Aber es kam anders. Ganz allmäbligb, zuerst ganz leise, dann immer vernebmlicher regten fich in den' Kreisen der ArbeitHeber selbst Bedenken sowohl sittlicher als materteller Natur. Ob d e ethischen Bedenken allein biggereicbt hätten, den Umschwung herbeizuführen, lassen wir unentscbteden. Schon vom Standpunkt des nüchternen Rechners kamen aher unsere Arbeitsberren allmählich u der Erkennt- niß: weniger Ware mehr. Schon die bisherige uSnußung des MZnscbenUiaterials mußte, Wenn es so fottging, den Arbeiternacbwuchs gefabrden. Akutxr als iese Gefahr aber war eine andere. m ver= bängnißvollen Ztrkel führte die ungezügelte Produktion zur erringe- rung des Untemebmergewinns, die man wett zu machen suchte durcb abermalige Ausdehnung der Produktion _ lediglich mit dem Erfolge, daß der Untemebmergewinn nur noch weiter berabsank. Das istder Stand-
unkt, auf dem wir jetzt stehen und von dem wir_ vieUeiébtPerioden urzen vorübergehenden Aufschwungs abgerechnet _ nicbt loskommen we_rden, wem1 nicht Eins eintritt, was jexzt al_le unsere Arbeitgeber Mit nur werxtgen AuSnabmen wünschen: Einschrankung der Produktion. Nys rein freiwilligem Wege, d. b. durch die sog. Kartelle, erreichen tmr diesen Zweck nicht, wenigstens nicht auf die Dauer. So bleibt nur Eins übrig: der geseßliche Schutz des Arbeitgebers gegen den Arbeitgeber. Schu gegen die eigene Konkurrenz _ so wird die Formel lauten mü en, mit welcher die auf Besckpränkung dcr Sonn- tag», Nacht-, Frauen-, Kinder- 2c. Arbeit gerichtete Arbeiterschuß- gefe gebung aucb den Arbeitgebern annehmbar und zugleich zu einer wir samen ArbeitZebersckmtzgeseßgebung werden mag.
Inwieweit et ische Motive mitsprackzen, als bei dsr jetzt viel- besprocbenen Erhebung über die SonntagSarbeit genau zwei Drittel der Großindustrieklen einer Beschränkung der Sonntagsarbeit zu- neigten, [affen wir dabin gkstellt. Schon das matericÜe Interesse, w€lches jc- t beide Theile an der Einschränkung der Produktion Haben, wird die * rbeitgeber dem Weiteren Ausbau der Arbeiterschußgesetz- ge_bung geneigt chben. Aber nur unter einer Vorausseßung: der namlich, daß d1e Produktionseinfchränkun die gesammte Kon- kurrenz gleichmäßig trifft. Genügie a s Geltungsgebiet Von Arbeitsrschutzgesexen der Umfang des Partikularstaats, so könnten wir. uns bei vielsweise in Sachsen den Luxus partikula- rist1scher Zufriedenheit mit unserem SonntagSgcseYe wobl gönnen; denn beilaufig glauben wir nicht, daß man auch bei dem Zusammen- wirken aller Faktoren im Reich etwas viel Besseres wird schaffen k?nnen, als die es Gesetz. Aber damit kann nur unseren Arbeitgebern 'mclyt gedient Fein. So lange das Zaubermittel, internationalen Var- einbarungen 1hre, UUVerleZlichkeit und gagemeine Durchführung zu sichern, noch n1cht erfunden ist, müßen fie wenigstens nationale Geltung der Arbeiterschußgesetze fordcrn. . . .
Sanitäts-, Veterinär- und Quarantänewesen.
Rußland.
Zufolge einer, Anordnung des General-Gouverneurs zu Odessa Werden die Provemenzen der italienischen Küste von Bari bis Ancona statt einer Quarantäne-Observation nur noch einer ärztlichen Befichti- gung umerzogen. (Vergl. R.“.A Nr. 44 vom 18. Februar 1888.)
Geloerbe und Handel.
Dresden, 27. Februar. (M.TB.) In der heufigen Sißung des Aufsichtßraths der Dresdner Bank Wurde die Bilanz pro 1887 Vorgelegt. Der Bruttogewinn stellt sich auf 4321 024 „46, der NettogeWmn auf 3150224 „kk- Der am 28. März einzuberufenden Generalversammlung soi_1 eine Dividende Von 7 0/0 vorgeschlagen Werden. Dem Reservcfonds wcrden 180000 .ij zugewiesen und 15 347 9-6 auf neue Rechnung vorgetragen.
Verkehrs - Anstalten.
Amtlichen Nachrichten zufolge sind die auf. den d (1 n i s ch e n
Eis e n b a b n li n i en durch Schnceverwebungen emgetretenen Ver- kehrsstörunßen bezüglich der wichtigeren Strecken wieder beboben.
Ham, urg, 27. Februar. (W. T. B.)_ Der 5Yostda mpfer
. Moravta“ der Hamburg-Amerika ntscben acketfabri-
Ak t ie n g e se [ l s ck) a ft hat, von Ncw-York kommend, gestern Abend
6 Uhr Seillv passirt. Der Verkehr auf der
Luzern, 27. Februar. (W. T. B.) Gotthardbahn ist wieder frei. Kopenhagen, 27. Februar. (W. T. B.) Der Eisenbabne verkehr auf Lolland und Falster ist noch gestört; auch d;e Yrbeiten zur Wegräumung des Schnees sind jetzt eingestellt. Die am reitag Abend in (Hjeds er angekommenen Reisenden smd zur Zeit noch n1cht bier eingetroffen.
Theater und Musik.
Nach langem körperlichen Leiden und barten Prüfungen ist es Hrn. Carl Mittell, wie er es sich gßwünscbt hatte, vergönnt ge- wesen, sein vierzigjährigcs Künstler-Jubilaum und zugleich seine Ver- abschiedung von der Bühne, der Stätte seines früheren Wirkens, zu feikrn. Freilich wax diksks Wiederauftreten von schmerxlichen Empfin- dunaen nicht frei._ denn eine schwarze Binde verdeckte das eine Auge, welches der Künstler in Folge einer Krcinkheit verloren hat. Das Wallner-Tbeater, in Welchem die Fe1er in Gestalt einer Benefiz- Vorstellung stattfand, war sehr gut beskßt. Unter den Anivesenden waren Freunde und Verehrer drs Gefeierten in H1nreichend großer Zahl, um dem Künstler bei seinsm erstkn Erscheinen einen Herzlichen Empfang zu bereiten, und im Verlaufe des Abends gewann er durch seine echt künstlerische Darsteüung auch, die TbUlnabme des fernerstebenden Publikums, sodaß es an stürmtscben Beifallsbezeigungen nicbt fehlte. Fr. MitteÜ eröffnete das Programm 'mit einem altmodischen Genre- ild „Der Zigeuner“ von Verla, m welchem er als .PSti" durch sein Warmherziges und bumorvoÜes Spiel cbenso ergreifende Wir- kungen bervorbracbte, wie vor langen Jahren. _ Auch di,? anderen Rollen, Welche er vorführte, die des Leonce ». CyamP-Tourné in Ascher's „Ein delikater Auftrag“ und sein Constantin Von Horst in Moser's „Ein moderner Barbar“, sind längst bekannte und binreichsnd gewürdigtc Leistungen; aber überraschend War es, daß der Schauspieler an Frische und Lebendigkeit nichts eingebüßt hat und daß sein Spiel das traurige Wabrzcicben des schwchen Leidens, die schwarze Binds, oft ganz vergessen ließ. Nach dem zWeiten einaktigen Lustspiel wurdkn dem Jubilar schon so viele Kränze und Blumen zugeworfen, be- gleitet von einem rauschenden, schier endlosen Beifallssturm, daß Hr. Mittel] mit bervegter Stimme bat, Wxitere Zeichen des WohlwoÜens bis zum Schluß der Vorstellung aufzu1pare11. Auch nach Schluß der Vorsteüung wurden dann noch viele Zeichen der Vexehrung und Aner- kennung ibm dargsbracbt, welche den scheidenden Künstler zu einigen Wortkn des Dankes veranlaßien.
Das Wallner-Theatex War am gestrigen Sonntag bei der 82. Aufführung der UnVLkWÜstlTÖ heiteren Stücke „Ein toller EinfaÜ“ und „Der Mizekado“ wiederum ausderkauft.
_ Walballa-Tbeater. Morgcrx und übermorgen finden die beiden leßten VorsteUungen von „GtroflÉ-Girofla“ statt, und am Donnerstag werden steh die franzöfis_chen Gäste mit einer Festvorsteüung zu Ehren der Press? von den) Verlmer Publikum vkrabscbieden. Am Freitgg beginnen 1odann d1e_ .Münck11ner“ ihr Gastspiel mit dem aÜezett zuakräftigen „HerrgottsWniZer“.
_ Die Concertjängerin Frl. Eiisa von Wittenburg aus Dresden gab am Sonnabend unter Mtiwirkung des hierfclbst noch in gutem Andenken stehenden ungarischen Violinvirtuoscn Hrn. Tivadar Nack) Hz und des Philharmonischen Orchesters in der Sing -
Akademie ein Concert, in Welchem sie zum ersten Mal vor dem hiesigen Publikum erschien. Unter Leitung des be- rühmten Gesanglebrets Panofka, des Gründeis . der „409.116ij 118 absatz“ zu London ausgebildet, hat sie ihre von Natm: auf Mezzo-Sopran veranlagte, besonders in der Mittellage sebr wobl. klingende Stimme durch fleißige Studien bis 111 die höhere Touregjon der zweigeftrichnen Oktave auSzydebnen gelernt; doch bleibt die voll. ' kommene Außgleicbung der Register noch zu wünschen. Die Künstlerin zeigte in den gewählten Arien und Liedexn eine anmutbige und belebte Vortragsweise, Diese kam besonders in einer Arie ihres Lehrers: „0 Zalußaris“, sowie in versch1edenen Liedern von Fuchs und Taubert “zur Geltung; auch das Volkslied: „89.1119, 1110111“, das die Sängerin mit 11eschm11ckvollen Verzierungen ausführte. erwarb sich gleich den genannten Piécen sebr lebhaften Beifakl. Die Arie aus Donizetti's Oper: „Anna Bolena“ schien'ur'is nicht glücklich ge- wählt. _ Hr. Tivadar Nachz trug das lemconcert von Max Bruch (op, 26) mit voÜendeter Bebexrscbung aller technischen Schwierigkeiten und mit besonders, getstvoücr Auffassung vor. Die Ausführung dieses Werkes Me die der kleineren Soli von Wieniawsky und Ernst wurden mit außerordentlich lebhaftem Beifal! und Hervorruf von Seiten des sehr zahlreich er- schienenen Publikums aufgenommen. Dem Philharmonistben Orchester, das unter Leitung des Hrn. Kogel die Hebridcn-Ouverture von Mendelösobn, sowie die Begleitung sämmtlicher (Gesang- und Violin- soli mit lobenswerther Präzifion ausführte, gebührt ein wesentlicher Antheil an diesem Beifall.
_ Der zweite Klavier-Abend des Hrn. Frederic Lamond (Brahms-Abend) findet am Dienstag, den 28. d. M. (8 Uhr) im Saale der Sing-Akademie statt.
_ Hr. Eugen Guranerc-nstaltei seinen 3. Liederabend am 29. d. M. (71 Uhr) in der Smg-Akademie.
Mannigfaltiges.
Die aus Anlaß des 100. Geburtstages des Philosophen Arthur Schopenhauer von der Stadt Danzig gestifteten beiden Gxderzktafeln an den Häusern Heiligegeistgaffe 81 und 114 daselbst prasenttren sich nunmehr dem Blick des Bescbauers. Beide Tafeln smd (11,16 fein vo1irtem schwarzen Odenwälder Granit bcrgcstelit; die Jnscbrtsten sind 111 gotbischen Lettern mit doppelter Vergoldung aus- geführt. D1eje111_ge auf der Tafel an dem Hause Heiligegeistgaffe 114 lautet: „In d1e1em Hause Wurde Arthur SÖopenßaucr am 22. F1- bruar 1788 geboren.“ Auf der Tafel an dcm Hause Heiligegcn't- g_affe 81 [11'st man die Worte: „In diesem Hause verlobte Johanna Schopenhauer ihre Jugendjahre 1766_1785.“
London, 24. Februar. (A. C.) 131". Gill, der Direktor der Sternwarte in Kapstadt, meldet die Entdeckung eines Kometen am 19. d. M., um 2 Uhr 33 Minuten Morgens. Der Komet stand zur Zeit in recßter ASccnsion 19 Grad 11 Minuten 33 Sekunde'n u_nd südlicher Deklination 56 Grad 3 Minuten 44 Se. kunden. Die 1agliche Bowegung war 7 Minuten in rechter AÖcenfion und 11 Grad 111 Deklinatwn. Der Komet ist von fiebenter Größe 11111 wvhidefinirtem Kern und einem 311271 Grad langen SchWeif. Er 1st dem unbewaffneten Auge sichtbar.
„London„ 24. Februar. (21. C.) Nach der technischen Zeit- schrift ,Jnventwn“ werden die ersten sechs Exemplare Von Edis on's „P bonograpb" Anfgng nächsten Monats in London erWartet. Oberst (Hourayd, Ed11on's Freund und Vcrtrster in Europa, hat die Absicht, d1e ersten sechs Apparate dan europäischen Herrschern zitm Geschenk zu machen. Außerdem wird ein Agent Edisou's, mit F???) Pbonographen ausgestattet, die erstkn Gelehrten dsr alten Welt
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Französischen von Carl Laufs. 84. Male: D Pititu.
Wind- von Otto Ewald.
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Halbe Preise! Dienstag? Die Reise um die Welt nebst einem Vorspiel: Die
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Berlin. . . . 768 OSO
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1) See ruhig. 2) See leicht beWe t. ruhig. 4) Reif. g Uebersicht der Witterung. Tex Luftdruck bat aÜentbalben zugenommen, ein Max1mum vox1 781 m liegt übcr dem “finnischen Meerbusen,_ wahrend sxck) der relativ niedrige Varo- meterstarzd 1m_ Südeen erhält, Zu Folge dessen dauert dre meist mäßige östliche Luftströmung über West- und Central-Europa fort, In Deutschland tst das Wetter meist triibe. Die Temperatur liegt daselbst zivar noch unxer dem Gefrierpunkte, ist aber mit AuEnabme dxs außersten Ostens erheblich ge- stiegen. Nur Ktel und Keitum melden geringe Ntederscblage. Obere Wolken ziehen Über West- deutschland aus Südwest. Deutsxhe Seewarte.
Cork,Queens-
tOWn . . . . Helder . . . . Sylt ..... Hamburg . . Swinemünde Neufabrwaffer Memel
wolkig wokkig") - bedeckt * bedeckt bedeckt heiter heiterZ) beiter
. bedeckt bedeckt bedeckt . “bald bed. * bedsckt
Karlsicube . . Wiesbaden . München . . Cbcmniß . . Berlin. . . . Wien . . . . Breslau. . .
Triest . . . .
3) See 1) Dunst.
auftritt. und trocken,
770 766 772 771 775 780 __ 783 Münster. . . 765 763 764 761 763 772 770 772 763
') Reif, Dunst.
Uebersicht der Witterung.
U11_tcr dem Einfluß eines daromckrifcben Maximums“ 111111 1111er 780 mm„ Welches fick) von Süd-Norivegen sudwarts nack) Sixd-Rußland erstrccki, dauert über „Central-Euroya, d1e' östliche Luftströmung fort, die 1111 Norden massig b1s stark, im Süden meistschw.=ch Das „Wetter ist über Dkuxschland heiter ' im Norden Uebrtgen wärmer. deuischland steÜenweise etwas über, dagegen in Nord- deutschland 6 bis 16 Grad unter NuÜ. Schneehöhe 111 Hamburg 7 am.
Million. Großes von 21. d'Ennery und Jules Vkrne.
Mittwoch und folgende Tage: die Welt in 80 Tagen.
wolkig . wolkenlos wolkenlos ' 1volkcnl.1) wolkenlos wolkenlos ' heiter better “ dunstia heiter?) wolkig beifer wolkenlos Hcdeckt _ wolkenks) Heiter
Gesellschaft Schürmann. Girona. 1411)er 171111100 61; 11]. 12811161". 11118. 1511111111116 Osorosa.)
(Kiruna.
Operetten-Geselischaft.
Herrgottschnißer. 3) Reif. Die Dxeizchn. Anfang 7 ch.
, und Osten kälter, im Die Temperatur liegt in Süd- (Sohn).
Mittwvck): Dieselbe Vorsteüung.
Deutsche Seewarte. der
Mittwoch: Opernhaus. Stebcntx Symphonie-Soirée der Königl. Kapelle. Schauspielhaus. heit Salomo's.
Theater - Anzeigen.
Königlilhe Zchauspicle. Dienstag: Opern- bazzs. 54. Vorstellung. Der Trompeter von Sakkingeux Oper in 4 Akten nebst einem Vor- Éiel von Victor E. Neßler. Dichtung mit autori-
Paul Heyse. Anfang 7 Uhr.
rtxr, theilweiser Bcnußung der Idee und einiger
r1 mal-Lieder aus I. Victor von Scheffel's Di'tung von R. Bunge. Baklet von Charles Gutllem1n.' Anfang 7 Uhr.
Schauspwlbaus. 58. Vorsteüung. Ein Winter- u_mr eu. Schauspiel in 4 Akten von Shakespeare, fur de deutsche Bühne neu fichßt und bearbeitet von Franz von Dinelstedt. usik von Tr. von Flotow. Tanz von . Graeb. Anfang 7 U r.
In Scene gesetzt vom Direktor Anno.
Deutsches Theater. Dienstag: Galeotto.
Mittwoch: Die berühmte Frau.
annet_stag: Faust. (Anfang 6x Uhr.)
Die nachste Auffiißrung von Götz von Ver- lichingen findet am Sonnabend, den 3. März, statt.
Keine Vorstellung. E Jacobson
59. Vorsteüimg. Schauspiel in
Die Weis- 5 Akten von
Dekorationen , 51. Male: m 4 Akten von W. Mannstädt.
Mittwoch: Dieselbe Vorstellung.
Concert-Yauo. Dienstag : _- « 75 Künstler
(10 Solisten). 50 Künstler.
Dienstag: Zum 84.M.: Poffe in 4 Akten nach dem
ex Mizekado, odcr: Ein Tag in Parodtstisch-musikalischer Scherz in 1 Akt
Mittwoch: Ein toller Einfall. _
_ „ Durand und Durand. _ Schwank m 3 Akten von A. Valabrégue und M.
Victoria-Theater. Nur noch 19 VorsteUungen. Zum
in 80 Tagen, Wette um eine Ausstattungsstück mit Bal]?!
Die Reise um
WalhaUa-Thcater. Dienstag: (Gastspiel der Mdile. Dccroza und der französischen Operetten- 11nter Leitung des Jmpresario Mr.
Zum vorlcyten Male: 011618. 1101111'6 811 3 301388 (18 1111, U.
Mittwoch: Zum lthen Male: Donnerstag: Abschieds-Soirée der franZöfischcn Hr. Freitag: Erstes Gastspiel der Münchener.
Dienstag: Mit ULUL'r Ausstaitung. _ Operette in 3 Akten mit freier Benutzung e111esfranzöfischen Sujets von F.Zell.
Mittwoch 11. folgende Tage: Die Dreizehn.
Residenz-Theater. Dienstag: Zum 67. Male:
Fraucillon. Schauspiel in 3 Akten von N.Dumas Deutsch von Paul Lindau.
BeUe-„Allmnce-Thcater. Dienstag: Gastspiel r,. Marie Geistinger mit den Mitgliedern des „riedrtÖ;Wilhelmstädtiscben Theaters. 27, Male: Dre Sglontirolerin. Posse mit Gesang in 3 Akten (4 Bildern) von Engelbert Karl und , (Katharina und Midei Achenbacher: Fr. Marte Geislinger.) Anfang 7 Uhr. Mittwoch 11. folg. Tage: Die Salontirolerin.
Central-Theater. Dienstag: Mit ganz neuen ,Kostümen und Requisiten. Die Himmelsleiter. Anfang 74 Uhr.
Concert des Kapelimeisters Herrn Karl Meyder, Streich - Orchester
Dienstag: Novität! Gesetz- lich geschüyt! Japan, oder: Die ueckischen Frauen des Mikado. Großes equcstrisches Ausstattungs-Divcrtiffe1nent. _ Auftrcten der 5 Phänomene, der Luft. _ „Es-Hamid“, arab. Vollblutbengst, vorgkfübxt von Frl. Pauline Veith. Dcr _ ,Cobham“ und .,Kirbildiß“, Vollblutsvring- Pscrdc, gcrttten Von Hrrn. Otto und Gsorg Hager. Der Jockcy-Ritt von Frl. LiÜie Mears. _ .Kandelaber“, Schulpfcrd, geritten von Hrn. Otto Hager. Auftreten der Schnlrcitcrin Frl. Wagener,
Mittwoch: Vorsteliung.
1111-1112; Renz. Zum
Hierauf:
C“. Renz, Direktor,
594. Male:
Familien - Nachrichten.
Verlobt: Frl. Sophie Bödkcksr mit Hrn. Kapitän J.Mennertcky (Osterholz-SÖarmbeck). _ Frl. Frieda Sager mit Hrn. Bernhard Draheim (Britel-Scbwexin). _ Frl. Adels Bichcl mit Hrn. Lirut.,z. S'. Malte Frhr. v. Schimmalmann (Ver1111_ kiel). _ Frl. Hcdwig Zechlin mit Hrn. Puschl JZbanneTs WFtTYTh (Sgtledel_§§Stefimke).
011110 -_ j _ r . era uacn rei 1111 111. an mann
( US 6 Wü“ Adolf Prius; (Verlin-Acichcn).
Eironé- Verehel1cht: Hr. Hermann Diestel mit Frl.
MarYretbe Augustin (Keetz i. Meckl._Berlin), _
ustqv Kamphausen mit Frl. Johanna Ha- macher (Limich). _ Hr. Major Tells von Milo.- 111ow1137MoeÜcndorff mit Frl. Margot v. d.La1'.cken- Wakemy (Griebenow).
Geboren: (2111 Sohn: Hrn. Pre1n.-Lieut- (Grafkn von Sch1ieffcx1 (Potsdam). _ Hrn. von (ngscnapp (Grünwald). _ Hrn. Wilhelm Kisker (Blelkfeld). _ Hrn. Apotheker Max Sauex (Bremen). _ Hrn, Pastor Robert Herdiekerhoss (Oestrich b. Letmathe). _ Eine Tochter: Hrn. Gustav Lanaenbeim (Berlin), _ Hrn.1)r, 111611. Max Altdorfer„(St. Annés HiÜ, Cork), _ Hrn. A. Iaeschke (Wustewaltersdorf). _ Hrn. A. Riehler (Wmsen b.Al1er)._ Hrn. Notar Eckertz (Zell a. „Mosel), _ Hrn. Hauptmann Frhrn. von Gayl (Kontgsbkrg 1. Pr.). _ Hrn Friy von 9).Zepelm (Marxhagen). _ Hrn. StabSarzt 131". iuttrav (Oldenburg). -
Gestorben: Hr. Oberst a. D. Louis Alexander Belluxann (Berlin). _ Fr'au Oberförster I. Pb H. R1chter, geb.Richter(Ber[i11). _ Hr. Kani“ maxm Max Hagendorff (Berlin) _ Hr. Land- gertchiörath_L1_1dwig Hornbostel (Altona). _ Frau Karolme Ktßing, geb. Zeibig, (Magdeburg). _
* Hr. Landmeffeangenieur Otto Sponholz (Jena)- _ Frau Sophie Grözinger, geb.Löffler (Köngen)- _ Hr. Fabrtkdirektor Theod. Engelen (Moers).
(Kiruna?-
Der
Zum 19. M.:
Zum
Redacteur : Ni e d e l. .
Verlag der Expedition (Scholz).
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags- Anstalt, Berlin JW„ Wilhelmstraße Nr. 32.
Fünf Beilagen (einsÖließlicb Börsen-Beilage).
Zum
Gesangsposs e B e rli n :
Gesellschafts-
(2721 )
Yichtamlliches.
Preußen. Berlin, 27. Febryar. Jm, wsiteren Ver- lauf der vorgestrigen (46) S1Hung des Rei 5- tages wurden Petitionen. erled1gt. Mehrere Ko os- teppicb- und KokOSmatten:Fabrikanten b1tten um Erstattung des von ihnen erhobenen Zolles auf Kok0§garne, sowie um Beseitigung der für die zollfreie Verarbeitung der Kokosgarne eingeführten amtlichen. Kontxo1e.
Die: Kommission beantragt, die Petrtmn, soweit sie den erstLn Punkt betrifft, dem Reichskanzler zur Bßrücksickxi ung zu iibsrwsisen, insoweit den Petentei1 511111) dte Zolla11?lage ein nachweisbarer Schaden entstanden ist; 1111 Uebrigen aber zur Tageßordnung Überzugehen.
Das Haus besckxkießt demgsmäß.
Der Leipziger Bezirksvsreixi und der Thüringer Brauer- verein, Zweigverein vom Allgemeinen Deutschen Vrauerbund, ersuchx: „111 die Grundsäße für Fixation der Brausteuor die Bostimmung aufzunehmen, das; den mit Nachsteuerpflicht Jixirten die zu hoch berechneten fixirten Steuerbeträge zuxück:
ezahlt wcrdkn.“ Petitionen desselben oder doch äh11i1chen
Yhalts haben die PetitionHkommission schon zu wiederkZOlten alen bsichäftigt. Schon dreimal wurde beschlossen, die elben
dem Reichskanzler zur Erwägung zu Überivzisen. '
EH war jedoch nicht möglich, sie vor Schluß der be- tréffenden Sessionen dem Plemnn zur Vorlags zu bringen.
Die Kommission wiederholt jeßt ihren Antrag und das Haus tritt ihm bei. _ '
Von dem Ceniraivorstande des D€11t1chen Wermeifter- verbandks zu Düsseldorf sind dem Reichstage 249 gleichlautendc mit 10000 Unterschriften [WMCÜS Petitionen zugegangsn, in
denen bsantmgt wird: „Der Reichstag 1110111“, 1111161: Erwägung *
des 111 dkn A11§fiil11u11gen dL!" Petenten11ied21g116gtei12111116111112), dahin wirke'n, daß durch Einschaltung eines besonderen Para- rapben 111 die ReichHGewerbeord11ung festgestyilt werdc,daß d1e fiir Ji? Handlungßgehiilfen gültigen Keseßlichen Besti111111u11g-311 des Allgemwincn Deutschen Handol-deseßbuchs, Miche 111 MM 171 Artikel 57 bis 64 enthalten sind, bei Beurthsilung dcr Rechts- verhältniffe der in din Fabriken angesicüten Werkmeister und sonstigen tychnischen Bstriebeeamißn zur Anwendung kommen möchten,“
Die Kommission bsantragt: dcm Reichsk'anzler , die Petit1o11e11zur Berücksichtigung dahin zu Überwe1se11, d1c 111 der Rcich§-Gew«bc§ordmmg biHlxr 11011) nicht begrßnzte recht- liche Stellung der Werkmeister dura!) Einschaltung emer dahm gehenden geseßlichen Besiinnnung zu regeln. _
Abg. Hitze empfiehlt, das HMH soUiZ dem 9111- stimmig gefaßten Beschluß der Konunission _0811791611. DW Werkmeistkr müßten auch geseylich _einen 1131781) 1v1ch11gen SteÜung als Vermittler zwischen Arbeitgebßrn und 211112153111 angemessenen Nang erhalten. Sie 721611 1111111 berufen," auf die jugendlich-zn Arbeiter einen heilsamen Emßuß (111Szu1111en, und vsrdienten in der That, mindestenI denHandlungsgthlfen gleichaeste1lt zu werden. _ _ .
Abg. Websky schließt steh diesen'AuerUhru11ge11(111. In der Praxis sei man ja den Werkme1stßrn durch Gewahrung einer s9c114111öchi en Kündigungsfrist bereite;entgegengekomnwn. Dieses GcwohneitHrecht müsse aber gessßlicl) garantirtwerden. Es sei allerdings schwer, die Grenze zu bestimmsn, 1110- dex Wsrkmeister (111211111113 und wo er aufhöre. D1ese Schw1er1gke1t könne aber da urch gehoben werden, daß als Werkm-Ustex Derjenige gilt, melch21n Cine Disziplinargewalt übertragei1se1.
Aba. Goldschmidt: Auch seine Freunde schlössen sick) dem Kornmisfionßantrage an, weil sie die Wünsche der Wsrkmeister für durchaus berechtigt hielten. , _
Abg. 11011 Kleist-Neßow: Es 191 dringend wiinschenßwerth, die Petition der Werkmeister zur Geltung zu br111ge11, und sie sei auch durchaus ausführbar, dénn 11,11ter Werkmeister „habe man bisher stets dsn verstanden, dex d1e Aufsicht, 512 Le1tu11g des Ganzen habe, nicht den Vorgrbeiter. SoUte das. aber noch zweifelhaft sein, so würde gcwixz vqn dcm Augenl1l1c1 an, wo ein solches Geseß erlassen werde, d1e Nomenklatur eine feste werden.
Der Kommisfionsantrag wird mit großer Mehrheit an-
genommen.
Schluß 21/9 Uhr. Nächste Sißung: Montag 1 Uhr.
_ Die Bestimmungen der §§. 51, 68, Th. [, Tit. 5 des Preußischen AÜgemeinen Landrechts„wonach Verträge, durch welche Jemand absolut unmögliche Handlungen oder Leistungen verspricht., nichtig und solche 11 er _unxrlaubte Hand- lungen ebenso ungültig smd, 11116 1111le 11111115111111112, ___ setzen nach einem Urtheil des ReichSger1chts, 71. (6111102111115, vom 26. Januar d. J., voraus, dgß die versprochenen Hand- lungen odér Leistungen nicht blos 111 E111ze1l1eiten, sondern als Ganzes und ihrem Wesen nach ,unmögltck) smd. Eine theilweise, durciz eine g(eichaxttge Leistung leicht zu ersetzende Unmöglichkeit hat n1cht ohne, Weiterxs die Nichtigkeit des Vertrages zuy Folge._ Der Ztmmcrmxnster S. und der Maurermeister H., 111 1rn1a S. 11. H., erw1rkte11 zu einem Bau auf dem Grundstü des Bäckermeisters Sch. 111 Berlin auf Grund einer vorgelegten Zeichnung die polizeiliche Genehmigung und stelLten einen entspr€che1zden Kostenansxhlag auf. Sch. wünschte sodann, daß 'statt„ des 111 der geneh1n1gten Fetchnung angegebenen Schornstenzs 111 der M1tte der Seiten-
ügelfront ein solcher an der Hmterfront des V „rderhauses an der Nachbargren e angelegt werde. S. u„xZ. änderten demgemäß 111 dieser eziehung' den Anschlag uiid erxlärten nunmehr unter demselben schriftl1ch, daß sie die darm be- zeichneten Arbeiten für 16000 «141 übernehmen, worunter Sch. sein Einverständnis; vermerkte., Zu dem geänderten Bauprojekt wurde aber der ,unnüße Versuch, die „er- forderliche polizeiliche Genehm1gung„ „zu erlgngen, n1cht emacht, weil nach bestehenden Polizeivorschr1fte_n Schorn- eine 3,14 m von der Nachbargrenze ent eryt sem müssen. Sch. trat von dem Bauvertrage zurück un l1eß_ den Bau in modifizirter polizeilich zuläss1ger We1se anderxveiY ausführen. S. u. H. kagten egen Sch. ive en deffen_Rucktr11t au Ent- Lchädigung und er r*1tten in der erufungmnstanz em ob egen- u Urtbeil. Die Revision des Beklagten wurde vom Re1ch§=
E' r st e B e i l a g e zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
„2146? 53.
Berlin, Montag, den 27. Februar
gericht zurückgewiesen, indem es„begri'111dend ausführte: „Von dsn Kontrahentezn war hinsichtlich der Schomfftjeinanlage nur deren Ausführung a11 dsr Hinterwaqd 111 AUQsicht genommen und für den Fall der Unzuläsßgkeit dieser Art 1Krzxr Ausführung keine besondere Verabredung getroffen. A e1r1 ebensowenig war verabredet oder gar alt;; selbstverständkch anzusehxn, daß in diesem Falle der VerTrag Überhaupt nicht gelten, daß (1110 die Anwendung des bezeichneten Mittels zur Hersteklung der projektirteu Bäckerei nicht blos einen 1311136111911 Bestandtheii der bedungenen Leistungen, sondern zugle1ch e111e VertragSvorausseßung bilden solle. Der Beklagte macht m dieser Hinsicht nur geltend, da er blos den Anschlag nur dem Schornsteinprojekt 1111 der Hinterwand unterschrieben und der Kläger dessen Gexwhmigung durcb EinreichunJ einer Nachtrags- zeichnung zu erwirken gehofft habe, 711-1361" 1». nur eme solche Einreichung den Vortrag zwischen 11111911 hergestelLt haben. Abgesehsn 111161" davon, daß der Kläger von dem Beklagten den unnützen Versuch, jene Genehmigung zu erbringen, 111cht for-
dern konnte, beruht die gedachte Annahms 611211 auf der 11nrich1ige11 , Vorstéllung, daß die Einigung Über einen 211156111811 Tth dsr Ver- [
tragßléistung OhneWLÜQWZ zugleich als VorauHseßung dßr ganlzen Vertragsschließung anzusshen ssi. Da LS sick) um eme so che in Wirklichkeit n1cht handelt, so wurde der Vertrag durch die bloßd Unausführbarkeit der verabredsten Art der Schornstein- anlage nicht unwirksam. Dieselbe hatte vielmehr nur die Wirkung, daß beide Kontrahenten sich eine angemessene Modi- fikation der betreffMden Vertrag?:bestémmung gefallen [affen mußten. Denn dieses folgt bei jedkm Vertrage aus dsm Geiste desselben (der bana 111188), da mit dem Vsrtragszweck im chifel auch dasjenige 11121 von den Kontrahenten gewollt anzusehen ist, was aanichend von den ausdrücklichen Vertrags- bestimmungen (1113 1111 nothwmidiges Mittel zur Errsichung des Zwocks hervortritt.“
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_ Die im NeichH-Eisenbahnamt aufgestYUte, in Nr. 51 des „R91ch5:A11zeigérs“ veröffentiichte Ueberyicht der Betricbsergebnisse deutscher E1senbah11e11 für dM Monat Januar d. J. ergiebt für die 66 thnen, welche auch schon im entsprechenden Mouai des Vorjahres im Betriebe waren und zur Ver [Eichung gezogon werden konnten, mit einer Gesammt eterslänge 110,11 33 795,94 km, nachstehsnde Daten: Im Jamiar d. I. war dt? Einnahme 111163 1111611 BErkelxsteigen auf 6111 Kilometer Vetriebslänge bei 49 Bahnen, mit zusammen 31 867,45 km, höher und bei 17 Bahnen, mit zusammen 2428,49 „14111 (darunter 3 Bahnen mit vermehrter Betriebslän e), niedmger als in demseldsU Monat des Vorjahres. In der 611 vom Be- ginn dees Etathjabres bis Ende Januar d. I. war 'd1eselbe auf ein Kilometer Betriebslän 6 [16145 Bahnen, m1t zusammen 31 027,95 km,! öher und bei 21 ahnen, mit zus ammex11 2767 ,99 [(w (darunter 3 Haßnen mit vermehrter Vetriebslänge), gexmger als in demsel en Zeitraum des Vorjahreß. BSL den unter Staatsverwaltung stehenden Privatbahnen, ausschließlich der vom Staat für eigene Rechnung verwalteten Bahnen, betrug Ende Januar d. . das gesammte kon: zessionirte Aula ekapital 21609900 916 (14 655000 «16 Stamnmktien, 24 900 91/6. Prioritäts-Stammaktwn und 4500000 «17; PrioritätsObligationen), und die Länge dyr- jenigen Strecksn, für welche das Kapital bestmimt ist, 88,27 km, so daß auf je 1 11111 244 816 914 entfallen. Bei den unter Privatverwaltung stehenden Privqt: bahnen betrug Ende Januar 5. I. das gesammts konzess 10- nirte Anlagekapital 578457329 914 (305516550 „16 Stammaktien, 79 381 650 916 PrioritättZ-StammakUen und 193 559 129 «111 PrioritätS-Obligakionen), und die' Länge derjenigen Strecken, für welche dieses Kapital bes11m1111111, 379893 11111, so daß auf je 1 km 152 268 «16 entfallen. Erdffnetwurden: 11111 1. Januar 5. I. die Strecke _Wreschen_ Stralkowo 18,46 km (Königliche Eisenbah11:Direk11011 Brom- berg), am 17. Januar 5. I. die Strecke Gru11ow_Beeskow 8,65 km (Königlichs Eisénbahn-Direktion Berlin).
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Die zur Feier der 401ährigen Regierun des KaisersFranz Joseph 1. unter dem Protektorat des Erz erzogs Carl Ludwig stattfindende Internationale Jubiläums-KunstauOstellun*g in Wien wird vom 1. März 515 letzten Mai dauern. Die Regierung [3111 Staatöankäufe (mf dikskk Ausstellung im Gesammtbetrage von 20000 F1. in Aussicht gesicllt und 20 goldene sowie 20 filéerne MedaiUcn zur Prämiirung von zur Ausstellung gelangenden hervor- ragenden Kunstwerken bcstimmt._ Außerdem gsiavgen .““; goldene Carl Ludwigs-Mcdaillcn für Kümtler des In- und Auslavdes und 2 akademische Rcichel-Preise im Einzelbetrage von 1500 l., für je einen Maler,. Bildhauer oder Medailleur (nach dem tiftungs- briefe für österreichische Künstler bestimmt) znr Vertheilung. In gleich freigcbiger Weise wie die Regierung hat die Vertretung der ReiÖZ-Haupt- und Residenzstadt Wien als Zeichen ihrer Unterstü ung aller künstlerischen Bestrebungen einen Betraa von 20 000 [. dem Unternehmen gewidmet. Aufnahme in der Ausstellung finden Werke der bildenden Kunst aller Fächer. und Mar: 11. Architcktur: Entwürfe, Pläne, Skizzen, Modelle und Aufnahmen architektoniscber Arbeiten. 1). Werke der Skulvtur_ mrt Inbegriff der figuralen Kleinkunst, sowie_ Gravuren und Meda1l1en. o. Malerei: Oelgemälde, Aquarcue, Mmiaturen, Pastelle, Gouaches und Zeich11ungen. (1. VervielfältigendY Künster. Kupfer- und Stahl- stiÖe, Radirungen, Holzs nitte und Lithographien. Die“ Aussteüuyg zerfällt in zwei große Abt eilungen: Die_erste, die historische, entbqlt Werke jener Künstler, welche seit dem Regtxrungßantrilt des Kaisers m Oesterreich gewirkt haben; dieselbe veremigt dix bervorragendsxen Namen und bringt die Entwickelung der österreich1scben Kunst wah- rend der leßten 40 Jahre zur Anschauung. Gauermann, Waldmüüer, Steindle. übricb, Siccardsburg, Gasser, Fernkorn, Makart, Cayon, Rabl Schwind, Ferstel. und andere vexstorbene Meister gehören d1eser Epo e an, die besten lebenden Kunstler vervollständigxn dieses Bild durch Werke, welckpe seit 1882 enxstanden und 111, Wie_n noch nicht angesteat waren. Dte zWe1te Abtheilung ,ist „du internationale, und Namen wie Knaus, Vautier, Defreager, die betdcn Achenbach, Menzel, Meyerbeim A. von Werner u.A. bürgen für den Werth derselben. Cine stattlicÖe Anzabldiescr Gemälde istCiqentbum der Berliner National-(Halerie. Deutschland ist sehr reichhaltig ver- treten: das Gleiche gilt von der spanischen Kunst. Zur künstlerisch wirkungövollen Placirung einer so bedeutenden internationalen Aus-
1858:
steUung mußte ein Zubau zu dem bisherigen Künstlerbause außgefübxt werden, dessen Behängfläche ungefähr deijcnigen entspricht, welche die kckamitcn bkidcn Säle der letzten inkernationalc-n Ausstellung für Deutschland und Frankreich geboten haben. Obwohl die französisch? Künstlerschaft nicht außgestellt hat, fand der dadurch fret gewordene Raum in Folge der außerordentlich regen Bethetli- gung des Auslamdes doch die beste Verwendung. In einer mit dieser AussteUung verbundenen Lotterie gelangen Kunstwerke im Gesammtbetragc von 80 000 F1. 3111 Verloosung und sind außkrdcm noch Ankäufe aus dem Tbkilncbmerfonds der Genofßn- 11111111 111 Nusficht genommen. Die Lotterie, genehmigt [aut hoben Ministerial-Erlaffes, Zahl 34 316, enthält 600 000 L001LÖ-50 Kr. und bat den Zchk, einen Fonds zu bksckyaffen, um davon eine Reihe der bestcn auSgcsteÜten Kunstwerke ankaufen zu können und dadurch talent- voUen Künstlern einen entsprechenden materieücn Erfolg zu sichern. Bei Bezug vr-n zehn Loosen wird aus der Lotjerickanzlei ein „Freiloos bcwiUigt. Dic Z1ch1111g findet am 12. Juni1888 sta1t. BU Ankauf der für Treffer bestimmten (Gemälde 11. 1“, w. war das Lotterie-Comité darauf bedacht, gleich nach Eröffnung der Ausstellung nur solche Ku11strverke anzukaufcn, welcbe fick) ihrer Größ: nach zur Schmückung moderner Wohnräume eignen.
_ _ Das „Jahrbuch dsr 516111911111 Preußischen Kunst- 1a1nmlungcn“ (Bcrlin, G. Gro:c'sche Verlagsbuchhandlung) bringt in dem nencstei: Heft (121. Band, 1. und 2. Heft der „Studien und Forschungcn“) außer dem schon erwähnten Vorläufigen Bericht über die Crgkbniffe der AuEgrabungen zu Pergamon in den Jahren 1883 bis 1886, eine interessante Arbeix von Paul Seidel, betitelt: „Friedrich der Große als Kronprinz 111 Rheindberg und die bildenden Künste.“ Der Verfasser legt eingehend dar, wie Friedrich in Ver- bindung mit seinem künstlerischen Intendanten von Knobelsdorff es möglich gemacht Hat, mit feinster 21115111113111111 aÜer von der_Natur gebotenen Hiilfs111itie1,im märkischkn Lande in kurzer Zeit ein äußerit reizvaes und in seiner Abgelegknbcit und U11211va11etheit um so überraschsndkr wirkendes künstlerijck) ausgestattetes Heim zu schaffen, desen Reize durch alle . späteren Umgestaltungen nicht Haben zerstört werden können; denn
noc!) chte begegnen wir in Rheinsberg dcn Spuren des Schöpfers
dieses den Musen und den schönkn Künstkn gcweibtsn lcckckxens Erde.
Seidel 111111121111 Beschreibung von dem Jnncrsn des Schw 168 und würdigt
dabei auéfübrlici) die gesammte künstlerische Thätigkeit Knobelsdorff's
und des Malers Antoine PeZne. Der 521111211 11 ein Verzeichniß der
Gemälde, Zcicbnungen und Radirungen KnobelSdorff's angehängx,
(11111) daS Porträt desselben (nack) einem Gemälde PeZne'S) bcigxdruckt.
_ An der Spiße dcs Hefts finden wir eine eingehende U11ter1uch11ng
von Adolfo Ventnri über den LebenSgang und das künstleri1che
Wi1ken dcs ferraresischen Maiers Cos'ma Tura, genannt COZMS, ge-
boren 1432, gestorben 1495, mit dokumentarijcben Nachrichten,
Briefen 2c. Der Verfaffex schreibt diesem Künstler und seiner leiden-
schaftlichen, realistischen K1111stweise_ einen großen (Einfluß aui seine
Zeitgenossen und die ganze ferrares11che Kunst zu. Ein der Abhand-
lung beigefügter, nach dem Original .facfimiltrter Brief CoSma
Tura's aus dem StaatSarchiv zi_1_ Modena herveist, daß selbst
in den glücklichen Zeiten der Renainance die Künstler von der mate-
riellen Noth durchaus nicht immer vcrschont blieben. Die Arbeit ziert
eine vorzügliche, in der Reichsdruckerei angefertigte Heliographie
nach dem großen Altarbilde CoSma Tura's (Madonna auf dem
Throne mii Heiligen) im biefigen Museum, ein Lichtdruck nach einer
Tuschzeichnung (alle oriscbe Figur) aus de_r Sammlung des Hrn, A.
von Bcckeratb in erlin, und eine Locbaßung 11ach dem Tafelbiide des wdten von Engeln gehaltenen bristus. Em Verzeichniß der Werke des Malers, von F. Harck,_ ist, der, Abdandlung angehängt. _
V. 11011 Loga beginnt in dem Host eme kunst_bistoxische Studie über
die Städtcanücbten in der berühmten Welt-G-bromk des Nürnberger
Humanisten Hartmann Schedel (dazu zwei Abbildungen), Hugo yon
Tschudi bcsprickot die für das Berliner_ Museum angekaufte, bemalte
Tkonstatue der sitzenden Maria unt dem Kmde, von Benedetttx da Majano.
Ec vergleicht sie mit anderen ähnlichen Werken des Meisters, beson-
ders mit der Madonna im Dome zu Prqw und gelangt zu dem Ergebni ,
da;; die Berliner Madonna bei Weckem die schönste derselben it.
Cin Wohlgelungencr Farbenlicbtdruck der Reichsdruckerei Veranscbau-
liebt das Prächtige KunstWer. _ Am Schluß berichtet August Schmarsow
über die wertbvolle Sammlung von alten Handzeicbnungcn im Kunst-
museum der Schule zu Rugby in England, Der Verf. w1ll in der-
selben auf einem Carton mit 7Architektnrskizzcn den bisher „unbekann-
ten Plan Micbsl. Angelo's zux unvoüendeten Front der Ktrche San__ Lorenzo zu Florenz, einem Bauwerk Brunechco's, entdeckt haben.
Ein Facfimile der Skizzen ist dem Aufsaß bxigefügt. Außer anderen Hand-
zeicbnungcn des genannten Meisters enthalt die Sammlung bemerken?-
werthe, bisher Wenig bekannte Blätter von Rafael (oder Giulio
Romano), Hans Holkein, Tizian, Correggio :e.
_ Das europäischeVölkerrechtder Gegen1vartauf der bisherigei1Grundlage.Von 1)r. Au .Will). Heister, weiland Königlich preu ischer Ober-Tribunals-Ratß, ordentlicher Professor des Rechts xc. A te Außgabe, bearbeitet von 1)r.F. Heinr. Geffcken. Verlag von H. W. Müller in Berlin (Pr. 12 „ja). _ Der große Erfolg des Buches erklärt sick) aus seinem Verdienst, in knapper Form und mit juristischer Präzision ein Bild des wirklich geltenden Völxerrechtes zu geben, Hcffter verkennt nicbt deffxn Unvonommenbetten und Lücken, aber er büjet sicb, dieselben m der Art auSzufüÜen, wie Bluntscdli dies in seinem Rechtsbuch gethan, 1n Welchem das anerkannt gültige Recht vermischt mit dem erscheint, was nacb„Anficht des Ver- fassers Recht sein fonte. Der gegenwartige Bearbeitex bat den Text prinzipiell unverändert elaffen und sich darauf beschrankt, die litera- rischcn Nachweise und aten bis_ auf d1e (Gegenwart fortzuführen, Die nothwendig erscheinenden Er anzungen dageZen, seine eigenen An- sichten und Abweichungen von Hr ter hat „der erausgeber iu iFeldst- ständigen, durch ein (1. bezeichneten Ausfubxungen gegeben. erner erschien es ihm angezeigt, mit veralteten Citaten aufzuräumen und damit Platz zu gewinnen für die Ausführungen, welcbe Ereignisse und wissenschaftliche Werke der neuesten Zeit fordern, obge doch das Buch zu dsehr azxschtwchen zu lassen. Endlich ist das Register umgearbeitet un erWe1er .
Gelverbe und Handel.
„Gewerbeballe“, Organ für den Fortschritt in _allen “ Zweigen der Kunstindustrie. unter Mitwirkung bewährter Fachmanner redigirt von Ludwig Eisenlohr und Carl Weigle. Architekten in Stuttgart, Verlag von JETZTUWM daselbst. 26.Jabrgan . 3. Hex:, _ Dieses neueste Heft der uster-Vorlagen-Sammlung ?ür Kun t- Ile'iverbetreibende enthält mehrere Tafeln mit mannigfach verwertbbaren
ufnahmen schöner älterer Arbeiten. Eine derselben zei t originelle altniederländische Architekturdetails, nämlich eine Tbür mt Messing- ' Trainen aus der Kirche de la Poterie zu Brügge, eine Säule von den Cborscbranken der großen Kirche zu Harlem und eine Thür aus der alten Kanzlei zu Brü ge, sämmtlich aufgenommen von Professor F. Ewerbeck in Aachen. erselbe führt uns auf einem anderm Blatt auch den ei entbümlicb außgestatteten silbernen Amtsstab der Schiffer- gilde von amven in Holland, welcher in der dortigen städtischen Sammlung aufbewahrt wird. sowie eine reich verzierte Glocke in vläm_ischem Styl vor Augen. Zu der Galerie d'Yollon dcs Purim Louvre hat H. Pernoßky von bier zwei prächtige efä , eine Base und einen okal aufgenommen, welcbe ihrem Chara er nach jener Kategorie re tber Schmuckge enstände an eißören, dieman zu- meist dem Benvenuto Cellini zuscbrei t. Sie be te' en aus kostbaren,