir die Dcputirten- kammer au1zusreilen, obgleich derselbe nicht wählbar ist.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 19. Februar. Das „Journal de St. Pétersbourg“ nimmt von den ver- schiedenen Behauptungen be üglick) der Verhandlungen über die bulgarischen Ange_ egenheiten Notiz und erklärt, keinerleiVerantwortlichkeit für ihre Richtigkeit zu übernehmen; es one aber auch andererseits nicht gegen den günstigen Eindruckxagiren, welchen die Nachrichten der leßten Tage vom Gestehtßpunkt einer Beruhigung der Gemüther aus her: vorgebracht haben.
_. 20. Februar. (W. T. B.) Die Nachricht, da das Depot der russ1sch6n RrichSgestÜte in Verliftzr ge- schlossen werden soll, stellt steh als unrichtig heraus.
Italien: Rom, 20. „Februar. (W. T. B.) Das Kriegs:Minrsterrum laßt, offizieli die Nachricht eines Neapelßr quttes dementiren, daß ein geheimes Ein- verständnis; zwrschen dem Ober-Kommandanten von Massoval) "ZW ds" Sydanefen bestände, mit dem Bemerketr: es hatten weder früher noch jeßt, weder direkt noch indirekt, irgend welche Verhandlungen zwischen der italienischen Regierung oder dem General San Marzano und den Sudanesen stattgefrmden.
Nach, heute Liygegangenen Meldungen aus Massovab dringkn dle Derwlscheunausgeseßt in das Gebiet nördlich des Tsana-Sees em.
Türkei. Konfigurinopel, 19. Februar. (Prag. Abdbl.) Der Minister benachrichtigt? den Baron Hirsch, der Sultan habs den Jrade sanktromrt, wodurck) diE Zahlung von 20 Millionen Frank,?) Seitrns dss „Barons Hirsch ftipulirt u_nd rm Weigerungsfall dir Sache vor ein Schiedszirrrcht vrrwrssxn wird. _ Ein Kaiser- licher Jrade icmktronrrt das Uedrreinkommen mit der GeseUscHait, zum 'Brtrre-Z drr Eisenbahnlinie Ueskiib_ Wranja. , 'Die _ LMM,“ wrlckw den direkten Verkehr mit Salomchr YEMEN, wrrd i'm. Linrm Monat drm V?Lkiéb Übergeben. _ Em Dampfrr mit Montenegrinern, welche am Putsch yon Bu rgas betheiligt waren, ist in den Dardansllen g e s ch ort e rt.
Rumänien. Bukarest, 20. Februar,?lbends. (WTB) Ein Telegramm d€r„„Agence Harms“ meldet: Ein General und rm Oberst srnd untsr der Anschuldigung von Er: presiungerr ber M'rlrtärlieferungen vsrhaftc-„r worden. _ Der vormalige KngS-Minister Angriesco ist aus dsr Armee au-detreten.
Bulgarien. Sofia, 19. Fsbrrrar. (Prag. Abdbl.) Die Nachricht drs „Temps“ in Betreff der dulgarischsn UnabhängrgkrrtJSErklärurig ist vollkommrn unrichtig.
Zeitungsstimmen.
Die „Drutsthe volkswirthscbaftliche Corrsspon- denz“ schreibt zur Frags der Llltsrs- mid Jnvalidrn- versicherung: .-
Odwobi ndr!) einc grraume Zeit vergabe!) diirfte, bevor dic Frage bctrrffrnd die Alters- und Jnvalidcnversiciyernng drr Arbeiter im Drutscdrn Yio_iÖÖTaMSzurNVcrbandlung gelangrn wird, andrrcrseiis aber die pndliziiriicix DiFquwn übor diesen Gegenstand insdfcrn eine be- rnhigtere qervordrn iir, als rden nene (Hesichispunktr Hier nicht hervor- getrrtrn sind. so craäitrn wir rs dock) fiir zwrcktxiäßig, dicis'nigrn Mo- ments wiederum in Erinnrrung zu bringcn, wclc176 zur Bcnrthcilimg der dosiehrndrn und resp. dj_dcrgirrnden Anscbaunngcn brizniragen gerignct e-irbrincn. Die „Deut1chr volkswirtHsckmftliche Corrrspondenz“ [mt in dem Strciie dcr Meinuugen iiber die Grundziigc für die Alters- und Invalidenvcr1ichcrm1g dcnjenigrn Standpunkt einsic- nommen, den sir im Sinne ihres Programms einnehmen mußte. Gleichwie sie den Bestrébungen der Reichsregierung auf dem Gebiet der sozialen Reform bisHer stets_mit ebenso ledbaficm Interesse wie mit dcm aufrichtigrxx Wurrxck)? gefolgt ist, es möge das große Werk des wzialen AuMleichs, in irclckyem das DcutsÖr Reik!) ailrnKuiturdölke-rnvorangegangrn ist, von dem größten (Fridlge gekrönt weiden, so bat fir auch die Vorlage dcr Alters- Und anaiidrnvrrsichexung dcr Arbeitrr sympathisch begrüßt und zu 11icht grringrm Vrrdrux; ibkék Politischen (Hrgncr darauf bingewiesen, daß diese brrvorkagrndc Lcistnng drr drutsckwn Reicioézrcgicrung darnach an- gctdan ist, den drrciis staitlici) emdorragcndrn Ban drr sozialpolitischen (chirßgchng drr Boliendung zuznfiibren. Unsere Bedenken in dirsrr Trage gnltcn und grltrn dcr AUsfiiHrung des (Hrsrßrs, nickirdcr «ache selbst; sie mußten sick) beirreiflickwrweise in rrböbtcm ?).)iafze steigrrn, als jrnc Prinzipislirn (Gegensätze zum Vorschcin kamrn, Welche gleicix-sails in Anschnng drr Ausfüszrung des (Hrsctzrs zwijckr'n dcm „Ccntralvcriande Deutscher Jndustrieilrr“ Und dem „Verbande der Deutschen Berufsigcnossenschaftrn“ sick) cntwickcit Hatten. Die Gegen- sätzr, _um Welche cs sick) Hier irandrlt, sind um so grwichtiger, als sie, was irets im Arme behalten rvcrdcn WOM, mit den wirthschaftiichen Gegeniäxen von Mamirx'tchhum und Scioußzoll zusammenfallen, als axis drr eincn Skike Line Körperschaft sici) befindet, Welche bislang nicht rrur im kritisckckcn Momcni wirksam ihre Thätigkeit fiir die Drn'cizsiibrrxng dcr „natimmlcn“ Wirtbschaft§poliiik cinge1613t,_ sondrrn ayck) ebenso dcm Zustandekommen der sozialen '.Rafzregcin umerer Rc- gierung zn jeder Zeit, insbesondere auch demjeniixrn des irdcutungs- doiien Geseßcs übrr die Alters- und InviilidenNrfiÖerring derFLlr- beiter freudig und brdingungslos arwidmrt Hat. Die Erwagung dieses Umstandes mußte bei den aufrichtigen Freundcn und Anhängrrn der praktiichrn Wirthschaft§yoliiik, Weicße den Scbuxz der „jimwnalen Arbctt“ und der ..naiionaien Produktion“ ebeuso energisch wre segens- reicb vrrtretrn, die beruhigende Gewißheit erzengrn. daß der „Crntral- Veriand Deutscher Industrieller" zweifellos in drr loyaisirn Weiße denjenigen Ausführungsmaßregeln der Regierung ixme Zustimmung extdeilcn wrrdr, welche dem Sinn der AllcrdöÖstcn Bot- schait vom 7. November 1881 entsprächen. Und in der That hat denn auch der „Centralwerband“ sich beeilt, alsbald seine SteÜung- nahme zu den Grundzügen für die Alters: und JnvalidenNrircherung der Arbeiter daHin zu präzisiren, daß er nicht nur erklärte, th sei an i'cm baldigen Jnkrafttretcn des Gesetzes gelegen, sondern daß er auch, dLd11__§TLortlaut dcr Allerhöäostcn Botschaft rntsprech_end, den Berufs- 9L310118nschaftcn Eine gewisse materielle Mitwirkung auf diesem Gebiet zu- wtrs. Alicin rs zeigte sich, daß diese Auffasiung dcn Berungenvssenschaftcn nxcht'gcniigie; sie cröffneten unter dem ebcnir) lebhaften ww y,er- dach1m€n Schul? und Beifall aller die bisherige Wirthschaitspdltttk der Regierung is aufs Messer bekämpfenden ngtdrrn dre heftigsten AUIUff? gegen den „Crniralverband“. indem sie, tm (Hrgensrxß zu dessrn Wirtbschaftsprinzipicn dafiir eintrafen, das; die deutschen Berufs- Mnossensclwsten nicht nur zu „Trägern“ der Alters- und Jiwaliden-
“ÜÖLMUJ- sondern (iar zu Vertretern der auf deri verschiedensten Gebieten liegenden wirtbschaftlichrn sozialen und politischen Jntrresien der deutschen Industrie ausgestaltet würden. Eine derartige, von allen Gegnern unserer Wiribschaftspo1i1ik unterstüyte Haltung mußte, in alien 'enrn Kreisen, deren wirthscbaftliche Grundsäyex-“mit denjemgexr des ., entralverbandes Deutscher Jndusrrielier“ zchfmmenfallen. rnit UW so größerem Mißtrauen aufgenommen werden, als eben ,die'se Korperscbast alle jene Industrien umfaßt, die an Bedeutung die „111 dem Perdandc dcr Berufsgenoffenschaften Vertretenen Industrien wett- aus uberraaen, als die Bedeutung des Verbandes der deutschen Bernißgenoffénschasten durch den nachträglich erfolgten Austritt mehrerer hervorragender Berufsrzcnossenscbaften noch erhehllch Zkschwächt wurde, als von den dem Verbande noch angehörigen 38 Brrufsgenossenscbaften 15 Berufsgenoßenschastxn solche Betriebe Umfassen, Welche der Industrie in der hier nothwendrgen Bedeutung des Wortes nicht angehören, als endlich aber_der Bescblu des Ver- bandes, die Berungenossenschaften zu „Tragern“ der. [terör und Invqlidenversicherung zu machen, lediglich wittelst einer ganz und gar irregulären Abstimmung perfekt geworden ist. „ „
AUes in Allem genommen halten wir dafur, daß die Klar-
stellung der prinzipieüen Gegensäße, welche hier zu Tage getreten smd, die Erörterung des Endziels, auf welches die Gegner der vom
.Centralverbande Deutscher Industrieiier“ vertretenen WirtbsÖafts- politik losizeben, ab: die dringende Pfilcht_ alier auf dem gemeinsamen Boden der praktischen Wirthschaftßpoltttk unserer Regierung befind- lichen Organe anzusehen ist, da die auifaliende Art und Weise des Vorgehens das höchste Mißtrauen gegen die Loyalität Derjenigen erregen muß, wricbe die Außgesialtung der Berufsgenoffenscbaften zu Vertretern der (Gesammtintereffen der deutschen Industrie in so hef- tiger Weise sich angelegen sein laffen.
_ In der „Aachener VolkSzettung“ lesen wir unter der Ueberschrift: „Bischof Freppel und * dgs Reichsland“.
Unter dem 13. d. “M. hat der Herr JOUrhof won Angers, Msg. Freppel, Deputirter des Finisiére, _ein längeres Schreiben an den iranischen Republikaner Castelar gerichtet, in welchem er diesen zu einer Rede beglückwünscht, durcb Welche Castelar im Interesse des Friedens der Staaxen die Rückgabe vvn Eisaß-Lothringen an Frank- reich forderte. Mm. Freppel schließt fich diesem Wunsche Vollkommen an und meint, durch die Rückgabe könne die aligemeine Entwaffnung Eurovas erzieit werden. _ „ _
Msg. Freppel ist bei den deut1chen Katdoliken auf das Basie be- kannt und Hockzangrsehen wegen seinrr wutHVSUen Vertheidigung der katholischen “Sache in Frankreich, er Verdtrnt die Höchste Achtung als rrefflicher Kirchenfürsi, die Lauterkeit sxxnrr Absichten ist über aUen Zweifel erbadrn. Wenn er seinexn Vaterland für dessen innerePolitik Raibscbläge giebt, io werdc'n die1e bei uns deutschen Kathoiiken stets volistr Veackxtung finden, aber wenn er sick) auf das Gebiet der, inter- nationalen Politik begiebi, so unterlt-kgen seine Aeußerungen ebenso der Kritik, wie die jedes anderen Staatsmannes, der Bischof tritt zurück, wir haben nur den Politiker vor uns.
Es wird nicht ausbleiben, daf; obiges grsirrn in Paris vrröffrni- [icht_e Schreiben, dessen Wortlaut uns vsrlirgt, in der deutschrn Prrffe Aufirbrn macht, Und um Mißdeutuugrn vorzubeugen, Halten wir es für angemessen, zu demselben schon heute Steliung zu nehmen.
Der Herr Bischof meint, die reichsländischen Provinzen seien fiir Dcursckyland mehr eine Schwächung als eine Krast. Das glaubrn wir nicht. Käme es zu einem Kriege, so würden die elsaß-[otbringi- schrn Soldaten ebenso gut ihre Pflicht für Kaiser und Reich thun, wie olle anderen.
Wenn derselbe ferner der AUficht ist, daß nur Wegen des Reich§- [arides der bewaffnete Friede existire' und eine Friedenssiörimg um dementwiilen am ersten zu erwarten sci, so ist er nach Airsichr aklcr maßgcbrnden Politiker im Jrrthum. Nichr ron dem zerklüfteten, rcpablikanisckycn Frankreich, das sich in Parteikämpfen aufzebrt und (1116 Paar Momatk einen neuen Cbrf cm der SpiYL seines Militär- wrsens dat, drr die Anordnungen seines Vorgängrrs über den Haufen stürzt, wird in erster Linie dir Kriegsgefabr kommen, soudrrn Von unserm 5)?achbar__ im Osten, JLJM dyn, das derttsch=ösirrrrichische Bündnis; grschlomen worden ist. Rußland kann den Frieden stören, Frankrrick) aliein wird es nicht Wagrn, und Wrsm Rußland nicht zu den Waffen greifen wii], wird die RepribiikU-Frankreich keinen Versuch dazu machen. Ein Krieg wsgen Elsaß-Lotyringrn ist bei der gegen- wärtigert Konsicklaiirwund auf lanZe binans so gut wie undenkbar; deshalb ist drr Herr Bis(ixof im Jrrtdum, wenn er in der Rückgabe des Rrichslcxnch cine Friedensgrwäbr siehr. Oder glaubt er etwa, das; dadurcki die Franzosen ihre Niederlagen von 1870_71 vergessen würden? Wir köiinrn es nicht annehmen.
Jm Weitem betont Bischof Freppel den französischen Charakter des Rrickxsianch. Das ist nur zum Theil iu ctwas richtig; was jetzt französisch erschrint, ist franzöfirt worfen, dcr größte Theil des Reiciyslandes hat nock) Heutzutage volikommen deutschen Charakter, in Sprache wie in Sitte. Was dcn A1t§schlag giebt, ist, das; diese Länder urdeuiich waren, das; sie 1an von Frankreich in schmäblicber Weise entriffrn wurden, daß wir fie uns in fcbWerem, opfervoilen Kampfe zrtrückcrobert haben, und daß sie in vollgiiltigem Vertrage von Frankreich an uns abgetreten sind. Deutschland war es doch in der Zbat nicht, wechcs 1870 den Kriegßbrand entzündete, Deutschland ist nicht an den schrecklichen Leiden Schuld, die der Krieg forderte; als unsere besten Söhnr auf den französischen (Gefilden verbluteten, ihaten sie es, um cinrn widerrechtlichen, von Uebermurl) eingegrbcnen Angriff adzUWLbren, und was im Kriege mit Recht errungen ist, behalten wir auch mit vollem Recht als unser Eigenthum.
Für uns kann die Rückgabe des Rcicbölandes an Frankreich gar nicbt in Frage kommen. Es wird fich kein deutscher Prrrscbcr dazu entschließrn, und selbst wenn dicirr es onte, würde fich keine Volks- vertretrmg finden, Welche cin solchcs Abkommkn guthieße. Es ist nichr gcrade angcnckm, auf abgetöane Sachen zurückkommen zu müssen, aber rs ist tiöibig, um so mehr., als es ein so Hochgeachtcier, tüchtiger und glaubcnseifriger Bischof ist, der bei seinem Interesse fiir den Frieden der Vöikrr und die Beruhigung scincs Vaterlandes sick) poli- tischen Zliusioncn bingegrben bat, die sich unmöglich Verwirklichen lassen Und die auch kein maßgebender Politiker ernst nehmen wird.
_ Die „National-Zeitung“ schreibt in ihrem Wochenbericht vom Berliner Waarenmarkt:
Unter den Industrien, welche die Aufmerksamkeit besonders auf sich zu lenken geeignet schcinrn und die uns in unserem dicEwöchent- [ichen Bericht beschäftiaen sollen, steht die Lcderxraarenindustrie im vordersten Trcffrn. Dieselbe hat für Handel und Verkehr in den leyten Jahren eine Bedeutung gewonnen, die sie eben- bürtig neben anderen von Berlin aus den Weltmarkt be- herrschenden Handels- und Exportartikeln erscheinen läßt. Nock)
vor etwa 25 Jahren ganz geringfügig und den cigerten Bedarf Von außerhalb deckend, har fie erst allmählich,
aber später sehr rasch aufsteigend, zu "ungewöbniicher Höhe sich erhoben. Die ehemals maßgebendrn Plaße, Wien und Offenbach, Haben ibre Vorrechte an Berlin abgeben müssen und sowohl in Bezug aus Ausführung als auxb auf, Hersteliungdpreise hat die Metropole die anderen Orte langst Überfliigelt. Es werden ails dicse Artikel in geichmackvoUsr, guter AuSwabi und ent- sprechender Arbeit hier hergestellt und ,das elegantere wie das cinfachere Genre bestens acpflegi. Brieftaschen, Cigarrenetuis, Geldtäschchen aiXer Art, Schreibmappen, Reise- und Arbeits- ncceffaires, Koffer, ergeben eine Vielfältigkeit der Produkjion, welche eine große Menge Ardeiiskräfte absorbtrt. So beschäftigt die Pr-ricfeuillebranche allein mehrere tausend Arbeiter in circa 120 Fabriken mid der Produktionsbetrag übersteigt 12 Millionen Mark _ es iir also die ©esammtz1ffer der Lederindustrie wohl als eine außerordentlich hohe zu betrachten. Natürlich ist es nicht nur das Inland, welcher; diese Waaren' komumirt, Lederwaaren gehören zu den bervorragendstrn Exportartikein, für welche, außer den tranSatlantifchr-n Ländern, auch Frankretck), Oesterreich, Ruß-_ land, England, Schweden und Norwegen einen großen Bedarf haben. Die zur Fabrikation erforderlichen Materialien werden jeßt zum größten Theil am hiesigen Play hergestellt, während fie früwer von außerhalb bezogen wurden. Die Berliner Gürtlerei hat die An- fertigung fast aner für die Lcderrraarenmdustrie nöthigcn Metali- artikel übernommen und erzeugt dieselden in solcher Fülle und Ver- vollkommnung, daß diese wiederum zu einem besonderen Ausfuhrartikel geworden find. . . .
Eisenbahn-VerordnungS-Blalix Nr. 5. _ Inhalt: Staatsvertrag zwischen Deutschland und Danemark, betreffend die Eisenbahn Von Heide über Friedrichstadt, Husum und Tondern nach Ribe. Vom 18. Dezember 1887. (Uebersetzung _ R.-G.-Bl. von 1888, S. 3.) _ Nachrichten.
Kunst, Wiffeusckxaft und Literatur.
Kriegs- und Manöverbilder von Johannes von Dewall. Mit 80 Illustrationen vox) H. Albrecht. 2 „46 Ver- lag von Carl Krabbe in Stuttgart, em Bändchen voll lustixZer Ge- schichten, die I. von Dewall, der bekannte liebenswürdige H storikrr
, Thüringer Volkslied“, zwei Briefe von
der Kadettensireiche uns aus Kriegs- und, ; riedenszeiten zu erzählen WLY, und unter denen namentlich die Gescht te voni Roß Schmerzens- rei ergö [ich ist. H.A[brecht hat die einzelnen Situationen prachtig Zn leifctbtll t ingeworfenen graziösen Zeichnungen voll Laune und Humor arge e .
_ Die .Neue Musik-Zeitung' enthält in Nr. 4 u. A.: „Franz Liszt auf seinem ersten Weltflug“ von La Mara; ,Das riedrich Kücken, mttgetbxilt von Wilhelm Tappert; „Fürst und Küps ler“ vop L. Erbach; „Erne Wagner-Büste“, eine heitere und lehrreiche Geschichte aus dem Leben von Ernst Pasqué; „Ein Wort über die Musik der Ungarn“ yon Adam Löffler, _ man sieht, lauter Beiträge namhaftester Sebrtfx- steller. _ Ferner bringt die Nummer 4 eine Illustration des fur Hannovrr bestimmten Franz Abt-Denkmais. Wie wir von der Ver- lagsbuchbandlung Car Grüninger in Stuttgart erfabrrn, beginnt bereits in_ diesem Quartal die von Prof. Dr. Svoboda verfaßte „Jüustrirte Musikgeschichte“ als Gratisbeilage der „Neuen Musik- Zeitung“ (80 „3 pro Quartal) zu erscheinen. „
_ Antiquarisches Bücherlager von Kirchhoff u. Wigand in Leipzig. Nr. 800. Geschichte. [. Yerrmscbtes und HülfSwiffenschaften. Inhalt: 1. AUgemeines und Yermtschies. Revuen. 11. Aligemeine Welt- und Kirchengeschichte. _ Die Juden. 11]. Ge- schichte einzelner Perioden. 1) Grschickvte des Alterrbtims. 2 "(Ge- schichte des Mittelalters. 3) Neuere Geschichte. XY'Historischc "ulfs- wissenschaften. 1) Anthropologie, Ethnoiogie, Prähistorrk. 2) Ylferthurzter, Kultur- und Sittengeschichte. 3) Feierlichkeiien, Ceremomell,Kostum. 4) Geistliche und weltliche Orden, Ritter- und HeeWescn,_Waffen. 5) Grnealogie, Heraldik. 6) Chronologie, Diplomatik, Spbragisttk. 7) Na- miSmatik. 17. ;Phyfikalisrhe und politische Geographie. Aliaememe Staxistik. Rei“ Ln, Atlanten. _ Nr. 801. Geschichte. ][. Das Deutickw Reick) und die frübercn Rrich-Zlande (Deutsch“Oesterretck), Schiveiz, Niederlande und Belgien). _ Inhalt: 171, Deutschland. 1) Im Allgemeinen, Die Kriege von 1866 und 1870/71. 2) König- reich Preußen im Aligemeinen. 3) Provinxen Preußen und Posen 4) Pommern, 5) Brandenbur mit Alt- und Neumark. 6) Schlesien. Die Laufißen. 7) Königreick) Sa sen und Thüringen. 8) Preußisch Sachsen und Thüringen. Arxbalt. 9) Meckkenburg. Lauenburg. 10) Schleswig- Holstein. 11) DiePansesiädte. 12) Hannover und Braunschwcig. Der Harz. 13) Oldenburg. Ostfriesland. 14) Rheixiprovinz und West- falen. _Ornabrück, Waldeck. Lippe. 15) Kur- und Rbeinbeffxn. 16) Nasiau. rankfurt a.M. Wetzlar. 17) Bayern und Rhein- Pfalz. 18) ürtiemberg (Schwaben), 19) Baden. 20) Eis_ackß. DeutsÖ-Loröringen. 711. Die früheren Reichslande. 1) Deut] - Orstcrreick) (Wöbmrn LC,). 2) Die Schweiz (und das Veltlin). 3) Die Niedrriandc. Belgien. Luxemburg.
Land- und Forstwirthsrhaft.
Berlin, 21. Feixruar. Der Kongreß deutscher Land- wirthe trat beuie Vormitt'ig 10.) Uhr im großen Saale des Architektrnhauses zu seinrn dießjährigenBerathungen zusammen. In das YräfidiUm wurden die Hrrren des vorjäbrigen wiedergewählt: Erb-
ber-Jägrrmeister Von Jagow (auf Rühstädt) 1. Vorsitzender, Ab- Zeordncter Vr, Frege (Abr-Naundorf) 2. Vorsrßender, und Ritterguts- csrßer Alfieri (K'oppcrshagrn 3. Vorsißender. _ Da der Erb-Ober- Jägermeisirr von Jagow dur Krankheit an der THeilnaHme behindert war, führte ])r.Frcg2 den Vorsitz. ])r. Frege eröffnete die Sitzung mit rincr bcgrüßenden Ansprache und einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und König.
Hieraqurlas Hr.Alfieri eine Adresse an Se. Kaiserliche uud Königliche Hobeir den Kronprinzrn.
Die Absendung der Adrcffe wurde cinmiithtg beschlossen.
Erster Grgenstand der BeratHungen war der Bericht des Dr. Wilk). Wolf (Döbeln) über die billige Erbaltung des Stickstoffs im landwirthschaftlichen Betriebe und über die günstige Wirkung, weicbe die Thomasschlacke hierbei in ihrer Anwendung für Felder und Wiesrn äußern muß. _ .
Es wurden zwei Rewiutionen dem Ausschuß zur weiteren Ver- anlassung und Ansfübrung überwiesen. Diese Rrsolutionenlauten:
„Zn Erwägung, daß die Erhaltung des Stickitoffes als wichtigstes und tHeuerst-ss „Pflanzen-Nak)rung§mitte[ im wirtbschaftlichen Haushalt drr Pflanzenproduktion alle Landwirtbe _ für al]? Bodenarten und Wirtbschaft§weisrn _ mit gleichem Interesse berührt, und durch zweckx mäßig durckygeführfc Erhaltungsmethodcn fiir den Stickstoff der festen und flüssigen Exkrrmente der Thiere und der menschlichen Fäkalstoffe eine Verbiliigung dcr Produktionskotten Herbeigrführt werden kann, one der „Kongreß deutscher Landwirthe': die Stickstoffsrage in der Landwirtb- schaft dadurch fördern und dahin wirken, das; zur Erbakfung des Stickstoffes im landwirthsÖaftlichen Betriebe Versuckye im Stail und auf dem Feide durch Mitglieder des „Kongresses der Landwirtbe“, welche die verschiedensten Bodenarten in den verschiedenen Gegenden Deutschlands bcwirthschaftrm nach der ii] den Referaten dargelegten Weise ausgefiihrt Und die Resultate dicicr Vrr1uche dem Kongrcß zur Mittheilung gebracht 'wcrdxn“. , ,
„Der Centralverein dcut1cher LandwrrtHe betrachtet die"Sttck- stofffragr, d. L). die Frank, dl) einzelne Pflanzen wirklich die ahigkeit bcfi cn, ihren Stickstoffbcdarf aus der Luft zu „de en und formt siickstoffbercicberno zu wirken, „als die wichtigste zur Zeit schwebcndc Frage auf dem Gebiet der Agrikultur-Wiffen- schaft. Der Kongreß bittrt deSdalb den Verband deutscher Versuchs-Siaiionen, fick) die Löiung dieser Frage ,in erster Linie ungelesen [ein zu [affen und das Ergebnis; der bezüglichen Forfchungen dem KoZgreß in dessen Uäidsfjähriger Sißung zur Kenntniß bringen zu wo en.“
_ DieZeitsckprist „ D as Pferd “, redigirt von Frhrn. Von Boelßig, Verlag von Friesermd von Puttkamer in Dresden, bringt in ihrer Nc.4 des Jahrgangs 1888 folgende Beixräge; Ueber Moment-Hilfen. Von E. R. _ Das russische Staatsgestüt Kbrenowoyc. Von riß Flaum. (Schluß.) _ Dicnaturgemäße Heilung von Wunden und ruckichädcn bei Pferdrn obne Anwendung von Arzneien. _ Ein anderes Bild von Spohr, Oderst-Licutcnant z. D. (Schiriki) _ Ueber Kolik. Von M. Speck, Freiherr von StertrbergßLüZ1chenw _ Ueber das belgiicbe Arbeitspferd. _ Das Rennjahr 1887. _ Sportplaudereicn. Von D. v. W. _ Umschau. _ Literatur. _ Inserate.
Gejverbe und Handel.
Posen, 21. Februar. (W. T. B.) Der Heutige Saaten- markt war weniger stark als im Vorjahre besucht, das Angebot namentlich Seitens der Händler stark. Fiir den Provinzialgebraucb wurde zwar Manches gekauft, das G2schäft blieb aber iehr schleppend. RotHklee in guter Waare gesucht, Weißklee außer- ordentlich vernachlässigt. .Bezaölt wurde: Rotbklee, ordinärer, mit 30, mittel unt 35, fem mit 40, borizfein mit 42 «kü Weiß- klre, ordinärer, erzielte 20, mittel 25, fein 32, hochfein 40 .“ Wundklee 35 bis 45 “FL, Saatbafer, Saatgerste, Saaterbsen sebr -vernachläsfigt, leßtere mrt,160 «jk bezahlt. Saradelia 3? bis 5 «si bezahlt. Schluß sehr ruhig.
Submissionen im Auslande.
Spanien.
1. März. Barcelona. quummisuw aouaijtmoioual. Holz- pflasterung einiger Straßen. Voranschlag: 2020 737 Pesetas. Kaution vorläufig 50/0 endgültig 10 0/0. Nähere Bedingungen in spanischer Sprache zur Einsicht beim „Deutschen ReichS-Anzeiger'.
Verkehrs - Anstalten.
Aachen, 21. Februar. Die erste englis e Lost vom 20. Februar ist aus eblieben. Grund: Das hat in OstferßrZ? wegen ungünkitigen Windes im Kanal den Anschluß ver e .
_ LW. T. B.) Die Post von dem am 18. Januar. von Shang ai abgegangenen Reicbs-Postdampfer ,Neckar' ist in':